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Jüdische Rundschau · 1929-08-16 · Heft 64 (16.8.1929) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 64 (16.8.1929)
Date
1929-08-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 410 JUEDISCRE RUNDSCHAU Nr. 64, 16. VIII. 1929 neue große Aufgabe ergibt sich in der Planung der Uni versitätsklinik und neuer Bauten auf dem Skopus, und wir werden w jeder umgangen. Wir protestieren dagegen, daß gerade die Architekten und Ingenieure, die ihre Arbeitsstätten und Zukunftsmöglichkeiten in ihren Ausgangsländern verlassen haben, um an dem Aufhau Palästinas mitzuarbeiten, wieder und wieder bei der Vergebung nationaler Bauten umgangen werden, obwohl Architekten von internationalem Ruf lestgestcllt haben, daß das Niveau der hiesigen Architekten hoch ist besonders in! Hinblick darauf, daß von ihnen selbst Facharbeiter ausgebildet werden müssen, und die technischen Hilfsmittel des Landes ungleich kleiner sind als in den Staaten Amerikas und Europas. Wir protestieren gegen ein solches Vorgehen, daß mit der Vernichtung unserer Existenz und unseres Ansehens in der öffentlichen Meinung auch die gesunde bauliche Entwicklung des Landes gefährdet. Der einzige Weg dazu ist: Wettbewerb unter den jüdischen Architekten Palästinas für jede neue Bau• aufgabe der Hebräischen Universität und überhaupt alle öffentlichen Bauten in Ercz-Jisrael. Deutsche Kammermusik Baden-Baden 1929 Kurz vor Kongreßbeginn tagte zum drittenmal das Baden• Badener Musikfest, dessen auch an dieser Stelle gedacht werden muß, da hier Probleme zur Diskussion standen, die uns nicht fern sein sollten und Schaffende daran aktiv beteiligt waren, die unserer Sache nahe stehen. Wesentlicher als die rein künstlerischen Resultate ist, daß dies Fest überzeugendes Dokument eines positiven Uebergangs war von der Kunstmusik zur Volksmusik, von der Gesellschaftsmtisik zur Gemeinschaftsmusik. Die vier hier behandelten Gebiete: Tonfilm, Rundfunk-, Liebhaber- und Lehrmusik boten von diesem Gesichtspunkt aus die gleichen Aufgaben. Getreu dem Motto von Oscar Wilde, daß das Sichtbare, nicht das Unsichtbare das Geheimnis der Welt ausmache, bevorzugte matt Stoffe, die das Alltägliche unserer Zeit bietet und verwandte musikalisch Gemeinverständliches, wie Volkslieder, Volkstänze, Schlager, Jazzmusik. So schreibt der französische Jude Darius Milhaud — der uns durch seine jüdischen Liedkompositionen bekannt ist —, zu einem Film ״La petite Lilie“ Begleitmusik, die voll von südlichen Volksliedmotiven ist und die zur Erleichterung des Hörers und um die Verbindung des akustischen mit dem optischen Eindruck möglichst intensiv zu gestalten, als Filmbild in Notengestalt sichtbar gemacht werden. — Ebenso verarbeitet Wolfgang Zeller im Riittmami-Film ״Melodie der Welt“ zahlreiche Volkslieder und Volkstänze. Es ist viel Orientalisches, von europäischen Musikvorstellungen noch Unangetastetes darunter. So hört man die Flöte des palästinensischen Hirtenknaben, die Hochzeitsmusik eines arabischen Scheichs, syrische Kabarettklänge und die Weise, mit der der Muezzin die mo hammedanischen Gläubigen zum Gebet ruft — ähnlich dem ostjüdischen Schulklopfer. Dieser Muezzin auf den Zinnen der Moschee ist natürlich auch im Film sichtbar — ebenso wie die an der Klagemauer betenden Juden, ein palästinensischer Netzflicker und viele arabische Szenen. Dieser Film ruft den Wunsch nach einem technisch, photographisch und musikalisch hochstehenden jüdischen Ton- Fi 1 m hervor, dessen Aktualität und Attraktionskraft wohl außer Frage steht, zumal doch dafür eine Unmenge interessantesten Materials zur Verfügung steht. — Nach den bislang