Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 60 (2.8.1929)
- Date
- 1929-08-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 382 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 60, 2. VJII. 1929 | I ׳ I } * I׳Mäss. eine sichere GewBhr für fruchtbare Zuinmmennrbeit aller Juden, die gewillt sind, an der Wlederaufbauorbeit in Palästina und der Errichtung der Jüdischen Nationalen Heimstätte teil* zunehmen. Der Kongreß begrüßt herrlich die Vertreter der jüdischen Gemeinschaften ln verschiedenen Teilen der Welt, die zusammen mit den Vertretern der Zionistischen Orgnnisntlon an der GrOndungstagung des Council teilnehmen werden. , Die Exekutive schlägt vor, diese Anträge einer Koni* mission zur Behandlung zu überweisen. Meine Damen und Herren! In den Beschlüssen de! 14. und 15. Kongresses sind ln großen Zügen die Anforderungen der Zionistischen Organisation alt Beschaffenheit und Stnrktur des neuen Agency-Geblindes rimrissen. Diese Beschlüsse behandeln teilweise die prinzipiellen Voraussetzungen, teilweise die organisatorischen Grundlagen der Agencye Weiterung. Es wird zu untersuchen sein, inwieweit der Verfassungsentwurt der ideellen und organisatorischen Konzeption der erweiterten Agency entspricht, wie sie den beiden voraufgegangenen Kongressen vorgesehwebl hat. Redner legt nun die bekannten Grundsätze dar, die gemäß den Kongreßbeschlüssen in die Konstitution der Agency auf* genommen wurden. Was die Organisation der Agency betrifft, so führt Redner aus, ist diese in den KongreßbescniCissen nur ändert־ tungsweise vorgezeichnet. Immerhin sind einige wichtige organisatorische Grundgedanken ausgesprochen worden. Zunächst wurde das bekannte Gleichgewichtsprinzip statuiert, nach welchem Zionisten und, Niclrtrionisien in dem obersten Organ der Agency, dem Council, der ans ungefähr 150 Mitgliedern bestehen sollte, in gleicher Stärke vertreten sein sollen. Zweitens wurde bestimmt, daß die Waiden zur sogenannten ,nichtzionistischen Hälfte des Councils soweit wie möglich demokratischen Charakter haben und den Landes- Bedingungen angepaßt sein sollten. Drittens ging der Kongreß davon ans, daß 40®/» der nichtzionistisclien Sitze Vertretern der amerikanischen Judenheit zur Verfügung stellen sollten. Viertens sollte Vorsorge dafür getroffen werden, daß Mitglieder der verschiedenen leitenden Agencykörperschaften in ihrer Abwesenheit nur durch ständige Ersatzmitglieder zum Unterschied von ad hoc bestellten Ersatzmitgliedern vertreten werden könnten. Es wurde fünftens verlangt, daß der Council zur Oründungssitzung erst zusammentreten solle, wenn mindestens 50 nichtzionistische Councilmitglieder, die mindestens sechs Lander vertreten, bestellt seien. Sechstens sollte die Verfassung der Agency zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren ln Kraft treten. Nach Ablauf dieser Frist sollte über die Frage der Fortsetzung der Agencygemeinschäft ein neuer Beschluß gefaßt werden. Zuletzt sollte zur Wahrung der Kontinuität In den politischen und sonstigen Arbeiten der Jewish Agency Sicherheit dafür geschaffen werden, daß der Präsident der Zionistischen Organisation zugleich Präsident der Jewish Agency ist. Um mit dem letzten zu beginnen, so ist in dem Verfassungsentwurt die Personalunion Präsident der Zionistischen Organisation — Präsident der Agency ln der Weise sichergestellt, daß sie gegen den Willen der Zionistischen Organisation nicht aufgehoben werden kann. Ausdrücklich ist auch die besondere Verantwortung des Präsidenten für die Führung der politischen Geschäfte hervorgehoben. Das Fifty-fifty-Prinzip ist in der Verfassung durchgeführt. 