Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 76 (27.9.1929)
- Date
- 1929-09-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 500 J U EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. 76, 27. IX. 1929 Die Tätigkeit der Gerichte Jerusalem, 25. September. (J.T. A.) Das Gericht in ij aifa hat den I laifaer jüdischen Bürger U ziell wegen des *’-׳■r.UfS einer Waffe zu der Mindeststrafe von zehn Pfund oder 1־;n1!־׳] .Monat Gefängnis verurteilt. Der britische Richter, der r׳:s 1'11 eil a'tsspraels und begründete, rühmte den Mut des kl.!;;im, der sich und seine Angehörigen gegen arabi- : .1k’ Angriffe verteidigt hat. IJzieli war auf Grund der Aus- '׳_1־c eines arabischen Chauffeurs wegen vorbedachten Mordes .■mgcMa;;(: ven dieser Anklage wurde er freigesprochen mit (irr Degrüniiung, da 15 nicht der geringste Beweis für die Be- Häuptlingen des Chauffeurs vorliegt. Der gleichzeitig mit iJvicli des vorbedachten Mordes angeklagte Haifaer Jude bclnnuckler wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Viel strenger gehen die Richter in Jerusalem vor. Hin Jerusalemer Pn|i7<l i.luer, der gegen Schalom Cohen, der im Besitz von Waffen befunden'wurde, zu urteilen hatte, erweiterte die Anklage auf vorbedachten Mord, Zwei Araber aus Nablus, die während der Unruhen nit einer Ladung Handgranaten auf dem Wege nach Jerusalem abgefaßt wurde», sind zu je einem Jahre Gefängnis verurteilt worden. Der in Tel-Awiw bestehende hebräische Verlag iftin und Shcshani wurde von den Behörden geschlossen. Grund zu dieser Maßnahme gab ein in diesem Verlag erschienenes Album mit satirischen Zeichnungen von Nahum Guttman, in deneii dargestellt ist, wie sich die Engländer und die Araber während der Unruhen verhielten. Das Album wurde konfisziert, gegen den Künstler und die Verleger wird Anklage vor Gericht erhoben. J e r u s a I e m , 25 .September. (J. T. A.) Araber aus Safed haben an den Oberkommissar ein Memorandum gerichtet, in dem die sofortige Entlassung von Norman B e n t w i c h , dem Chef der Justizverwaltung der Palästina-Regierung, gefordert wird. In dem Memorandum wird von Bentwich behauptet, er sei ein ״fanatischer Zionist, der durch seine Tätigkeit das britische Prestige untergräbt“. Bekanntlich haben vor einigen Tagen die Araber in Nablus in einem Memorandum an Chancellor die Entlassung Berttwichs gefordert. Die Moslem Christian Society in Jaffa, eine Gesellschaft arabischer Moslems und Christen zur Bekämpfung des Zionismus, fordert die Ausgrabung der getöteten Araber, um die Leichen daraufhin zu untersuchen, ob sie von Juden vor der Tötung verstümmelt wurden. Arabische junge Leute suchen alle moslemischen und Christliehen Läden ab und entfernen die hebräischen Inschriften von den Schildern. Die Wegwischung der hebräischen Inschriften geschieht mit Zustimmung der arabische» Ladenbesitzer. Gote Nachbarschaft Jerusalem, 25. September. (J.T.A.) 150 jüdische Kolonisten und Pflanzer aus Petach Tikwah, Kfar Saba, Magdiel, Raananah, Herzliah, und anderen jüdischen Kolonien, sowie Vertreter der Presse, hatten sich als Gäste zur Hochzeit eines Neffen des Scheichs Abu Kishek eingefunden. Zu Ehren der Gäste wurden besondere Beduinentänze arrangiert. Es wurden hebräische und arabische Lieder gesungen. Der Scheich Abu Kishek hat an der Spitze einer Pogrom- Bande im Jahre 1921 die große jüdische Kolonie Petach Tikwah angegriffen und ihr schwere Verluste an Menschen und Gut zugemgt. Er wurde verhaftet ttnd brachte mehrere Monate Im Gefängnis zu. Der damalige Oberkommissar Sir Herbert Samuel nahm Abu Kishek, der großen Einfluß auf die ara-, bischen Massen hatte, das Versprechen ab, daß er sich niemals mehr an