Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 59 (30.7.1929)
- Date
- 1929-07-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 378 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 59, 30. VII. 1929 scn, die Begleiterscheinungen lebendigen Schaffens und Waß־ens, es können werden. Aber wir empfandet! mit Schmerz, daß wir der Krise schneller und sicherer Herr geworden wären, wenn wir mehr Mittel und Kräfte zur Verfügung gehabt hitten. In den letzten zwei Jahren hat sich die Lage aufgebellt und wir haben mit Freude vernommen, daß der High Commlt• sioner für Palästina vor der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes kürzlich erklären konnte, daß die Zeit des Ucberschusses der Auswanderung beendet ist und eine Zeit der Einwanderung beginnt. Wir haben wieder Eta- Wanderungszertifikate verteilen können an unsere Chaluzim, die in Treue und Disziplin während der schweren Jahre der Einwanderungssperre ausgeharrt haben. Die Lage in Palästina hat sicli grundlegend gebessert. Wir haben in der letzten Zeit besonders eine Entfaltung des privaten Unternehmungsgeistes m verzeichnen. Aber auch unsere nationale Kolonisation hat Fortschritte gemacht und steht zum Teil bereits auf eigenen Füßen. Der Kongreß wird über alle diese Zweige der Aufbauarbeit Berichte hören und sich mit den damit zusammenhängenden Problemen zu beschäftigen haben. Die Erweiterung unserer Kräfte und unserer Möglichkeiten durch den Eintritt neuer Kreise in die Agency müssen wir benutzen, um ein Arbeitsprogramm für mehrere Jahre aufzusfellen, nach dem wir die Basis unserer Kolonisation in Stadt und Land systematisch und im schnelleren Tempo verbreitern können. Wir sind erfüllt von neuen Impulsen una Hoffnungen; aber ebenso wenig, wie wir vor zwei Jahren uns dem Pessimismus ergeben haben, werden wir uns jetzt von übertriebenem Optimismus leiten lassen. Wir vertrauen unserem Enthusiasmus, aber wir sehen alle Realitäten, und unsere Politik zielt dahin, im Ringen mit diesen Realitäten die Oberhand zu behalten. Geehrter Kongreß! In unserer Aufbauarbeit stehen wir unter dem Schutz der Mandatarmacht, mit der uns wie bisher Bande des Vertrauens und des Verständnisses verknüpfen, wenn wir auch gar manches an ihrer Politik auszusetzen haben. Wir haben auch in der öffentlichen Meinung der Welt viele neue Freunde gewonnen. Es gibt eine große Zahl interessierter Persönlichkeiten, die durch eigenen Augenschein in Palästlna unsere Sache bejahen lernen. Diese freundliche Atmo- Sphäre wirkt auch über in die politische Welt und auch die Kreise des Völkerbundes sind von ihr berührt. An einer anderen Stelle wird sich noch Gelegenheit bieten, ausführlicher auf die politische Lage einzugehen. In der letzten Kongreßperiode sind verschiedene bedauerliche Zwischenfälle geschehen, die Mißverständnisse zur Folge hatten über unsere Auffassung der Frage der Heiligen Stätten. Wenn der jüdische Gottesdienst vor der uns heiligen Klagem au eז gestört wurde, so ist die heftige Entrüstung der judisehen Welt eine natürliche Reaktion. Wir haben klargemacht, daß wir eine Verletzung unseres Rechtes auf Andachtsübung nicht hinnehmen können. Zugleich aber wiederholen wir, was wir häufig erklärt haben, daß uns nichts weniger in den Sinn kommt als eine Antastung der religiösen Rechte oder Heiligen Stätten anderer Konfessionen. Wir werden es stets als Ehrensache betrachten, diese fremden Rechte heilig zu halten. Wir bedauern auch, daß diese Affäre Anlaß