Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 68 (30.8.1929)
- Date
- 1929-08-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.es, 30. vm. 1029 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 443 Mit diesen Tendenzen ist es schwer vereinbar, wenn man versucht, neben dem Keren Hajessod und dem Keren Kajemeth Sondersammlungen durebzuführen. Der Wunsch nach Sondersammlungen beruht hie und da auf der Empfindung, daß das Wachstum des Keren Hajessod nicht schnell genug geht. Wir müssen uns aber hüten, zu Mitteln zu greifen, welche vielleicht zu einer augenblicklichen kleinen Verbesse־ rung der finanziellen Lage führen, die aber sicher die Orundlagen des Keren Hajessod erschüttern. Die zionistische Oeffentlichkeit muß sich bewußt sein, daß die Art der Beschaffung des nationalen Kapitals für die nächste Zukunft weiterhin in den bisherigen Formen des Keren Hajessod sich vollziehen wird. Die Methoden der Sammlung werden zumindest auf eine erhebliche Reihe von Jahren dieselben sein müssen wie heute. Nichts ist hierfür charakteristischer, als das die Palästina Joint Survey Cominission den Keren Hajessod als den heute allein gang• baren Weg festgestellt hat, um größere nationale Kapitalien für Palästina zu erhalten. Dasselbe gilt von der Frage der Anleihe. Zwar operieren heute die Zionistische Organisation, Keren Kajemeth und Keren Hajessod mit An* leihen. Sie sind sogar nicht unbedeutend. Sie sind aber verhältnismäßig kurzfristig und infolgedessen nur geeignet, momentanen Bedürfnissen abzuhelfen. Eine langfristige Anleihe, wie sie Staaten und andere Einrichtungen öffentliehen Rechtes erhalten, kann auch von der zionistischen Bewegung und der Jewish Agencv ln Anspruch genommen werden. Denn sie ist durch die regelmäßigen Einnahmen der Fonds gesichert. Sie wird natürlich zunächst zur Abdeckung der laufenden kurzfristigen Anleihen, sodann aber zu neuen Investitionen benutzt werden. Im Moment erschwert die Lage des Kapitalmarktes leider die Aufnahme einer solchen langfristigen Anleihe. Das Problem muß aber um so mehr beachtet werden, als auch unter den heutigen Finanz- Verhältnissen Anleiheformen denkbar sind, die zwar noch nicht reguläre langfristige Anleihen im Sinne der Finanzwelt dar• stellen, die sich aber diesem Typus der Kapitalbeschaffung nähern und so neben und auf der Grundlage unserer Sammlungen neue Formen der Finanzierung des Palistinaaufbaues ermöglichen. Praktische Notwendigkeiten und das Ideenfundament der Palästinaarbeit zwingen uns daher gleichmäßig, unsere Kräfte in der Stärkung des Keren Hajessod als eine der beiden zentralen Sammlungen und «er Keren Hajessod- Methoden als der bisher am besten erprobten Form zu vereinigen. Die bedeutende Rolle, die der Keren Hajessod bisher gespielt hat, entbindet natürlich auch nicht von der Prüfung uer Frage, ob ein nationaler Fonds überhaupt notwendig ist, der in der Art des Keren Hajessod durch eine einzige Samm- Jung die notwendigen nationalen Kapitalien schafft. Gerade die Begleiterscheinungen der letzten Wirtschaftskrise und die Entwicklung privater Unternehmungen in dieser Krise selbst und unmittelbar nach Ablauf derselben haben dieses Problem wieder zum Gegenstand der Diskussion werden lassen. Schon die Aufbringung der Mittel für das Erziehungswesen und für das Sanitätswesen werden für die nächsten Jahre noch wichtige Aufgaben eines zentralen Fonds sein. Denn beim stärksten Willen, die Kosten des Erziehungswesens und des Sanitätswesens aut die Schultern der palästinensischen Refierung und der jüdischen Bevölkerung Palästinas und ihrer elbstverwaltungskörper abzuwälzen, wird noch eine Reihe von Jahren vergehen, bis auf diesem Teilgebiet unserer Politik ein durchgreifender