fabrizierten zionistisch-palästinensischen Filmen wäre es jetzt wohl geraten, außer Palästina auch das Leben der Juden in den Golusländern, Bilder aus dem Leben der Wirtsvölker sowie vergangene Epochen jüdischer Geschichte mit cinzubeziehen. Es gäbe dadurch auch die Möglichkeit, sowohl Stadien und Situationen, deren Untergang über kurz oder lang zu erwarten ist, für die Ewigkeit festzuhalten, als auch solche, die erst im Werden begriffen sind, als teilweise realisiert oder realisierbar konkret zu machen. Die ״Musik für Liebhaber“ sowie das ״Lehrstück“ brachten — stark unter dem Einfluß der musikalischen Einstellung der deutschen Jugendbewegung (Jöde) stehend — das Problem einer neuen Gemeinschaftsmusik am deutlichsten zum Ausdruck. Es gab kleine Ensemblemusiken, deren Instrumentation, Form und Charakter auf die Musikübung in Schule, Haus und Verein berechnet waren. Die Musik wurde auch von Dilettanten gespielt, und zwar teilweise recht gut. Durch Derartiges kann man erreichen, daß in der Tat so etwas wie eine Gemeinschaft von musizierenden und hörenden Musikliebhabern entsteht. Um etwaige Reste trennender Schranken, die sich aus der passiven Situation des Hörers gegenüber dem agierenden Spieler doch noch ergeben könnten, total zu beseitigen, wird in dem ״Lehrstück“ von Bert Brecht - Paul Hindemith der Versuch gewagt, das Publikum durch improvisiertes Mitsingen an der Aufführung aktiv teilnehmen zu lassen. So wird der Hörer Mitspieler, der Spieler Mithörer. ״Besser als Musik hören ist Musik machen“ stand als Motto in großen Lettern an den Wänden der Turnhalle, die hier zum Konzertsaal erhoben wurde. Dieses Experiment war als Anwendung innerhalb eines Konzerts absolut neuartig. Dagegen wird Aehnliches in der neueren Musikpädagogik ja längst betrieben. Selbst die jüdische Jugend beschäftigt sich mit Derartigem. Da müssen allerdings Tendenzen als absolut verfehlt angesehen werden, die das rein Stoffliche von der deutschen Jugend musikpflege in die jüdische Musikerziehung herübernehmen, wie dies zur Zeit in Palästina an einigen Stellen geschieht. Wir haben nur das Recht, von den Methoden zu lernen; und dies auch nur, soweit sie sich mit der Eigenart unserer Musik organisch in Einklang bringen lassen. S Bei Laien und Musikern wurden Bedenken geäußert, ob solche Musik der unorientierten Menge denn ״Spaß“ machen könne, da sie sich doch ganz moderner Kunstmittel bediene. Darauf ist zu erwidern, daß Erziehungsfortschritte ja keineswegs dadurch Zustandekommen können, daß man das Erzienungsobjekt auf dem Niveau läßt, das es jeweilig mit Vergnügen innehat. Unter den Werken pädagogischen Charakters war im Vor- Programm auch eine Kantate: ״Im Anfang schuf Gott“ (von Hermann Reutter) angekündigt, die aber nicht zur Aufführung gelangt ist. Von der direkt für Rundfunk komponierten Musik interessierte am stärksten die Vertonung des ״Lindberghflug“ (von Bert Brecht), an der der junge jüdische Komponist Kurt Weill zur Fiälfte beteiligt ist. (Bekanntlich stammt von Weill die Musik zur Dreigroschenoper, die man sich übrigens auch in Form ausgezeichneter, schmissig-amüsanter Lindstroemplatten als Prototypen ״moderner Hausmusik“ nicht entgehen lassen sollte.) In dieser ״musikalischen Reportage“ wird die Mystik des gegenwärtigen Weltgeschehens, das schicksaihafte Getriebensein zu dem spezifischen, noch nie dagewesenen Heroentum unserer Zeit ebenso wie die Dämonie der Maschine, dichterisch-musikalisch unter Ausnutzung aller heute zu Gebote stehenden Technik- und Kunstmittel dem Rundfunkhörer übermittelt. Unter Leitung von Hermann Schcrchen spielte das Frankfurter Rundfunkorchester eine recht unkonventionelle ״Serenade“ von jerzy Fitelbcrg. Dieses nicht besonders charakteristische Werk des an sich sehr begabten Jungen jüdischen Autors scheint abendliche Gehörseindrücke der Großstadt ins Mikrophon einfangen zu wollen. In den — vor hintergründigem Witz und zeitgemäßer Vividität überschäumenden — ״Pep“-Gedichten von Lion Fcuchtwanger wird der mediokre Spießer aus U.S. A. unmöglich gemacht. Die ״neusachlich“ deskribierende, für Funk-Kabarett bestimmte Komposition von Walter Goehr verbindet auf naiv-raffinierte Art freies, melodramatisches Rezitativ mit Tanzrhythmen von Jazz-Couleur. Etwas formlos und langatmig, wenn auch stellenweise musikalisch ganz ansprechend — war eine Rundfunkkantate von Paul Groß nach Versen aus dem ״Schwalbenbuch“ von Ernst Toller. Gegen den Materialismus unserer Zeit wandte sich ein Werk mit stark revolutionärer Geste: ״Tempo der Zeit“ (Dichtung: David Weber, Musik: Hanns Eisler. Eisler betätigt sich fruchtbar und originell auf dem Gebiete der Arbeitermusik.) Die Rundftinkmusiken wurden durch einen orientierenden Vortrag (Prof. Wagner) eingeleitet, der den Zauber neuester Klangmöglichkeiten vor unseren Ohren entrollte. Da man heute bereits Klinge jeglicher Höhe und jeglichen Charakters künstlieh homunkulusgleich — erzeugen kann, wird die Invasion neuer Klangsysteme in die europäische Musik noch ganz andere Ausmaße haben, als dies bisher etwa durch Einführung von Vierteltönen usw. geschehen ist. Das Fest stand im Zeichen der Gebrauchsmusik. Alles, was mail hörte, hatte irgendeinen Zweck, war Begleitung zu irgend etwas usw. Diese Einordnung der Musik in die sonstigen Lebensgebiete wirkt, da sie auf Grund rationaler Forderungen unter starker Beteiligung des Intellekts entstanden ist, vorläufig noch vielfach forciert, willkürlich und gekünstelt. Im übrigen ist das, was sich hinter dem modernen, aber zum Glück schon fast überholten Schlagwort der ״Gebrauchsmusik“ verbirgt, doch eigentlich nichts wesentlich Neues, da ja alle Kult-, Tanz-, Arbeitsmusiken z. B. Zweckmusiken gewesen sind, bei denen allerdings die Musik organisch aus der Betätigung herausgewachsen ist. Unter den Komponisten, Interpreten, Kritikern und Hörem waren viele jüdische Gesichter zu sehen. Ja, man könnte sogar fast behaupten, daß der starke Anteil der Juden an der modernen Musik im Gesamtcharakter des Festes spürbar war. Das ist um so erstaunlicher, als die künstlerische Leitung in Händen dreier Nichtjuden (Heinrich Burkard, Josef Haas, Paul Hindemith) lag. Als typisch-jüdisch konnte man — einer ähnlichen Formulierung Adolf Weißmanns entsprechend — das merkwürdig paradoxe Tendenzgemisch von Rationalismus und Amerikanismus einerseits, und von romantisch-kosmischem Empfinden andererseits bezeichnen. — Man wird dabei unwillkürlich an unsere östlichen Ahnen erinnert, deren Interesse dem Geldverdienst und dem Thorastudium zu gleichen Teilen gehörte. Alice Jacob-Loewenson. Ostafrika und Palästina. Kürzlich wurde hier auch aut den Bericht der Hilton Young-Kommission hingewiesen, die über die Situation in Britisch-Ostafrika ein ausführliches Gutachten erstattet hat. Die Entwicklung dieses Gebiets, das auch den in der zionistischen Geschichte wohlbekannten Namen Uganda umfaßt, ist für uns in kolonisatorischer aber auch in konstitutioneller Beziehung sehr interessant Eine Dar- Stellung der Verhältnisse in Ostafrika und der sich dort vollziehenden inneren Entwicklung gibt ein sehr interessantes Buch von Walter Hagemann ״Gestaltwandel Afri- S:,a5״ (Vcrisg der Germania, Berlin 1928, mit 24 Abbildungen, M. 5,50). Das Buch ist eine Sammlung von Retsemzzen, mehr im Feuilletonstil gehalten als in dem einer Untersuchung, die nach