gegeben hat zu einer akuten Mißstimmung zwischen uns und den mohammedanischen Mitbürgern in Palästina. Wir sind überzeugt, daß die Quellen dieser Konflikte sich beseitigen lassen und wollen unsererseits alles tun, um in dieser und anderen Fragen eine Verständigung mit den Arabern Palästinas herbeizuführen. Geehrter Kongreß! Unsere Organisation steht bereits in ihrem vierten Jahrzehnt. Wir haben in dieser Organisation uns ein Instrument unseres Willens geschaffen, das erste politische Werkzeug des jüdischen Volkes seit zweitausend Jahren. Aber wir vergessen niemals, daß die jeweilige Form dieser Organisation eben nur ein Instrument ist und nicht Selbstzweck. Einer Bewegung wie der unseren droht nur eine Oefahr: die Gefahr der Veralterung der Formen, die Gefahr, statt Herr über die selbst geschaffene Struktur zu sein, ihr willenloser Diener zu werden. Die Erweiterung der Jewish Agency schafft neue Organe innerhalb unseres zionistischen Gesichtskreises. Wir wünschen und hoffen, daß der Geist des Zionismus, die Leidenschaft des Dranges nach jüdischer Wiedergeburt, m immer intensiverem Erfassen der mit Palästina verbundenen Juden führen wird, und daß, unabhängig von den Fesseln der äußeren organisatorischen Struktur, sich eine elementare Kraft entwickeln wird, die dem Aufbau Zions dient. Darauf sollen wir bewußt und verantwortungsvoll hinarbeiten. Geehrter Kongreß! Unsere Bewegung ist der klarste Ausdruck des Erwachens der jüdischen Seele, das sich im^ letzten halben Jahrhundert vollzogen hat. Mit brennender Schärfe empfinden wir die Verantwortung für das ganze Volk. Die Botschaft des Zionismus ist noch lange nicht in jedes jüdische Heim, in jede jüdische Hütte gedrungen. Noch immer dient ein großer Teil unserer Jugend fremden Göttern in verschiedener Gestalt. Wir waren in den letzten Jahren ausschließlich konzentriert auf die praktische Arbeit in Palästina. Heute, wo eine neue Generation herangewachsen ist, empfinden wir, daß es an der Zeit ist, den Zionismus mit erneuter Hingebung als eine Sache der sittlichen E n t s c h e id u n g vor die jüdische Welt zu bringen. Nach dem, was wir bereits erreicht haben, hat die Entscheidung für oder gegen ׳•las Palästinaprogramm an Schärfe verloren. Worauf es ankommt, ist die Gewinnung der Juden für die Entscheidung zu ihrer nationalen Ve r a n t w 0 r t u n g. Der Zionismus ist der Wille, ein neues Judentum zu schäften, er isrdie innere Wiederaufrichtung der jüdischen Seele. Nicht auf die Nachalimung von Formen und Gedanken der nationalen Bewegungen anderer Völker kommt e$ an, sondern auf das Sich-Selbst-Wiederfinden als Jude, die Wiederherstellung der jüdischen Kontimiität. Aus diesem Grunde muß die Kulturarbeit, das ist der Kampf um die Seele unserer Jugend, in Zukunft einen noch größeren Platz bei uns einnehmen als bisher. Wir haben Anfange bedeutsamer Art in Palästina, die Entwicklung unserer Universität ist verheißungsvoll, die hebräische Sprache ist dank der aufopfernden Tätigkeit des hebräischen Lehrers zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Aber all dies genügt nicht, es sind erst die Voraussetzungen für ein wirkliches kulturelles Wirken und Schaffen. Aus einer Verbindung Palästinas und des Gallith können wir Wertvolles erwarten; der Zionismus muß dem jüdischen Volk nicht nur ein nationales, sondern ein menschliches Ideal geben. Wir glauben, daß heute wieder Tausende jüdischer Menschen, die der Judenfrage Inne geworden sind, und aus