Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1930)
- Date
- 1930-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU oo """״—.ס - —----Goldnwrk. AuAlar»f!»abonn«ro«1t» werden in dnr WShrunjj der einrelaen Linder berochnet AnreieenpreH: 8 emp. Nonpareillerefl• 0*50 G.-M- Stedleagesucdie 0.25 CX-M. Nummer 16 1 Berlin, £3. II. 1930 Redaktion Verlag and Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinW15, Meinekestt.10 Telephon: Jl Bismarck 7165-70. Anzalcaucklat: Dien»t«g and Freit«* oaehmiti**■ 4 Uhr Redaktionsschluft Sonntag und Mittwoch nachmittag. Po!t*check Konten: Berlin 1392ל, Basel V 9355, Belgrad 68032 Brüte•! 394 33, Budapest 596 93, Danrf* 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Straasburg 164 30, Warschau 190 708, Wien 156 030. Bank •Kontent Dazmstadter und Nationalbank, Depositen Karne Berlin. KnfiiirsWmdamm 52; Banca de Est, Cernauti (Rumänien); Anglo Paleatise Go. in Haifa, terusalem, Tel Aviv כ״ז שבם׳ תר״צ | xxxv. Jahrg. per * recht,>ch fl9>lcl,erten H«lm»<atta_ln_Paia»tln■. ״Baseler Programm.״ Im Kampf tun die §elbsfbehaupl₪g Dringende Aufgaben der Gemeinde In aller Kürze Wie verlautet, soll als Nachfolger von Geheirarat Kastl der frühere deutsche Botschafter in Japan, Dr. Solf, deutsches Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes werden. Am 27. Februar beginnt vor dem Obersten Gericht in Jerusalem die Revisionsverhandlung in dem Prozeß des jüdischen Polizeibeamten aus Tel-Awiw, Simcha H i n k i s, der von dem Jaffaer Gericht zum Tode verurteilt worden ist Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Shiels, teilte im Unterhaus auf eine Anfrage mit, daß der britischen Regierung im Zusammenhang mit den Unruhen in Palästina Kosten in der Gesamthöhe von 99 000 Pfund entstanden sind. Es ist noch kein Beschluß gefaßt worden, ob diese Kosten aus dem Budget der Palästina-Regierung gedeckt werden sollen. Die Arabische Exekutive, die am 20. Februar ihre Reise nach London hätte antreten sollen, hat die Reise verschoben im Hinblick darauf, daß der Bericht der Shaw-Kommission erst Ende Februar fertig voriiegen wird. Die Delegation wird ihre Reise Anfang März antreten. Ara 18. Februar (20. Schewat), ein halbes Jahr nach Ausbrueh der Unruhen, fand in der Synagoge ״Adass Jeschurun“ in Jerusalem eine Trauer-Gedächtnisversammlung unter dem Vorsitz von Oberrabbiner Jacob Meir statt. Gedenkreden hielten Oberrabbiner Kuk, M. M. Ussischkin und der Arbeiterführer Ben Zwi. Vor dem Jerusalemer Kreisgericht wurde der in Rumänien geborene Jude Galdental, Präsident der Haifaer Handelskamraer, der beschuldigt war, während der Augustunruhen einen Araber ermordet zu haben, freigesprochen und nach fünfmonatiger Untersuchungshaft aus dem Gefängnis entlassen. Vor dem Jerusalemer Kreisgericht begann ein für mehrere Tage berechneter Prozeß gegen 12 Araber aus Hebron, die beschuldigt sind, am 24. August vier Mitglieder der jüdischen Familien der Rabbiner Abushdid und Gozlan in Hebron ermordet zu haben. Ibrahim Yakoubi, einer der Teilnehmer an dem Augustmassaker in Safed, wurde von einer Abteilung des transjord. nischen Grenzkorps in der Nähe eines Dorfes bei Tiberias zusammen mit der von ihm geführten Brigantenrotte nach vor- Hospital zü Tiberlaä tSfnfelie*fert tvofden. Ein Mitglied seiner Rotte wurde getötet. ... Ein anderer Safeämörder, Ahmed T a p i s c 11, der an der Ermordung des Direktors des Hadassab-Hospitais in Safcd Dr. Isaac Maraaan beteiligt war und dann nach Transjordanien floh, wird nach Palästina ausgeliefert und hier abgeurteilt werden. Ein Drusen-Rebell, der verdächtigt ist, an dem Safed-Massaker teilgenommen zu haben, wurde in Kunaitra von den syrischen Behörden festgenommen und an die Palästina-Polizei ausgeliefert. Die Arabische Exekutive hat in den letzten Tagen einen Aufruf veröffentlicht, der sich gegen den Verkauf von Boden von Arabern an Juden wendet und den Arabern die Gefahren vorstellt, die in den früheren Verkäufen arabischer Böden an Juden gelegen seien. Von den Arabern selbst hänge « ab, durch Einstellung der Bodenverkäufe an Juden die Verwirk'ichung des Zionismus unmöglich zu machen. (Ziko.) Das Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem erhielt von Stefan Zweig׳ eine Botschaft, worin der Dichter schreibt, daß er dem Fortschritt des Werkes des Keren Kajemeth und dem wachsenden Ausmaß seiner Tätigkeit eine besondere Bedeutung zumißt. Der Keren Kajemeih, sagt er, schafft das Modell eines planmäßigen sozialen Aufbaus, in dem Gerechtigkrit in Uebereinstimmung mit den Prinzipien des Judentums gewährleistet ist; daher ist es Pflicht eines jeden Juden, das?roße Werk des Keren Kajemeth in jeder Richtung zu unterstützen. im palästinensischen Gesellschaftsregister wurde neu eingetragen ״The Farmers’ Bank Ltd.