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Jüdische Rundschau · 1929-10-25 · Heft 84 (25.10.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 84 (25.10.1929)
Date
1929-10-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 84. 25. X. 1829 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 563 Rudolf Kittel R“d0J,f Kittel, der Leipziger!Professor für alttestamentliche Theologie, ist dieser Tage im Alter von 76 Jahren gestorben. Seine Bedeutung beruht vor allem auf seinen systematischen Darstellungen der allgemeinen wie der Religionsgeschichte Israels. Das seit 1888 zuerst als ״Geschichte de■ Hebräer“, in den späteren Auflagen als ״Geschichte des Volkes Israel“ erschienene Hauptwerk, von dem im vorigen Jahre der erste Teil des dritten Bandes herauskam, wie ״Die Religion des Volkes Israel“ wandelt zwar wesentlich im Geleise der Wellhausenschen Schule, zeichnet sich aber durch eine verhältnismäßig vorsichtige Kritik aus. Populär geworden ist die von ihm herausgegebene hebräische Bibelausgabe (biblia hebraica), die unter dem Text eine meist sehr verständige Auswahl von Varianten und Korrekturen bringt. Dazu treten mehrere Kommentare und Monographien zum Alten Testament und eine nützliche Uebersicht über die ״Alttestamentliche Wissenschaft in ihren wichtigsten Ereignissen“. Eine aufhellende Einführung in seine eigene Arbeit und die schließlich von ihm gewonnene Art, die Dinge zu schauen, enthält das 1925 herausgekommene Werk ״Gestalten und Gedanken in Israel“. Es zeigt eine recht konservative Haltung, zumal hinsichtlich der Annahme der Historizität der großen Gestalten der Vergangenheit. Mose wird in dieser ״Geschichte eines Volkes in Charakterbildern“ als volle Persönlichkeit Umrissen, und selbst an Abraham und Jakob tastet der Blick in die Vorzeit. — Kittel gehörte zu der sich erst in allerneuester Zeit mehrenden Zahl der protestantischen Forscher, die mit offenem Blick die Bedeutung des spätjüdischen und rabbinischen Schrifttums für die Erkenntnis der Entstehung und der Natur des Christentums würdigen. Er hat auch dafür gesorgt, daß in Leipzig eine Dozentur für jüdisch-rabbinische Literatur eingerichtet und von einem jüdischen Gelehrten besetzt wurde. Wie sehr er damit zur Ausräumung alter Vorurteile beigetragen hat, kann man am besten an der Einstellung seines aus dieser gereinigten Atmo- Sphäre hervorgegangenen Sohnes Gerhard Kittel erkennen, der sich die Erforschung dieser Zusammenhänge zur besonderen Aufgabe gemacht hat _ Dr. Max Wiener. Zar Lage in der Z. V. L D. Beschlüsse des deutschen Hapoel-Haza'ir. Der Zentrale Waad des Hapoel Hazair in Deutschland hat sich in mehreren Sitzungen mit der Lage beschäftigt, die sich im Zusammenhang mit den palästinensischen Ereignissen im deutschen Zionismus ergeben hat und hat folgende Reso- I u t i o n e n angenommen: 1. Neben der großartigen Manifestation spontaner Solidarität, nationaler Disziplin und politischer Besonnenheit innerhalb der jüdischen Welt hat die Erörterung der sich aus den Ereignissen in Palästina ergebenden Situation Aeußerungen eines verantwortungslosen politischen Extremismus in Erseneinung treten lassen, die die jüdische öffentliche Meinung irrezuführen geeignet ist und eine den realen Voraussetzungen Und Notwendigkeiten und den idealistischen Zielen des zionistischen Aufbauwerks widersprechende Politik herbeiführen kann. Der Zentrale waad des Hapoel Hazair billigt demgegenüber die von der Leitung der ZV.f.D. befolgte politische Linie, wie sie in öffentlichen Erklärungen und in der Haltung der ״Jüdischen Rundschau“ zum Ausdruck kommt. 