Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 57-58 (25.7.1929)
- Date
- 1929-07-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 57/58, 25. VH. 1929 J U E DI SC H E RUNDSCHAU Seite 375 Tod durch Hunger, Schmutz und Seuchen in der eigenen Armee. Dazu kam die entehrende und menschenunwürdige Behandlung. Gegen dieses alles gab es ein Mittel: das Losegeld, das die Regierung statt des Lebens anmahm. Diese ziemlich hohe Summe für Militärpflichtige aufzubringen, waren die jüdischen Institutionen ständig und häufig vergeblich bemüht. Diese Aufgabe erschöpfte die finanziellen Kräfte nicht weniger als der Warenmangel und die Teuerung. In dieser schweren Lage konnten die Zionisten keineswegs auf die Unterstützung und die Solidarität aller palästinensischen Juden rechnen. Der Weltkrieg begann während des Sprachenkampfes, der die europäischen Juden Palästinas in zwei Lager spaltete. Jene, die auf der Seite des deutschen Hilfsvereins gestanden hatten, sahen jetzt bessere Tage und erfreuten sich der deutschen Protektion, die in der Türke! so mächtig war. Und so vergiftet war die Atmosphäre, daß die Zionisten ihre Gegner verdächtigten, an den Verfolgungen durch die Regierung Schuld zu tragen, daß man ständig Denunziationen von Juden gegen Juden fürchtete. Auch unter den Zionisten war die Stimmung oft gereizt. Der Einfluß, den die zionistischen Beamten durch die Verteilung der amerikanischen Hilfsgelder erlangten, wurde von vielen ehrenamtlich tätigen Zionisten, deren Einfluß in dieser Zeit der Mittellosigkeit natürlich sank, gern gesehen. Man darf den nächsten drei Bänden dieser interessanten Publikation mit Spannung entgegensehen. Erfreulich berührt die offene Art der Herausgabe, die nicht die Notwendigkeit umgeht, die Namen Lebender selbst in unerfreulichen Zusammeiiliängen zu nennen, wo der Name allein ein gutes Verstehen der Situation ermöglicht. Nur an ganz wenigen Stellen sind Namen ausgelassen worden. Sehr interessant muß die Geschichte des Tagebuch- Manuskriptes sein, über die die Einleitung leidep nicht berichtet. In einer Zeit, wo Haussuchungen an der Tagesordnung waren, war ein solch« Tagebuch eine Bombe im Hause, besonders, da der Verfasser wegen seiner öffentlichen Wirksamkeit als verdächtlge Person galt. Nicht nur ihn selbst hätte die Auffindung des Tagebuches gefährdet, sondern auch viele andere mit ihm, deren Aeußerungen, Ansichten und Taten er mitteilt. Die Führung und der Besitz dieses Tagebuches, so tollkühn sie dem Betrachter erscheinen müssen, legen Zeugnis ab von einem Gefühl der Verpflichtung zur Chronik, das dem Verfasser hohen Mut eingab und ihn Gefahren nicht scheuen ließ. Escha Scholem. Bilschowskys ״Gotthe“ Es ist vielleicht auch charakteristisch für die geistige Stellung und Funktion der Juden in Deutschland, daß die erste große Goethe-Biographie, geradezu die klassische Darstellung Goethes, von einem Juden stammt. Albert Bilschowskys berühmtes Werk hat 30 Jahre lang ganzen Generationen den Zugang zu Goethes Leben erschlossen. Inzwischen sind, besonders in den letzten Jahren, wieder eine ganze Reihe von Büchern über Goethe erschienen, darunter auch von so verschiedenartigen Juden wie Emil Ludwig, Simmel und schließlich Gundolf. Diese Bücher aber* waren für Goethe k e n n 0 r , sie setzten das Leben Goethes als bekannt voraus, und derjenige, dar sieb über das Biographische unterrichten wollte, war immer wieder genötigt, zu Bilschowsky zurückzugreifen, weil dort, das Tats»sfceju8?ltr!