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Jüdische Rundschau · 1929-11-05 · Heft 87 (5.11.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 87 (5.11.1929)
Date
1929-11-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer OßS Goldmark jüdische Rundschau nies: B«rlin 173 92, Ba־»*l V 9355, B#ler*4 680 »2, P«*t 596 93, D«n7ig 1973, H**g 140 470, Pr«! «410, ... “־־.. . . r«fic« rl« Esf, Cemauti (Rumänien!); Angle Paleatiiie Ca. in Haifa, faruaalwn, Tai Aviv. ב, חשו | xxxiv. Jahr!. £r*ch*int jeden Dienstag u. I* reitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Aa.t»«l1״be«1«11«.» ward•» i» dar Wh״», d«, «״״,Im» Lltod« baracW«. An,fie,npr«t,: 8 ga»p Nonpamllarafla 050 G.-M. StallensMueh« 0,25 O-M. Nummer 87 Berlin, 5. XI. 1929 Redaktion Verlag «ad Anreigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.ü, BerlinWl5,Meinekestr.10 Telephon: J1 Bismarck 7165-70. AnjaKraachlut: DitMta! uni Fralra! ■ aefcatttaf 4 Ufcr RedaktionsschluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. P oflicheck - Ko Bstomd 394 33. Bads Straaebur( B 1ak.K«11«a! K iirftiraeadamn 52; B תר״צ •!**1י8־»* Wr da» jOdlicha Volk die Schaffung einer BWentllch ■ rechtlich gesicherten Helm«tltte ln Palästina. ״Baseler Programm.«« Der blutige 23• August Die Verhandlungen der Untersuchungs-Kommission Wir haben in der vorigen Nummer der J. R." den Anfang des Berichtes über die Vernehmung des Polizei-Kommandanten Saunders vor der englischen Untersuchungskommission gebracht. Die Sitzungen der Shaw-Kommission sind geschlossen, doch sind vier Pressevertreter (1 englischer, 1 jüdischer, 1 arabischer, 1 weder die englische noch palästinensische Presse vertretender Journalist) zugelassen. Major Saunders schilderte zunächst die Vorgänge des 23. August (s. vorige Nr.) In seiner Erwiderung auf Fragen des arabischen und des zionistischen Anwalts führte Major Saunders aus, er habe an dem verhängnisvollen Freitag einen Bericht erhalten, daß Moslems mit Stöcken und Knüppeln bewaffnet durch das Jaffa-Tor strömen, aber er habe von keinerlei Invasion in das Gebiet der Klagentauer gehört, die von einer beträchtlichen Zahl britischer Polizisten bewacht war. Kurz nach 12 Uhr sah er selbst Moslems in jüdische Läden ein• brechen und konnte sich nun die Schwere der Situation ver* gegenwärtigen. Er hat dann die Regierung ersucht, Sonder- Polizisten anzuwerben, die gegen die gleichzeitigen Angriffe der Aufrührer auf das Meah Schearim-Viertel, das Jaffa-Tor, die Jaffa-Straße und das Damaskus-Tor anzusetzen wären. Damals war schon bekannt, daß im georgischen Viertel sechs Jeden durch arabischen Mob massakriert worden waren. Das georgische Viertel war zu dieser Zeit von einem oder zwei Polizisten bewacht Gleichzeitig erfuhr Major Saunders, daß die Moslems auf das Viertel Meah Schearim marschierten und daß sich etwa 300 Juden aus allen Schichten der Bevölkerung zur Verteidigung bereit machten. Er hörte aus der Richtung des jüdischen Viertels eine Bombe explodieren und war Zeuge, wie ein Jude auf Araber Schüsse abgab, die sich zu einem neuen Angriff vorbereiteten. Nachdem die Juden mit Hilfe unbewaffneter Polizei den Angriff zurückgeschlagen hatten, kehrten sie, der Weisung der Polizei gehorchend, in ihr Vierte! zurück. Das erste Mal, wo britische Polizei das Feuer gegen die Aufrührer eröffnete, erzählte Major Saunders, geschah etwas später, und zwar im Stadtviertel Yemin Mosche auf das die Moslems einen Massenangriff unternahmen. An