Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 42 (31.5.1929)
- Date
- 1929-05-31
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653062-2653100--20787-2678808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JUEDI3CHE RUNDSCHAU Nr, 42. 31. V. 1929 J Aus den Gemeinden;i;) Versammlung der Volkspartei.;V Am 27. ds. Mts. fand im Schillersaal (Bismarckstr. 110) 'feine Versammlung der Jüdischen Volkspartei statt, in der vor den im Westen wohnenden Freunden der Partei ein Rechenschaftsbericht über die bisherige Tätigkeit der Mandatare in der Berliner jüdischen Gemeinde abgelegt wurde. Der Vorsitzende der Versammlung, Herr G r ü n f e 1 d, stellte in seinen einleitenden Worten fest, daß die gegenwärtige Verwaltung . der Berliner jüdischen Gemeinde seit ihrer Amtsdauer eine Fülle von Institutionen geschaffen hat und an die Lösung zahlreicher jahrzehntelang vernachlässigter Aufgaben herangetreten ist. Redakteur W a 1 d m a n n dankte für die Anerkennung, die den Arbeiten der Volkspartei in der Gemeinde : vom Vorsitzenden der Versammlung gezollt wurde, wies aber;;darauf hin, daß es erst einer langwierigen Erziehungsarbeit gelingen kann, die in Jahrzehnten durch die Liberalen erzeugte Gleichgültigkeit weiter Schichten der Berliner Judenheit gegenüber jüdischen Dingen zu beseitigen und in ein aktives 5 Interesse für jüdische Fragen zu verwandeln. Die Arbeit in der ^Gemeinde, müsse, sich organisch in ein. System gesamt- •ijüdischer Betätigung einfügen. Denn nur im Zuisämmenhang mit der Renaissancebewegung des jüdischen 'JVöJkes gewinne die Arbeit in den Gemeinden tieferen Sinn. Rechtsanwalt Df. Kollerischer schilderte die Schwierigskeiteh, ’ die die Volkspartei, auf die Mitwirkung anderer Grupfpeii angewiesen,' bei der Bewältigung ihrer Arbeiten zu überwinden habe. Die jüdische Gemeinde in Berlin bemühe sich unter Führung der Volkspartei alle Voraussetzungen und Institutiörien zu schaffen, die ein pulsierendes jüdisches Leben;ermöglichen. Der wesentlichste Teil der Arbeit müsse aber t.vort der jüdischen Gesellschaft selbst geleistet werden. Arthur Rothenberg erwähnte die Bemühungen, die Außenbezirke;,der :; Berliner jüdischen Gemeinde einzugemeinden und be-;־leuchtete an Hand zahlreicher Beispiele die Verständnislosigjtskeitvder Gemeindeliberalen gegenüber den neuen Strömungen :.und Bedürfnissen des jüdischen Lebens. Am Schluß sprach .}dererste Vörsitzende der Gemeinde Direktor Georg Kareski.;׳Die wesentlichste Aufgabe erblickt Kareski in der Erziehung; und, in der, Gewinnung der jüdischen Jugend. In ausgezeichneter Weise schilderte er die Wandlung in der Geschäftsführung der Berliner jüdischen Gemeinde seit der Zeit, da die ״Volkspartei ausschlaggebend in der Gemeindestube wirkt. Vor S" zehn Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, daß der erste Vorsitzende der Gemeinde in einer Volksversammlung erscheine, und dort Rede , und Antwort stehe. Die Demokrat!- }sierung der Gemeinde ist durchgeführt, der großen Masse!!der! Wählerschaft ist Möglichkeit gegeben, verantwortungsvoll;;mitzuarbeiten. Die Volkspartei hat ohne Erhöhung der Oeifmeihdfesteüern sie beträgt in Berlin 10 ״/o und ist wesent-! lieh niedriger, als die Beitragsleistung bei den anderen Kon- Zessionen — den neuen Siedlungsverhältnissen der Berliner!Judenheit Rechnung getragen. Während der kurzen Amts- 'sdäuer der neuen ,Gemeindeverwaltung sind viele Institutionen!(geschaffen ,worden, die :dazu beitragen sollen, ein inniges?Band-zwischen.Gemeindeverwaltung und jüdischer Bevölkerung §zü; schlingen. Mit gutem Gewissen und hoffnungsvoll werde!!ich die Volkspartei bei den nächsten Wahlen der Wählerschaft!stellen. Sie ist überzeugt, daß die Berliner jüdische Bevölke- - rung. dazu beitragen wird, den Mandataren der Volkspartei zum; Wohle der Gemeinde eine noch stärkere Position zu?schaffen, damit der von neuem Geiste beseelte Kurs bei-;,behalten- und ausgebaut werden kann. ■ Vom preußischen Landesverband Lieber die Verhandlungen des Großen, Rates des Preußile'hriLäfrdesverbandes■׳ jüdischer Gemeinden; deSäen Nachmit-־ f tagssitzung von Rechtsanwalt Dr. Klee; geleitet wurde, eräjfahren wir , von volksparteilicher Seite folgendes: ' Zur Frage der Anerkennung des Landesverba n- ■des als Körperschaft des öffentlichen Rechtes hat die Staats- Iffegierung die Forderung aufgestellt, daß die Mitglieder des §Rates die preußische Staatsbürgerschaft haben!