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Jüdische Rundschau · 1930-01-31 · Heft 9 (31.1.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 9 (31.1.1930)
Date
1930-01-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzelnummer 0JZ5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljihrlich 5,75 Goldmark. AüftUnd&abonnesMat» w0rdea ba der Wihrunfi dm wiHalim Linder berechnet Ajw«ip»t1prei«f* 8 ttr*p. NotjpÄreiUereil* 0*50 C-M. Stdftjntjrtsmich• 0.25 G.-M. Nummer 9 | Berlin, 31.1.1930 Redaktion Verlag und Anzeigen - Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H-, BerlinWlS, Meinekeatr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. AmdgeucUuB: Di.n.t»* und Ff.it»* n.cbmiu•*• 4 Ult RedaktionssdhluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. F«»1s check - Konten: Berlin 17392. Ba««i V 9355, Belgnd 68032 Brüaaal 394 33. Badepe« 596 93, D«**lf 1973-, H•** 140 470, Prt* 5941* StrHMburi 164 30, Wursduiu 190 768, Wies 156 030. Bank Kosten: Dtnnetidter usd Netiooelbesk, DepoMien K*s«« Berlin. KurKirstendemta 52; Bene« de Est, Cemetjti (Rnminien); Angle Peleetiae Ce i» Helfe, lenieelent, Tel - Aviv. -* ב, שבט* תר״צ | xxxv. jahrg. Per Zlonfmu• erstrebt «Or das Jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ Einstein an die Die englische Ausgabe der der Arabischen Exekutive nahe• stehenden Zeitung ״Falastln“ veröffentlicht am 28. d. M., einem JTA.-Telegramm xufolge, einen Brief Einsteins an die Redaktlon. Der Brief hat folgenden Wortlaut: Sehr geehrte Redaktion! Meine Aufmerksamkeit wurde auf einen Artikel ״Relativität und Propaganda“ gelenkt, den Sie in Ihrer englischen Ausgabe vom 19. Oktober veröffentlicht haben. Ich will davon absehen, daß Sie in diesem Artikel neben manchem Schmeichelhaften auch manches Unschmeichelhafte über mich sagen, und ich will auch Ihre verletzenden Bemerkungen über den Charakter des jüdischen Volkes nicht zu schwer nehmen. Leider ist es ja eine Gewohnheit streitender Völker geworden, das andere Volk ungebührlich herabzusetzen. Auf das Vergangene will ich hier nicht cingehen. U as ich darüber zu sagen habe, habe ich in meinem Brief an den ״Manchester Guardian“ gesagt, mit dem Sie sich in Ihrem Artikel beschäftigen. Aber Ihr ßrlikel gibt mir Anlaß, ein paar W orte über die Zukunft zu sagen, wie ich sic sehe. Sie bezweifeln meine Worte, daß die Juden mit der arabischen Bevölkerung Palästinas nur freundliche Beziehungen zu haben wünschen. Wer wie ich seil Jahrzehnten die Ueberzeugung vertritt, daß die zukünftige Menschheit auf einer innigen Gemeinschaft der Nationen auf gebaut sein muß und daß dcraggressivcNationalis mus überwunden werden muß, der kann auch die Zukunft Palästinas nur in der Form einer f riedliehen Kooperation der beiden dort beheimateten Völker sehen. Darum hätte ich erwartet, daß das große arabische Volk die jüdische Notwendigkeit,, in dmfdten Heimat des Jßdent«n1& min Hflri» -t<:c4er atjffzuhwpn, fmsdr mßedifi,'und' '4§ß: ׳g^rfeimmn Das Kownoer Jüdische Klnderhatts abgebrannt Ein Kind tot, zwei lebensgefährlich verletzt Kowno, 28. Januar. (J.T. A.) In der Nacht zum 28. Jamiar brach In dem Kownoer Jüdischen Kinderbaus, der über die Grenzen Litauens hinaus in der gesamten jüdischen Welt populären WaisenerziehungsinstltuTon, ein