Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1930)
- Date
- 1930-02-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 0,35 Qoldmatk JÜDISCHE RUNDSCHAU Eracheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark werden m dkw Wihxunu der fttar#1n«a iJnder!־*«rechnet An/eif*pnr*rein: H ecurp Nonp»rein«r«ile 0,50 O -M, Stellengesuche 0,?.c G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: lüdische Rundschau G.m-b.H-, BerlinWlS, Meinekestr-10 Telephon: J 1 Bismarck 7165 -70. Brfwel 394 33, Budip»« 596 93, Danxi* 1993. Hu* 140 470. Pr•! 59410, Strusbur* 164 30, War»chau!90 70«, Wien 156 0m Buk Konten! Darautldter und Nationatbani, Depotiten Kaan Berlin, KurKirmondamm 52! Bant• de Eat, Oraauti (Rumänien); Angl״ Paleatina Co• in Hai!*,!«ruRalera, Te! Aviv. Nummer 14 | Berlin, 18. 11. 1930 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ׳ שבס׳ חר״צ | xxxv. Jahre- Der Zionismus eratreot fQr das jüolscha Volk die Sosiafiung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Proatawm^ ln aller Kürze Die Sitzung des zionistischen Aktions -Co mites Ist für den 16, März nach London einberufen worden. Am 23. März beginnt bekanntlich die Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency. Der arabische ״El Karmel" (Haifa) will erfaßten haben, daß demnächst eine Kommission des Londoner Kolonialamtes in Palästina die Reorganisation der Verwaltung in einem äiinIHien Sinne durchführen vsird, wir es hin riehtfiel! der Palärt na'io'Pei durch den Cevloner Po'ivei-itispckior Dowbicgin geschieht. .Das Jerusalemer Kreisgericht hat am 13. Febriler die Juden Benzion Kahn. Abraham Goldstern,;‘Abadiah Jedidjab und David Jecbeskiel, die beschuldigt waren, am 1. September 1020 in Jerusalem einen Araber ermordet zu haben, freigesnrochen. Die Arabische Exekutive hat den Termin für die Abreise der arabischen Delegation nach London endgültig für den 20. .Februar festgesetzt. Arabische Räuber ■,׳ersuchten am 13. Februar nach Mitternacht in der jüdischen Kolonie Beth Alpha Vieh zu rauben. Die indischen Wächter eröifnefen das Feuer, worau•' die Räuber die Huefif ergriffen. ln den Distrikten Jerusalem. Beer Seheba, Oc.za. Rami ו!׳ und NaMu« sind H e 11? c h r e r k e n s c h w ä r m e •tufge'aucht. Fs wurden Maßnahmen getroffen, die Schwärme zu vertilgen. Die Palästina-Presse teilt mit, daß zur kommenden Peßarh- *ei! Wcizmann und Felix Warhurg nach Palästina kommen werden. fn Kisrhinew veranstalteten rumänische Studenten, hauot• 5־htic.h Tbeoiogie-Se>nina־uVen, einen lieber fa’l auf das von Juden■hrsu*h+e Kaffeehaus ״Venezia", verp־ü:•-!:ei־ die Gäste und demolierten die Fin,irh'ung. Im Anschluß rlt-an zerstörten die Studenten auch einige jüdische Läden. Di" Polizei verhaftete mehrere Exredenten, Da auch in Bukarest Ocrüthte von genlan'en anti- Semitischer; S'udenfen-Fxzessen aoffau'hten, sah si״h die Poltzeiverwaltung gezwungen, iti den indische־• Straßen vor• stärkte Schutzmaßnahmen zu ergreifen. I ■ . iMt Ilcltmlilläs« 4er PalfcB1a־l€ilfr»111fl Auf eine Anfrage des jüdischen Parlamentsmitglieds Marcus teilte der Unfersfnatssekrctär für die Kolonien Dr. Shiels im Unterhaus« 'mit: Die Einnahmen• der P3lästit13-R<״׳Wun,״ für die Zeit vom 1. April 1026 bis 3t. Dezember 1623 betrugen £ 2.260 702: die Ausgaben in der gleichen Periode betrugen £ 2.1:27.503. Dr, Shiels gab die folgende Liste der Budgetjahre 1020 bis 1020: Einnahmen Ausgaben 1.7. 