Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 73 (17.9.1929)
- Date
- 1929-09-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer OJIS Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag«!. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. AuslandsabenasaMi•■ wssdea la dar Wahn»* 4m *inaalnsa Linder bsrschnet. A1u«i*enrr«<": 8 B«*P• NoBpaanfflsraHs 0.50 G-M. St«U״n*«racl» 0.25 G M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung! Jüdische Rundschau G.m.t».H., BerlinW15, Meinekestr.lO Telephon: J 1 Bismarck 7165 -70. Paoicktck.Kasten: Bariin 17)93, Baaal V 9355. Balpad 68032. Brfisaal 39433. Bwfapaat 59693. Dand* W3. Haag!«470. Fra* 59410. Saaaaban 16430, Wand»« 190708, Wies 156030. Bank-Kontant Darnuwädw» and Nattoaalkmk, Dapoaitan.Kaase Bariin. Karfümaadaaua 52; Baara da Es(, Cemaati (Rumänien); Aagio Palästina C». ia Haifa, Jarusalani, Ts! •Aviv. Nummer 73 | Berlin, 17. IX. 1929 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ב אלול׳ תרס״ט | xxxiv. j»i Per Zlonlsmu» erstrebt fOr da» indische Voll! dl■ Schaltung einer Ptfantllch - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.«» Kundgebung der Berliner Gemeinde Zu den Ereignissen in Palästina. Die Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin widmete ihre erste Sitzung nach den Ferien den Ereig* nissen in Palästina. Die Sitzung gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der Solidarität mit der Judenheit in Palästina. Geheimrat Dr. Julius Stern eröffnet die Sitzung am 12. September, 8 Öhr abends. Während sich die Versammlung von den Plätzen erhebt, führt er aus: Wir stehen alle unter dem Eindruck tiefster Erschütterung, die die grauenvollen Vorgänge, die sich auf dem blutgetränkten Boden des Heiligen Landes abspielen, bei uns ausgelöst haben, Vorgänge, die nicht nur die Herzen der gesamten Judenheit der Welt erbeben machten, sondern auch die Herzen der gesamten Kulturwelt mit Abscheu, Empörung, Entrüstung und tiefer Trauer erfüllen. Als Ausfluß dieser Stimmungen und Empfindungen ist eine von allen Parteien dieses H auses gefaßte Resolution eingegangen, von der ich wünsche, daß sie nicht ungehört verhallt, sondern daß sie gleich dem Schofarton, der jetzt täglich in unseren Bethäusern erschallt, uns zur Einkehr und zum Frieden mahnt, einen lebhaften Widerhall über alle Länder und Meere findet und sich auswirkt als ein Weckruf an den Frieden und die Gerechtigkeit. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut: ״Die Jüdische Gemeinde zu Berlin beklagt aufs schmerzliebste die Vorfälle im Heiligen Lande, besonders die Opfer an Gut und Blut, die mitten in Ihrer friedlichen Aufbauarbeit die Juden In Erez-Israel haben bringen missen. Sie versichert die Judenheit Palästinas im Bewußtsein der Schicksaisgemeinschaft ihres tiefen Mitgefühls! sie wird nach besten Kräften zur Linderung der Not beitragen. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin erwartet, daß die für die entsetzlichen Ausbrüche Verantwortlichen zur RechenlÄalz de»־; Schäden gesorgt und künftig die Juden in allen ihren Rechten in Palästina geschützt werden. , Jüdische Arbeit in Palästina kann nur in Eintracht zwischen Juden und Arabern durchgeführt werden. Wer immer mitzuarbeiten bat, die Jüdische Gemeinde ruft ihn auf, den Frieden unter den Völkern in Palästina zu schaffen und zu sichern.“ Die Entschließung wird einstimmig angenommen. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Direktor K a r e s k i, nimmt zu dem Beschluß im Namen des Gemeinde- Vorstandes Stellung: Es ist notwendig, obwohl es eine Selbst- Verständlichkeit ist, auszusprechen, daß der Vorstand die Empfindungen, wie sie in der eben beschlossenen Resolution zum Ausdruck kommen, restlos teilt, und daß er sich Ihrem Beschluß voll anschließt. Wir sind ebenso erschüttert wie Sie durch die Ereignisse, die sich auf dem Boden Palästinas abgespielt haben. Wir beklagen die Opfer׳, die Juden an Gut und Blut haben bringen müssen. Wir neigen uns in Respekt vor Eine jüdische Abordnung bei Passfield Lord Passfield, der Staatssekretär für die Kolonien, empfing am 12. September eine Abordnung des Administrative- Coramittees der Jewish Agency und des Zionistischen Aktions- Comites. Ueber