Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1930)
- Date
- 1930-03-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 128 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. IS, 7. HL 1930 Briefe an die Redaktion Zur Psychologie des C.V. Wolfenbüttel, 4. März. Sehr geehrte Redaktion! In Nr. 9 der ״C.-V.-Zeitung“ setzt sich Herr Dr. Ludwig Holländer mit verschiedenen Aeußerungen zur Frage der Jewish Agency auseinander. Er kommt dabei zu der sonderbaren Feststellung, daß die zionistischen Anschauungen ״Erzeugnisse bösen Fehldenkens seien“. Ohne auf alle anderen Punkte des Artikels einzugehen, möchte ich diese etwas merkwürdige Fest■ Stellung herausgreifen. Seit Jahrzehnten bemühen wir Zionisten uns dem subjektiven Empfinden der Kreise im C.-V. die objektive Lage und das objektive Sein des jüdischen Volkes entgegenzustellen. Aber es scheint, als wenn die psychischen Hemmtmgen alle Zugänge zur Logik verbarrikadiert hätten. Vielleicht ist das Gleichnis aber für Herrn Dr. Ludwig Holländer verständlicher als eine Abhandlung. Deswegen empfehle ich ihm und seinen Freunden, das Gedicht Christian Morgensterns: ״Die Westküsten“ zur Lektüre. Wenn er dort überall da, wo das Wort ,,Küsten“ steht, Juden ein setzt, wird er erstaunt sein, wie sich seine psychologische Situation plötzlich offenbart. Die Nutzanwendung: Nicht das subjektive Bewußtsein entscheidet über das Wesen, sondern im Bewußtsein des Mitmensehen wird offenbar, wie, wer, oder was tatsächlich ist. Man kann den Namen einer Sache ändern, ihr Wesen bleibt davon unberührt Und wenn wir aus irgendwelchen Wünschen heraus Dutzende von Resolutionen fassen, daß ״es uns nicht gibt“, Illusionen bleiben von der Wirklichkeit immer so weit entfernt, wie der Wunsch nach dem Unmöglichen von der Erfüllung. Hochachtungsvoll Werner llberg. n. Leipzig, 5. März 1930. Sehr geehrte Redaktion, die Leipziger Ortsgruppe des C.-V. veranstaltete vor kurzem einen Vortragsabend über den Numerus clausus mit anschließender Aussprache. Man versandte gedruckte Einladungen mit der Bitte um Antwort, insbesondere an jüdische Studenten. Juden, die man als Zionisten kannte, wurden überhaupt nicht eingeladen. Die übrigen Einzuladenden teilte man in Juden mit C.-V.- Gesinnung und Juden, die des Zionismus verdächtig sind. Ke Verdächtigen erhielten außer der Einladung noch eine Beilage folgenden Inhalts: ,,Wir tragen nach, was in der Einladung leider vergessen wurde, daß diese nur an jene Damen und Heren ergeht, die weltanschaungsgemaß auf dem Standpunkt des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens stehen. Sollte unsere Einladung versehentlich an Stellen gelangen, bei denen diese Voraussetzungen nicht zutreffen, so bitten wir wegen der unnützen Bemühung um Entschuldigung.“ Der Leipziger C.-V. begeht also die grobe Taktlosigkeit, Menschen zugleich ein- und auszuladen und dazu noch um Antwort zu bitten. Er beweist außerdem, daß er keinen Sinn für jüdische Solidarität besitzt, indem er zionistische Studenten von einer Veranstaltung gegen den Numerus clausus ausschließt, als ob uns die Sache gar nichts anginge. Diese beleidigende Ausladung erinnert an das ״Für Juden verboten“ auf den nationalsozialistischen Plakaten. Ich begreife nicht, wie der C.