Erfolg erzielt werden kann und bis der Aufbau der Jüdischen Selbstverwaltungskörper in Palästina weit genug vorgeschritten ist. Immerhin ist die entscheidende Frage für die Notwendigkeit eines zentralen Fonds, ob solche nationalen Kapitalien in der Zukunft für die Entwicklung der landwirtschaftlichen Kolonisation und im Zusammenhang damit für die Immigration selbst mit ihren mannigfachen Bedürfnissen gebraucht werden. Die landwirtschaftliche Kolonisation wird in Zukunft noch stärker als bisher als der entscheidende Teil des Aufgabengebietes des Keren Hajessod in die Erscheinung treten. Denn sowohl die Mehreingänge, die für die nächsten Jahre erwartet werden, als auch die Summen, die jetzt noch zur Tilgung älterer Verpflichtungen aufgewandt werden müssen, werden sämtlich für Zwecke der landwirtschädlichen Kolonisation frei werden. Die Privatinitiative hat nun in der Tat in der letzten Zeit auch auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation eine rührige Tätigkeit entfaltet. Es ist aber kein Zufall, daß sie sich last ausschließlich auf den zurzeit sehr rentablen Pflanzungsbau und auf die Umgebung älterer landwirtschaftlicher Punkte beschränkte. Wo die Privatinitiative darüber hinausgegangen ist, hat sie Anlehnung an den Keren Hajessod una teilweise an den Keren Kajemeth suchen müssen. Landwirtschaftliche Kolonisation großen Stils, Seßhaftmaclmng von Arbeitern und Kleinbauern ohne Keren Hajessod ist so lange eine Utopie, als Kolonisation überall, in den ersten Immigrationsländern der Welt wie im wirtschaftlich geschulten Europa — tatkräftigste und freigebigste Unterstützung staatlicher Instanzen erfordert. Bis jetzt gehören übrigens von den rund 1100 000 Dunam, die Juden gehören, Privatpersonen erst 325 000 Dunam, also erst 30 Prozent. Und unter diesen privaten Bodenbesitzen! sind nicht wenige, die auch heute noch mit einem rein geschädlichen Kredit nicht auskommen. Diese Erscheinungen sind nun einmal mit der Landwirtschaft verbunden. Ein Kolonisationsfonds kann aber nur dann mit Erfolg fesammelt werden, wenn er gleichzeitig die Bedürfnisse des rziehungswesens. des Sanitätswesens, der Immigration so weit befriedigt, daß nicht jedes dieser Aufgabengebiete ihm als Sammlungskonkurrent entgegentritt. Wir brauchen daher nationale Kapitalien und als deren Träger zentrale Fonds. Die letzten 30 Jahre jüdischer Geschichte zeigen so eine unlösbare Einheit zwischen zionistischer Aufklärungsarbeit im Galuth, Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina und Zusammenfassung der Judeaheit im Palästina-Gedanken. Auf dieser Einheit soll sich eine breite geeinte Front palästinensischer Arbeit entwickeln, ihre Orundlagen werden die Ideen sein, die im Keren Hajessod ihren ersten, zunächst unvollkommenen organisatorischen Ausdruck gefunden haben: Gleichberechtigung aller, die zur Mitwirkung bereit sind. Bereitsein aller Gleicnberecbtigten zur Leistung. Maß der Leitung: die im Keren Hajessod bereits bewiesene Opferwilligkeit von Zionisten und Nichtzionisten. Gesinnung und Tendenz der Leitung: dar Respekt vor dem neuen Bürger der jüdischen Zukunft im Lande. Verwendung der Gelder im Geiste des neuen Palästina. Keine Bevormundung Im Sinne der alten Philanthropie, sondern gleichberechtigtes von gegenseifigem Respekt erfülltes Zusammenwirken. Wenn der Zionist sich gewöhnt, den Keren Hajessod im Lichte dieser Entwicklung zu sehen, so wird er sich stets bewußt sein, daß die Arbeit für den Keren Hajessod nicht nur ein Fordern oder Betteln um Gaben, aber auch nicht nur ein Einziehen freiwillig versprochener Steuern ist, sondern im echten Sinne des Wortes Mitwirkung am Aufbau Palästinas, Teilnahme an einer innerjüdischen Aufklärungsarbeit