dem Titel erwartet werden könnte. Der Verfasser sieht die ״schwarze Revolution“ noch in weiter Ferne, die innere Wandlung der schwarzen Welt aber im vollen Gange. Von besonderem Interesse ist seine Schilderung des ״Kenya- Experiments“, wo bekanntlich das Problem der Zwangsarbeit, einer modernen Sklaverei, eine große Rolle spielt und auch wiederholt schon zu Skandalen im englischen Parlament Anlaß gab. Bei der Besprechung Kenyas schreibt der Verfasser auch folgenden merkwürdigen Satz, der ein interessantes Licht wirft auf die Vorstellungen, die durch Presseberichte aller Art in halbinformierten Kreisen hervorgerufen werden: ״Daß trotz der großen Fehler, die in der Ausführung der Kolonisationsmaßnahmen begangen wurden, keine Katastrophe erfolgte, wie etwa bei dem sehr ähnlichen P a I ä s t i n a־E xperiment, ist nur der regen Förderung und Finanzierung der heimischen Regierung bezw. gewisser hinter ihr stehender Kreise zu zuschreiben.“ — Dazu wäre, ganz abgesehen von der Uebertreibung der ״Katastrophe“ in Palästina, vor allem zu sagen, daß zwar gewisse Aennlichkeiten zwischen den beiden Kolonisationsaufgaben bestehen, aber doch auch wesentliche und tiefgehende Unterschiede, ohne deren Würdigung auch keinerlei Nutzanwendung gezogen werden kann. Ortsgruppen Die Ortsgruppe Magdeburg der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hatte zweifach zum Gedenken Theodor Herzis eingeladen. Der Trauergoltesdienst in der Synagoge am 37. Juli verlief feierlich und würdevoll. Rabbiner Dr. Wilde betonte in seiner Predigt die Größe und die mitreißende Macht Herzis. Am Montag, dem 39. Juli, sprach Herr Walter Heinemann. Seine schwungvolle Rede erweckte auch in den bisher Außenstehenden Interesse und Verständnis. Die Feier wurde durch die Mitwirkung des Herrn Schul, des Oberkantors Teller und des Organisten Kitzel verschönt und mit der Hatikwah beschlossen. K. K- L. Mittwoch, den 28. August, abends 81/3 Uhr, findet im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, eine Zusammenkunft der Führerschaft der zionistischen Jugendbünde Berlins statt. Der Vorsitzende der Landeskommission des Keren Kajemeth Lejisrael, Herr Dr. Albert Baer, wird über das Thema: ״Der K.K.L. auf dem XVI. Zionistenkongreß“ sprechen. Die Gruppenführen aller zionistischen Jugendbünde sind zu dieser Zusammenkunft herzlichst eingeladcn. Keren Kajemeth Lejisrael (Sekretariat für Groß-Berlin). Kantoren-Fortbildungskursus in Berlin. In Berlin fand im Juli ein Kantoren-Fortbildungskursus statt, dem der Preußische Landesverband und die Berliner Gemeinde ihr Interesse bezeugten. Kantoren und Lehrer aus verschiedenen Gemeinden waren als Teilnehmer nach Berlin gekommen und verbrachten hier die Ferienzeit in anregender anstrengender Fortbildungsarbeit. Der Lehrplan des Kursus enthielt eine Fülle von Unterrichtsstoff, der durch Vorlesungen und praktische Hebungen den Teilnehmern vermittelt wurde. Die drei Kantoren der Jüdischen Gemeinde, Davidsohn, Asch und Ahlbeck, teilten sich in der fachlichen Arbeit, Kantorat und traditionelles Chasonis (Davidsohn), Behandlung der Gebetsprache (Ahlbeck), gesangstechnischer Unterricht (Asch). Letzterer starb nach kurzer Krankheit während der Kursusarbeit. Der Verlust, den die alljährlichen Kurse durch das Hinscheiden dieses trefflichen Kantors erlitten haben, ist sehr groß. Rabbiner Dr. Freimann gab reiches Material über die geschichtliche Entwicklung der gottesdienstlichen Bräuche. WC LTV m □AND Tum- und Sportlehrer für Rumänien. Der rumänische Kreis des Makkabi-Weltverbandes sucht eine fachlich gut ausgebildete Lehrkraft für Turnen und für Sport (möglichst Absolvent der Hochschul# für