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Jüdische Rundschau · 1929-12-13 · Heft 98 (13.12.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 98 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 662 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 98, 13. XII. 1929 Programm der Gruppe ״Allgemeine Zionisten - Linkes Zentrum״״ 1. Die entscheidende Aufgabe unserer Delegiertentage geht dahin, die Richtung der zionistischen Arbeit in Deutschland in ihren wesentlichen und jeweils besonders wichtigen Teilen zu bestimmen. Ziel aller zionistischen Arbeit in Deutschland ist die Stärkung der zionistischen Bewegung und Organisation und die Kräftigung unserer Position in Erez-fsrad. Dem letzteren Ziel diente die Erweiterung der Jewish Agency, die in Deutschland der Arbeit für unser Werk wertvolle neue Kräfte zugeführt und auch in den kritischen Zeiten der letzten Monate durch die Parole ״Hilfe durch Aufbau“ ihren Willen zur tätigen Mitverantwortung für unser Siedlungswerk bewiesen hat. In der vor uns liegenden Arbeitsperiode wird unsere Arbeit sich vor allem zu konzentrieren naben auf: a) die systematische Durchführung zionistischer Propagandaaktionen in allen Kreisen des deutschen Judentums, b) eine Jugendarbeit, die sich die Gewinnung junger Mensehen für unsere Bewegung, sowie ihre Eingliederung in die Organisation und «ne die Lehren der letzten Monate berücksichtigende Erziehung der zionistischen Jugend zum Ziele setzt, c) die Förderung des Gedankens der persönlichen Verwirklichung des Zionismus durch Uebcrsiedlung nach Palästina und die Unterstützung der Hachscharan und Alijah, d) die Stärkung und Entwicklung des zionistischen Lebens im Galuth durch Verbindung unserer Gesinnungsgenossen mit den Leistungen jüdischen Geistes, insbesondere mit den lebendigen Kräften der hebräischen Sprache, e) die Stärkung der jüdischen Zusammenhänge im Galuth durch eine vom zionistischen Geist erfüllte Arbeit In den jüdischen Gemeinden, ln dieser Arbeit sollen die matcriellcn Forderungen des Gemeindeprogramms deutlich verbunden werden mit der Betonung der in der zionistischen Bewegung lebenden sittlichen Ideale, f) den Ausbau der Zusammenarbeit mit den der Jewish Agency angehörenden deutschen Nichtzionisten. 2. Die Leitung der Z. V. f. D. soll in ihren Aeußerungen zu den außenpolitischen Fragen auch in Zukunft folgende Grundlinien vertreten: Die Lösung der politischen Fragen kann weder von einer militanten Araber-Politik noch von der bloßen Berufung auf juristische Formulierungen erwartet werden. Unsere Politik hat mit aller EntschiSlenheit die im Mandat zugesicherte aktive Unterstützung der Mandatarmacht anzustreben. Eine solche Politik kann aber auf die Dauer nur dann erfolgreich geführt werden, wenn es uns gelingt, in steigendem Maße Menschen und Mittel für die Verwirklichung der Balfour- Deklaration in Bewegung zu setzen. Die durch unsere eigene Leistung repräsentierte Macht ist die Grundläge jeder richtigen zionistischen Politik. Für die Erreichung des von uns erstrebten politischen Zieles ist der Ausgleich mit dem arabischen Volk von höchster Bedeutung. Es muß alles geschehen, um in Erez-Israel einen modus vivendi zwischen der jüdischen und arabischen Nation ohne Rücksicht auf Majorität und Minorität beider Teile zu schaffen, der uns politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung sichert Die Realität von zwei in Erez-Israel lebenden freien Nationen ist durchaus vereinbar mit der vollen Verwirklichung unpefer zionistischen Hoffnungen. 