die Unterredung wurde nachstehender offizieller Bericht ausgegeben: Die Abordnung bestand aus d’Avigdor Goldsmid, Professor Brodetsky, Miß Nettie Adler, Dizengoff, Ussischkin, Farbstein (Warschau), Motzk i n, Dr. Soloweitschik, Gedalia B u b 1 i k (New York) und O c h b e r g aus Südafrika. D’Avigdor Goldsmid , Prof. Brodetsky und Dizengoff sprachen im Namen der Abordnung. Sie würdigten die Raschheit, mit der die Zentralregierung während der letzten Krise gehandelt habe. Sie betonten jedoch, daß ein Gefühl der Besorgnis durch die Tatsache hervorgerufen wurde, daß nach acht Jahren des Friedens ein derartiger Aufruhr überhand nehmen konnte. Als Vertreter einer großen Anzahl von Juden, welche entweder direkt sowohl mit der Einwanderung nach Palästina als auch mit der Investierung von Kapitalien in jenem Lande verknüpft seien, möchten sie eine Zusicherung von der Regierung erlangen, daß in Zukunft ein derartiger Zustand von Sicherheit gewährleistet sein wird, der sie berechtigen könnte, ihre Freunde zu veranlassen, das W erk der Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in Palästina fortzusetzen und zu vergrößern. Dizengoff, Bürgermeister von Tel-Awiw, betonte auf Grund einer 35jährigen Erfahrung in Palästina, daß in normalen Zeiten ausgezeichnete Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Palästina herrschen. Er drückte seine Zuversicht aus, daß dieser Zustand bald wiederhergestellt werden wird. Lord Passfield erklärte, daß es für die britische Regierung keine Frage geben könne, das Palästina -Mand a t niederzulegen oder von der in der Balfour-Deklaration zum Ausdruck gebrachten Politik abzuweichen, die Errichtung eines Nalioaalheims in Palästina für das jüdische Volk zu erleichtern. Er zollte den praktischen Leistungen der Juden in Palästina Anerkennung, die er nicht nur als segensreich für allen denen, die vertrauend auf den ihnen zustehenden Schutz hingeschlachtet worden sind, und ebenso in Respekt vor denen, die in Verteidigung jüdischen Gutes und Lebens gefallen sind. Wir beklagen aufs tiefste, daß es hat dazu kommen können, daß nicht nur völkerrechtlich zugesicherte Bindungen außer acht gelassen worden sind, sondern daß sogar das primitivste Recht eines jeden Menschen, das Recht der Notwehr, unseren Brüdern auf palästinensischem Boden versagt worden ist. Wir erwarten, daß das Gewissen der Welt nicht ruhen wird, als bis diese Verwüstungen aller menschlichen und rechtlichen Empfindüngen gesühnt worden sind, in diesen letzten Jahren haben sich die Verhältnisse etwas geändert. Es ist heute nicht so, daß der Große und Starke machen kann, was er will, unkontrolliert von der öffentlichen Meinung, nach dem Grundsatz, ich bin groß und du bist klein. Wir erwarten, daß das Weltgewissen sich zu einem solchen Sturm verdichten wird, bis alle Schuldigen an diesen Ereignissen zur Rechenschaft gezogen worden sind. Wir werden dafür sorgen, daß diese Resoiution in geeigneter Weise veröffentlicht wird und an alle Stellen gelangen soll. Dr. Klee stellt dann im Namen aller Parteien den Antrag, eine Summe von 25 000 Mark für Hilfe an die Notleidenden in Palästina zu bewilligen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. * Nach einer Unterbrechung von einer halben Stunde tritt die Repräsentantenversammlung in die erste ordentliche Sitzung nach den Ferien ein. Der Vorsitzende Dr, Julius Stern gedenkt in tiefempfundenen Worten jener hervorragenden Gemeindemitglieder, die während der Ferien verstorben waren, so u. a. des Präsidenten der Produktenbörse Leopold B a d t, der zwanzig Jahre lang dem Gemeindevorstand[ angehörte and stets seine beste Zeit den Diensten der .Gemeinde and Werken der Wohlfahrt 'l>l41»*fe; Ä Tb»־ Gbln, der- ״eitle kanse feit dem, Vorstand tofehörir, d<* früheren Repräsentanten Stadtrat Max Her zherg, des Vorsitzenden der liberalen Fraktion in der Repräsentantenversammlung Prof. Moritz Türk, dessen Klugheit, Vornehmheit und Ritterlichkeit von allen geschätzt wurde. Schließlich gedachte der Vorsitzende des in Zürich verstorbenen Führers der amerikanischen Juden und Vorkämpfers für jüdische [deale und jüdische Rechte fn der ganzen Welt Louis M arshall Der Vorsitzende begrüßte