Angriffen auf die Juden oder sonst an Unruhen beteiligen werde und veranlaßte seine Freilassung. Scheich Abu Kishek hielt sein Versprechen und pflog eine ehrliche Freundschaft mit den Juden. In einer Ansprache an seine Gäste drückte er die Hoffnung aus, daß bald im ganzen Lande Friede sein werde. Arabische Gewissensbisse Jerusalem, 23. September. (J. T. A.) ״P a 1 e s t i n e Bulletin“ veröffentlicht eine Mitteilung aus Hebron, der zu entnehmen ist, daß den Arabern, die an der Abschlachtung der Juden beteiligt gewesen sind, das Gewissen zu schlagen hegönnen hat. Ein Araber erzählte, daß er Nacht für Nacht die Stimme des Erzvaters Abraham aus der Höhle Machpaleh rufen hört: ״Ihr Söhne Ismaels, warum habt Ihr meine Kinder abgeschlachtet, warum habt Ihr die Namen Eurer Väter in Unebre gebracht?“ Anfangs, so erzählt der Araber, klingt die Stimme leise, mit dem Dunkel der Nacht steigert sie sich zu einem mächtigen Ruf. Die Erzählung dieses Arabers hat unter den Moslems Hebrons Besorgnisse iiervorgerufen. Es melden sich weitere Araber, die die gleiche Stimme zu vernehmen glauben. Die Moslems beraten über Mittel, die Patriarchen zu besänftigen. Durchfahr palästinensischer Orangen durch Italien Die italienische Regierung hat die Durchfuhr vqn Zitrusfruchten palästinensischer Herkunft unter bestimmten Bedingütigen gestattet. Die mit den vorgeschriebeuen Zollpapieren versehenen Güter müssen sofort nach ihrer Ankunft in Eisenbahnwagen verladen werden. Güter, die einer der Bedingungen nicht entsprechen, werden, selbst wenn dadurch Schaden verursacht wird, auf Kosten der Interessenten einer gründlichen Desinfektion unterworfen werden. (Ziko.) Jerusalem, 23. September. (J.T. AI) Das heutige ״Palestiue Bulletin“ veröffentlicht die Zuschrift eines ״treuen Christen“, der die christlichen Gemeinschaften Jerusalems anklagt, daß sie gegenüber den 8000 gehetzten Juden, die in Todesgefahr aus ihren Heimen flohen, wenig Hilfsbereitschaft gezeigt haben. Warum, fragt der ״treue Christ“, haben christliche lnstitutionen wie YMCA. und Kirchenmission die notleidenden Juden nicht unterstützt? Warum haben die französischen, italienischen und deutschen Hospize nicht die Tore ihrer umfangreichen Gebäude den Flüchtlingen geöffnet? Wie traurig stellt sich eine solche Knauserei der angesichts der eifrigen und freigebigen Hilfe, die, wann immer Christen sich in Not befanden, seitens der Juden gewährt worden ist! Chalnzlm aas Polen nach Palästina Warschau, 25. September. (J.T.A.) Heute haben neuerdings 76 Chaluzim und 20 Palästinareisende mit eigenen Mitteln die Reise von Polen nach Palästina angetreten. Sie bilden die dritte Gruppe der Chaluzim und Olim, die seit den Palästinaunruhen von Polen nach Palästina auswanderten. 50 Chaluzim haben sich über Odessa nach Palästina begeben. Die Sowjetregierung zeigt sich bereit, allen Chaluzim Pässe zur Reise nach Palästina auszufolgen. New York, 24. September. (J.T. A.) Frau Frieda Warbürg, die Gattin von Felix M. warburg und Tochter von Jacob Schiff, hat eine Summe von 50000 Dollar für das Unterrichtsbudget des Keren Hajessod nach Jerusalem überwiesen. DCD1INCD |f AI EMIIED D EU LI II EU IMLEIillElI ®lenÄlag, best 1. Dfto&ey, abenb« 81/» Uljr: Serirelerberfotttmfttng ber Berliner 3fenlftifdwn :Bereinigung im ®ifeama«faal ber g, S. f. ®., SFleinefeftrafte 10. ®ie Sißmtg {ft für Me 9Kit* glteber ber ©. g. 23. ßffenlltdj. ©oimnhenb, beit 28. €ep!ember, a6enb8 8 Ufjr: 3iottfflifdjer 3ugenbfiunb ״JJar&au״. ®eifammen* fein int fteint btS Buttbeb, ®?efter Strafte 1. Uiontag, ben 80. September, aöenb« 8‘k Uftt: £a|)0e( £ajafr im ®enteittbejau«, Wofenftr. 