dem gleichen Nachmittag ereignete sich an einer anderen Stelle ein Zu• wf 58flBM!S8fiÄ£ri& Hl in Bedtingnis gekommenen Araber baten die Polizei, sie in ihr Heimatdorf zu geleiten. Als dann später Panzerautos aus Ramleh und Amman mit etwa 60 Soldaten der Königlichen Luftmacht eintrafen, war die Gefahr bereits vorüber. Die Altstadt von Jerusalem, fuhr Major Saunders fort, war zunächst vollkommen ruhig. In der Neustadt aber dauerten vereinzelte Schüsse, die aus dem Hinterhalte abgegeben wurden, fort. Alle Teile der jüdischen Bevölkerung der Neu- Stadt baten die Polizei, dabei mitzuhelfen, daß die isolierten jüdischen Viertel geräumt und ihre Bevölkerung in die dichter bevölkerten und darum besser gesicherten jüdischen Viertel gebracht würden. Erst am späten Abend des Freitag hatten sich die Behörden dafür entschieden, um Verstärkungen zu ersuchen. Der jüdische Arbeiterführer Herr J. Ben Zwi hatte noch am Tage an die Behörden den Appell gerichtet, früheren jüdischen Soldaten und anderen jüdischen jungen Leuten zu erlauben, dje jüdischen Stadtviertel verteidigen zu helfen. SO frühere Soldafen wurden bewaffnet und 60 andere Personen erhielten Knüppel ausgehändigt. Die folgende Nacht war sehr sorgenvoll für die Polizei; unerwartete Ereignisse trafen ein, so z. B. der Nachtmarsch der Araber aus Bireh in der Nähe von Ramallah auf die jüdische Kolonie Atarot, gegen die sie einen Angriff vorbereiteten. Am Sonnabend ließ Major Saunders nochmals ein dem Mufti gehörendes Haus durchsuchen, da ihm mitgeteilt wurde, daß sich im Garten dieses Hauses zahlreiche mit Stöcken bewaffriete Araber verborgen hielten. Später hatte er eine große Gruppe Araber beobachtet, die auf dem Wege zur Hebräischen Universität im Hinterhalt lag. Während er mit einer britischen Patrouille, die durch Araber verstärkt war, Kirjat Mosche und mit einer anderen Givat Schau! inspizierte, wo Herr Viney und Herr Best verwundet wurden, wurde ihm die Mitteilung überbracht, daß die Polizei bei Nablus von einem Mob angegriffen wurde. Gleichzeitig erhielt er Nachricht, daß am Tage vorher in Hebron ein Jude getötet wurde. Aber erst gegen 12 Uhr erfuhr die Polizei von den Massakers in Hebron und sandte, mehr als drei Stunden zu spät, Ver- Stärkungen nach dieser Stadt. Auf ihrem Wege nach Hebron trafen die Truppen mit Keulen und Dolchen bewaffnete Moslems an, die auf Jerusalem marschierten. In der Altstadt von Jerusalem herrschte an diesem ganzen Tage Ruhe, aber die Neustadt bot das Bild einer Stadt 1m B e - lageru ngszustand. Um Romemah, im bucharischen Viertel, in der Umgebung der Universität und in Talpioth kamen fortdauernd Schießereien vor; dies machte die Räumung der jüdischen Bevölkerung aus allen isoliert liegenden Stadtvierteln notwendig. In Beantwortung einer Frage des Anwalts der arabischen Exekutive, Herrn W. H. Stoker, erklärte Major Saunders, daß die Araber die Angreifer waren und Schüsse abgaben. Auf eine Frage des Regierungsanwalts Kenelm Freedy erwiderte Saunders, daß die Regierung ihm verboten habe, die Juden zu bewaffnen, soweit das Militär ihnen ein gewisses Maß von Schutz gewähren könne, da die Regierung denAraberndas Versprechen gab, Juden gegen Araber nicht zu bewaffnen. Preedy fragte; Gibt es eine Abschrift der Order, J u d e n zu entwaffnen? Saunders erwiderte; Eine solche schnftliehe Order existiert nicht; sie wurde münd lieh im Verlauf einer Beratung erteilt. Major Saunders berichtete weiter, daß die zionistische