*J Jgi «shöpstec.. Zuverlässigkeit. ,j!n4. ,S*«hltcMtcit geboten War. Aber di» Wertung des Lebens' und des Sichtorischen Schaffens war etwas veraltet. Nun hat Walter Linden eiho völlige Umarbeitung des Buches vor genommen, d.« nun ״B i 1 - schowsky-Linden" heißt (Verkg Beck, München, 25 RAI.). Neben dem mehr philologisch-historischen finden sich nun auch alle die modernen Neuwertungen, di# seither an der Persönlichkeit, des Dichters und an seinen Werken vollzogen sind. Mehr als ein Drittel des Buches ist von Walther Linden neu geschrieben, z. B. dio Kapitel ״Goethe als Naturforscher*', (das ursprünglich von Prof. Sal. Kaliseher stammte), und ״Goethes Faust“, film weitaus größten Teile neu sind! ״Goethes Lyrik“, ״Pandora“, ״Wahlverwandtschaften“, ״Wilhelm Meister“ und ,,Hermann und Dorothea“. Alle ander« dichterisch und weltanschaulich gerichteten Kapitel sind mehr oder weniger urngearbeitet worden. Für diese neue Ausgabe, die das Bild Goethes für viele neu erschließen wird, kann man dem Verlag dankbar sein. Es ist ein schönes Geschenkwerk besonders für dio Jugend. (Bar Miswah!) Kleb» Nachrichten Soeben erschien im Verlag Reuther & Reichardt eine Abhandiung von Siegfried Ucko ״Der Gottesbegriff in der Philosophie Hermann Cohens“. Der Verfasser studierte auch längere Zeit an der hebräischen Universität Jerusalem, Wir werden auf die Schrift noch *urückkommen. Das Zentralbüro der Zionistischen Organisation in London gibt eine Broschüre ״Judenfrage und Zionismus“ von Felix weltsch heraus. Die Arbeit behandelt in Form eines Dia• foges die Hauptargumente der zionistischen Ideologie und wurde In dem von der Exekutive veranstalteten Wettbewerb preisgekrönt Dr. Eduard Lederer, der unter dem Pseudonym Leda bekannte tschechojüdische Dichter, beging am 15. Juli seinen 75. Geburtstag. Dr. Lederer ist ein«• der Vorkämpfer der tschechojüdischen assimilatorischen Bewegung. Er schrieb mehrere Dramen, darunter auch ein biblisches Spiel, sowie ein frößeres Werk in zwei Bänden über ״Judentum und Judeneit“. Lederer war vor dem Krieg in Palästina und war stark beeindruckt von der jüdischen Aufbauarbeit. Der vom Züricher Kongreß der jüdischen Minderheiten eingesetzte Rat zum Schutze der Rechte der jüdischen Minderheiten in den verschiedenen Lindern (Leitung Leo Motzkin) hat dem rumänischen Gesandten in Paris einen Protest gegen die Oktroyierung des jüdischen Gemeindegesetzes überreicht. Vom Brith Schalom. Der Brith Schalem beabsichtigt, in Zürich anläßlich des Zionistenkongresses eine Konferenz aller anwesenden Freunde zu veranstalten, bei der die künftige Organisation der Tätigkeit der Vereinigung in Palästina und im Galuth besprochen werden solL Ute Vereinigung bezweckt bekanntlich statutengemäß, ״einen Weg zu bahnen für eine Verständigung Zwischen Juden und Arabern durch Schaffung von Formen gemeinsamen Lebens in Palästina, auf der Grundlage völliger politischer Gleichberechtigung der beiden Nationen, weitgehender Autonomie und gemeinsamer Arbeit an der Entwicklung des Landes“. Interessenten für diese Konferenz werden gebeten, sieb zu melden durch eine Zuschrift an Dr. Georg Landauer, Zürich, Postamt des XVI. Zionistenkongresses. — Soeben erschien in Jerusalem das dritte Heit der Publikation der Vereinigung ,,Scheifotenu“ (hebräisch) mit Beiträgen von Hugo Bergmann, Rabbi Benjamin, Josef Lurie, Manja Schochat, Robert weltsch u. a. Das Heft kann für 60 Pfg. durch die Jüdische Rundschau, Berlin W. 15, Meinekestr. 