dann unter Beifall der Versammlung den Repräsentanten Herrn Prof. Heinrich Löwe, der vor kurzem seinen 60. Geburtstag beging und hieß Herrn Direktor Ostberg willkommen, der als neuer Repräsentant den Sitz von Professor Türk ein nimmt Der Vorsitzende des Vorstandes Herr Direktor Kareski erinnert an den Verlauf der Mendelssohn-Feier der Gemeinde in der Singakademie, die ein Berliner Ereignis war und spricht nochmals dem Reichsinnenminister Severlng und dem Oberbürgermeister Boß für ihre wertvolle Ausführung den Dank aus. Er geht näher auf die meisterhafte Rede von Dr. Baeck ein, die aus der Eintagswirkung durch Drucklegung seitens der Gemeinde zur Dauerwirkung gelangen soll. die Juden allein, sondern auch für die arabischen Einwohner im Lande betrachtet Er hofft zuversichtlich, daß dies« Tätigkeit fortgesetzt wird. Er müsse aber betonen, daß die Entwicklang von der Aufnahmefähigkeit des Landes abhängig sei. Er würdige voll die vorgebrachten Gesichtspunkte bezüglich der Sicherheit Keine Regierung in keinem Lande kann ein absolutes Versprechen abgeben, daß die Ruhe niemals gestört werden würde. Die Abordnung möge aber versichert sein, daß die britische Regierung sich die Aafrechterhaltung der Ordnung in Palästina ernst angelegen sein lasse, and alles was in ihrer Macht liege* tun werde, um weitere Ruhestörungen zu verhindern. Er verstehe, daß Aenderungen in den Maßnahmen für die öffentliche Sicherheit notwendig seien. Dies bezieht sieh insbesondere auf die Polizeikräfte, welche soeben durch hundert britische in England rekrutierte Constabler verstärkt worden seien, welche vor einigen Tagen nach Palästina eingeschifft wurden. Noch hundert seien registriert und wflrden so rasch wie möglich abreisen. Er erwähnte auch die Frage der Truppen, die nach Palästina geschickt wurden, um der Unruhen Herr zu werden. Bezüglich der zukünftigen Bestlmmang dieser Truppen könne er keine positive Information erteilen, er könne aber nur annehmen, daß deren Zurückziehung erst dann erfolgen wird, wenn man wird sagen können, daß man sic beruhigt aus dem Lande ziehen kann■ In Beantwortung einer an ihr gestellten Frage sagte Lord Passfield, daß er nicht annehmen könne, daß die Sitzungen der Untersuchungskommission in Palästina in dem Sinne öffentlich sein werden, daß Vertreter der Presse and das Publikum immer anwesend sein können. Die Kommission selbst wird über ihre Geschäftsordnung entscheiden. Aber er zweifle nicht, daß die Verhandlungen in dem Sinne ״Öffentlich“ sein werden, daß beide Parteien vertreten sind. Schließlich würdigte Lord Passfield die Bemerkungen Dizengoffs Über die Beziehungen zwischen Jaden und Arabern in Palästina. Er hoffe, daß solche Beziehungen bald wieder licrgcstcilt sein werden, um so mehr, als die Zukunft Paiäsimas davon abhängc, daß beide Völker nebeneinander in Frieden and Freundschaft lehen. Jerusalem nach den Unruhen Von unserem palästinensischen Korrespondenten. A.G., Jerusalem, den 5. September 1929. Es gibt noch immer keinen normalen Autoverkehr zwischen Jerusalem und Tel-Awiw. Die Büre® der Auto-Agenturen sind zwar geöffnet und es gibt bereits einzelne Wagen, die verkehren, aber die wenigen Reisenden, die heute zwischen den beiden Städten fahren, benutzen die Eisenbahn. Der Autoweg gilt noch als unsicher, während die Züge bereits ohne jede Eskorte verkehren, weil während der ganzen Zeit keinerlei Zwischenfälle vorgekommen sind; wie überhaupt betont werden muß, daß während der Unruhen nirgends Schienen aufgerissen, nirgends Telegraphen- oder Telephondrähte zerschnitten wurden. Auf dem Weg nach Jerusalem sieht man aus der Ferne die Verwüstungen in Chuldah und Artuf. In Chuldah sind die verbrannten Streifen des Waldes von der Bahn aus zu erkennen, ln Artuf die eingeäscherten Häuser und Bäume. Und gleich bei der Einfahrt nach Jerusalem kommt man durch das ״Mekor Chajim*‘ genannte Viertel, ein neuer Vorort mit kleinen, meist unansehnlichen Häuschen, die durch einen Ueberfaü zum Teil schwer gelitten haben. Das Viertel wurde geräumt, es sind jedoch bereits vor einigen Tagen mehrere Familien zurückgekehrt. Bei der Ankunft in Jerusalem sieht man eine starke militärische Bahnhofswache. Der Autobusverkehr nach der