Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 53 (9.7.1929)
- Date
- 1929-07-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Alfred Philippson 1× ep/1026488
- Arthur Ruppin 1× ep/1011084
- Chaim Weizmann 1× ep/1009290
- Haifa 1× ep/1047930
- Harry Sacher 1× ep/1016901
- Ludwig Philippson 1× ep/1005814
- Martin Philippson 1× ep/1023177
- Meyer Weisgal 1× ep/1027597
- Nahum Sokolow 1× ep/1006352
- Narcisse Leven 1× ep/1013843
- Otto Warburg (Agrarbotaniker) 1× ep/1760108
- Pinchas Rosen 1× ep/1009386
- Theodor Herzl 1× ep/1007316
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Einzelnummer 0,33 Goldmerk JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmerk, vierteljährlich 5,75 Goldtnark. Au#UndMkonn«n«3i* w#rd«tj in d«nr WLhraag der eistxdtaen Linder berechnet. An**i***npfei*: 8 geep. NempareiUeirile 0,50 G-M. Stellengesache 0,25 G-M. Redaktion Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G.tn.b.H., BerlinWlS, Meinekestr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165—70. Poatseheek.Kanten: Berlin 173 92, Baeel V 9355, Beirr»■! 680 32 Brite•»! 394 33, Budepeet 596 93, Denrl* 1973. Heeg 140 470. Prag 99410 Straatburg 164 30, Werschau 190708. Wien 15603a Bank-Konten: DanrutSdter und Nadonalbenk, Depositen-Kaaee Bertis, KnrfArstendamm 52; Banca de Ent, Carsanti {Euminien); Angln Falaadna Ca. m Hella, Jerusalem, Tal-Aviv. Nummer 53 | Berlin, 9. VII. 1929 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. א׳ תמוז- תרס״ס | xxxiv. jahrg. Per Zionismus erstrebt fflr das Jüdische Vom die Schaffung einer Öffentlich. rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baselar Programm,“ Die Tagesordnung des Kongresses ln aller Kürze ־ Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, wird der Völkerbund bei der Eröffnung des XVI. Zionistenkongresses in Züricn durch den stellvertretenden Generalsekretär des Völkerbundes A. Dufour Feroncc und durch den Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Albert Thomas vertreten sein. Beide werden den Kongreß begrüßen. * Rabbi J 3 m e s G. Heller, Sohn des vor einigen Wochen verstorbenen führenden amerikanischen Zionisten Rabbi Maximilian Heller, wurde rum Präsidenten des Exekutivkomitees der Zionistischen Organisation Amerikas als Nachfolger von Eli hu David Stone gewählt. (Die ,,Exekutive“ der amerikanischett Zionisten ist das aus Delegierten des ganzen Landes bestellende Zentralkomitee.) Lipsky blieb Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, zu Vizepräsidenten wurden Morris Rothenberg, Richter William M. Lewis, Elihu D. Steine, Rabbi Abba Hille! Silver, Max Shulraan und Frau Archibald Silverman gewählt. Zum Sekretär wurde Meyer Weisgal, zum Schatzmeister Morris Weinberg, zum 2. Schatzmeister Harry Fierst gewählt. * Gemäß einem soeben veröffentlichten Bericht des Regierungsamtes für öffentliche Arbeiten wurden seit 1. April 1926 bis 31. Dezember 1927 insgesamt £ 879,077 in Palästina ausgegeben, davon ein Betrag von £ 474,97 t für außerordentliche Arbeiten zwecks Bekämpfung der Arbeitslosigkeif. ¥ Die Regierung genehmigte das Budget der Stadt- Verwaltung von Tel-Awiw für 1929, wie es in den in Jerusalem abgehaltenen Beratungen des Bürgermeisters Dizengoff mit dem Schatzmeister una dem Distriktskommissar bei Anwesenheit des Oberstaatsanwalts Bentivich festgesetzt worden war. * Das palästinensische Regierungsdenartement für Handel und Zölle hat Anfang Juni seine Uebersiedlung von Jerusalem nach Haifa vollzogen. ln Tel-Awiw fand die Eröffnungsfeier eines Kinder- Spielplatzes statt, der nach dem Vorbild der modernen amerikanischen Kinderspielplätze aus dem dafür bestimmten Ouggenheimer-Fönds wtefitet wurde.