10, bezogen werden (zusammen mit Hflft 2 Mk. 1»—, Heft 1 ist gänzlich vergriffen). Frankfurter Brief Von unserem Berichterstatter. Die Arbeit der Frankfurter Zionistischen Vereinigung und aller Sondergruppen erhielt in den Monaten Mai und Juni ihr Gepräge vor allem durch die Vorbereitung der Kongreßwählen. In der Tat wurde der Wahlkampf hier in Frankfurt mit einer besonderen Intensität geführt. Nicht weniger als sechs;roß« Wahlversammlungen fanden statt, ganz abgesehen von en Wahlversammlungen innerhalb von Jugendorganisationen. Die Ortsgruppe hatte bereits vor Monaten beschlossen, den Wahlkampf dadurch zu neutralisieren, daß ln Ihrem Rahmen den verschiedenen Fraktionen je ein Abend zur Verfiigung gestellt werde — mit Ausnahme des letzten Abends NX/ELTV DAND Versammlungen war von einer strikten Neutralität, und aas Niveau der einzelnen Abende war durchaus angemessen. Es sprachen hier in Frankfurt die Herren Dr. Bileski, Glaser, Dr. Go 1 d m a n n, Dr. v. W e i s 1, Alex Adler, Rabbiner Dr. Hoffmann, Dr. Landauer, Kurt Blumenfeld, abgesehen von den Frankfurter Diskussionsrednern in erster Linie den Herren Dr. Arnsberg, Dränger, Dr. Millner, Rechtsanwalt Simon. Im ganzen wurden ca. 1500 Menschen durch diese Wahlversammlungen erfaßt, deren größte, am Abend vor der Wahl, einberufen von der Gruppe der Allgemeinen Zionisten und der Hitachduth, von ca. 600 700 Menschen besucht war. An den Wahlen beteiligten sich eine größere Anzahl Mensehen, als bis zum Schekel-Ablieferungstermin Schekel verkauft worden waren. Es hat sich somit gezeigt, daß gerade in den letzten Tagen im Zusammenhang mit der Wahl-Agitation auch das Interesse für den Schekel-Verkauf gewachsen ist. Die Zahl der Wähler war in diesem Jahre doppelt so hoch als vor zwei Jahren. Es profitierten in erster Reihe die Gruppe der Radikalen, die vor zwei Jahren weniger als zehn Stimmen und diesmal 111 Stimmen aufzuweisen hatte, in zweiter Linie die Gruppe der Revisionisten, die ihre Wählerzahl ungefähr verdreifachte. Der Misrachi verdoppelte seine Stimmenzahl (321). Die Allgemeinen Zionisten nahmen dagegen nur um ca. 70 “/o zu und blieben mit insgesamt 140 Stimmen an zweiter Stelle in weitem Abstand hinter dem Misrachi. Allerdings ist zu bedenken, daß vor zwei Jahren die Hitachduth kein« Wähler zählen konnte, während sie diesmal ca. 26 Anhänger hatte. - jedoch ist die Feststellung nötig, daß in außerordentlich beträchtlichem Maße organi■ sierte Zionisten nicht gewählt haben, während nicht orfanisierte Zionisten, Schekelzahler, ihre Stimmen abgeben. Bei em heutigen Wahlsystem wird sich dieser Zustand schwer ändern lassen, aber alles drängt auf eine Aenderung dieses bisherigen Systems. Die Frankfurter Zionistische Vereinigung hat auch beschlossen, in jedem Falle zu versuchen, die ״Schekel- Wähler“ für die Organisation zu gewinnen, um auf diese Weise auch festzustellen, wieweit diese ein wirkliches Interesse an der zionistischen Organisation haben oder wieweit sie nur aus 1rgendwelchen peripheren Anlässen zur Wahlurne gekommen sind. Am 10. Juni fand eine Herzl-Gedenkfeier statt, bei der Rabbiner Dr. Emil Cohn die Festrede vor dem vollen Logensaale hielt. Das