16201t. 3. 1021 £ 1.136.051 € 1.250,587, 1022' 1י10 2.371,531 ״ .1.020,341 ״ 1023';׳102 1.800,831 ״ ,. 1.884.280. 1024׳ 1023 1.675.788 ״ .1.675.105 ״ 1021 '1025 2.154,016 ״ .1.852,035 ״ 1026׳ 1025 _ 2.809324 .2.002.647 ״ 1026 1027 365'2.451 ״ 2.193 508. 1 1. 31.12.1027 1,730,380 ״ ,1.044.307 ״!028 317 2.584 ״ ,3.381.003 ״ 1020 2,200,702 ״ .2.187.505 ״ ״Jewsekutfa״ wir# anlgelQsl? Moskau, 13■ Februar. (|. T- A.1 Aus sicherer Que'ie wird dem Korrespondenten der J.T.A. mitgeteilt, daß das Zentral- Komitee der Kommunistischen Partei Rußlands in einer soeben abuehalfenen Sitzung den Beschluß gefaßt hat, die ״lewsek.-ija“ (jüdische Sektionen der Kommunistischen Partei) auf zulösen und die Führung der Parteiarbeit innerhalb der }üdischen BevSik׳■run« Rußlands BevolimSchtlgten des Zentralkomitees anzuvertrauen. Diese Instrukteure des Zentralkomitees der Kommunistischen Parte! werden sich — m lautet der Be-cbluß weiter — ln keiner Welse in die Arbeit der Regicrunnsorgane ln der jüdischen Sphäre einmischen, sond״rn sie werden einzig und allein die Instruktionen des kommunisti eben Zentralkomitees befolgen, ohne etwas mit den Verordnungen und Gesetzen des Zentralexekutivkomlfees oder des V..4k•׳’־r.mmissarenrates der Regierung der Sowjetunion zu tun zu haben. — Wie der JTA.-Korrespondent weiter erfährt, ht der Be־chluß, die ״Jewsekzija“ aufzuißsen, In Verfolg der ges enwirt!« in der Durchführung begriffenen allgemeinen Re- Organisation des kommunistischen Parteiapparates in der Sowfcfun'nn gefaßt worden und wird fn der offiziellen kommonistischen Presse amtlich nicht publiziert werden. (Es bleibt ab zu warten, ob die Auflösung der ״Jewsekzija“ den auf große Teile der jüdischen Bevölkerung Rußlands lastenden fürchterlichen Druck mildem wird. Die ,Jewsekzija“ hat ihren ganzen Einfluß für die vollkommene Ausschaltung der jüdischen ״Deklassierten" (ehemalige Kaufleute und Angehörige intelligenter Berufe) aus dem wirtschaftlichen Leben der Sowjetunion'wirksam werden lassen und hat sich dadurch im Gegensatz zu der offiziellen Politik der Regierung der Sowjetunion gegenüber der jüdischen Bevölkerung gestellt. Politik und Beschlüsse der ״iewsekzija“, die auf die Vernichtung großer jüdischer ßevölkerung.deile in Rußland gerichtet waren; wurden in der letzten Zeit durch Beschlüsse der maßgebenden Rcgicrunnsorgane, die darauf gerichtet waren, auch den jüdischen Deklassierten irgendeine Existenzmöglichkeit zu geben, desavouiert. Es bleibt ferner abzuwarten, ob nach der Auflösung der ״Jewsekzija“ der von dieser Körperschaft geführte Vernichtung«leid.׳!!י• gegen!üdrehe Religion, hebräische Sprache und Zionismus in Rußland aufhören oder wenigstens eine Milderung erfahren wird.) echt und Duldung Zum Einwanderungsgesetz in Südafrika In Südafrika leben ungefähr 2 Millionen Weiße und s.hätzungsweise 61/3 Millionen eingeborene Neger. Das Haupt- Problem der südafrikanischen Politik besteht darin, die Vorherrschaft der Weißen zu sichern. Ob das gerecht ist, steht hier nicht zur Debatte. Sicher ist, daß sowohl die Nationalisten (hauptsächlich Buren holländischer