Brand aus, der das Gebäude zu einem großen Teil vernichtete. Ein Kind fand dabei den Tod, zwei erhielten schwere Brandwunden, so daß bei ihnen Lebensgefahr besteht. Die übrigen Kinder konnten alle, ohne daß sie an ihrer Gesundheit Schaden genommen hätten, gerettet werden. Die obdachlos gewordenen Kinder wurden vorübergehend an verschiedenen Stellen untergebracht. Der entstandene Sachschaden ist groß. Die Verwaltung des Kinderhauses wandte sich an ausländische instltutionen, die das Kinderhaus fördern, um Hilfe. Der Hilfsverein der deutschen Juden, der schon bisher das Kinderhaus laufend unterstützt hatte, hat bereits auf telegraphischem Wege einen entsprechenden Betrag überwiesen. Auch vom Joint wurde Hilfe in Anspruch genommen. Das Kownoer Jüdische Kinderhaus wurde nach dem Kriege von Dr. Siegfried Lehmann gegründet. Ein Teil der Kinder wurde später nach Palästina gebracht, wo für sie das Kinderdorf ״Ben Schemen“ eingerichtet wurde. Revision des Todesurteils gegen llrpball Jerusalem, 26. Januar. (J.T. A.) Von dem AppellatiOnsgericht in Jerusalem unter Vorsitz des britischen Richters Corrie mit den Richtern Baker und Copeland als Belsitzem, wurde am Sonnabend, dem 25. Januar, in der Berufung«- Verhandlung das gegen den Jaffa er Juden Joseph U r p h a I i Im Herbst vorigen Jahres gefällte Todesurteil aufgehoben und der Prozeß an die Erste Instanz zwecks Einvernahme neuer Zeugen zurückverwiesen. (Das gegen Joseph Urphali ausgesprochene Todesurteil 13t das einzige gegen einen Juden in Palästina gefällte Todesurteil. Er ist beschuldigt, während der Augustunruhen einen Araber erschossen zu haben.) Die Römische Kirche kaalt weiter Boden Jerusalem, 29. Januar. (J.T.A.) Das Lateinische Patriarchat in Jerusalem verhandelt, wie hier verlautet, neuerdings um den Kauf eines palästinensischen Dorfes, Es handelt sich um ein Dorf in der Nähe von Dschenin, dessen Bodenareal ungefähr 5000 Dunam groß ist. (Das Lateinische Patriarchat, das in Palästina die Interessen des Vatikans vertritt, hat in der letzten Zeit kurz hintereinander drei Dörfer mit einem! Bodenareal von 30000 Dunam käuflich erworben.) Verhaftung Ben Avis in Jerusalem Nach seiner Rückkear aus Europa ist Ittamar Ben Avi, früherer Herausgeber der ״Doar Hajom“ und ״Palestine Weekly“ verhaftet worden, und zwar wegen des ״Offenen Briefes", den Ben Avi kurz nach den August-Unruhen in Palästina wegen des Verbotes des ״Doar Hajom“ an den High Commissioner gerichtet hatte. Ben Avi ist gegen Stellung einer Geldbürgschaft aus der Haft entlassen worden. (J.T. A.) arabische Well 1 Mittel und Wege qcfnnden werden, um eine, ausgedehnte jüdische Siedlung im Lande zu ermöglichen. Ich bin über- . zeugt, daß durch das liebevolle Interesse, das die Judenheit dem Um de Palästina zuwendet, die ganze Bevölkerang des Landes Nutzen ziehen kann, nicht nur in materieller Beziehung, sondern auch in kultureller und nationaler Beziehung, loh glaube, daß die arabische Wiedergehurt in dem ganzen großen Gebiet, das heute von Arabern bewohnt ist, durch die jüdischen Sympathien nur gewinnen kann. Ich würde wünschen, daß Mittel und Wege, gefunden werden, um sich in voller Freiheit und Offenheit über diese Möglichkeiten auszusprechen, denn ich glaube, daß die zwei großen