Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 89 (12.11.1929)
- Date
- 1929-11-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 0£S Gotdmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienatag »!.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljfihrlich 5,75 Goldmark. A,1!1UnU>u1bm1t1«n«11>» w«d«1 io der Wihruni• der einreinen Linder berechnet. Anrelnenprete: 8 g«p. Nonporeltlereile 0,50 G-M. Siellengetuche 0.25 G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigers-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.no.b.H., BerlinW15, Meinekeatr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. P01t1cb«ck-KeDt«ß: Berlin 173 92, Basel V 9355. Balgfadl 680 32* Brüssel 394 33, Budapest 596 93, Danxlg 1973, Hsa* 140470, Pr•* 59410* StrB»abajrg 164 30, Wtrscha□ 190 708, Wi*a 156030. B*nk- Konten: Darmstidtar und Nation*',hsak, Deposit«*-Kw•• B«din* K urf amtend saun 52; Benca d• Est, Ceraauü (Rumänien); Anglo Paleetiii• Co. in Haifa, lertssalem, Tel-Aviv. Nummer 89 | Berlin, 12. XI. 1929 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ט׳ חשו!' תר״צ | xxxnr. Jahrs. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer üfTentllcti rechtlich gesicherten Heimstätte In Pallstlna. ״Baseler Programm.** Die Tragödie von Hebron Polizei-Offizier Cafferata als Zeuge — Die Vorgänge in Haifa — Die Arbeit des Militärs Die Arbeit der Untersuchungskommission in Palästina ist noch in vollem Gange, und es läßt sich ein abschließendes Urteil über die Ergebnisse noch nicht bilden, zumal die Berichte notwendigerweise unvollständig sind und auch noch ein großer Teil gerade der wichtigsten Zeugen nicht verhört wurde. Aber selbst mit diesem Vorbehalt und bei größter Vorsicht in der Bildung eines Urteils läßt sich heute wohl schon sagen, daß die bisherigen Verhandlungen Eines mit aller Deutlichkeit gezeigt haben: die Unzulänglichkeit der Vorkehrungen der Regierung sowie die völlige Kopf- und Ratlosigkeit zahlreicher auf verantwörtlichem Posten stehender Beamten und Polizei- Organe. Es macht den Eindruck, daß die Untersuchungskommission gerade dieser Frage der Zulänglichkeit des Verwaltungsapparates und seines Verschuldens, also der Frage, die am nächsten die englische Ehre berührt, die größte Aufmerksamkeit zuwendet. * Wir fahren fort in der Wiedergabe der Berichte über die Verhandlungen. In der vorigen Nummer haben wir über die Vernehmung des Polizeikommandanten von Haifa, Major Fo 1 ey, berichtet; diese Angaben werden weiter unten noch durch einige später eingetroffene Ergänzungen vervoliständigt. Im weiteren Verlauf der Untersuchung wurde am 7. November der Palizeikommandant von Hebron, R. O- Cafferata, einvernommen. Diese Vernehmung gestaltete sich begreiflicherweise besonders erregt, da hier zum erstenmal die Massakers von Hebron bekanntlich der schlimmste Teil der palästinensischen Ausschreitungen, zur eingehenden Behandlung kamen. Cafferata wurde von dem Anwalt der zionistischen Exekutive, Lord Erleigh, ins Kreuzverhör genommen. Der Anwalt der Paliistina-Regierung, Mr. Preedy, verlas den vollen Text des von Cafferata seinerzeit erstatteten Polizeiberichtes. Der Anwalt der Araber, Mr. Stoker, griff von Zeit zu Zeit in die Verhandlung ein und bemühte sich, gewisse Umstände zu entdecken, welche die von den Arabern begangenen Grausamkeiten in milderem Licht erscheinen lassen