-V. den Antisemitismus mit Erfolg zu bekämpfen gedenkt, wenn er die jüdische Einheitsfront zerstört. Mit Zionsgrüß stud. jur. Jacob Mittelmann. Die Beschlüsse 4er Reicfaskonlerenz der Osijnden Die Reichskonferenz des Verbandes Ostjüdischer Organi- Nationen, über die wir bereits berichtet haben, faßte in Magdebürg eine Reihe von Beschlüssen, von denen die folgenden im Auszug wiedergegeben seien: Erzlchungs- und Kulturarbeit bildet einen untrennbaren Bestandteil des Verbandes. Die Exekutive wird beauftragt, einen Kulturrat in Berlin einzusetzen. Der Verband kämpft gegen die Assimilation und Assimilationstendenzen. Er ist bestrebt, die kulturelle Lage der Ostjuden in Deutschland unter Benutzung der beiden Sprachen, Hebräisch und Jiddisch, zu heben. Die Ortsgruppen sollen von den jüdischen Gemeinden verlangen, daß jüdische Scherten und Kindergärten geschaffen werden. Der Verband soll seine Arbeit im Sinne der jüdisch-nationalen Idee führen. Der Verband nimmt Anteil an der Regulierung der jiidisehen Wanderung. Er sucht für die Ostjuden in Deutsch-!and neue produktive Arbeitsquellen zu eröffnen, um ihre ökonomische Position zu festigen. Palästina ist durch die Balfour-Deklaration und ihre Aufnahme in das Völkerrecht, durch den Vertrag von San Remo und die Annahme des Palästina-Mandats durch England die Nationale Heimstätte für die Juden geworden. Es erscheint also als Aufgabe aller Juden, am Wiederaufbau Erez-Israels mitzuarbeiten und die Niederlassungen der Juden dort zu unterstützen. Indem sich die Konferenz des Verbandes zur Teil nähme an dieser Arbeit bereit erklärt, betont sie, daß sie sich dadurch keineswegs auf ein politisches Programm festlegt. (Mit allen gegen vier Stimmen.) Die Ostjuden haben die Verpflichtung, an allen Arbeiten im jüdischen Gemeinde! eben teilzunehmen, ihren Einfluß auf die Ausgestaltung des jüdischen Lebens in Deutschland innerhalb der jüdischen Gemeinschaft auszuüben. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Ostjüdischen Organisationeu im Reich dahin streben, in sämtlichen jüdischen Körperschäften, insbesondere aber in den jüdischen Gemeinden entsprechend ihrer Stärke, vertreten zu sein. Im Wahlkampf sind vor allen Dingen diejenigen Parteien zu unterstützen, die auf dem Boden der vollen uneingeschränkten Gleichberechtig 11 ng der ausländischen Juden innerhalb der jüdisehen Gemeinde stehen. Kompromisse, die dahin gehen, ausländische Juden in den jüdischen Gemeinden als Bürger zweiter Klasse zu kennzeichnen, dürfen von Ostjtidischen Organisationen nicht abgeschlossen werden. Die Reichskonferenz fordert für die gesamten ausländischen Juden in Deutschland, sowohl in den jüdischen Gemeinden als auch in den Landesverbänden und in einem eventuell zu schaffenden Reichsverband der Judenheit in Deutschland das allgemeine, geheime, gleiche und proportionelle Wahlrecht ohne Unterschied der Geschlechter und ohne Beschränkung auf irgendwelche Karenzzeit. Kurien für ausländische Juden sind als entwürdigend energisch zurückzuweisen. Die neue Exekutive des Ostjudenverbandes besteht aus einem Präsidium, dem die Herren Benzion