2. Die gegenwärtige Auseinandersetzung über diese Fragen wollen, an der Seite des stets von uns bekämpften Revisionismus, sich nunmehr in Opposition stellende Gruppen ausnutzen, um unter Verschleierung ihrer wahren Motive einen sonst für sie aussichtslosen Machtkampf innerhalb der Z. V. f. D. zu führen. Der Zentrale Waa^f des Hapoel ,Hazair ,sieht ip, K9nr Zessionen an die Förderungen dieser Gruppen, insofern sie die in Punkt 1 dieser Resolution gekennzeichnete, von uns gebilligte Haltung betreffen, eine Gefährdung der Lebens- und Wirkungsfähigkeit der Z. V. f. D. und wird alle zu solchen Konzessionen neigenden Tendenzen bekämpfen. Veranstaltungen der ״Schule da* Jfidischen Jagend“ Die ״Schule der Jüdischen Jugend“, deren Räume sich in dem Schulgebäude W35, Lützowstr. 16, befinden, tritt in den nächsten Wochen mit einigen neuen Veranstaltungen hervor: 1. Am 29. Oktober beginnend wird Hermann Gerson jeden Dienstag 1/26 bis (&8 Uhr eine ״Erste Einleitung injüdlschesWissen“ geben. Auf vielfachen Wunsch soll hier der Versuch unternommen werden, in jüdischen Dingen Unerfahrenen, besonders auch Jüngeren, in gedrängter Form und kurzer Zeit einen möglichst vielseitigen Einblick m jüdische Dinge zu geben. Der Kursus ist auf acht Abende berechnet, an denen folgende Themen behandelt werden sollen: Umriß der Geschichte (zwei Abende); Bibel, Talmud, Midrasch; Das jüdische Jahr; Der Gottesdienst; Ehe Sprachen der Juden; Jüdische Ideologien; Der Palästina-Aufbau. Der Kursus ist für völlige Anfänger gedacht. 2. Am 9. November beginnend werden jeden Sonna b e n d , 31/2 Uhr nachmittags, AussprachenderSch ulangehörigen zuaktueilcnAnlässen stattfinden. Ein einleitendes Referat wird jedesmal die Grundlage abgeben. Die Aussprache am 9. November wird im Zusammenhang mit den palästinensischen Ereignissen der Frage des Palästina-Aufbaues durch die Juden im Rahmen des erwachenden Orients gewidmet sein. Das einleitende Referat hält Dr. Robert W e 11 s c h. 3. Die Vorbereitungen für den durch verschiedene Referenten zu bestreitenden Kursus ״Juden der Gegenwart“ sind so weit gediehen, daß mit seinem Beginn in der zweiten Novemberwoche gerechnet werden kann. Genaue Ankündigung erfolgt noch. Donnerstag, 7. November, 8 Uhr abends, findet die erste Versammlung der Schulgemeinde in diesem Trimester statt. Nach Erledigung der internen Sch ulangeiegenheiten findet eine Aussprache über ein noch zu bestimmendes Thema statt. . Anläßlich sejnes Hierseins hat sich Dr. Martin Bub er, der im ersten Trimester dieses Jahres eine 14iägige Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Schule abgehalten hat, bereit erklärt, den Freitagabend am 1. November gemeinsam mit den Angehörigen der Schule zu verbringen. Hierzu haben, ebenso wie zur Schulgemeinde und der Aussprache am 9. November, nur Angehörige der Schule Zutritt Anmeldungen erbeten. Zugleich mit dem Nachtrag diesmal unterbliebener genauerer Angaben hofft die Schule in kurzer Zeit weitere Kurse ankündigen zu können. Der seinerzeit angekündigte Ge- Schichtskursus von Dr. Joachim Prinz muß wegen Verhinderung des Vortragenden in diesem Trimester ausfallcn. Andere Geschichtskurse werden vorbereitet Auskünfte erteilt und Anfragen beantwortet Dr. Moritz Spitzer schriftlich oder (mündlich) in seinen Sprechstunden jeden Montag, 1/*6 bis V»7 Uhr und Donnerstag 8 bis 9 Uhr arechzeiten geändert!) in den Räumen der Schule, W35, zowstr. 