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Jüdische Rundschau · 1929-07-05 · Heft 52 (5.7.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 52 (5.7.1929)
Date
1929-07-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzelnummer 0,35 Golamark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, ▼ierteljshrlich 5,75 Goldmark. AtsaUndsabnameaseat* werdan te dar WÜmmg dar atoaalnea Linder Berechnet. Anzeigenpreis: 8 gesp. Nonpareillezetle 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,2$ G.-M. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung* Jüdische Rundschau G.m.b.H, BerlinW15, Meinekestr.lO Telephon: J 1 Bismarck 7165 -70. Poitichick-Koatan: Berlin!7392, Basel V 9355, Belgrad 68033 י Brüssel 39433, Budapest 59693, Danzig 1973, Hasg 140470, Prag 59410 Strasaburg 16430, Warschau 190 708, Wien 156030. ״ Bank-Konten: Darmstädter und Nationalhank, Deponiten - Kassa Berlin, Kurfümendamm 52; Banca de Est, Cemauti (Rumänien); Anglo Palestin« Co. in Haifa, Jerusalem, Tel-Aviv. Nummer 52 | Berlin, 5. VII. 1929 RedaktionsschluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ז סיון׳ תרס״ט | x30av. Jahrg. Der Zionismus erstrebt «r das JQdlsehe Volk die Schäftung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstitte ln Palästina. ״Baselar Programm.«»; Die Tagung des MaKKabi־ Welf Verbandes (Von unserem Berichterstatter.) Vom 27. bis 30. Jun» fand in Mährisch/Ostrau, wie bereits gemeldet, die Tagung des Makkabi-Weltverbandes, verbunden mit einem Turn- und Sportfest des tschechoslowakischen Makkabikreises anläßlich seines zehnjährigen Bestehens statt. Die Tagung des Weltverbandes war beschickt von Delegierten der Makkabikreise folgender Länder: Palästina, Frankreich, Belgien, Tschechoslowakei, Polen, Litauen, Rumänien, Oesterreich, Deutschland, Jugoslawien und Ungarn. Am 27. Juni, abends, fand im Spiegelsaal des Hote! National die Begrüßungsfeier des weltverbandes statt. Nachdem der Vorsitzende des tschechoslowakischen Kreises, Herzog, die anwesenden Delegierten und Gäste begrüßt hatte, sprachen für die Zionistische Exekutive Dr. Bloch, für das Hauptbüro des National-Fonds Dr. Wollstein, für die Vertreter der tschechisehen Sportverbände Herr Ruzicka, für die israelitische Kultusgemeinde Mährisch/Ostrau Dr. Tränier, Ingenieur Fischer für den Stadtrat Mährisch/Ostrau, für die Zionistische Organisation der tschechoslowakischen Republik Dr. Kahn. Dann erfolgte zuerst hebräisch, dann deutsch die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Makkabi-Weltverbandes, Dr. Leiewer, Berlin, der für die Gastfreundschaft der tschechoslowakischen Turnbrüder dankte und über den großen Aufschwung des Makkabi- Weltverbandes berichtete. Unter den Begrüßungstelegrammen wurden besonders bemerkt ein Telegramm des Jewish Welfare Board aus Amerika und ein Telegramm von Ussischkin, sowie ein Schreiben von Lord Melchett. An Präsident Masaryk wurde ein Begrü ßungstelegramm gesandt. Nachdem alle erschienenen Delegierten für ihre Kreise berüßt und ihre Berichte gegeben hatten, wurde die feierliche itzung geschlossen. Der nächste Tag war ausgefüllt von den Beratungen der Delegierten. Die Beratungen waren getragen von einem hohen zionistischen Verantwortlichkeitsgefühl und von dem Willen, aus dem Makkabi die umfassende jüdische Jugendbewegung zu machen, die zu werden er bereits begonnen hat. Unter den Anträgen, die einstimmig angenommen wurden, sei an dieser Stelle vor allem hervorgehoben: ■.״ ffiyiBr׳ pfade (Makkabiade) stattfinden. Das Frisldium übernimmt zusammen mit dem Makkabi Palistlna die Vorbereitungen. Ferner wurde beschlossen, in Palästina eine Au sb il - dumgsstätte für jüdische Turn- und Sport- 1 eh rer zu schaffen. Außerdem kam in verschiedenen Resolutionen der Wille zum Ausdruck, den Keren Kajemeth zu unterstützen und die Mitglieder des Makkabi einzuspannen in die Arbeit für ihn. Am Schluß der Delegiertentagung wurde das Präsidium neu gewählt, an dessen Spitze wiederum Dr. Lelewer steht. Am Samstagabend fand im Deutschen Theater eine eindrucksvolle Kundgebung für den Makkabigedanken satt, die so überfüllt war, daß eine Parallelversammlung im Garten des