Fett, Samuel Haar* puder und Dr. Israel Taubes angehören; ferner wurden in die Exekutive folgende Herren gewählt: Dr. Altschuf, Goldhammer, Moses Goldmann, Langermann, Leser, Mandelbäum, Dr. Rosenfeld und Schönhorn, sämtlich Berlin; Dr. Büschel-Essen, Dym-Dresden, Fuchs-Oberhausen, Grünberg- Breslau, Holländer-Karlsruhe, Dr. Koretz-Hamburg, Lecker- Magdeburg, Time-Nümberg. Zu Kassenrevisoren wurden Feigenbaum, Feiwel und Glückmann bestellt BERLINER KALENDER Der Mat für (eßrdiföe JWr&eit unter der Jugenb neranftaltet am ®ortnafienb, ben 8. ©ärj, im Betfj Im folgenbe«: I. Um 71/* Ufjr pünfilid) nerfammdn ftef) jum erfiert ©al btt Eetinefjmer ber ©emeinfdjaft gut (Erlernung ber he&räifdjen ßiteratur unter ber ßeitung beö ©errn Dr. © a ן ®f a 1) e r. 9ieue ©fjaroerim erbeten. 3. Um 8 J/s Ufjr ftnbei bie orbentlidje fjebrätfdje 2(ue» fptndje über ba« Sterna: ©je ®ege ber be&rä• ifdjen «rgiebutig in ber Diafpora. ßtnlettettbe ©orte: ® tj a n! e r $ i e ff e n f e I b. המועצה הכללית לעבודה עברית בין הנער עורכת במוצאי שבת, 8 למרץ, בבית־העם: א. בשבע וחצי בערב (בדיוקי) מתאסף בפעם הראשונה החוג לספרות עברית בהנהלת הר" ר מייאר. משתתפים חדשים רצויים! ב. בשמונה וחצי שיחה עברית על הנושא: דרכי רחנוך העברי בגולה. הפותח: החבר דיסטגפלד. freie 3übif#e Solfahodjföute. Sonntag, ben ». ®arg, 8 Ufjr, im Brüberoereinbfiau*, Sur* fürfienfirafce 116/17, Bortrag Brof. ©einrief) ßoeroe: SübifAet Bollöfjumor; Sileyartber ©ranadj: 9?egitationenau«©erfennon Deine, ©ebeftnb, Ejßereg, ©efjoletn SUectjem. 45ebräifdjer Cebrereerein. Sonntag, ben 9. ®!arg, nachmittag« 5 Ufjr, im Betfj Slm, ffirolmanftr. 86, @rünbtmg0eerfamtnfttng. Sine ijebräifcfjen Sefirer roerben gebeten, gu erfcp einen, foroie ihre Slbreffen an ba« Büro be« Betf) Sfm etngufenben. ©ontag, ben 10. ©arg abenb« 8*4 Uhr im Brettfopffaal ©teglifeerffr. 85 fjebräijdbet fiteber* unb Strienabenb 001t Bettp Srupnif — fianbau (Sopran) unb ß. SRiafartjero (Bariton),amgflügeljperta Eorlanorobfp. ©erfe oon Sldjron, ©iUer, ©labfiein, ©anbberg, Brafjrn«, Stand, fflolf, ©a«cagni u. a. Harten non ©. 1.— bi« SW. 3.— bet Bote & Bocf im hebräifdhen filub, ®rolmanftr. 36, in ben jü» btfdien Buchbanblungen ®onger, Sebent, SWaft, in ber Berliner gioniftifdjen Bereinigung unb an ber SJbenbfaffe SWontag,׳ben 10. ©arg, abenb« 81/2 Uhr, in ber ©emeinbe, SRofcnflr* 2/4, Dapol( öajair: Der 3<S>ut> in paföfHna unb in DeutfdKanb, SRefe« renten: Dr. SJftbet, Surt ßö tuen ft ein. ©äfte tniKfommen. בית־העם! ביום השני..10 למרץ, בשעה 8 וחצי בערב, תהיה הרצאתו של הד״ר טקס מאיר על הנושא: יצירתו של י•ח. ברנה. אורח־ם רצויים! ®ien«tag. ben 11. ©an. abenb« 8 Uf>r, im Eiergartenhof, Berliner ®trafee 1, am Bahnhof :Ziergarten, Sei <£l)aj > (8(U4tttl<f(i(r, neranftaUet oon ber am ©ebrätfdien interefjterten 3ugenb gemeinfam mit bem g. Sl. Sß. Sfu« beut ißro* gramm: ©ebädjtniSrebe, fjebräifdje ßieber unb ©pracficpre, ©ufifnorträge. ©intritt für 3ugenb־ liehe ©f. 0,50, für ©rtnadjfene ©!. 1,—. ®ien«tag, ben 11. ©arg, Britb Erurapelbor, Erumpelfiorfeier im Deim, SßotSbamer Sir. 81. ®ienStag, ben 18. SWärg, 8>/2 Uhr, öffentliche Berfammlung. Efjenta: Der Kampf um ben »011• tifdjen 3ioniemu0. Sleferent: Stlejanber St e i t c r. — greie Htiöfpradje. ... ""י ....mmmmmmmmmmmmmm ©ittmoch, ben 12. ©ärg, im ©chubertfaal, Bü־ loroftr. 