Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 64 (16.8.1929)
- Date
- 1929-08-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 410 JUEDISCRE RUNDSCHAU Nr. 84, 16. Vm. 1029 Die Konstituierende Tagung der Jewlsh Agency Feierliche Eröffnungssitzung Wir haben in der vorigen Nummer einen kurzen telegraphischen Vorbericht über die Eröffnungssitzung des Councils der Jewish Agency gebracht. Mit Rücksicht auf die Bedeutung dieses Ereignisses geben wir nachstehend noch einen ausführlichen Bericht über die einzetnen Reden. Sonntag, den 11. August, 15 Uhr, begann die Eröffnung«- Sitzung des Council unter dem Vorsitz von Dr. Weizminn. Etwa 200 Mitglieder und 300 Ersatzmltglfeder sowie 200 Journalisten und 1500 Gäste nahmen teil. Als die Mitglieder des Präsidiums die Plattform betraten, wurden ihnen stürmische Ovationen bereitet, besonders Einstein, Leon Blum, Louis Marshall und Dr. Weizmann. Weizmann» Eröffnungsrede Dr. Weizmann (beginnt hebräisch): In diesem feierlichen Augenblick gebührt es sich, daß meine ersten Worte in der Sprache gesprochen werden, die einen so kostbaren Teil unseres historischen Erbes darstellt Die Aufgabe der Jewish Agency ist es, dieses Erbe zu bewahren und zu mehren durch die Wiederbelebung Palästinas und die Errichtung des Jüdischen Nationalen Heims auf fester Grundlage. Verbunden durch unseren Stolz auf gemeinsame Traditionen sind wir zusammengekommen, um uns dem Dienste an einem gemeinsamen Ideal zu weihen. Der Weg vor uns ist weit und steil, aber wir sind entschlossen, ihn ohne Zögern zu gehen, bis er uns an unser Ziel führt. (Englisch fortfahrend): Namens der Zionistischen Organisatiore habe ich die Auszeichnung, unseren Freunden und Kollegen einen herzlichen Willkommensgruß zu entbieten, die von Fern und Nah gekommen sind, um an der konstituierenden Sitzung des Council der Jewish Agency für Palästina teilzunehmen. Dabei gedenke ich mit tiefer Anerkennung der Arbeiten jener Männer, die zusammen mit der Zionistischen Exekutive die Bewegung eingeleitet haben, die uns hierher gebracht hat Wenn auch die Zahl der bereits im Council vertretenen jüdischen Gemeinschaften sehr groß ist, ist sie doch nicht vollständig. Unsere Tore, das versteht sich von selbst, bleiben offen. Ich bin der Zustimmung des Council sicher, wenn ich sage, daß es keine jüdische Gemeinschaft, ob groß oder klein, gibt, der eine entsprechende Vertretung nicht mit Freuden zugestanden würde, unser einziger Wunsch ist, daß in der Jewish Agency und dureh sie alle Juden, die den Ruf Palästinas vernehmen, eine Möglichkeit finden sollen, ihre Rolle an tjem Wiederaufbauwerk zu spielen. Die Aufgabe, der wir uns heute widmen, ist nicht das Monopol irgendeines Teils der Judenheit, Sie Ist das gemeinsame Vorrecht und die gemeinsame Verpflichtung des Judentums als einer Gesamtheit, Die Zionistische Organisation, die so lange die Lasten und Mühen des Tages getragen hat, hörte niemals auf, zu hoffen auf jene Vereinigung der aufbauenden Kräfte, für die die Jewish Agency für Palästina hinfort das Symbol und zugleich das Werkzeug bilden wird, Ich bin sicher, daß niemand unter uns ist, der sich nicht der gewaltigen Verantwortung bewußt wäre, die wir im Begriff sind, auf uns zu nehmen. Ich bin tief überzeugt, daß d|e Arbeiten des Council zum dauernden Vorteil ]wmimr' befragt* *hrimRto WM *tir Cfcre wiß* dischen Landes. ׳ (Deutsch fortfahrend): Wenn mir heute die große Ehre zuteil wurde, namens der Zionistischen Organisation diese Ver« Sammlung zu begrüßen, so bin Ich mir bewußt, daß es ein großer historischer Moment ist, den wir jetzt gemeinsam durehleben. Die Zionistische Organisation, anerkannt durch Artikel 4 des Palästinamandates des Völkerbundes als Jewish Agency zur Zusammenarbeit mit der Regierung Palästinas ln allen das Jüdische Nationale Heim betreffenden Angelegenbeiten, hat Sie, die Vertreter der Judenheiten fast aller Linder, in denen Juden wohnen, eingeladen, und Sie haben