mit der Richtung auf ein jüdisches Palästina der Zukunft, Arbeit an der Wiedervereinigung der jüdischen Welt im Palästina- Gedanken. Die Repräsentanten des Keren Hajessod sind so die vornehmsten Träger der Propaganda für Palästina geworden. Wer die jüdische Oeffentlichkeit zu den großen Spenden bewegen will, die nun einmal der Keren Hajessod mit Rücksicht aut die Bedürfnisse des Palas tina-Aufbaus und BERLINER KALENDER ®onnabenb, ben 81. Uuauft, obenbS 8ljt llßt. 3i»nifüfdi# Bereinigung für ®tobt• baße Älofterftra&e, Untetgrunbbafjnfiof Itloftet» ftrafte urtb Va^Waal (®fülßrter-Saal), ßüfcoro. fttafee 76. ftttnhgtttmgtn! ״Oie Örelgniffe in PaMjHna". motteäbtenft bet B, Jj.SLunb bt• ®lt«ra<ht an ben Soßen JWeriagen in ben ®ölen bet 3• ®. f• lehtefeTir. 10. Harten k fHWt. 15.—, 10.— unb B.~, erhältlich im Büro bet O. 3•». unb bei ®!!*rocht, ®?onbijoupiafe 10. sein ungestümes Tempo fordern muß, der muß Palästina als die Verkörperung der stärksten Aktivität im Judentum, aber auch als das neutrale Symbol der Einheit aller Juden zeigen — der muß vor seinen Hörern das Palästina der Zukunft erstehen lassen, in dem ein freies Volk in freier Entwicklung auf der Grundlage seines klassischen Altertums und ln der Sprache seiner Väter als ein gleichberechtigtes Glied der modernen Geistcswelt von neuem den Versuch macht, seinen Beitrag zur Entwicklung der Humanität in die Bücher der Geschieht« einzutragen. Das ist das Gegengift gegen den Willen zur Auflösung, gegen den Wunsch nach Assimilation an andere unter Aufgabe der eigenen Art, gegen den V«rzieht auf das Primat des Judentums im Leben des Juden. Wir Zionisten wissen, daß das nicht der ganze Zionismus ist. Aber es ist Legung von Grundsteinen für das jüdische Natbnalheim in Palästina. Es ist Mitarbeit an dem Programm, das wir in der Balfour-Deklaration besitzen, das auf aem Zionismus basiert, und über ihn hinaus zur Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte für Palästina führt, wie der glückliche Enkel auf die entsagungsvolle Arbeit der Ahnen gestützt, von ihrem Idealismus erfüllt, den Aufstieg in eine glücklichere und sorgenfreie Zukunft antreten kann. Vermlschfes בבית־העם, רחוב גר ולמן 38, במוצאי ׳}!כת- כ «2 לאוינוסט׳ בשעה 9 בערב תתיר. בבית־העס אספה גדולה מוקדשת למאורעות האחרונים בארץ ישראל. אורחים רצויים! Im Beth Am, Grolmanstr. 36, findet am Sonnabend, dem 3g. August, um 9 Uhr abends, eine Aussprache über die letzten Ereignisse in Palästina statt, Gäste willkommen. Die Jüdische Gemeinde teilt mit: Wie uns bekannt ist, werden zu der am 8. September tgag in der Singakademie »tattfindenden Mendelssohn-Feier offenbar gefälschte Eintrittskarten verkauft. Vor dem Ankauf dieser Karten wird gewarnt. Wir machen darauf aufmerksam, daß nur diejenigen Eintrittskarten, welche auf Namen lauten, mit Nummern versehen sind und von der Jüdischen Gemeinde übersandt werden, Gültigkeit haben. Es wird durch strengste Kontrolle dafür gesorgt werden, daß die Besitzer gefälschter Karlen keinen Zutritt erhalten. Berliner Jüdische Zeitung, Die erste Nummer der Berliner Jüdischen Zeitung, herausgegeben von der Berliner Zionistischen Verelnigung, erscheint am 15, September. Die Zeitung wird alle Fragen des jüdischen Lehens behandeln und insbesondere den Fragen des Berliner Judentums und den zionistischen Problemen gewidmet sain. Im Rahmen der ersten Nummer erscheinen voraussichtlich Sondernummern, die das jüdische Buch bzw. die Arbeit dos K. K. L. behandeln. Jewish Agency-Köpfe, eine Mappe mit 36 Orig!ual-Liihographien von Gregor Rabinoviten. Alleinverkauf und Verlag: Galerie Aktuaryus, Zürich, Bnhnhofstr, tfi. Ausgabe A: 35 sipnierto Mappen 100 RM., Ausgabe B: 100 Mappen 30 RM. — G. Rahinovitch