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Jüdische Rundschau · 1929-06-28 · Heft 50 (28.6.1929) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 50 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 322 JUEDISCHE RUNDSCHAD Nr. SO» 28. VI. 1929 lör das Ganze tragen und wird in sich homogen sein. Eine Koalition ist keine Regierung, sie ist ein Extrakt der Voksvertretung. So ist eine Koalitions-Exekutive ein kleiner Kongreß oder ein engeres Aktionskomitee, sie ist keine Verwaltung. Und noch eins: Der Kampf um den Aufbau Palästinas fordert ungeheure Kräfte. In einer Koalitions-Exekutive wird alle Zeit und Energie verbraucht für innere Diskussionen, um jeweils das Kompromiß zu finden, und für die Arbeit nach außen bleibt kaum Zeit und Energie übrig. Ein Mensch, dessen Energien in inneren Konflikten verbraucht werden, ist dem Kampf ums Dasein nicht gewachsen. Ein Haus, das geteilt ist in sich selbst, kann nicht bestehen. Stadtverwaltung* - Sorgen Von unserem palästinensischen Korrespondenten. AO Tel-Avviw, 13. Juni 1929. Seit den Munizipalitätenwahlen in Jerusalem, wo die Juden zwischen den arabischen Parteien das Zünglein an der Wage bildeten, hat die Arbeit im Stadtrat Jerusalems die Hoffnungen, die auf die neugewählte Verwaltung gesetzt waren, zum guten Teil enttäuscht. Die jüdischen Stadtverordneten wurden sehr bald in eine Verteidigungsstellung gedrängt und waren nicht imstande, ihren Forderungen genügenden Nachdruck zu verleihen. Sie kämpfen vor allem darum, den jüdischen Arbeitern und U nternehmern den ihnen gebührenden Anteil an den von der Munizialität ausgeschriebenen Arbeiten zu sichern, eigentlich entstanden auch Konflikte bei der Besetzung neuer Posten in der Verwaltung. Nachdem die Bemühungen der jüdischen Stadtverordneten innerhalb der MunizipaJität resultatlos geblieben waren, die meisten Arbeiten so vergeben wurden, daß die Juden keinen Anteil daran hatten, als jede Reorganisation der Verwaltung auf schwere Widerstände stieß, haben die Juden versucht, sich mit ihren Beschwerden an die Vorgesetzten Behörden, also an den Distriktgouverneur der Stadt und schließlich an die Zentralregiemng ZU wenden. Die verschiedenen Maßnahmen der jüdischen Stadtverordneten wurden gemeinsam mit dem Waad Leutni beraten. Nach einem langwierigen Kleinkrieg drohten die Juden mit ihrer Demission, wenn in den bestehenden Verhältnissen keine Aendening eintrete. Dieser Standpunkt wurde dem Chefsekretär bei einer Audienz, wo diese Frage behandelt wurde, mitgeteilt. Der Cbefsekretär erklärte, er halte die Demission für unzweckmäßig, würde jedoch die Frage studieren. So stellen sich also heute die Zustände im Jerusalemer Stadtrat als sehr verworren und im höchsten Grade unbefriedigend dar. Seit mehr als einem Jahre treten dauernd Komplikationen ein, ohne daß ein Ausweg zu finden wäre. Es ist interessant, daß in Haifa, wo wir es ebenfalls mit einer ״gemischten“ Stadtverwaltung zu tun haben, also Juden und Araber gemein- *am in der Verwaltung sitzen, die Arbeit bisher ziemlich gut Und glatt vonstatten gegangen ist. Tel-Awiw, wo bei den letzten Wahlen die ״Rechte“ ans Ruder gekommen war, hat auch keine glatte und erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen gehabt. Der neue Stadtrat unterschied sich stark von dem alten. Er zeigte eine andere politische Kräfteverteilung und war durch ^ie Regierungsbestimmungen in seiner Mitgliederzahl stark reduziert (von 41 auf 15). Gelade von dieser Verkleinerung erhofften viele eine Verringerung ’der langatmigen Diskussionen und einen Antrieb für die prakfische Arbeit. Diese Hoffnung ist insoweit erfüllt worden, daß die Zusammenstöße innerhalb der Sitzungen nicht so stark und häufig sind und daß die Versammlungen des Stadtrats aufgehört haben, eine Sensation zu