Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1929-06-07 · Heft 44 (7.6.1929) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 44 (7.6.1929)
Date
1929-06-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653062-2653102--20796-2678819
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Einzelnummer 0,23 Goldmnrk JÜDISCHE RUNDSCHA Erscheint jeden Dienstag vu Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmerk. AnritrHBiboiraefflenta ««Ant in dar Vi^bai dir cdaaralaen Lindar bradm Ayfcei*«t1p1־*l*t 3 gesp. NcmpareiUcretle 030 CL-ML Stellengesuche 0.25 GM. Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15. Mslnekestr.IO Telephon: J l Bismarck 7165 -70. An»l(«tuchlu8: Di«n>e•( and Fraittg n.ebmltt •g« 4 Uhr RedaktionsschluB Sonntag und Mittwoch nachmittag. Po»techeck-Kont«n: Betlla 173 92• Bml V 9355. Bdcrad 68032. BrUswl 39433, Budapest 59693, EWig 1973• Haag 140 470, F>ä* 59410. Strassbuta 16430, WnMbaa 190708, Wien 15603a Bank-Konten! Dsrmstädter und Nationalbank, Dep-Kasse Berlin, Karfürstendamtn 32t Bane• de Est, Cenaati (Ramänien): Anglo Paleatine Co. in Haifa, lemaalein, Tel-Aviv. סח אייר' תרפ״ט | xxxiv. Jahrg. Per Zionismus erstrebt fOr das JQdlsche Volk die Schaltung einer Wtantllcli - rechtlich gesicherten Helmatätte In Palästina. ״Baseler Programm.11 Jüdische Welikonferenzen Es dürfte nicht lediglich den ausgezeichneten modernen Verkehrsmöglichkeiten zuzuschreiben sein, wenn in der letzten Zeit verschiedene jüdische Interessentengruppen sich an irgendeinem Punkte der Welt zu einer Weltkonferenz zusammenfinden und ihre Angelegenheiten besprechen. Eingestandenermaßen sind es gemeinsame jüdische Interessen, die vor keinen Landesgrenzen haltmachen. Und uneingestandenermaßen handelt es sich um die Auswirkung einer in den letzten Jahrzehnten mächtig entwickelten Strömung der Idee vom jüdischen Klal. Und so sieht man auf jüdischen Welfkonferenzen Vertreter von Richtungen, die, entgegen ihren sonstigen jüdischen Programmen, eine jüdische Oemeinsamkeit betonen, die wahrlich jenseits von reinem jitdischeu Glaubensbekenntnis liegt. Wenn z. B. in Beuthen (O.-S.) Vertreter jüdischer Handwerker aus Deutschland, Polen, der Tschechoslowakei und anderen Ländern einen Weltverband jüdischer Handwerker begründen und an die Spitze der in Berlin befindlichen Exekutive einen enragierten liberalen Wortführer ,wie Wilhelm Markus und den ebenso radikalen Liberalen Louis Wol f f stellen, so liegt darin zweifellos ein Widerspruch. Denn nach der liberalen Lehre der Herren Markus, Woiff und ihrer Genossen besteht zwischen den Juden des einen und den Juden anderer Länder nur eine Gemeinsamkeit der Konfession, vielleicht auch eine gemeinsame Verpflichtung, Wohltat zu üben und Hilfsarbeit zu leisten, nicht aber über die ״nationalen" Grenzen hinweg sich die Hände zum Zwecke der Selbsthilfe zu reichen. Wir wollen nicht auf die Frage eingehen, ob gerade Berlin und die Herren in Berlin der gegebene Mittelpunkt bzw. die berufenen Wortführer des jüdischen Handwerks sind, das seinen Sitz hauptsächlich in den Ländern jüdischer Massensiedlung in Osteuropa hat (um so mehr» als die Verlegung der Zentrale nach Berlin nach unseren Informationen nur provisorischen Charakter trägt); in der Tatsache, daß Ultraliberale und Assimilanten sich mit Standesgenossen nicht auf der Grundlage der gemeinsamen