dem Chaos ihrer Seele keinen Ausweg finden, auf uns blicken und von diesem Kongreß ein neues Wort erwarten. Die Befürchtung, daß durch die Erweiterung der Jewish Agency die Zionistische Organisation überflüssig wird, scheint mir kleinmütig. Der Zionismus hat niemals Garantien seines Bestandes gehabt, er war stets ein großes Wagnis, seine einzige Stütze der feste Glaube der Getreuen, Wenn unser Geist stark ist, dann wird aus jeder äußeren Veränderung der Zionismus bereichert und gestählt hervargehen. Möge dieser Kongreß durch seinen würdigen Verlauf und durch den Ernst seiner Verhandlungen uns dieses große Gefühl der Selbstsicherheit geben, auf dem jedes Monistische Wirken beruht! Ich erküre den XVI. Zionistenkongreß für eröffnet, (Stürmischer Beifall und lange andauernde Ovationen.) * Nach Weizmanns Rede hält zunächst Herr Sok01 ow seine Gedenkrede für Theodor Hertel, über die wir noch berichten werden. Es folgen die Begrü- Bungen. Nach dem Repräsentanten der Schweizer Beh ö r d e spricht derenglischeOesandte und sodann der stellvertretende Generalsekretär des Völkerbundes Exzellenz Albert Dufour-Feroncc, dann ein Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes, der die Begrüßung von dessen Leiter Albert Thomas vorliest. Eine besondere Ovation wird Prof. Warburg dargebracht, dem Dr. Weizmann zum siebzigsten Geburtstag die Glückwünsche des Kongresses ausspricht. * Zürich, Montag mittag (telephonisch). Montag vormittag begannen die eigentlichen Verhandlungen des Kongresses. Leider muß die äußere Organisation als recht mißglückt angesehen werden. Die Räum- Iichkeiten erwiesen sich als viel zu eng- Schon in den Vorräumen herrscht ein fürchterliches Gedränge. Viele Besucher, darunter sehr wichtige, konnten keinen Einlaß finden. Im Saal selbst sitzen Delegierte, Gäste und Presse- Vertreter dicht aneinandergedrängt ohne Tische oder eine andere Schreibmöglichkeit. Zu Beginn der Sitzung wird die Wahl des Kongreß- Präsidiums vorgenommen. Zum Präsidenten des Kongresses wird S 0 k o I o w gewählt, zu Vizepräsidenten die Herren Motzkin, Ussischkin, Dr. Reich, Rabbi Berlin, Farbstein, Sprinzak, Ben Gurion, Soskin. Sodann erstattet Gronemann den Bericht des Kongreßgerichtes, wonach der Kongreß 322 Mitglieder zählt, davon 60 Mit* glieder des Aktions-Comics, 8 Mitglieder der Exekutive und 254 Gewählte. Sodann erstattet Dr. Ruppin sein großes Referat. Er weist zunächst auf die Lage des Judentums in den letzten drei Jahrzehnten hin. Als positive Elemente bezeichnet er die numerische und wirtschaftliche Erstarkung, ais negative die Lockerung des Zusammengehörigkeitsgefühls durch Assimilationserscheinungen. Als Mittel gegen den Zerfall kann nur das nationale Zentrum in Palästina dienen. Dieses muß mindestens eine Million Juden stark sein. Dieser Zustand kann in 20—30 Jahren erreicht werden. Auch dann werden die Juden in Paiästina keine Majorität bilden, aber wir müssen als unseren leitenden Gedanl A den aufstellen, daß nicht nur eine Nation in einem Lände als politisch herrschend anerkannt werden kann. Wir glauben, daß unter der Aegide de: Völkerbundes die Garantie geschaffen werden muß für ein Zusammenleben zweier Völker in Palästina, wobei die Zahlenfrage keine entscheidende politische Bedeutung hat. Uebergehend auf die wirtschaftlichen Probleme, betont der Redner die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Schichten der Bevölkerung, vor allein der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Er