Leibesübungen'), der schwedische Gymnastik, Geräteturnen, Leichtathlolik und die anderen wichtigsten Sporlzweige beherrscht. Erwünscht ist auch Kenntnis im Fechten. Anträge mit Lebenslauf und Zeugnissen umgehend an das Büro des Makkabi-Weltverbandes, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Deutscher Kreis Der Norddeutsche Makkabl-Bezirk des deutschen Kreises veranstaltet anläßlich des Makkabi-Werbe-Monats in Haimover sein# Bezirksmeisterschaften. Am gleichen Tage wird in Hannover eine Mannschaft des Bar Kochba Berlin gegen starke Konkurrenz aus Hannover starten. Makkabi-Werbemonat des Bar Kochba Hannover. Anläßlich seines lojährigen Bestehens hat der Bar Kochba Hannover eine Reihe größerer Werbe-Veranstaltungen vorgesehen, die am Sonntag, dem 18. August, vorm, u Uhr, im Haus der Väter mit einer Morgenfeier eingoleitet werden sollen. Di# Feier erhält durch die Anwesenheit von Vertretern verschiedener Behörden, Verbände und Vereine, die hierzu besonders eingeladen sind und zum Teil ihr Erscheinen auch bereits zugesagt haben, ein# offizielle Note. Als Festredner stellt sich liebenswürdigerweise Herr Leo K a m i n s k i , Berlin, vom Kreispräsidium zur Verfügung, dessen Ausführungen sicher geeignet sein werden, weitere Kreise mit den Zielen und Aufgaben des Makkabi vertraut zu machen. Di# Darbietungen der Bar Kochba-Kapclle und des Bar Kochba-Chore» werden der Feier einen würdigen Rahmen geben. Als nächste Veranstaltung ist der Bar Kocliba-Abend am Mittwoch, dem 21, August, abends 8J/2 Uhr, im Haus dor Väter vorgesehen, zu dem die gesamto jüdische Jugend Hannovers eingeladen ist. Gesangsvorträge, Deklamationen und Bar Kochba-Bilder sollen Einblick in die interne Vereinsarbeit geben. Ferner gelang ein von der Ufa in Mährisch-Ostrau anläßlich der Wehverbandstagung des Makkabi gedrehter Sportfilm zur Aufführnug. Mit Musik und Tanz soll dieser Abend beschlossen werden, der dem veranstaltenden Verein sicher viele neu# Freund# zuführen wird. Eintritt wird bei beiden Veranstaltungen nicht erhoben. Bar Kochba I — Eintracht Ligareserve 4: 4. Als Auftakt der sportlichen Veranstaltungen anläßlich des jo jährigen Bestehens des Bar Kochba Hannover kam am Sonntag, dem 11. August, ein Fußbalispiel gegen ״Eintracjit Ligareserve“ zur Durchführung. Die gebotenen Leistungen litten naturgemäß sehr unter der Hitze, trotzdem kam ein ganz interessantes Spiel zustande. Kurz nach Beginn gelang es Bar Kochba, durch ein Tor die Führung an sich zu reißen, dem jedoch bald darauf das Ausgleichstor der Eintrachtler folgt#. Führung und Ausgleich folgten miteinander, bis man sich zum Schluß mit dem Ergebnis von h: h Toren trennte. Die lang# Sommerpause machte sich bei allen Spielern unangenehm bemerkbar, doch ist zu erwarten, daß in den nächsten Spielen bessere Leistungen gezeigt werden. Bar-Kochba Oberhausen—Bar-Kochba Duisburg 5:4. (4:2). Am Sonntag, dem 4• August, trug die .1. Fußball-Mannschaft des Bar-Kochba Duisburg ein Freundschaftsspiel gegen di# gleiche des Bar-Kochba Oberhausen aus. Die Duisburger, die ihr 1. Spiel austrugen, boten eine angenehme Ueberraschung, da sie den langjährig eingespielten Oberhausenern zumindest gleiches Können entgegensetzten. Das Spiel verlief äußerst interessant und stand auf einem beachtenswerten Niveau. Die Oberhausener kamen zu einem mehr als glückjichen Sieg. Ein umgekehrtes Torverhältnis hätte dem Spielverlauf1 besser entsprochen. Der Spielverlauf: Oberhause 1i mit Wind und Sonne im Rücken spielend, fand sich zuerst, und geht schon nach fünf Minuten durch einen prächtigen Schrägschuß des Mittelstürmers in Führung. Duisburg drängt nun stark, und es gelingt ihnen nach kurzer