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Jüdische Rundschau · 1929-12-03 · Heft 95 (3.12.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 95 (3.12.1929)
Date
1929-12-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 95, 3. XE. 1929 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 639 Mirjam Elias klirjam Elias wird am 8. d. M. nachm, fum fweiten Male im Renaissance-Theater vor das Berliner Publikum treten. So kommt die nachfolgende Würdigung ihres ersten Auftretens, infolge Raummansch verspätet, doch für rechten Zeit, um die Aufmerksamkeit auf cdese Darbietung fu lenken. Red. Durch eine Matinee des Renaissance-Theaters, am vergangenen Sonntag, ist in Berlin der Name einer bedeutenden jüdischen Künstlerin bekannt geworden: Mirjam Elias. Eine große schlanke Frau mit einer Stimme von männlicher Fülle begabt, mit phantastischer Ausdrucksfähigkeit der Hände und Finger, die wie gespenstische Schatten in den Raunt hinein greifen, hielt zwei Stunden lang ein anspruchs• volles Publikum in Atem, füllte mit der ausdrucksvollen Bewcglichkcit ihrer einsamen Gestalt die Szene und mit ihrer Stimme den Raum. Man wird sich diesen Namen merken. Das Programm bestand aus drei Abteilungen: einer hebräisehen, in deren Mittelounkt Szenen aus den Dibbuk standen und die Verklärung des Niggun, einer jiddischen mit dramatisch dargestellten Dichtungen von J. L Perez (warum stand auf dem Programm der hier unverständliche Name ״Peritz“?) -י und schließlich Gesängen christlicher amerikanischer Neger, die auf ihre Weise mit den biblischen Themen fertig werden. Dibbuk: Mirjam Elias war neben der Rowina die führende weibliche Gestalt bei der Gründung von ״Habimah“; sie war es, die die Rolle des Chanan schuf und bis zum liebergang an das Jewish Arts-Theater in New York bei Habimah inneliatte. Es ist die problematischste Rolle im Dibbuk. Die Gestalt des exaltierten Jünglings, der in dieser Welt eine andere lebt, ist nicht leicht aus der Atmosphäre, ihrer Wirklichkeit, auf die Szene zu übersetzen. Ein Faust, dem Ahnungen das Wissen ersetzen, der anstürmende Einsichten in aggadischen Disput zwängt und die letzte höchste Erregung, deren sein Leben fähig ist, in die Rezitation des Schir-Haschirim — wie schwierig ist bei seiner Darstellung die Grenze zum Kitsch cinzuhalten. In der Gesamtdarstellung ist dieser Chanan eingebaut in ein Vor- Neben- und Nachher, die ihn tragen. Flier aber stand er isoliert auf der Szene. Und er war wirklich. Das unplastische, nur aus Dynamis bestehende Wesen erhielt Form und plastisches Leben; es gab eine eigene Tragödie. Die Tragödie des Chanan vermochte für sich dazustehen. Perez: Mirjam Elias gab dramatische Monologe, balladenartige Gesänge mit Refrain in szenischer Aufmachung. Und das Ergebnis ist erstaunlich: Die Texte vermochten der schauspielerischen Leistung nicht standzuhalten. Im letrten ernst genommen und verkörpert, entblößten sie ihre unerträglichen Schwächen, sprachlich und sachlich. Perez ist zu sehr Liebling des jüdischen Publikums, als daß man sich mit ein paar Hinweisen zur Begründung begnügen dürfte. Aber Perez, seine roßen positiven Wirkungen und seine Grenzen sind ein Prolern für sich, ein Problem, das nach der negativen Seite hin manchem bei dieser Matinee aufgegangen sein dürfte. Hier mußte nur auf die peinliche Kluft zwischen dem Gegenstand und der Qualität seiner Darstellung hingewiesen werden. Am stärksten wirkte die Künstlerin in zwei Darbietungen, die jüdische Art in ihren intimen, echten Aeußerungen ge-;falteten. Das eine Mal, indem sie den Psalm Al naharoth Bawel — nachdem sie ihn aus ihrem Empfinden vorgetragen hatte — sang ״wie es ihr Großvater zu tun pflegte“. Das andere Mal, indem sie einen Bachur im wortelosen