auf Grund der vorangegangenen Unterhandlungen dieser Einladung Folge geleistet, um ein neues Instrument zur Durehr fiihrung des Werkes zu schaffen, für das die Zionistische Qrganisation als Jewish Agency bisher allein die Verantwortung vor der Welt getragen hat. Diese Versammlung soll sich als der Council der Jewish Agency für Palästina konstituieren und in Ihre Hände soll hinfort die Verantwortung für alle Obliegenheiten der Agency gelegt werden• Am 2, November 191? hat Seiner Britischen Majestät Regierung durch Mr. Balfour, damals Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, jene Erklärung erlassen, die wir alle als Balfour-Deklaration kennen. Nach dem Kriege wurde für die Verwaltung von Ländern, die nach Anschauung der in der Friedenskonferenz vereinigten Mächte zur Selbstverwaltung nicht reif waren oder in denen große internationale Aufgaben zu lösen waren, eine neue staatsrechtliche Form geschaffen, das Mandatsaystem, dessen Idee auf den großen amerikanischen Staatsmann, woodrow Wiison, zurückgeht Indem dieses System auch auf Palästina und auf die Gründung des Jüdisch«! Nationalen Heims Anwendung fand, wurde diese jüdische Sache mit der Gemeinschaft aller Völker verb u n d e n. Der britischen Regierung wurde am 24. Juli 1922 durch einen Beschluß des Rates des Völkerbundes das Mandat über Palästina übertragen mit der Maßgabe, daß die Mandatarmacht für die Verwirklichung der Balfour-Deklaration verantwörtlich sein soll. Im Artikel 4 des Palästina-Mandates wiftl die Schaffung der Jewish Agency vorgesehen. Geehrte Versammlung! Die Epoche jüdischer Palästinaarbeit, an deren Abschluß wir jetzt stehen, umfaßt einen Zeitraum von beinahe fünfzig Jahren, In dieser Zeit ist aus kleinen Anfängen eine jüdische Bevölkerung mit eigenartiger wirtschädlicher und sozialer Struktur, mit den Anfängen einer eigenen nationalen Kultur, deren Werkzeug die wiederbelebte hebräische Sprache ist, entstanden. Während der Verfolgungen und Bedrückungen im zaristischen Rußland gingen die ersten Pioniere dieses neuen jüdischen Lebens nach Palästina, getrieben von uralten Hoffnungen und Träumen, die durch Jahrtausende in der jüdischen Seele geschlummert hatten, mit un* erschütterlichera Glauben an alter! heiligen Verheißungen festhaltend. Die Idee einer Wiederansiedlüng von Juden in Palästina, wo sie nach Jahrhunderten der Ruhelosigkeit und des Lebens ln einer rauhen Fremde zur Ruhe komm«! und an die Kontinuität der eigenen Tradition wieder anknüpfen können, wirkte zündend auf weite Kreis« der Judenheit. Ais die ersten Kolonisten in ihrem Kampf um die materielle Existenz in einem völlig rückständigen Lande in Not geraten waren, fanden sich in der ganzen Welt jüdische Menschen, die die Pflicht erkannten, den Pionieren in Palästina beizuspringen. Alien voran ist hier der Name des großen Juden und Menscheu zu nennen, dem das jüdische Palästina Unendliches verdankt und dem wir von dieser Tribüne heute unseren Gruß entbieten: Baron Edmond de Rothschild. (Beifall.) In einem späteren Zeitabschnitt fand dann die Zionssehnsucht des jüdischen Volkes ihren Ausdruck und ihre Gestalt in der Ziomatjschen Organisation, der Schöpfung Theodor Henris. Wir Zloetrtea haben!stets mit der Besiedlung Palästinas die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des jüdischen Volkstums verbunden, die Hoffnung auf eine neue jüdische Produktivltät, die durch ihre Schöpfungen die Menschheltskultur bereichern und so die Stellung des Judentums in der Welt grundsätzlich verändern könnte. Unser Ideal war die Vision eines neuen Volkes, das, aus der Enge des Ghettos und aus der ewigen. Furcht vor Mißverstandnlssen und Mißdeutungen befreit, •ein eigenes Leben auf eigener Scholle lebt, ein Volk aufrechter Menschen, mit dem Bewußtsein eines großen historischen Erbes, das verbunden ist sowohl mit dem Volke Israel wie mit dem Boden des Landes PaUttina. Wir glauben, daß dies kein künstlicher Gedanke war, sondern ein