Exekutive noch in der Nacht vorher ersucht habe, besonders für den Verteidigungsdienst ausgewählte Juden zu bewaffnen, Die Plünderer von Talpioth verfügten über deutsche «nd englische Gewehre. Es wurde« in Jerusalem 25 Jude* bnti־ scher Staatsangehörigkeit entwaffnet In Tel-Awiw wurden 200 Juden, die sich am Freitag als Sonderpolizisten haben eintragen lassen, und die mit Knüppeln bewaffnet waren, am Montag — nachdem am Sonntag vorher ein Aufruhr in Jaffa sich ereignete — entlassen und entwaffnet. In der Sitzung der Untersuchungskommission vom 29. QJctober wurde die Vernehmung des Majors Saunders fortgesetzt. Major Saunders gab zu, daß britische Juden und ehemalige jüdische Legionäre gemäß dem den arabischen Führern gefebenen Versprechen entwaffnet wurden, obwohl man ihrer ringend bedurfte, um die Unruhen im Keime ersticken zu können. Die jüdische Siedlung Beth Alpha, erklärte Major Saunders auf weiter an ihn gerichtete Fragen, hat mit eigenen Kräften die Angriffe der Araber zu* rückgewiesen. Auf weitere Fragen gab Major Saunders auch zu, daß der arabische Angriff, wenn er auch nicht genügend vorbereitet, so doch vorher organisiert war; der Mufti zeigte großen Eifer In der Entfachung religiöser Streitigkeiten, um auf diese Weise den gesamten Islam für sich zu gewinnen. Major Saunders bestätigte, daß die Polizei in Hebron den jüdischen Einwohnern die Versicherung gab, daß ihnen keine Gefahr drohe und daß sie ruhig in ihren Häusern sich aufhalten dürfen. Als bald darauf die Unruhen ausbrachen, mußte die Polizei die Juden ihrem Schicksal überlassen. Erst zwei Stunden nach Ausbruch der Unruhen wurde den Juden die erste polizeiliche Hilfe zuteil. Major Saunders wurde auch über die Ereignisse am Tischa b’Aw befragt und erzählte, daß an diesem Tage zwei jüdische Prozessionen in geordneten Reihen zur Klagemauer zogen. Die jüdische Jugend, die an der Prozession teilgenommen hat, war durch das Verhalten der Araber an der Klagsmauer und durch das neu erbaute Tor unmittelbar an der Mauer aufs tiefste erregt, dennoch verhielt sie sich ruhig. Sir Boyd M er 1*101 an, der Anwalt der Zionistischen Exefcwtive,'fragte :Stwletsj׳; Womit rechtfertigen Sie die Entwaffnung der englisch- Jüdischen Hilfspolizisten? Saunders antwortete: Wenn an mich die Frage gestellt worden wäre, ob ich diese 40 bewaffnete Männer entbehren könnte, ich hätte geantwortet: Nein. Merriman erklärte sich von dieser Antwort befriedigt, aber der Regierungsanwalt Preedy bestand darauf, daß diese Frage auch dem Chefsekretär Luke, der in diesen Tagen die verantwortliche Regierung«- gewalt ausübte, zu stellen sei. Sir Boyd Merriman stellte fest, daß der Schutz jüdischen Lebens und Eigentums in jenen Tagen ein absolut unzureichender war. Auf Merrimans Frage gab Saunders zu, daß am 27. August eine Parade der britischen Polizisten stattgefunden hat, bet der den Juden befohlen wurde, aus den Reinen zu treten und die Gewehre abzuliefern. Hatten Sie, Herr Kommandant, frug Merriman, sich über die Eignung dieser Polizisten zu beschweren? Saunders erwiderte zuerst mit einem kurzen ״J a". Auf weiteres Befragen konnte er für dieses ״Ja" bloß die Tatsache anführen, daß er Berichte erhielt, wonach die* jüdischen Polizisten nach Eintritt der Dunkelheit planlos aus ihren Gewehren feuerten. Merriman legte dar, daß diese Polizisten doch eigentlich Zivilisten waren, wofür ja der Umstand spricht, daß sie wegen des Besitzes von Waffen vor Gericht gestellt und mit