9/4. fforlfelnmg ber SUtSfprcuße über ״Oie Öreignjffe in palMimr. dintrtti mir für Sßamerim unb eingefüprte ffiäfte• ®ottefibtenfi ber ©,g ®.unb beb fWiSra<i)i an ben $ oljen geiertagen im ®{ftimgöfaal ber3«®4•®•« IBeineteftr. 10. Harten k iHTO, 15.—, 10.— unb 5.—, erßältlid) im ®iiro ber S. g. S. unb beS 3flierod)i, Wonbtjouplafe 10. Hüte durch Aolban und die liberal» Juden Am 21. September fand in Berlin eine Sitzung des Haupt- Vorstandes der Vereinigung für das liberale Judentum statt. Nach einem einleitenden Referat des Vorsitzenden der Vereinigung, Rechtsanwalt H einrich Stern, Berlin, und einer eingehenden Debatte gelangte folgende Resolution zur Annahme: ״Der in der Tagespresse verbreitete Aufruf der deutschen Mitglieder der Jewish Agency und des Deutschen Keren Hajessod c. V.: ״Das jüdische Palästina-Werk“, ״Hilfe durch Aufbau“ zwingt uns, folgendes zu erklären: Es ist unrichtig, daß, wie in dem Aufruf behauptet wird, die Einigung der Judenheit für den Palästina-Aufbau gelungen sei und daß ״die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaften aller Länder“ sich verpflichtet haben, bei der Errichtung der jüdischliberalen Heimstätte in Palästina mitzuarbeiten. In Wahrheit steht die große Mehrheit der deutschen Juden dem jüdisch-nationalen Auftauwerk ablehnend gegenüber, weil sie sich national als Deutsche fühlen und das Judentum ihnen nicht nationale, sondern religiöse Gemeinschaft ist. Deshalb haben große Vereinigungen der deutschen Juden die Beteiligung an der Jewish Agency abgelehnt. Wir beklagen die Opfer der blutigen Unruhen in Palästina aufs tiefste. Jegliche Unterstützung des jüdisch-nationalen Aufbauwerkes lehnen wir ab; als die wahre Aufgabe der Juden erscheint uns die Arbeit an der Verwirklichung der religiössittlichen Ideale des Judentums in ihren Heimatländern.“ Wir haben von der Vereinigung für das liberale Judentum auch in dieser Stunde nichts anderes erwartet. Keren Hajessotl* Einnahmen im Angast Die Eingänge beim Hauptbüro des Keren Hajessod betrugen ira August X 13059, davon wurden aus Südafrika £ 4000; aus Deutschland £ 2594, aus Polen £ 1140, aus Argentinien £ 1081 und aus England £ 1000 überwiesen. Die niedrigen Einnahmen erklären Sich dadurch, daß 11H Monat August keine Ueberweisungen aus den Vereinigten Staaten erfolgten. (Ziko.) Oherrabblaer Koppel Reich Budapest, 23. September. (J.T.A.) Im Alter von 92 Jahren verstarb nach vierwöchigem Krankenlager am Sonntag in Budapest der über die Grenzen Ungarns hinaus bekannte Oberrabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinde Budapest und Mitglied des Oberhauses Koppel Reich. Die heute in Budapest erfolgte Bestattung gestaltete sich zu einer grandiosen Trauermanifestation der orthodoxen Judenheit Ungarns. Hinter dem Sarge schritten unter den tausenden Leidtragenden etwa 100 aus ganz Ungarn eingetroffene orthodoxe Rabbiner. Am offenen Grabe haben 15 Rabbiner Trauerreden (Hespedim) gehalten. Der Verstorbene hatte sich bis zu seinem Lebensende geistige Frische und körperliche Rüstigkeit bewahrt. Er hinterließ zahlreiche gelehrte Schriften, die er bei seinen Lebzeiten nicht zum Drucke freigab. Seine Hinterbliebenen und eine Anzahl seiner begeisterten Verehrer haben sich nun zusammengetan, um eine Ausgabe seiner Werke zu veranstalten. Gleivvitz. Plötzlich und unerwartet verstarb am Sonntag, dem 22. September, unser Vorstandsmitglied Herr Louis Königsfefd. Seine idealistische Auffassung vom Judentum ließ ihn sich frühzeitig als Gesinnungsgenosse unserer Ortsgruppe anreihen, der er mit Rat und Tat stets ■hilfreich zur Seite stand, auch zu einer Zeit, wo die Zugehörigkeit zu den zionistischen Kämpfern in der Gesellschaft noch als verpönt galt. Wann