könnten; er erklärte jedoch, daß er nicht versuchen wolle, diese Untaten zu rechtfertigen. Mr. Caüerata erklärte in seiner Aussage, er glaube, daß die Gerüchte von Jerusalem, wonach die Juden mehrere Araber getötet hätten, die Aufregung in Hebron hervorriefen. Das Gerücht, die Juden hätten die Omarmoschee angegriffen, hat der Zeuge nicht ehört, und er hatte keinen Anhaltspunkt über den bevorstehenen Ausbruch. Der angebliche Brief des Mufti ist seines Wissens im Hebroner Distrikt nicht verbreitet worden. Der Zeuge sagte jedoch, er habe davon gehört, daß am 16. August in der Moschee von Hebron eine aufreizende Rede gehalten worden ist. Die Behörden in Hebron waren sämtlich mit arabischen Beamten besetzt mit Ausnahme des Zeugen seihst, und unter 40 Polizeileuten war nur ein Jude. Der Stellvertretende Distriktsoffizier, ein Araber, hat den Zeugen über die Warnungen jüdischer Persönlichkeiten, die von erwarteten Unruhen sprachen, nicht unterrichtet. Auf die Frage Lord E r I e i g h s betreffend die Erklärung des Memorandums der arabischen Exekutive, das Morden von Hebron sei ein spontaner Ausbruch des Volksetnpfindens gewesen, antwortete der Zeuge, dieser Ausbruch entspreche Keineswegs seiner Vorstellung einer spontanen Volksbewegung. Ihm sei nur ein Fall bekannt geworden, wo ein Jude einen Araber beleidigte, und zwar am Freitag. Lord Erleigh verlas dann die Kundgebung der Zionistischen Exekutive, worin gesagt wird, der einzige Lichtblick in der Tragödie von Hebron sei die Tatsache, daß viele Moslems unter Einsetzung ihres eigenen Lebens Juden verbargen und schützten. Auf eine Frage des Araber-Anwalts Stoker antwertete Cafferata, daß Moslems von außerhalb die jüdischen Häuser nicht hätten herausfinden können, wenn nicht die Stadtbewohner sie geführt hätten. Die moslemisehen Beschützer der Juden gehörten zu allen Klassen der Bevölkerung, aber Cafferata erklärt, er habe unter dem Mob Angehörige der besseren Klasse der Moslems gesehen. Stoker bemühte sich zu zeigen, daß die Juden den Weisungen der Polizei nicht Folge leisteten und durch Mangel an Disziplin die Verwirrung vergrößert haben. Er fügte hinzu, daß der Vorwurf der Verstümmelungen durch die medizinische Beweisaufnahme widerlegt worden ist. Cafferata gab dann eine Schilderung der Vorgä n g e.v Die moslemischen Notabein haben ihm versichert, daß in Hebron nichts geschehen wird. Er hatte 18 berittene und 15 Fußpoüzisten, die letzteren aber waren alte Leute und unbrauchbar. Die Stadt war ruhig, bis Autos von Jerusalem Nachrichten brachten, daß dort im Ghetto Kämpfe stattfinden. Daraufhin sandte der Zeuge Posten aus, die ihm jede urigewöhnliehe Bewegung auf der Straße von Jerusalem melden sollten, und gab den Juden die Weisung, sich nicht bei den Fenstern oder auf den Dächern ihrer Häuser zu zeigen. Er ersuchte auch das Hauptquartier in Jerusalem um Verstärkungen, es konnten jedoch zu jener Zeit keine Polizeikräfte in Jerusalem entbehrt werden. Nun galt seine Hauptsorge der Verhinderung des Einströmens von Arabern aus der Umgebung nach Hebron. Samstag morgens erschienen wilde Hauten in den Straßen der Stadt, warfen Steine und griffen zwei Studenten an. Der Zeuge versuchte persönlich, die beiden Studenten zu schützen, aber die Menge umzingelte sie von allen Seiten und steinigte die beiden jungen Leute zu Tode. Der Zeuge nat zwei der Angreifer auf der Stelle niedergeschossen und den Rest der Schüsse aus seinem Revolver auf die Menge abgegeben, dann aber stürzte er vom Pferd und wurde gleichfalls mit Steinen beworfen. Als die Menge die zwei ermordeten Burschen sah, begann sie, jedes jüdische Haus zu überfallen. Viele von den Leuten waren mit Keulen ־und Aexten bewaffnet Der Zeuge ließ Gewehre holen und di« Polizei gab Schüsse ab. Daraufhin zerstreute sich ein Teil der Menge. Einige schrien; ״Zum Ghetto!