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Jüdische Rundschau · 1929-10-11 · Heft 80-81 (11.10.1929) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 80-81 (11.10.1929)
Date
1929-10-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 542 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80/81, 11. X. 1929 Kundgebungen im Reiche Braunschweig. Am Sonnabend, dem 28. September, fand in ßraunschweig eine Kundgebung anläßlich der Unruhen in Paläslina statt, zu der alle Braunschweiger jüdischen Organisationen und Vereine in Gemeinschaft mit der Jüdischen Gemeinde und der Loge eingeladen hatten. Unser Gesinnungsgenosse, Herr Landesrabbiner Dr. Wilhelm, eröffnete die Versammlung. Er stellte fest, daß in Palästina keine Pogrome stattgefunden haben, beklagte die Opfer, und forderte zur ״Hilfe durch Aufbau“ auf. Herr Dr. Regensburger sprach für die Jüdische Gemeinde, Herr Meycrhoff für den R. I. F., Herr Walter Löwendorf für die Lebpokl-Zunz-Loge, und Herr Georg Herzberg für den C.-V. Alle Redner bedauerten die Unruhen und ihre Opfer. Herr Gustav Forstenzer, der als Mitglied des Initiativ- Komitees zur Erweiterung der Jewish Agency sprach, ging auf die politische Seite des Problems ein und schob die Verantvvortung für die künftige Entwicklung Palästinas dem Gesamtjudentum zu. Ais Hauptredner sprach Alfred Berger, Berlin. Er beleuchtete das Verhältnis zur Mandatarmacht und zu den Arabern, warnte vor einer Ueberspannung des religiösen Konfliktes, lind noch mehr vor einem nationalistischen chauvinistischen Zionismus, um sich schließlich mit einem warmen Appell an die Versammlung zu richten, der sie zur Hilfe durch Aufbau aufrief. Damit wäre die Versammlung geschlossen gewesen, wenn Herr Dr. Regensburger es nicht für nötig erachtet hätte, die Rede von Berger als nicht in den Rahmen des Abends passend zu kennzeichnen, in Wahrheit lag das Mißverständnis, wenn es eins war, bei den Herren des C.-V., die in den acht Tagen vom Beginn der Unterhandlungen bis zum Stnttfinden der Kundgebung die Unruhe, in die sie die Ereignisse in Palästina versetzt hatten, glücklich überwunden hatten, und wieder zu ihrer normalen Stellungnahme zurückgekehrt waren. Der Streit wurde schließlich durch das Eingreifen unseres 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Klopfstein, geschlichtet. wrig. Bremen. Die Zionistische Ortsgruppe hatte die Mitglieder der Israelitischen Gemeinde zu einer Kundgebung am 23. September im kleinen Saal der ״Glocke“ eingeladen. Der Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe, Herr E. Schragenhcim, begrüßte die Erschienenen, besonders den Redner des Abends, Herrn Dr. Wollstein aus Jerusalem. Bevor dieser aber das Wort ergriff, gedachte die Ortsgruppe ihres langjährigen Vorsitzenden, des Herrn Dr. Josef Wall, durch eine Gedenkrede, die Herr Kurt Zacharias hielt. Dr. Wöllstein ging in seiner Sehilderung der Ereignisse in Palästina von der Bedeutung der Eimgung des gesamten Judentums der Welt in der ״Jewish Agency“ aus, die kurz vor dem Ausbruch der Unruhen in Zürich erfolgte. Die Unruhen als ein Pogrom zu bezeichnen — so führt er aus — sei verkehrt, nur in den schutzlosen Orten des alten Jischuw, In Hebron, Safed usw., wären Pogrome gewesen, in den anderen 137 jüdischen Siedlungen haben, wenn es überhaupt zu-Zusammenstößen gekommen ist, Kämpfe stattgefunden, in denen sich die Juden tapfer und erfolgreich gegen den Ansturm der Araber gewehrt haben. Leider hat die Mandatsregicrung den Juden nicht den nötigen Schutz angedeihen lassen, den man erwarten mußte. Auch wir Juden selbst sind nicht frei von Schuld an dem, was geschehen ist. Die wichtigste Zukunftsaufgäbe im Lande ist ein friedliches Zusammenleben mit den Ara- Bern, die wir noch nicht genügend kennen, durch direkte Verhandlung herbeizuführen. Vor allem aber muß das zum Aufbau des Landes eben geeinte Judentum nun den Ernst und die Dringlichkeit dieser Aufgabe begreifen. Hierzu ist gerade jetzt durch die Rosch Haschanah-Aktion des Jüdischen Nationalfonds, des Bodenkauffonds, weitesten Kreisen Gelegenheit gegeben. ״Hilfe durch Aufbau“ ist die von den in Deutschland geeinten Zionisten und Nichtzionisten ausgegebene Parole, jeder Jude mag ihr nach Kräften nachkommen. Dem interessanten Vortrag folgte reichlicher Beifall. Im Anschluß an diese Kundgebung fand am folgenden Abend 1m engeren Kreis der Ortsgruppe noch eine Aussprache mit Herrn Dr. Wollstein statt, bei der dieser wertvolle Anregungen für die Winterarbeit der Gruppe gab und seine Mitteilungen vom vorigen Abend noch ergänzte. ►ie Zionistische Ortsgruppe ist Herrn Dr. Wollstein für seine vorbildliche Arbeit zu großem Dank verpflichtet. * Frankfurt a. M. Wir erhalten vom Büro der Revisionisten folgenden Bericht: Am 21. September sprach in einer von 700 Personen besuchten Massenkundgebung der Revisionisten in dem überfüllten Saale der Suppenanstalt Herr Zwi Lswinon, Jerusalem, über das Thema: ״Die Ereignisse in Palästina und ihre Lehren“. Durch die lebendige Weise seines Vortrages verstand es der Redner, das Interesse der Zuhörer über zwei Stunden zu fesseln. Der wesentliche Teil des Vortrages wurde der arabischen Frage gewidmet und hierbei der revisionistische Standpunkt vertreten, wonach ein wirklicher Ausgleich erst bei Erlangung einer jüdischen Majorität in Palästina möglich sein wird. Nur ein kolonisatorisches Regime der palästinensischen Regierung kann eine Verwirklichung der zionistischen Bestrebungen gewährleisten. Gleichzeitig müsse durch Wiederaufstellung der demobilisierten jüdischen Bataillone ein ausreichender Schutz der jüdischen Bevölkerung durchgeführt werden. Es bestünde in der ganzen Oeffentlichkeit kein Zweifel, daß die bisherige Zionistische Exekutive in allen ihren Voraussetzungen unrecht behalten habe, es wäre daher eine Selbstverständlichkeit für diese Exekutive ihren Rücktritt zu erklären. Eine Zusammenarbeit mit den Revisionisten sei von der Exekutive auch jetzt abgelehnt worden, und man beabsichtige weiterhin, die als falsch erwiesene Politik fortzuführen. Daher blieb der revisionistischen Partei nichts anderes übrig, als dieser Exekutive den stärksten Kampf anzusagen. Die nächste Forderung der Revisionisten sei jetzt die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses, in