16. ln der ״Times“ veröffentlicht Chief Rabbi Dr. Gast er einen Brief der Samariter in Nablus, die darüber klagen, daß sie seit den letzten Unruhen von ihrer Umgebung völlig boykottiert werden, so daß sie mit Vernichtung bedroht sind. Dr. Gastet appelliert an die englische OeffenflWhkett um Unter- Stützung. Briefe an die Redaktion Liberalismus and Zionismus Berlin, 23. Oktober 1929. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W. Sehr geehrte Redaktion! Gestatten Sie mir zu dem Briefe von Herrn Dr. Kirschner in Nr. 83 eine Bemerkung: Ob es einen Zweck hat, mit jemandem, der nach seiner eigenen Angabe ״an den positiven Ewigen der jüdischen Religion nicht aktiv und persönlich beteiligt ist“, über die Haltung der Jüdischen Volkspartei in religiösen und kultischen Fragen zu diskutieren, kann dahingestellt bleiben. Ich halte es aber für Pflicht von Herrn Dr. Kirschner, wenn er davon spricht, daß die zionistischen Gemeinde Vertreter in religiösen una kultischen Fragen stets einen konservativ orientierten Standpunkt einnehmen, der Oeffentlichkeit nicht bloß diese Behauptung mitzuteilen, sondern auch detailliert anzugeben, in weichen Fällen die Jüdische Volkspartei berechtigte Interessen des religiösen Liberalismus verletzt hat Ich glaube, daß die Ausbeute in dieser Beziehung außerordentlich dürftig sein wird, es sei denn, daß Herr Dr. Kirschner, was allerdings bei einem Zionisten schwer verständlich wäre, der Volkspartei das Recht bestreitet, gegen das Assimilantentum in Schule und Synagoge, gegen die Beseitigung des Hebräischen und gegen die Nachahmung der Sitten und Gebräuche anderer Religionen mit allem Nachdruck anzukämpfen. Zu einer Auseinandersetzung auf der Grundlage bestimmt umrissener Vorwürfe wird die Jüdische Volkspartei mit Vergnügen bereit sein. Mit Zionsgruß Georg Kareski. ■ Berlin W15, den 21. Oktober 1929. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W15, Meinekestr. 10. Sehr geehrte Redaktion! Zu der jüngst wieder begonnenen Diskussion über das Thema: ״Liberalismus und Zionismus“ möchte ich mir einige Bemerkungen gestatten. Herr Gustav Kahn wünscht eine Arbeitsgemeinschaft der religiös liberal orientierten Zionisten. Man könnte ja so folgern: die gesetzestreuen Zionisten sind im MisracM vereinigt, warum sollen die Liberalen sich nicht auch zusammenschließen. Konsequenterweise könnte man dann auch einen Bund der atheistischen Zionisten fordern. Wohin das führen würde, ist klar: die zionistische Bewegung würde ein Tummelplatz religiöser Streitigkeiten werden. Das wollte Herzl in kluger Voraussicht unter allen Umständen vermelden. Der Misrachi Ist, glaube ich, gar nicht unter diesem Gesichtswinkel zu betrachten: er fühlt sich als Verwalter des uralten nationalen Kulturgutes, das nicht angetastet werden darf, und es wird von misrachistischer Seite immer wieder betont, daß das Judentum nicht eine Religion im einfachen Sinne ist, sondern eine nationale Kulturgemeinschaft, in der allerdings die religiös bestimmte Lebensführung und Weltanschauung dominierend wirkt. Dem nicht gesetzestreuen Juden fehlt der durchgängige supranaturalistische Glaube und damit entfällt auch der innere Zwang, das Leben so zu gestalten, wie es die Thora befiehlt. Seit der Zeit der Aufklärung besteht dieses Problem: was soll der Jude tun. der nicht mehr örthodox ist oder sein kann? Das religiös-liberale Judentum ist der erste