“, eine Gesellschaft mit einem Kapital von 10 000 Pfund zur Ausführung von Bankgeschäften. VVarburg Aber die neue Exekalive New York, 21. Februar. (J. T. A.) Zum Abschluß des 50 000 Dollar-Drives der Hadassah zugunsten des medizinischen werkes in Palä:tina fand in New York ein Fest-Frühstück statt, bei welchem Felix M. Warburg, Frau Felix M. Warburg, Rebecca Kohut, Irma Lindheim, Frau David de Sola Pool, Rabbi Abba Hillel Silver und Rev. Dr. Jahn Haynes Holmes Ansprachen hielten. Herr Felix M. warburg, Vorsitzender des Administrative Committee der Jewish Agency, führte aus: Wir von der Jewish Agency machen keinen Versuch, Palästina von außen zu regieren, sondern wir werden uns in unseren Aktionen von den wünschen der Menschen, die selbst in 1 alästina leben, leiten lassen. Vom 1. Oktober d. J. ab werden wir, so hoffen wir, die Intensität unserer Arbeit erhöhen, indem wir an Stelle der jetzt bestehenden vielfachen Exekutiv- SKilen eine Exekutive aus acht fähigen Führern setzen, die nicht nur die Arbeit tun, sondern die es auch verstehen werden, die für das Weiterkommen unserer Sache notwendige Sympathie sowie das notwendige Verständnis zu erwerben. Der Preußische Verbands tag Infolge unvorhergesehener Inanspruchnahme des Sitzungssaaies im ehemaligen Herrenhause durch den Preußischen «aatsrat ist eine Verlegung des Verbandstages dcs Preußischen Landesverbandes jüdischer gemeinden notwendig geworden. Dieser findet nunmehr ™ Sonntag, dem 30., und Montag, dem 31. März J-, in Berlin, Leipziger Str. 3, statt. Zuhörerkarten können « beschränkter Zahl vom Büro des Landesverbandes, Char- 'Ottenburg 2. Kantstr. 158, angefordert werden. Vor einiger Zeit wurde in diesen Blättern ausgeführt, daß es in Deutschland, obwohl der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung kaum 1 .«0׳ beträgt, neben der politischen, moralischen und kulturellen Judenfrage auch eine Wirtschaftliehe Judenfrage gibt Diese besteht nicht nur darin, daß es jetzt weiten Schichten der jüdischen Bevölkerung infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise . schlecht geht, sondern darin, daß die allgemeine Wirtschaftsnot, auf die Juden bezogen, eine spezifisch jüdische Note hat. Diese besteht darin, daß die Juden anormal geschichtet sind und daß überdies ein gegen die Juden gerichteter wirtschaftlicher Antagonismus die Situation der Jude# verschärft. Wir haben bei der Frage, was man gegen die Judennot in allen ihren Erscheinungsformen in Deutschland, wenn auch nicht mit Aussicht auf vollständigen Erfolg, so doch zur Linderung dieser Not unternehmen kann, hervorgehoben, daß der einzig verläßliche Faktor bei derartigen Bemühungen Selbsthilfe ist. Nach unserer Ueberzeugung bildet die Jüdische Gemeinschaft in Deutschland eine nicht nur durch ihr religiöses Bekenntnis unterscheidbare Gruppe sondern stellt ein Kollektiv dar, dessen Bedürfnisse ausschließlieh, wie in religiösen Fragen, vorwiegend, wie in Erziehungsfragen und bei manchen sozialen Anomalien (Berufsschichtung), und zusätzlich, wie in WobUahrtsangelegenheiten, nur durch die Juden selbst zu befriedigen sind. Diese Ueberzeugung ließ uns immer die Forderung aufstellen, daß die bestehenden jüdischen Religionsgemeinden in Volksgemeinden umgewandelt werden müssen, wobei klar zu verstehen ist, daß wir unter Volksgeraeinde in Deutschland nicht etwa die öffentlich-rechtliche Körperschaft einer nationalen Minderheit verstehen. Einer derartigen Volksgeraeinde haben nun nach unserer Auffassung Aufgaben zu obliegen, die weit über den ausgehen. In der Praxis ist