Theaters eingerichtet werden mußte. In beiden Versammjungen sprachen: als Gast Direktor Kareski, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Berlin, Stadtrat Goldstein, Prag, Dr. Werner Bloch, Dr. Leiewer und die Delegierten der verschiedenen Vereine. Die Versammlungen, an denen die ganze jüdische Bevölkerung von Mährisch/Ostrau und über 2000 junge Turner und Turnerinnen teilnahmen, machte auf alle einen überwältigenden Eindruck. Beendet wurde die Versammlung durch gymnastische Darbietungen des Makkabi, Zagreb. Sonntag vormittag fand unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung ein Festumzug durch die festlich geschmückte Stadt statt, der wegen seiner musterhaften Ordnung und der prachtvollen Erscheinungen der jüdischen Sportler und Sportlerinnen aus allen Ländern Europas bei strahlendem Sonnenwetter einen überwältigenden Eindruck machte. Unter klingendem Spiel von vier Bergmannskapellen bewegte sich der Zug, dessen Vorbeimarsch fast eine Stunde dauerte, durch die ganze Stadt zum Gebäude der Kultusgemeinde, vor dem die Mitglieder des Präsidiums und die Delegierten Aufstellung genommen hatten. Eröffnet wurde der Zug durch eine Makkabi- Reitergruppe. Jeder Verein marschierte unter Vorantragen seiner Fahne. Aus den mit blauweißen Fahnen geschmückten Häusern wurden auf die Vorbeimarschierenden Blumen geworfen. Der Höhepunkt des Tages wurde erreicht durch das Sportfest auf dem Sportplatz von Witkowice. Ueber die sportlichen Veranstaltungen wird an anderer Stelle berichtet. Die Tribünen des Sportplatzes waren von vielen Tausenden von Menschen besetzt. Der Eindruck des Lebens und Treibens daselbst erinnerte an die Festwiese der ״Meistersinger von Nümberg“. Den Abschluß fand das Turnfest durch den Aufmarsch aller Turner und Turnerinnen, der ebenso gut organisiert wie durchgeführt war. Hierbei erfolgte eine zündende Ansprache von Direktor Kareski. Die Musik intonierte die Hatikwan und die tschechische Nationalhymne und die Fahnen senkten sich 'zur Erde. . Am■ ״'׳Abend׳"'erfolgte ' dann noch״ ׳ehr FdsfferJfv''tw Deutschen Theater, zusammen mit der Preisverteilung für die Sieger. Mährisch/Ostrau wird in der Geschichte der zionistischen Jugendbewegung, insbesondere des Makkabi, ein Merkstein sein und man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die Tagung eine beispiellose Demonstration für den zionistischen Gedanken und die körperliche Regeneration des jüdischen Volkes gewesen ist. (S. auch den Bericht im Sportteil der heutigen Ausgabe.) Die Convention in Detroit Sokolow über die Aufgaben der neuen britischen Regierung in Palästina. — Die liberale Rabbinerkonferenz für Jewish Agency. New York, 1. Juli. (J.T.A.) in dem Cass Theatre zu Detroit wurde am 30, Juni bei Anwesenheit von 350 Delegierten aus allen Teilen Amerikas, unter ihnen 12 (?) Vertreterinnen der Frauen- und Mädchenorganisation Hadassah, die 32. Conventlon der Zionistischen Organisation Amerikas eröffnet. Der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Nahum Sokolow, hielt eine Ansprache, in der er ausführte, er hoffe, daß die In England neu ans Ruder gekommene Arbeiterregierung das, was in Palästina zu tun sei, in einem schnelleren Tempo tun wird als die bisherige Regierung. Im besonderen ist zu hoffen, daß die britische Regierung den jüdischen Einwanderern mehr Kronland zur Siedlung und auch sonst größere Erleich־ terungen gewähren wird. Die Erweiterung der Jewish Agency, führte Nalium Sokolow weiter aus, solle man in ihrer Bedeutung weder überschätzen noch unterschätzen. Nur eines sollte man sich vor Augen halten: die Zionistische Organisation müsse jetzt ihre Arbeit nicht allein in dem bisherigen Umfang fortführen, sondern sie noch verstärken und vermehren. Rabbi James Heller verlas eine vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Herbert Hoover an die Convention gesandte Botschaft, in der es heißt: Ich wünsche Ihnen, daß Ihre Bcratungen, wie immer, reich und fruchtbar und von jener Geistigkeit und Weisheit sein mögen, die für die jüdische Rasse zu allen Zeiten charakteristisch gewesen sind. Rabbi Heller verlas auch ein Begrüßungsschreiben von Herrn Louis Lipsky, Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas, der zum ersten Male seit 30 Jahren einer Convention der amerikanischen Zionisten fernbleibt. (Einen Teil der Botschaft Lipskys haben wir bereits in Nr. 50 der ״Jüd. Rundschau“ veröffentlicht. — Red. ״J. R.