י Vorher wunden zwei Spielplätze in Jerusalem eingerichtet, die von jüdischen und arabischen Kindern gemeinsam benutzt werden. ' * Die Convention der amerikanischen Zionisten in Detroit faßte eine scharfe Protestresolution gegen die Verfolgung des Zionismus in Sowjet-Rußland und fordert die Administration auf, sofort bei der Regierung in Washington wegen Intervention vorstellig zu werden. * Bei der in D e t r o i t abgehaltenen Tagung der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner wurde beschlossen, ein neues Gebetbuch an Stelle des zuerst 1894 herausgegebenen und 1918 bis 1921 umgearbeiteten Gebetbuches für das Reformjudentum vorzubereiten. Zum Präsidenten der Zentralkonferenz wurde Rabbi David Lefkowitz aus Dallas, Texas (geboren in Eperjes, Slowakei), gewählt. Lady Oppenheimer, die Gattin des Parlamentsmitgliedes Sir Ernst Oppenheimer, eröffnete in der City Hall zu Johannisbürg das ״Land of Promise Fete“, welches die Aufbringung von 5000 Pfund für den Keren Kajemeth zum Ziele har. * Der Inhaber eines Sodawasserverkaufsstandes in Tel-Awiw erhielt von dem Gericht in Tel-Awiw die Aufforderung, seinen Stand zu räumen, weil er diesen am Sabbath offen hielt, obwohl «ine Bestimmung des Mietvertrages die Schließung an Sabbathtagen zur Bedingung macht. ¥ Nach längeren Verhandlungen zwischen der Zionistischen Exekutive und der Leitung der Hebräischen Universität hat die letztere eingewilligt, das landwirtschaftliche Museum in die Verwaltung zu übernehmen. (Ziko.) Der Präsident der ICA gestorben Paris, 8. Juli. (I. T. A.) Franz Philippson, der Präsident der Jewish Colonisation Association (ICA), ist am Sonntag, dem 7. Juli, in Paris wo er zu einer Tagung des Rates der ICA. aus Brüssel eingetroffen war, plötzlich verstorben. Er stand im 78. Lebensjahr. Franz Philippson wurde in Deutschland als der Sohn des Rabbiners Dr. Ludwig Philippson geboren. Er war ein Bruder des bekannten Geschichtsschreibers Professor Martin Philippson. Ein zweiter Bruder Franz Philippsons war der Geograph der Bonner Universität Professor Alfred Philippson. Franz Philippson, der noch in jungen Jahren nach Brüssel übersiedelte, schwang sich allmählich zu einen der führenden Finanzmänner Belgiens empor. Er wurde Präsident der Brüsseler jüdischen Gemeinde und ein Führer des belgischen Judentums. Seit Gründung der ICA. durch Baron Hirsch gehörte Franz Philippson der Leitung dieser Körperschaft an. unter dem ersten ICA.-Präsidenten Narcisse Leven fungierte Franz Philippson als Vizepräsident und seit dem Tode Levens vor etwa mehr als 20 Jahren war Philippson ununterbrochen Präsident der ICA״, die er streng nach althergebrachten Grundsatzen leitete, wodurch er die heftige Kritik der jüngeren jüdischen Generation heraufbeschwor. Erst in den letzten ahren wurde er modernen Grundsätzen zugänglich, und es onnte sich eine Zusammenarbeit mit anderen, aus der jüdisehen Masse direkt hervorgegangenen Organisationen und lnstitutionm anbahnen. Die Exekutive der Zionistischen Organisation veröffentlicht soeben die Tagesordnung des XVI. Zionistenkongresses. Der Kongreß wird am 2S. Juli ds. Js., nachmittags 4.30 Uhr im Stadttheater in Zürich durch eine Ansprache des Präsidenten der Organisation, Dr. Weizmann, eröffnet werden. In derselben Sitzung wird der Präsident der Exekutive, Sokolow, anläßlich des auf den Eröffnungstag fallenden 25. Todestag Theodor Herzl’s eine Gedenkrede: ״Theodor Herzl und die Zionistische Organisation“ halten. Die Tagesordnung des Kongresses sieht weiter folgende Referate vor: Dr. Arthur Ruppin: ״Die Bedeutung Palästinas für die Zukunft der Juden“; Präsident Weizmann! ״Rechenschaftsberichtnnd P rogra mm“; Felix Rosenblüth: ״Die Verfassung der Jewish Agency“; Zionisten! Am 20. Juli feiert Professor Otto Warburg, der frühere