“ Trotz der Posten, die zur Bewachung des Ghettos aufgestellt waren, war dieses bald von mordendem Mob erfüllt. Der Zeuge Hat viele Angreifer niedergeschossen und einige festgenommen. Der Zeuge erzählt er habe selbst gesehen, wie ein Araber einem Kind mitder Axt den Kopf abschlug. Er hat den Mörder niedergeschossen. Ein ehemaliger Polizist war dabei, eine Frau zu erdolchen, als Cafferata auf ihn schoß, worauf der Mann schrie: ״Euer Gnaden, ich bin ein Polizist!“ Im Basar sind sowohl die jüdischen wie die arabischen Läden geplündert worden. Etwa um 10,30 Uhr war alles ruhig, aber später umzingelte eine Menschenmasse von etwa hundert Leuten das jüdische Hotel. Bis Ankunft britischer Polizei konnte man aber nichts anderes tun, als die überlebenden Juden im Spital in Sicherheit zu halten und die Straßen zu räumen."Der Zeuge sagt, er sei der einzige britische Polizist in Hebron, einer Stadt von 2QQ00 Einwohnern, gewesen. ♦ Ueber die Sitzungen der Untersucltungskommission von voriger Woche wird von der J. T. A. noch berichtet: Baruch Bineh, ein jüdischer Distriktsbeamter aus Haifa, der vom 13. bis 16. August in Jerusalem Dienst tat, versicherte, daß die jüdische Prozession zur Klagemauer keineswegs als eine Provokation gegenüber den Arabern aufgefaßt werden konnte, da in jedem fahre am Tischa b’Aw solche Prozessionen stattfinden. Baruch Bineh sagte in der Erwiderung auf eine Frage des zweiten Regierungsanwalts, Drayton, die jüdische Demonstration an der Klagemauer sei in einer jüdischen Versammlung erörtert worden, in der dagegen protestiert wurde, daß der Status quo an der Klagemauer durch die Errichtung eines neuen Durchgangstores verletzt worden war. Es ging ein Grücht um, daß 500 Juden aus Td-Awiw nach Jerusalem kämen, um an der unter Leitung des jüdischen Klagemauerkomitees stehenden Demonstration teilzunehmen. Der Anwalt der Araber Silley wollte wissen, ob nicht das Klagemäherkomitee darauf hinzielte, sich in den Besitz der Mauer zu setzen. Bineh fcestritt dies entschieden und erklärte, das Komitee wollte nur den Bruch des Status quo verhindern. Der in der Jeschurun-Synagoge vor der Prozession stattgefundenen Versammlung wohnten 2000 Juden bei. Obwohl infolge des Gerüchtes, daß den Juden nicht gestattet werden würde, gruppenweise die Mauer zu besuchen, die Stimmung erregt war, verlief die Versammlung vollkommen friedlich. Die Besucher der Klagemauer, fuhr Bineh fort, seien in Betende und ehrfurchtsvolle Zuschauer zu teilen. An diesem Tischa b'Aw waren die Beter in der Minderheit, aber die Zahl der Besucher im allgemeinen war nicht außergewöhnlich hoch. Silley stellte an Bineh Fragen über den verlauf des Zionistenkonr e s s e s in Zürich und die Beschlüsse der JewishAgency. ineh lehnte es ab, sich in eine politische Diskussion über die Wirkung dieser Beschlüsse auf die Juden Palästinas einzulassen. Er stellte nur fest, daß diese