welchem die Stimmung der Wählerschaft zum riehtigen Ausdruck kommen könne. Der Redner wurde häufig durch lebhaften Beifall unterbrochen, und es gelang ihm in besonders schlagfertiger Weise, die Zwischenrufe von jüdisch-kommunistischer Seite zu widerlegen. Den Vorsitz der Kundgebung hatte Herr Dr. Paul Arnsberg, der mit einer kurzen Ansprache die Versammlung einleitete. Am Schluß zeigten sich spontan zahlreiche Uebertritte von Nichtzionisten und zahlreichen Angehürigen zionistischer Parteien zur revisionistischen Organisation. Nürnberg-Fürth. Am Mittwoch, jiem 2. Oktober veranstaltetc die Zionistische Ortsgruppe ihren ersten Ortsgruppenabend in diesem Winterhalbjahr. Herr Dr. Rudolf Lieb- Städter sprach über ״die Ereignisse in Palästina und ihre Lehren“. Er gedachte zunächst der während der Massaker gefailenen Juden, die von den Erschienenen durch Erheben von den Plätzen geehrt wurden. Sonach skizzierte er kurz die Vorfälle, erörterte die Schuidfrage und kam zu dem Ergebnis, daß die Juden keine Schuld treffe, wohl aber die verhetzenden Effendis. Die moralische Verantwortung habe die englische Regierung zu tragen. Zu Weizmanns Politik könne man auch weiter Vertrauen haben; durch stetige, intensive Arbeit hätten wir uns die Sympathien der Welt gewonnen, nicht aber durch laute Proteste, Demonstrationen und Proklamationen, wie sie die Revisionisten fordern. Er kritisierte kurz die Haltung der Jüdischen Rundschau“ und vertrat den Standpunkt, daß sie ihre Erziehungsarbeit in diesen Wochen etwas zurücksteilen und dagegen die politischen Forderungen nach außen hin deutlicher hätte vertreten müssen. Die Leitung der Zionistischen Verein!- gung für Deutschland, deren Politik durchaus mit der der Exekutive konform gehe, könne nicht für jede Unterlassung nach dieser Richtung hin verantwortlich gemacht werden. Redner schloß mit der Feststellung, jeder Zionist müsse sich in diesen ereignisschweren Wochen mit den Sorgen Palästinas beschäftigen, teilnahmslos beiseite zu stehen sei verurteilenswert. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Max Buchmann aus Tiberias, Nathan Nußbaum und Sigmund Hamburger. Herr Dr. Buchmann, der in einigen Wochen wieder zu seinem Wirkungskreis in Palästina zurückkehren wird, erörterte ziemlich ausführlich die Frage, die den Jischuw in Palästina in erster Reihe berührt: Wie können wir unser Verhältnis zu den Arabern gestalten, damit sich in der Zukunft ähnliche Zusammenstöße nicht wiederholen können. Es wurde beschlossen, Herrn Dr. Buchmann aufzufordern, über diese Frage und ihre Konsequenzen ein ausführliches Referat für den nächsten Ortsgruppenabend auszuarbeiten. בית־עם עברי ברלין! ביום א,׳ ט״ ז תשרי׳ ב 20 לאוקט. ב 8 שעות בערב׳ ירצה ח• נ• ביאליק באולם הגדול של הלוגן־הויז׳ רחוב קלייסט 40 כרטיסים מדק 0»,1 עד -,10 מרק אפשר להשיג בבית־העם׳ רחוב גרולמן 36> בבתי־־מסחר ספרים: ה״ מס, רחוב קנט 46> גונצר׳ רחוב אוונינבורגר 26׳ רחוב גרנדיר 34׳ לחברי בית־העם הנחה׳ ההכנסה היא לטובת אגורת הסופרים העברים בא״י• 20.10. Das Beth'Am Iwri 20.10. veranstaltet am Sonntag, den» 20. Oktober, 8 Uhr abends einen Vortrag von Ch. N. Bialik im großen Saale des Logenhauses, Berlin W, Kleiststraße 10. Der Ertrag fließt dem Vereine der hebräischen Schriftsteller in Palästina zu. Eintrittskarten von 1.50 bis 10.