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Jüdische Rundschau · 1930-01-07 · Heft 2 (7.1.1930) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 2 (7.1.1930)
Date
1930-01-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 18 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2» 7.1. 1830 Begründung Halpern* hervorgeht, ein neuer Sinn und eine andere Tendenz in die Resolution liincingetragen werden soll. Der vorliegende Text sagt nichts über den Zeitpunkt konkreter Verhandlungen, sondern spricht einen allgemeinen Grundsatz aus als Richtlinie für die zionistische Politik. Ich bitte, diese Resolution unverändert anzunehmen. Bei der darauffolgenden Abstimmung wird das Amendement Halpern abgelehnt, hierauf wird die Resolution Blamenfeld in dem in der vorigen Nummer veröffentlichten Wortlaut mit 82 zu 53 Stimmen bei 8 Enthaltungen angenommen. * Damit Ist der politische Teil des Delegiertentags abgeschlossen und es beginnt der zweite Punkt der Tagesord- Bang: Die zionistische Arbeit in Deutschland. Herr Blumenfeld erstattet sein Referat, hierauf sprechen Prof. Pick, Dr. Kanowitz, Dr. Sandler, Alfred Berger. Dann wird die Sitzung unterbrochen. In der Abend- Sitzung sprechen dann Dr. Halpern, Benzion Fett, K a - reski, Dr. Arnsberg, Dr. Epstein, Ilberg, Dr. Wollstein, Dr. Michael i s, ferner erhält das Wort der Vertreter des Hechaluz M. Brachmann. Nach einer weiteren Unterbrechung der Sitzung folgt dann Blumenfelds Schlußwort und sodann die Schlußsitzung mit den Abstimmungen und Wahlen, über die wir bereits in der vorigen Nummer berichtet haben. Infolge des Berichtes über den Delegiertentag müssen andere Nachrichten und Beiträge zurückgestellt werden. Druckfehler-Berichtigung. In dem in Nr. 103/102 der ״Jüd. Rundschau“ erschienenen Beitrag von Frau Jacob-Loewenson ״Aufführung Mordechai Sandberg“ muß es in der siebenten Zeile vom Schluß heißen: Kriterien der Zunft“ (nicht ״Zukunft“) und in der 5. Zeile vom Schluß ״Erfüllungen g e ahnt“. __ Vermischtes Berliner Jüdische Gemeinde. Die nächste öffentliche Sitzung der Reprisentanten-Versammlung findet Donnerstag, den 9. Jan. 1930, abends 7 Uhr pünktlich, im Sitzungssaal, Oranienburger Straße 30, II, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Wahl der Vorsitzenden und der Schriftführer. Deleglertentaßsberlchte in Berlin. Das Interesse der /ionistischen Oeffentllchkeit in Berlin an dem stattgefundenen Delegiertentag in Jena ist sehr rege. Diesem Bedürfnis der zionistischen Oeffentlichkeit wird durch Berichtsversammlungen entsprochen, die in verschiedenen Stadtteilen für Donnerstag, den 9. Januar, vorgesehen sind: In den Gruppen West/ Cnarlottenburg sprechen im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestraße, abends 8»/* Uhr, die Herren Dr. Kanowitz und J. Klinow: in der Gruppe Süd spricht in der Synagoge Gottbusser Ufer 48—50 (kleiner Saal), abends 8l/2 Uhr, Dr. Hans Bloch; in der Gruppe der Zionisten aus dem Osten spricht im Caf6 Kleininger, Rosenthaler Straße 44, abends 8V> Uhr, Herr Benzion Fett Das Thema der Abende wird lauten: ״Der 23. Delegiertentag“. Mirjam Ellas. Die mit einem außerordentlich starken Erfolg In Berlin aufgetretene bekannte Schauspielerin Miriam Elias wird jetzt vor ihrer Abreise zum letzten Male eine Nachmittagsvorstellung am 12. Januar, Sonntags, im Renaissance-Theater geben. Es ist erfreulich, und in besonderem Maße zu begrüßen, daß dem Berliner Publikum die Gelegenheit gegeben wird, die hervorragende Künstlerin, die mit ihrem hinreißenden Vortrag die Zuhörer begeisterte und die von der Berliner Presse in seltener Weise gefeiert wurde, noch einmal zu hören. Liga für das arbeitende Palästina, Zweigstelle Berlin, Am Dienstag, dem 7. Januar, abends 8'/2 Uhr, findet im Sitzungssaal der Z. V.f. D., Meinekestr. 