4,Ein ,,Njclitzionist“ ist nach der Verfassung eine Person, die mit der Agency nicht in der Eigenschaft eines Mitgliedes und V©rtrt״t*rs dir Zionistische«•Organisation verknüpft ist, •Die •S#‘'»er'*(2PnciH}fte^»-1§0‘:er#i|# g«ra1* aäf*'2ö0*’efrofft ,WöfdfnT' Bä dfr könsfitMeriiMett Tagung׳ wer-* den voraussichtlich 23 Lander mit 101 nichtzionistischen Deiegierten vertreten sein. 40% der m'chtzionistischen Sitze werden im CöUrtdl von der amerikanischen Delegation besetzt söin. Die Konstitution sieht vor, daß die Wahlen möglichst demokratischen Charakter tragen. Was die Frage der Vertretung abwesender Mitglieder bei Tagungen der leitenden Körperschaften anlangt, so sind ad hoc Ersatzdelegierte nicht zulässig. Soweit die Vertretung durch Ersatzdelegierte erfolgt, müssen sie im Sinne des Kongreßbeschlusses permanente sein, das soll heißen, sie müssen in der gleichen Form wie die Deiegierten zu Ersatzdelegierten bestellt werden״ Es stellte sich aber im Laufe der Verhandlungen heraus, daß unsere amenkanischen Verhandlungspartner noch ein zweites System der Stellvertretung anwenden wollten, das der 14. Kongreß nicht in Betracht gezogen hatte. Hiernach kann ein fehlendes Mitglied seine Stimme auf einen Sitzungsteilnehmer übertragen, der also dafln zwei Stimmen führt und, wenn er noch von anderen fehlenden Mitgliedern beauftragt ist, eventuell mehr als zwei Stimmen. Mit diesem sogenannten Proxysystem haben sich Exekutive und Aktions-Comitö schwer befreunden können, obschon sie nicht verkannten, daß es die geographischen Entfernungen leichter überbrückt als jedes andere. Wir haben aber vorgeschlagen und erreicht, daß seine Anwendung beschränkt wird. Nach der Verfassung körnten Von der Stimmübertragung mir 1 'eberseemif glieder Gebrauch machen, also z. B. Amerikaner,, wenn eine Sitzung in Europa stattfindet, oder Europäer, wenn eine Sitzung in Amerika abgehalten wird. Außerdem ist die Zahl der Stimmen, die ein Mitglied zugleich abgeben kann, in erträglicher Weise begrenzt. Die einzige ernstliche Abweichung von einem Kongreßbeschhiß liegt in der Tatsache, daß das dreijährige Provisorium fallengeiassen ist, weil es von einer so wichtigen niehtzionistischen Gruppe wie der amerikanischen unter keinen Umständen akzeptiert wurde. Herr MarShali hat namens seiner Freunde in seinem bekannten, in der Presse veröffentlichten Memorandum über diese Frage, die Gründe der Ablehnung auseinandergesetzt, im wesentlichen m1rd€ eingewendet, man könne sich nicht mit voller Uebefzeugung, mit Energie und Freudigkeit für die neue gemeinsame Arbeit einsetzeii, wenn sie nur einen provisorischen Charakter trage. Herr Alarshail hat dann, wie Sie wissen, vorgeschlagen, (laß für den Fall der Wiederauflösung der Jewish Agency, gleichviel ob nach drei oder fünf oder zehn Jahren die Zionistische Organisation in den früheren Stand zurückversetzt werden, also alle Rechte genießen solle, die ihr heute gemäß Art. 4 . des Palästinamandates in ihrer Eigenschaft als Jewish Agency zustchrn, daß die britische Regierung ersucht werden solle, eine entsprechende Zusicherung zu geben, und daß nach Erhalt dieser Zusicherung der lb. Kongreß den Beschluß des 14, Kongresses aufheben möge. Exekutive und Aktions-Comite haben diesen Vorschlag, ׳•■orbebältlich der Zustimmung des 16. Kongresses, akzeptiert. Wir Litten Sie jetzt um Ihre Zustimmung durch Annahme rn-.p-es Vcrfassungsentwurfes. Diese Annahme bedeutet, daß damit der Beschluß des 14. Kongresses aufgehoben ist. Die Zusicherung der britischen Regierung liegt vor. Ich habe Sie bereits zu Beginn des Referates zitiert und der Text mag hier wiederholt werden. Die Zusicherung der britischen Regiening ist in einem Schreiben vom 22, Juli 1929 enthalten, W'.'lclu•« folgendermaßen lautet: Downing' Street, 22׳. Juli 19». .Mein Herr, i. Ich bin von Lord Passfleid beauftragt, auf das interview P,״::/?