—M., tu bekommen im Beth •Am, Gfolman* straße 36, Tel.: Bismarck 32S4; in der Bucbhandlun? R. Maas, Kantstr&fie 46; Buchhandlung־ Ganzer, Oranienburger Str. 26 und Grenadierstr. 34; 0m Abend des Vortrages an der Kasse. Für Mitglieder des Beth>Am ermäßigte Preise, Würzburg. Am 25. September sprach Herr Seminarlehrer Bamberger in einer öffentlichen Versammlung des Zionistisehen Arbeitskreises zu den Ereignissen in Palästina über das Thema ״Engländer, Araber, Juden“. Die sachlich woliifundierten, auch vor Kritik am eigenen Lager nicht zurücksclieuenden Ausführungen wurden von einem Teil der Versammlung als in ihrer Tendenz zu pessimistisch angesehen. Dies brachte in der Diskussion u. a. Herr Dr. 1. Grünfeld zum Ausdruck, der die gegenwärtige Palästina-Situation nicht allein unter mofflentanen realpolitischen Gesichtspunkten betrachtet wissen wollte, sondern unter dem Aspekt von geschichtsphilosophisch zu erlassenden Entwicklungen. In seinem Schlußwort wies der Referent darauf hin, daß es wohl seine Absicht gewesen sei, den Ernst der Situation ungeschminkt darzustellen, bekannte sich aber zugleich zum Prinzip unerschütterter Aktivität in der Palästina-Arbeit. Die Aktion ״Hilfe durch Aufbau“ wird hier erfolgreich durchgeführt. Vermischtes Bialik in Berlin. Biaiik, der bekanntlich vor einigen Monaten in Berlin operiert wurde, ist nach einem längeren Kuraufenthalt in Marienbad wieder nach Berlin zurückgekehrt, wo er mehrere Wochen verbleibt. Der Dichter wird am 20. Oktober als Vortragender vor die Oeffentlichkeit treten. Er spricht im Rahmen eines vom Beth Am Iwri veranstalteten Vortragsabends. Näheres im Inserat der heutigen Nummer. Prof. Henri Marteau, der bekannte Violinvirtuose, gibt am 16. d. M. ein Konzert im BaehsaaL Prof. Marteau hat bekarmtlich im vorigen Jahre Palästina besucht und nicht nur in den Städten, sondern auch in mehreren Kolonien und Kwuzolh Konzerte gegeben, die von der palästinensischen Bevölkerung dankbar als besolideres künstlerisches Ereignis empfunden wurde. Ueber das große Konzert im Amphitheater der Jerusalemer Universität auf dem Skopusherg, hei welchem der Zauber der einzigartigen Natur mit der vergleicblicbcn Kunst des Meisters sich zu einem unauslöslichen Eindruck verband, wurde in der ,,Jüdischen Rundschau“ seinerzeit berichtet. Prof. Marteau stellt den jüdischen Palästina-Bestrebungen rnit warmer Sympathie gegenüber. Auch sein Konzert in Berlin wird zweifellos von hohem künstlerischen Rang sein. Etrogim aus Erez-Israel. Wie in früheren Jahren erhielt auch in diesem Jahre das Zentralbüro des Misrachi in Deutschland eine Sendung Erez-Israel - E t r o g i m. Das Zentralbüro setzt hierdurch seine Bemühungen, Palästina-Produkte in Deutschland zu verbreiten, fort. Bestellungen auf Etrogim sind bei der Geschäftsstelle des Misrachi-Zentralbüros, Monbijouplatz 10, Tel. Norden 1150, aufzugeben. — Das Zentralbüro hat auch eine größere Sendung palästinensischer wollener und seidener Tales sim vor kurzem erhalten, die von der Leistungsfähigkeit der jungen palästinensischen Industrie Zeugnis ablegt. הועדה;לבוד־. לברית ביי הנע', של"• בית־הלם ייחלץ.