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Jüdische Rundschau · 1929-12-10 · Heft 97 (10.12.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 97 (10.12.1929)
Date
1929-12-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1929 .!סל.10 ידמ JÜED1SCHE RUNDSCHAU Seite 055 XXIII. Delegiertentag der Zionist. Vereinigung für Deutschland in Jena, Volk»haus (Carl > Zeifj - Platz) am 29. und 50. Dezember 1929 Vorläufige Tagesordnung. Sonntag, den 29. Dezember, 10 Uhr vorm. 1. Eröffnung des Delegiertentages durch den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 2. Wahl des Büros. 3. Die politische Situation im Zionismus und in Palästina. Referent: Dr. Chaim Weizmann. 4. Debatte. 6 Uhr nachmittags: 5. Die zionistische Arbeit in Deutschland. Referent: Kurt Blumenfeld. Abends« tzung: 6. Debatte über das Referat: Die Zionistische Arbeit in Deutschland. IM 0 11 tag, den 30. Dezember, 10 Uhr vorm, 7. Fortsetzung der Debatte. S. Anträge und Wahlen. Wah Ivorsch rif ten. 1. Die Wahlen zum XXIII. Delegiertentag der Z. V. *'. D. müssen stattfinden in der Zeit vom 14. bis 19. Dezember einschließlich. Wahlen, die vor oder nach diesem Termin stattfinden, sind ungültig. 2. In sämtlichen Wahlorten sind Ortswahlkommissionen aus den Vertretern aller an diesem Orte an der Wahl beteiligten Richtungen zu bilden. Die Ortswahlkommission soll Wahlbestimmungeil im Rahmen dieser Bekanntmachung erlassen. 3. In Orten, In denen Verhältniswahlen stattfinden, sind die Wahlvorschläge bis spätestens eine Woche vor den Wahlen einzureichen. Sie müssen eine von der Ortswahlkommission fcstzusctzende Anzahl von Unterschriften tragen. 4. Die Wahlleitung jedes Ortes hat die Wahllokale und die genauen Wahltermine (Tag und Stunden) spätestens drei Tage vor Beginn der Wahlen in der Jüdischen Rundschau oder in ortsüblicher Weise bekanntzugeben. 5. In den Orten, in denen laut Statut Verhältniswahlen stattfinden, sind die Wahlvorschläge spätestens drei_Tage vor der Wahl in der Jüdischen Rundschau oder in ortsüblicher Weise bekanntzugeben. In Ortsgruppen mit über 300 Mitgliedern müssen Verbälfniswahkti, «tattfinden. In kleineren Ortsgruppen können Verhältniswahlen auf Grund eines Beschlusses der General- Versammlung stattfinden. 6. Aktives Wahlrecht haben nur Mitglieder der Z.V. f. D., die das 18. Lebensjahr vollendet haben, den Schekel für das Jahr 5680 oder 5600 entrichtet und den Landesbeitrag für das Jahr 1920 bezahlt haben. In der Zahlung der Zionistensteuer ist der Landesbeitrag einbegriffen. Der Landesbeitrag beträgt 1,— RM. Die Mitgliedschaft zur Z. V. f. D. setzt nach § 2 des Statuts der Z. V. f. D. die Zugehörigkeit zu einer Ortsgruppe oder einem Gruppenverband der Z. V. f. D. voraus. 7. In jeder Ortsgruppe muß eine Wahjkartothek angelegt werden, auch in den Ortsgruppen, in denen Verhältniswählen nicht stattfinden. In die Wahlkartothek werden nur diejenigm Mitglieder der Z. V. f. D. auf genom men, die die Zionistensteuer, bzw. den Landesbeitrag für 1920 bis zum 9. Dezember 1929 bezahlt haben. 8. Die Wählleitungen haben sämtlichen Wahlberechtigten eine auf seinen Hamen lautende Wahllegitimation zuzustellen. Die wahlberechtigten Mitglieder von Sonderverbinden, die in dem betreffenden Wahlbezirk ־ einen eigenen Wahtkörper bilden, erhalten keine Wahllegitimation. 9. Diejenigen Mitglieder der Z. V. f. D., die trotz rechtzeitiger Erfüllung ihrer Beitragsverpflichfungen (Schekel, Zlonistensteuer, bzw. Landesbeitrag) eine Wahllegitimation nicht erhalten, können bis zum Tage der Wahl eine solche Wahllegitimation unter Vorzeigung der en!sprechenden Belege reklamieren. 