׳ zu nehmen, das Mr. Stein und Dr. Brodctsky im Koloma!amt am 16. April hatte und in welchem die Frage der Er- 1-!;T1f1i11u der erweiterten Jewish Agency diskutiert wurde. '2. Im Verlauf dieses Interviews würde zum Ausdruck gebracht, daß die Zionistische Organisation eine Versicherung haben möchte, *uf Grund deren im Falle der Auflösung der erweiterten Agency die Funktionen der Agency an die Zionisiische Organisation Ziirückfaiien würden, 3. Die Frage Ist in Beratung mit dem High Cdttimissioner für Pailstin« und dem Auswärtigen Amt sorgfältig erwogen worden, lind ich habe zu erklären, daß S. M. Regierung bereit ist, der Zionistischen Organisation eine Zusicherung in folgendem Wortlaut zu geben. ״Im Falle der Auflösung der erweiterten Jewish Agency wird die britische Regierung, nachdem ihr die Auflösung durch die Zionistische Organisation zur Kenntnis gebracht wurde, die Zionistische Organisation als Jewish Agency im Sinne des Artikels 4 des Mandates für Palästina anerkennen, vorausgesetzt, daß ihre Organisation und Verfassung zu dieser Zeit angemessen sind. Die Organisation soll in diesem Falle In alien Beziehungen als In den Stand zurückversetzt gelten, den sie vor der Erweiterung der Agency eingenommen hatte.“ 4. Ich habe zu erklären, daß der Vorbehalt in die obige Formel aufgenommen ist im Hinblick aut die Fassung von Artikel 4 des Palästina-Mandats, der Vorsicht, daß die Zionisfische Organisation als jewish Agency anerkannt wind, vorausgesetzt, daß ihre Organisation «nd Verfassung nach Auffassung der Mandatarmacht angemessen sind. 5. Ich ferner aus zu führen: Erstens, daß diese Zusicherung davon abhängig ist, daß der Staatssekretär sich davon überzeugt, daß die Wiederauflösungsklausel in der Verfassung der erweiterten Agency die Umstände und Bedingungen, unter denen die Agency als aufgelöst zu betrachten ist, klar definiert. Zweitens, daß im Hinblick auf die Bestimmungen des Artikels 4 des Mandates die Zusicherung solange nicht als in Kraft getreten angesehen werden kann, als nicht ein Schema für die erweiterte Agency, das vom Zlonistciikongreß ratlfiziert ist, formell von S. M, Regierung angenommen ist. Ich bin, mein Herr, ihr ergebener Diener O. G. R. Williams. Es bleibt demnach nur zu erörtern, unter welchen Voraus- Setzungen die Wiederauflösung cintretcn kann, Für che Zwecke dieser allgemeinen Uebersicht mag es genügen, daß die Verfasstmg die Wiederatiflösting davon abhängig macht, daß zwei Drittel der CoUhcii-Mitglieder ,sie wollen oder durch ihr Desinteressement herbeiführen, fm übrigen darf ich sagen, daß die Exekutive dieser Frage eine rein theoretische Bedeutung beimißt. — Ein Bund, der einmal im Zeichen Palästinas geschlossen worden ist, wird nicht wieder getrennt werden, Redner erörtert sodann den organisatorischen Aufbau der Agency, Die Frage, wie die Wahl der Exekutive erfolgt, ist zurzeit noch nicht ganz geklärt und soll nach dem Entwurf auf der Gründungstagung des Councils entschieden werden. Während wir wünschen, daß eine Hälfte der Exekutive von der Zionistischen Organisation bestimmt wird, sagt die andere Meinung, da fl die gesamte Exekutive vom gesamten Council einheitlich gewählt werden soll. Wie gesagt, wir sind dahin übereingekommen, daß diese Frage b e i der kommenden Tagung geklärt werden soll. Es besteht aber zugleich Utbereinstirtirnung darüber, daß In jeden! Falle für die Bildung der ersten Ageticy-Exekutive der von uns vorgeschlagene Modus angewendet wird. Es bleibt noch ein Wort zu sagen über den Geist, in dem die Verhandlungen geführt* Wörden sind. Die Verhandlungen waren zchwtetlg, nicht .wiil־*t-pit(;divet|iere*d# tt Einklang miteinander zu bringen. Das Interesse an der Förde* rung des Aufbauwerkes istbeiden Teile« gern einsam, und der Geist aufrichtigster Bereitschaft zu gemeinsamer Arbeit war auf der anderen Seite in jedem Augenblick spürbar. Die Schwierigkeit lag darin, eine« Ausgleich zu finden zwischen verschiedenen