Versuch zu seiner Lösung. Der Zionismus ist ein anderer Versuch, das Problem zu meistern, und man kann heute rückblickend sagen, daß er im direkten Gegensatz zum Liberalismus entstanden ist. Wir Zionisten wollen bewußt alle Konsequenzen vermeiden, die der Liberalismus im Laufe seiner Entwicklung gezeitigt hat. Es ist doch kein Zufall, daß die liberalen Juden immer wieder gegen Palästina und Zionismus eifern, und von geschmacklosen Eruptionen abgesehen, keine Bosheit, sondern ehrliche Ueberzeugung, daß hier etwas geschieht, das für das liberale System ruinös ist. Wozu sonst der Kampf? Und es ist auch kein Zufall, daß das liberale Judentum nicht ausschließlich religiös, sondern sehr ausgesprochen politisch eingestellt ist und sich betätigt. Wenn nur Religion, warum dann Politik und politischer Kampf? In den Grundsätzen der jüdischen Sittenlehre, wie sie als Anhang in jedem liberalen Gebetbuch stehen, heißt es: das Judentum gebietet, das Vaterland zu lieben. Ein normaler Mensch liebt sein Vaterland, ohne daß es ihm geboten wird. Man brauchte nur älteste zionistische Argumente anzuführen, um darzutun, wie unsinnig diese ganze Mentalität ist. Aber, noch einmal, es ist das alles nicht zufällig, sondern wesentlieh für die liberale Auffassung. Wenn also dies Grundsätzliche bedacht wird, so frage ich, was soll ein Zusammenschluß liberaler Zionisten? Wollen sie im Gebetbuch die sorgfältig gestrichenen Zion-Gebete wieder einführen? Wollen sie im Gottesdienst wieder nur die hebräische Sprache gelten lassen, für die wir alle uns so lebhaft einsetzen? Wollen sie die Orgel abschaffen, die eine Assimilation ist wie vieles andere? Das liberale Judentum ist Assimilation durchweg, wenigstens für die Mehrzahl aller seiner Anhänger; denn man kann die paar gelehrten Rabbiner nicht zählen, die wissen, worin der ethische Monotheismus des Judentums sich von dem anderer aufgeklärter Menschen unterscheidet. Unser Wille geht fort von der Assimilation, und daß unendlich viele Zionisten, die nicht orthodox sind, im Innersten der Seele religiös sind, ist nicht identisch damit, daß sie religiös-liberal sind; weder äußerlich noch innerlich trifft das zu. Allein die Zion-Idee scheidet sie — in Theorie und Praxis — von jenen, die, ehrlich und aufrichtig, etwas ganz anderes wollen. Damit ist der Begriff des religiös-liberalen Zionisten gerichtet. Es gibt ihn nicht. Diese Freunde — und ihre Zahl wird stets größer — wollen eine Erneuerung der jüdischen Religion, des gesamten Judentums; sie tragen ein religiöses Sehnen in sich, das, noch formlos, doch stark genug ist, um nach außen wirksam werden zu wollen. Aber darin unterscheidet sich diese Sehnsucht von jeder liberalen Ideologie: sie weiß mit absoluter Deutlichkeit, daß, wenn eine Erneuerung kommt, sie nicht beschwert sein darf mit Gesinnungen und Hoffnungen, die unserem Zionismus entgegengesetzt sind; sondern daß sie kommen wird und muß im neuen Palästina, wo der jüdische Geist eine freie Entwicklung nehmen wird: von Zion geht die Lehre aus! Mit Zionsgruß Ihr sehr ergebener Dr. Werner Bab. Die Kundgebung des ״Brlth Schalom“, Gruppe Deutschland, zu den Vorgängen in Palästina findet nicht Sonntag, sondem Donnerstag, den 31. d. M., 8 Uhr abends, im Sch ubertsaal (Bülowstr. 110, am Noüendorfplatz) statt. Dr. Martin B u b e r wird sprechen über ״Jüdisches Nationalheim und nationale Politik in Palästina“. Als erster Diskussionsredner wird Dr. Jakob Klazkln das Wort ergreifen. Frauenarbeit Das zehnte Heft der von Dr. Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann herausgegebenen Monatsschrift ״Die Frau im Staat*‘ enthält einen Artikel von Jakoba Neustadt über ״Die Ereignisse in Palästina“, welcher die Vorgänge der letzten Wochen in ausgezeichneter Weise schildert und in richtiger Erkenntnis von dem Wesen der jüdischen Aufbauarbeit Forderungen an die Mandatsmacht und an den Völkerbund stellt. * Die Zentrale der Wizo fordert zur Subskription auf die deutsche Ausgabe des kürzlich hebräisch erschienenen Buches von Ada Fischmann ״Die ArbeiterinnenbewegunginPalästina“ auf. In diesem Buche hat Ada Fischmann, die eine der bekanntesten Führerinnen der Arbeiterinnenbewegung ist, die Quellen zur Geschichte der Bewegung gesammelt und einen ausgezeichneten Ueberblick über die Entwicklung der Frauenarbeit in Palästina gegeben. Sie schildert an Hand von Berichten, Protokollen una Briefen das persönliche Leben palästinensischer Frauen und gibt durch Tabellen und Diagramme eine Einsicht in die Bestrebungen der Arbeiterschaft und die besonderen Verhältnisse der palastinensischen Arbeiterinnen. Subskriptionen werden entgegengenommen vom Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, Charlottenburg 4, Pestalozzistr. 92. * Im Aufträge der Weltorganisation zionistischer Frauen (Wizo) wurde von Gerda Arlosoroff-Goldberg eine Broschüre unter dem Titel ״Palästinafragen“ zusammengestellt, ln dieser Broschüre werden alle Fragen behandelt, weiche die bisherige Arbeit der Wizo berührten. Weggelassen sind die Probleme der sozialen Hilfsarbeit, mit Ausnahme der Leistungen in den Säuglingsstationen, weil erst die Züricher Konferenz die Wizo auch mit diesem großen Gebiet palästinensischer Frauenleistung verbunden hat. Die Broschüre bildet eine wichtige Grundlage für Vorträge in Frauenkreisen und für die informative Arbeit in Frauenarbeitsgruppen. Sie ist aber darüber hinaus geeignet, die zionistische Gesamtheit über Fragen des Palästinaaufbaus sufzuklären, die bisher unbeachtet blieben oder als selbstverständliche Spezialgebiete der Frauen angesehen werden, während sie zentrale Probleme jeder kolonisatorischen Arbeit bilden. Das Heft enthält die folgenden Artikel: Hugellner: Das Programm der Wizo; Gerda Arlosoroff-Goldberg: Die Er- Ziehung der Wizogruppen zu gemeinsamem Verantwortungsbewußtsein; Nanny Marguli es-Auerbach: Die Frage der Weiterbildung schulentlassener Mädchen; Arno Dalberg: Die Frau im Moschaw und in der Kwuzah; Gerda Arlosoroff: Die Hausangestellten-Frage; Dr. J. Glücken Ernährungsprobleme in Palästina; B. S. Sallawsky: Aufgaben der wanderlehrerin; Dr. Berman: Erholungsheime; S. Beth-Eli: Die Frage der Tageskrippen. Dazu kommen Berichte über die Ausstellung der Wizo auf der ״Messe des Nahen Ostens“, über die Wirksamkeit der Säuglingsstationen in Tel-Awiw und über die speziellen Einrichtungen der Wizo zur Förderung der hauswirtschaftlichen Kenntnisse in Palästina. Das Heft wird abgeschlossen durch eine Uebersicht über die Institutionen der Wizo, über ihre Föderationen und ihr angeschlossene Gruppen. Die Broschüre ist durch das Büro des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, Charlottenburg 4, Pestalozzistr. 92, zum Preise von 0,50 M. zu beziehen. Franenarbellsgemelnsehaft für Palästina Die ßexirksgMijjpe West veranstaltet eiaen Öskussionsnachmittag am Dienstag, dem 29. Oktober, nachm. 41/2 Uhr im K. J. V.-Haus, Bleibtreustr. 