es nun tatsächlich so, daß alle jüdischen Religionsgemeinden in Deutschland, einerlei welche jüdische politische Richtung vorherrschend ist, sieh nicht auf rein religiöse Tätigkeit beschränken, sondern Gebiete des jüdischen Lebens in ihren Arbeitsbezirk eiribeziehen, die in das Kulturelle und Soziale hinübergreifen. Die Entwicklung der letzten Zeit hat es, wie wir glauben, zwangsläufig mit sich gebracht, daß sich die Lage der Juden objektiv verschlechtert hat. Dazu kommt das Anwachsen des politischen,' gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Antisemitismus besonders durch den Aufstieg der nationalsozialistisehen Arbeiterpartei. Wenn man auch mit Befriedigung konstarieren muß, daß Reichsregierung und Preußische Staatsregierung es nicht an durchaus korrektem Verhalten gegenüber dem jüdischen Bevölkerungsteil in Reich und Preußen fehlen lassen, so ist doch andererseits festzustellen, daß in einzelnen Staaten des Deutschen Reiches die Verhältnisse anders liegen und daß ein großer Teil der nichtjüdischen Gesellschaft den Juden gegenüber ein Verhalten betätigt, das der Stellung von Reichsregierung und Preußischen Staatsregierung strikt zuwiderläuft. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß sich die allgemeine Lage der Juden in Deutschland in jeder Hinsicht verschlechtert hat und daß, soweit menschliche Voraussicht reicht, die Entwicklungstendenzen nicht in der Richtung einer Entspannung der fatalen jüdischen Situation in Deutschland gehen. Dieser Zustand zwingt nun alle Juden Deutschlands, mit erhöhter Aufmerksamkeit die Lage zu überprüfen und die Entwicklungstendenzen zu beobachten. Demgemäß sind wir Zionisten uns auch unserer in diesem Momente verstärkten Pflicht bewußt, von unserem Standpunkte aus nicht nur eine Analyse der bestehenden Verhältnisse vorzunehmen, sondern auch gemeinsam mit allen anderen Juden in Deutschland uns in eine Front zu stellen, damit das, was von jüdischer Seite zur Klärung und Linderung der jüdisehen Notlage in Deutschland geschehen kann, in gemeinsamer Arbeit mit allen anderen jüdischen Richtungen unternommen werde. Unserer ganzen Einstellung zur Judenfrage nach ist es klar, daß uns neben dem Problem der Abwehr antijüdischer Angriffe die Frage konstruktiver Selbsthilfe von entscheidender Bedeutung erscheint. Stärkung des jüdischen Selbstbewußtscins, Schaffung einer ihrer Verantwortung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft bewußten jüdischen Meinung und schließlich werktätige Aufbauarbeit mit eigenen Kräften sind unseres Ermessens unbedingt notwendige Voraussetzungen und Korrelate jener Bemühungen, die man zusammengefaßt Abwehrarbeit nennt. In Beratungen zionistischer Gremien ist in der letzten Zeit die Frage der Abwehrarbeit gegenüber dem Antisemirismus und der Aufbauarbeit zum Zwecke der Linderung der wirtschaftlichen Notlage weiter jüdischer Schichten in Deutschland behandelt worden. Hierbei kam einmütig die Auffassung zum Ausdruck, daß es sich um ein Arbeitsgebiet handelt, das, weil es die gesamte jüdische Gemeinschaft betrifft, von der Gesamtheit selbst am zweckmäßigsten betreut werden kann. So verdienstvoll Aktionen einzelner Verbände auch sein mögen, wiewohl die bisherigen Erfolge *die geübten Methoden in keiner Weise als entsprechend erscheinen lassen, so ist es auf die Dauer nicht zu verstehen, daß in Angelegenheiten, die die Gesamtheit der Juden betreffen, Organisationen ein Monopol beanspruchen, das ihnen schon darum nicht zustehen kann, welLÄ-geiiniMingswiiw-ftstielegt-dsd uni mm- Mitwirkung weiter Schichten, die die vorgeschriebene Oesinnung nicht teilen, unmöglich machen. Abwehr- und. Aufbauarbeit sind für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland dermaßen wichtig, daß sie aus einer bestimmten Parteieinstellung herausgehoben und den Gesamtvertretungen der Judenheit in Deutschland übertragen werden müssen. Dadurch würde dieser Arbeit ein höheres Gewicht verliehen werden. Es mag vielleicht Aktionen geben, die vorteilhaft von Sonder• Organisationen zu erledigen sind. Die Stellung der Gesamtjudenheit in Staat, Gesellschaft und« Wirtschaft aber ist ein Problem, mit dem sich die anerkannten