organisatorischen Traditionen und Arbeitsmethoden. Die Lösung dieser Aufgabe War nicht Immer liicht, aber Ich glaube sagen zu dürfen, das Resultat lohnt die Muhe. Verehrter Kongreß! Der Entwurf, wie er Ihnen vorliegt, ist noch nicht mit allen unseren zukünftigen Agcncy-Partnerti beraten worden. Das konnte nicht geschehen, schön weil in den meisten Ländern die Council-Wahlen erst in allerletzter Zeit vorgenommen wurden. Es ist nicht unmöglich, ob8chon es nicht wahrscheinlich ist, daß der Entwurf in Einzelheiten noch modifiziert wird, einige Fragen — ich erwähnte es bereits —■ bedürfen auch in unserem Interesse noch der allerletzten Klar- Stellung im Council oder anläßlich der Council-Tagung. Aber im großen und allgemeinen stehen wir auf sicherem, festen Boden, aut einem Boden, der gerade durch die langwierigen Verbandlangen über die Verfassung an Festigkeit und Sicherheit von Tag zu Tag gewann. Unter der Führung des Präsidenten der Zionistischen Organisation wird eine Körperschaft gebildet, die es übernimmt, im Geiste der Balfour-Deklaraiion, des Mandates und grundlegender praktischer zionistischer Werkprinzipien das Jüdisch-nationale Heim aufzubauen. Die Zionistische Organisation soll ihren Namen unter ein Abkommen setzen, das dieses Ziel erstrebt. Der Kongreß wird, wir zweifeln nicht daran, diesen Beschluß fassen. (Lebhafter Beifall.) Nach Rosenblüth erhält Dr. Brodetskv das Wort zu seinem Referat: Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft Referat Brodctsky In den verschiedenen Reden, die hier gehalten wurden, und auch in dem Programm, Welches Professor VVeiz.mann Vor dem Kongresse veröffentlicht hat, wurde schon betont, daß wir, die zionistische Hälfte der erweiterten Jewish Agency, formell 50 ״/o der Pflichten Und Aufgaben werden auf uns nehmen müssen und auch 50 0'■״ der Souveränität der erweiterten Jewish Agency. Wenn wir nun von der zukünftigen Arbeit der Organisation sprechen, so müssen Wir selbstverständlich daran denken, daß die wichtigste Arbeit in der Zukunft dieselbe sein wird wie in der Vergangenheit: die Sammlung von Geldern, ihre Verwendung in Erez-Israel, die Aufstellung des Budgets, die Führung der Immigration und Köloniiation, die Führung der politischen Arbeit zusammen mit unseren nichtzionistisehen Partnern. Ich möchte gleich betonen, daß, obwohl es meine Pflicht ist, hier über die eigentliche zionistische Arbeit der Organisation zu sprechen, dies nicht heißen soll, daß ich oder die Exekutive der Meinung sind, daß die gemeinsame Arbeit beider Partner weniger wichtig wäre, als die zionistische Arbeit allein. Doch ich habe die Aufgabe, vor» der besonderen Arbeit zu sprechen, welche wir Zionisten und unsere Exekutive als Zionistische Organisation zu leisten haben. Diese Frage wurde in den letzten Monaten sehr Viel besprochen. Es gibt Leute, welche glauben, daß eS sieh Überhaupt nicht lohnt, darüber zu reden, was wir als Zionisten nach der Erweiterung der Agency zu tun haben, weil sie der Ansicht sind, daß wir überhaupt nicht existieren werden. Ich bin gegenteiliger Ansicht: ich glaube, daß wir noch leben und sehr lebendig aussehen und glaube, daß wir nach der Er- Weiterung der Agency noch stärker leben und größere Aktivital!iahen werden "als bisher. Man hat ans auch gesagt, wenn wir Zionisten davon sprechen, daß wir die Organisation «türken und die zionistische Propaganda befestigen müssen, so beweise das, daß wir glauben, wir begeben uns in eine gefährliche Lage und müßten uns sichern. Das glaube ich nicht, loh muß allerdings zugeben: gerade well wir jetzt in Partnerschaft mit Niditzionistsn kommen, müssen wir Unsere eigenen Kräfte und unsere eigene Zukunft schützen. Daher ist cs schon aus Loyalität gegen die Nichtzionisten wichtig zu frag««: wie steht es mit der Zionistischen Organisation und mit der