50. Dr. Nahum Goldmann spricht über ״die Bedeutung Palästinas für die Judenheit der Welt“. Gäste willkommen. Für die Bezirksgruppe Grunewald veranstaltet Frau Ginsburg, Hagenstr. 56, am Donnerstag, dem 31. Oktober, nachm. 41/2 Uhr, einen Tee-Nachmiitag in ihrem Hause. Redner: Herr Dr. Nahum Goldmann. Der Studienzirkel der Gruppe tagt jeden Montag, nachm. 1/35 Uhr. Leitung Frau Prof. Koigen. Interessentinnen wollen sich bei Frau Kober, Hagen- Straße 27 (Pfalzburg 6218) melden. In der Bezirksgruppe Nord west spricht Herr Dr. Oskar Wolfsberg über ״Probleme des kulturellen Aufbaus“ am Mittwoch, dem 20. Oktober, abends 8Va Uhr, im Restaurant Tiergartenhof, kleiner Saal. Gäste willkommen. Der Studien- Zirkel der Gruppe findet alle 14 Tage am Mittwoch nachmittag statt. Die Leitung hat Herr Dr. Max Mayer. Thema: Aehad Haam. Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben. Interessentinnen wollen sich bei Frau Dr. Mittwoch, Brückenallee 11, Moabit 8698 melden. Die Bezirksgruppe Neukölln h*f ihre Zusammenkunft am Montag, dem 4. November, abends 8(4* Uhr, in der Schule, Kaiser-Friedrich-Str. 4. Herr Blumberg spricht über ״Palästina und das Weltjudentum“. Gäste willkommen. Der Studienzirkel findet vierzehntägig jeden zweiten Montag im Monat, abends 8(4 Uhr bei Dr. Bertha Zamory, Kaiser- Friedrich-Str. 38, statt. Thema: Aktuelle jüdische Probleme. Leitung: Dr. Bertha Zamory. Interessentinnen hierfür sowie für einen hebräischen Anfängerkursus wollen sich bei Dr. Zamory melden (Neukölln 6978). Die Jugendgruppe H unter Leitung von Fräulein Lilly de Jong trifft sich von nun an wieder regelmäßig jeden Mittwoch abend um 8(4 Uhr in den Büroräumen Kantstr. 158III. Interessentinnen sind jederzeit herzlich willkommen. H I % i Kundgebungen im Reiche Dessau-Haideburg. Am 22. IX. fand als Vorbereitung der Rosch Haschanah-Aktion eine öffentliche Kundgebung statt, in der Herr Dr. K a n o w i t z-Berlin vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über ״Die Ereignisse in Palästina“ sprach. Herr Dr. Kanowitz erörterte eingehend die Ursachen der Katastrophe, die er in dem Machthunger der Effendis, dem durch verlogene Agitation aufgepeitschten religiösen Fanatismus der Araber, und der dem jüdischen Siedlungswerk ungünstig gesinnten englischen Verwaltungspraxis fand. Unsere Zuversicht, daß das Palästinawerk trotz dieser Ereignisse sich ungehemmt fortentwickeln wird, gründet sich auf die unerschütterliche Entschlossenheit der Zionisten und der mit ihnen in der Jewish Agency zusammengeschlossenen nichtzionistischen Juden zu verstärkter Förderung des Aufbauwerks. Anschließend sprachen in gleichem Sinne die Herren Rechtsanwalt Dr. Gottschalk und Dr. Gumpel aus Bernburg, die im hiesigen Bezirk eine sehr erfolgreiche Werbearbeit für die ״Hilfe durch Aufbau“ ge- , leistet haben. Nürnberg-Fürth. Donnerstag, den 17. Oktober, hatte die Ortsgruppe zu einem Vortragsabend eingeladen, für den ab Referenten die Herren Sch. Schalom und Dr. Max Buchmann vorgesehen waren. Herr Schalom, unser neuer hebräischer Lehrer, der erst vor wenigen Tagen aus Palästina eingetroffen ist, sprach über: ״Was wir in Palästina erlebten“, und schilderte in ergreifenden Worten die heldenhafte Verteidigung des Jischuvv. Für die Pioniere in Palästina seien die Tage der Verteidigung eher eine Erweckung als eine Katastrophe gewesen. Die Differenzen zwischen den Juden seien vergessen^ die gefährliche Depression im Jischuw sei gesehwun-

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