Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 91 (19.11.1929)
- Date
- 1929-11-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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*/ci Einzelnummer 0£$ Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5*75 Goldmark- AiMlandMbcnwameiua ward«» in «kr WKhnmg Jet cimclaso Und» berechnet Anreicetiprei«: 8 «eep. NonpettellltaeUe 0,50 G.-M, Stellenamuche 0,25 G.-Kf. Nummer 91 | Berlin, 19. XI. 1929 Redaktion Verlag und Ameigen-Verwaltuags Jüdische Rundschau G.tn.b.H., BerlinWlS, Meiaekestr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Atu»i|en»chluS: Di ז n״I ■ R u*d Fr e 11» k n1chral(ta|:*4Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Por1»ch«clt-Kon«nn: Berlin 173 92» Beul V 9355, Belarad 680J2, Bräunt 39433. BadipaM 596 93, D«״i* 1973. Hu« 140 470, Pr•* 594», StrusbnHl6430. W«*ch190708 1״, Wi«o 156030. Bank.Konttn! Darmetädter und Nariauatbank, Depo*it#n Ka«*• Berlin, Kurfüntnndanua 52: Banca de Eat, CemauSi <Rumänien): Aüflo Palaasinn Coin H.ila, leruuletn, lei Aviv. ט״ז חשון* תר״צ XXXIV. Jahrg. Per Zionismus erstrebt fflr de» JQdlsche Volk die Schaffung einer öffentlich• rechtlich gezlcherten Heimstatt» ln Palästina. ״Baseler Programm. Palästina-Abend in Berlin Nichtzionisten verurteilen die Aktion der Protest-Juden Prof. Brodetsky über die politische Lage Der Palästina-Abend, der Sonntag, den 17. November, in Berlin bei Kroll von der deutschen Jewish Agency und dem deutschen Keren Hajessod veranstaltet wurde, legte aufs neue Zeugnis ab von dem neuen Geiste eines aktiven und konstruktiven Judentums, das durch den Palästina-Gedanken und durch die Betätigung für Palästina geschaffen worden ist. Das Jüdische Nationalheim in Palästina ist im jüdischen Leben eine unauslöschliche Kraft geworden, die verjüngend und befreiend auf alle Schichten des Judentums wirkt. Die Gründung der Jewish Agency hat einen entscheidenden Schritt weitergeführt, indem sie enthüllte, was längst unterirdisch vollzogen war: der Palästina-Gedanke hat, weit über die Grenzen einer organisier• ten Partei hinaus, jüdische Herzen ergriffen. Der Reiz dieses elementaren Vorgangs besteht gerade darin, daß seine Man!• festationen nicht in uniformer Wdse zu tage treten, sondern daß es eine Fülle von individuellen Abtönungen gibt, Men• sehen verschiedener Art und verschiedener Denkgewohnheiten werden zusammcngehalten durch die Idee des aufzubauenden Zentrums für das Judentum. Der letzte Palästina-Abend war in dieser Hinsicht besonders lehrreich. Männer aus dem nichtzionistischen Lager innerhalb der Agency begründeten und bekräftigten ihre Anteilnahme am Palästina-Werk und gaben dabei in voller Offenheit eine Charakteristik ihrer eigenen Weltanschauung, indem sie sich vom Zionismus abgrenzten und mit Wärme zu dem gemeinsamen Werk bekannten. Mit Entschiedenheit nahmen sämtliche Redner Stellung gegen die Gruppe deutscher Juden, die gerade in diesen Tagen einen Kampf gegen das Palästina-Werk zu entfesseln für riehtig gehalten haben. Der Abend machte schon in seinem äußeren Gepräge einen festlichen Eindruck. Auf der Estrade hatte neben dem Vorsitzenden Prof. Einstein, der gerade aus Paris airückgekehrt ist, Platz genommen. Der Vorsitzende, H.err‘BT«»«־nfeW;״׳ begrüßte in seiner Eröffnungsrede die Redner des Abends, das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Prof. Brodetsky, die