Niggun des Lernens eine schwierige Stelle angreifen und schließlich lösen ließ. Hier war wie in einem Brennpunkt etwas von dem gesammelt, was Habimah neu in die jüdfsche Kunst gebracht hat: die Erhebung des Alltäglichen, des Kollektiv-Jüdischen in die Sphäre des Nacherlebbaren, in aller Erd- und Volkhaftigkeit Erhabenen und Erhebenden. Um dieser beiden Stücke willen allein lohnte es dagewesen zu sein. Schließlich die א e g e r g e s ä n g e: Es ist erstaunlich, wie der ״Bachur“, die Perezsche ״Witwe“ mühelos hinüberglitt zu diesen naiven, gläubigen Gesängen in fröhlichen synkopierten Rhythmen. Gläubig, naiv, volkhaft — hier ist der Zusammenhang zum jüdischen Teil des Programms. Die schwerlose künstlerische Bewältigung der so ganz anderen Form des Ausdrucks, die kaum noch die Identität der darstellenden Person erkennen ließ, ist ein Zeugnis für die Weite ihrer künstlerischen Begabung. Alles ln allem: Mirjam Elias hat die große Habimah- Tradition der gleichmäßigen Beherrschung und künstlerischen Vereinigung von Gesang, Sprechmusik, Gestik, Mimik und Sprache der Hand — und sie hat Persönlichkeit. Der große Erfolg, den sie vor dem erstaunlich zahlreichen und gewählten Publikum ihres ersten Berliner Auftretens hatte, wird ihre Kunst auch in Deutschland populär zu machen helfen und hoffentlich dazu beitragen, die Künstlerin zu wiederlioltem Auftreten zu veranlassen. M. Sp. Liederabend Madeleine Grey Man kann an den Liederabend der Sängerin Madeleine 0 r e y nicht ohne tiefe Erregung denken. Denn hier offenbart;ich Vielseitigkeit eines wahrhaft künstlerischen Menschen, der mit seinem Vortrag bis an die Grenzen des Seelischen vordringt. Madeleine Grey ist nicht Liedersängerin im herkömmlichen Sinne. Ihre Darstellungsart hat ein Doppelgesicht, ist eine Mischkunst, ein Einzelfall. Dem Ausdrucksbedürfnis genügt es nicht, die melodische Linie des Liedes durch feinste gesangliehe Niiancen zu verdeutlichen, sie vergrößert die Wirkung durch die theatralische und doch echte Geste der großen Diseuse. Durch Akkomodation, durch die Fähigkeit sich auf größere und kleinere Entfernungen einzustellen, wird sie so zur Meisterin des Liedes und des Chanson. Ob sie die reizenden Tierballaden eines C h a b r i e 1־ mit schalkhafter Anmut nachschafft, ob sie einen Psalm von Ernest Bloch mit der Wehmut der Rasse erfüllt, oder ob sie in der Berceuse von M i 111 a u d , die sie auf jiddisch singt, seelische Hintergründe des jüdischen Menschen beleuchtet, — immer ist die Melodie musikantisch aufgebaut und doch einfach. Selbst in dem schwachen Lied eines Respighi bleibt sie erschütternd, wenn sie ihre Seele in den Abschiedsblick einer verlassenen Frau legt. Aber dort, wo das Pathos schweigt, wo wie in den populären französischen und sizilianischen Chansons die Burleske vorherrscht, erreicht sie den Höhepunkt der Schilderung. Mit wenigen Tönen malt sie den ganzen Menschen, die kleine schwatzende Näherin, den von Liebesqual verfolgten, Unglückliehen Fuhrmann. Das ist nicht nur großes Musikertum, sondem in seinem Eigenton Folge menschlichen Reichtums. Erich-Walter Sternberg. Der jüdische Museums'Verein gegründet Am Donnerstag, dem 28. November, fand im Hotel Kaiserhof die konstituierende Versammlung des Jüdischen Museumsvereins statt. Rechtsanwalt S. Grone mann begrüßte die Erschienenen im Namen des Gründungsausschusses und führte aus, der Museumsverein soll dokumentieren, daß das Judentum selbst nicht in ein Museum gehört. Auf Antrag von Gronemann erfolgten die Genehmigung der Satzungen und die Wahl des .Vorstandes durch Zuruf. Zum Vorsitzenden wurde Herr Generalkonsul Eugen Landau, zum Schriftführer Dt. Karl Schwarz, zum Schatzmeister Herr Eugen Caspary, zu Beisitzern wurden Adolf