״) Professor Dr. Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College i n Cincinnati (Reformrabbiner-Seminar), hielt eine Ansprache, in der er ausführte, das Reform College habe, indem es Dr. Weizmann zu seinem Ehrendoktor ernannt hat, keine Aenderung seiner bisherigen Haltung gegenüber dem Zionismus vollzogen, denn die Vorstellung von dem unversöhnliehen Antizionismus des College war immer übertrieben und falsch gewesen. Das College hatte das Oberhaupt der Zionistisehen Weltorganisation geehrt in der Anerkennung seiner Verdiensfc um die Zustandebringung der erweiterten Jewish Agency, wodurch er die Einigung des Judentums im Zeichen Palästinas herbeigeführt hat. Richter William M. Lewis, Präsident des United Palesäne Appeal, teilte den Delegierten mit, daß die Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner (liberale Richtung im amerikanischen Judentum), die ebenfalls in Detroit ihre Tagung abhält, soeben eine Resolution angenommen hat, in der die Erweiterung der Jewish Agency begrüßt wW Die Zionistische Convention beschloß daraufhin, der Zentral konferenz der amerikanischen Rabbiner eine Begrüßungskundgebung zu senden. Die Convention wählte zu Präsidenten ihrer Tagung den Vizepräsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas, Herrn Morris Rotenberg, den Präsidenten des United Palestine Appeal Richter William M. Lewis, den Vorsitzenden des Exelaitiv-Komitees der Zionistischen Organisation Amerikas Elihu D. Stone (Boston), Max Sh 11 Im an (Chicago), Frau Archibald S i I v e r m a n und Frau Robert S z o I d. Die Klagemauer Aussicht auf gütliche Einigung Jerusalem, 1. Juli. (J.T.A.) Der Waad Leumi (Natiohairat palästinensischer Juden) hat die ständige Mandatskom- Mission des Völkerbundes, die in dieser Woche m Genf zu tagen beginnt, auf telegrafischem Wege ersucht, die Behandlung seiner Petition bezüglich des Zwischenfalies an der Klagemauer am letzten Versöhnungstage zu verschieben damit der Waad Leumi Gelegenheit erhalte, weiteres ergänzendes Material bcizustellen. Die Petition des Waad Leumi langte Ende Oktober v. J,, am Vorabend der letzten Session der Mandatskommission, in Gent an und konnte damals nicht mehr zur Behandlung kommen. Im Hinblick auf die von der Palästina -Regierung unternommenen Schritte zur Herbeiführung einer direkten Verständigung zwischen Juden und Arabern in der Angelegenheit der Klagemauer (worüber bekanntlich der stellvertretende Oberkommissar Luke vor einigen Tagen die Pressevertreter informiert hat) hofft man in jüdischen Kreisen auf eine befriedigende Beilegung, ohne daß es notwendig sein würde, die Frage wieder durch die Mandatskommission behandeln zu lassen. Vor der Mandatskommission Bei der Sitzung der Permanenten Mandatskomin iss io n des Völkerbundes, die am 1. d, M. begonnen hat und sich am 5. und%6. mit Palästina beschäftigen wird, wird Professor Rappard als Berichterstatter über die vorliegenden Petitionen fungieren, mit Ausnahme der Petition der Ägudath Jisroel, über die Professor Palacios berichten wird. Zum erstenmal seit 1924, wo Herbert Samuel als britischer Vertreter erschien, wird ein amtierender High Commissioner für Palästina an der Sitzung teilnehmen. Die arabische Zeitung ״Marat El Scherk“ tritt in einem Artikel für den Erwerb von Aktien der Gesellschaft ein, die die Tot e-M e e r-Konzessi on zur Ausführung bringt. Der Verfasser des Artikels verlangt von der Regierung die Festsetzung eines Höchstpreises von £ 5 für die einzelnen Aktien. _ (Ziko). Nach den Wahlen Das Resultat in Deutschland ■— Die Struktur des Kon« greises und die Flügel — Weidmanns Programm —' Geschichte des Emek RW, Berlin, 3. Juli 19m \ Der Wahlkampf zum Kongreß ist in Deutschland1 vorüber, und da un$ nur noch wenige Wochen von den Eröffnung des Kongresses trennen, wendet sich die Aufmerksamkeit den praktischen Aufgaben zu, die der Kojigreß zu lösen haben wird. Während des