10, ei!» Aussprache-Abend mit Chawer Berl Kaznelson über die Haltung der Arbeiter- Schaft zu den letzten Ereignissen in Palästina statt. Die Mitglieder der Liga für das arbeitende Palästina werden gebeten, zu diesem Abend zu erscheinen. Eduard Bernsteins 80. Geburtstag Am 6. Januar lic^ing Eduard Bernstein seinen 80. Geburtstag. In Bernsteins hervorragenden Persönlichkeit vereinigen sich die Eigenschaften des anerkannten Theoretikers und des berufenen praktischen Politikers. Sein Wirken ist außerordentlich vielseitig und fruchtbar. Man kann beinahe sagen, daß es sämtliche wichtige Gebiet« der sozialistischen Weltanschauung und der modernen Demokratie umfaßt Bernstein führt über einem halben Jahrhundert einen manniafaltigen und schweren Kampf um die Verwirklichung der Grund- Sätze der sozialen Gerechtigkeit und der politischen Befreiung der werktätigen Volksmassen. In dieser Eigenschaft bewährte sich Bernstein in seinen zahlreichen Schriften, auf der Tribüne des Reichstages, in der Kommune, in Parteiversammlungen usw. Um allein die Titel von Bernsteins Werken und größerer Abhandlungen anzuführen, müßte ich mehrere Zeitungsspalten in Anspruch nehmen. Ich muß mich daher auf die Feststellung beschränken, daß das Studium seiner Schriften, einen großen geistigen Genuß bietet, und zwar nicht nur für einen Sozialisten, sondern für jeden gebildeten Menschen, unabhängig von seiner politischen Ueberzeugung. In der Geschichte des europäischen Sozialismus wird Bornstein als Vater des sogenannten Revisionismus gewürdigt, dessen Grundsätze er in dem Buche ״Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie“ dargelegt hat. Bernstein selbst faßt den Kernpunkt und sozialpolitischen Charakter seiner Schrift in den Worten ״Idealismus gegen Utopismus“ zusammen. Jetzt werden selbst die früheren Gegner zugeben müssen, daß sie in ihrer Polemik gegen Bernstein eich von unbegreiflicher Leidenschaft hinreißen ließen. Ihre Kritik an Bernstein« Revisionismus war mit einzelnen Ausnahmen sachlich unbegründet und der Form nach unberechtigt. Seiner ganzen Weltanschauung nach ist Bernstein ein Verfechter des Internationalismus. Zugleich erkennt er die nationalen Bestrebungen einzelner Völker vollkommen an. Er kämpfte in Wort und Schrift für das Selbstbestimmungsrecht der kleinen Nationen. Auf seinem langen Kampfwege setzte er sich mehrfach für die Rechte der jüdischen Nation ein. Am 17. März 1905 brandmarkte Bernstein in einer Reichstagsredo die Bedrückung der rumänischen Juden. Während das Weltkrieges legte Bernstein seinen Standpunkt zur Judenfrage in der Schrift ״Von den Aufgaben der Juden im Weltkriege“ dar (Berlin 1917, Erich Reiß Verlag), worin er den Juden eine Art Mittlerrolle zwischen den Nationen zuweist. Bernstein ist seit langer Zeit ein Freund des sozialistischen Zionismus und des arbeitenden Palästina. Er ist auch Mitglied des Deutschen Komitees Pro Palästina. Erst kürzlich hat Bernstein in einer Auseinandersetzung mit Karl Kautsky für die zionistische Idee plädiert. