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Jüdische Rundschau · 1929-12-17 · Heft 99 (17.12.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 99 (17.12.1929)
Date
1929-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Eimclnnmmer 0,35 Qoldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Berugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldtnark. AtMUndubanimiimt« ward«■ tu dar WtbiaBg im •famla*■ lAsdar berodmei. An*«f1!«nprei*! 8 ee«p. 0.50 G.-M. SwlIan״Muel>e 0.25 G.-M. Redaktion Verlag und Anreigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinWl5, Meinekestr.10 Telephon: J1 Bismarck 7165-70. Anz*ig*n*chjlu£>: DioeMig «ad Fr«iteg mchmittigi 4 Uhr Redakrionsschlu£ Sonntag und Mittwoch nachmittag. Pom ts check •K outen: Berlin 17392, Betel V 9355, Belgrtd 68032 Brüttel 394 33, Budapest 596 93« Dann!;!973, Heeg 140470, jPrtg 59410, Strttwhur*!64 30, WtmKiu 190708, "W»et1 156 ©30. Bink-Koaiea! btrmetädter u»d Narionalhsnk, Depositen - Kette Berlin, Kurfürttendtmts 52: Btoca de Ett, Cerntuti (Ruminiwi); Angi* PaWtiiw Ce. in Htilm, teruralen, Tel -Aviv. ט״ו כסלו' תר«צ | xxxiv. Jahrg. Per Zlonismu» erstrebt fOr dt» Jfldlsche Volle die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ln PalBstln«. ״Baseler Programm.״ JjeanFisclierJ Wie uns aus Antwerpen telegraphiert wird, ist dort der bekannte Zionist Jean Fiscner im Alter von 58 Jahren gestorben. Die Beerdigung fand Montag, den 16. d. M., in Antwerpen statt. Unbarmherzig hält der Tod Ernte in den zionistischen Reihen. Nach Dr. Reich hat die zionistische Bewegung nun aufs neue einen schweren, schmerzlichen Verlust erlitten. Jean Fischer war einer der ältesten Zionisten und «ine populäre Figur der Kongresse und Tagungen. Er gehörte zur treuen Gefolgschaft Theodor Herzls und war nach Herzls Tode eine der führenden Figuren der Gruppe, die sich unter dem Namen ״politische Zionisten“ ein Festhalten an den politischen Grund- Sätzen der Herzischen Tradition zum Ziele gesetzt hat. Aus dieser Grundeinstellung heraus stand Fischer auch in Opposition zu der Politik der Exekutive unmittelbar nach dem Kriege, da nach seiner Meinung das Palästinamandat nicht genügend politische Sicherungen enthielt. Jean Fischer hat meist eine originelle und etwas eigenwillige Haltung in den Diskussionen der Kongresse eingenommen. Aber unabhängig von seinen Ansichten hat er stets mit größter Aufopferung und Loyalität für die zionistische Sache gearbeitet. Fischer, dessen Familie aus Krakau stammt und der während des Krieges vorübergehend von Belgien nach Holland übersiedelt war, nahm eine angesehene Stellung in der Antwerpener Kaufmannschaft ein und war der Führer der belgischen Zionisten und erfreute sich einer außerordentlichen persönlichen Beliebtheit. Er war in seinem Wesen und in persönlichem Verkehr von einer seltenen Güte und Liebenswürdigkeit und von wärmstem zionistischen Empfinden, das alle seine Handlungen und Aeußerungen beseelte. Mit ihm verschwindet buchstäblich ein Stück zionistischer Geschichte. Indem wir der Familie des Verstorbenen und unsern belgischen Gesinnungsgenossen unsere aufrichtige Teilnahme atissprechen, können auch wir versichern, daß Fischers Andenken in der zionistischen Welt in Ehren fortleben wird. ."tftt'w:i* MÄvÄ11 ׳. Dezember ■ etatti‘ Wrtraf! "gif der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sein Thema lautete; ״Geschichte und Richtung“, Im Namen der Universitit begrüßte Professor Joseph Klausner den Gast vor Beginn der Vorlesung. Am späten Nachmittag veranstaltete Emil Ludwig zu Ehren der Verband der Hebräischen Schriftsteller einen Tee, Bei dieser Gelegenheit begrüßten David Yellin und Mordechai Ben Hillel Hakohen den Gast. In seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprachen erzählt Emil Ludwig, er habe bis 1915 dem Judentum und dem jüdischen Leben fern gestanden; unter dem Einfluß von Dr. Arthur Ruppin und Richard Lichtheim sei er zum Judentum zurückgekehrt. Er wünsche Palästina ״Schalom“, den Frieden, den das Land nach den letzten Schrecknissen mehr als alles braucht Oer Boykott-Terror dauert an Jerusalem, 