Präsident der Zionistischen Organisation, seinen 70. Geburtstag. Wir zweifeln nicht daran, daß alle Zionisten das Bedürfnis empfinden werden, dem Manne, der tut drei Jahrzehnte lang in Arbeit und Hingabe seine Kräfte in den Dienst unserer Sache gestellt bat und den Irrt Jahre 1911 das Vertrauen der gesamten Zionistischen Organisation an die Spitze unserer Bewegung rief, ihren Dank und ihre Anerkennung zu bekunden. Die Zionistische Organisation und Bewegung können diesem Danke an Professor Warburg keinen besseren Ausdruck geben als dadurch, daß sie das Werk fördern, dem stets sein besonderes Interesse gegolten hat, der landwirtschaftlichen Erschlie* ßung und Entwicklung Palästinas. Noch heute steht Professor Warburg als Leiter der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Zionistischen Organisation in der Arbeit für dieses Werk. Wir wissen, daß ihm an seinem 70. Geburtstage nichts größere Freude bereiten wird als die Tatsache, daß sich Zionisten aller Gruppen und Richtungen zusammenfinden, um ein Werk zu begründen, das ihm besonders am Herzen liegt. Palästina vor der Mandatskommission lieber die Sitzung der Mandatskommission in Genf wird das folgende offizielle Communiquö ausgegeben: Am 6. Juli begann die Permanente Mandatskommission des Völkerbundes mit der Prüfung des Berichtes der britischen Regierung über die Verwaltung Palästinas im Jahre 1928. Die Mandatannacht war vertreten durch den Oberkommissar von Palästina Sir John Chancellor und Herrn G. L. M. Clauson vom Londoner Kolonialamt. Bevor die Kommission in die Diskussion des Berichtes eintrat, nahm sie ein zusammenhängendes Exposö des Oberkommissars Sir John Chancellor über die politische und wirtschaftliche Lage Palästinas entgegen. Chancellor erklärte, daß in der Verwaltung des Mandats-!erritoriums Palästina im Verlaut des Berichtsjahres keine große Aenderungcn vorgekommen sind. In den Beziehungen zwischen Arabern und Juden sei eine Besserung eingetreten. Außer dem Zwischenfall an der Klagemauer war im Verlauf des vergangenen Jahres nichts vorgsfallen, was diese Beziehungen gestört hätte. Seit dem Herbst 1928 haben jene arabischen Elemente Palästinas, die immer der Schalhing eines jüdischen Nationalheims feindlich gegenüberstanden und die zu wiederholten Malen kundgegeben haben, daß Sie eine Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht ablehnen, diesen ihren Standpunkt zum Teil verlassen. So hat der Oberkommissar mehrere Vertreter des Kongresses der palästinensischen Araber empfangen, die ihren Wunsch aussprachen, mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten. Die arabischen Vertreter haben den Wunsch geäußert, daß die Mandatarmacht in Palästina ein parlamentarisches Regierungssystem einführt. Der Oberkommissar hat diesen Vertretern erklärt, daß verschiedene Gründe gegen die Verwirklichung ihres Wunsches sprechen, besonders Englands Verpflichtungen aus dem Völkerbundsvertrag und die Tatsache, daß Palästina die Wiege von drei verschiedenen Religionen ist. Nichtsdestoweniger hat der Oberkommissar erklärt, daß die briüsche Regierung die Frage prüfen werde, um die bestmögliche Lösung zu finden. Bezüglich der wirtschaftlichen Lage erklärte der Oberkonimissar, daß sich die wirtschaftliche Depression, die in Palästina sehr schwer gewesen war, zu mildern scheint und daß nach seiner Meinung die kritische Periode vorüber sei, Prot. Brodetsky: ״Die Aufgaben der Zionisti» sehen Organisation in der Zukunft“; Harry Sacher: ״Die Palästina-Arbeit der Z ionistischen Organisation"; Dr. Arthur Hantke: ״Aufgaben und Arbeitsprogramm des Keren Hajessod“; M. M. Usslschkln: ״Erfolge und Aussichten des Keren Kajemeth“. Weitere Referate werden über hebraische Kultttra rbeif in der