sein. In der praktischen Arbeit scheint sich jedoch wenig■ gebessert zu haben. Im Gegenteil, während 'der linke Flügel immer die Solidarität wahrte und eine ziemlich geschlossene Politik verfolgte, sind bald innerhalb des herrsehenden rechten Flügels Reibungen entstanden, die die Arbeit außerordentlich erschwerten. Es gab eine Reihe von unerquickliehen Auseinandersetzungen, die wenig Resultate ergaben und in einem knappen Vertrauensvotum für die Leitung ihren Ab- Schluß fanden. Unter den Beschlüssen des Stadtrats ist als wichtig und bedauerlich die Abschaffung des progressiven Steuersystems zu nennen ,die in der letzten Sitzung mit einer knappen Majorität (gegen die Stimmen der Linken) beschlossen wurde. Es besteht danach jetzt eine Einheitssteuer, während früher die Abgaben progressiv, entsprechend der Größe der Wohnungen auferlegt wurden. Begründet wurde der Antrag durch die Tatsache, daß viele Steuerzahler sich der Entriammg ihrer Quote dadurch entzogen haben, daß sie ihre Woh- Jiung auf die erwachsenen Familienmitglieder aufteilten. Es würde jedoch zweckmäßiger gewesen sein, diesem Uebelstand durch entsprechende Zusatz-Verordnungen abzuhelfen, als die Progression der Steuern vollständig abzuschaffen. Die Arbeit der Munizipalität steht insgesamt unter einer stärkeren Ueberwachung der Distriktsregierung als vorher und hat relativ wenig Freiheit, entscheidende Schritte selbständig zu unternehmen. Der ungarische Pro PalSsdaa-Btmd Budapest, 23. Juni. (J. T. A.) Der ungarische Pro Palästina-Bund hielt am 20. d. M. seine Generalversammlung ab. Auf der Estrade hatten Platz genommen: der Professor an der Technischen Hochschule Ignaz Pfeifer, Oberregierungsrat Dr. Ignaz Friedmann, Universitätsprofessor Dr. Julius rionath, Chefredakteur Dr. Josef Patai, Direktor Ignaz Gabor und die Rechtsanwälte Dr. Nison Kahan und Dr. Leo Lukacs. Vorsitzender Dr. Ignaz F r i e d m a 11!1 erörterte in seiner Eröffnungsrede die Ziele des Bundes und gedachte sodann des Ablebens des Präsidenten Karl Baracs. Dr. Nison Kahan sprach über ״Jewish Agency“, Dr. Josef Patai gedachte der 25. Jahreswende des Ablebens Theodor Herzls. Die Wahlen ergaben das folgende Resultat: Mitglieder des Präsidiums: die Hofräte Dr. Baron Adolf Kohner und Franz Szekclv, Ehrenpräsidenten: Professor Ignaz Pfeifer, Präsident: Dr. Ignaz Friedmaiin, Dr. Ernst Makai, Mitpräsident Dr. Samuel Biedl, Mitglieder des Präsidialrates: Dr. Marzeil Flajdu, Frau Karl Baracs, Frau Marzell Hajdu, David Aschner, Rektor Dr. Ludwig Blau, Desider Hcrzfeld, Desider v. Kanitz, Josef Lukacs, Dr. Desider Tardos und Dr. Bela Oesterreicher. 30 Delegierte aus Palästina beim Kongreß. Die palästinensische Schekelsammelstelle hat am 12. Juni ihre Arbeit beendet. Insgesamt wurden in Palästina 35 228 Schekel gegenüber 37 000 im letzten Kongreßjahr verkauft. Da zu dieser Zahl noch 8900 Schekel aus dem vorausgegangenen kongreßlosen Jahr gezählt werden, hat Palästina 30 Delegierte. Die Zahl der palästinensischen Delegierten auf dem letzten Kongreß betrug 27. Tel-Awiw allein brachte ג , aller Schekel — 12 000 Stück auf, Jerusalem 5800, Haifa 4200, "Liberias *165, Rcchoboth 1006, Nahalal 362, Ain Charod 296. — Die Wahlen zum Kongreß finden in Palästina am 1. Juli statt. Resolutionen der Radikalen Die Weltkonferenz der Radikalen Zionisten in Warschau hat folgende Resolutionen beschlossen: 1. Die Weltkonferenz der Vereinigung radikaler Zionisten erhebt in letzter Stunde noch einmal ihre warnende Stimme gegen die verhängnisvolle Politik der Erweiterung der Jewish Agency in der geplanten Form, gegen welche die radikale Vereinigung seit Jahren kämpft. Sie erachtet diese Politik als im Widerspruche stehend zu den elementarsten zionistischen und demokratischen Prinzipien. Falls der Zionistenkongreß die Erweiterung der Jewish Agency in der geplanten Form endgültig ratifiziert, werden wir unter diesem Zwange genötigt sein, an den Organen der erweiterten Agency teilzunehmen. Wir werden dort alles tun, um die von uns vertretenen Prinzipien für den Aufbau Palästinas durchzusetzen und unseren Kampf für die Demokratisierung der erweiterten Jewish Agency ungeschwächt fortzuführen. 