semitischen Völker, die, jedes in seiner Art, zur Kultur der heutigen abendländi sehen Menschheit Unvergängliches beigetragen haben, eine große gemeinsame Zukunft haben können, und daß sic, statt in unfruchtbarer Feindseligkeit und gegenseitigem Mißtrauen einander gegenüberzustehen, sich gegenseitig in ihren nationalen und kulturellen Bestrebungen unterstützen und die Möglichkeit einer sympathievollen Koopcration suchen sollten. Ich betrachte es gerade als Aufgabe der politisch nicht aktiven Menschen, bei der Schaffung einer solchen Atmosphäre des Vertrauens mitzuwirken. Die traurigen Vorfälle vom vergangenen August werden von mir nicht nur darum bedauert, weil sich darin die menschliche Natur in ihren niedrigsten Ersckeinungsformen enthüllte, sondern auch darum, weil sie die beiden Völker entfremdet haben und für einige Zeit den Zugang zueinander erschweren, der trotzdem gefunden werden mviß. 1 Ich bin, sehr geehrter Herr, Ihr mu). [־ ., , : Alhert Ei ns lein, Arabische Aktionen Jerusalem, 27. Januar. (J. T. A.) Nachdem der Präsident der Palästinensisch-Arabiscnen Exekutive, Musa Kazim Pascha, ihr Sekretär Maghanan Elias Effendi Moghanan und der Vizepräsident Jacup Farudscbi ihre Aemter in der Exekutive nach Zurücknahme der Verzichterklärung wieder angetreten haben, hat jetzt die Arabische Exekutive eine neue Protestkundgebung gegen die Kollektivstrafen, die Presseunterdrückung und die Haussuchungen bei gewissen prominenten Arabern erlassen. In der Kundgebung■ wird die arabische Bevölkerung aufgefordert, selbständige Aktionen zu vermeiden und sich den Weisungen ihrer Führer zu fügen. Der Oberste Moslemische Rat bereitet die Entsendung einer Delegation in alle islamischen Länder vor, mit der Aufgabe, dort Hilfsgelder für die durch die palästinensischen Unruhen geschädigten Araber zu sammeln und für die palästinensisch-arabische Sache im Sinne des Obersten Moslemischen Rates Propaganda zu machen. Scheich Musafar, der sich gegenwärtig wegen ״seiner anti jüdischen Boy kottätigkeit in Gefangen- Schaft befindet, soll sich nach seiner Freilassung der Delegation anschließen. Auch Seheich Hassan, der vor der Shaw-Kommission von britischen Zeugen als Aufwiegler und Hetzer geschildert worden ist, und Scheich Faruki, der Autor der von der Regierung beschlagnahmten Flugschrift über die panarabisehen Bestrebungen, sollen der Delegation angehören. Das Schächiverbot in Bayern Der Bayerische Landtag hat am 29. d. M. den von der Regierang efngebrachten Gesetzentwurf über das Verbot des betäubungslosen Schlachtens in zweiter und dritter Lesung mit 65 Stimmen aller Fraktionen, einschließlich der Sozialdemokraten, gegen 42 Stimmen der Fraktion der Bayerischen Volks- Partei angenommen. Die Anregung, eine Ausnahme für die jüdieche rituelle Schächtung zu statuieren, wurde nicht berücksichtigt. Die Annahme des Gesetzes bedeutet demnach ein Verbot der Schächtung nach jüdischem Ritus in Bayern. Das Gesetz tritt am 1. Oktober 1930 in Kraft. Es wird mit Bestimmtheit angenommen, daß ein Appell an die .Reichsregierung und den Staatsgerichtshof ergehen wird. Der Rat des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, der Ständige Ausschuß der Tagung: und die Bayerische Rabbinerkonferenz haben in Nürnberg eine gemeinschaftliche