Thema war: ״Palästina und die W e 11“. Der Redner versuchte, die Beziehungen zwischen beiden aufzuweisen und dabei eine Kritik des Nationalismus zu geben. Wieweit es angebracht ist, bei einer derartigen Gelegenheit dieses Problem zu erörtern, mag dahingestellt bleiben. Keinesfalls aber ist es am Platze, in der Form zu sprechen, wie Emil Cohn es — unerwarteterweise — getan hat: Man kann nicht ohne weiteres den bisherigen Zionismus und die Träger der praktischen Aufbauarbeit, die Chal u zi m dem chauvinistischen Nationalismus zurechnen, oh«e die Dinge in *ei« vollkommen falsches - Licht ׳» Tücke« und ohne damit der breiteren Oeffentlichkeit ein Bild vom Zionismus zu zeichnen, wie es wahrhaftig bei aller Anerkennung einer religiös iundierten Oegenposition nicht besteht. Die zionistische Ortsgruppe (auch die revisionistische Ortsgruppe) hat gegen diesen Vortrag in einer Resolution Stellung genommen. Im Laufe des Mai wurde die Generalversammlung der Frankfurter Zion. Vereinigung abgehallett, bei 3er Bericht über die vergangene Winterarbeit gegeben wurde und bei der auch die Entwicklung der Arbeit innerhalb der zionistischen Jugendfruppen festgestellt werden konnte. Für die nach dem Verältniswahl-System stattfindenden Vorstandswahlen war eine Einheitsliste aufgestellt worden, ein Zeichen der überwundenen sachlichen und personellen Schwierigkeiten. Der Vorstand wählte aus seiner Mitte, nachdem die Herren Dr. Arnsberg und Dr. Millner auf ihre Wiederwahl verzieht et hatten, die Herren Dr. Rosenblatt und Alfred Adler zu Vorsitzende« der Ortsgruppe. — Wir wollen hoffen, daß die Sommer-Monate dazu benutzt werden, ein entsprechendes Winterprogramm vorzubereiten. F. M. Aus der Keren Hajessod Arbeit Herr Dr. Adolf F r i e - d e m a n n - Amsterdam, der in den letzten zwei Jahren bereits mehrmals mit ausgezeichnetem Erfolg für den Deutschen Keren Hajessod gearbeitet hat, hat auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Herrn Max Tischler von Mitte Mai bis Mitte Juli eine Tournee durch Südwestdeutschland absolviert. Dr. Friedemann sprach in Mainz, Bensheim, Michelstadt, Bamberg, Heilbronn und Bingen. Die daran anschließenden Aktione« haben überall gute Resultate gezeitigt. Besonders erwähnenswert ist der mit U nterstützung der Herren Julius Wasserman«, Dr. Michael Wassermanttund Justizrat Dr. Wer- «er am 27. Juni veranstaltete Vortragsabend in Bamberg. Die daran anschließende Aktion war von einem außergewöhnliehen Erfolg begleitet. Ebenso erfreulich ist auch das Resultat in Bingen, wo zum erstenmal seit dem Bestehen des Keren Hajessod eine Aktion durchgeführt werden konnte. Die hier zu überwindenden Widerstände waren außerordentlich groß, doch gelang es Dr. Friedemann, die Veranstaltung zu einem wirklichen Erfolg zu machen. Bar K«ehba Berlin trägt sich zu 1. Male in die Siegerliste der Bratschen Meisterschaften ein Unsere Viererstaffel belegt den dritten Platz. Vom vergangenen Sonnabend bis Montag wurden in Breslau die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ausgrtragen. Der Bar Kochba Berlin hatte Bergmann zum 800 m Mallaufen sowie di« 4 X 100 tn- Staffel mit der Besetzung Gerber, Kurz I, Kurz II, Löwin gesandt. Bsrgmann konnte im Verlauf die hervorragend» Zeit von 1:55,ד orfielen und damit so gute Leute wio den mitteldeutschen Meister Güting, den Olympiakämpfer Tarnogrocki, Jacobs-Magdeburg, Boeselt-Breslau