פוחחת סטו ד יה דרמטית לברית בהדרכת החבר ר. צבי <״אהל״־א״י>־ הבחינות תהיינה ביום השלישי .15 ב א •דגלב־,. בהיטל וחצי יערב בדיור׳ בבית הלם העברי. רח׳ גרולטן 36. לדירשם ולהודע על הפרטים אפשר בכל יום אצל חח׳ נחום ליי־ <־ה׳ זיידד2 טלפון: בלייב׳ טרוי 0525) משתים לד יטלש אחרי הצהרים. Der Ausschuß für Jugendarbeit des Beth Am Iwri eröffnet ein Hebräisches dramatisches Studio unter Leitung von; R. Zwi aus Palästina (Arbeitertheater Ohel, Tel-Awiw). Die Aufnahme- Prüfung findet Dienstag, den 15. Oktober, 0»/3 Uhr abends, in den Räumen des Beth Am, Grolmanstr. 35, statt. Anmeldungen und Auskunft bei Nachum Lewin (Sybelstr. 27, Tel. Bleibtreu 0525) von 2—3 Uhr nachmittags. Jung-Jüdischer Wanderbund, Die Bundesleitung: Der Brith Habonim, der bisher in Danzig als selbständiger Bund gearbeitet hat, ist mit 100 jungen Menschen korporativ dem J. J. W. B. beigetreten. Er arbeitet jetzt als Gruppe D%nzig des J. J. W. B. weiter. — Außerdem sind im Entstehen: Gruppen in Dresden und Stuttgart. Versammlung der Zionisten-Kevi.ionisten. Am Donnerstag, dem 17. Oktober, veranstaltet die Berliner Gruppe der Zionisten- Revisionisten im Logenhaus, Klciststr. 10, eine öffentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1, Politische Lage; 2. Die Erneuerung des deutschen Zionismus — das Gebot der Stunde. Referenten: Richard Lichtheim, J. Klinovv. Einführung von Gästen und Referenten erwünscht. Frankfurt a. M. (Union der Zioiijsten-RevLionLten.) Am 12. Oktober, abends 8,30 Uhr, sprechen im Hörsaai Unterlitidau 21 die Herren Justizrat Dr. Bodenheimer, Köln, und Dr. Paul Arnsberg, Frankfurt a. M., über das Thema: ״Was fordern die Revisionisten heute?“ worrvSpSQÄND Palästina. Am יOktober findet in Tel-Awiw die Jahrcsver- Sammlung des Makkabi Erez-Israel statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Gründung eines Rates für körperliche Erziehung in Palästina, Fragen des Makkabi-IIazair und Organisationsfragen. Polen. Auf den Verhandstennismeisterschaften in Tarnow bewarben sich 30 Teilnehmer aus der Elite der jüdischen Tennisspieler Polens um die Meisterschaft. Den Tournieren wohnten Vertreter der städtischen und jüdischen Gemeinde sowie der Zionistischen Organisation bei. Der Verein Samson in Tarnow gewann zum zweiten Male den Wanderpokal des Makkabi. Bemerkenswert war die starke Teilnehmerzahl der fremden Spieler in den Juniorenwettkämpfen. Dem Verein Samson muß für die glänzende Durchführung des Tournicrs volle Anerkennung ausgesprochen werden. — Das Präsidium des Krcisos Südpolen beruft für Ende Oktober eine Makkabi-Tagung nach Bialsko ein, an der auch ein Vertreter des Präsidiums des Weltverbandes teilnehmen wird. Weihnachten soll auf der neuen Srhutzhütto des Makkabi-Bielsko in den Beskiden eine Troffahrt in PForm eines Winterlagers slattfindnn. an welcher sich auch Vereine aus der Tschechoslowakei beteiligen werden. Tschechoslowakei. Infolge der Parlaments«ahlen wurde die Kreistagung des