Konfession, ׳soguilcro auf der Grundlage sozialer׳ Interessen ..,.ftijjiljien, '*dliilfe •: «ft#■ donläfs#׳ »׳*Auf■»' fässung von der Judenfrage. Es gibt also doch eine jüdische Schicksalsgemeinschaft sozlaiwirtschafillcher Art, was die Ideologie der Assimilation bestreitet, und was die Wortführer dieser Ideologie in ihren Handlungen widerlegen. Denn es ist nicht anzunehmen, daß die liberalen Herren in Deutschland sich diesem Weltverband nur darum angeschlossen haben, um charitativ mitzutun oder um ein Feld für die Durchsetzung ihrer jüdisch-politischen Anschauungen zu erobern. Der Unterton der Verhandlungen in Beuthen klang ganz anders. Es handelte sich darum, die Wiederaufbau- und Produktivierungsaktionen, die von zentralen Hilfsorganisationen unternommen werden, den Verwaltungen dieser Organisationen aus der Hand zu nehmen und sie durch die berufenen Vertreter der Standesinteressen durchzuführen. Klar ausgedrückt: es handelte sich, wenigstens bei den Wortführern des jüdischen Massenhandwerks, um die Austragung von Gegensätzen zu Organisationen wie ״Ort“ und anderen. Das aber hat mit Liberalismus und Assimilation sehr wenig zu schaffen, sondern Ist eine Angelegenheit einer die Judenheit der ganzen Welt umfassenden Sozialpolitik. Natürlich muß man vom zionistischen Standpunkte aus die Gründung eines Weltverbandes jüdischer Handwerker auf das lebhafteste begrüßen. Jede Zusammenfassung jüdischer Menschen Im Geiste der Selbsthilfe ist pine Stärkung der jüdischen Gesamtheit, und darauf kommt es an. * ■ Die zweite erwähnenswerte jüdische Weltkonferenz, über die hier noch ausführlicher berichtet werden soll, betrifft die Tagung der jüdischen Frauen in Hamburg. An dieser Tagung sind Vertreterinnen jüdischer Frauenorganisationen aus zwölf Ländern größerer jüdischer Siedlungen beteiligt, die im Namen des Weltbundes jüdischer Frauen sich mit Fragen jüdischer Erziehung und Jugendbewegung, der Berufsberatung und Berufsumschichtung beschäftigen. Es muß nicht betont werden, wie wesentlich die Anteilnahme der Frauen für die Arbeit der jüdischen Renaissance ist. Die jüdischen Frauen, gleich ihren Gescljlechtsgenossinnen in der ganzen Welt, müssen ihre besonderen Fähigkeiten in den Dienst der jüdischen Allgemeinheit stellen, damit die Ziele, die sich die allgemeine jüdische Aufbaubewegung gesetzt hat, erreicht werden können, ltn Aufbau Palästinas spielt die jüdische Frau eine verhältnismäßigCiriel größere Rolle, als sie sonst in den Ländern der Diaspora bei gemeinsamen jüdischen Aktionen jemals gespielt hat oder gegenwärtig spielt. Diese Tatsache läßt sich daraus erklären, daß es sich in Palästina in jeder Hinsicht und bei jeder Arbeit um Neuland handelt Es gilt der jüdischen Fra« auch in dep 1־Dlaiperär »of alten -öetietöt»• jüpüfeber Betätigung' steht- «ttir formale Gleichberechtigung, sondern wesentliche Gleichstellung zu geben. Und zwar soll das nicht ein Geschenk auf Grund einer ideologischen Ueberlegung von der Gleichberechtigung der Frau sein, sondern das Ergebnis einer Eroberung aller Arbeitsgebiete* durch die Frau selbst Wenn der Umkreis der Aufgaben, die sich der Weltbund jüdischer Frauen gestellt hat, vorläufig zum größten Teil auf deifi Gebiete der Sozial- Politik liegt, so wollen wir hoffen und wünschen, daß sich dieser Aufgabenkreis vergrößern wird. Wir begleiten die Tagung des Weltbundes jüdischer Frauen mit den besten Wünschen für guten Erfolg, s. n. Der Schluß der A.