ist als sicherer Porträtist bekannt, der seine Modelle nicht einer virtuosen Technik unterordnet, sondern dem die Meister- »chaft des Griffels nur als Mittel dient, um dio Seele und don Charakter einer Persönlichkeit fesUuhalten. Es ist gewiß verzeihlich, wenn nicht alle Köpfe, welche Rahinovitch während der Sitzungen, oftmals von einem sehr ungünstigen Standpunkt, zeichnete, so geraten sind, wie wir es erwarteten. Aber bis auf wenige Ausnahmen muß man staunen, wie der Künstler mit wenigen Strichen in Augenblicksarbeit die bedeutendsten Männer der Agency-Tagung in ihrer Wesen, haftigkeit zu erfassen wußte. Die Nachfrage nach den Mappen ist, wie wir von der Galerie Aktuaryus erfahren, so stark, daß sie binnen kurzem vergriffen sein werden. nw. Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise. Wir suchen Bauführer mit langjähriger Praxis, mehrere Radiolechniker mit guter Praxis für Berlin. — Diplomingenieur mit Erfahrung im Chassisbau gesucht. — Wir suchen laufend Stellen für Ingenieure des Maschinenbaus, Elektrotechnik und für Chemiker. — Wir suchen Stellungen für Architekten. — Wir machen erneut auf die Jüdische Berufsberatung und Lehrslellenvcrmittlung aufmerk- «am und bitten alle diejenigen Jugendlichen, die zum Oktober d, J. die Schule verlassen, unsere Stelle aufrusuchen. Es ist zweckmäßig. Zeugnisse und Bastelarbeiten mitzubringen. Unsere Sprechstunden finden statt: Für Schulentlassene: Knaben: Dienstags und Freitag» von n—13 Uhr, Mädchen: Montags und Donnerstags von 11 —13 Uhr. Für Schüler: Knaben: Dienstags und Mittwochs von 3—4 Uhr nachm. Mädchen: Montags und Donnerstags von 3—4 Uhr nachm. Handwerkliche Lehrstellen jeder Art werden gesucht. — Arbeitsgemein- Schaft der Jüdischen Arbeitsnachweise, Berlin N 3/1, Auguststr 1ך (Tel,; Norden 7085—7087 und Q130). K. J. V. Dermatologischer Assistent für Klinik in mitteldeut־ scher Mittelstadt gesucht. — Auskunft zu erhalten im K. J.V., Bleibtreustr. 50. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 30. August, abends: in allen Synagogen: 7 Uhr. In den Syn. mit Orgel: Ansprache des Rabbiners. Sonnsbend, den 31. August, morgans (Neumondweihe): Alte Syn.: 8,30 Uhr: Syn. Kaisers tr., Rykeatr., Pestalozzis tr., Kottbusser Ufer, Münchener Str., Grunewsld, Franzenibader Str. und Aiterversorgungsanslalten: 9 Uhr; Frühgottesdienst: Syn. Rykestr.: 6,30 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Frübeottesdienst (außer Fnedenstempel): 7,30 Uhr: Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigten: Syn. Putaloautr.: Dr. Emil Levy; Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleiehrode: Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Levy: Neue Syn.: Dr. W8yl; Syn. Fasanonstr.: Dr. Bergmann; Syn. Levetzowstr.: Dr. Lewkowitz. Jugendgottesdienst: 4 Uhr: Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; £‘80 Uhr': Sm• Münchener Str.: Dr. Arthur Levy; 4 Uhr: Syn. Levetzowstr,: Dr. Prim. Sabbat-Ausgang: 7,44 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen: 7 Uhr: morgens: Syn. mit 0״!• ־ Ritus, außer Syn. Grunewald, Pestafoisistr. undMünchener Str.: ü,30 Uhr; vorbenannte und Syn. mit neuem Ritus: 7 Uhr. Ceseb&ttUehe Mitteilungen Unseren Lesern wird das Cafö Kutschers, Charlottenburg, Bismarckstraße 109, am Schillertheater, besten• empfohlen; sinnliche tan und »usUndUche Zeitungen. NX/kLTV SAND Polen. Im September finden die Makksbi-Verbands-Tennismeiiterschsften für Polen statt. Mit der Durchführung dieser Aktion ist der Verein ״Samson" in Tsmow betraut worden. Ungarn. Bei der am 35. Dezember in Budapest tagenden Jugendtagung aller mitteleuropäischen jüdischen Jugendorganisationen wird der Makkabi-Weit-Verband vertreten sein. Dentscher Kreta Bar