104, ©rohe Eidjernidioroölrpfteier, neran* haltet 00m Dar Stodj&a. Weiehhalttge« Programm, ®er ®id)ter lieft an« eigenen ©erfen. ®onnet«tag, ben 13. ©ärg, abenb« 8l/a Uhr! Oruppe Oft ber 33.3• מ. in bet ßoge Sguba« Stdjim, 30fi1)ftrahe 4. 3■ S lin 0 ro : <SiM et Brüden gtoifchen bem 3>0«i«mu« unb ber (0mmu< nijlifdjen Partei? ®onnerStag, ben 13. ©ärg, abenb« 8*/a Uhr, im ©ifeungSfaal ber 3• 8).?• ®•; ©elnefeftr. 10, Bertreteroerfaminlung ber 3. 3• מ. EaaeSorb• nuttg: 1. ״Slraberfrage unb Bobenpolitif, eine ßebenöfrage be« Sßaläftinaaufbau«״, Sleferent: St b 0 1 f Bo llaf; 2. ©efdiäftlidje ©iüeilungen be« BotfianbeS; 8. ©tatutenänberungen, ®te ©tfenng ift für bie ©itglteber ber B. 3• 83• öffentlich. 3ionifHf(per 3ugenbbunb ״Worbau" ©onntag, ben 0. ©ärg, nachm. 3 Uhr, SIrbeit«* temetnfdjaft, im 3ugenbheim ©onbijoupl. 10. — )ienötag, ben 11. ©ärg, abenb« 8 li&r, Etil* nähme an ber EeI»@haj*Sunbgebung be« ^3. SLg. im Eiergartenhof, Berliner ©fr. 1, Bahnhof Tiergarten. Dr. L Goldstein ln Lodz Aus Lodz wird uns berichtet: Der Besuch Dr. Alexander Goldsteins hat einen großen Aufschwung der zionistischen Stirnmung und ״Keren Hajessod“-Aktivität mit sich gebracht Die ״Keren Hajessod“-Aktion wurde proklamiert auf einem feierliehen Meeting in der ״Philharmonie“. Dr. Goldstein sprach auch in der Lodzer ״Bnei-Brith“, auf einer Frauenversammlung der ״Wizo“, auf einem speziellen ״Keren Hajessod“-Tee und auf einer Versammlung der Intellektuellen, auf welcher ein nichtzionistisches Pro Palästina-Komitee gegründet wurde. Alle Ver- Sammlungen waren überfüllt und haben eine große Wirkung auf die zweitgrößte jüdische Gemeinde Polens gehabt. Die furchtbare ökonomische Depression, unter welcher das polnische Judentum leidet, ist in Lodz besonders scharf. Doch ist es gelunfen, die ״Keren Hajessod“-Aktion mit Energie und Erfolg urchzuführen. Die Antwort der ökonomisch ruinierten Juden auf den Appell des Keren Hajessod ist in vielen Fällen rührend und ein Muster der Opferwilligkeit Die Aktion wird weitergeführt, und es ist sicher, daß die Zahl der Beitragenden in diesem Jahre sogar das Resultat des vorigen Jahres übersteigen wird. Jenseits von Hitler Im ״Jungdeutschen“ wird von einem Interview berichtet, das Adolf Hitler einem amerikanischen Journalisten über das Thema des Antisemitismus der Nationalsozialisten gewährt hat. Hitler erklärte in dem Interview, daß er nicht dafür sei, die Juden in Deutschland unter Ausnahmegesetze zu stellen und sie in ihren Rechten zu beschränken. Er kämpfe nur dafür, daß die ״Nichtjuden nicht weniger Rechte haben als die Juden selbst“. Die ״Frankfurter Zeitung“ knüpft an dieses Interview die Bemerkung, daß Hitler wahrscheinlich auf Geldunterstützungen aus den Vereinigten Staaten für seine Partei rechne und deswegen sozusagen als Exportartikel ein judenfreundliches Lächeln aufsetze. Man hat natürlich allen Grund, an eine Sinnesänderung Adolf Hitlers nicht zu glauben. Eine der Wurzeln, aus der der Nationalsozialismus in Deutschland reichliche Nahrung für sein Wachstum gezogen hat, ist der radikale Antisemitismus