Beschlüsse in keiner Weise eine Erregung verursachten. Sir Boyd Merriman erbot sich, die Landesvorstand der Z. V. f. D. Communiqu£ Die Tagung des für den 10. November nach Berlin einberufenen Landes Vorstandes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland war außerordentlich stark besucht. Die meisten Ortsgruppen hatten Vertreter entsandt, denen der Landesvorstand das Recht gab, an der Aussprache teilzunehmen. Es stellte sich heraus, daß aus Erwägungen der praktischen Arbeit fast die gesamte Linke, die große Mehrheit der Allgemeinen Zionisten und die Vertreter fast aller Ortsgruppen Bedenken gegen die Einberufung eines Delegiertentages hatten. In der Vormittagssitzung hielten die Vertreter der oppositionellen Gruppen programmatische Reden. Im Verlaufe der Nachmittags- Sitzung erwiderten die Herren Blumenfeld und Dr. Weltsch. Die Auseinandersetzung brachte eine Klärung der Meinungen, und der Verlauf der Sitzung hinterließ den deutlichen Eindruck, daß eine von dem gegenwärtigen Vorsitzenden geführte Koalition die große Mehrheit der deutschen Zionisten hinter sich hätte. Nachdem der Vorsitzende sich mW aller Energie für die Einberufung eines Delegiertentages eingesetzt hatte, beschloß der Landesvorstand, den Delegicrtentag für den 29. und 30. Dezember einzuberufen. Resolutionen des Zionistenkongresses und der Jewish Agency der Kommission zu unterbreiten. Sir Boyd Merriman setzte es durch, daß die Tatsache zu Protokoll genommen wird, daß mehr als ein dutzendmal Araber, die an der Klagemauer nichts zu suchen hatten, das Pflaster vor der Klageraauer hin und her passierten, und daß trotzdem die von der Jeschurun« Synagoge herangekommene jüdische Prozession friedlich verlief und die Teilnehmer ehrfürchtig vor der Mauer verharrten. Es folgte sodann die nochmalige Vernehmung des Jerusa-!einer Polizeikommandanten Major Harrington, der den Bericht eines jüngeren arabischen Beamten über die jüdische Demonstration am 15. August unterbreitete, laut welchem an der Klagemauer mehrere fromme Juden und alte Frauen Weilten, und sich bis zum Nachmittag nichts Ordnungswidriges ereignete, bis eine Prozession junger Leute eintraf, von denen einer eine Rede hielt, die von den übrigen mit den Rufen aufgenommen wurde: ״Pfui über die Regierung. Es lebe die jüdische Nation! Es lebe die britische Nationf Wir wollen nicht dulden, daß die Klagemauer entweiht wird!“ Polizeiinspektor Burns sagte aus, er sei am Freitag gerufen worden, um bei einem Streit zwischen einem jüdischen und einem arabischen Haufen in dem sogenannten ,,Russischen Hof“ zu intervenieren. Es waren an diesem Kampfe etwa 300 Juden und 250 Araber beteiligt Es geschah dies um 1,30 Uhr nachmittags. Die Polizei drängte zuerst die jüdische Menge zurück und geleitete die eingeschlossenen Araber aus diesem Viertel heraus. Unter den Arabern waren zwei Verletzte. Dieser Zusammenstoß war erfolgt nachdem vorher mehrere Juden in der Jaffastraße von Arabern getötet worden waren. Ob im Russischen Hof Juden oder Araber mit dem Angriff begonnen hatten, konnte er nicht igehf fest** stellen. Er habe später sieben mit Arabern voll besetzte FuSfwerke auf dem Wege nach Jaffa angetroffen. Auf die Frage, welches Ziel sie haben, gaben die Araber ausweichende Antwort Ein vom Anwalt der Araber, Herrn Stoker, gestellter Zeuge, ein moslemischer Polizeioffizier namens