2. Die Weltkonferenz hebt nachdrücklich die Bedeutung der von den radikalen Vertretern im A.-C. erhobenen nationalen und demokratischen Forderungen bezüglich der Konstitution der erweiterten Agency hervor. Insbesondere legt sie Nachdruck auf die Forderung nach demokratischen Wahlen bei Entsendung der niclitzionistischen Vertreter in die J. A., da die Gefahr besteht, daß durch die willkürliche Ernennung von einzelnen Delegationen keine wirklichen Vertretungen der jüdischen Gemeinschaften der Länder zustande kommen. Ferner weist die Konferenz darauf hin, daß das vom A.-C. gebilligte Prinzip der ״proxi“, d. h. des Rechtes der Stimmübertragung und der Häutung mehrere Stimmen bei einzelnen Delegierten den elementarsten Forderungen der Demokratie und den parlamentarsten Grundsätzen widerspricht. Die Konferenz legt den stärksten Nachdruck auf die von den radikalen Vertretern erhobene Forderung der konstitutionellen Sicherung des Rechtes der Zionistischen Organisation, durch den Beschluß des Zionistenkongresses aus der enveiterten J. A. auszutreten, wodurch dieselbe afs aufgelöst zu gelten habe und die Zionistische Organisation wieder den Charakter als Jewish Agency erhält. Die Nichterfüllung dieser Forderung bedeutet die unauflösliche Bindung der Zionistischen Organisation an die Nichtzionisten und die Unmöglichkeit für den Zionistenkongreß, auch bei den ungünstigsten Erfahrungen den Versuch der Erweiterung der J. A. rückgängig zu machen. Damit würde die endgültige Entrechtung der Zionistischen Organisation als Jewish Agency vollzogen sein. 3. Die Konferenz erachtet es als unerläßlich, daß dem Zionistenkongreß sowie der zionistischen Vertretung in der Agency das Recht gesichert wird, durch Majoritätsbeschluß bei wichtigen Fragen die Stimmen der zionistischen Vertreter zu binden. Die Nichtsicherung dieses Rechtes würde dem Kongreß seine Bedeutung als höchste Instanz der zionistischen ewegung nehmen und die Zionistische Organisation der Gefahr der Spaltung und des Zerfalles aussetzen. Die Konferenz erachtet es als notwendig, daß Vorsorge getroffen wird, daß die zionistischen Mitglieder der Exekutive der erweiterten Jewish Agency der Zionistischen Exekutive angehören. Außer diesen müssen noch andere Mitglieder in die Zionistische Exekutive entsendet werden, welche lediglich mit der Leitung der Geschäfte der Zionistischen Organisation betraut werden. 4. Die Konferenz stellt fest, daß die palästinensische Administration die im Mandat gewährleisteten Rechte des jüdisehen Volkes auch weiterhin mißachtet. Die Politik der palästinensischen Verwaltung, wie sie in der Klagemaueraffäre, der schikanösen Behinderung der Einwanderung, in der Nichtbeschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten und auf vielen anderen Gebieten der administrativen Praxis zum Ausdruck kommt» bedeutet eine Jqttesetzlfe, grschryjpiij* des Aufbaues des nationalen Heims, statt der aktiven Förderung des Aufbauwerkes, zu der die Mandatarregierung auf Grund des Mandates verpflichtet ist. Die Konferenz stellt fest, daß diese von der gesamten palästinensischen Judenheit als ungerecht und drückend empfundenen Zustände zum großen Teil auf den Mangel einer systematischen, zähen und aktiven politischen Tätigkeit seitens der Zionistischen Exekutive zurückzuführen sind. 5. Die Konferenz beauftragt die radikalen Delegierten des XVI. Zionistenkongresses auf dem Kongreß zu beantragen, daß