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Jüdische Rundschau · 1930-01-24 · Heft 7 (24.1.1930) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 7 (24.1.1930)
Date
1930-01-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 50 JUEDISCHE RUNDSCHAU Zeitschriftenschau ln der vorzüglichen amerikanisch-jüdischen Monats- Schrift ״The Menorah Journal“ veröffentlicht der bekannte englische sozialistische Schriftsteller Henry. N. Brailsford einen bemerkenswerten Aufsatz ״Großbritannien und das Palästinamanda t“. Der Der Verfasser, der seit langer Zeit ein begeisterter Freund des Zionismus ist, hat unmittelbar nach den Unruhen ln der von ihm redigierten sozialistischen Wochenschrift ״The New Leader“ einen scharfen Artikel gegen die englische Mandatsvervvaltung veröffentlicht, die er beschuldigt, die den Juden gegebenen Versprechungen!nicht loyal erfüllt zu haben. In dem nunmehr von ihm im ״Menorah Journal“ veröffentlichten Aufsatz analysiert er die jetzige Situation. Zunächst kritisiert er wieder sehr scharf die britische Administration, sodann untersucht er die in England in bezug auf Palästina herrschenden Stimmungen und stellt u. a. fest, daß ein Teil der Labour Party den Zionismus deshalb ablehnt, weil er darin einen Widerspruch zu dem Grundsatz der Selbstbestimmung der Völker erblickt. Wenn man, so schreibt Brailsford weiter, zunächst nur zum Zwecke der Beweisführung annimmt, daß die arabische Gegnerschaft nicht überwunden werden kann, dann ist für uns als ein liberales Volk die Situation sehr beunruhigend. Eine tüchtige Administration könnte!natürlich durch die Macht der Bajonette die Ordnung solange aufrecht erhalten, bis d 1 e J u d e n eine Majorität sind und man dem Lande Selbstverwaltung gebeiukönnte, ohne den Mandatszweck zu gefährden. Der Verlasser Berechnet jedoch, daß dies etwa 150 Jahre dauern würde, und er ist der Ansicht, daß nach Lage der Dinge das Mandat schwerlich länger als noch etwa 15 Jahre in dieser Form aufrecht erhalten werden kann. Es entsteht also die Frage: Können wir die Selbstverwaltung 150 Jall re lang aufschieben, oder aber können wir Bedingungen schaffen, unter welchen die arabische Majorität der Bevölkerung eine ansehnliche jüdische Siedlung dulden und sie gerecht behandeln wird? Man kann nicht annehmen, schreibt B., daß ein Volk lächelnd zusieht, wie ein anderes Volk sein Land besetzt, um dort die herrschende Mehrheit zu werden. Da man aber mit Gewalt die Araber höchstens 20 oder 30 Jahre niederhalten kann, so stellt der Autor den Vorschlag zur Diskussion, eine Zahlengrenze für die jiniisehe Immigration festzusetzen. Dies könnte freitkh nur aut Initiative der Jewish Agency selbst geschehen, und es käme nur dann in Betracht, wenn dies zu einer aufrichtigen und dauernden Freundschaft mit den Arabern führte. Der Verfasser denkt an einen Prozentsatz zwischen 33 und 45 <V0. Eine derartige Einschränkung würde gegenüber den für die wahrscheinliche Dauer des Mandates erreichbaren Ziffern kein Opfer bedeuten. Brailsford meint, daß auf diese Weise die arabische Furcht vor einer Unterwerfung unter jüdische Herrschaft beseitigt werden könnte, während die Juden eine kompakte Bevölkerung bilden könnten, die unter normalen Bedingungen lebt, ein Zentrum der jüdischen Kultur und einen Anziehungspunkt für einen dauernden jüdischen Besucherstrom bilden würde. Ohne eine derartige Verständigung jedoch müsse man, so schließt er, dieses