Herren Ministerialrat Dr. Otto H i r s c h ־ Stuttgart und Alfred Leonhard Ti et z-Köln. Ferner begrüßte Flerr Blumenfeld den anwesenden Direktor des Keren Hajessod, Herrn Leib J a f f e , Prof. Ludwig Stein,) den er gleichzeitig zu seinem 70. Geburtstage beglückwünschte, und schließlich Herrn und Frau Prof. Einstein. Der erste Redner, Herr Allred Leonhard Tietz, setzte auseinander, wie er vor zirka sechs Jahren als Nichtzionist den Weg zum Keren Hajessod gefunden hat. Er war ursprünglich Gegner des Zionismus, erkannte jedoch allmählieh, welch große Bedeutung die zionistische Bewegung für die Belebung des jüdischen Empfindens unserer Generation hatte. Dazu kam nach der Balfour-Deklaration und angesichts der Sperre der Einwanderung nach anderen Ländern die Erkenntnis, daß Palästina wenigstens einen Teil der akuten Judenfrage lösen könne. Entscheidend für die innere Wand- Iung des Redners sei auch die Ueberlegung gewesen, daß in Palästina für das Judentum eine groß« Gelegenheit gegeben war, aufbauend zu wirken. Ein Mißerfolg des Palästina-Werks wäre ein großer Schlag für das gesamte Judentum, gewesen. Redner schildert dann die Schaffung der fewish Agency und die Wirkung der Ereignisse in Palästina. Offne diese Ereignisse zu bagatellisieren, müsse gesagt werden, daß der Wille zum Palästina-Aufbau durch sie nicht erschüttert wurde. Beispielgebend wirken das palästinensische Judentum und die tausende Chaluzim, die jetzt nach Palästina ziehen. Nichts wäre verderblicher für die außerhalb Palästinas wohnenden Juden, als gerade jetzt dem Palästina-Werke in den Rücken zu fallen. Wie Klänge aus längst vergangenen Tagen mutet es an, wenn man an die Versammlung denkt, die vor kurzem von einem sogenannten Aktionsausschuß deutscher Juden im Herrenhaus veranstaltet wurde, in der Tat bat auch einer der Redner dort die Erklärung der Protestrabbiner von 1897 zitiert. Es spricht nicht für die Veranstalter dieser Demonstration, daß sic gerade den Augenblick der Unruhen benützen, um mit grundsätzlichen Argumenten, die ja von solchen Zeitereignissen unabhängig sein sollten, an die Oeffenflichkeit zu treten. Wir können verstehen, daß es Juden gibt, die mit unserer Anschauung nicht übereinstimmen, wir können aber nicht verstehen, daß sie gerade in einem Augenblick dieser Art die Solidarität mit der jüdischen Gesamtheit verleugnen. Die Zeit sei weder geeignet für übergroßen Pessimismus, noch für übermäßigen Hurrapatriotismus. Die Politik der Agency müsse darauf gerichtet sein, allmählich zu einem Abkommen mit der arabischen Majorität in Palästina zu gelangen. Die Zionisten in der Agency müßten auch auf ihre nichtzionistisehen Partner insofern Rücksicht nehmen, als gewisse Ausdrücke, die' mißverständlich sind, wie z. B, das Wort ״Galuth“, in öffentlichen Erklärungen nicht gebraucht werden. Ein Zustand voller Gemeinsamkeit werde jedoch erst erreicht werden, wenn die Nichtzi onl sten mit voller Intensität an der gemeinsamen Aufgabe mitarbeiten. Pro!. Brodetsky gab in seiner Rede einen Ueberblick über die letzten Ereignisse seit der Unterzeichnung des Agency-Paktes in Zürich und über die Tätigkeit der Exekutive im Anschluß an die Ereignisse in Palästina. Bei den verschiedenen Sitzungen habe sich gezeigt, daß in der Auffassung der praktischen politischen Notwendigkeiten kein Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten bestand. Die Gefahr der Palästina-Ereignisse lag nicht so sehr in Palästina aJs außerhalb Palästinas; man mußte befürchten, daß sich der Judenheit eine Pogrom- Stimmung bemächtigt und daß man um Hilfe rufen wird. Die deutschen Juden haben das Verdienst, als erste die Parole ״Hilfe durch Aufbau“ ausgegeben zu haben. Unsere Sache war es, den Beweis zu erbringen, daß unsere einzige Antwort die verdoppelte und verdreifachte Arbeit in Pa- Iästina ist. Der Redner berichtet sodann über die Verhand/ungen der Exekutive mit der englischen Regierung. Wir haben ihr erklärt, daß wir eine Abstellung der Immigration nicht akzeptieren könnten, und wir haben gerade jetzt zyveifausend neue Zertifikate für Einwanderer bekommen. Wir haben eine stärkere Beteifigung von Juden in der Polizei und im Grenzkorps verlangt. Die englische Regierung hat mehrmals nachdrücklich erklärt, daß das Prinzip der Balfour-Deklaration und des Mandates unabänderlich bleibt. Die Frage ist aber, wie dieses Prinzip in der Praxis durchgeführt wird Ueber die Neuordnung der Administration in Palästina wird jedoch nichts bestimmt werden, solange nicht der Bericht der Untersuchungskommission vorliegt. Redner bespricht sodann die Eigenart unserer Kolonisation, die als einzige Kolonisation der Welt auch der Landesbevölkerung Vorteile bringt. Die zionistische Bewegung und die Jewish Agency stehen unvefändert auf dem Standpunkt, daß wir in Palästina in Frieden und Freundschaft mit den Arabern leben vollen. Wir wollen niemanden verdrängen, aber niemand kann uns das Recht nehmen, soviel Juden als möglich im Lande ansässig zu machen. Die Einwanderung darf nicht aus politischen Gründen beschränkt werden, sondern die einzige Beschränkung liegt |« dem Grade der Opferwilligkeit der Juden der, ganzen . - ׳ Deshalb kann man auch von keinen Vefeinßatungen mit den Arabern sprechen, solange nicht auch das arabische Volk anerkennt und Garantien gibt, daß das Prinzip der Jüdischen Heimstätte in Palästina ,bestehen bleibt, daß die Einwanderung frei ist und es keine Beschränkung der jüdischen nationalen Entwicklung geben kann. Wird das Prinzip der Balfour-Deklaration und des Mandates angenommen, dann wird es eine leichte Sache sein, mit den Arabern zu einer Verständigung zu kommen, wie die zwei Völker miteinander leben sollen. Das haben auch die Engländer verstanden. Sir John Chancellor hat sofort nach seiner Rückkehr aus England erklärt, er habe mit Rücksicht auf die Ausschreitungen die Vorhandlungen über ein Parlament, die er in London begonnen hatte, abgebrochen. ln bezug auf die Zukunft kann ich nur sagen: Man kann nicht wissen, was kommen wird, aber man muß optimistisch sein. Nicht nur das englische Volk, sondern die ganze Menschheit wird anerkennen, daß das, was wir in Palästina tun, nützlich ist für das ganze Land und die Menschheit. Nach Brodetsky sprach zunächst Herr Bfumenfeld, der die Eigenart der neuen Jewish Agency, in der Menschen verschiedener Gesinnung sich vereinigt haben, cha akterisierte. Es ist das entscheidende Merkmal dieses freien Bundes, dab wir als Freunde völlig offen und mit gegenseitigem Respekt unsere divergierenden Auffassungen votelnander aussprechen können. Nach einer Pause hielt dann Ministerialrat Dr. Hirsch eine eindrucksvolle Ansprache, in welcher er die Situation des Nichtzionisten innerhalb der Jewis Agency und seine grundsätzlichen Anschauungen darlegte. Wir werden über diesen Schluß des Abends noch ausführlicher berichten. Gegen die ״Erklärung deutscher Juden“ In Breslau fand eine von 20 führenden liberalen Oemeindemitgliedern einberufene Versammlung statt, die zu der in der Tagespresse veröffentlichten ״Erklärung deutscher Juden“ und für das Palästina-Werk Stellung nahm. Vor etwa 800 Menschen sprachen der Vorsitzende des Breslauer Jewish Agency-Komitees, R.