hinter sich lassen. In der Entscheidung belegte er den fünften Platz und erzielte dio hervorragende Zeit von 1:56,4. Unsere 4X100 m- Staffel belegte im Vor!,auf hinter Eintracht-Frankfurt den zweiten Platz und konnte in der Entscheidung hinter den beiden Weltrekordlaufenden Mannschaften des Sportklubs Charlotlenburg und der Ein-!rächt Frankfurt a. AI, den dritten Platz belogen. Die amtliche Zeit wurde mit t\‘2,a angegehegn, private Messungen »!gar des Verband- Sportlehrers ergaben aber /!r,7. Der Bar Kochba hat sich damit zum ersten Male in dio Siogerlislo der Deutschen Sportbehörde eingetragen, welches besonders bei der Siegerverkfmdigung von dem Vorsitzenden der Deutschen Sportbehörde erwähnt wurde. Neß. Bar Kochba. Hamburger Gaumoisterschaften. Bei den Hamburger Gau-Meisterschaften, die am Sonntag, dem 21. Juli igag, stattfanden, konnte der Hamburger Bar Kochba recht gute Erfolge erzielen. In der ft X 1(» m-Staffol für Herren gewannen die Blau-Weißen über- '«׳gen vor Barmbeck-Lhlenborst und Unitas in der gute« Zeit von 45.g Sek. In der Olympischen Staffel wurde Bar Kochba Zweiter, knapp geschlagen von Alslertlial. Im zoo m-Lauf für Herren wurdo Davidson 3., Zeit 11.8 Sek., Salomon 3., Zeit 11.9 Sek.300 m Herren: Davidson 233.8 ״ Sek., Salomon 3. Der 800 m-Lauf war der schärfste Kampf des Tages und konnte hier Simon den dritten Platz belegen in der Zeit von 3,05 Min. In der Konkurrenz für Jugendliche belegte Rothschild im 100 m-Lauf den zweiten Platz in 11.9 Sek. und 300 m den dritten Platz in 3g,4 Sek. Am Sonntag, dom 7. Juli, fand in Bad Kitfingen ein« Unterredung zwischen Herrn Ussischkin und Friedenthal vom Präsidium des Mokkabi-Wcllverbandes statt, bei der die Zusammenarbeit des Makkabi mit dem Keren Kajcineth besprochen wurde und bestimmte Pllne im Zusammenhang mit der Makkabiade 1g3a fettgelegt wurden. Aus den Gemeinden. Uns«■ Berichterstatter schreibt uns: In ״J. R." von* 17. Juli bestreitet die ״Vereinigung für das liberale Judentum“, was sie in der ״Jüd.-lib. Zeitung“ vom 17. Mai heuptet hatte: von der Synago^engemoinde Düsseldorf subventioniert »rden zu sein. Es bestand kein Grund, ihre eigene Behauptung für falsch zu halten. Zionistische Jugendkreis Nürnberg Gelegenheit, am Donnerstag, den 18. Juli, abends, im Hotel ״Deutscher Hof“ zu veranstalten. Das in Nürnberg statttindende 2. Bundesfest der Arbeitersportler sollte ca. 20 Mitglieder des Bar Kochba Köln mit dem Zionistischen Jugendkreis, dem Kadimah und der Jugendgruppe des Bar Kochba Nürnberg zu frohem Feiern zusammemühren. Der Zufall brachte es mit sich, daß eine Gruppe von 30 Chalurim, davon etwa 20 aus Palästina, auf der Durchreise vom Internationalen Jugendtag in Wien hier durchfuhr und an diesem Abend geschlossen teilnahm, so daß insgesamt etwa 100 Teilnehmer erschienen waren. Dr. Rudolf Liebstädter begrüßte die Erschienenen, besonders die Gäste aus Palästina. Dr. Meinhold Nuß bäum, Vorsitzender des Bayerischen Gruppenverbandes, gedachte des ״:>. Todestaget Theodor Herds in einer eindringlichen Ansprache, auf die die ״Hatikwah‘* folgte. Nach einer halbstündigen Pause, die mit Bewirtung der Gäste ausgefüllt war, ergriff Ben - Ascher, Palästina, das Wort und beleuchtete mit einigen Worten die gegenwärtige Situation in Palästina. Lebhafte Freude löste sein Urteil über die Bewährung der letzten Alijah deutscher