3. Wir wünschen die gegenwärtige Organisation der Z. V. f. D., in der trotz aller Parteigegensätze der Wille und die Möglichkeit zu zionistischer Arbeit in geschlossener Front nicht zerstört worden sind, aufrechtzuerhalten.. Daher fordem wir auch für die Zukunft die Zurückstellung von Gruppen- und Fraktfonsinteressen zugunsten der allen deutsehen Zionisten gemeinsamen Arbeit Die leitenden Körperschäften der Z. V7f.D. müssen durch solche Personen besetzt werden, die — unbeschadet aller menschlichen Nuancen und taktischen Differenzen -- bereit und fähig sind, in loyaler Zusammenarbeit gemeinsam die Verantwortung für die Geschäfte der Z. V.f.D. zu übernehmen. Zar AnlklSrnng Um Gerüchten entgegenzutreten, die teilweise von prominenter Seite verbreitet werden und dahin gehen, daß der Misrachi die Abhaltung eines Delegiertentages nicht gewünscht habe und mit der Beibehaltung der bisherigen Geschäftsfüllrang ohne entscheidende Aenderringen einverstanden sei, stellen wir folgendes klar: In einem bestimmten Stadium der letzten Landesvorstands- Sitzung (November) wurde zwischen Vertretern des Misrachi und mehrerer anderer Richtungen einerseits, und Herrn Blumenfeld andererseits, die Möglichkeit besprochen, ohne Abhaltung eines Delegiertentages, durch Beschluß des Landesvor- Standes, eine Aenderung in der Geschäftsführung herheiziiführen, die auch die oppositionellen Parteien befriedigen könne. Ein von der Hamburger Zionistischen Ortsgruppe vorliegender Antrag hatte die unmittelbare Veranlassung zu dieser Besprechung gegeben. Bei der Gelegenheit erklärte der Vertreter des Misrachi, daß seiner Partei die Vermeidung des Delegiertentages, mit Rücksicht auf die wichtigen konstruktiven Arbeiten der Z. V. f. D., wünschenswert erscheinen würde, wenn man sich auf ein Präsidium aus Angehörigen verschiedener Richtungen einigen könne, so daß in Zukunft die Politik der Z. V.f. D. auf einer breiteren Basis geführt würde, die eine Befriedung innerhalb der Zionisten Deutschlands herbeizuführen geeignet wäre. Hierbei wurde zugegeben» daß die Vertretung der Zionistischen Vereinigung nach Süßen in den Händen des bisherigen Vorsitzenden liegen könne. Dabei war nicht die Rede davon, daß die Geschäftsführung, wie bisher, in den Händen eines verantwortlichen Vorsitzenden und eines geschäftsfiihrenden Ausschusses in der Form des jetzigen hegen soll. Dem Vorschläge des misrachistischen Vertreters stimmte auch Herr Biumcnfeid zu, es ergab sich dann aber in einer Besprechung mit einem weiteren, nicht der gegenwärtigen Opposition ungehörigen Kreise, daß eine solche Einigung im Landes- Vorstand nicht herbeizuführen sei. Daraufhin beschloß der Landesvorstand mit überwiegender Majorität die Abhaltung des Delegiertentages. Aus obigem geht klar hervor, daß das Gerücht, daß der Misrachi gegen Abhaltung des Delegiertentages gewesen sei, nicht richtig ist. Zentralbüro des Misrachi. Persönliches. Unser Gesinnungsgenosse Herr Dr, Arthur Hantke, geschäftsführender Direktor des Keren Hajessod, ist durch das Ableben seines Vaters, Herrn Ignatz Hantke, in Trauer versetzt worden. Der Verstorbene, der trotz seines hohen Alters von 86 Jahren bis in die letzte Zeit volle Geistesfrische bewahrt hat, war ein guter Jude und erfreute sich in den weiten Kreisen seiner Bekannten und Geschäftsfreunde großer Wertschätzung■. Wir sprechen Herrn Dr. Hantke und seiner Familie anläßlich dieses Verlustes unser herzliches Beileid aus und sind überzeugt, daß die deutschen Zionisten, und darüber hinaus die ganze zionistische Welt, sich diesen Gefühlen der Sympathie und der Teilnahme für den verdienstvollen zionistischen Führer und Vorkämpfer anschließt. Schekelsammluna 5690 Die Abgabe der Schekelblock• ist erfolgt. Wir bitten «De Gruppen und Schekel Vertrauensleute «ach noch Hl dieser Stelle um die sofortige Einleitung der Schekelaktion und um regelmäßige Berichterstattung. Der Schekelpreis bleibt mit 1,50 M. unverändert. Zionistisch« Vereinigung für Deutschland Landesschekelkommfsslon