Tschechoslowakischen Kreises auf den 3. November verschoben. Die Eröffnung findet Sonnabend, den 2. Novembor in Prag statt. Oesterreich. Infolge der intensiven Arbeit des Makkabi Hazair unter der Leitung von Julian Aron befindet sich die Makkabi-Arbcit in Wien auf dem Wege der Konsolidierung. Im März findet ein großes Schauturnen statt, das mit einem Wettumen zur Verleihung des Titels eines österreichischen Makkabimeisters verbunden wird. Französischer Kreis. Dem französischen Kreis des Makkabi- Welt-Verbandes sind neu beigetreten: Syrien: Makkabi, Damaskus. Tunis: Etoile Sportive de FAriaiia, Tunis. Türkei: Makkabi, Konstantinopel. Aegypten: Makkabi, Alexandria. Besuch in Berlin. Der Leiter des Makkabi-Warschan Tb. Dr. Lejpuner weilte in Berlin und halte mit den Mitgliedern des Welt- Verbandspräsidiums eine Besprechung über die Arbeit in Polen. Deutscher Kreis Bar Kocliba Berlin. Fonds-Arbeit. Keren Kajemetb Lej israel. Die ersto Wcrbcvcranstaltung war die Aufführung des neuen Films: ״Frühling in Palästina“ am .30. Dezember 1928 für die Mitglieder des Bar Kochba. Die Aufführung war von ca. 150 Bar Kochbanem besucht und erbrachte einen Uclierschuß von ca. 100 It'l. 711 den übrigen Filmauffülirungon wurden ca. 80 Helfer gestellt. Als nächste Arbeit wurde die interne Büchsenaufstellungsaktion durchgeführt, die ein Ergebnis von ca. 250 nouaufgestrllten N. F.-Büchsen im Ban Kochba bedeutete. An der Poßach-Aklion des KKL beteiligte sich der Bar Kochba mit ca. 55 Helfern. Das neueste Sammclinstrumcnt des KKL — die Imitaschn — wird lebhaft propagiert. Für die nächste Zeit ist ein Wettbewerb der Abteilungen geplant. Die Ilerzl-Fcier des Bar Kochba am 22. September war von ca. 290 Mitgliedern besucht. Der feste Wille zur Mitarbeit dokumentierte sich an! stärksten bei der Rosch Haschanah-Aktion des KKL, an der sich der Bar Kochba mit ca. 125 Helfern, die ungefähr 1100 RM. für die ״Hilfe durch Aufbau'-Aktion erreichen konnten. In der Jugendkonmiission des KKL ist der Bar Kochba durch vier Mitglieder (Marga Sobersky, Elli Ornstein, Kurt Scholasnitzki und Fritz Lewinsohn) vertreten. Erfolgreiche Arbeit wurde besonders von der Frauentumabteilung, Jugendsportabteilung, Bar Kochba-Hazair, Turn- und Sprotgruppe, Damensporlabteilung geleistet. Dio Fondskommission besteht aus 12 Mitgliedern. Die Leitung liegt in den Händen von Tsehw. Marga Sobersky und Tbr. Fritz Lewinsohn. Die Fondskommission sieht in der technischen Durchführung ihre Aufgaben keineswegs erfüllt■, dio Mitglieder haben den Wunsch, sich mit den Problemen des Pal äslina-Aufbaus intensiv zu beschäftigen und darüber hinaus diese Gedanken in alle Abteilungen zu tragen. Bar Kochba Berlin. Aus unserem Uebungsbetrieb. Zu Beginn der Winlersaison haben einige Abteilungen ihre Febungsabende verlegt. Die Sc h ö ne b erg er Damen-Gymnastik-Abteil u n g übt. ab ifi. Oktober unter der Leitung von Fräulein Oelsner in der Turnhalle des Werner-Siemens-Gymnasiums, Hohenstaufen- Straße h~, jeden .Mittwoch von 8—10 tihr. Vorsitzende : Fräulein Ellen Chasanoivicz, Sehöneberg, Bamberger Straße 43• Die Jugend- Sportabteilung hat ihren