Abstammung) unter Führung von General H e r t z o g wie auch die südafrikanische Partei unter Führung des Generals Smuts und die Arbeiter- Partei am Prinzip der Vorherrschaft der Weißen festhalten. Demgemäß sollte es allen Parteien erwünscht sein, wenn weiße Elemente ins Land einwandern. Trotzdem hat die gegenwärtige nationa': ■;sehe Regierung des Generals Hertzog dem Pariainent ein Einwanderungsgesetz vorgeschlagen, welches sich gegen die Einwanderung aus Palästina, Polen, Litauen, Ru- [minien, Lettland und Rußland, d. h. gegen die Einwanderung von Juden richtet. Dieses Gesetz ist vom Parlament mit großer Mehrheit angenommen worden und die Einwandcrungsquotc ist für jedes der genannten Länder mit 50 Personen int Jahre festgesetzt. Was das zu bedeuten hat, erhellt aus der Tatsache, daß im Vorjahre aus Litauen allein 1400 Juden nach Südafrika kamen. Nun wird es anders werden, und die beschränkten Auswandeningsmög'ichkeifen für die Juden Osteuropas, die in ihren Heimatländern nicht leben und nicht sterben können, sind durch das südafrikanische Gesetz noch wesentlich vermindert worden. Es gibt also auch in Südafrika, wo die Zahl der Juden im Verhältnis zu den Weißen 3>;, ס/״ ausmacht, eine Judenfrage, die so intensiv empfunden wird, daß selbst schwere Rassenkämpfe gegen die farbige Bevölkerung diesen Gegensatz gegen die Juden nicht zu verdrängen vermochten. Und dabei pflegten sich sonst sowohl General Hertzog, wie auch die führenden Politiker der südafrikanischen Partei, von denen eine große Zahl für das Einwaudcnmgsgegetz gestimmt haben,_ jn Liebenswürdigkeiten gegenüber den Juden in Südafriki" zu überbicten. Diese Paliliker sind theoretisch und prinzipiell Judenfreunde und kämpfen für die Verstärkung der weißen Rasse in Südafrika — aber die Juden ins!.and lassen, das wollen sie doch nicht. Diese Bill des südafrikanischen Parlaments ist sehr lehrreich, ps genügt nicht, sich des Wohlwollens oder der Duldung hi versichern, wenn man die Absicht hat, in einem Lande eine neue Heimat zu suchen. Eine bloß auf Duldung sich stützende Emigration läuft Gefahr, bei der erstbesten Gelegenheit beschränkt oder verboten zu werden. Man muß ein Recht auf Einwanderung besitzen. Freilich ist in der Praxis auch dieses sehr oft kein Heilmittel, aber immerhin ist es eine Voraussetzung, um die man sonst anderwärts erst kämpfen muß. Der Gedanke an Palästina Ist naheliegend. Dorthin haben die Juden sogar nach der Interpretation des von manchen Zionisten bekämpften Churchillschcn Weißbuches das Recht, einzuwandern. Darin liegt der prinzipielle Unterschied der jüdischen Einwanderung nach Palästina gegenüber allen andern jüdischen Wanderungsmöglichkeiten. In welchem Maße dieses Einwanderungsrecht ausgenützt zu werden vermag, inwiefern hierzu eine Vorbereitung durch Einströmen jüdischen Kapitals notwendig ist, gehört auf ein anderes Kapitel. Noch eine zweite Lehre birgt die südafrikanische Bill in sich. Der Haupteinwand in der Debatte gegen die Einwanderung von Juden aus Osteuropa war, daß diese Juden nicht als ״produktiv“ zu bezeichnen sind. Mit andern Worten, wenn die Juden Aussicht auf Zulassung in ein Land haben wollen, so müssen sie eine Hachschara durchmachen. Recht auf Einwanderung, Vorbereitung für die Einwanderung — sind das nicht zionistische Grundsätze, deren Richtigkeit durch die Entwicklung immer wieder erhärtet wird? s• ״• * Nachstehend der Bericht über die Annahme der Bill. Das Parlament der südafrikanischen Staaten-Uuion hat nach einer längeren Debatte das vom Innenminister Dr. D. F. Malan eingebrachte Einwanderungs-Einschränkungsgesetz, von dem besonders die Länder mit starker jüdischer Auswanderung betroffen werden, mit überwältigender Mehrheit angenommen. . , _ , ״ . Die meisten der Parlamentarier, die in der Debatte das Wort ergriffen, brachten zum Ausdruck, daß das Gesetz sich nicht gegen die Gemeinschaft der Juden richtet, sondern nur gegen gewisse Länder, wobei sie aber Zugaben, daß die Juden die Hauptmasse der Einwanderer aus jenen Ländern bilden, deren Auswanderer nun von Südafrika möglichst fern gehalten werden sollen. Die Debatte nahm den folgenden Verlauf: Der Innenminister Dr. D. F. Malan führte zur Begründung des Gesetzentwurfes aus, der zunehmende Strom der Fremdeneinwanderang nach Südafrika, der sich hauptsächlich aus Litauen, Polen, Lettland und Rußland ergießt, sei für Südafrika unprodukfiv; da nun die größten Länder der Welt ihre Tore neuen Einwanderern verschlossen haben, besteht für Südafrika die Gefahr, daß es ein Aufnahme-Reservoir für unerwünschte Elemente werdet! wird. Der Innenminister erläuterte im *inzelnen den Gesetzentwurf, der vorsieht, daß von jetzt ab at*. Litauen, Polen, Lettland, Rußland und Palästina jährlich nicht mehr als je 50 Personen nach Südafrika einwandern dürfen, wobei der Minister erwähnte, daß die britische Bevölkerung Südafrikas in den vergangenen sechs Jahren einen Verlust von 1850 Köpfen erlitten habe, während der Zuwachs an Fremden 14 577 Köpfe betrage. Auch aus Palästina wandern jährlich etwa 100 Personen in Süd- Dr. Malan führte weiter aus, daß im Lande Beunruhigung herrsche über den abnehmenden Strom nordischer Einwanderung, und die zunehmende Einwanderung aus Osteuropa. Die Quote von 50 Einwanderern jährlich, die den erwähnten Ländern zugeteilt ist, bezieht sich auf die in dem betreffenden Lande Geborenen. Die Bill sieht eine Ein- Wanderung von 1000 Personen aus der Gesamtheit der der Beschränkung unterworfenen Länder vor, die über die Quote hinaus einwandern dürfen, sofern es sich um erwünschte Eiemente handelt. Der Minister richtete an die Judenschaft die Aufforderung, nicht weiter das Gesetz zu bekämpfen, um eine Feindseligkeit der Bevölkerung gegen die Juden, die in anderen Teilen der Weit zu katastrophalen Resultaten geführt haben, hier in Südafrika nicht aulkommen zu lassen. Emil Ludwig über Paläsiin&fragen ״Die Ausnahme unter den Ländern“. In der ״Voss. Ztg.“ vom 15. und 16. d. M. veröffentlicht E m i i Ludwig, der kürzlich von einer Orientreise zurückgekehrt ist (über seinen Aufenthalt in Palästina, wo er auch eine Vorlesung hielt, haben wir berichtet), zwei sehr bemerkenswerte Artikel über die Palästina-Probleme. In dem ersten Artikel würd'gt er den jüdischen Anspruch auf das Nationalheim. Er schreibt u. a.: . Dieses Land ist vielleicht der einzige Punkt der Erde, wo das Gesetz der Zahlen weder als Jahresnoch als Einv;Hm erzähl gelten darf, es ist das internationale Land par excellence.... Palästina ist vor allem eine