10. Die Wahl ist in sämtlichen Ortsgruppen direkt und geheim. Jeder Wähler muß persönlich seine Stimme abgeben. (Wahl durch Zuruf oder Handaufheben ist unzulässig.) 11. In Ortsgruppen, in denen nur ein Wahlvorschlag existiert, entfällt der Wahlgang. Die auf dem betreffenden Wahlvor* schlag verzeichneten Kandidaten gelten als gewihlt. 12. Jeder Wähler kann sein Wahlrecht nur einmal ausüben. Die Ortswahlleitungen haben darauf zu achten, daß jeder Wähler ihrer Ortsgruppe nur in einer Wahlliste geführt wird und haben die entsprechenden Listen vor der Absendung an die Z. V. f. D. miteinander za vergleichen- Wfhler, die in mehr als einer Wahlliste aafgeführt sind, werden aus samtliehen Wahllisten gestrichen. 1. Jedes Mitglied der Z.V.I.D., das für das laufende Jahr den Schekel sowie Zlonlstenstener oder Landesbeitrag entrichtet hat, hat mit Vollendung des 18. Lebensjahres das aktive, mit Vollendung des 20. Lebensjahres das passive Wahlrecht zum Delegiertentag. lim die Reinheit der Wahlen zu gewährleisten, darf das Wahlrecht nur ausgeübt werden auf Orund einer Wahllegitimation. Ausführungsbestimmungen zu diesem Punkt ergehen noch. 2. Das passive Wahlrecht zum Delegiertentag steht nur solchen Angehörigen der Z. V. f. D. zu, die ihre Maasserpflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. Dem Wahl- Prüfungsausschuß ist von jedem Delegierten eine schriftliche Bestätigung des Keren Hajessod vorzulegen: die Anerkennung des Mandats ist zu versagen, falls die Oberste Vertraucnskommission Einspruch erhebt. 3. Das Wahlrecht zum Dclcgierfentag steht nur Ortsgruppen zu, die mindestens drei Monate vor Einberufung des Delegiertentages bestanden haben und vom Landesvorstand bestätigt sind. Die Ortsgruppen sind für die Abführung des Landesbeitragesfür alle diejenigen Mitglieder, die nicht Zionisten- Steuer zahlen, an die Z. V. f. D. verantwortlich. 4. Bei der Berechnung der Mandate zum Delegiertentag werden einer Gruppe als Mitglieder nur diejenigen angcrechnet, die im Jahre 1929 Zionistensteuer oder Landes beitrag gezahlt haben. 5. Jede Ortsgruppe von mindestens 25 Mitgliedern wählt einen Delegierten. Ortsgruppen von mehr als 75 Mitgliedern wählen zwei Delegierte und für jedes wettere Hundert Mitglieder einen weiteren Delegierten, wobei übcrsclueße!1de 50 Mitglieder einem vollen Hundert gleicligercchnet werden. Es wählen demnach: Ortsgruppen von 25 bis 75 Mitgliedern 1 Delegierten ״ 2 ,, 125 ״ 76 ״ ״ 3 ״ 225 ״ 126 ״ ״ ״ 4 ״ 325 ״ 226 ״ ״ usw. Als Mitglieder der Ortsgruppe werden hierbei nur diejenigen Zionisten gerechnet, für die der Schekel für das Jahr 5689 und der ZionistensfeuerbeRrag oder der Lartde־helfrag für 1929 in bar an die Z.V.f.D. spätestens bis zum 9. Dezember Uberwiesen ist. 6. Mitglieder von Ortsgruppen, die nach parteimäßigen, beruflichen oder irgendwelchen anderen Oesichtsnunkten zusammengeschlosscn sind, üben ihr Wahlrecht als Einzelmitglieder innerhalb der Ortsgruppe aus. Auf Antrag der Landeszentrale eines Sonderverbandes ist den Angehöri״en dieses Sonderverbandes zu gestatten, innerhalb eines Wahlbezirks einen eigenen Wahlkorper zu bilden. Niemand darf sein Mandat donnelt (in der Ortsgruppe und in einer Sonderorganisation) ausüben. 7. Die Mitglieder des Landesvorsfande«. der Vorsitzende des Finanzausschusses, der Vorsitzende des Ehrengerichts und der Fhrengerichfsnmv.dt haben als solche auf dem Delegiertentag Sitz, aber kein Stimmrecht. Sie sind iedoch in das Präsidium und In die Kommissionen des Delegiertentages wählbar und haben innerhalb dieser Körperschaften Stimmrecht. (Selbstverständlich können sie auch zu Delegierten gewählt werden.) 