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß Bernstein ein treuer Freund und Berater aller Hilfsbedürftigen ist. Für sie alle, die ihre verschiedenen Nöte haben, ist Bernstein derjenige, an den man sich stets um Rat und Beistand wenden kann. P. Olb erg (Berlin). IHUtllllllHIII|[IIIHIHHIIiHHIHIIHHHI1m1l1m1mt1m1lilllllHII1muMIIHIIH[HUIHIIHIUHIHII|{|||||IIIIIHIHII[|[IIHIIIIIHIllltlWI הקרן הקימת לישראל והמועצה הכללית לעבודה עברית בין הנער עורכים, .21 לינואר. בשמונה וחצי בערב באולמי שפיכרן נשף עברי גדול. בתכנית: קטעים תיאטרליים, דקלום, נגינה, מקהלה רקודי ההורה. בהשתתפות האמנים: איוו נ ולנד וחבר האופרה הממשלתית). צבי רפאלי ויוסף מלנה יתברי "האהל" - תל־ אביב). מקהלת ד. י. י- ו. ב. Der Keren Kajemeth Lejisrae! veranstaltet gemeinsam mit dem allgemeinen Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend am Dienstag, dem 21. Januar, in den ^pichernsälen, Spichernstraße 3, ein hebräisches Jugendfest. Es wirken mit: Iso G o 11 a n d (Staatsoper), Zwi R a f f a e I i, Josef G o 11 a n d (Oher Tel-Awiw) und der Chor des J. J. W. B. המועצה הכללית לעבודה עברית בין הנער עורכת ביום הרביעי׳ 8. לינואר, ב 9 בערב בדיוק שיחה על הנושא: ארץ־ישראליים בגולה הפותח: החבר ברל כצנלסון (עורך ה״דבר) ארץ* הישראליים מממנים לבוא. אורחים רצויים. Der Rat für hebräische Jugendarbeit veranstaltet am Mittwoch, dem 8. Januar, um 9 Uhr abends, pünktlich, eine Ausspräche über das Thema: ״Palästinenser im Galuth“. Einleitende Worte: Chawer Berl Kaznelson (Redakteur vom ״Dawar“). Palästinenser sind eingeladen. Gäste willkommen. Zugunsten der Jüdischen Kinderhilfe E. V. findet ein Vortrag von Adolph Donath über ״Berliner Kunstsammlungen von heute“ mit Lichtbildern am Donnerstag, dein 16. Januar 1930, abends 8 Uhr, im Brüdervereinshaus, Kurfürstcnstr. 115 bis 116, statt. Karten zum Preise von 3 M. sind zu erhalten im Büro der Jüdischen Kindcrhilfe, e. V., Auguststr. 14 15׳, Tel.: Norden 4150. Die Jüdische Toynbee-Halie der Berliner Logen U. O. B. B. begeht ihr ,25jähriges Jubiläum durch einen Festabend am Sonntag, dem 12. Januar, abends 8 Uhr, in der Staatlichen Akadcmischen Hochschule für Musik, Charlottenburg, Fasanenstr. 1. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. werden gegen Voreinsendüng des Betrages vom Sekretariat der Toynbee-Halle, Berlin W 62, Kleiststr. 10, zugesandt. (Postscheckkonto: Nr. 24 541, Karl M. Baer, Sonderkonto: Toynbee-Halle.) Herr Rabbiner Dr. Halpemsohn, Breslau, ersucht uns um die Feststellung, daß er die ״Erklärung deutscher Juden“ nur darum unterschrieben hat, weil er gegen die ״nationale Tönung“ des Palästinawerkes ist, daß er jedoch das Werk als solches seit Jahren eifrig unterstützt und auch zu den regelmäßigen Spendern des KKL gehört. Makkabäerfilm. Der Schmalfilm ״Makkabäer“ ist nunmehr zur Aufführung freigegeben worden und gelangt am Sonnabend, dem 11. Januar, abends 11 Uhr, in der Kamera, Unter den Linden, zur Uraufführung. Eine weitere Vorstellung findet Sonntag, den 12. Januar, vorm. 11(4 Uhr, gleichfalls in der Kamera, Unter den Linden, statt. Die seinerzeit für die abgesetzten Vor- Stellungen gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit und werden an der Abendkasse umgetauscht. Die ausgegebenen roten und blauen Karten gelten für die Sonnabend-Nachtvorstellung, die