Zeit, durch den Halblinken den Ausgleich zu erzielen. Die Duisburger bleiben weiter überlegen. Ein plazierter Schuß des Mittelstürmers kann nur durch Handspiel unterbunden werden. Der verhängte Elfer wird verwandelt. Oberhausen entwickelt nun einen Rieseneifer, und es gelingen ihnen nacheinander 3 Erfolge, so daß es bei Halbzeit 4 : 3 für Oberhausen heißt. Nach Wechsel ist Duisburg durch starkes Drängen überlegen und kann in kurzen Abständen durch den Halbrechten und Mittelstürmer zwei Tore aufholen. Eine gute Leistung bot dor Duisburger Torwart, dor einen scharf geschossenen Elfer sicher meisterte. Durch ein Mißverständnis in der Verteidigung kamen die Oberhausener zum 5. und Siegestor. Bar Kochba Hamburg. Bar Kochba 1. Damen — Altona F. C. v. g3 1. Damen. 4:0 (2:0). Die Bär,Kochba-Damen leisteten einer Einladung des A. F. 0,93 Folge und traten vor Beginn des internationalen Fußballkampfes dieses Klubs gegen Sparta-Prag, zu einem Propagandaspiel gegen di# Damen des Veranstalters an. Der Zweck scheint vollauf erreicht zu sein, denn beide Mannschaften führten ein faires Spiel vor, das trotz der großen Hitze nicht fesselnder Kampfmomente entbehrte. Die Bar Kochbanerinnen waren jederzeit die besseren und hatten vor Tor viel Pech. Außerdem machte sich das Fehlen von zwei der besten Spielerinnen bemerkbar. Besonders gute Leistungen wurden vom Innensturm gezeigt. Auch d!e Verteidigung war auf gewohnter Höhe. Die Aufstellung der Mannschaft: V. Reiss Grete Levy A. Lippmann Else Levy Ada Heymann I. Lissauer Lotte Gabel E. Bachrach E. Koppel E. Garcia E. Posner. M.aso Bar Kochba Köln In Nürnberg. An dem vom 18.-23. Jul» stattgefundenen 2. Bundesfest des Arbeitcr-Tum- und Sportbundes in Nürnberg nahm der Bar Rochba Köln mit einer Delegation von 20 Jungens und Mädels teil. In vorbildlicher Weise war seitens der zionistischen Ortsgruppe für die Unterbringung dieser Menschen gesorgt. Am Donnerstagabend fand unter starker Anteilnahme der jüdisehen Jugend Nürnbergs im Hotel ״Deutscher Hof" ein Empfangsabend statt. Der Abend bekam durch die Anwesenheit von zirka 30 Chawerim und Chavvcroth aus Palästina eine besondere Note. Aus Anlaß des 25 jährigen Todestages Herzl’s gedachte man seiner in einer Rede. Ein Chawer aus Palästina gab in kurzen Worten ein Bild über die dortige Lage. Mit Gesang und Horratanz beschloß man diesen wohl gelungenen Abend. Wenn das Bundesfest nicht den sportlichen Erfolg brachte, den die Kölner für sich erhofften, so ist daran erstens die fabelhafte internationale Besetzung, und zweiten» die Fülle de» Gebotenen, schuld gewesen. Um so mehr muß man die Leistung des Bar Kochbaner» Max Cerf einschätzen, dem es gelang, hinter den glänzend laufenden Finnen Majurie und Holzgrebe, Badenstedt im 1000-m Lauf den dritten Platz zu belegen. Im Fcstzug der 100000 konnte man ebenfalls die Kölner finden. An ihrer blau-weißen Kleidung und dem Mogen-Dovid wurden sie erkannt und von der jüdischen Bevölkerung stürmisch applaudiert. — Dank der guten Vorbereitung wurde Nürnberg für die Teilnehmer ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird. Wi. Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba Danzig. Am Sonntag, dem 4• August, fand auf der Kampfbahn Niederstadt ein Yercinszebnkampf für Herren, sowie ein Vereinszehnkampf für Jugendliche statt. In beiden Konkurrenzen mußte sich Bar Kochba damit begnügen, den letzten Platz zu belegen, wobei dies weniger auf mangelndes Können seiner Mitglieder als auf ein durchaus unverständliches Fernbleiben einzelner Gemeldeter vom Wettkampf *urückzuführen ist. Immerhin konnten einig# wenig« Leistungen

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