zionistischen Propaganda? Die zionistische Arbeit der Organisation besteht au» zwei Teilen: der Organisation und Propaganda. Man darf die beiden Telle nicht Voneinander trennen, das eine hängt von dem anderen ab, Wenn wir eine schwache Organisation haben, ist cs unmöglich, eine gute Propaganda zu leiten und eine richtige zionistische Atmosphäre zu schaffen, und umgekehrt. Betreiben wir nicht genügend zionistische Propaganda, dann können wir keine starke Organisation haben. Alle müssen gestehen, daß wir auf diesem Gebiete zu wenig getan haben. Ich will besonders erwähnen, was ich meinen englischen Freunden noch lange vor der Gründung (1er Agency bemerkt habe. Vor sechs Jahreit warnte ich meine zionistischen Freund«, sich nicht ganz der praktischen Arbeit hinzugeben. Und m vergessen, daß die praktische Arbeit, das Erreichen des Geldes, die Tätigkeit für die Fonds, für den Keren llaejssod und Keren Kajemeth, davon abhanden, wieviel zionistisches Wissen und wieviel zionlstisehen Enthusiasmus es im jüdischen Leben gibt. Ich hoffe, daß eine Zeit kommen wird, in der der Unterschied zwischen Zionisten und Nichlziordsten verwischt wird, nur müssen wir uns sehr davor hüten, daß nicht der zionistische Teil Verwischt wird. Wir sind daher zu dem Beschluß'gelangt, daß man jetzt, obzwar es spät ist, in London ein Departement für zionistische Propaganda in der ganzen Welt eröffnen soll. Es ist selbstverständlich verfrüht, über technische Fra* gen zu reden. Ich möchte aber einige Prinzipien berühren. Die Juden leben heute in anderen Ländern, sie leben unter anderen politischen und ökonomischen Bedingungen als vor dom Kriege. Alle Methoden der Arbeit in der Propaganda müssen den Bedingungen der heutigen Zeit angepaßt werden. Das Leben ist anders im Westen als im Osten, in dem einen Lande als in dem anderen Lande. Wir Zionisten haben zwei große Fehler begangen. Wir haben uns gegen die sefardischen Juden vergangen, upd wir haben uns so auch gegen die Juden vergangen, die in den Ländern des engl isehen Sprachgebietes wohnen. Heute früh hat Dr. Kuppln erklärt, daß fünf Millionen Juden in den Ländern des englischen Sprachgebietes wohnen, und diese fünf Millionen Juden ich werde nicht behaupten, daß sie klüger sind — sind aber bemittelter und haben mehr Möglichkeiten, für Palästina zu arbeiten. Diese Juden hat man in bezug auf zionistische Propaganda fast ganz vernachlässigt. Wir schlagen daher vor, daß man in dem neuen Propaganda-Departement vier Propagnndatypon in Betracht nimmt: erstens für Juden, die in Ländern leben, wo man Jüdisch öder Hebräisch sprechen kann, zweitens Mitteleuropa, wo man Deutsch spricht, und wo Juden mit deutscher Psychologie leben, drittens die l.änder des britischen Imperiums und Amerika, viertens die Sfardim, Jetzt komme ich zu der zweiten Frage, der der h e b r ä i - sehen Sprache. Ich spreche nicht über das Problem von Tarbuth, da das AktionS-Comite beschlossen hat, auf diesem Kongreß einen Speziellen Bericht zu hören, den Herr Grünbäum erstatten wird. Die Exekutive wird selbstverständlich ihre Meinung über die verschiedene« Vorschläge, die erstattet Werde«, äußern, Ich spreche nicht über die hebräischen Tages» schulen in soldien Länderm in denen man die Kinder iii hebrätschen* Geiste erziehen kan», sondern Vobc Hebräisch als einem Teil der zionistischen Propaganda. Wir haben das sehr stark vernachlässigt, Man schreibt in der hebräischen Presse sehr viel darüber, daß wenig Hebräisch gelesen wird. leb glaube, daß gerade heule viel mehr Juden vorhanden sind als vor dreißig Jahren, die Hebräisch verstehen und lesen könncn. (Lebhafter Beifall.) Wir Zionisten müssen die Frage des Hebräischen seihst ernst nehmen Und ich glaube, daß vielleicht auch schon ein Wort Hebräisch, das von Westjuden und besonders von ihren Kindern gelernt