öffentlich-rechtlichen Körperschaften, welche alle Juden umschließen, zu bcschäf■ tigen haben. In diesem Zusammenhänge sei auf die Ideologie dieser Probleme nicht eingegangen. Als Zionisten haben wir be stimmte durch die Entwicklung immer wieder bestätigte Erkenntnisse betreffend den Komplex all dieser Erscheinungen. Von diesen Ansichten sind wir nicht gewillt und sehen uns auch nicht veranlaßt, irgendwelche Abstriche zu machen. In der gegenwärtigen Situation handelt es sich aber um praktische Aufgaben. Und darum sind wir bereit, auch auf diesem Gebiete Innerhalb der bestehenden Organisationen (Gemeinden, Landesverbände und provisorischer Reichsverband) mit all unseren Kräften rnitzuturi. Die Sache der jüdischen Selbsthilfe in diesem Augenblick erscheint uns so wichtig, daß sie weit von der Parteien Gunst und Haß aufgeboten werden muß im Interesse der jüdischen Gesamtheit. Weder anderen zum Nachteil noch uns zum Vorteil soll diese akute Notwendigkeit erkannt und ihr entsprechend von den Ge:samtorganisationen der Judenheit alles Zweckdienliche unternommen werden, s. n. Palästinensische Kulturpolitik Von Gerda Arlosoroff-Goldberg. Tel-Awiw, den 13. Februar 1930. Das palästinensische Schulwerk in seinen verschiedenen Teilen ist ein komplizierteres Gebilde, als im allgemeinen bcdacht wird. In zionistischen Kreisen hat man unter dem Begriff der palästinensischen Schulen in der Regel jene mit hebräischer Unterrichtssprache verstanden. Was außerhalb dieses Kreises lag, verschwamm im Nebel. Ueber den Standard, die Ausbrei־ tung und Entwicklung des arabischen Schulwesens ist in unseren Kreisen wenig bekannt. Und auf arabischer Seite ist die Un- Kenntnis über das jüdische Erziehungswesen und das Interesse daran ebenfalls gering. Wir haben im Lande zwei in sich abgeschlossene Erziehungssysteme (oder eigentlich drei). Zuerst das jüdische, das im Laufe von Jahrzehnten durch die zionistischen Einwanderer mit dem klaren Programm einer Renaissance des Juden tu ms geschaffen wurde und das sich heute vom Kindergarten an lückenlos bis zur Universität aufbaut. Es ist qualitativ den anderen Systemen voraus und kommt ihnen quantitativ fast gleich. Die administrative und pädagogische Autonomie dieses Schulnetzes hat ihm eine eigene Entwicklung ermöglicht, wie sie den Bedürfnissen der Einwanderung entsprach und hat es zugleich von der allgemeinen Schulpolitik des Landes abgeschlossen. Die Regierung begnügt sich mit einem bestimmten finanziellen Zuschuß und einer auf gewisse Grenzen beschränkten Budgetkontrolle. Das arabische Erziehungswesen zerfällt in zwei Teile: Die Schulen der Regierung bilden die größere und bedeutende Gruppe. Sie haben sich in der Zeit der englischen Verwaltung sehr ver• mehrt, wie man es aus den jährlichen Berichten der Regierung an die Mandatskommission ersehen kann. Besonders ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der dörflichen Elementarschulen gewachsen; dennoch ist das Analphabetentum noch außerordentlich weit verbreitet und es ist unzweifelhaft, daß ein rascherer Fortschritt des arabischen Volksbildungswesens nötig und möglich ist. Eine Anzahl von städtischen Anstalten sind der Mittelschulausbildung gewidmet und auch für Lehrerausbildüng ist in gewissem Maße gesorgt Neben diesen Regierungs־ schulen steht die Menge der Mi s sio n s a n s t a 11 e n , die je nach der Färbung und Tendenz ihrer Gründer verschiedenen Charakter tragen. Obwohl diese Missionsanstalten als Landesinstitute geschaffen sind und Juden und Arabern in gleicher Weise offenstellen, ist die überwältigende Mehrheit der Schüler arabisch. Es werden naturgemäß alle Anstrengungen gemacht, alle lernfähigen Kinder der Juden in jüdischen Anstalten zu akkomodieren und so gelangen nur unter besonderen Notständen jüdische Kinder in Missionsanstalten. Für die Araber bedeuten die Missionsschulen dagegen eine wichtige Ergänzung der Regierungsanstalten und in vielen Fällen einen Weg zu den Anfängen westlicher Bildung und europäischer Sprachen. Daß die Bildungsarbeit der Mission im ״Heiligen Lande“ noch weit umfassender und reichhaltiger ist als auch sonst schon im Nahen Osten, braucht kaum der Erwähnung.