hohe Ideal als ein schwieriges Abenteuer betrachten. * Die liberale amerikanische Zeitschrift ״The Nation“ widmet ihre Nummer vom 8. d. M. zum großen Teil der Pallstinafrage. Die Zeitschrift hatte am 4. Dezember für Dr. M a g n e s Stellung genommen und erhielt nun eine Flut von Zuschriften aus ihrem jüdischen Leserkreis, wo gegen diese Stellungnahme protestiert wird. Die Aktion und die Rede von Dr. Magnes werden in diesen Zuschriften als Verrat am Zionismus charakterisiert. In einem der Briefe werden die Vorwürfe gegen Pr. Magnes in folgenden sechs Pupkten zusantptpigefaßt: I. Die Araber waren die Angreifer, und daher sei 'es 1üre'Sache, Friedensvorschläge zu machen. 2. Während der Untersuchung hätten alle Aeußerungen radikaler Ansichten unterbleiben sollen. 3. Dr. Magnes hätte den zuständigen Instanzen der Jewish. Agency seine Pläne unterbreiten sollen. 4. Magnes als Kanzler der Hebräischen Universität hätte in einer Zeit der Krise Neutralität wahren sollen. 5. Ein so bedeutungsvolles Dokument wie die Balfour-Deklaration dürfe nicht neu interpretiert oder modifiziert werden, wie Dr. Magnes vorgeschlagen hatte. 6. Die Erklärung über die gleichen Rechte der drei großen Religionen in Palästina mußte den Eindruck hervorrufen, als ob die übrigen Juden nicht schon längst diese Rechte anerkannt hätten. — Die Redaktion selbst verteidigt in einem Leitartikel neuerlich Dr. Magnes und erklärt, daß die große kulturelle und geistige Bedeutung des Zionismus nur durch Bewahrung des hohen ethischen Niveaus der Bewegung, wie es sich in Magnes Worten offenbare, bewahrt bleiben könne. In einem weiteren besonderen Artikel, dessen Verfasser F. M. Isserman, ein liberaler Rabbiner, ist, wird dargelegt, daß der Versuch von Dr. Magnes, die jüdischen Bestrebungen in Palästina mit den bercditigten arabischen Aspirationen in Einklang zu bringen, riehtig sei und auch der jüdischen religiösen Tradition entspreche. Theater Die ״Affäre Drey fus“ ist für die jüdische Geschichte der Jahrhundertwende das entscheidende Erlebnis gewesen. . Noch nie zuvor hatte sich mit solcher Klarheit die Situation des Juden in der modernen Gesellschaft und das Dcbacle des hundert Jahre dauernden Assimilationsstrebens enthüllt. In dem Rufe des Pariser Pöbels ״A bas les juifc!“ erschloß sich Theodor Herzl zum ersten Male das Wesen der Judenfrage. Viele von uns haben den aufregenden und dramatisehen Gang der Ereignisse noch miterlebt. Die tiefe Erniedrigung nicht nur der Juden, sondern der Menschheit, die Preisgäbe von Gerechtigkeit und Menschlichkeit um eines Macht- und Prestige willens einer Militärclique willen, die ihre Interessen mit Patriotismus verwechselte, aber auch der Aufstand der Idee, die revolutionäre Tat der ״Gerechten aller Völker“, der furchtlose Kampf fürs Recht gegen aufgepeitschte Massen- Instinkte — diese ganze geschichtliche Problematik hat geradezu ihre klassische Ausprägung im Fall Dreyfus. Und daher ist auch die Aufführung des Stückes von R c h f i s c h und Herzog im Berliner Lessingtheater ein großes, aufwühlendes Erlebnis, weil hier die Stimme der Geschichte spricht. Die Judenfrage tritt dabei sogar zurück, sie ist nur das Material, an dem der Kampf der beiden Kräfte sich entzündet. Das Stück ist geschickt aus dem Gesamtablauf der Ereignisse herausgeschnitten, es gibt die Ereignisse des Jahres 1893 in gedrängter Form, vor allem den Esterhazy- und Zola-Prozeß. Dabei können die Autoren