Wahlkampfes ist die Atmosphäre für eine sachliche Untersuchung der Probleme nicht günstig. Wenn wir jedoch das Ergebnis; der Kongreßwahlen in Deutschland unter dem Gesichtspunkt der wichtigsten Streitfragen betrachten, so zeigt sich, daß der Wille der Wählerschaft in einer Hinsicht einen eindeutigen Ausdruck gefunden hat: Die Politik der Erweiterung der Jewish Agency ist mit überwältigender Mehrheit gutgeheißen worden. Sämtliche Mandate fielen an diejenigen Parteien, die die Erweiterung der Agency unterstützen. Das hervorstechende Ergebnis der Wahl ist die Niederlage der Revisionisten und der Radikalen, die beide trotz stärkster Wahlagitation kein Mandat erringen konnten. Wenn man bedenkt, däß zumindest die Revisionisten zweifellos bis zum letzten Manne zur Urne gingen, so zeigt sich, daß diese Strömung innerhalb des deutschen Zionismus weit schwächer ist als manche ihrer Wortführer gelegentlich glauben machen wollen. Das Resultat der Wahlen lehrt ferner, daß die Differenzierung des Zionismus sich — unabhängig von der momentanen Konstellation und deren Problemen — nach weltanschaulichen Gesichtspunkten vollzieht. Die Parteien, die wegen ihres Programms als Sonderverbinde im Sinne des Kongreßstatutes anerkannt sind, bilden die eigentliche und bleibende Gliederung der?ionistifcbeii nistischen Tagesarbeit die Gegensätze der Rärtlli# I rücktreten; das Programm der Arbeit innerhalb Deutschlands ist im wesentlichen gemeinsam, und die Führung der Propaganda sowie der innerzionistisehen Diskussion durch die einheitliche Z. V. f. D. hat sich zweifellos bewährt und den deutschen Zionismus zu einer gewaltigen Kraft innerhalb der Gesamtbewegung einerseits, innerhalb des deutschen Judentums andererseits gemacht. Dort jedoch, wo es darum geht, sich gemäß seiner spezifischen Anschauung zu bekennen, zeigt es sich, daß der deutsche Zionismus in drei Gruppen zerfällt, die bei Wahlen einander numerisch ziemlich gleich sind. Bei einer solchen Entscheidung tnu'ß erfahrungsgemäß der Allgemeine Zionismus zu kurz kommen, weil er keine besondere Parteiorganisation besitzt, nur bei Kongreßwählen als ״Partei“ auftritt und daher nur einen relativ kleinen Prozentsatz seiner Anhänger zur Urne zu bringen vermag. Die Sonderverbände entfalten ihre höchste zionistische Aktivität bei den Kongreßwahlen, sie verfügen über die Stimmen ihrer Mitglieder, und ihnen fallen die Stimmen einer teils religiös, teils sozialistisch orientierten Peripherie zu. Die Sonderprogramme haben naturgemäß eine stärkere Anziehungskraft, denn während es so gut wie ausgeschlossen ist, daß ein in einem Sonderverband organisierter Zionist bei den Kongreß wählen, etwa aus rein kongreßpolitischen Erwägungen, für die ״Allgemeinen“ stimmt, ist das Umgekehrte, nämlich das Votum von Allgemeinen, d. h. parteimäßig nicht fest organisierten Zionisten, zugunsten einer ihnen sympathischen Sondergruppe durchaus nichts Ungewöhnliches. Hinzu kommt noch, daß die Programme der in diesem Wahlkampf konkurrierenden drei Parteien sich in ihren praktischen Forderungen nicht wesentlich unterscheiden, wenn man eben von der spezifischen Färbung bei den zwei Flügelparteien absieht, nämlich von den religiösen Forderungen des Misrachi und dem sozialistisch betonten Kolonisationsprogramm der Linken. Selbst in dem Wunsche nach Bildung einer Koalitions-Exekutive sind sich ja die vier gewählten Parteien programmatisch einig. Der Misrachi hat zweifellos einen Erfolg zu verzeichnen. Man kann darin wohl vor allem einen Ausdruck der in weiten Kreisen der Wähler gefühlsmäßig vorhandenen religiösen Neigungen sehen. Dabei ist zu bedenken, daß eine ausgesprochen antireligiöse oder antiklerikale Partei nicht existiert und sämtliche anderen Gruppen, obwohl sie die religiösen Fragen nicht als zentraten Punkt behandeln, doch stets betonen, daß nichts gegen die Religion geschehen soll. Je stärker der Misrachi wird, um so dringlicher wird freilich eine Auseinandersetzung mit ihm auch von seiten der andern. Es kann sich dabei natürlich nicht um eine Bekämpfung der Religion oder religiöser Gruppen handeln, sondern ledig• \

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