Beratung abgehalten und zu dem gegen das Schächten gerichteten Beschluß des Verfassungsausschusses des Bayerischen Landtags Stellung genommen, ln der Resolution heißt es: Die berufenen Vertreter des bayerischen Judentums legen hiermit Verwahrung ein gegen die Herabsetzung ihres Bekenntnisses, die Beeinträchtigung der durch die Verfassung des Reiches und des Landes gewährleisteten religiösen Gewissensfreiheit und die dadurch begründete Verletzung der staatsbürgerlichen Rechte. Die jüdische Bekentitnisgemetnschaft erwartet, daß der Landtag eine Ausnahme von dem Betäubungszwang für das rituelle Schlachten zuläßt. Die Budgetkoni mission des polnischen Sejm hat alle Anträge des jüdischen Parlamcntsklubs betreflcnd Subventionierung der jüdischen religiösen und erzieherischen Einrichtungen durch den Staat abgelehnt Entwicklungen im deutschen Judentum Von Dr. Siegfried Kanowitz. L Es Ist unzweiffelhaft, daß die Einstellung des offiziellen deutschen Judentums zum Komplex ״Judentum“ außerordentliehe Wandlungen erfahren hat. Für das Vorkriegsjudenttim war Inhalt und Aufgabe seines Judeseins mit einigen gehr eindeutigen Formeln definiert: das Judentum ist eine Konfessionsgemeinschaft, der Jude ist ein treuer und vollwertiger Sohn des deutschen Volkes. Von seinen deutschen Mit* brüdem trennt ihn nichts, denn eine andere Konfession. Aber auch das sind Unterschiede, die im Schwinden begriffen sind. Immer mehr und mehr siegt eine allmenschliche Ethik; .es sei die Mission des Judentums, diese Entwicklung zu. beschleunigen und ein messianisches Reich herbeizuführen. . Das Judentum galt als ein individuelles Problem. Alle Lösungsversuche der Judenfrage waren an den Einzelnen und an sein Verhalten gebunden. Jeder deutsche Jude war davon durchdrungen, daß im Grande genommen der Antisemit(*- mus durch Wohlverhalten des einzelnen Juden, durch Betcuerung seiner Loyalität, durch Hinweis auf seine edlen Eigenschaften zu bannen sei. Antisemitismus galt lediglich als eine Folge von Verirrung und Verhetzung. Dieses ganze Begriffssystem beruhte auf den beiden hauptsächlichsten Triebkräften, von denen das jüdische Denken jener Zeit bestimmt wurde: dem Rationalismus und Opportunismus. Eine so durch und durch rationalistische und opportunistische Welt konnte naturgemäß zum Zionismus, dessen Triebkräfte durchaus entgegengesetzte waren, kein Verhältnis finden. Noch vor fünfzehn Jahren kommt man zu dem Resümee, daß ״das Palästinaideal eine Utopie, daß ein jüdisches autonomes Gemeinwesen innerlich eine logische und staatsrechtliche UnmfSglichkeit, äußerlicn eine Gründung darstellt, die weder die Türkei, noch die Großmächte je gestatten würden.“ Demgegenüber müssen die Aeußerungen des heutigen offiziellen Judentums als eine grundsätzliche Abkehr v©tj dieser Vofkriegsauffassung, erscheinen. Der Führer des Cen* tral-Vereins darf unangefochten bekennen: ״Die Emanzipation .4« Jtjget! ift «cts '#!ft Jude» uatetAufgahe '4M' ־##»' "gtrfls der ji'ff•*«4011 wagten.....'..' Es ist von uns als Vertragsteil •verlangt.Wörden: Aufgfbe «jer jüdischen Nation mit ihren Eigenheiten der volkllchen fipd־ der rechtlichen ' Zusammengehörigkeit; Umwandlung dieser Nation ln ein reines, religiöses Bekenntnis. Diese Zusicberungen sind gegeben worden und Grundlage geblieben.