Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 91 (19.11.1929)
- Date
- 1929-11-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 610 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 91, 19. XI. 1929 Frtlhlingsfahrt nach Palästina Der ״Palestine K־ Orient Lloyd“ veranstaltet Im Frühjahr eine Reise nach Palästina, Aegypten und Syrien. Unterbringung auf See in der /weiten Mittelklasse der Luxusdampfer ״Chanipollion“ und ״Mariette Pacha“ Benutzung bequemer und moderner Rundtahrtautos im Lande, Unterkunft und Verpflegung in einfachen, aber gut bürgerlichen Hotels, sachkundige Führung und Organisation — all das verbürgt eine erlebnisreiche und dennoch nicht anstrengende Reise nach Palästina, Aegypten und Syrien. Die Reise wird nach folgendem Programm durchgeführt: 25. Februar, 9 Uhr: Zusammentreffen der Teilnehmer im Büro des Palestine ft Orient Lloyd, Marseille, 54, Rue Paradis. 10 Uhr: Einbootung auf S S ״ChampoIIion“. 26. bis 28. Februar: Auf See. 1. März: Landung in Alexandrien. 2. März: Gelegenheit zur Besichtigung von Alexandrien. 3. März: Abfahrt von Alexandrien. 4. März: Morgens Landung in Beirut, ßesichtigung der Stadt, Fahrt im Rundf.ihrauto entlang der syrischen Küste über Sidou, Tyrus und die alte Kreuzritterstadt Aliko nach Haifa. 5. März: Besichtigung der Stadt Haifa, industrielle Anlagen, Fahrt auf den Karmel. 6. März: Morgens 8 Uhr per Bahn ab Haifa, an Ain Charod 0,29 Uhr, Besichtigung der Sied- Jung, um 11,24 Uhr nach Jisr, dort Ankunft um 12,23 Uhr und Besichtigung des Rufhenberg-Kraftwerkes. Um 16,15 Uhr VC'ei-!erfahrt über Daganja nach Tiberias. 7. März: Im Auto von Tiberias über Nazareth, Nablus (Sichern) nach Jerusalem. 8. März: Zur freien Verfügung in Jerusalem, abends Empfang durch die Stadtverwaltung. 0. März: Besichtigung der Altstadt von Jerusalem. 10. März: Autoausflug zum Toten Meer, zum Jordan und nach Jericho. 11. März: Vormittags Ausflug nach Bethlehem, nachmittags zur freien Verfügung. 12. März: Besiehtigung des neuen Jerusalem. 13. März: Im Automobil über Mo/an, Kiriat Anavim, Ben Schemen und Mikveh Israel nach Jaffa—Tel-Awiw, 14. und 15. März: Purim-Karneval in Tel- Awiw. 16. März: Besichtigung von Jaffa und Tel-Awiw. 17. März: Autoausflug in die judäischen Kolonien, Rischon Ie Zion, Beer Jacob, Rechoboth, Petach Tikwah und Kfar Saba. 18. März: Zur freien Verfügung in Tel-Awiw, 19. März: Morgens 10 Uhr Abfahrt von Jaffa nach Kairo, Ankunft 22,30 Uhr. 20. März: Besichtigung von Kairo, Nationalbibliothek, Zitadelle, Sultan Hassan Moschee, Festungsmauer, Mamelukengräber, Mohamed Ali Moschee; Fahrt durch die Bazare. Nachmittags Besichtigung dis ägyptischen Museums. 21. März: Autoausflug zu den Pyramiden und zur Sphinx. Besuch des Zoologischen Gartens. *22. März: 7,15 Uhr früh Abfahrt nach Alexandrien, an 10,40 Uhr. Einbootung auf SS ״Cliampoliion“. 23. bis 25. März: Auf See. 26. März: Landung in Marseille. — Dauer: 30 Tage. Preis: 825 M. Folgende Leistungen sind im Preise einbegriffen: 1. Einschiffung und Ausschiffung in Marseille (exklusive Ge- Rückbeförderung), inklusive Staatsabgaben gemäß den am 1. 1. 1930 bestehenden Tarifen). 2. Dampferfahrt in der 2 Mittelklasse der Luxusdampfer ״Champollion“ und Mariette Pache“, Marseille—Beirut, Alexandrien—Marseille, inklusive der vollen Verpflegung der entsprechenden Schiffsklasse. 3. Ausbootung in Beirut und Einbootung in Alexandrien, Beförderung in modernen Rundfahrtautos sowie Eisenbahn 3. Klasse, Unterbringung in einfachen, aber guten Hotels, volle Verpflegung (drei Mahlzeiten täglich). 4. Trinkgelder während der Landreise. 