und es ist nicht anzunehmen, daß die nationalsozialistische Partei auf eine zugkräftige Parole verzichten wird, um Subsidien aus Amerika zu bekommen. Die nationalsozialistische Partei ist bereits so einflußreich und hat so viele Mitglieder, daß sie sich im wesentlichen aus eigener Kraft zu erhalten vermag. Aber gesetzt den Fall, die Nationalsozialisten revidierten ihr Programm in puncto Judenfrage! Was wäre damit gewonnen? Wäre damit aas Judenproblem in Deutschland gelöst? Man verzeihe einen burschikosen Vergleich: In der Inflationszeit kursierte ein Witz, daß das Unglück des Kaufmannes das Landgericht sei. Ohne das Landgericht könnte er sich Rat schaffen und über Wasser halten. Wer der Auffassung ist, daß nur der Judenhaß das Hindernis für eine Testlose Normaiisierung der Lage der Juden ist, der gleicht, man verzeihe die Gegenüberstellung, jenem Kaufmann, der als einzigen Hemmschuh für sein Fortkommen in der Inflationszeit das Landgericht betrachtete und nicht die völlig verfahrene Wirtschaffelage, in der er lebte. Die wahre Judenfrage steht jenseits von Hitler und Münchmeyer. Der Antisemitismus verschleiert nur das Wesen der Judenfrage. Darum ist es im tiefsten Grunde nur von zweitrangiger Bedeutung, ob ein Herr Hitler für eine Entrechtung der Juden ist oder ihnen gnädig die Gleichberechtigung belassen will. Aber außerdem, rein praktisch genommen, was würde es nützen, wenn Hitler auf hörte, Antisemit zu sein? Es werden sich schon neue Hitlers finden, die die antisemitische Phrase als Werkzeug — und wiederum mit Erfolg — für einen politischen Aufstieg benützen werden. s.n. Ortsgroppeo Bochum. Der Keren Kajeraeth veranstaltet gemeinsam mit der Zionistischen Ortsgruppe Bochum am 23. Marz eine große Purim-Feier, bei welcher erstklassige Künstler mitwirken werden. Die Feier ist mit Tanz verbunden. Wir machen schon jetzt unsere Gesinnungsgenossen aus Bochum und Umgegend auf diese Veranstaltung aufmerksam und bitten sie, sielt den Tag reserviert zu halten. Chemnitz. Vom 16. bis 18. Februar hielt Dr. Franz Meyer, Breslau, in unserer Ortsgruppeeinen Zyklus: Die deutschen Juden im 19. Jahrhundert (Ideen und Tatsachen). 1. Abend: Von Mendelssohn bis Heine, 2. Abend: Von Lassalle bis Herzl, 3. Abend: Von Hermann Cohen bis Franz Rosenzweig. Dieses Thema, Stoff genug für ein ganzes Semester, behandelte Dr. Meyer an den drei Abenden auf außerordentlich lebendige und glückliche Art. In knappen Zügen erstanden die Menschen und ihre Zeit vor den Zuhörern. Vortrefflich vor allem die Schilderung des einzigartigen Franz Rosenzweig, die wohl besondere äuf die zahlreich erschienenen Jugendlieben einen nachhaltigen Eindruck bewirkt hat. Derartige Vortragszyklen, besonders wenn sie auf so kluge Art gemeistert werden wie bei Dr. Meyer, sind von ungleich größerem propagandistischen and erzieherischen Wert als irgendwelche Versammlungen, deren Wirkung doch meist an der Oberfläche bleibt. Solche Zyklen sollten in allen Ortsgruppen mehr als bisher gepflegt werden. Frankfurt a. M. (Zeire Misrachi - Revisionisten.) Der ausgefallene Vortrag des Herrn Dr. Paul Arnsberg vom 1. März über ״Das Problem Trotzki“ findet am 8. März, 41/2 Uhr, in der Langestr. 