wiederholt auch seinen Vorschlag eines besonderen Kolonisationsfonds. Zum Schluß gab Dr. Ruppin einen Ausblick über die Wirkung des Nationalheimes auf das ganze Judentum. Nach Dr. Ruppin leitet Dr. Weizmann die politische Debatte ein mit einem Expose, das im wesentlichen die Gedanken wiedergibt, die bereits in der von Dr. Weizmann vor dem Kongreß veröffentlichten Kundgebung enthalten sind. Montag nachmittag werden Rosenblüth und Prof. Brodefsky ihre Referate erstatten. Die Tagesordnung I. Eröffnungssitzung. S o!1 n t a g , 28. J u I i, 4.30 Uhrnachmittags, 1. Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Ch. Weizmann. 2. Begrüßungen. 3. Gedenkrede anläßlich des 25. Todestages Theodor Herzls, N a h u m Sokolow, Präsident der Zionistischen Exekutive: ״Theodor Herzl und die Zionistische Organisation". H. Sitzung (Vormittagssltzung). M o n i a g , 29. 7., 9,30 U h r v o r m. b i s 1,30 U h r n a c 11 m. 4. Wahl des Kongreß Präsidiums. 5. Bericht des Kongreßgerichtes über das Ergebnis der Kongreßwahlen. Berichterstatter: Vorsitzender des Kongreß- Berichtes, Herr S. Gronemann. ö. Referat Dr. Arthur Ruppin: ״Die Bedeutung Palästinas für die Zukunft der Juden“. 7. Referat Dr. Chaim Weizmann: ״Rechenschaftsbericht und Programm". III. Sitzung (Nachmittagssitzung). Montag, 29. Juli, 3.30 bis 6.30 Uhr nachmittags. S. Wahl des Resolutions־Ausschusses. 9. Referat Felix Rosenblüth, Mitglied der Exekutive: ״Die Verfassung der Jewish Agency . 10. Referat Prof. Dr. S. Brodefsky, Mitglied der Exekutive:־ ״Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft“. IV, Sitzung (Abendsitzung). Montag, 29. Juli, 8.30 bis 113) Uhr abends. 12. Fortsetzung der Generaldebatte über die Referate zu 7״ 9. und 10. V. Sitzung (Vormittagssltzung). Dienstag, 30. 7., 10 Uhrvorm-bl» 1,30 Uhr nachm. 13. Nachruf des Präsidenten der Exekutive, Herrn Nahuui Sokolow, auf die seit dem letzten Kongreß verstorbenen Zionisten. 14. Wahl der Kongreß-Kommissionen. 15. Fortsetzung der Debatte über dte Mente zu 7., 9. und 1a VI. Sitzung (Nachmittagssitzung). Dienstag, 30. Juli, 3.30 bis 7 Uhr nachmittags 16. Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte über die Refcrate zu 7., 9. und 10. Am Dienstag abend treten die Kommissionen zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen. VII. Sitzung (Vormittagssltzung). Mittwoch,31.7..9.30Uhr vorm, bis 1,30 Uhr nachm. 17. Referat Harry Sacher, Mitglied der Exekutive: ״Die Pa- Ilstlna-Arbeit der Zionistischen Organisation“. 18. Referat Dr. Arthur Hantke, geachättsführenden Direktor* des Keren Hajessod: ״Aulgaben und Arbeitsprogramm des Keren Hajessod“. 19. Referat M. M. Ussischkin, Vorsitzenden des Direktorium* des Keren Kajemeth Lejisraoi: ״Erfolge und Aussichten des Keren Kajemeth“. 20. Debatte über die Referate zu 17 bis 19. VIII. Sitzung (Nachmittagssitzung). Mittwoch, 31. Juli, 3.30 bis 6.30 Uhrnachmittags. 21. Kommissionsbericht über die Verfassung der Jewish Agency und Abstimmung. Der Abend des Mittwoch bleibt für die Sitzungen der Kommissionen reserviert. IX. Sitzung (Vormittagssitzung). Donnerstag, 1. 8.,9,30 Uhr vorm, bis 1,30Uhr nachm. 22. Fortsetzung und Schluß der Debatte über die Referate zu 17 bis 19. Donnerstag nachmittag finden Kommissions-Sifzungen statt. Donnerstag abend finden wegen des Schweizerischen Nationalfeiertages (Bundesfest) keine Sitzungen statt, X. Sitzung (Vormittagssltzung). Freitag, 2. 8., 930 Uhr vorm, bis 1,30 Uhr nachm. 