8. Jeder Delegierte verfügt auf dem Delegiertentag nur über eine Stimme. Die Delegierten-Mandate sind nicht übertragbar. Die Delegierten sind an Aufträge und Instruktionen nicht gebunden. 9. Schriftliche Wahlen sind nicht gesfattet. Unterbringung Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, am Deleglerfenfag teilzunehmen, werden dringend gebeten, dies frühzeitig Herrn cand. jur. Wulf Murlin, Jena, Lutherstr. 143, mftzutelfen. Es stehen Zimmer In Hotels mit Zentralh. und fließ. Wasser von 4,~ bis 8.50 M. inkl. Steuer und Bedienungszuschlag. in Hotels mit Zentralh. ohne fließ. Wasser inkl. Steuer, Bedienungszuschlag zum Preise von 350 M. ab, gute Privatquartiere zum Preise von 2,50 M. zur Verfügung. Bei allen Bestellungen ist die genaue Ankunft und die Aufenthaltsdauer anzugeben und auch nitzuteilen, oh Zimmer mit einem oder zwei Betten gewünscht werden. Die Be- Stellung von Einzelzimmern muß besonders frühzeitig erfolgen. Verpflegung Die rituelle Verpflegung hat der Restaurateur Gottlieb aus Leipzig übernommen. Eintrittskarten Es werden Eintrittskarten zum Preise von 3,— M. ausgegeben. Jugendliche erhalten Eintrittskarten zum Preise von 1,— M. nur durch Vermittlung der Jugendyerbände. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Mitteilangen der OrfswaMkommission Berlin Laut Wahlordnung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland machen in Berlin die Sondergruppen: Mis~ rachi, Vereinigung Radikaler Zionisten, Zionisten-Revisionisten und Hapoel-Hazair von dem Recht Gebrauch, einen eigenen Wahlkörper zu bilden, und scheiden somit aus der Proportionalwahl in der B. Z. V. aus. Für die Wahlen in der B. Z. V. sind folgende dr e f W a h!- Vorschläge eingereicht worden: Liste f: Unabhängige Allgemeine Zionisten. 1. Max Koilenscher 2. Aron Sandler 3. Oeorg Kareski 4. Martin Ascher 5. J. Engländer 6. Leo Kaminski 7. Kurt Tuchler 8. S. Dyk 9. Justus Schloß 10. Leo Danziger 11. Israel Taubes 12. Emil Levy 13. Carl Lewin 14. James Ellenbogen 15. siegmund Rochelsohn 16. Lena Bernstein 17. Willy Schön 18. Emst Halitzki 1. Kurt 2. Siegfried Moses 3. Arthur Rau 4. Alfred Apfel 5. Siegfried Hirsch 6. Hugo Wolfermann 7. Upmann Baruch 8. Jenny Blumenfeld 9. Moses Waidmann 10. Karl Glaser 11. Hans Kaufmann 12. Werner Bloch 13. Heinz Gerling 14. Paul Hirsch 15. James Bendersk) 16. Georg Baer 17. Max Tischler 18. Max W. Kober 19. Joseph Hirsch 20. Edith Hirsch 21. Benno Cohn 22. Erich Cohn 23. Moritz Bileski 24. Siegfried Kanowitz 25. Salii Hirsch 26. Herbert Foerdrr 27. Isaac Feuerrin Liste II: Allgemeine Zionisten — Linkes Zentrum. Blumenfeld Liste III: Sozialistische Zionisten. 1. Frit z Naphtali 2. Georg Landauer 3. Alfred Berger 4. Kurt Loewenstein 5. Kurt Mendelsohn 6. Etienne Basch 7. Max Kreutzberger 8. Joseph Blumberg Ortswahlkommission Berlin. Dr. Werner Bloch. Ortspappen Dresden. Am 28. November sprach Herr Rechtsanwalt. Dr. Koilenscher, Berlin, über das Thema: ״Die internen Vorginge innerhalb der Zionistischen Vereinigung für Deutschland während der letzten Monate“'. In längeren Ausführungen versuchte er zu rechtfertigen, weshalb er einen anderen Weg eingeschlagen und sich veranlaßt gesehen hatte, eine neue Gruppe zu bilden. Trotz der schweren Zeit wäre er gezwungen gewesen, auch zum Delegicrtentag aufzurufen. Die Schwere der Lage sei dadurch gekennzeichnet, daß seiner Ansicht nach der Zionismus in Deutschland in Gefahr