Donath, Dr. Max Osborn, Dr. Aron Sandler, Georg Tietz und Arnold Zweig gewählt. Der Vorstand erhielt das Recht, sich durch Heranziehung weitcre Persönlichkeiten zu kooptieren. Generalkonsul Eugen Landau, der nun den Vorsitz übernahm, dankte für seine Wahl zum Vorsitzenden und führte aus, der Verein werde das allgemeine Interesse für jüdische Kunst und Kultur wecken, insbesondere aber die Kunstsamm- Jung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin fördern und zu einem jüdischen Museum ausbauen. Dr. Max Osborn umriß die Geschichte des jüdischen Kunstsammelns; er knüpfte an die erste Ausstellung von Denkmälern jüdischer Kultur und Kunst, die 1887 in der Albert Hall zu London stattgefunden hat, charakterisierte die später in Paris unter dem Protektorat der Baronin Natalie von Rothschild ausgestellte Sammlung Straus, das Entstehen des Wiener, des Prager jüdischen Museums, der Frankfurter und der Breslauer Sammlungen, die Zum Beginn des Wintersemesters empfehlen wir allen, die gründlich Hebräisch erlernen wollen, die von Wissenschaftliehen und pfldagoglsehen Autoritäten als a u B e r o r d e n 111 e h e Leistung beurteilte Einführung In das Hebräisch der Gegenwart von , DAVID JOSEF BORNSTEIN Broschier« RM. 7,50, In Oanslelnen gell. RM. zuzüglich RMI. 0,50 fOr Porto und Verpackung. Ausland RM. 0,70. Lieferung erfolgt gegen Vorauszahlung oder per Nachnahme. » Verlag und Alleinvertrieb! JÜDISCHE RUNDSCHAU 8. M. B. H. Berlin W fS, MelnekeatraBe 10. Postscheck - Konto: 1T3B2. Ausstellung von Gegenständen der jüdischen Volkskunst J896 durch die Henry Jonn-Logc in Hamburg, die Bestrebungen des Nichtjuden Dr. Heinrich Frauberger für Zusammenfassung der gesamten Arbeit der jüdischen Kunst- und Kulturforschung, die Ausstellung jüdischer Kunstdenkmäler 1867 ln Frankfurt a. M. (im Rothschildschen Geschäftshaus). Die jüdischen Abteilungen im Würzburger Museum, im hessischen Landesmuseum zu Kassel u. a. m. Schließlich gab Dr. Osborn eine Darstellung der hochwertigen Kunstsammlung der Bcrliner Jüdischen Gemeinde, zu der der verstorbene Albert Wolff durch seine großartige Schenkung den Grundstein ge-!egt hat. Diese Schenkung wurde durch die Opferwilligkeit der Gemeinde und die Arbeit des Leiters der Bibliothek und der Kunstsammlung Dr. Stern und des Kustos der Kunst- Sammlung Karl Schwarz stark bereichert und vermehrt. Der Redner umschrieb Rahmen und Inhalt des zu schaffenden Museums, das sich nicht allein auf Kunstgegenstände beschränken, sondern auch ein Archiv synagogaler Baukunst, der Schrift-, der Buchdruck- und Buchkunst, der Graphik und der Bildnisse bedeufender Juden sein soll. Dr. Karl Schwarz hielt einen durch Lichtbilder unterstützten fesselnden Vortrag über die Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde. Im Namen des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde erklärte der Dezernent für Bibliotheks- und Kunstwesen, Dr. Aron Sandler, daß die Jüdische Gemeinde ungeachtet ihres zehn Millionen-Etats nicht übermäßig hohe Mittel für das Museum zur Verfügung stellen kann. Wenn der Museumsverein an die Verwirklichung seines Planes schreiten will, wird die Gemeinde sich anstrengen, dem jüdischen Museum ein würdiges Heim zu schaffen. — Max Liebermann wurde zum Ehrenpräsidenten des Vereins gewählt. Gruppenverbandstag Sachsen ■Anhalt Am Mittwoch, dem 20. November, fand in Braunschweig der Gruppenverbandstag Sachsen-Anhalt statt, der von den Ortsgruppen Halle, Magdeburg, Halberstadt, Braunschweig und Gästen aus Flannover und Hildesheim besucht war. Herr Heilbronner eröffnete nach einer Begrüßungsansprache von Herrn Landgerichtsrat Dr. Kopfstein, Braunschweig, den Verbandstag. Herr Blumenfeld hielt ein umfassendes Referat über die gegenwärtige Situation 