Chaluzim aus. Unter den Palästinensern befand sich ein Mitglied der Arbeiterbühne ״Ohel“, Chawer Zwi, der einen Monolog aas Anatole France’s Roman ״Thais“ vorzüglieh rezitierte. Mit frohem Gesang und Horrahtanz wurde der improvisierte und so gut gelungene Abend beendet. Vermischtes Berlin. Am 17. Juli veranstalteten die ״Allgemeine« Jung- Zionisten“ in Liehtenberg eine WOTbeversammlung, di« auch von älteren sehr stark besucht wurde. Nachdem Simon Helfer die Ver- Sammlung eröffnet und begrüßt, hatte, legte er das Billigende des Zionismus dar und betonte das Kosmopolitische de* Zioasgedankens. Nach Simon Helfer sprach James Bemtersky Ober die imntarwfhrende Aktualität der Judenfrage. Mit einem Appell an die Jugend, sich d*»׳־,;Allgemeinen׳ JtmgrioniiW an raschließen und an dio älteren, der Zionistischen Organisation beizutreten, schloß Bendflttky seine wirkungsvollen Ausführungen. K. J. V. Stellenvermittlung. Wir suchen: Feriemrertreter für Aerzla und Zahnärzte in Berlin und Provinz. —• In einer Stadt Mitteldeutschlamls!'50 000 Einwohner) außerordentlich umfangreiche Arzt- Praxis mit allen verfügbaren Räumen für Klinik und Wohnung zu verkaufen. Geeignet für Allgemcin-Praktiker, Internisten oder Gynäiologen, evtl, auch Tausch gegen kleine Praxis, Auskunft erteilt das K.J.V. Die Buchhandlung ״Kedem“, Bariin-Gbarlottabtiig, Dahlmanrastraße 8, ist vom Büro des XY1. Zionistenkongresses in Zürich beauftragt worden, beim Kongreß eine Buchausstellung zu arrangioren. Die genannte Buchhandlung bringt die wichtigsten Erscheinungen der letzten Jahre auf den Gebieten der Judaica und Hebraica. Außerdem hat sie anläßlich des Kongresses einen neue» Judaica- Katalog herausgegeben. Ein hebräischer Katalog ist in Vorbereitung. ״Revue der Jugendpresse“. Als eine Sondernummer läßt die Redaktion dar von der Exekutiv« herausgegebeoe» Jugendrevue eine interessante EncruMe erscheinen, die die ziooistischea Jugendverbinde und ihm Zeitschriften betrifft. Es ist wohl seit Schluß des Krieges das erste Mal, daß der zionistischen Oeffentlichkeit «ne sorgfältige Zusammenstellung dieser Art übergeben wird. Neben der Angabe der Mitgliederzahl, der Landes- und Ortsgruppen der Verbände und der Verteilung auf die jeweiligen Altersstufe» sind dio zionistischen Jugendverbände durch konzentrierte programmatische Aeußerungen verirrten. 80 zieht, ein buntes Bild aller Schattierungen der zionistischen Jugend der Gegenwart an uns vorüber, was durch di« interessanten Daten über die Jugendzeitschriften und deren innerzionistische Richtung noch vervollkommnet wird. — Die Redaktion macht selbst auf Lücken aufmerksam und weist auf einen Nachtrag hin, den noch erscheinen wird und hoffen&idt dam» das interessante Material vervollständigen dürfte. SescUUIliehe Mitteilungen Unseren Lesern wird das Cafe Kutschers, Charlottenburg, Bismarckstraße 109, am Schillertheater, bestem empfohlen; sämtliche in- und ausllndische Zeitungen. Frankfurt a. M. Wir weisen unsere Frankfurter Leser darauf hin, daß dis bestbekannte Konditorei Rothschild, Bad II o rn bürg, jetzt, in Frankfurt a. M., Ecko Biobergass e-Rathe- »auplatz eine mit modernem Komfort ausgostatteta Filiale eröffnet. Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß die bekannte Kunstgewerbe stuhe Freudenthal, Breslau, während des Kongresses m Zürich eine Ausstellung veranstaltet. (Nähere» siehe Inserat.)