die Figur Emile Z o 1 a s, des großen Anklägers (von George wunderbar verkörpert), in den Mittelpunkt stellen, mit ihrem Pathos einer königlichen Menschlichkeit. Daneben ist die Gestalt des Obersten Piquart (Kayßler) in ihrer männlichen Würde besonders eindrucksvoll. Die übrigen Mitwirkenden sind fast durchwegs auf der Höhe. Niemand sollte verabsäumen, die ״Affäre Dreyfus“ zu sehen und so einen genußreichen Theaterabend zu verbinden mit der Auffrischung der Erinnerung an ein wichtiges und bewegendes Stück Zeit- ״«schichte. mj. Madeleine Grey, die bekannte französisch-jüdische Vortragskünstlerin, gibt Sonntag, den 26. d. M., 8 Uhr abends, im Bechsteinsaal einen Abend Lieder und Chansons. Für Kursunterricht und Selbststudium empfehlen wir allen, die grOndllch Hebrlisch erlernen ' wollen, die von Wissenschaftliehen und pBdagoglsehen Autoritäten als auBerordentllche Leistung beurteilte Einführung In das Hebräisch der Gegenwart von DAVID JOSEF BORNSTEIN Broschiert HM. 7,50, in Oanslelnsn gab. RM. , zuzüglich RM,0,50 10r Porto und Verpackung. Ausland RM. 0,70. Lieferung erfolgt gegen Vorauszahlung oder per Nachnahme. Verlag und Alleinvertrieb: JÜDISCHE RUNDSCHAU G. M. B. H. Berlin W 15, MelnekeetraBe 10. Postscheck Konto: 173 SS׳ Briefe an die Redaktion Wien, 16. Januar 1930. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin. Wir gestatten uns, Sie um die Veröffentlichung der nachfolgenden Zeilen höflichst zu ersuchen, wofür wir Ihnen im voraus danken. Laut Bericht der ״Jüdischen Rundschau“ über den Delegiertentag in Jena (Jiia. Rundschau Nr. 2 v. 7. d. Mts.) soll Herr Dr. Goldmann gelegentlich seiner Ausführungen in der politischen Debatte den Hapoel Hazair in Oesterreich apostrophiert und von ihm behauptet haben, daß er ״eine Reso- Iution für den Judenstaat mitunterschrieben“ hätte. Diese Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Die österreichische ״Hitachduth“ hat niemals eine derartige Reso- Iution mitunterschrieben. Sollte jedoch Herr Dr. Goldmann damit die von den Revisionisten dem kürzlich stattgefundenen außerordentlichen Dclegiertentag der österreichischen Zionisten unterbreitete und von demselben beschlossene Resolution im Auge gehabt haben, so kann die Hitachduth hierfür keinesfalls mitverantwortlich gemacht werden. Diese Resolution wurde durch den Vertreter der Hitachduth im Permanenzausschuß des erwähnten Delegiertentages bekämpft. Ueber dessen Antrag beschloß auch der Permanenzausschuß, von einer Behandlung dieser Resolution auf dem Delegiertentage abzusehen. Als dann diese Resolution knapp vor Schluß der Tagung doch zur Verhandlung gelangte, beantragte ein Delegierter der Hitachduth, nur über den ersten Teil der Resolution abstimmen zu lassen, d. h. den die Frage des Judenstaates betreffenden Teil von der Abstimmung auszuschalten. Da sich der Delegiertentag für die Abstimmung über den ganzen Wortlaut der Resolution entschied, nahmen die Delegierten an dieser Abstimmung überhaupt nicht teil. Schließlich möchten wir in diesem Zusammenhänge noch daran erinnern, daß, als Herr Ing. Robert Stricker vor einigen Jahren die Judenstaatsfrage auf einem österreichischen Delegiertentage zum ersten Male zur Sprache brachte־״und Allerflüssigerweise «ine diesbezügliche Stellungnahme seitens des Delegiertentages forderte, die Vertreter der österreichischen Hitachduth es waren, die damals Herrn Stricker und seinem Anträge in der entschiedensten