immer man ihn rief, stets war er bereit, für unsere Sache Opfer zu bringen. Seine Lauterkeit der Gesinnung, sein Mut des Bekennens sowie seine Freudigkeit des Opferns stempelten ihn zu einem echten Zionisten vom alten Schlage, der uns allen ein leuchtendes Vorbild war. Dr. E. H. Zum Beginn des Wintersemesters der hebräischen Sprachschulen und -Kurse, für Privat- und Selbstunterricht empfehlen wir dag allgemein anerkannte Lehrbuch: D. J. Bornsiein: ElnNHunuttf MMMinilllllimilMIMI! In das Rebräifdt der Gegenwart 1111<1!11!1!1111M1111111n11i11111nn11111!11[11111!nn111111<1111m11!1n1111111111111n1111111m11111m111111111111m11 Alleinvertrieb: Jfldliche Rundschau Berlin W 15, Meinekestraße 10. Postscheckkonto: Berlin 17392. Broschiert M. 7,50, in Ganzleinen geb. M. 9,—, zuzügl. M. 0,5Q für Porto und Verpackung, Ausland M. 0,70 Lieferung erfolgt geg. Vorauszahlung od. per Nachnahme ״Tag der Kollektivisation“ an Jom Upper Moskau, 23. September. (J. T. A.) Die Regierung der Sowjet-Union hat den 14. Oktober als ״Tag der Kollektivisation“ proklamiert; an diesem Tage sollen alle Bauern der Sowjet-Uhion zum Besten der Kollektivisienmg der Land- Wirtschaft in Sowjetrußland arbeiten, d. h. den Ertrag dieses Arbeitstages einem Fonds für Koltektivisierung zuzuführen. Da der 14. Oktober auf den jüdischen Versöhnungstag (Jom Kippur) fällt, sind die jüdischen Kolonisten in eine große Verlegenheit geraten. Sie fürchten, daß die jüdischen Kommunisten mit allen Mitteln versuchen werden, die Arbeit auf den Feldern der jüdischen Kolonien zu erzwingen, damit die Solidarltät mit dem allgemeinen Bauerntum gewahrt wird. — Die Kampagne der jüdischen Kommunisten gegen die hohen jüdischen Feiertage hat sich in den letzten Tagen verschärft. Ueberall wird die Forderung nach Wegnahme jüdischer Bethäuser für Arbeiterklubs erhoben. Die frommen Juden errichten in der Nahe der Synagogen große Holzbaracken, um für den Fall der Beschlagnahme der Synagogen über eine Andachtsstätte zu verfügen. Verschiffter Antisemitismus in der Türkei Konstantinopel, 23. September. (J. T. A.) Der Oberrabbiner der Türkei (Chacham Baschi) H ajim Be jar a n o und mehrere der angesehensten Führer der jüdischen Gemeinde erhielten von einer anonymen ״internationalen Liga zur Bekämpfung der Juden“ (Ligue Internationale Anti-Juive) Zuschriften, in denen es heißt: ״Ihr Juden seid ein fremdes Element in unserem Lande, nicht einmal unsere Sprache habt Ihr erlernt. Ihr werdet fett vom Blute, das Ihr uns abzapft Aber wehe Euch! Wir werden mit Euch Wer in der Türkei ebenso verfahren wie man mit Euclj in Jerusalem verfahren ist“. Die Regierung hat das Vermögen und die Einkünfte des Oberrabbinats wegen Nichtzahlung rückständiger Steuern mit Beschlag belegt. Dies bedeutet eine starke Behinderung der jüdischen religiösen und erzieherischen Tätigkeit. Die den jüdischen öffentlichen Anstalten auferlegten Steuern sind so hoch, daß sie sogar die Existenz dieser Anstalten in Frage stellen. Kleine Nachrichten Anläßlich der Unruhen haben eine Reihe bedeutender ausländischer Zeitungen besondere Berichterstatter nach Palästina entsandt, so die englischen Zeitungen Daily Telegraph, Times, Daily Express, Chicago Daily News und Chicago Tribüne. Ferner ist das ״Pariser Journal“, sowie das Organ des Vatikans ״Osservatore Romano“ durch besondere Korrespondenten vertreten. Das Reuter-Büro hat Mr. R. Mulford nach Palästina entsandt. Auch die Filmgesellschaft Paramount hat Vertreter nach Palästina gesandt, um die Ereignisse und ihre Folgen im Film festzuhalten. (Ziko.) im sehen, amerikanischen und anderen Auslandspresse ein DiiTer, dem Colonel Kisch als Ehrengast beiwohnte. Nach dem Diner