Misbah Daudi, sagte aus, die jüdischen!Demonstranten an der Klagemauer hätten den Muezzin in seinem Dienst unterbrochen und deren Geschrei hätte die das Pflaster passierenden Araber f“ , ermahnt hatten, die Ordnung zu bewahren, indem die Regierung sie zu schützen wissen werde. Die Demonstration der Mosjems am darauffolgenden Tage war einer Prozession am Nebi Mussa- Feste ähnlich. Die Moslems fügten sich den Anordnungen der Polizei und gehorchten der Ermahnung des Mufti, der ihnen durch einen Boten sagen ließ, sie mochten Ruhe bewahren, da die Regierung ihre Rechte wahrnehmen werde. Daudi will nicht gesehen haben, daß an der Klagemauer den Juden gehörende Gebetbücher und andere Ritualien zerrissen und zerbrochen worden waren. Scheich Hassan hätte die Menge zu beruhigen versucht, diese aber schrie ihn nieder und nannte ihn einen Verräter. (Wie erinnerlich schilderte Major Harrington den Scheich Hassan als einen gefährlichen Fanatiker, dem es zuzutrauen war, daß er die Menge aufhetzte.) Der Vorsitzende der Kommission, Sir Walter Shaw, fragte den Zeugen Daudi, wie er dazu komme, die moslemische Demonstration als eine friedliche zu bezeichnen, wo doch Major Harrington ausgesagt hatte, daß der Mob die Messer schwang und daß er sich darum bemüßigt gesehen hatte, Polizei zur Bewachung der Menge zu dirigieren. Daudi gab darauf keine Antwort. Im weiteren Verlaut des Kreuzverhörs verwickelte sich Daudi in Widersprüche. Ueber die Vernehmung des Captain P I a y f a i r, des Kornmandanten der britischen Truppen in Palästina, haben wir bereits in voriger Nummer berichtet. Die Vorgänge in Haifa Die Kommission setzte sodann die Beweisaufnahme über die Vorgänge In Haifa fort. Sir Boyd Merriman wies auf ein Flugblatt der moslemischen Jugendgesellschaft im Norden Palästinas hin, in welchem alle Moslems aufgefordert wurden, am Freitag, dem 23. August, als Prot es t gegen Angriffe auf die moslemischen heiligen Stätten in Jerusalem die Läden zu schließen. Die Kommission nahm dieses Flugblatt zu Protokoll. Sir Boyd Merriman zitierte einige Stellen aus dem Polizeibericht über die vom Scheich Yunes aus Jerusalem in der Moschee zu Haifa gehaltene Rede. Laut Polizeibericht hat Yunes behauptet, daß die Juden in Jerusalem vier Moslems getötet und zehn verwundet haben. Er hatte hinzugefügt, daß der Regierung die arabischen Rechte gleichgültig seien, dies sei aber nicht wichtig, denn die Moslems seien Manns genug, ihre Angelegenheiten selbst in die Hände zu nehmen. Nach dieser Rede war die Menge in einer so starken Erregung, daß sie sofort den Angriff auf die Juden eröffnen wollte. Scheich Yunes aber forderte sie auf, eine passendere Zeit hierzu zu wählen. Stoker bezweifelte die Richtigkeit der Uebersetzung von Yunes’ Ansprache. Schließlich erklärte er sich bereit, den Bericht als solchen hinzunehmen, ihn aber nach seinem ״Werte“ einzuschätzen. Sir Boyd Merriman kam dann auf den Marsch der Araber aus dem Dorfe T i r e h gegen die Haifaer Jüdische Vorstadt Bath Galim zu sprechen. Etwa 50 mit Stöcken bewaffnete Araber seien von Truppen angehalten und zerstreut worden, wobei Gefangene gemacht wurden. Es steht fest, daß der Angriff auf Bath Galim keine leere Demonstration gewesen war. Der Polizeiinsnektor des Norddisiriks, Major Foiey, stimmte dem zu. Sir boyd wies auf das Urteil von Richter Litt hin, der 37 Araber aus Tireh