Weise entgegentraten, mit der Begründung, daß die Aufrollung dieser Frage nicht zweckmäßig sei, und das Endziel der zionistischen Bewegung nicht Sache von Entschließungen sein kann. Das ist nach wie vor der Standpunkt der österreichischen ״Hitachduth“. Mit Zionsgruß Zionistische Arbeitspartei Hitachduth in Oesterreich. Dr. G ei b a c h , Obmann. Ortsgruppen Breslau. Ain 12. Januar veranstaltete die Breslauer Zionistische Vereinigung in Verbindung mit der Breslauer Arbeitsgemcinschaft für die Jewish Agency einen Vortragsabend, bei dem Sanitätsrat Dr. Lach mann aus Bad Landeck über ״Die Heilquellen Palästinas und ihre Bedeutung für den wirtschaftlichen Aufbau des Landes“ sprach. Der Redner schilderte die Natur der zahlreichen in Palästina auftretenden Heilquellen und gab insbesondere ein genaues Bild der Quellen von Tiberias, die nicht nur infolge ihrer chemischen Beschaffenheit von vornherein einen außerordentlichen Heilwert erwarten lassen, sondern auch in jahrtausendlanger Erfahrung — schon zur Römerzeit befanden sich dort gut ausgebaute Badeanstalten — diese Heilkraft bewährt haben. Freilich ist der jetzige Zustand der Quellen derart, daß Europäern, die an gewisse eiementare Forderungen von Hygiene und Komfort gewöhnt sind, deren Benutzung nicht zugemutet werden kann. Durch geeignete Quellenfassung und Einrichtung moderner Badehäuser, sowie eines Badehotels würde sich Tiberias zu einem Badeort allerersten Ranges entwickeln lassen und mit Sicherheit einen großen Teil der jetzt nach Aegypten gehenden wirtschaftlich kräftigen Kranken aus Europa und Amerika anziehen. Die für diesen Zweck erforderlichen Mittel aufzubringen wird nicht allzu schwer sein. Ein Finanzkonsortium unter Führung von Supraski, der auch Inhaber der Konzession ist,, hat sich für deisen Zweck bereits gebildet. Der Vortrag war durch eine Reihe von Lichtbildern illustriert und erweckte bei den sehr zahlreichen Zuhörern großes Interesse. Bei den vielleicht schon zu häufigen theoretischen Erörterungen der letzten Monate wurde diese Besprechung einer rein praktischen Aufbaufrage besonders dankbar begrüßt. Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 9. Januar, fand in unserer Ortsgruppe die Berichterstattung über den außerordentliehen Delegiertentag in Jena statt. Als Vertreter der Allgemeinen Zionisten sprach Herr Harry Bein, der zunächst den allgemeinen Verlauf der Tagung schilderte, und sodann, ausgehend von Weizmanns Rede, die von der Fraktion der Allgemeinen Zionisten auf dem Delegiertentag eingeschlagene Politik ausführlich darlegte und begründete. Herr Dr. Strauß- Reich, Delegierter der Gruppe der sozialistischen Zionisten, kenrizeichnete in prägnanter Weise die Schwierigkeiten, die seine Fraktio%auf dem Delegiertentag zu bestehen hatte, da sie das Zünglein an der Wage bildete. Für den Misrächi sprach Herr Dr. Isak Bamberger, der u. a. in Kürze die schwere Aufgabe skizzierte, für religiös-kulturelle, politische und wirtschaitliche Forderungen eine einheitliche Form zu finden, eine 1 age die der des deutschen Zentrum nicht unähnlich sei. Herr Dr. M. Nußbaum ergänzte die Ausführungen des Herrn Bein und betonte, daß die Ergebnisse des Delegiertentags befriedigend gewesen seien und man hoffen und erwarten dürfe, daß nunmehr die Arbeit ungestört ihren Fortgang finden werde, Nr. 7, 24. I. 1930 ו Vermischtes Oberkantor Sawel Kwartln in Berlin. Der berühmfe New Yorker Oberkantor Sawel