innerhalb der künftigen Zionistischen Exekutive ein besonderes Ressort für die gesamte Tarbutharbeit in den Galuthländern geschaffen werden soff. Programm: Die Weltkonferenz der Vereinigung radikaler Zionisten stellt im nachfolgenden die programmatischen Grundsätze fest, die den fnhalt der Bestrebungen und der Tätigkeit der radikalen Zionisten bilden. Diese Grundsätze sind nach Auffassung der Konferenz der Ausdruck des wahren Zionismus. Sie zum Gemeingut aller Zionisten zu machen, ist die zentrale Autgäbe der Vereinigung der radikalen Zionisten. I. Das Endziel des Zionismus ist die nationale Wiederautrichtung und Befreiung des jüdischen Volkes, welche ihren Ausdruck in der Umgestaltung des jüdischen Lebens aut nationaler Grundlage und dem Kampf um die nationalen Rechte in der Diaspora, und ihre Vollendung in der Errichtung des Judenstaates in Palästina findet. II. Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind: 1. Der Aufbau des jüdischen Palästina durch Schaffung einer jüdischen Majorität auf der Basis folgender Prinzipien: a) Nationale Kolonisation möglichst auf nationalem Boden (National Fonds); b) Jüdische Selbstarbeit; c) Freiheit der Siedler in der Wahl der Siedlungsformen bei voller Gfeichberechtigung aller Klassen und Gruppen; d) Förderung gesunder privater Initiative; e) Erneuerung der jüdischen Kultur auf der Basis der hebräischen Sprache. 2. Anerkennung der nationalen kulturellen und ökonomisehen Gegenwartsarbeit im Galuth als integralen Bestandteil der zionistischen Arbeit; Wiedereinbeziehung dieser Tätigkeitsgebiete in die konkrete Arbeit der Zionistischen Orgaiusation und Schaffung entsprechender Ressorts innerhalb der Zionistischen Exekutive; Fortführung des innerjüdischen Kampfes um die Nationalisierung des jüdischen Volkes und die Demokratisierung aller Gebiete des jüdischen Lebens; 3. Notwendigkeit einer zielbewußten Erziehungsarbeit innerhalb der jüdischen Jugend, die sie zum Träger der jüdisehen nationalen und zionistischen Arbeit im Galuth heranbilden soll, unter Voranstellung des chaluzischen Gedankens und der Hachscharali (Vorbereitung) für Palästina; 4. Durchsetzung einer Politik der aktiven Förderung des jüdischen Aufbauwerkes durch die Mandatarmacht und den Völkerbund; 5. Wiederaufbau der Zionistischen Organisation als der allein legitimen Trägerin des nationalen Befreiungskampfes. Zentralbüro; Ing. Stricker, Dr. Plaschkes, Dr. Taubes (sämtlich in Wien). Zentralkomitee: Dr. Nahum Goldmann, Berlin; Izchak Grünbaum, Warschau; Dr. A. Hartglas, Warschau; Dr. Insler, Lemberg; Dr. Klumel, Warschau; Dr. M. Krämer, Czernowitz; Dr. Emil Margulies, Leitmeritz; A. Podlischewsky, Warschau; Advokat Schächter, Galatz; Dr. Mirjam Scheuer, Tenlitz-Schönau; Dr. J. Schipper, Warschau; Dr. M. Solo• weitschik, Berlin; Dr. S. J. Stern, Bukarest; Ing. R. Stricker, Wien; Dr. J. Waldmann, Wien; Dr. J. Wilensky, Haifa; Ing. Zwilling, Czernowitz. Aufruf dei Jüdischen Friedensbundes Weltumspannende, kalholisebe und evangelische Friedensorganisationea haben an die jüdischen Kreise die Einladung ergehen lassen, mit ihnen zu einer Arbeitsgemeinschaft für den Frieden zusammenzu treten. Das Judentum, das die Ideen des Weltfriedens und der Völkerversöhnung vor Jahrlausenden zuerst verkündet hat, dessen heilige Schriften von diesen Ideen erfüllt sind, kann jetzt, da ihre Verwirklichung anbricht, nichtuntätigbei- Seite stehen. Unserer hohen Ideale eingedenk, wollen wir im Rahmen des ״Jüdischen F r i c d e n s b u n d 0 s" für die Vetniltlichung der Menschheit und den dauernden Weltfrieden wirken. Es gilt einerseits innerhalb der jüdischen Gemeinschaft den Gedanken der jüdischen Friedenssendung neu *z\1 beleben, anäererseits dio jüdischen Energien, Hand in Hand mit den anderen Bekennfniskreisen, für den praktischen