12. Dezember. (J.T.A.) Der Terror der arabischen Boykott-Agitatoren dauert fort. Araber, die in jüdfechett Geschäften einkaufen, erhalten Drohbriefe, die mit ״Schwarzer Hand“ unterschrieben sind und in denen ihnen schärfste Repressionen für den Fall des Weiterkaufens bei Juden angedroht werden. Die jüdischen Kaufleute i« Jerusalem klagen über verschärften Boy kott-Terror, der es bewirkt, daß nunmehr auch arabische Käufer, die bis jetzt durch die Boykott-Propaganda sich nicht beeinflussen ließen, ausbleiben. absetzung der Strafen gegen Araber Jerusalem, 11. Dezember. (J.T.A.) Das Berufungsgericht in Jerusalem hat das End« Oktober vom Haifaer Gericht unter dem Vorsitz des palästinensischen Oberrichters Sir Michael MacDonnell gegen 12 Araber aus Safed ausgesprochene Urteil über je 15 Jahre Zuchthaus auf je 5 Jahre Zuchthaus herabgemindert Diese 12 Araber waren schuldig befunden worden, das Haus von Salomon Goldzweig in Safed in Brand gesteckt zu haben, wobei die Gattiij Goldzweigs in den Flammen umkam. Unter diesen Verurteilten sind auch die beiden Brüder Raneim, die von dem Haifaer Gericht wegen Ermordung des Juden Isaac Mamaan in Safed zum Tode verurteilt worden waren, welches Urteil vor einigen Tagen durch das Berufungsgericht bestätigt worden ist. Streit um eine Million Pfund. In Pieter-Moritzburg (Südafrika) wird vor dem dortigen Gerichtshof ein Streitfall verhandelt, der das größte Interesse der Zionisten der ganzen Wett verdient. Vor einiger Zeit hinterließ nämlich ein Mr. Nathan eine Summe von 336 000 Pfund mit der Bestimmung, daß dieser Betrag im Laufe von 50 Jahren durch Zinseszins die Höhe von einer Million Pfund zu erreichen habe. Alsdann solle diese Million Pfund dem ״Je wish Colonis ation Trust“ zum Zwecke der Ansiedlung von Juden ln Palästina übergeben werden. Nun existiert aber wohl ein ,,Jewish Colonial Trust“ (ICT) und eine ״Jewish Colonisation Association“ (JCA), aber keine Institution mit dem Namen ״Jewish Colonisation Trust“. Seitens des Jewish Colonial Trust, der JCA und der Erben des Mr. Nathan wird nun auf die Hinterlassenschaft Anspruch erhoben. Dem Ausgang des Prozesses blickt man mit großer Spannung entgegen. Der Jüdische Nationalfonds hat soeben die Urkunden über den Erwerb von 12000 Dunam Boden in der Plantagenzone ausgefolgt erhalten. Weser Boden wurde aus den Geldern der Zionisten Südafrika erworben, die es unternahmen, für diesen Zweck im Verlauf von drei Jahren 75000 Pfund aufzubringen. Der Boden eignet sich für intensiven Landanbau. Weizmann in Jena Politik aut dem Delegiertentag - Die Untersuchung in Palästina VorWeihnaditenbeendet?—DieEnischeidungenstehennochbevor Die Teilnahme Weizmanns verleiht dem Delegierten tag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in Jena diesmal eine ganz besondere Bedeutung. Denn abgesehen davon, daß das persönliche Erscheinen des Präsidenten der Jewish Agency bei der Tagung einer Landesorganisation diese stets zu einem zionistischen Ereignis ersten Ranges macht, wird in der heutigen Situation dieses Auftreten Weizmanns naturgemäß erhöhtem Interesse begegnen. Nicht nur in Deutschland, sondern von den Zionisten der ganzen Welt wird der Jenaer Delegiertentag mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt werden. Denn es ist das erstemal seit den Augustunruhen, daß Weizmann vor ein öffentliches zionistisches Forum tritt. Nach den Ereignissen des August gab es bekanntlich vereinzelte Stimmen, die einen außerordentlichen Kongreß forderten, um mit der Politik der Exekutive abzurechnen. Die Revisionisten forderten, daß dieser Kongreß nicht später als im Dezember stattfindet. Nun wird der Delegiertentag, obwohl er natürlich der Exekutive gegenüber keinerlei konstitutionelle Funktionen hat, in gewissem Sinne zu einem kleinen Kongreß. Man muß damit rechnen, daß die Politik der Exekutive, deren Führer anwesend sein wird, einer scharf ei? Kritik unterzogen wird, und die für den Delegiertentag vorgesehene politische Debatte wird zeigen, ob sich die Konturen einer neuen, aktiven und zielbewußten zionistischen Politik schon heute erkennen lassen. In dieser Auseinandersetzung, die