Kwartin, der im Mai vorigen Jahres hier in Berlin in der Philharmonie ein Konzert mit durchschlagendem Erfolg gab, unternimmt jetzt eine Tournee über West- und Osteuropa und wird in Berlin am 30. Januar wieder im Großen Saal der Philharmonie ein einziges Konzert unter Mitwirkung seiner Tochter Klara Kwartin (Staatsoper) absolvieren. Dem zionistischen Publikum ist der Name Kwartin besonders vertraut, dank seinen Konzerten in den letzten Jahren in TeI-Äwiw und Jerusalem. Oberkantor Kwartin wird auch dieses Peßachfest in Palästina verbringen und im Lande Konzerte geben, ln seinem einzigen Berliner Konzert wird Oberkantor Kwartin die populärsten Nummern seines umfangreichen Repertoirs zum Vortrag bringen, wie Tefiloth, Volkslieder, Improvisationen usw. Näheres s. Inserat. Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N, Artilleriestr, 14. Vortrag des Herrn Professor Dr. Alfred Bertholet: ״Der Opfergedanke in der Religion“, am Montag, dem 3. Februar 1930, abends 8 Uhr, in der Aula, Artillerie* Straße 14. Beth-Am, Grolmanstr. 36. Am Sonnabend, dem 25. Januar, 81/3 Uhr abends, Fortsetzung der Diskussion über den Jenaer Delegiertentag. Gäste willkommen! Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Bezirksgruppe Nord und Ost: Der nächste Studienzirkel findet am Montag, dem 27. Januar, abends 81/3 Uhr pünktlich, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, statt. Leitung: Frau Dr. Freier. Thema: Der jüdische Sozialismus. — Eine besondere Einladung ergeht nicht mehr. Gäste willkommen. — Bezirksgruppe W e s t: An Stelle des für Dienstag, den 28. Januar, vorgesehenen Klubnachmittags findet an diesem Tage, nachmittags 4!/a Uhr, eine Führung der Malerin Frida Abraham durch ihre Ausstellung palästinensischer Landschaften in der Galerie J. Casper, Lützowufer 5 (Nähe Hohenzollernbrückc) statt. Gäste willkommen. Palästina-Reise. Noch sind einige gute zwei- und vierbettige Kabinen für die Frühjahrsreise nach Palästina frei. Doch ihre Zahl ist sehr beschränkt, da diese Reise eine einmalige besonders günstige Gelegenheit darstellt. Für 825,— RM. erstreckt sich die Fahrt vom 22. Februar bis zum 26. März 1930 und führt von Marseiile nach Nizza, und nach zwei Tagen Aufenthalt von dort über Palermo und Alexandria nach Beyrouth. 17 Tage Landaufenthalt in Palästina schließen sich an, dann drei Tage Besuch Kairos, und Rückfahrt nach Marseille. Im Preis von 825,— RM. ist die Schiffsreise in der vereinfachten zweiten Klasse, der gesamte Landaufenthalt in Syrien, Palästina und Aegypten inkl. Hotels, Führungen und Besichtigungen inbegriffen. Genauere Auskunft wird bereitwilligst vom Palestine 6 Orient Lloyd, Berlin N 24, Friedrichstr. 121, erteilt. Das jiddische wissenschaftliche Institut veranstaltet eine Reihe sehr inhaltsreicher Vorlesungen (in Jiddisch) über jüdische Literatur, Geschichte und sozial-wirtschaftliche Probleme. Die Jüdische Gemeinde in Berlin hat zu diesem Zwecke einen Raum in der Rosenstr. 2—4 zur Verfügung gestellt. Die Vorlesungen finden jeden Don ne ns tag,. 