55, statt. Heidelberg. Zwar ist von einem zionistischen Leben hier nichts zu merken, desto mehr muß die vom K.J. V. Heidelberg veranstaltete Franz-Rosenzweig-Gedenkfeier gerühmt werden. Als Interpret Rosenzweigschen Geistes war Martin B u b e r gewonnen worden, der wohl wie kaum ein zweiter hierzu berufen ist. Die Versuche, dem ״leidenden Knecht Gottes“ eine Deutung zu geben, sie mit der Seele des Volkes in Parallele zu bringen, wurden in klassisch schöner Form einer Hörerschaft in einem mehr als überfüllten Saale vorgetragen. Der zweifellos überragende Erfolg dieses Abends sollte ein Ansporn zu weiterer zionistischer Tätigkeit in Heidelberg sein. O.S, Komotau (Böhmen). Am 27. Februar hatten wir die große Freude, den Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe Chemnitz, Herrn Dr. Rudolf H o 1 z e r, bei uns begrüßen zu können, der einen äußerst instruktiven Vortrag über ״Die Bedeutung Palästinas für die Zukunft der Juden“ hielt. Es wurde allgemein der Wunsch laut, Og. Holzer bald wieder hören zu können, denn wir konnten aus seinem Referate viel lernen. Darüber hinaus kommt aber diesem Besuche noch eine andere Bedeutung zu. Es kann damit der Kontakt zwischen den Ortsgruppen beiderseits der Grenze hergestellt werden, was sich im Makkabi als sehr befruchtend für die Arbeit erwiesen hat. Der ״Zionistische Jugendbund Nordau“ hielt am Sonntag, dem 2. März, in den Raumen der Agudath-Achim-Loge eine Bundesversammlung ab, die der Aussprache über die Aufgaben des Bundes und die Erziehung der Chawerim dienen sollte. Nach Erledigung der technischen Dinge und nach der Neuaufnahme von 17 Chawerim legte ein Chawer das von der Bundeseiitung vorgeschlagene Programm dar. Durch eine rionistisch-ideologisch fundierte Erziäiung wollen wir unsere Chawerim zu Zionisten machen, die wissen, welche Verpflichtungen sie mit der Entscheidung für den Zionismus übernehmen. Dieser Er- Ziehung sollen die Heimabende, Arbeitsgemeinschaften und der hebräische Unterricht dienen. Parallel zu dieser Ausbildung läuft die praktische Arbeit für den K. K. L. Das Endziel unserer Erziehung ist Chaluzhith. Schon heute müsse ein jeder sein Leben und seinen Beruf auf Erez-Israel einrichten. Aut Heimabenden und Wanderungen soll unter den Chawerim ein Konnex geschaffen werden, der die Grundlage und die Vorbedingung für den Erfolg aller Arbeit ist. Ein günstiges Bild von der blshcrigen praktischen Arbeit des Bundes gab der Bericht des K. K. L.־ Vertreters. Alle Chawerim des Bundes haben sich an den Aktionen beteiligt. Der Gesellschaftsabend des Bundes brachte der Aktion ״Hilfe durch Aufbau“ einen Gewinn von 110 M. Es wurde eine Resolution angenommen, die das Einsetzen alter Kräfte für den Aufbau in Erez-Israe! und Vorbereitung auf die Uebersiedlung fordert und die Beteiligung an der Purim-Aktion für alle Mitglieder zur Pflicht macht. Zionistischer Gruppenverband Oberschlesien. Sonntag, den 16. März, findet in Beuthen O./S., in den Räumen der Mamreh- Loge eine Tagung des Gruppenverbandes statt, zu welcher alle oberschlesischen Gesinnungsgenossen eingeladen sind. Beginn: pünktlich 31/8 Uhr nachmittags. Die Tagesordnung wird noch bekanntgegeben.