1m Zionismus. Er sprach über die Grundlagen unserer Politik, über die Größe und Eigenart des zionistischen Zieles, über den Unterschied zwischen politischert Methoden und zionistischer Gesinnung, legte dar, daß es sich bei uns nicht um ״starke“ oder ״schwache“, sondern nur um richtige oder falsche Politik handeln könne. Er sprach über die Eroberung der öffentlichen Meinung, über die Gewinnung der Juden und über die Notwendigkeit des Pioniertums, wobei es neben den Pionieren der Arbeit auch Pioniere des Kapitals geben müsse. Nach Herrn Blumenfeld hielt Herr Dr. Mechner ein Referat über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten des K. K. L. Das Haupterfordernis sei die Schaffung einer Bodenreserve, sowohl für städtischen wie für ländlichen Boden. Dazu sei eine Intensivierung der Sammlungen notwendig, und eine Umstellung der Sammelnden. Nicht der Fonds der kleinen Spende, sondern der Gelegenheitsspende sei der K. K. L. Er erwartet Mitarbeit aller Zionisten, auch der älteren. Die Nachmittagssitzung brachte eine angeregte Diskussion, die neben ideologischen Fragen auch solche der praktischen Arbeit und der künftigen Lanaespolftik behandelte. Die Braun- Schweiger Ortsgruppe des Frauenverbandes für Palästinaarbeit hatte die Delegierten nachmittags zu Gaste geladen. Eine Sammlung durch das Spendenbuch erbrachte 86,50 M. für den KKL. Als Vorort für den nächsten Gruppenverbandstag wurde Halle gewählt. Am Abend fand eine Versammlung des ״Ostjüdischen Vereins“ statt, in der Herr Benzion F e 11 die Ziele des Verbandes der Ostjuden darlegte. wrlg. Gruppenverbandstag Thüringen. Sonntag, den 8. Dezember 1929, Erfurt, ״Erfurter Hof“, 10,30 Uhr: 1. Bericht — Wahl des Vorsitzenden; 2. Referat Dr. Robert Weltsch: ״Grundsätzliches und Aktuelles zur Politik des Zionismus“; 3. Ausspräche. Wahlen zum XXIII. Delcgierteniag der Z. V. i. D. in Jena, Volkshaus (Zeiss-Stiftung) am 29. u. 30. Dezember 1929. Wahlvorschriften (Siehe auch Veröffentlichung in den vorangegangenen Nummern der ״Jüdischen Rundschau“.) 1. Die Wahlen zürn XXIII. Delegiertentag der Z. V. f, V. müssen s t a 11 fi n d e n in der Zeit vom 14. bis 19. Dezember einschließlich. Wahlen, die vor oder nach diesem Termin stattfinden, sind ungültig. 2. In sämtlichen Wahlorten sind Ortswahlkommissionen aus den Vertretern aller an diesem Orte an der Wahl beteiligten Richtungen zu bilden. Die Ortswahlkommission soll Wahlbestimmungen im Rahmen dieser Bekanntmachung erlassen. * 3. In Orten, in denen Verhältniswahlen stattfinden, sind die Wahlvorschläge bis spätestens eine Woche vor den Wahlen einzureichen. Sie müssen eine von der Ortswahlkommission festzusetzende Anzahl von Unterschriften tragen. 4. Die Wahlleitung jedes Ortes hat die Wahllokale und die genauen Wahltermine (Tag und Stunden) spätestens drei Tage vor Beginn der Wahlen in der Jüdischen Rundschau oder In ortsüblicher Weise bekanntzugeben. 5. In den Orten, in denen laut Statut Verhältniswahlen stattfinden, sind die Wahlvorschläge spätestens drei Tage vor der Wahl in der Jüdischen Rundschau oder in ortsüblicher Weise bekanntzugeben. In Ortsgruppen mit über 300 Mitgliedern müssen Verhältniswahlen stattfinden. In kleineren Ortsgruppen können Verhältniswahlen auf Grund eines Beschlusses der General- Versammlung stattfinden. 6. Aktives Wahlrecht haben nur Mitglieder der Z. V. f, D., die das 18. Lebensjahr vollendet haben, den Schekel für das Jahr 5689 oder 5690 entrichtet und den Landesbeitrag für das Jahr 1929 bezahlt haben, ln der Zahlung der Zionistensteuer ist der Landesbeitrag einbegriffen. Der Landesbeitrag beträgt 1,— RM. Die Mitgliedschaft zur Z. V. f. D. setzt nach § 2 des Statuts der Z. V. f. D. die Zugehörigkeit zu einer Ortsgruppe oder einem Gruppenverband der Z. V. f. D. voraus. 