der Delegiertentag bringen muß, wird auch zutage treten, auf welche Gruppen 11 die Exekutive sich künftig stützen will und stützen kann, wenigstens soweit Deutschland in Betracht kommt. Der deutsche ird für eine Weif :ÄÄtbBf 'Irbell m Wlis'pSlC sondern 111:1® sal des Zionismus von Belang seih werden. Selbstverständlich wird der deutsche Delegiertentag sich nicht mit Einzelheiten der politischen Praxis beschäftigen können, sondern nur mit den großen Richtlinien der ziomstisehen Konzeption und Politik. Die Erörterung von Einzelheiten, insbesondere unter Teilnahme Weizmanns, wird auf Schwierigkeiten stoßen, da es durchaus zu verstehen ist, daß der verantwortliche Leiter der Politik sich nicht öffentlich über taktische Fragen äußern kann, die Beziehungen zu andern Faktoren involvieren. Außerdem wurde — wie es scheint von der englischen Regierung — die Parole ausgegeben, daß vor dem Erscheinen des Berichtes der Un tersuchungskommission nichts gesagt und nichts getan werden könne. In diesem Sinne wurden bisher auch alle Anfragen Im Parlament beantwortet. Auch die zionistische Leitung scheint sich diesen Grundsatz zur Direktive genommen zu haben. Der Bericht der Untersuchungskommission ist ein Orakel geworden, auf das sich die gesamte Aufmerksamkeit und Tätigkeit aller beteiligten Faktoren zu konzentrieren scheinen. Nun steht es zwar außer Zweifel, daß diesem Bericht ein großes Gewicht zukommt, aber eine andere Frage ist die, ob durch ihn, wie immer er ausfallen möge, die Fragen der Pallstinapolitik selbst einer aktueilen Lösung nähergebracht werden können. Die Art des Ver« fahrens vor der Kommission, das gewiß ein'Unikum ohne Präzedenzfall darstellt, hat dazu geführt, daß die Beteiligten sich mit der Verbissenheit von Prozeßparteien in die Durchführung ihres Falles völlig eingesponnen haben, unter leidenschaftlicher Teilnahme der ganzen Oeffentlichkeit Palästinas, die zu jedem Wort jedes, Zeugen täglich ihre lobende oder tadelnde Meinung mit aller Schärfe zum Ausdruck bringt. Ob dies der Klärung nützlich ist, scheint ebenso fraglich wie ob dadurch eine Atmosphäre der Beruhigung, die dringend nottut, geschaffen wird. Die Untersuchungskommission will zu Weihnachten schon wieder in England zurück sein, und wenn ihr dies gelingen soll, dann müßte sie die letzten Zeugenaussagen mit außerordentlicher Beschleunigung durchpeitschen. Nach dem heutigen Stande läßt sich kaum die Prognose stellen, daß in 2 oder 3 Tagen der ganze Vorgang beendet sein soll. Noch sind wichtige jüdische Zeugen nicht gehört worden, und da während der Beweisaufnahme von arabischer Säte der ganze Umkreis der Wirtschaftsprobleme in den Bereich der Verbandhingen entgegen der ursprünglichen Absicht einbezogen wurde, so ist es selbstverständlich, daß auch den jüdischen Zeugen Gelegenheit gegeben wird, diese Probleme unter dem jüdischen Aspekt zu beleuchten und viele Entstellungen arabischer Zeugen zu berichtigen. Die Probleme, um die es sich handelt, sind in diesem Falle zum ersten Male öffentlich in allen Einzelheiten erörtert worden. Dies kann von zionistischer Seite, die nichts zu fürchten hat, wohl begrüßt werden, es ist aber fraglich, ob die Fortführung der Arbeit dadurch gefördert wird, daß jede Einzelheit einer wirtschaftlichen Transaktion ins grelle Licht politischer Kontroversen gerückt wird. Jedenfalls werden die Aussagen der jüdischen Zeugen noch mehrere Tag« in Anspruch nehmen müssen, und dann erst wird die Kommission das ,gesamte Riesenmaterial verarbeiten und ihre Schlüsse bilden können. Die Redaktion des Berichtes wird wohl erst in London vorgenommen werden. Das endgültige Protokoll wird erst ein Urteil über die Ergebnisse der Untersuchung ermöglichen, da alle Zeitungsberichte notwendiger Weise nur Bruchstücke bringen können. Die Vernehmung der zionistisches Zeugen hat die nf£g|fe¥9Wti)M .. inieiwatäi,, die ■ , dei Sommere gebildet haben, die Herren Braude, Hdoflelf «nd Ffc|0i vitz, ihre Klagen gegen di e Regierung hier vorzubringen, zugleich aber wurden sie vo n SeitederReglerüng sehr scharf unter Angriff genommen, was um so auffallender ist, als der Regierungsvertreter