“ (Hollaender.) Dieses Bekenntnis wäre doch im Vorkriegs* Judentum als schlimmster Verrat empfunden worden. Früher hieß es doch, daß das Judentum niemals in seiner Geschichte irgend etwas anderes gewesen sei als eine Religionsgemein- Schaft. Jetzt wird unsere These, daß die Fassung der Juden als Religionsgemeinschaft eine Umbiegung unter dem Druck der Emanzipation war, voll und ganz übernommen. Jetzt sagt Ludwig Hollaender, daß in der Rechnung ״Judentum gleich Glaubensbekenntnis irgend etwas nicht stimmt.“ Noch bedeutsamer erscheinen die Wandlungen, die sich in der Haltung des deutschen Judentums zu den Fragen des Palästinaaufbaus vollzogen haben. Seine führenden Kreise erkennen heute die Verpflichtung an, an diesem Aufbauwirk mitzuarbeiten, und bei den Kämpfen um die Agency ist es deutlich geworden, daß die Entwicklung im Sinne des Palästinagedankens geht, daß das deutsche Judentum von moigen pro-palästinensisch sein wird. An dieser Entwicklung hat die junge Generation des nichtzionistischen deutschen Judentums einen sichtbaren Anteil genommen. Bei manchen Aeußertingen junger Nichtzionisten können nur noch gewiegte Kennet■ die Unterschiede zwischen zionistischer und niehtzionistfseher Auffassung herauslesen. Der Aufsatz von Hermann Gerson ״Deutschjüdisch — Neuformung der Idee“ ist vom ersten bis zum letzten Wort eine Desavouierung der offiziellen Ideologie des deutschen Vorkriegsjudentums, eine fast ungeminderte Uebernahme der zionistischen Terminologie. Die Fassung ״deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ wird von Gerson als nicht umfassend genug abgelehnt. Die Definition der Juden als Religionsgemeinschaft wird als *in ״Verfälschungsprodukt“ erkannt. Der Name Volk wird als‘ der relativ beste übernommen, der Begriff Glaubensgemeinschaft abgelehnt. Der jüdische Mensch wird in seine ganze Geschichte hineingestellt und datiert nicht erst seit der Emanzipaion. Der Weg zum Judentum geht hier nicht nur über das Bekenntnis zu einer Religion, an die man dort selbst kaum noch glaubt, sondern geht über das Lernen, über das Erarbeiten jüdischer Kulturschätze, deren Vorhandensein dieses Vorkriegsjudentum doch so hartnäckig leugnete, — und doch glaubt Gerson, mit allen diesen Anschauungen Nichtzionist sein zu können. Der Zionismus wird zwar als Anreger und Wegweiser dieser Ent- , Wicklung gewürdigt, aber in seiner heutigen Form abgelehnt, weil man die ״Galuththeorie“ des Zionismus nicht übernehmen will, in der dar Zionismus die These von der Unfruchtbarkeit des Galuth schlechthin aufstelle. ln ähnlichen Gedankengängen bewegt sich eine Rede, die Herr Otto Hirsch (Stuttgart) anläßlich einer Veranstaltung der jewish Agency in Berlin hielt und in der er zu formu- Heren versuchte, was die deutschen Nichtzionisten vom Zjonismus trennt. Herr Hirsch formulierte dort sehr klar: ״,Der Zionist sieht in Palästina seine jüdische und menschliche Hauptaufgabe, der Nichtzionist sieht in der Mitarbeit an Palästina eine seiner Aufgaben; eine wichtige und wertvolle, aber nicht die Aufgabe. Der Zionismus glaubt, daß Erez- Israel die Lösung der Judenfrage sei. Wir glauben, daß der Aufbau Palästinas einer (kr Wege air Erhaltung und Eat-

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