Halienabend an jedem Mittwoch von 10—ך Ehr in der geräumigen Halle am Wartburgplatz, Apostel- Paulusstr. n. Leiter: Herr Ilans Egcr, NW 40, Thomasiusstr. I. Bar Kochba Mannheim. Die Mitglieder unseres Vereins und der Arbeitsgemeinschaft versammelten sich in der Lamey-Loge am 28. September 1 p'0׳ zu einem Ehrenabend für Max \V eil er, der aus beruflichen Gründen Mannheim verlassen hat. Aus einer uns zu diesem Anlaß gesandten Würdigung möchten wir folgendes anführen : ״, . . . wir hätten Max Weiler hier immer nötig gehabt, weil es wenig jüdische junge Männer gibt, die ohne Aufheben ihre Pflicht tun . . . .". Der Verlauf des Abends bewies, wie Max Weiler in den sieben Jahren seiner Tätigkeit im Vorstand des Bar Kochba durch seine vorbildliche Pflichterfüllung, die aus einem freundschaftlichen, kameradschaftlichen W esen erwuchs, sich einen großen, ihm eng verbundenon Freundeskreis geschaffen hatte. — Viele schöne Reden vvurden gehalten, manches freundliche, aus diesem Anlaß verfaßte Gedicht erfreute die Zuhörer. Es zeigte sich, daß die Mitglieder des Bar Kochba sich im Geiste unserer Idee kameradschaftlich verbunden fühlen und im guten Sinne des Wortes eine große Familie bilden. In allen Ansprachen kam das Verantwortungsgefühl, dessen sich dio Mitglieder bewußt sind, zum Ausdruck und verband sich mit der Hoffnung und dem Willen, das Gemeinschaftsgefühl auch in Zukunft zu erhalten und die Bar Korhba-Arbeit weiter zu fördern. Unserem Max Weiler wünschen wir in seinem neuen Wirkungskreis von Herzen alles Gute! Wir werden uns immer mit ihm verbunden fühlen und hoffen ihn recht oft bei uns zu sehen. efhi. ״Der MaKkabi“, Heft. 10, Oktober ist erschienen. Aus dem Inhalt: 1\. Kaminski: Mehr Freunde, weniger Feinde! I)r. A. Rosenfehl: Saul Tschernicbowski. Saul Tschernichowski: Der Sieg der hebräischen Sprache. Hans Eger: Kainpferlebnisse. Felix Simmenauer: W ie der Makkabäer-Film entstand. Arnold Zweig: Mendelssohn- Prolog. Dr. Paul Holzer-Chemnitz: Wie bleibe ich jung? Josef Jckulieli-Jerusalem: Zur Gründung einer Schule für Körperkultur in Erez-Israel. Der Makkabimonat in Hannover. Aus der jüdischen Welt, Jugendspiegel: Gal Eser: Kfar Hanoar, das Jugenddorf in Palästina. Aus dem Makkabi-Welt-Verhand. Aus unseren Vereinen. Mitteilungen des Präsidiums. Vom Hebräischen Klub. Im Bctli Am Iwri fand vorige Woche ein Vortrag des Herrn Je hu da statt, der eben aus Rußland kommt, über die Lage des verfolgten hebräischen Schulwcrks in Sowjetrußland. Zum erstenmal war in Berlin Gelegenheit geboten, aus dem Munde eines selbst in der hebräischen Bewegung in Rußland tätigen Menschen Authentisches über diese Tätigkeit zu hören. So phantastisch es auch anmutet, es wird tatsächlich jetzt gerade in den Gegendeu der jüdischen Mnssensiedlungen (Ukraine, Weißrußland usw.) das Hebräische eifrig studiert wie etwa in Spanien zur Zeit der Inquisition. Pie hebräische Gemeinde Berlins lauschte gespannt den Ausführungen des Mannes, der — wie der Vorsitzende Herr Woislawski sich ausdrückte — gleichsam aus dem Jenseits! zu uns gekommen ist.

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