gegenüber den arabischen Zeugen sehr zurückhaltend war. Es zeigte sich jetzt, vdaß der Hauptkonflikt, der vor diesem Tribunal ausgttulagen wird, der zwischen Zionisten und Regierung ist. So wie im ersten Abschnitt des Verfahrens der zionistische Anwalt alle Bemühungen darauf konzentrierte, die Schul der Regierung nachzuweisen, so besteht nunmehr die Tätigkeit des Regierung^-, anwalts darin, den Mitgliedern der provisorischen Exekutive vp^? zuwerfen, daß sie übertrieben, die Regieruf x verleumdet, zur Beruhigung nicht beigetragen haben. Diese Beschuldigungen erweisen sich freilich als :echt haltlos. Es ist auch wahrhaftig eine seltsame Zumutung, wenn die Regierung jedes Wort unter die Lupe nimmt, das von der provisorischen Exekutive im Rahmen ihrer Berichte nach London telegraphiert wurde. J1J dem beispiellosen Chaos, das in den ersten Tagen der (Jiruhen, unter der Verantwortung der Regierung, entstanden war, wo täglich Berichte über neue entsetzlich« Massakers einliefen! wo niemand — auch die Regierung selbst eingestandenermaijeit nicht — die Dimensionen des Aufstandes abschätzen konnte, »t es durchaus verständlich, daß die zionistischen Vertreter sich bemühten, mit aller Schärfe den Ernst der Situation klar zu machen und durch schnelles Eingreifen von London die Wiederherstellung der Ruhe zu erreichen. Diesen Männern, die ihr schweres Amt mit bewundernswerter Ruhe und Entschlossenheit geführt haben, jetzt stundenlang Vorhaltungen über sti- Ilstische Wendungen ihrer internen Berichte zu machen, ist so absurd, daß es Zweifel an der ganzen Methode dieses Untersuchungsverfahrens aufkommen läßt Auf jeden Fall heißt es keineswegs die Bedeutung der Untersuchung unterschätzen, wenn man sagt, daß die eigentlichen .wichtigen politischen Ent- Scheidungen ziemlich unabhängig von dieser Untersuchung werden getroffen werden müssen. Wenn die Untersuchung den Zweck hatte, Zeit verstreichen zu lassen und dadurch auch eine gewisse Beruhigung der Gemüter zu erzielen, so hat sie bisher diesen Zweck kaum erfüllt da sie eher zur Steigerung und Versteifung der Gegensätze beiträgt. Ans der Berliner Jüdischen Gemeinde In der Sitzung der Repräsentanten-Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde am 12. Dezember wurde die Mitteilung gemacht, daß der Polizeipräsident die beschlossene Statutenänderung bestätigt hat. Direktor Kareski, Dr. Kollenscher, Kommerzienrat Gereon Simon, Kammergerichtsrat Leo Wolff und Goldschmidt, deren Amtszeit im Vorstand jetzt abläuft, wurden wiedergewählt. Der Gemeindevorstand stellt die Beschleunigung der Vorarbeiten zum Bau der neuen konservativen Synagog-e in Aussicht. Vom Gemeindevorstand wird mitgeteilt: Nachdem Direktor Oscar Wassermann die Verteilung des von der Gemeinde zugunsten der Opfer der Palästinaunrulien gestifteten Betrages (25 000 RM.) abgelehnt hatte, hat auf Wunsch des Gemeindevorstandes Bürgermeister Dizengoff in Tel-Awiw die Verteilung übernommen und sofortige unparteiische Weiterleitung an Geschädigte aller Kreise zugesagt Nach Mitteilung des Gemeindevorstandes steht aie Errichtung eine• großzügig arbeitenden und die Gemeindearbeit weitesten Kreisen verständlich machenden Propagandabüros in naher Aussicht Die Versammlung beschließt gemäß Vorlage des Vor- Standes einmütig die Eingemeindung der Vorortgemeinden Cöpenick und Oranienburg. Der Gemeindevorstand verspricht sich nach Mitteilung von Kammergerichtsrat W o 1 f f hiervon eine Belebung jüdischer Arbeit in den materiell und jüdisch-geistig schwer notleidenden Kleingemeinden der Vororte. Nunmehr ist die Jüdische Gemeinde in ihrem Gebietsbestände fast völlig identisch mit der politischen Gemeinde Groß-Berlin und damit nach Art und umfang ihrer Organisation und Arbeitsleistung vielleicht einzig dastehend in der gesamten jüdischen Welt. Die Versammlung genehmigt einder Trennung der sozialen ״Jugendfürsorge“ von der kulturellen ״Jugendpflege“. Landgerichtsrat Dr. Lilienthal wird von der Versammlung einstimmig zum Mitglied des Landesverbandsrates an Stelle des verstorbenen Prof. Türk gewählt

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