-C.~ Sitzung Einberufung des Council beschlossen (Offizielles Kommunique.) In der fünften Plenarsitzung, die Sonntag, 2. Juni, bis t Uhr nachts dauerte, wurde die Beratung und Abstimmung der Kommissionsbeschlüsse über den Vertassungsentwurf der Jewish Agency fortgesetzt. Auch die sechste Plenarsitzung, welche am 3. Juni, vormittags 10 Uhr, zusammentrat und bis 2 Uhr dauerte, war der Beratung des Verfassungsentwurfes gewidmet, wobei hauptsächlich über die Punkte verhandelt wurde, bezüglich welcher die Kommission keine Beschlüsse gefaßt hatte Die siebente Plenarsitzung, eröffnet um 4 Uhr nachmittags, beriet eingehend über die noch nicht erledigten Paragraphen des Entwurfes. Im Laufe der Sitzung verlas Vorsitzender Leo Motzkin nachstehende Depeschen: ״Die amerikanischen A.-C.-Mitg!ieder bringen ihren dringenden Wunsch zum Ausdruck, daß der Council unmittelbar nach dem XVI. Kongreß einberufen werde. Coralnik, Fischmann, Goldberg, Rothenberg, S§muel, Sil v e r , Wi se.“ ״Die in einer Sitzung versammelte Exekutive der Zionistisehen Organisation Amerikas schließt sich dem Verlangen der amerikanischen A.-C.-Mitgiieder betreffend die Einberufung des Councils der Jewish Agency unmittelbar nach dem Kongresse an. Stone, Vorsitzender; Weisgal, Sekretär.“ In der achten Sitzung, die um 10 Uhr abends eröffnet wurde, gelangten nach einem Referate Felix׳ Rose nbl üt h s zunächst die Fragen der Vorbereitung und Tagesordnung des XVI. Zionistenkongresses zur Verhandlung. Es wurden Anregungen betreffend die zu erstattenden Referate gegeben. U. a. erklärte sich die Exekutive mit einer Anregung einverstanden, bei der Vorbereitung des Budfetentwur fes für den Zionistenkongreß sich mit einer aus en Herren Meier Berlin, Dizengoff, Harzfeld, Kaplan, Ruppin und Suprasky bestehenden, aus den Reihen der in Palästina wohnenden A.-C.-Mitglieder entnommenen, Kommission zu beraten. Kurt Blu ra e n f e I d erstattete namens der H ac h sch a - rah-Kommission Bericht und schlug im Einverständnis mit der Exekutive die Annahme nachstehender Resolution vor: ״Das Aktions-Comltö bringt der zionistischen Bewegung im gegenwärtigen Augenblick aufs neue die Bedeutung der Hacnscharah zum Bewußtsein und empfiehlt der Zionistisehen Organisation dringend, im nächsten Budget den Posten Hachschaiah entsprechend seiner Wichtigkeit in erhöhtem Ausmaße zu berücksichtigen.“ Der Antrag wird einstimmig aagenoounea. Hierauf wurden in der bis 4 Uhr morgens dauernden Sitzung die restlichen Punkte des Verfassungsentwurfes beraten und angenommen. Am Schlüsse gelangte nachstehende von Bileski, Arlosoroff, Hindes, Rosenblüth, Hugo Herrmann, Blumenfeld eingebrachte Hesoluüon zur Annahme: ״Das A.-C. stellt nach Prüfung des von der Exekutive vorgelegten Entwurfes einer Verfassung filr die erweiterte Jewish Agency fest, daß sie den wesentlichen Forderungen genügt, die vom Kongreß und vom A.-C. als hauptsächliche Grundlagen für die Agency beschlossen worden sind. Das A.-C. bestätigt die auf der letzten Sitzung gefaßten Beschlüsse und beauftragt die Exekutive, dafür Sorge zu tragen, daß der Council der erweiterten Jewish Agency unmittelbar nach dem XVI. Kongreß zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten kann. Das A.