Presse-Revue Karl Kautsky hatte im ״Vorwärts“ vom 4. und 6. Oktober d. J. einen Artikel ״Die Aussichten des Zionismus“ veröffentlicht, in welchem er scharfe Angriffe gegen den Zionismus und seine Ziele richtete und die Ver* wirklichung der Idee des Jüdischen Nationalheims als unmög• lieh hinzustellen versuchte. Im ״Vorwärts“ von Sonntag, dem 8. Dezember, veröffentlicht nun Eduard Bernstein eine ״Antwort an Karl Kautsky“, In der er warm für das zionistische Werk eintritt. * ״Les Cahiers des Droits de l'Hoite“, das Organ der französischen Liga für MMenschenreebte, veröffentlichte in der Nummer vom 30. September zwei längere Aufsätze von Victor Basch und Fernand C o r c o s über das Jüdische Nationalheim. In beiden Aufsätzen kommt Sympathie für das jüdische Palästinawerk zum Ausdruck. — In den ״Blättern des Jüdischen Frauenbundes für Frauenarbeit und Frauenbewegung“, Dezember 1029. veröffentlicht Helene Hanna Thon einen Aufsatz unter dem Titel ״Das Hilfswerk der palästinensischen Frauen“. Im AnschluB an den Artikel von Frau Thon erläßt der Jüdische Frauenbund einen Aufruf, Spenden zum Zwecke der Errichtung einer Lehrklasse für Spitzennäherinnen in Safed zur Verfügung zu stellen. Solche Spenden sind an das Postscheckkonto Berlin 068 02 mit dem Vermerk ״Palästinahilfe“ einzusenden. — In der ״Neuen Züricher Zeitung“ vom 10, Dezember schreibt Prof. Dr. Ludwig Köhler, Zürich, im Leitartikel über die ״Zukunft Palästinas“. Prof. Köhler war Korreferent in der Züricher Versammlung, in weleher Nahum S 0 ko low unmittelbar nach den blutigen Ereignissen in Palästina einen Vortrag hielt. Köhler kommt in seinem Aufsatz auf Sokolows Ausführungen zu sprechen und meint, daß die zionistische Politik bisher Fehler begangen habe, die nur durch feinen politischen Takt gutgemacht werden könnten. Er schließt mit den Worten: ״wenn jemand meinen könnte, daß es sich nur um den Streit um ein entlegenes, kleines und unbedeutendes Land handle, so würde er irren. Palästina ist noch immer imstande, die Gemüter der Welt zu erregen. Die Würde Englands, der Stolz der ganzen arabischen Welt, die Stellung des Judentums, das wahrlich genug gelitten hat, sie alle feilen in die Wagschale. Ke Zukunft Palästinas ist eine große Frage der gesamten M e n s ch h eit.“ Ein statistisches Handbuch für Palästina. Das Hauptbüro des Keren Hajessod gibt ein statistisches Handbuch über Palästina heraus, das unter besonderer Berücksichtigung des jüdischen Aufbauwerkes in über hundert Tabellen ein- Gehendes statistisches Material Über die gesamte Entwicklung es Lahdes nach dem Kriege gibt. Die Zusammenstellung und Bearbeitung des Materials hat Herr David Gurewitz, der Leiter des Statistischen Büros der Zionistischen Exekutive, übernommen, wobei ihm eine Kommission, bestehend aus den Herren Dr. Alfred Bonne, Dr. Hans Kohn und Dr. Arthur Ruppin, zur Seite stand. Das Buch wird nach Erscheinen durch das Hauptbüro des Keren Hajessod zu beziehen sein. Der Hilfsverein der Deutschen Juden veranstaltete am 10. d. M. einen Geselischaftsabend im Kaiserbof. Professor Albert Einstein eröffnete diesen mit der folgenden Ansprache: ״Wir Juden sind dadurch beständig bedroht, daß wir überall als eine Minorität leben, die sich durch den Komplex ihrer Traditionen von der Umwelt unterscheidet. Hieraus erwächst für die Individuen eine Gefährdung teils Wirtschaftlieher, teils moralischer Art, wirtschaftliche Gefährdung durch Verdrängung aus Berufen, moralische durch Vereinsamung, die meist zu armseligem Egoismus führt. Gegen diese Schäden hilft uns nur jüdische Solidarität, v^enn diese sich auch vornehmlich durch das persönliche Verhalten von Mensch zu Mensch auswi ken muß, so bedarf es doch zur Abhilfe gegen die krassesten Notstände solcher Organisationen, die kontinuierlich und systematisch arbeiten. Unter diesen Organisationen nimmt der Hilfsverein der Deutschen Juden, einen hohen Rang ein, teils durch seine großen Leistungen in der Vergangenheit, teils durch seine Parteilosigkeit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. In dieser Zeit wirtschaftlicher Depression pflegen viele atn falschen Orte zu sparen - - nämlich indem sic sich ihren sozialen Pflichten entziehen, statt ihren privaten Bedarf einzuschränken. Denken Sic selber darüber nach: ich habe nicht das Zeug zum Prediger in der Wüste.