fand eine in die Tiefe gehende Aussprache statt, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Die Palestine Electric Corporation (Rutenberg-Gesellschalt) hat mit der Errichtung verstärkender Transmissionslinien von Tel-Awiw nach Chedera begonnen. New York, 24. September. (J. T. A.) Der American Jewish Congress hat in einer von 250 Vertretern von 50 Organisatlonen ganz Amerikas besuchten Konferenz einen Entschluß gefaßt, die Jewish Agen^..aufzuforde»«>Ä-ÄLt־ Konferenz des Judentums ein zuberufen, die men mit der Lage Palästinas befassen und die Palästina-Judenheit in ihrem Werke ermutigen soll. Die .Verwaltung des polnischen Tabaktnonopols hat vor einigen Tagen mit dem Vorsitzenden des Tabaksyndikats in Palästina einen Vertrag abgeschlossen, der den Kauf der gesamten Tabakewrie des Syndikats betrifft. Wese Abmachung hat Insbesondere für Obergaliläa große Bedeutung; dort ist es möglich, jährlich 100 000 Kilogramm Tabak zu produzieren, wobei 10000 Juden Beschäftigung finden können- Rom, 23• September. (J. T. A.) Die tragischen Ereignisse in Palästina haben die italienische Judenheit tief bewegt. In den Synagogen aller italienischen Städte wurden Trauer- und Gedenkgottesdienste für die jüdischen Opfer abgehalten; 3000 Pfund wurden für das Hilfswerk in Palästina gesammelt. Nach einer Meldung sind in den letzten Tagen bei der pa- Iästinensischen Grenztruppe 50 jüdische Chauffeure eingestellt worden. Die Wiener Antisemiten richteten an die Araber in Palästina Begrüßungstelegramme wegen ihrer ״Heldentaten“ im Kampfe gegen die Juden. In ihren Wiener Organen• stellen die riakenkreuzler die palästinensischen Vorgänge als nachah mens werte Beispiele dar. Nach einem Bericht der Palästina-Exekutive beträgt die Zahl der Flüchtlinge aus Hebron, Safed und einzelnen isolierten Kolonien insgesamt 4200. Grappenverbindstag Nieder• and OberscMesieas Der für den 29. d. M. nach Breslau einberufene Oruppenverbandstag findet nicht statt. Das neue Tagungsdatum wird bekanntgegeben werden. Vermischtes Hebräischer Chor« Jugendliche, die bereit sind, an einer ein maligen Veranstaltung eines hebräischen Chors mitwirkend teilzunchmen, werden gebeten, sich mit genauer Adressenangabe an das Sekretariat der Berliner Zionistischen Vereinigung zu wenden. Kinderorchester. Leitung: Alice Jacob-Loewens o n. Gruppe I: Für 6—9־jährige Mittwoch 4—5 Uhr. Gruppe II: Für 9—14-jährige Mittwoch 5—6 Uhr. Vorkenntnisse nicht erforderlich. Beginn: Mittwoch, den 2. Oktober. Honorar: 6 M. monatlich. Anmeldungen: Alice Jacob-Loewenson, Berlin- Schöneberg, Meraner Str. 7. Der Brith Trumpeldor Berlin ersucht uns um die Fest- Stellung, daß entgegen der Behauptung in unserem Artikel ״Statt einer Polemik*‘, daß Herr Licnthoim eine Veröffentlichung mittels Flugblatt verbreitet hatte, der Aufsatz Lichthcims in einer Sondernummer der Zeitschrift ״Hed-Bethar“ erschienen ist. Friedenskundgebung jüdischer Frauen. Der Frauen-Ausschuß des Jüdischen Friedensbundes, dem sich die großen jüdischen Frauenorganisationon ausnahmslos angeschlossen haben, veranstaltet Sonntag, den 20. September, 111/j Uhr Vormittag, in der Hochschule für Musik, Charlottenburg, Hardenbergstraße, eine feierliche Friedenskundgebung jüdischer Frauen unter dem Vorsitz von Frau Ernestine Eschelbacher. Nach Begrüßungsansprachen von Direktor Oscar Wassermann und Dr. Alfred Nassig, folgt das Referat von Frau Dr. chem. Claudia L o e w e: ״Der kommende Krieg und die Frauen". Hierauf sprechen Frau Bertha Falkenbarg, Margarete Fried, Lina Wagner-Tauber. Im musikalischen Teil unter Leitung von Alexander Weinbaum, Chorf*"* ” ’ ‘׳»» ' ׳■•• " Wilhelm Gut,tmann (Mitglied der Städtischen ÖperjT