moralische Angelegenheit, und deshalb steht es unter dem moralischen Schutz der Welt. Wo drei.Reügionen sich treffen, die einen großen Teil der Menschheit umfassen, endet die primitive Form des Rechnens und die noch primitivere der Gewalt. Nachdem dieser Grundgedanke bei Gründung des Völkerbundes von 52 Staaten anerkanrst und garantiert worden ist, sollte er nie wieder zur Debatte stehen.... Von den 15 Millionen der gegenwärtig lebenden Juden wohnt nur 1 v. H. in Palästina. ... Und doch liegt hier die Lösung der Frage: eben weil unter allen Völkern der Erde die Juden allein heimatlos sind, sich aber als eine Art von Nomaden in allen Ländern hervorgetan haben, weil die Kraft dieser 15 .Millionen, ohne Zentrum, ohne Regierung, ohne Waffen überall fühlbar ist und darum Eifersucht und Haß erzeugt hat; weil eine Kultur sie Zusammenhalt, die ins Christentum mündei, und darum eine halbe Milliarde Menschen tiefer angi.ht, als alle Schätze der arabischen Weisheit, hat man in dieser Zeit der neuen Völkerwanderungen beschlossen, diesem merkwürdigen Volke eine Art von Zentrum zurückzugeben, | das e. einst verlor. Daß es gerade die Engländer waren, diese mulcinen Römer, die die Gewalttat ihrer antiken Vorgänger 1 nach einem ungeheueren Zeitablauf wieder gut machen und auf einer höheren Stufe den Juden zurückgeben wollen, was man ihnen damals nahm, das setzt die Entwicklung vollends in eine historisch und symbolisch großartige Beleuchtung.“ Emil Ludwig schildert die Widerstände der Araber gegen die jüdische Kolonisation und meint: ״Wenn es sich hier um das fruchtbarste Stück arabischer Erde handelte, wenn wirklich Milch und Honig hier flössen, so könnte man den arabischen Widerstand eher begreifen; hier fließt aber nicht einmal Wasser, ein hartes, steiniges Land kann nur mit größter Mühe, Kunst und Kosten aufgeschlossen werden, und eben das haben die Araber jahrhundertelang vernachlässigt. Mit Geld und Energie haben die Juden in einem Jahrzehnt hier mehr geleistet, als Türken und Araber seit so langer Zeit.“ Nach einer eindrucksvollen Darstellung der jüdischen kolonisatorischen Leistung heißt es weiter: ״Es ist leicht begreiflich, daß die Araber grollend Zusehen, wie es ein anderer auf ihrem Boden besser macht! Das Individuum und vollends eine Gemeinschaft verliert die Logik, wenn sie sich überflügelt fühlen und auch der vermögende Araber, der jetzt auf klassischen Autostraßen bergauf und bergab durchs Land fährt, will es nicht wahr haben, daß beinahe alles Geld, das dieses Land in einem Jahrzehnt ruckweise emporgehoben hat, von Juden stammt, die weit überm Meere die Augen nach dieser Küste richten und nur aus moralischen Gründen, aus Gefühlen für eine alte, längst vergessene, fast plötzlich wieder emportauchende Heimat, ein Stück ihres Einkommens oder ihres Erbes hierher senden. ... Die Juden enteignen uns! ruft er aus, und so hallt es seit Jahren durch die arabische Presse. Aber der Fellache wird nicht von den Juden, sondern von seinem arabischen Herrn enteignet, dem wieder der Fellache zum Instrument dient, um gegen die Juden zu wüten.., In dem zweiten Artikel kommt Ludwig auf die August-Unruhen und ihre Ursachen zu sprechen- Vergeblich habe er sich bemüht, den Mufti in einem Gespräch zu einem