“ — Der Abend nahm einen glanzvollen Verlauf. Ein aus den bekannten Konzertmeistern Prof. Leonid Kreutzer, Deman, Reitz, Dechert und Krüger zusammengesetztes Quintett spielte Schuberts Opus 114, Prof. Leonid Kreutzer Klavierstücke von Chopin. Generalintendant Carl Ebcrt (Darmstadt) las Tolstoi. Viel Beifall ernteten die Sängerinnen Marguerete Perras und Agnes Lenbach (am Fhigel begleitet von Kapellmeister Johannes Heidenreich). Den Abschluß bildeten Produktionen des Komponisten Kurt Weiß, der die Lewis Ruth-Band dirigierte, während Lotte Lenja Songs aus ״Dreigroschenoper" und ״Happy End“ von Kurt Weil! vertrug. Gruppe der Unabhängigen Allgemeinen Zionisten. Am Sonnabend, dem 14. Dezember, finden zwei Versammlungen statt. Erste Versammlung im Sitzungssaal der Synagoge Fasanenstr. 79/80; /,weite Versammlung in der Aula der Knabenschule Große Hamburger Str. 27. Redner: Kollenscher, Kareski, Sandler, Martin Ascher u. a. Synagogenverein Friedenstempel. Vortragszyklus des Herrn Rabb. Dr. Bergmann über die Religionsstifter, beginnend Mittwoch, den 8. Januar 1930, abends 8*/3 Uhr, in den Vortragsräumen der Synagoge Friedenstempel, Berlin-Halensee, Markgraf- Albrecht-Straße. —- Am Sonntag, dem 29. Dezember, findet in den Logenräumen, Joachimsthaler Str. 13, ei» Chanukkahfest nachmittags um 4 Uhr für Kinder, 8*/s Uhr abends für Erwachsene mit Vorträgen statt. Druckfehler-Berichtigung. In dem Referat von Dr. Bruno Kirsch net über den Vortrag von Prof. Yahuda in der vorigen Nummer der ״Jüd. Rundschau“ (in dem_ Artikel ״Mizrajitn“) haben sich leider mehrere sinnstörende Druckfehler eingeschlichen. Im dritten Absatz, Zeile 2, soll es nicht heißen, daß ״die Alttestamentler die Bedeutung Aegyptens für die Bibel nie erkannt“, sondern im Gegenteil, daß sie sie nie v e rkannt haben. — Ferner heißt es im zweiten Absatz, Zeile 22, nicht ״Moses׳ Erzählungen", sondern «Moses’ 1: r 7 i e 11 u n g am Pharaonenhofe“. — Schließlich soll in der Einleitung nicht auf die Antrittsvorlesungen Prof. Yahifdas im Jahre 1005 bezug genommen werden, sondern auf die Antritts Vorlesung. XXm. Delegierientag dar Zionist. Vereinigung für Deutschland in Jena, Volkshaus (Carl - Zeit! > Pl&iz) atn 29. und 30. Dezember 1929 Tagesordnung. Sonntag, den 29. Dezember, 10 Uhr vorm. 1. Eröffnung des Delegiertentages durch den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 2. Wahl des Büros. 3. Die politische Situation im Zionismus und in Palästina. Referent: Dr. Chaim Weizmann. 4. Debatte. 6 Uhr nachmittags: 5. Die zionistische Arbeit in Deutschland. Referent: Kurt Blumenfeld. Abendsitzung: 6. Debatte über das Referat: Die zionistische Arbeit in Deutschland. Montag, den 30. Dezember, 10 Uhr vorm. 7. Fortsetzung der Debatte. 8. Anträge und Wahlen. Wahlvorschriften. 1. Die Wahlen zum XXIIL Delegiertentag der Z. V. f. D. müssen stattfinden In der Zeit vom 14. bis 19. Dezember einschließlich. Wahlen, die vor oder nach diesem Termin stattfinden, sind ungültig. 2. Aktives Wahlrecht haben nur Mitglieder der Z. V. f. D , die das 18. Lebensjahr vollendet haben, den Schekel für das Jahr 5689 oder 5690 entrichtet und den Landesbeitrag für das Jahr 1929 bezahlt haben. In der Zahlung der Zionistensteuer ist der Landesbeltrag einbegriffen. Der Landesbeitrag beträgt 1,- RM. Die Mitgliedschaft zur Z. V. f. D. setzt nach § 2 des Statuts der Z. V.f.D. die Zugehörigkeit zu einer Ortsgruppe oder einem Gruppenverband der Z. V. f. D. voraus. 