sei. ist das der Fall, dann dürfe er nicht schweigen und auf keine Zeitumstände Rücksicht nehmen. Vor allem richteten sich seine Vorwürfe gegen die Leitung der Z. V. f. D., weil sie ganz verantwortungslos gehandelt und nicht verstanden hatte, die Gefühle der Juden auszulösen. Die seinerzeitigen Ereignisse in Palästina und insbesondere die Klagemaucr-Angelcgenheit wurden von der Leitung bagatellisiert. Ueberliaupt war die Leitung von einer defätistischen Stimmung beherrscht. Vor allem ist festzustelien, daß die große Linie verloren gegangen und der alte Judenstaatgedanke in den Hintergrund getreten sei. Auch innerpolitisch hat die Leitung und an ihrer Spitze Blumenfeld versagt. Namentlich ist zu beanstanden, daß nur Bündnispolitik geübt wurde, die die Gefahr in sich birgt, daß Menschen, die ln anderen Lagern stehen, nicht gewannen werden können. Man leidet daher an einem starken Schwund von Anhänger». Im Zusammenhänge mit diesen Vorwürfen griff er auch die ״Jüdischc Rundschau“ stark an. Für das Zustandekommen des Delegiertentages fühlen er und seine Freunde sich voll verantwortlich. — In der Aussprache traten Herrn Dr. Koilenscher die Herren Dipl.-lng. G r ii n s t e i 11 und Otto Lehmann entgegen. Ersterer bedauerte sehr, daß Redner in einer so verletzenden Art gesprochen und die Leitung ganz unzutreffend charakterisiert hat. Die Verdienste von Blumenfeld wären zu unrecht herabgesetzt. Während Blumenfeld entschiede« als Realpolitiker anerkannt werden muß, ist Koilenscher als Phanfast zu bezeichnen, dessen Ausführungen jede reale Grundlage vermissen ließen. In der Klagemauer-Angelegenheit hatten gewisse Kreise ganz unpolitisch gehandelt, indem sie in überspannter Weise diese in den Vordergrund treten ließen. Dadurch gaben sie Anlaß zur Bildung einer geschlossenen arabischen Front. In ähnlicher Richtung bewegte» sich die Ausführungen von Herrn Lehmann, der sich gegen den Ton verwahrte, mit dem der Kampf geführt wird. Er sei daher über den Politiker Koilenscher sehr enttäuscht. Lehmann widerlegte Punkt fiir Punkt die von Dr. Kollenscher vorgebrachten Vorwürfe und behandelte insbesondere ausführlich das Araber- Problem. Als dritter Diskussionsredner ist noch Herr Weinreich zu erwähnen, der eine vorher verfaßte längere Abhandlung vorlas. Diese stand zwar in keinem engen Zusammenhang mit den angeschnittenen Fragen. Grundsätzlich erklärt er sich aber mit dem Standpunkt von Dr. Koilenscher einverstanden. Die Aussprache zog sich bis nach Mitternacht hin. Dr. Köllenscher hielt ein kurzes Schlußwort, indem er die Diskussionsreden zu entkräften versuchte. Es kann nicht unerwähnt bleiben, daß Dr. Koilenscher in einer etwas schroffen und aufreizenden Form die Anwesenden zur Gefolgschaft aufforderte. CÜ.;51fe*rsnen. Die Zionistische Ortegruppe leitete ihre Winterarbeit mit einem Vortrag des Herrn Dr. P.h i I i p ß, Dortmund über die politische Situation des Zionismus ein. Der Referent schilderte die durch die Unruhen hervorgerufene Lage in Palästina, die allgemeinpolitische Situation nach Gründung der Jewlsh Agency und die Lage des deutschen Zionismus vor dem Delegiertentag. In einer regen Diskussion wurde insbesondere die Unruhe in Palästina besprochen und die friedliche Verständigung mit den Arabern als Primat der Pallstinapolitik anerkannt. An Stelje des bisherigen Vorsitzenden, der bereits vor längerer Zeit zurückgetreten ist, wurde gewählt: Herr S. Mechiowitz, Hochstr. 41, Ruf 26 824. Gleiwitz. Am 24. Oktober er. fand die erste Monatsver- Sammlung der diesjährigen Wintersaison statt, in welcher Herr R.