notwendiges Ergebnis des eigentümlichen Zusammentreffens der originalen jüdischen Welt mit dem europäischen Geist im vergangenen Jahrhundert. Es entstand eine eiementare Bewegung der nationalen Sei bstbejahung im Judentum, deren deutlichstes Merkmal vielleicht die Entwicklung der modernen jüdischen Literatur, insbesondere in hebräischer Sprache, ist. Diese Bewegung führte immer wieder Juden nach Palistina, dem Lande unserer Vergangenheit, das im Volksempflnden auch das Land unserer Zukunft war. Wir Zionisten haben mehrere Jahrzehnte für die Vervvirklichung dieser Idee gekämpft und wir fanden nicht die Zustimmung des gesamten Judentums. Wir fanden Gegner- Schaft und vielfach stießen wir auf Mißverständnisse, aber in dieser historischen Stunde dürfen wir wohl aussprechen, daß solche Kämpfe der natürliche Ablauf eine* historischen Prozesses sind und daß durch diesen Prozeß die Entwicklung der Geschichte geformt wird. Meine Damen und Herren! Durch die politischen Ereignisse, die ich am Anfang meiner Red« erwähnte, haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert. Wir stehen heute vor Tatsachen, deren zwingender Gewalt sich niemand entziehen kann und vor deren Ansturm *Ile Meinungsveriehiedenheiten, alle im Laufe der Zeit entatandenen Parteigegensitae im Judentum klein erscheinen. Ich will nur zwei dieser Tatsachenkomplexe hier hervorheben. Der eine ist gegeben dureh das Palästina-Mandat und die Erwartungen, die die ganze Welt an die jüdiiehe Aufbauarbeit in Palistina knüpft, Der andere, vielleicht noch bedeutungsvollere Tatsachenkomplex Ist die Veränderung der jüdischen Welt nach dem Kriege, charakterisiert dureh den materiellen Zusammenbrach des osteuropäischen Judentums, das bis 1914 da* kul* turelle Krlftereservoir da ganzen Judentums gewesen war, und durch die Einwanderungssperre in den überseeischen Ländem, die einer dar gewaltigsten Erscheinungen des jüdischen Lebens des letzten halben Jahrhunderts, der Auswanderung großer jüdischer Massen vor allem in die Vereinigten Staaten von Amerika, mit einemmal ein Ende gesetzt hat. Durch diese Tatsachen erseheint Pt lästina beul» in einem gane anderen Uchte. 18.Mietet sich von'-iailst 401-41 ־* * Mtr4־l¥T dlsche Aufgabe dar. Wir glauben, daß ln Palästina Mögliehkelte» gegeben sind für die Schaffung eines jüdischen Lebens in großem Umfang, für die Gründung und Sicherung jüdischer Existenzen und zugleich für das Entstehen einer eigenartigen jüdischen Kultur, eines jüdischen Heimatgefühls, das auch für diejenigen Juden, die in andern Ländern lebe» und deren uneingeschränkte Gleichberechtigung als Bürger dieser Länder unser aller gemeinsame Voraussetzung Ist, einen ideellen Wert bedeutet, Meine Damen und Herren! Die Zionistische Organisation hat die politischen Schritte getan, die erforderlich waren, um die Anerkennung der Völker zu erhalten für das jüdische Recht aut eine Heimstätte ln Palästina. Aber wir wollten niemals Palästina für die Zionisten, wir wollten Palästina für die Juden. Das lebendig werdende palästinensische Judentum ist keine Parteisache. Die Balfour-Deklaration richtet sich an die gesamte Judenheit. Es ist nur folgerichtig, wenn wir nunmehr an die jüdischen Gemeinschaften der Welt herangetreten sind, um die Arbeit, deren Maximum niemals von einem begrenzten Kreis von Juden geleistet werten kann, auf eine breitere Basis zu stellen und die Kräfte des gesamten Judentums systematisch dafür zu mobilisieren. Es gereicht uns zur freudigen Genugtuung, daß unser Ruf ein Verständnisvolles Echo gefunden hat, das sieh in dieser erlesenen Ver- Sammlung heute vor uns manifestiert Wir haben hier nicht mehr über Theorien zu streiten, sondern vor uns steht die Wirklichkeit der bereits in Entwicklung begriffenen, fortschreitenden jüdischen Siedlung Palästina. Denn, geehrte Versammlung, die erste Zeit der tastenden Versuche in Palästina liegt bereits hinter uns. In den letzten zehn Jahren sind 100 000 Juden nach