-A. Wolff, das Mitglied des Hauptvor- Standes des C.-V. R.-A. Ludwig F ö r d e r, die der Versamm- Iung die Gründung einer ״Jüdischen Mittelpartei“, wie sie in Berlin schon besteht, vorschlugen, deren Ziel es sein sollte, gegen radikale Reformbestrebungen anzukämpfen und für das Palästinawerk, die jüdische Schule und alles Aufbauende im Judentum zu wirken. Die ״Erklärung deutscher Juden“, die auch die Unterschriften von Spitzen der Breslauer Gemeindebehörden und des Gemeinderabömers Dr. Vogelstein trage, gebe die Veranlassung zu dieser Trennung von der Liberalen Partei. — Nach einer Debatte, in der sowohl di« liberale, wie die zionistische und die mittelparteiliche Auffassung zu Worte kam, nahm die Versammlung eine Resolution an, die sich gegen die ״Erklärung deutscher Juden“ wendet. Der Ueberlall an! Dr. Ticho Jerusalem, 15. November. (J.T. A.) Das Oberrabbinat ordnet an, daß in allen Synagogen für die Wiedergenesung des von einem Araber durch Messerstiche schwer verletzten berühmten Augenarztes Dr. Ticho gebetet wird. Mehrere Araber wurden, als des Ueberfalles auf Ticho verdächtigt, verhaftet. Palästina «Fragen Im Unterhaus Im Unterhaus richtete der bekannte Antizionist Colonel H oward Rury (Kons.) am 13. d. M. an den Unters.aatssekretär für die Kolonien die Frage, ob er in der Lage sei, Charakter und Ausdehnung der von den Juden an h eiligen Stätten der Moslems angerichteten Schäden bekanntzugeben. Unterstaatssekretär für die Kolonien William L u n n erwiderte, es sei behauptet worden, daß von den Juden an einer Moslemischen Grabstätte und den sie umgebenden Gebäuden im Stadtviertel Sichron Moscheh in Jerusalem Zerstörungen angerichtet worden sind. Diese Behauptungen bilden den Gegenstand einer Untersuchung. Andere Fälle dieser Art sind jedoch nicht berichtet worden. ״Ich ergreife die Gelegenheit“ — fuhr der Unferstaats- Sekretär fort — ״festzustellen, daß die eine Zeitlang umlaufenden Gerüchte, die Juden hätten den Haram esch Scherif oder auf dem Tempelplatz befindliehe heilige Gebäude angegriffen, vollständig aus der Luft gegriffen statd.“ Howard Bury: Weiß Herr Lunn, daß das Heiligtum des Jüngers des Propheten geplündert und der Koran vernichtet wurde. Earl Winterton (Kons.) fragte, ob es nicht ratsamer sei, den Bericht der Untersuchungskommission abzu warten, bevor solche dezidierte Beschuldigungen behandelt werden. Lunn ersuchte das Haus, sich diesen Vorschlag zu eigen zu machen. Major Ormsby-Gore, der frühere Unterstaatssekretär für die Kolonien, fragte: Will Herr Lunn, da solche Andeutungen über Entweihung des Heiligtums des Propheten-Jüngers größten Schaden anrichten können,,Schritte ergreifen, um diesen vollkommen irrigen Gerüchten den Boden zu entziehen? Howard Bury: Darf ich Photographien des zerstörten Grabes und des Korans vorweisen, die zeigen, daß diese Behauptung nicht ein Gerücht, sondern volle Wahrheit ist? Aut alle diese