-A. Ehrlich einen ״Bericht über die Lage im Zionismus“ gab. Er sprach über die Jewish Agency und die Klagemauerangelegenheit. AJsdann wurde das Winterprogramm besprachen, das in diesem Jahre politisch gefärbt sein müsse. Am 21. November hielt Herr Dr. Hamburger ein Referat ״Trotz allem Palästina“ und besprach den äußeren Anlaß der traurigen Verhältnisse in Palästina, den er in der religiösen Verhetzung der Araber erblickte. Alsdann kam er auf die tieferliegenden Motive, den Kampf der erwachenden arabischen Nation gegen England, zu sprechen. Trotz der düsteren Lage müsse die Arbeit für Palästina weiter geleistet werden, denn unser jüdisches Sein sei aufs engste mit dem Palästinagedanken verknüpft. — Am 28. November fand der erste Vortrag des Zyklus über ״Achad Haam“ statt, den Herr Rabbiner Dr. Ochs in Vorbildlicher Weise abhält. Der Redner sprach zunächst über das Leben Achad Haams und legte die russischen Verhältnisse ausgezeichnet dar, unter denen das Wirken Achad Haams verstand- Uch wird. Das tiefe Wissen des Referenten sowie seine Fähigkeit, bildhaft und eindringlich zu sprechen, gestalten diese Abende zu einem wertvollen Gewinn für die Zuhörerschaft, die sich auch zahlreich aus nichtzionistischen Kreisen zusammensetzt. Dr. E. H. Saarbrücken. Im Oktober sprach in einer gut besuchten, von dem Lokalkomitee der ״Jewish Agency“ einberufenen Ver- Sammlung Herr Dr. Adolf Friedemann über die letzten Ereignisse in Palästina. Die unter dem Eindruck seiner Ausführungen stehende Keren Hajessod-Aktion erbrachte ein Ergebnis von ca. 8000 RM. Im November eröffnete die Ortsgruppe ihre Winterveranstaltung mit einem Vortrag des Herrn Dr. Kanowitz, der gleichfalls in den Mittelpunkt seiner Ausführungen die letzten Ereignisse in Palästina stellte. Die ausgezeichneten Ausführungen des Redners hinterließe« bei den Teilnehmern des stark besuchten Abends einen nachhaltigen Eindruck. Braunschwelg. (Verband Jüdischer Frauen für Palästinaarbeit — Wizo.) Unsere Gruppe veranstaltete am Sonnabend, dem 30. November, eine Buch- und Handarbeitsausstellung, die gut besucht worden ist. Besonders die palästinensischen Handarbeiten fanden großes Interesse. Gleichzeitig hatten wir Frau Dr. Turnowski-Pinner, Berlin, eingeladen, die Ausstellung durch einen Vortrag zu eröffnen. Frau Dr. Turnowski-Pinner sprach über ״Die Aufgaben der jüdischen Frauen in Palästina“ und zeigte in fesselnden, lebendigen Darstellungen die Nöte des palästinensischen Jischuw auf sozialem Gebiet, und zeigte uns den Weg, zu unserem Teil an der Ueberwindung der Schwierigkeiten mitzuwirken, und den palästinensischen Frauen ein sinnvolles Volksleben auf produktiver Grundlage ermöglichen zu helfen. Die von etwa 120 Personen besuchte Versammlung dankte der Rednerin durch reichen Beifall, einige spontane Neuraeldungen von Frauen zu unserer Gruppe war der sichtliche Ausdruck für die Wirksamkeit des Vortrags. Bücher und Handarbeiten wurden gut verkauft. Am 15. Dezember wird Herr Liebenstein, Ain Charod, über ״Araberfragen“ bei uns sprechen. Wir bitten unsere Mitglieder und benachbarte Ortsgruppen, diesen Vortrag zu besuchen. Die Hebräische Lehranstalt veranstaltet Sonnabend, den 14. Dezember, 81/3—10 Uhr abends, im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2 (Stadtbahnhof Börse), einen hebräischen Vortrag mit Lichtbildern. Herr A s c h b e I spricht über: ״Der erste und zweite Tempel und die Geschichte der Klage in a u c r“. Ehemalige Schüler und Gäste willkommen,

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