Kochba Berlin. Komet-Sportfest. Am 35. August konnte der Bar Kochba zwei schöne Einseisiege erringen. Bergmann gewann nach leichtem, flüssigem Lauf die 800 m in der ansprechenden Zeit von genau 3 Minuten. Kur* I gewann die 100 m in 11 Sekunden, und auch Gerber konnte hier, einen Meter zurück, vor Asseyer (Zehlendorf), einen guten zweiten Platz belegen. Im 3000-m-Lauf wurde K a t z Dritter, nicht weit dahinter war Cohen, der durch diesen guten Lauf uns den zweiten Platz hinter Teutonia und vor S. C.G. im 3000-m-Mannschaftslauf einbrachte. In der 4 X «00 fiel an derselben Stelle wie schon einmal der Stab, das Wire nicht nötig gewesen! Bei der 30X 1/8-Rundenstaffel zeigte es »ich, daß der Bar Kochba nur über etwa 15 gute Läufer verfügt; wir lagen zeitweise in Front, aber einige schwache Punkte warfen uh» aus dem Rennen. Im Ziel war die Reihenfolge: P.S.V., S.C.C., Bar Kochba, B. S-C.. Teutonia usw. — Die Bar Kochba-Jugen d hätte die gleichfalls ausgeschriebene 30X 1/*-Rundenstaffel gewinnen können, wenn sie nicht für fünf gut« Kräfte hätte Ersatz einstcllen müssen. So wurde die tapfer kämpfende und besser als Minner stabwechselndc Mannschaft hinter B. S.C. und Süd Dritter. Im 100-m-Laufen für Jugend belegten Fuchs und Gold- Schmidt mit allerkürzestem Abstand hinter Grütz (B. S. C.) den zweiten und dritten Platz. — Am ו. September startet die Kampfmannschaft des Bar Kochba Berlin bei dem vom Bar Kochba Hannover veranstalteten nationalen Staffeltag. Die 4X100 läuft in der bekannten Besetzung: Gerber, Kurz I, Lewin, Kurz II. Die (X 400 lluft mit Gerber, Eger, Rosenthal, Bergmann, evtl, Jokl. Die 3 X *ooo läuft voraussichtlich mit Bergmann, Janklowitz, Katz. Außerdem starten wir in der Schwedenstaffel und in der 10 X Vs-Rtuidezisteffel mit den Vorgenannten, sowie mit Simmenauer, Braun und Koffler. — Am gleichen Tage finden die Ausscheidungskämpfe für das am Sonntag darauf atattfindende Asseburg-Meraorisl vormittags auf dem Sportplatz Westend statt. Ara Asseburg-Memorial müssen an allen 10 Uebungen je fünf Aktive eines Vereins teilnehraen. Jeder Wettkämpfer darf nur eine Uebung bestreiten, so daß ohne die Ersatzleule 50 Wettkämpfer in Aktion treten müssen. Da dieses System an die sportliche Arbeit große Anforderungen stellt, hat der Bar Kochba die Vorbereitungen für das Asseburg-Memorial sehr sorgfällig getroffen. Die Ausscheidungskämpfe an diesem Sonntag sollen die endgültige Mannschaftsaufstellung erbringen. H. E. Hebräische Kurse des Bar Kochba. Der Bar Kochba hat hebräische Kurse eingerichtet, die unter der Leitung des Herrn Dr, Rosenfeld, ehemals Lehrer an der hebräischen Realschule in Kowno, sieben. Es sind bereits mehrere Kurs« mit über 100 Teilnehmern eingerichtet worden. Di® starke Beteiligung beweist, daß die Einrichtung dieser Kurse einem starken Bedürfnis der Bar Kochba-Jugend entgegenkam und läßt eüje günstige Entwicklung dar jüdischen Aus- Bildung seiner Mitglieder erhoffen. Weitere Anmelaungee tu den Kursen nimmt für Bar Kochba-Mitglieder das Sekretariat entgegen. Makkabi-Werbemonat I» Hannover. IXe len» der יfest*, Veranstaltungen anläßlich de» zehnjährigen Bestehen» des Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba Hannover e. V. wurde am Sonnlag, dem 18. August, durch ein* äußerst zahlreich besuchte Morgen- Itter ein geleitet. Infolge der Ferien waren eine Anzahl Behörden und Verbände nicht in der Lage, einen Vertreter zu entsenden und hatten sich auf schriftliche Gratulationen beschränken müssen. Trotzdem waren noch zahlreiche Delegationen befreundeter Vereine anwesend, die zum größten Teil einige Begrüßungsworte an die_ Versammlung richteten. Ein Präludium, gespielt von Tbr. J. Aschheim, Begleitung Herr Kapellmeister