5. Sämtliche Rundfahrten und Besichtigungen laut Programm unter sach- und sprachkundiger Führung. 6. Freie Beförderung von Gepäck auf dem Schiff gemäß den Bestimmungen der Schifffahrtsgesellschaft, während der Landreise freie Beförderung Von Handgepäck bis zu zwei Stück. Die Anmeldung zur Teilnahme muß bis zum 10. Februar 1930 erfolgen. Folgende Sondervereinbarungen sind möglich: a) Sehiflsreise 2 A-Klasse gegen Zahlung eines Zuschlages von 325 M. b) Teilnahme an der gemeinsamen Schiffsreise unter besonderen Vergünstigungen ohne Bindung an den gemeinsamen Landaufenthalt c) Verlängerung des Aufenthaltes (im Lande auf eigene Rechnung) und Rückfahrt mit einem der wöchentlich nach Marseille verkehrenden Dampfer der gleichen Schiffahrtsgesellschaft. Die EJurchführung der Reise erfolgt unter den Allgemeinen Bestimmungen des Palestine & Orient Lloyd“, die den Interessenten ausgehändigt werden. iinmiwniiiiiiniminiiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiiiimiiiiHiniiiHniiiiiiiniiiimiiiiiiiiiiiiiiMiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiimiiiniii An unsere Abonnenten! Um unseren Beziehern, soweit sie Inhaber von Post- Scheckkonten sind, die Zahlung der Abonnementsgebühren zu erleichtern, haben wir uns vom hiesigen Postscheckamt die Bewilligung für das ״Vereinfachte Abbuchungsverfahren“ erteilen lassen. Wir sind dadurch berechtigt, vom Postscheckkonto derjenigen Kunden, die uns schriftlich die ausdrückliche Bestätigung erteilen, die Bezugsgebühren abzubuchen, so daß dem Abonnenten jede Arbeit bei der Zah* iung der Abonnementsbeträge erspart bleibt. Die Einwilligungserklärung der Abonnenten muß ungefähr folgenden Wortlaut haben: ״Ich bin damit einverstanden, daß die Abonnementsgebühren für die ״Jüdische Rundschau“ vierteljährlich von meinem Konto Nr. ..... beim Postscheckamt in .abgebucht werden und verpflichte mich, Reklamationen jeder Art nicht beim Postscheckamt, sondern direkt beim Verlag vorzubringen.“ Wir bitten diejenigen Abonnenten, die von dieser äußerst bequemen Zahlungsmethode Gebrauch machen wollen, um umgehende Zusendung einer Einwilligungserklärung. Verlas der ,Jüdischen Rundschau״ Berlin W15, Meinekestr. 10. iiiwmimiinmimiiinimnnminimiimninnimimmmiiiiiiiiiiimmmiiiimniiiiiiiiniiniiiiiiiniinnniiMniniimiiininii Einstein Ober jüdisch-arabische Verständigung Prof. Einstein gab während seiner Anwesenheit In Paris einem Mitarbeiter der Zeitung ״L’ Oeuvre“ ein 111terview ’ über die jüdisch-arabische Frage, worüber die ,.T im e s“ folgendes berichtet: Prof. Einstein sagte, nach seiner Meinung sei das Aufbauwerk in Palästina weder möglich, noch auch wünschenswert, wenn cs nicht von dem guten Willen der Araberund Juden gleichzeitig getragen wird. Er sei überzeugt, daß eine für beide Parteien befriedigende Lösung gefunden werden kann, aber vor allem müssen die Juden einsehen, daß ein fortgesetztes Nachtragen der letzten Vorgänge in Palästina sinnlos ist. Ebenso ■wie die Juden von den Arabern verstanden sein wollen, müssen sie die Araber zu verstehen versuchen. Die Bestrebungen der Revisionisten müssen bekämpft werden. ,Wir haben zwar Vertrauen zum britischen Volk Und seiner Regierung, die eine gerechte Lösung des Problems wünsche«( aber man darf nicht vergessen, daß cs an uns und an uns allein liegt, den Frieden und die Zusammenarbeit mit dem arabischen Volk zu suchen. Nationalfonds In Holland. Fast um ein Viertel größere Einnahmen als im Vorjahr, 33 000 Gulden, bei einer jüdischen Bevölkerung von 120 000 Seelen, weist der Jahresbericht des holländischen Keren Kajemeth auf, mit dessen