Geldbüßen belegt wurden. Merriman fragte Saunders: Solle dies etwa der Grund gewesen sein, daß die Juden verabschiedet wurden? Sir Walter Shaw, der Vorsitzende der Kommission, mischte sich hier in das Kreuzverhör und sagte zu Saunders: Aus der Art und Weise, in der Sie sprachen, hatte man schließen können, daß es Haufen von Klagen gab. Im Verlauf des Kreuzverhörs versuchte der Anwalt der arabischen Exekutive, W. H. Stoker, darzulegen, daß die Juden die Verantwortung dafür tragen, daß die Erregung im Lande so hoch gestiegen war. Durch das Mitbringen von Stühlen und einem Wandschirm zum Gottesdienst an der Klagemaner haben die Juden Neuerungen einzuführen versucht. Die Klagemauer und ihre Umgebung sind Eigentum des Wakf (moslemitischer Kirchenfonds), die Juden hatten nur das Recht, zur Klagemauer zu pilgern. Sie beanspruchten aber mehr Rechte und bestritten sogar das Recht der Moslemiten, auf ihrem eigenen Grund und Boden Bauten aufzuführen. Stoker verlas einen Artikel von Professor Joseph Der 2. November ruhig verlauten Nach den aus Palästina eingelaufenen Meldungen Ist es am 2. November, dem Jahrestag der Balfour-Deklaration, zu keinen Unruhen Im ganzen Lande gekommen. Die Araber haben ihren üblichen Trauerstreik veranstaltet, die Geschäfte waren geschlossen, und ein Teil der arabischen Häuser hißte schwarze Trauerfahnen. Im übrigen hat die Tatsache, daß der 2. November aut einen Sabbat fiel, dazu beigetragen, den unrichtigen Eindruck zu erwecken, als sei durch die arabische Streikparole das ganze Leben ln Jerusalem und «nderorts lahmgelegt. In Wahrheit Ist bekanntlich In Jerusalem auch an einem gewöhnlichen Sabbat das Geschäftsleben in hohem Maße eingeschränkt, da sämtliche jüdischen Geschäfte geschlossen halten. Kundgebungen haben nicht stattgefunden. Klausner, der in den! ״Palestine Weekly" vom 28. August erschienen war und in welchem der Verfasser die jüdischen Rechte auf die Klagemauer unterstreicht Stoker sprach auch sehr lange über die jüdischen Demonstrationen an der Klagemauer am Tischa b’Aw. Er stellte sodann eine Anzahl Fragen an Major Saunders, der in Beantwortung einer dieser Fragen feststellte, daß es ihm auffiel, daß an dem verhängnisvollen Freitag die arabischen Frauen der Altstadt nicht in ihren Heimen sich aufhielten, was als ein Beweis dafür angesehen werden kann, daß die Unruhen von den Männern vorbereitet gewesen waren und daß die Frauen vor Ausbruch der Unruhen aus dem gefährdeten Teile der Stadt weggebracht wurden. Die darauffolgenden Teile des Kreuzverhörs mit Major Saunders bezogen sich auf die Ereignisse außerhalb Jerusalems. Sir Boyd Merriman, der Anwalt der Zionistischen Exekutive, schilderte an Hand einer im Gerichtszimmer angebrachten großen Landkarte die Entwicklung der Ereignisse im einzelnen und wies darauf hin, daß nirgends in Judäa oder Galiläa von der Ortsbevölkerung Unruhen angestiftet wurden. Jüdische und arabische Bauern leben in Freundschaft nebeneinander und haben sogar in den Unruhetagen die wirtschaftlichen Verbindungen miteinander aufrechterhalten. Einige der Dorfhäuptlinge hatten den jüdischen Kolonien Schutz und verfolgten Kolonisten Obdach gewährt Keiner von ihnen hattte je sich darüber beschwert, daß arabischer Boden von Juden enteignet worden war. Sir Boyd Merriman erwähnte, daß in Beisan 20 Juden verletzt und alle jüdischen Häuser geplündert worden sind. Major Saunders berichtete, daß der fanatische Aufruhr der Moslems in Nablus und in Hebron