Palästina gekommen. Viele der hier Versammelten kennen das Land und die jüdisch* Arbeit dort aus eigener Anschauung. Sie wissen, mH welcher Liebe und Hingabe die jüdischen Menschen, die als Einwanderer ins Land gekommen sind, dort arbeiten, wie zäh sie an der einmal begonnenen Arbeit festhalten und welch stolzes Gefühl sie beseelt, der Vortrupp einer neuen jüdischen Gemeinschaft zu sein, Es ist aber selbstverständlich, daß die Lösung unserer Aufgabe nicht nur eine Sache des guten Willens ist, sondern auch der wirtschaftlichen Erfahrung, der technischen Fähigkeiten und der zur Verfügung stehenden Machtmittel, Nicht alles, was bei der Kolonisation eines solchen Landes begonnen wurde, kann glücken, aber auch aus individuellen Mißerfolgen kann die Gesamtheit nützliche Lehren ziehen. Wir haben eine eingehende Kritik und umfassende Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten und Not- Wendigkeiten Palästinas in dem Bericht der Joint Palestinc S u r v e y Commission, die auf gemeinsames Ersuchet» von Mr. Marshall und mir einen Bericht über Palästina erstattet hat, t|er als Vorbereitung für die künftige Tätigkeit der Jawian Agency dienen sollte. Wir stehen nach manchen Rückschlägen heute in Palistina am Beginn einer verheißungsvollen Epoche und wir betrachten es als eine Aufgabe der Jewish Agency, Mittel und Wege zu finden, um die Möglichkeiten für eine jüdische Einwanderung und Ansiedlung voll auszunützen. Wir werden im laufe unserer Ver- Handlungen Gelegenheit haben, auf die Einzelheiten dieser Pläne einzugehen, und wir werden verschiedene Vorschläge diskutieren. Wir glauben, daß im gegenwärtigen Moment die Notwendigkeit besteht, die jüdische Bodenfläche zu vergroßem, wirtschaftliche Positionen zu fundieren und auszubauen und für den jüdischen Arbeiter solche Lebensbedingungen zu schaffen, die eine Fortsetzung der Einwanderung auch mittelloser Elemggte eichet*• Meine Damen und Herren! Diese Versammlung hat eine eigenartige Zusammensetzung. Sie besteht zu fünfzig Prozent aus Delegierten verschiedener jüdischer Gruppen, die nicht der Zionistischen Organisation angehören, jedoch gewillt sind, künftig an den Funktionen der Jewish Agency gemäß Artikel 4 des Mandates teilzunehmen, und zu fünfzig Prozent aus Delegierten der Zionistischen Organisation. Unsere Hauptaufgabe ist es, hier eine Verfassung für die künftige Jewish Agency zu beschließen. Ein Entwurf wurde vorbereitet, an dessen Ausarbeitung außer der Zionistischen Organisation vor allem die hier anwesenden Führer der amerikanischen Juden teilgenommen haben. Der Entwurf wurde auch vom Zionistenkongreß akzeptiert, der einige kleine Aenderungen vorschlägt, und ich bin überzeugt, daß eine Einigung in dieser Versammlung leicht erzielt werden wird. Der Zionistenkongreß hat vor einigen Tagen mit überwilligender Mehrheit den Beschluß gefaßt, die Erweiterung der Jewish Agency, deren höchstes Organ bisher der Zionistenkongreß war, im Sinne des. erwähnten Verfassungsentwurfes durenzuführen. Meine Damen und Herren! Ich darf wohl aussprechen, daß wir alle, die wir uns hier versammelt haben, zusammengekommen sind mit dem Wunsche nach aufrichtiger und ehrlicher Kooperation• Wohl zerfällt diese Versammlung in zwei Hälften, die in ihrer Struktur sehr verschieden sind, aber wir sind überzeugt, daß gegenseitiges Vertrauen und die Praxis gemeinsanier Arbeit an einer uns allen teuren Sache diese Verschiedenheiten überwinden wird. Wir haben diese erweiterte Jewish Agency begründet in dem Bewußtsein, daß wir als freie und _ f. Was wir "hier regeln können und wollen. Ist ein Syatenfp raktischer Arbeit zur Erreichung bestimmter praktischer Zwecke. Wir haben die Hoffnung, daß diese gemeinsame Arheit auch vereinigend wirken wird und den Ausgangspunkt bildet für ekie große neue Einheit In Israel, eine Einheit, die beruht auf gemeinsamer Verantwortung, gemeinsamem Werk und, ich darf wohl sagen, gemeinsamer Liebe zum Judentum, das vielleicht