23. Berichte von Kommissionen. XI. Sitzung (Nachmittagssitzung). Freitag, 2. 8., 9,30 Uhr vorm, bis 1,30 Uhr nachm. 24. Berichte von Kommissionen. Sonnabend, den 3. August, finden Sitzungen der Kongreßgruppen und des Resolutions-Ausschusses statt. Sonntag, den 4. August, finden nur Sitzungen der Kommissionen statt. XII. Sitzung (Vormittagssltzung). Montag, 5. 8., 9,30 Uhr vorm, bis 1,36 Uhr nachm. 25. Referat Izchsk GrUnbaum: ״Aufgaben und Organisierung der hebräischen Kulturarbeit ln der Galuth“. 26. Debatte über das Referat zu 25. 27. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. XIII. Sitzung (Nachmittagssitzung). Montag, 5. August, 4 bis 12 Uhr nachmittags. 28. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. XIV. Sitzung (Vormittagssitzung). Dienstag, 6. 8., 10 Uhr vorm, bis 1,30 Uhr nachm. 29. Referat: ״Alijah und Hachscharah“. Referent wird noch bekanntgegeben. 30. Debatte über das Referat zu 29. 31. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. XV. Sitzung (Nachmittagssitzung). Dienstag, 6. August ,3.30 bis 8Uhrabends. 32. Berichte von Kommissionen und Abstimmungen. 33. Wahl der Exekutive, des Aktions-Comitfe, der zionistisehen Vertreter in der Jewish Agency, des Kongreßgerichtes. des Ehrengerichtes, des Kongreßanwaltes und der Revisoren. 34. Schluß des Kongresses. Die Allgemeinen Zionisten haben gestern Abraham Goldberg (Amerika) zum Vorsitzenden ihrer Fraktion gewählt. Das Programm der Council-Eröflnung In der feierlichen Eröffnungssitzung der ersten Tagung des Council der Jewish Agency, die am 11. August in Zürich stattfindet, werden voraussichtlich die folgenden Persönlichkeiten das Wort ergreifen: Professor Albert Einstein, Lord Melchett, Sir Herbert Samuel, O. E. d’Avigdor Goldsmld, Leon Blum, Louis M a r s!1 a 11, Felix M. Warburg, Oscar Wassermann, M. Dreyfus-Brodsky, Dr. Chaim Weizmann, Nahum Soke■ 1 0 w und Rabbi U z 1 e 1. Man hofft, daß es dem Dichter Bia 1 i k, an dem vor einigen Tagen in Berlin •ine erfolgreich verlaufene Operation vorgenommen wurde, möglich werden wird, in der Eröffnungssitzung des Council der Agency eine Ansprache zu halten. ♦ Die Föderation der jüdischen Gemeinden 11 a I i e n s hat Commandore Federico Ja rach, den Präsidenten des italienischen Metallurgischen Verbandes und der Lombard Industrie Union, zum Vertreter des italienischen Judentums in der Jewish Agency gewählt. Stelllvertreter ist der Professor der Universität Rom, Rlccardo Bacchi. Das jüdische Kullusgesetz in Rumänien Bukarest, Juli. (J. T. A•) Die rumänische Kammer hat mit großer Stimmenmehrheit den von der Regierung unterbreiteten Gesetzentwurf betreffend die Organisation der jüdischen Kultusgemeindc angenommen. Gegen den Regierongaentwnrf stimmten sämtliche jüdischen Abgeordneten, auch diejenigen, die der Regierungspartei (Nationalzaranisten) angehören? ferner die Sozialdemokraten, die Deutschen und eipzelne Abgeordnete anderer Gruppen- Der Beschluß der Kammer bat unter der jüdischen Bevölkerung, die den Regierungsentwurf als Mittel zur Zerstörung der jüdischen Gemeinde betrachtet, große Erregung hervorgerufen. Es besteht die Entschlossenheit, den Kampf gegen das Gesetz weiterzuführen. Oie Bauarbeilen an der Klagemauer Jerusalem, 24. Juli. (J.T.A.) Der Distriktskommissar von Jerusalem teilte dem Oberrabbiner Kuk brieflich mit, daß nach Meinung der juristischen Beamten der Regierung die Moslems ein Recht haben, die begonnenen Bauarbeiten an der Kiagematter welterzuf Abrea,