81/2 Uhr abends, statt. Die feierliehe Eröffnung des Kursus und die erste Vorlesung des Herrn J. Brutzkus über das Thema: ״Die Wege der Verbreitung der Juden in der Diaspora“ wird am Donnerstag, dem 3u. Januar, um 8/30 Uhr abends, stattfinden. Unter den Vortragenden sind vorgemerkt verdienstvolle jüdische Gelehrte und Schriftsteiler, wie Prof. Dr. B. Brutzkus, Eh. J. Brutzkus, A. Ben-Adir, Dr. Ch. Borodiansky, Dr. N. Gergel, I. Klinow, I. Koralnik, J. LestschitBky, 'A. Men es, Dr,!At Singalowskv, Dr. Warner Senator, D. Tschamy, I. Tschernikower u. a. Das ist der erste Versuch, einen Kursus aufzustellen, der die Schichten der Ostjuden in Berlin betreuen soll. Schriftliche Anmeldungen und Anfragen sind an folgende Adresse zu richten: E. Tschernikower, Berlin-Wilmersdorf, Berliner Str. 8. Telephonisch: Kurfürst 8546, täglich von 12—3 Uhr. München. Unter der klugen und sehr geschickten Leitung von Herta Aufseesser und Gabriclla Rosenthal veranstalteten die Schülerinnen des Münchener Luisengymnasiums ein Kinderfest zugunsten der durch die letzten Unruhen in Palästina verarmten und verwaisten jüdischen Kinder. Das Fest hat den Beweis erbracht, ״daß Jugend in Not durch Jugend geholfen werden kann“, wie Herta Aufseesser in ihrer Ansprache forderte. Nach einem niedlichen Tanz wurde ein Schattenspiel ״Joseph und seine Brüder“ aufgeführt, das bei den Kindern wegen seiner originellen Wiedergabe begeisterte Aufnahme fand. Ein Zauberer bot mit seinen lustigen Kunststücken eine vergnügte Viertelstunde. Ein Gruppentanz, ״die Lausbuben“, schloß die Veranstaltung. In einer vorher eingeschobenen längeren Pause wurde Kuchen verkauft und die Kinder konnten sich mit angeln von sehr schönen Kleinigkeiten vergnügen. Last not least seien die verschiedenen künstlerischen Entwürfe von Gabriella Rosenthal erwähnt, die den Saal schmückten. Im ganzen: etwas, das Nachahmung verdient, denn der Erfolg — auch der materielle Reinerlös von 600 M. — belohnte die Mühen. g. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 34. Januar, abends: in allen Synagogen und Altervcrsorgungsanstalten: 4,45 Uhr. In den Synagogen mit Orgel: Ansprache des Rabbiners. Syn, Fasanenstraße: Jugendansprache: Dr. Galliner; Syn. Lützowstraßo: Predigt: Dr. Weiße. Sonnabend, den 35. Januar, morgens (Neumondwoihe): Synagogen mit altem Ritus und Altorversorgungsanstalten: g Uhr: Friihgotlesdienst: Syn. Rykcslraße: ך Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: Friihgotlesdienst (außer Syn. Friedcnslempel): 7,30 Lbr; Hmiptgottcsdienst: io Uhr. Predigten: Alto Synagoge: Dr. Freier; Syn. Kaiserstraße: Dr. Freimann; Syn. Rykestraßo: Dr. W. Lewy; Syn. Peslalozzis'raßo: Dr. E. Lovv; Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; Svn. Münchener Straßo: Rabb. Samuel; Syn. Grünewald: Rahb. Ksinski: Neue Synagoge: Dr, Warschauer; Syn. Lindenstraße: Dr. Blumenthal; Syn. Fasanenstraße: Dr. Wiener; Syn. Levetzowstraße: Dr. Prinz; Styn. Fricdenstempel: Dr. Bergmann. Jugonrlgottosdionst: 3 Uhr: Alte Synagoge: Rabb. Nobel; 4 Uhr: Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrodo; 4,30 Uhr: Syn. Münchener Straße: Dr. Arthur Lcvy, Sabbat-Ausgang: 5,34 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen, abends: in allen Synagogen: 5 Uhr; morgens: in den Synagogen mit altem Ritus (außer Syn. Pcstalozzistraße): 7 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus und Synagoge Pestalozzistraße: 7,30 Uhr. ב בית ־העם! בם־צאי שבח,.25 לינואר, בשעה 8 וחצי בערב, יהיה המשך הויכוחים על הנושא: הועידה ה כ״נ בינה. אורחים רצוים. Soeben erschienen: Literaturverzeichnis zum Fragengebiet: ״Zionismus und Palästina-Aufbau.״ Preis 0.30 M. Zionistische Vereinigung tflr Deutschland Berlin W IS. Melnekestr. 1© Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091

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