-C. ersucht die Exekutive, dahin zu wirken, daß der endgültige Text der Verfassung den Forderungen Rechnung trägt, die das A.-C. in dieser Sitzung zum Beschluß erhoben hat.“ Gegen diesen Antrag stimmten nur Grünbaum und Solowcitschlk. Nach der Annahme der Resolution gab Grünbäum eine längere Erklärung ab, die in der Behauptung gipfelte, daß die gefaßten- Beschlüsse mit Rücksicht auf die Beschlüsse der früheren Kongresse und A.-C.-Tagungen und mit Rücksicht auf die ausstehende Ratifikation durch den XVI. Zionistenkongreß illegal seien. Dies« Erklärung hatte eine Debatte zur Folge, die mit der Annahme des Antrages Arlosoroff, daß das A.-C. den Vorwurf der Illegalität seiner Beschlüsse mit Entschiedenheit zurückweist, ihren Abschluß fand. Mit Dankesworten an die Zionistische Vereinigung für Deutschland für die gewährte Gastfreundschaft, an das Büro, und nachdem Kurt Blumen feld namens der deutschen Zionisten eine Ansprache gehalten, Berthold Feiwel der Exekutive für ihre mustergültige Arbeit bei Abfassung des Verfassungsentwurfs und Lazarus Barth dem Vorsitzenden für seine Amtsführung gedankt hatte, schloß Motzkin mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß durch die letzten Be- Schlüsse für die Zionistische Organisation und für den Palästinaaufbau eine Aera verheißungsvoller Entwicklung beginnen werde, die Tagung. Das Resultat der Schekelsammlung ist bisher völlig unzureichend und bleibt weit hinter der zahlenmäßigen Stärke des deutschen Zionismus zurück. Wir entnehmen daraus, daß eine große Anzahl verkaufter Schekalim bis• her noch nicht abgerechnet ist und fordern daher sämtliehe Gesinnungsgenossen auf, unverzüglich den Schekelverkauf abzuschließcn und den Betrag sofort der Z.V.f.D. zu überweisen. Die Anzahl von 12 Mandaten, mit denen wir auf dem vorigen Kongreß vertreten waren, Ist noch lange nicht erreicht. Bisher sind erst 8 Mandate gesichert. Mit einer so kleinen Delegation war der deutsche Zionis• mus noch auf keinem Kongreß vertreten! Wir fordern die Schekelkommissare tmd Vertrauen*- leute auf, in diesen letzten Tagen mit äußerster Anstrengung die Schekelaktion durchzuführen. Die Schekel müssen bis zum 12. Juni, vormittags 9 Uhr, bei der Z. V. f. D. eingehen, wenn sie noch für das Mandatsergebnis mitbestimmend sein sollen. Die Landesschekelkoinmission der Z.V.f.D. Berlin W15, Meinekestr. 10. Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Empfand für Lord Robert Cecil Cedis neuerliches Bekenntnis zum Zionismus Im gastlichen Hause von Prof. Ludwig Stein fand Mittwoch, den 4. d. M., nachmittags ein vom ״Deutsche« Komitee Pro Palästina“ veranstalteter Thee zu Ehren von Lora Robert Cecil statt. Unter den Anwesenden bemerkte man die Damen Marie von Bimsen, Antonina Vällentln» ßcz.!von Ihne, Staatssekr. Weißmann, Gräfin Arco, ferner die Werren Eä Dernburg, Dirigenten ira Ausw. Amt Freiherr von RicbÜtofen, Leg.-Räte Ziemke und Sobemheim (Ausw. Amt), Ban» von Alvensleben, Minister Schiffer, Präsident Htunmel? und Frau, Botschaftsrat Nicolson (Engl. Botschaft), Botschafter Solf, den Vorsitzenden des Zionistischen A.-C, Mona», Vorsitzenden 40־ jüdischen -Getpeimle.iKare^iiMi^l”**1^ Lustig, Dr. Bernard Kahn, Staatssekr. a. D. Dr. Julius Hirsch und Frau, Chefredakteur der D. A. Z. Dr. Kahn, Chefredakteur Gesell (T.