7. ln jeder Ortsgruppe muß eine Wahlkartothek angelegt werden, auch in den Ortsgruppen, In denen Verhältniswählen nicht stattfinden. In die Wahlkartofhek werden nur diejenigen Mitglieder der Z. V. f. D. aufgenommen, die die Zionistensteuer, bzw. den Landesbei* trag für 1929 bis zum 9. Dezember 1929 bezahlt haben. 8. Die Wahlleitungen haben sämtlichen Wahlberechtigten eine auf seinen Namen lautende Wahllegitimation 55uru* stellen. Die. wahlberechtigten Mitglieder von Sonderverbänden, die in dem betreffenden Wahlbezirk einen eigenen Wahlkörper bilden, erhalten keine Wahllegifimation. 9. Diejenigen Mitglieder der Z. V. f. D., die trotz rechtzeitiger Erfüllung ihrer Beitragsverpflichtungen (Schekel, Zionistensteuer, bzw. Landesbeitrag) eine Wahllegitimation nicht erhalten, können bis zum Tage der Wahl eine solche Wahllegitimation unter Vorzeigung der entsprechenden Belege reklamieren. 10. Die Wahl ist in sämtlichen Ortsgruppen direkt und geheim. Jeder Wähler muß persönlich seine Stimme abgeben. (Wahl durch Zuruf oder Handaufheben ist unzulässig.) 11. In Ortsgruppen, in denen nur ein Wahlvorschlag existiert, entfällt der Wanlgang. Die auf dem betreffenden Wahlvorschlag verzeichneten Kandidaten gelten als gewählt. 12. Jeder Wähler kann sein Wahlrecht nur einmal ausüben. Die Ortswahlleitungen haben darauf zu achten, daß jeder Wähler ihrer Ortsgruppe nur in einer Wahlliste geführt wird und haben die entsprechenden Listen vor der Absendung an die Z. V. f, D. miteinander zu vergleichen. Wähler, die in mehr als einer Wahlliste aufgeführt sind, werden aus samtliehen Wahllisten gestrichen. Die Haupiwahlkommission für die Wahlen zum XXIII. Delegiertentag der Z. V.f. D. Ortsgruppen Breslau. Die Partei der Zionisten-Revisionisten, Breslau, veranstaltete in diesem Monat zwei Versammlungen für Mitglieder und Freunde, die sehr reges Interesse fanden. Es sprach am 6. November Herr M. Nuß bäum über ״Die Sünden der Exekutive“. Dem Referat folgte eine sehr rege, lang ausgedehnte Diskussion, an der sich die Herren Dr. Loewenstein, Dr. Oelsner, R.-A. Lachmatin, Dr. Cohn, Herr Hamburger, Frankfurt a. M., Dr. Becker und Dr. Prcuß beteiligten. Am 20. November berichtete Frau Edith Lachmatin über den Verlauf der Landeskonferenz der Z. V. f. D. und über die revisionistischen Besprechungen in Berlin. Man erörterte sehr eingehend die Vorbereitungen für den deutschen Delegiertentag. Anschließend daran gab Herr Greiver einen sehr anschauliehen und interessanten Bericht aus den hebräischen Zeitungen Palästinas. Diese Referate werden alle vier Wochen wiederholt. Der äußere Erfolg war die Anmeldung einer Anzahl neuer Mitglieder. Kassel. Die Ortsgruppe begann ihre Winterarbeit mit drei Aussprachen im engeren Kreis, bei denen die Referenten aus Palästina kommende, vorübergehend in Deutschland befindliehe Oesinnungsgenossen waren. Herr Dr. Bodenheimer, jerusalem, schilderte die Entwicklung der Ereignisse vom 23. August und legte seine Auffassung der Lage dar. Herr Dr. Lewy, Tel- Awiw, zurzeit Kassel, hielt vor der Landesvorstandssitzung ein zusammenfassendes Referat über die außen- und innenpolitische Lage des Zionismus und gab nach Rückkehr von der Sitzung zusammen mit Herrn Dr. Katz einen Bericht über die Tagung. Die bei dieser Gelegenheit vorgenommenen Neuwahlen ergaben die einstimmige Wiederwahl von Herrn Dr. K u - gelmann als 1. Vorsitzenden. — Wir planen für den Winter neben der laufenden organisatorischen und Sammelarbeit eine intensive Beschäftigung mit den politischen Fragen durch ein von Dr. Lewy zu leitendes politisches Seminar, an dem auch die älteren Mitglieder des 1.1, W, B. teilaehmea sollen.

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