J. Mandelbrod, leitete die Feier ein, worauf der Bar Kochha-Chor vierstimmig, dirigiert von Herrn Kapellmeister J, Mandelbrod, ״Gott grüße Euch" zu Gehör brachte. Ke Begeisterung nach diesem Liede wollte sich gar nicht legen, und erst nach geraumer Zeit vermochte Tbr. Wülv Hermann die Anwesenden im Namen des Jubilars zu begrüßen. Nachdem er kurz über die Gründüng des Vereins und die im Anfang zu überwindenden Schwierigkeiten gesprochen hatte, leitete er über auf den heutigen Stand des Bar Kochba, der nicht nur in der jüdischen, sondern auch in der allgemeinen Sportwejt sich Achtung zu verschaffen gewußt hat und trotz der besonders schwierigen Verhältnisse in Hannover jederzeit an der zionistischen Idee festgehalten hat und dem Makltbi stets ein treuer Wegbereiter gewesen ist. Er sprach die Hoffnung aus, daß sich das öffentliche Interesse in stärkerem Maße als bisher dem Bar Kochba zuwenden möge zum Wohlo der jüdischen Jugend und dea Matkkabi, Der Vorstand und die Repräsentanz der hiesigen Synagogen-Gemeinde hielten es für richtig, sich nicht vertreten zu lassen und hatten auch von der Bereitstellung eines Begrüßungsschreibens Abstand genommen. Nach einigen passenden Worten von Herrn Landrabbiner Dr. Freund nahmen die verschiedenen Organisationen das Wort zur Gratulation. Als letzter sprach Tbr. Leo Kaminski für das Deutsche Makksbi-Kreispräsidium. Schon bei seinem Erscheinen lebhaft begrüßt, hatte sich Tbr. Kaminiki so in die Herzen der Anwesenden geredet, daß der Beifall am Schluß seiner Ausführungen kein Ende nehmen wollte. Mit dem Gesang mehrerer jüdischer Lieder und der Hatikwah unseres Bar Kochbn-Ghors fand die eindrucksvolle Feier ihr Ende. Weha. Die Jugendveranstaltung. Als zweite Veranstaltung innerhalb des Makkabi-WerbemonaU ging am Mittwoch, dem 31. 8. 1939 der Bar Kochba-Abcnd vor sich. Derselbe war als Jugendveranstaltung gedacht und ist auch als solch« vollauf gelungen. Zirka 350 Jugendliehe füllten den Saal, als die offizielle Feier begann. Den Auftakt bildete ein Chaluzim-Lied, gesungen vom Bar Kocnba-Chor. Nach der Tafel, bei welcher es reichlich Kuchen und Tee gab, begrüßte Tumbruder Willy Hermann die Gäste, dankte namentlich dein Jüdischen Jugendverein für sein zahlreiches Erscheinen und verlas einige zu spät eingegangene Begrüßungsschreiben hiesiger und auswärtiger Vereine. Turnbruder Landesmann vom Bar Kochba Kiel beglückwünschte im Namen seine» Vereins. Turnschwester Heller rezitierte ״Jung- Juda" von Morris Rosenfeld und Tumbruder Raisner ein hebräische• Gedicht von Bialek. Hierauf erhielt unser verehrter Dr. Wollstein, Jerusalem (K. K.L.), das Wort. Er trug seine Erlebnisse und Eindrücke von der Makkabi-Weltverbandstagung in M|hr.-Qstrau, über den Zionisten-Kongreß und über die Verhandlungen der erweiterten Jewish Agency in Zürich so treffend vor! daß alle Anwesenden gespannt seinen Ausführungen folgten und mit nicht endenwollendem Beifall dankten. Umrahmt wurden seine Ausführungen von zwei hebräischen Liedern des Chores. Anschließend nahm Turnbruder Sigi Hermann das Wort; er bezog sieh auf die Vorgänge der letzten Zeit innerhalb des hiesigen Gemeindelebens und schloß mit einem Appell tn die anwesende neutrale Jugend, nicht in die Fußtapfen der Alten zu treten. Nach einem Volkslied, von Kai!eile und Chor glänzend zu Gehör gebracht, schloß der offizielle Teil. Bei Tanz und guter Laune blieben di« Anwesenden bis 3 Uhr nichts beisammen. Es war ein schöne! Abend. Auf dem Propaganda-Abend am 35. 8, 1939 sprach Dr• Rosenfeld, Kowno, in dem überfüllten Volksheim-Saal vor weit über 300 Personen über ״Bar Kocbbanertum". In flotter Rede zeichnete er die Ideen und die notwendige Arbeit der Bar Kochba-Vereine. Ja