Aufbau des Frieden! einzusetzen. Unsere Ziele sind allen jüdischen Partei#« gemeinsam. Wir rufen daher alle Glaubensgenossen auf, sich unserer Bewegung anzuschließen und in allen Gemeinden organisatorische Stützpunkte für sie zu schaffen. Der Jüdische Friedenshund ist gern liereit, mit den Schwcstervcrcmigungen in den anderen Staaten zusamnumrusrbeiton und hofft, daß in allen Kulturländern ähnliche Organisationen entstehen weiden. Wir bitten, sich mit uns in Verbindung zu setzen, und Nachrichten uns unter der Adresse der Geschäftsstelle des Jüdi• sehen Friedensbundes, Berlin-Schöneberg. Am Park 15, zukommen zu lassen, Vereinigen wir alle unsere Kräfte, um das, was unsere Vorfahren geträumt und gelehrt haben, heute ins Loben umzusetzen. Jüdischer Friedensbund Das Präsidium: Oscar Wassermann, f. Vorsitzender. Rabbiner Dr. Baerk, Vorsitzender des Allgem. Rahbinenerbande», Prof. Dr. A. Einstein, Komm.-Rat G. Simon, R.-A. H. Stern. Der Arbeitsausschuß: Dr. Alfred Nossig, Vorsitzender. R.-A. Dr. A. Klee, Alois A. F. Marens, B.-A. II. Stern. Beisitzer: Prof. Dr. Elhogen, Frau RabH. Dr. Pichelbacher, San.-Rat Dr. A. Goldschmidt. Rabb. Dr. M. Hildesheimer, Dr. h. c, W. Kleemann, Direktor der Dresdner Bank. Prof. Julius Goldstein gestorben. In Darmstadt starb dieser Tage Prof. Dr. Julius Goldstern, der Herausgeber der Zeitschrift ״Der Morgen״. Goldstein war eine prominente Figur im deutschen Judentum, der auch diejenigen mit Respekt gegcnüberslanden, dio seine jüdischen Anschauungen nicht, trilm konnten. Goldstern war ein entschiedener Antizionist und spielte eine führende Rolle im Centralvernin, der von ihm mehrere Schriften, dio der Abwehr des Antisemitismus gewidmet sind, herausgah. Die Zeitschrift ״Der Morgen" verstand Goldstein, zu einer vielseitigen und interessanten jüdischen Revue zu entwickeln. London, 24. Juni. (J. T. A.) Im Alter von 70 Jahren verstarb in London Herr Joseph Prag, einer der Führer der englischen Judenheit, Vizepräsident des Jewish Board of Deputies und der Anglo Jewish Association. Joseph Prag, der in Livertown geboren wurde, hat noch vor dem Auftreten Theodor Herzls die Chowewe Zion-Bewegung in England mit begründet. Er gehörte nicht der Zionistischen Organisation an, aber er war ein eifriger Förderer des Keren Hajessod. Er war zu feinem der Delegierten tfet* englische« JttdCnheit im Raffe der Jewish Agency ausersehen. Keren Haiessod Arbeit in Holland Die Keren Hajessod-Arbeit in Holland stand auch in der abgelaufenen Saison wieder unter der Leitung von Dr. Adolf Friedemann. Die im Dezember sofort nach dem Besuch von Dr. Weizmann einsetzende Aktion, insbesondere in der Stadt Amsterdam, konnte mit erfreulichen Ergebnissen ahschließen. Ebenso ist außerhalb der Stadt Amsterdam die Arbeit wesentlich erleichtert worden. Es ist gelungen, von einigen prominenten jüdischen Persönlichkeiten beträchtliche Einzelzeichnungen zu erhalten. Vom 1. Oktober 1928 bis zum 15. Mai 1929 konnte ein Betrag von nahezu hfl. 90000 nach Jerusalem überwiesen werden. Herr Dr. Friedemann hat sich auf Einladung des deutschen Keren Hajessod Mitte Mai nach Berlin begeben und wird zunächst in Westdeutschland, wo ct bereits im Vorjahre sehr erfolgreich für den Keren Hajessod gearbeitet hat, eine Aktion durchführen. (Ziko.) Der jüdische Eisenbahningenieur Muschki in Palästina, der vor längerer Zeit eine bedeutsame technische Erfindung zur Erzielung von Kohlenersparung im Eisenbahnverkehr gemacht hat, hat nunmehr vom Colonial Office eine Prämie von 350 Pfund als Anerkennung erhalten (Ziko) Oberrfchter C a n 10 r, Mitglied des Obersten Gerichtshofes in Neu-Südwales, wurde zum Präsidenten der Zionistischen Vereidigung Australiens gewählt. Es gibt nichts befleres als mm xm

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