Fragen wurde keine Antwort erteilt. Howard Bury fragte weiter, ob Herr Lunn wisse, daß die Klage mauer samt dem gepflasterten Bodenstreifen vor ihr absolutes Ei gefl tum der mositmischin 04* . me In de■ sei;״״daß die Aufstellung voll' *Blfeteet», 'StttMen and ' Wandschirmen gegen den Status qua verstoße; daß dife Inkraft- Setzung der zeitweiligen Verfügungen eine ernste Situation heraufbesTiv-örf. Wann werden diese zeitweiligen Verfügungen zurückgezogen werden? Lunn erwiderte: Im November 1928 wurde dem Parlament ein Memorandum betreffend die West- oder Klagentauer in Jerusalem unterbreitet, gleichzeitig wurde ein Weißbuch heraus- «geben. Ich lenke die Aufmerksamkeit Howard Burys auf ieses Weißbuch. Ich werde eine Kopie der einstweiligen Verfügungen der Bibliothek des Hauses einverleiben. Diese Verfügungen wurden mit Zust mmung des Staatssekretärs zwecks Wahrung von Ordnung und Anstand im dringlichen Wege ver* kündet. Sie sind provisorisch und enthalten nichts, was als eine Festlegung der Rechte der Moslems oder der Juden gedeutet werden könne; auch beeinträchtige;! sie nicht Rechte oder Ansprüche von Juden oder Moslems. Ich sehe durchaus die Notwendigkeit einer baldigen und autoritativen Entscheidung, die die zeitweiligen Verfügungen ablöst; die Regierung widmet dieser schwierigen Frage Aufmerksamkeit und Aktivität. Wardlaw-Milne fragte, ob bei der Regierung Vor- Stellungen darüber erhoben worden sind, daß mit Bezug aut die Politik der Aufrechterhaltung arabischer Rechte und Sitten keine Klarheit besteht, und ob beabsichtigt sei, dem arabischen Volke Palästinas in dieser Beziehung Klarheit zu verschaffen. William Lunn: Es sind Vorstellungen aller Art erhoben worden; die Regierung hat bereits klar dargetan, daß sie an den mit der Balfour-Deklaration gegebenen Versprechungen festhält; diese Deklaration sieht vor, daß nichts unternommen werden solle, was die zivilen und religiösen Rechte nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte. Der Schutz der jüdischen Kolonien Major Sir A rc hi b a ld Sinclair (Lib,) fragte, warum die Waffen-Arsenale inden jüdischen Kolonien aufgelöst wurden, und welche anderen Schutzmaßnahmen für die Kolonien bestehen. Lunn: Die Zurückziehung der früher zur Verteidigung der jüdischen Kolonien cingeriditeten Arsenale wurde im Veilauf der letzten fünf Jahre vor den Unruhen durchgeführt, nachdem die Kommunikationen sich verbesserten und die Mobilität der Sicherheitskräfte sich erhöht hat. Zur Zeit der letzten Unruhen waren noch 16 oder 17 Kolonien im Besitz von Gew ehren. Die Frage des Schutzes der Kolon en wird vom High Commissioner im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse erwogen. Major Hopkins (Arbeiterpartei) fragte, weshalb die 11ebräische Arbeiterzeitung ״Dawar“ in Palästina verboten worden sei. Lunn: Hierüber ist vom High Commissioner noch kein Berichteingegangen. Die Verantwortun״ für eine solche Aktion trägt der High Commissioner als das Oberhaupt der Administration. Der Zeitung steht es frei, an den Staatssekretär nach London im Wege durch den High Commissioner eine Eingäbe zu richten, die dieser mit einem begleitenden Kommentar weiterzuleiten verpflichtet ist Weitere Anfragen von Wedgwood betreffen die Entwaffung der jüdischen Hilfspolizisten und von Sir A. L. W a r d (Kons.) die Zusammensetzung der gegenwärtigen Garnison Palästinas. 8' di ti I