durch den moslemischen religiösen Appell, dem bedrohten Glauben zur Hilfe zu kommen, entfacht worden war. Jeder arabische Aufruhr, fügte Major Saunders hinzu, hat seinen Ussprung im religiösen Fanatismus. Sir Boyd Merriman erginrfe Sauader* Aussage mit der Bemerkung, daß der letzte Aufruhr «Kd Briefen öSta» Boten und durch aufstacnelnde Rtaea' 1a den Moscheen vorbereitet wurde. Es wurde in den Moscheen erzählt, daß die Juden Bomben in die Omar-Moschee geworfen hatten und daß dadurch viele Moslems getötet worden seien. Sir Walter Shaw fragte: Wurden wirklich Gerüchte verbreitet, dab Araber von Juden getötet wurden? Major Saunders erwiderte, es war allgemein das Gerücht verbreitet gewesen, daß die Juden eine Bombe in die Omar-Moschee geschleudert hatten, die mehrere Moslems tötete. Sir Boyd Merriman: Wurden in den Moscheen aufhetzende Reden gehalten? Major Saunders: Ja; wir hatten darüber aus einigen Distrikten Berichte. Sir Boyd Merriman ging zur Erörterung der politischen Seite über und fragte Major Saunders, ob er wisse, daß die arabische Presse vor Ausbruch der Unruhen durchaus nicht einheitlich war, daß nur ein Teil den Graß-Mufti, der auch Präsident des Obersten Moslemischen Rates ist, unterstützte, während ein anderer Teil entschieden gegen die Politik des Groß-Mufti Stellung nahm; ob Major Saunders wisse, daß sofort nach Ausbruch der Unruhen die arabische Presse den Streitfall bezüglich der Klagemauer fallen ließ und mit Forderungen nach Zurückziehung der Baifour-Deklaration und Errichtung eines parlamentarisehen Regimes hervortrat. Major Saunders erwiderte, die Darstellung von Sir Boyd Merriman sei vollkommen richtig. Sir Boyd Merriman stellte nun an Major Saunders die Frage, ob er wisse, daß der Aufruhr wohlüberlegt und vorbereitet war. Major Saunders wich einer klaren Antwort aus und sagte: De meisten von uns, die in der Behörde sitzen, wußten, daß, wenn die Atmosphäre nicht eine andere werde, es früher oder später zu einem Zusammenstoß kommen müsse. Sir Boyd Merriman drängt auf eine klare Antwort. Man müsse doch sagen können, ob der Aufruhr ein spontaner oder ein vorbereiteter war. Major Saunders sagte: Das weiß ich nicht, aber das eine stand fest, wenn einmal in Palästina ein Funke zündet, so greift das Feuer um sich. Es war Ihnen doch bekannt, sagte Sir Boyd, daß in den Moscheen Versammlungen abgehalten wurden und daß Redner die Menge aufzupeitschen versuchten. Das stimmt, erwiderte Major Saunders; alles wirkte zusammen, um die Feuersbrunst anzufachen. Sir Boyd fragte, ob Saunders in den Dörfern eine bestimmte Bewegung bemerkt hatte, die durch An« sprachen von Agitatoren in Versammlungen hervor gerufen worden war. Darauf erwiderte Saunders: Nach dem 15. August waren es nicht nur anonyme Bewegungen, sondern es traten schon vielbeachtete Personen hervor. Sir Boyd führte hierzu noch aus, daß Scheichs und Muklitars (Dorfoberhäupter) in Galiläa zu einer großen Beratung nach Nazareth geladen worden sind. Er verlas einen von dem Jerusalemer Groß-Muftl an die Mukthars und Aeltesten von Nablus gerichteten Brief, in welchem es hieß : Am 23. August wird es in Jerusalem zu einem Kampfe zwischen Juden und Moslems kommen. Alle, die dem Islam angehören, mögen nach Jerusalem kommen, um ihren Brüdern zu helfen. Dieser vom Groß- Mufti persönlich Unterzeichnete Brief fug dem Berichte des Kommandanten der Nablus-Polizei bei. Die Polizei, führte

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