wird, einen nationalen Wert für uns hat. Und nach meiner Erfahrung über die Propaganda in den westlichen Ländern ist es klar, daß eine hebräische Bede, ein hebräisches Lied oder ein Theaterstück eihe große propagandistische Bedeutung haben. Die Exekutive muß diese Bestrebungen unterstützen Und Maßnahmen treffen, damit das Hebräische in der ganzen Welt seinen richtigen Platz erhalte, nicht nur als Unterrichtssprache, sondern auch in unserer zionistischen Propaganda. Ich will ferner daran erinnern, daß unsere Propaganda besonders in einem Teil der Bewegung an einer Sache leidet. Ich muß meinen Freunden von der Linken das Kompliment machen, daß die Propaganda, die sie in ihrer Partei treiben, ganz palästino-zentrisch ist. Die jungen Menschen bereiten sich nicht darauf vor, für Erez-Israel zu arbeiten, sondern darauf, in Erez-Israel zu arbeiten. Dasselbe gilt auch für den Misrachi. Wir allgemeinen Zionisten haben in dieser Be- Ziehung noch wenig getan. Ich möchte schon gerne die Zeit seheh, in der wir Von der Mitte fluch ein Budget für unsere Institutionen und für die Einwanderung unserer Chaluzim brauchen. Und jetzt komme ich Zürn letzten Punkt in bezug auf Propaganda, Wenn Wir das jüdische Leben betrachten, stelle ich ein Schema auf, nach dem es fünf Arten von Juden gibt: den Juden, der ein allgemeiner Zionist werden kann, wenn man ihn bearbeitet, und von denen viele jetzt Nichtzionisten heißen. Dann haben wir den Typus des Juden, aus dem ein Misrachist wird, wenn man ihn bearbeitet, und jenen, der ein Anhänger der Poale-Zion oder der Hitachduth wird, was, wie ich glaube, bald dasselbe sein wird. (Beifall.) Aber das ist nicht alles. Weiter rechte gibt öS eine große Masse von Juden, die wir nicht das Glück gehabt haben, mit dem Geiste unserer nationalen Idee zu befruchten. Und weit links ist eine große Masse von Juden, auf die wir keinen Einfluß gehabt haben. Einige sind in unsere linken Parteien gekommen, aber die große Masse fehlt. Und sie bekämpfen uns von beiden Seiten. Wenn man in ein Land wie Polen kommt, versteht man, wie wichtig eS ist, zu berücksichtigen, daß es fünf und nicht drei Kategorien von Juden in bezug auf Erez-Israel gibt. Die Revolution, die wir Zionisten in das jüdische Leben gebracht haben, besteht nicht nur in der Schaffung einer jüdisehen nationalen Heimstätte in Erez-Israel (das ist »ur ein Teil und gerade jener, den die Nichtziopisten akzeptieren wollen), sondern Hoch in etwas Zweitem. Diese Revolution war egen die Strömung des 19. Jahrhunderts gerichtet, das jüische Leben in Stücke zu zerbreche«, aus den Juden nicht ein jüdisches Volk, sondern englische, deutsche Und russische Juden zu machen, die einander angefeindet haben. Diese Strömung hat der Zionismus bekämpfen wollen und bekämpft und unsere Aufgabe ist gewesen und bleibt: aus dem jüdischen Leben ein Leben, ans dem jüdischen Volk ein Volk zu machen. (Lebhafter Beifall.) Die nächste Frage ist die Frage der Organisation. Als ich mehr in die zionistische Arbeit hinein kam, beim ersten Kongreß nach dem Kriege, da habe ich gestaunt und mich gefragt: ist das eine Organisation mit verschiedenen Teilen, oder sind es verschiedene Organisationen, die einmal in zwei Jahren Zusammenkommen, um miteinander zu kämpfen? ln der letzten Periode ist es etwas besser geworden. Vielleicht nicht in Warschau, aber in London (Heiterkeit), weil wir über- Nr. C legt hab gehen t nicht ge nisch, sc daß die die Flüg ganda v׳ außerhal zu treffi geschaff! ganisato: wendig, sation e! Teile d! müssen t ere s s fragen, י machen, tragt wii lieh ist, schlosse! daß nich nisten, t zwei Ja kämpfen, Zionistei die Mög seine Ge menbind( den. Ge: lichung s die Nich die Untei die jüdi! Idee v׳er! Macht u Exekutiv Organisa Orte ges Zwei men. 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