Stadt besteht bereits seit einigen Tagen und wickelt sich ohne Schwierigkeiten ab. Auch die jaffastraße, die noch vor drei Tagen fast verlassen war, beginnt sich wieder zu beleben. Jerusalem ist jetzt sozusagen in seiner dritten Phase. Die erste war die Zeit der Unruhen, jene schweren Tage, die die ver* schiedensten Viertel und auch die Hauptstraßen in einen Kampfplatz verwandelten; dann die zweite Phase, in der Jen»• salem sich in absolute Stille eimhüllte, der Straßenverkehr fast völlig lahmgelegt war und Juden und Araber auf verschiedene Teile der Stadt beschränkt waren. Heute hat bereits die dritte Phase begonnen. Der Straßenverkehr ist wieder im Gange, Autobusse fahren nach verschiedenen Richtungen. Die Lide« sind wieder geöffnet und es gibt keine Abgrenzung mehr. Freilich bietet die Stadt auch in den Hauptverkehrsadern noch lange kein normales Bild. Starke Militärpatrouiücn sind flberaB' zu ׳sehe«. Die Kansulsrte sifii Mit . Mt atagepflanztem Bajonett bewacht Auf detp Riissenpfatz, im Zentrum der Stadt, gegenüberder russischen Kathedrale hat das Militär ein Camp mit Zelten aufgeschlagen und sich eingerichtet Große Lastautos bringen Truppentransporte aus der Stadt nach verschiedenen Richtungen. Auf der Jaffastraße steht eine lange Reihe von solchen Wagen, die eben aus Beer-Schewa zurückgekehrt sind, wohin vor drei Tagen ein größeres Detachement geschickt wurde. Die militärische Be- Setzung ist überall stark zu spüren. Seit heute ist auch der Autobusverkehr nach T a I p i o t h wieder aufgenommen worden, wenn auch In beschränktem Umfang. Diese Vorstadt, wo sich noch vor drei Tagen ein Zusammenstoß zwischen dem Militär und Beduinen abgespielt hat, macht den Eindruck einer Totenstadt. Sie ist vollständig verlassen, alle Häuser geschlossen und der Gegensatz zwischen der langen geraden Straße mit den schön gepflegten Gärten und der vollkommenen Stille und Verlassenheit hat etwas Beängstigendes. Eines der zentral gelegenen Häuser wird von dem kleinen Militärdetachement, das zum Schutz des Viertels bestimmt ist, als Quartier benutzt. Und auf dem am höchsten gelegenen Dache steht ein Posten und hält Umschau. Man kann von hier aus die umliegenden arabischen Dörfer übersehen und jede Bewegung im Umkreis von einigen Kilometern beobachten. Die Aeroplane, die Jerusalem und seine Umgebung dauernd umkreisen, ergänzen die Beobachtungen der Posten. Die fetzte Reihe der Häuser, die sich gegen den freien Hang öffnet, zeigt durchweg die Spuren der Ueberfälle. Eingeschlagene oder durchschossene Fensterscheiben, aus den Angeln gerissene Türen. Die Verwüstung ira Innern kann man nur erraten, weil die Türen vor der Räumung geschlossen und verriegelt wurden. Ein Haus aber, das des Architekten Kornberg, ist völlig niedergebrannt. Ohne Türen und Fenster, mit von der Hitze geplatzten Wänden, zum Teil ohne Dach und mit Trümmern übersät, ist es ein schauerliches Bild der Zerstörung. Und eines der Häuser auf der anderen Seite, dessen Türe weit offenstellt, gibt einen Begriff von der blinden Zerstörungswut, mit der hier gehaust worden ist. Zertrümmerte Fenster, abgebrochene Türen. Di6 Fußböden der Zimmer in wildem Durcheinander von allem möglichen Hausrat bedeckt; Wäsche und Kleider, Bücher und Glas- Scherben, Bilder und Teile der zertrümmerten Möbel durcheinander. Die Vorstadt soll in einigen Tagen vielleicht wieder bezogen werden; dazu ist jedoch eine Erlaubnis der Militärbehörden nötig; die sic nicht eher geben wird, als sie die Verantwortung übernehmen kann, das heißt, ehe in und um Jerusalem vollständige Sicherheit herrscht. Im riesigen neuen Haus des Gesundheitszeutrums von Nathan Strauß ist der größte Teil der Flüchtlinge aus Hebron untergebracht. Nicht alle, denn die Insassen der Slobodkaer Jeschiwah haben in einer der Schulen Unterkunft gefunden. Vor dem großen Tor mit der Inschrift für alle, ״ohne Unterschied der Rasse oder des Glaubens“ ist jetzt um die Mittagszeit ein riesiger Andrang von Juden der orientalischen Gemeinden, Kurden, Perser, Bagdader, die zur Brot- Verteilung aus den alten Vierteln kommen. Es gibt eia Drängen und vielsprachiges aufgeregtes Durcheinanderreden. Manche liegen im Schatten der Galette and warten, man wdB