der eine so, der andere anders interpretiert, das sieh aber ln dem, was wir in diesen Tagen erleben, wieder erweist als die große königliche Lebensmacht, der wir alle demütig und treu dienen wollen. Möge das, was wir HUr schaffen, dem jüdischen Namen zur Ehre gereiche!» und ein, Segen *ein für die künftigenGesehlechter. Tn diesem Sinne glaüfen wir, daß ä« hütifge Tag, der 5. Ab 5689, als historisch« Tag i» de■ Anaalen der Jfidlsehen Geschichte verzeichnet bleibe« wird. Ich erkläre die konstituierend« Versammlung des Councils der Jewish Agency für Palästina für eröffnet• (Stürmischer Beifaß.) BcgriMiungen Minister Dinfcbert (Vertreter der schweizerischen Bundesregierung, spricht französisch): Die schweizerischen Bundes- und Kantonalbehörden entbieten Ihnen durch mich zu Ihrer Tagung ihren Willkommensgraß und wünschen, daß die Arbeiten dieses Kongresses dazu fuhren, auch die letzten Schwierigkeiten für das großartige Aufbauwerk in Palästina zu baeiflgen. Hier in der Schweiz, wo wir so viele internationale Körperschaften beherbergen, haben wir das größte Verständnis für Bestrebungen, die dazu helfen, gegenseitigen guten Willen unter den Völkern zu fördern. Das Werk, in dessen Dienst Sie hier versammelt sind, gehört in hervorragendem Sinne ZU de» Bestrebungen de» Friedens und de« Fortschritte! und es tat mir eine große Ehre, Ihnen namens der Regierung dieses Landes vollen Erfolg Ihrer Arbeit zu wünschen, (Lebhafter Beifall,) Mr. F. T. B. Frils, von der Mandatssektion des Völkerbundes (spricht englisch); Der Generalsekretär da Völkerbundes ersucht mich, Ihnen mitzuteilen, wie sehr er bedauert, daß ihn seine Abwesenheit von der Schweiz verhindert, Ihre freundliche Einladung zu persönlicher Teilnahme an der Er- Öffnungssitzung der erweiterten Jewish Agency anzunehmen. Es ist mir ein Vergnügen, in seinem Namen folgendes zu erklären: Eilt Ereignis wie das heutige, das als Ergebnis mehrjähriger Verhandlungen die Konstituierung der erweiterte» Jewish Agency ermöglicht, muß von Interesse für den Völker- Bund sein. Zwar unterhält der letztere auf Grund des Mandat- Systems direkte Beziehungen nur mit der Mandatarniachf, aber die Jewish Agency wird im Palästinamandat ausdrücklich als Berater und Mitarbeiter der Mandatsverwaltung für jene Angelegenheiten erwähnt, die die Schaffung des Jüdischen N'ationalen Heimes und die Interessen der jüdischen Bevölkerung in Palästina betreffen. Das Palästinamandst anerkennt das Prinzip der Schaffung eines Nationalen Heimes für das jüdische Volk in diesem Lande und es ist offenkundig, daß der Schritt, der jetzt unternommen wird, um die Jewish Agency und damit die Bestrebungen, die zionistiachen Ideale auszuführen, auf eine breitere Basis m steilen, nur günstig sein kann für die Erreichung der im Mandat festgelegten Ziele, leh hoffe aufrichtig, daß die* der Fall sein möge und daß die heutige Veranstaltung immer als ein glückliehe! Ereignis sowohl für Palästina ah auch für das jüdische Volk in allen Teilen der Weit betrachtet werden möge. (Leb׳ hafter Beifall.) DieyfucBrodsky (Präsident de« 8ebw«i*«rlaeb»n Israelitischen Gemeindebundf•) begrüßt die Versammlung ««man* der Schweizer Juden. Rabbiner Jecheskie! Llpszyc (spricht deutsch): Gott hat uns heute einen herrlichen historischen Moment erleben lassen, der in unserer zweitausendjährigen Golusgeschichte vielleicht nicht seinesgleichen hat. Freilich, von dem Gemälde, das uns die Propheten von der Zukunft unseres Volkes skizziert haben, weicht die Gegenwart noch in vielem ah, noch steht die Sonne weit hinter unsere Horizont, aber die Morgenröte scheint bereits aufzudämmern. Die Aufbauarbeit im Heiligen Lande hört nun auf, die Angelegenheit einer Partei zu sein und soll die Sache des gesamten jüdischen Volkes werden, Wenn ich hier von einer Vertretung des ganzen Klal JisroeJ rede, geschieht dies in der festen Zuversicht, daß durch die Agency auch denjenigen Volksgruppen, welche Ws halte noch ja