Galuth, HachscharaH und Chaluzluth gehalten werden. Der Kongreß ist für die Zeit vom 28. Juli bis zum 6. August angesetzt. *׳ Wie das Zionistische Zentralbüro meldet, wurden die Kongreßdelegierten von der Exekutive gebeten, etwalge Ant räge, die sie im Kongreßplenum stellen wollen, schon jetzt, und zwar bis zum 17. Juli, Del der Exekutive anzumelden. t e n s zu beteiligen, der ln der Nähe der neuen Versuchsstation in Rechoboth gegründet werden und fflr alle Zelten den Namen Professor Warburgs tragen soll. Das Direktorium des Keren Kajemeth Lejisrael hat seine Zustimmung dazu gegeben, aus den Mitteln einer Sondersammlung des Keren Kajemeth für diesen Zweck diesen botanischen Garten in Kürze ansulagen. Wir fordern alle Gesinnungsgenossen auf, sich durch Span• den an dieser Sondersammlung des Keren Kajemeth nach Ihren Kräften zu beteiligen• Wir sind überzeugt, daß jeder Zionist den Wunsch haben wird, durch eine Spende fflr diesen Zweck der tiefen Dankesschuld, die die Zionistische Organisation und Bewegung Professor Warburg gegenüber haben, Ausdruck zu geben. Exekutive der Zionisiisdien Organisation Dr. Chaim Weizmann Nahum Sokolow Direktorium des Keren Kalcmefli Lejisrael M. M. Ussisdikfn Spenden sind an die Landessammelstellen des Keren Kajemeth abzuführen. Gegenwärtig macht sich eine Besserung in Landwirtschaft und Industrie fühlbar. Seiner Ansicht nach wi#l der Bau des Hafens in Haifa der kommerziellen Entwicklung neuen Aufschwung S" Zuk u n f t zu hoffenr Das wirtschaftliche Gedeihen hänge von der S i c h e r h e it ab, und er sei in der glücklichen Lage, versichern zu können, daß diese völlig teststehe. Auf das jüdische Nationalheim zu sprechen kommend, erklärte der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht, daß die Entwicklung des Nationalheims von der jüdischen Einwanderung und der Hilfe seitens der jüdischen Gemeinden des Auslandes abhängt. Er erinnerte daran, daß eine Zeitlang der Umfang der Auswanderung den der Ein- Wanderung übertroffen hat, daß aber jetzt wieder das Gegenteil der Fall sei. Er erklärte weiter, daß die Hebräische Universität in Jerusalem sich beträchtlich entwickle und ein geistiges jüdisches Zentrum von größter Bedeutung geworden ist. Zu der Frage der öffentlichen Gesundheit übergehend, wies der Oberkommissar aut die von der Mandatarmacht gemachten Anstrengungen hin, die Epidemien und besonders die Malaria zu bekämpfen; mehrere Regionen sind bereits von Malaria befreit worden. Der Oberkommissar wies aut die von der Mandatarmacht auf dem Gebiete des öifentliehen Unterrichtes geleistete Arbeit, Es sei unmöglich, einen einheitlichen Typ bestehen zu lassen, da die Juden wie die christlichen Missionen gesonderte Schulsysteme haben wollen. Er wies daraut hin, wie schwierig es unter diesen Umständen sei, eine staatliche Kontrolle zu erhalten und er fügte hinzu, daß die Mandatarmacht einen Gesetzentwurf vorbereite, um die verschiedenen Ansichten zum Ausgleich zu bringen. Der Oberkommissar gab noch einige Details über die Lage in T r a n s j o r d a n i e n. Er erklärte, daß das Abkommen zwischen der britischen Regierung und dem Emir von Transjordanien noch nicht ratifiziert war, weil der in der neuen Verfassung vorgesehene Legislative Council erst kürzlich in Funktion trat, daß aber diese Ratifizierung nicht lange mehr auf sich warten lassen werde. Er fügte hinzu, daß die Sicherheit an den Grenzen Transjordaniens vielleicht noch ein wenig zu wünschen übrig ließe, daß aber die Sicherheit im Landesintiern eine vollkommene sei. Er beendigte sein Expose mit der Erklärung, daß das in Transjordanien Oflo Warburg - Bofanisther Garten ln dieser Ueberzcugung rulen wir alle Zionisten dazu auf, sich an der Schaffung eines botanischen Gar-