3. In jeder Ortsgruppe muß eine Wahlkartothek angelegt werden, auch in den Ortsgruppen, in denen Verhältniswählen nicht stattfinden. In die Wahlkartothek werden nur diejeni en Mitglieder der Z. V. f. D. auf genommen, ie die Zionistensteuer, bzw. den Landesbeitrag für 1929 bis zum 9. Dezember 1929 bezahlt haben. 4. Die Wählleitungen haben sämtlichen Wahlberechtigten eine auf seinen Namen lautende Wahllegitimation zuzu• stellen. Die wahlberechtigten Mitglieder von Sonderverbänden, die in dem betreffenden Wahlbezirk einen eigenen Wahlkörper bilden, erhalten keine Wahllegitiriiätiön. 5. Diejenigen Mitglieder der Z. V. f. D., die trotz recht• zeitiger Erfüllung ihrer Beitragsverpflichtungen (Schekel, Zio• nistensteuer, bzw. Landesbeitrag) eine Wahilegithnation nicht erhalten, können bis zum Tage der Wahl eine solche Wahl־ legitimation unter Vorzeigung der entsprechenden Belege reklamieren. 6. Die Wahl ist in sämtlichen Ortsgruppen direkt und geheim. Jeder Wähler muß persönlich seine Stimme abgeben. (Wahl durch Zuruf oder Handaufheben ist unzulässig.) 7. In Ortsgruppen, in denen nur ein Wahlvorschlag existiert, entfällt der Wanlgang. Die auf dem betreffenden Wahlvorschlag verzeichneten Kandidaten gelten als gewählt. 8. Jeder Wähler kann sein Wahlrecht nur einmal ausüben. Die Ortswahlleitungen haben darauf zu achten, daß jeder Wähler ihrer Ortsgruppe nur in einer Wahlliste geführt wird und haben die entsprechenden Listen vor der Absendung an die Z. V. f. D. miteinander zu vergleichen. Wähler, die in mehr als einer Wahlliste aufgeführt sind, werden aus samtliehen Wahllisten gestrichen. 1. Jedes Mitglied der Z. V. f. D., das für das laufende Jahr den Schekel sowie Zlonistensteuer oder Landesbeitrag entrichtet hat, hat mit Vollendung des 18. Lebensjahres das aktive, mit Vollendung des 20, Lebensjahres das passive Wahlrecht zum Delegiertentag. 2. Das passive Wahlrecht zum Delegiertentag steht nur solchen Angehörigen der Z. V. f. D. zu, die ihre Maasserpflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. Dem Wahl- Prüfungsausschuß ist von jedem Delegierten eine schriftliche Bestätigung des Keren Hajessod vorzulegen; die Anerkennung des Mandats ist zu versagen, falls die Oberste Vertrauenskommission Einspruch erhebt. 3. jede Ortsgruppe von mindestens 25 Mitgliedern wählt einen Delegierten. Ortsgruppen von mehr als 75 Mitgliedern wählen zwei Delegierte und für jedes weitere Hundert Mitglieder einen weiteren Delegierten, wobei überschießende 50 Mitglieder einem vollen Hundert gleichgerechnet werden. Es wählen demnach: Ortsgruppen von 25 bis 75 Mitgliedern 1 Delegierten ״ 2 ,, 125 ,, 76 ״ ״ 3 ״ 225 ״ 126 ״ ״ 4 ״ 325 ״ 226 ״ ״ ,, usw. Als Mitglieder der Ortsgruppe werden hierbei nur diejenigen Zionisten gerechnet, für die der Schekel für das Jahr 5689 und der Zlontstensteuerbeitrag oder der Landesbeitrag für 1929 in bar an die Z.V.f.D• spätestens bis zum 9. Dezember überwiesen ist. 4. Niemand darf sein Mandat doppelt (in der Ortsgruppe und in einer Sonderorganisatlon) ausüben. 5. Jeder Delegierte verfügt auf dem Delegiertentag nur über eine Stimme. Die Delegierten-Mandate sind nicht übertragbar. Die Delegierten sind an Aufträge und Instruktionen nicht gebunden. 6. Schriftliche Wahlen sind nicht gestattet. Unterbringung Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht b&ben, am Delegiertentag teilzunehmen, werden dringend gebeten, dies frühzeitig Herrn cand. jur. Wulf Mirlin, Jena, Lutherstr. 143, mitzuteilea.

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