Verlesung der Vorsitzende Herr M. J. Levie die diesjährige Eandeskonferenz am 10. November in Amsterdam eröffnete. Systematische Kleinarbeit unter der Leitung des Sekretärs A. Salomons hat die für Holland charakteristischen Honig- und Mandelaktionen, besonders aber die Gelegenheits-Spende zu wichtigen zionistischen Arbeitszweigen entwickelt, welche von der fast 1000 Mitglieder zählenden Jugendfederation getragen werden. Die Eingänge sdllen im neuen Arbeitsjahr durch Verfeinerung der alten und Anwendung neuer Propagandamittel gesteigert werden; ein Referat des Leiters der Nationalfonds- Arbeit in Deutschland, Dr. Ernst M e c h n e r, über ״Neue Arbeitsmethoden“ leitete die angeregte Diskussion über dieses Thema ein, welche den zweiten Teil der sehr gelungenen Tagung ausfüllte. Literarische Mitteilungen Im Verlage ״Eschkol“ Berlin erschien unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin der erste Band der ״Encyclop a e d i a H e b r a i c a“ (in hebräischer Sprache), der ebenso vornehm ausgestattet ist wie die bisher erschienenen Bände der ״Encyclopaedia Judaica“ in deutscher Sprache und ebenfalls nach dem Prinzip der Monographien aufgebaut ist. lnhältlich sind die Texte neu redigiert, entsprechend dem andersgearteten Publikum. Da die Reihenfolge des hebräisehen Alphabets von derjenigen des deutschen abweicht, so sind im ersten Hebräischen Bande eine große Anzahl von Stichworten bearbeitet, die erst in weiteren deutschen Bänden veröffentlicht werden. Darunter die großen Monographien ״Odessa“, ,,Oesterreich“, ״Bevölkerungsstatistik“, ,.Handwerk“ und ״Ukraine“. Die ״Encydopaedia Hebraica“ wird, obwohl sie inhaltlich denselben Umfang hat wie die deutsche, nur in 12 Bänden erscheinen, entsprechend der Prägnanz und Kürze der hebräischen Sprache und Schrift. — Gleichzeitig erschien der vierte Band der 15 bändigen ״Encyclopaedia wird. Wie die früheren Bände enthält auch dieser Band’ eine Reihe von großangelcgten monographischen Abhandlungen, die mitunter in sich abgeschlossene Werke darstellen. Die größte Monographie in diesem Bande ist der in 12 Abschnitten gegliederte Artikel ״Bibel“, der reich illustriert ist und 10 Bogen umfaßt. Von weiteren größeren Artikeln in diesem Bande sind zu erwähnen: ״Berlin“, Berufsstatistik“, ״Bibliothekwesen“, ״Bibliographie“, ״Biographie“, ״Buchwesen“, ״Bulgarien“. Jüdischer Humor (Vorlesung Ludwig Hardt). Im Berliner Renaissancetheater gab Ludwig Hardt Sonntag, den 10. November, eine Matinee ״Jüdischer Humor“. Er begann mit Heine, las dann einige jüdische Anekdoten, ferner Skizzen von Peter Altenberg, einen politischen Monolog von Peter Panter und schloß mit einem größeren Abschnitt aus Scholem Alejchems ״Tewjc, der Milchiger“. Hardts meisterliche Vortragskunst ist so bekannt, daß es sich erübrigt, sie hier nochmais hervorzuheben. Besonders eindrucksvoll war wieder ein! Vortrag von Heines ״Prinzessin Sabbath“ und von Scholem Alejchems epischer Schilderung. Jedoch können schwerste Bedenken gegen die Zusammensetzung des Programms nicht unterdrückt werden: Weder Peter Altenbergs Äj7er?us noch die politischen Ergüsse eines tauben Arbeiters im Berliner Dialekt, wie Peter Panter sie aufzeichnet, gehören zum jüdisehen Humor, auch wenn man diesen Begriff noch so weit fassen will. Jüdischer Humor ist doch nicht der Humor jüdischer Autoren: und es gibt genug humoristische Vortragsstücke, deren Stoff jüdischer ist, so daß nicht der Eindruck zu entstehen braucht, die Juden (ausgerechnet!) seien daran arm. Sd. Frauen - Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Jugendgruppe 11: Des Bußtags wegen fällt die nächste Zusammenkunft aus. D ie B e zi r k s.gr u p p e Nord und Ost hatte am 12. November im Gemeindehaus Rosenstraße ihre zweite Vortragsveranstaltung in diesem Herbst, die gut besucht war. Frau Recha Freier hielt ein sehr interessantes und fesselndes Referat über die Strömungen der jüdischen Gegenwart. Eine größere Anzahl der Zuhörerinnen erklärte sich bereit, an dem 14tägig stattfindenden Studienzirkel, den Frau Freier leiten wird, teilzunehmen. Unter den 14 Personen, die vom Gericht in Astrachan wegen wirtschaftlicher Konterrevolution zum Tode verurteilt wurden, befinden sichWe luden Jakob Bloch, Aaron Wlschnepolstu und Chaskel Saslowski. Sterbefall. Am Freitag, dem 15. d. M., schied Max Scholem, bis zum 1. Januar 1929 Mitinhaber der Druckerei Siegfried Scholem, plötzlich im Alter von 54 Jahren aus dem Leben. Viele Jahre haben wir in der Druckerei Siegfried Scholem, in der außer der ״Jüdischen Rundschau“ sehr viele zionistische Publikationen gedruckt wurden und werden, mit Max Scholem freundschaftlich zusammengearbeitet und in ihm einen Mann kennen gelernt, der für die in der Offizin hergestellten Druckwerke mehr als das Interesse des Buchdruckers bewies. Auch wir betrauern im Dahingegangenen einen zuverlässigen vornehmen Menschen. ץ----- Cilly Oppenheim * Siegmuad Biener Verlobte kim November 1929 J ך—; : Herfa Fink * Dr. med. Sally Enoch Verlobt* BerUn-Schftneberg Mühienatr. 8 r Osterode (Ostpr.) Wir teigen die Geburt unserer Tochter £ V ä an stetffrlecl und Miriam Etfllmter J ץ־ Karlsruhe Moltkeatra&e 69 15, November 1929 י״ב חשון תר״3 J Unser liebes Kind, unsere einzige Sdiwester und unsere Enkelin Marie wurde uns unerwartet entrissen. Mannheim (Hebelstraßeil), Dortmund, Waibstadt, den 12. November 1929. In tiefster Trauer: Familie Adolf Jacobi Arabischen Sprachunterricht erteilt Akademiker aus Aegypten. Gute Kenntnisse in FranzoaisdK, Englisch, Deutsch, Offerten unter C. 4489 an di* jüdisch® Randschau, Berlin W 15, Meinelcestraße 10 CtllflOnt aus Palästina, OlUUGlll Absolvent des hebräischen Gymnasiums in Tel-Awiw erteilt Unferrlclmi in Hebräisch, Englisch, Avabisch. Off. unt. 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November 1929 Staatsoper (Unter den Unden) 19. No». Ca»allorla raatlcaaa — Dar Känlr 20. Nov. Trlatan aaa Ieolde 21. No». Tose« 22. No». Figsroa Bochxoll Staatsoper (Platz der Republik) 19, Not. Helhnans• EraSklug•■ 20. Nov. Iphigsul• mm Taarli 2t. Nov. Salomo 22. Nov. Dl• FUdemiu Städtische Oper 19. Nov. Tannbia«,r 20. No». Fidollo 21. No». Uktapla 22. Nov. Tl.llaad SiaafUdtes Sdiatuplelhaiis Den Carlos Sdüller'Theater 19. Nov. Dos Kaie.ro Soldaten 20. No». Pocr Gynt 21. Nov. Dm Kaleora Soldat.n 22. Nov. Da■ Kaiam■ Soldat.a Denlsches Theater Dar Kaisor von Aea.rlka 20. .Nov. Gesehl. Vorstellung Kammerspiele Zur coli- Ansicht 20. Nov. Gesehl. Vorstellung HoißOdleniiaas Do» HShaoiboi 20. Nov. Rival» Grobes Sdiausplelhaus Dl« drei Maab.tiar* Volksbühne FrillUagievwrieliaa 20. Nov. Gesehl. Vorsteiung Lesslnä •Theater Zyankali Berliner Theater Zwo! Krawattoa 20. Nov. Dl« and.ro Salto Theater amMoliendorfplalz Dl• FUdarsiM• 20. Nov. 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Toaste / TatsMer / uortrigi Festzeitungan ✓ flutlönrongsn Individuetl varfsflt . Vwaatwortücfaar Redakteori Dr. Siegfried Kenowitx, Beriia N. Verla, Jüdische Kundecbea G. m. b. H., Bcrii□ W15. Verantwortlich für den losaratenteil: R. Segel, Berlin-Wilmersdorf. Aas.- Verw. lüdiecht Rnndediea G-m. b. 1L. Berlia W 15 Mäatkuit 10 Pro* vo» Siqfriad Sduioia. Berlin-Sdtäaeber*.