gelben und grünen Karten für die Sonntag-Matinee. An der Kasse sind noch Karten für die Sonntags-Matinee erhältlich. Thoralerngruppe des Schöneberger Synagogen - Vereins, Münchener Str. 37. Am 9. Januar (9. Tewes) feiert der Begründer unserer Vereinigung, Herr Josef Hirschowitz, früher Moskau (Rußland), seinen 75. Geburtstag. Die vier Rabbiner der Lehranstalt und eine zahlreiche, dankbare Hörerschaft machen bereits Vorbereitungen, um den Geburtstag des Schöpfers der Lehrvorträge im Westen Berlins zu einem allgemeinen Feiertage für alle Freunde der Thora zu gestalten. Deij Höhepunkt der Feier soll die Ueberreichung des Moreinudiploms an den Jubilar bilden. — Erwähnt sei noch, daß Herr Hirschowitz jederzeit ein begeisterter Zionist gewesen ist. Mögen dem Jubilar noch viele Jahre des Wirkens vergönnt sein. R. Die Bezirksgruppe Westliche Vororte des jüdischen Frauenbundes veranstaltet am Donnerstag, dem 9. Januar, um 1/25 Uhr, bei Frau Sinsapfel, Schiachtensee, Luisenstraße 18, einen musikwissenschaftlichen Vortrag von Antonie Lilienfeld- Lewenz über ״Jüdische Eigenart bei unsern großen Komponisten: Halevy, Meyerbeer, Mendelsohn, Rubinstein“. Mitw. Toni Dasen (Gesang). Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Am Sonnabend, dem 21. Dezember, veranstaltete die Gruppe Lichterfelde- Dahlem im Hause von Frau Kreschower ein Chanukkahfest, das als ganz besonders gelungen bezeichnet werden kann. Herr Rabbiner Dr. Wiener hielt eine ideenreiche und launige Anspräche, die großen Beifall fand. Es folgten künstlerische Darbietungen, Tanz und Tombola. Die Teilnehmer trennten sich erst in der Morgenstunde — ein Beweis für die gute Stimmung. Es konnten erfreulicherweise zirka 200 M. Ueberschuß an die F. A. P. abgeführt werden. — Am 28. Dezember fand für dieselbe Gruppe ein Kinderfest im Hause von Frau Wieselberg statt, zu de# zirka 40 Kinder gekommen waren. Es herrschte eine sehr fröhliche GhanukkaJistimmung. Besonderen Eindruck machte den Kindern ein sehr künstlerisches Puppentheater, auf dem die Arche Noah und der Auszug aus Aegypten aufgeführt wurden. — Die Jugendgruppe II unter Leitung von Lilly de J ong hat nunmehr den historischen Zyklus beendet. Die nächste Zusammenkunft findet mit Rücksicht auf die Reisezeit erst am Mittwoch, dem 8. Januar, abends 84/י Uhr. in Charlottenburg, Kantstr. 158, III, statt. Es wird hierbei das Arbeite- Programm für das nächste Quartal vereinbart werden. Inieressentinnen sind willkommen. Die Zusammenkünfte finden ab 8. Januar wie bisher regelmäßig jeden Mittwoch an •gleichem Orte und zu gleicher Stunde statt. Persönliches. Der Club der Zionisten - Revisionisten, Beuthen (O.-S), gratuliert herzlichst seinem Führer Herrn Leopold Gold anläßlich seiner in Wien stattfindenden Trautmg mit Fräulein Anni Kremer. Am 3. Januar verschied in Kowno nach kurzem, schweren Leiden im 84. Lebens- Jahre unsere «liebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Frau Fanny SQlouieitsctiiK ״b. Ml im Namen der trauernden Familie Dp.maxsoioweitecniH. Berlin-Wi! inersdorf, Sir. 14 x. Zt Kowno. Die Beisetzung hat am 5. Januar in Kowno stattgefunden. liaturheiMnsmut und Reform-RuM ״Morgenröte" Bad Friedrichroda (Thüringer Wald). Anerkannt gute* Haus für moderne Körper* und Geisteapfleye. Sommerand Winterbetrieb. — Zentralheizung. 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