-U.), Eibau (Voss. Zeitung), sowie andere Persönlichketten der Gesellschaft und Vertreter der Presse. Prof. Ludwig Stein begrüßte die Erschienenen, in erster Linie de« Gast Lord Cecil, ferner die Vertreter der Zionistischen Welt- Organisation Col. Kisch, Mozkin und Bhimenfeld. Redner knüpfte an den Vortrag, den Cecil am Tage zuvor in der Ge- Seilschaft für Internationale Zusammenarbeit gehalten hat; Lord Cecil habe dort mit einem Bibelwort geschlossen und damit schon äußerlich zum Ausdruck gebracht, daß die Sache des Völkerbundes mit der Bibel verknüpft ist. Dies ist besonders bedeutungsvoll für eine Bewegung, die das Volk der Bibel wieder auferwecken will. Wir feiern Lord Cecil in seiner Doppeleigenschaft als Apostel der Völkerbunds-Idee und als Präsident der ״Palestine Mandate Society“ in England. Namens der Zionistischen Organisation richtete Kurt Blumenfeld Begrüßungsworte an den Gast. Er führte ungefähr aus: Wir Zionisten stehen in einem schweren Kampfe; wir arbeiten für eine Sache, die umstritten ist, und eine solche Sache braucht Freunde. Vielleicht kann man den Charakter eines Werkes am besten erkennen, wenn man sich die Freunde ansielit, die zu ihm stehen. Wir Zionisten haben überall in der Welt Freunde gefunden gerade unter den Menschen, die für Völkerversöhnung und Frieden eintreteji und die verstehen, daß die Produktivierung des jüdischen Volkes in seinem Lande ein Werk des Friedens ist. Im weiteren Verlauf seiner Rede erinnert Blumenfeld an die große Massenversammlung, die im Juli 1920 in Albert Hall in London stattfand und in der audt Cecil sprach. Diese Reden werden nicht veralten, denn sie enthalten das Versprechen, einem neuen Leben, das sich zu bilden beginnt, beizustehen. Es gab damals auch englische Juden, die von der Sache nichts wissen wollten. Einen davon traf ich, und er war ganz erschüttert. Ich fragte ihn, warum er so erschüttert sei, und er sagte: Heute habe ich zum erstenmal gefühlt, was wahre Gleichberechtigung bedeutet, in einer Welt, die sich mißversteht, die nichts kennt als Sieger und Besiegte. Wir aber vertrauen, daß es auch eine Welt des Verständnisses gibt, und wir sehen in Lord Cecil ein Symbol der wahren Gleichberechtigung aller Völker, und darum ist er auch ein Vorkämpfer des Völkerbundes und des Jüdischen Nationalheims. Es gibt nur eine Form des Dankes, nämlich durch echte und wirkliche Leistung und Vermehrung des Werkes, und ich hoffe, daß wir diesen Dank jedes Jahr unseren Freunden werden abstatten können. Col. Kisch betont, er wolle nur einen Aspekt des Zionismus hier kurz berühren, über den auch Lord Cecil kürzlich in London in der Palestine Mandate Society gesprochen hat: die Völker- und menschenverbindende Kraft des Zionismus. Wir Zionisten glauben, daß das Jüdische Nationalheim berufen ist, eine große Rolle zu spielen in der Völkerverständigung. Wir Juden Kommen nach Palästina aus der ganzen Welt, wir kennen die guten und schlechten Seiten der Zivilisation aller Völker, und wir wollen in Palästina etwas Neues aufbauen, aus dem Besten, das wir überall gelernt haben und gemäß den großen traditionellen Ideen des Judentums, die nur in Palästina ihren wahren Ausdruck finden können. So sehr auch die einzelnen Juden in den Staaten, denen anzugehören sie stolz sind, am allgemeinen Kulturleben aktiv teilnehmen, so glauben wir doch, daß wir auch als V 01 k der Welt noch etwas za geben haben,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.