(.müssen; Zu diesem Punkt ließ die Volkspartei durch ihren ( Redner Dr. Klee die Erklärung abgeben, daß für sie eine irgendwie geartete Beschränkung der Wahl ausländischer Glaubens- : genossen, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben, vollkommen!:,unannehmbar sei. Lieber würde die Volkspartei auf die }Anerkennung des Landesverbandes als einer öffentlich-recht-!,liehen Körperschaft verzichten, als eine solche Bedingung in Kauf zu nehmen. Der Referent Dr. Freund erklärte hierzu, daß nach seiner Meinung die Regierung die Forderung der (preußischen Staatsbürgerschaft für die Mitglieder des Rates S fallen. lassen - würde. /; In der Angelegenheit des Jud e n ge se t z e s entspann sich eine ausführliche Aussprache. Hier handelte es sich insbesondere |um;die' Liebergangsbestimmungen, die für die altpreußischen ״(Provinzen }erforderlich sind. Nach Erklärungen der Vertreter Cder- Provinzen Hannover und Hessen präzisierte Dr. Klee seine /:Auffassung י dahin, daß jede Sonderbestimmung ausgeschlossen ,־;sein müsse. — Zur Gesamtrevision der Verfassung begrün- If dete. Dr. Sandler einen Antrag, das Wahlalter auf 20 Jahre ' herabzusetzen. Er motivierte seine Stellungnahme mit der not- , wendigen Angleichung des Wahlalters an die poütisch-parlamen- . tarischen Körperschaften des Staates und der kommune. Weiter y׳ legte er daij daß diese Forderung sich decke mit den dringenden Wünschen der Jugend, die ihren Ausdruck gefunden haben in Seiher Resolution des Verbandes neutraler Jugendvereine in Dres- |den.. Der Redner vertrat sodann das Prinzip des Einkammer-!?Systems;״ (Die. Mehrheit war, der Meinung, daß die Aufrecht-» jSerhaltung des Rates, in seiner gegenwärtigen Form, so erheb- 1äliehe Bedenken auch gegen ihn geltend gemacht werden können, eine gewisse Verbindung der Zentrale mit den einzelnen Bea zirken gewährleiste. Der, Rechtsausschuß soll alle in der Dis-;kussiön: vorgetragenen Argumente prüfen und danach einen; neuen Entwurf vorlegen. r,;S ״Weltverband Jüdischer Handwerker“ ■': Auf der am .26. und 27. Mai in Beuthen abgehaltenen Kon- «ferenz der jüdischen Handwerkerverbände verschiedener Län- |(der würde die Gründung eines >־Weltverbandes jüdischer Hand- Sfwerker'‘ beschlossen. Die vom Zentralverband jüdischer Hand- ־ werker Deutschlands unterbreiteten Satzungen gelangten zur Annahme. Der Vorsitzende Markus, Berlin, gab einen Lieber- I»;blick über die Vorarbeiten zur Gründung des Weltverbandes und timte, , daß der zu schaffende Verband keinerlei polisehe Richtungen vertrete, sondern sich ausschließlich 1.wirtschaftliche : Momente zu bekümmern •haben werde. Er :ilte. auch; fe'stj daß er durchaus kein Konkurrenz-Unternehmen geh die Ort-Gesellschaft sein solle, Es erklärten sich zum ntritt in den Weltverband die jüdischen Handwer-!,verbände folgender Staaten bereit: Belgien durch Herrn üb, Antwerpen; Tschechoslowakei durch Herrn Polikj::Präg;;(Deuts fehl and durch Herrn Wolff, Berlin; Liuen durch Herrn Gurewitz, Kowno; Polen durch Herrn .isher, Warschau. Ferner auf schriftlichem Wege Lettland, S’1 R u m ä n i e n und Palästina, so daß der neue Verband acht }?;Länder einschließt. .Für die zu erledigenden Fragen werden gi'ärei Kommissionen eingesetzt: Eine Budget-, eine Statuten- und is״eine Wahlkommission. Zürn Sitz des Präsidiums wurde Berlin; bestimmt. Die Weltkonferenz ]fldischer Frauen Das Programm der Weltkonferenz jüdischer Frauen, die vom 4. bis 6. Juni in Hamburg (Curiohaus) tagen wird, ist folgendes: Montag, den 3. Juni, 7 Uhr abends, im Uhlenhorster Fährhaus ein vom Israelitisch-humanitären Frauenverein Hamburg veranstalteter Begrüßungsabend. Dienstag, den 4. Juni, 9 Uhr vorm. Eröffnung der Tagung durch die Präsidentin, Frau Rebekkah Kohut, Amerika. Ansprachen von Vertretungen des Senats, der Jüdischen Gemeinde, der Vorsitzenden des Bundes deutscher Frauenvereine und des Stadtbundes Hamburger Frauenvereine. A. Jüdische Religions- und Erziehungsfragen: 1. Die jüdisehen Heirats- und Scheidungsgesetze: Gegensätze zu dem Zivilrecht (Miss Lizzi Hands, England); Diskussion. 2. Erziehungsfragen: a) Bevölkerungspolitische Aufgaben der jüdisehen Frau. Erhaltung der Familie, Konflikte der Generationen (Frau Siddy Wronsky, Deutschland); Diskussion. 15 bis 18 Uhr: b) Settlementsarbeit, Jugendpflege und Jugendbewegung (Mrs. Basil Q. Henriques, England); Diskussion, c) Berufsberatung und Berufsumschichtung (Frau Ethel B a - r a c z s, Ungarn); Diskussion. Empfang der Delegierten durch den Hamburger Senat. Mittwoch, den 5. Juni. 9—13 Uhr: B. Soziale und Gemeindefragen: 1. Die Frau in Handel und Industrie. (Gibt es besondere Schwierigkeiten für die jüdische Frau? Notwendigkeit der Berufsberatung, Berufsausbildung und Arbeitsvermittlung). (Mrs., Frances D. P o 11 a k , Amerika); Diskussion. 2. Gleichberechtigung und Mitarbeit der Frau in der jüdischen Gemeinde (Frau Ottilie Schönewald, Deutschland); Diskussion. 3. Soziale Frauenarbeit in den verschiedenen Ländern (Frau Paula Ollendorff, Deutschland); Diskussion. 15—18 Uhr: C. Internationale Angelegenheiten: 1. Die Bedeutung des Völkerbundes, Frauen- und Mädchenschutz, Palästina-Mandat, Minoritätenschutz. (Frau Caroline W i jsenbeek-Franken, Holland); Diskussion. 2. Die Bedeutung der Kulturarbeit in Palästina für die Frauen (Frau A n i 11 a Müller-Cohen, Oesterreich, Frau Helene Hanna Thon, Palästina). Donnerstag, den 6. Juni. 9—13 Uhr: C. 3 Notwendigkeit und Aufgaben eines internationalen jüdischen Frauenbundes (Mrs. Rebekkah Kohut, Amerika); Diskussion. Donnerstag nachmittags bzw. Freitag: Besichtigungen von Gemeindeinstitutionen, Erholungsheim in Segeberg, Stadtrundfahrten, Hafenrundfahrt, Auswandererhallen und Hagenbecks Tierpark. Jabilänmslagnng des Jüdischen Franenbnndes Vom 9. bis. 12. Juni wird im Logenhaus, Berlin, Kleist- Straße 10, die 11. Deiegiertcntagung des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland abgehalten, die eine Jubiläumstagung aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens des Frauenbundes (1904 bis 1929) ist. Den Auftakt zur Tagung bildet eine am Sonntag, den 9. Juni, vormittags 111/4 Uhr, im Saale der Hochschule für Musik, Fasanensfr. 1, stattfindende Feier, in der Dr. Baeck;feine Ansprache halten wird. Die Arbeitssitzungen werden am Montag, den 10. Juni, 1/210 Uhr vormittags von Frau Bettina Brenner-Leipzig eröffnet. Paula 011 e n d o r f f-BresIau wird einen ״Rückblick über Entwicklung und Arbeit des Jüdischen Frauenbundes, Hannah K a r m i n s k i-Berlin einen ״Ausblick" geben. Den Referaten werden sich Arbeitsberichte der Kommissionen anschließen, — Aus den Referaten vom Dienstag, den 11. Juni, sind hervorzuheben: ״Die soziale Arbeit der jüdischen Frauenvereine“ (Berta E s c h e 1 b a c h e r-Düsseldorf); ״Soziale Arbeit als Beruf“ (Frieda Weinreifeh-Berlin); ״Aussprache“; ״Berieht über die: Weltkonferenz }jüdischer ' Frauen“ (Helene M:e yteif-iBerlin) y״ ׳Die bevölkerungspolitischen1 ־Aufgaben ־der jüdischen Frauen Deutschlands“ (Prof. Selmä M e y e r-Düsseldorf); ״Neue Gesetzentwürfe zu Fragen der Bevölkerungspolitik“ (Rechtsanwalt Marg. B e r e n t-Berlin). Ara Nachmittag findet eine geschlossene Fachsifzung der Zentralstelle für Pflegestellenwesen und Adoptionsvermittlung statt. In einer am Abend stattfindenden öffentlichen Kundg e b u n g werden führende Frauen der verschiedenen Länder über die jüdische Frau in Amerika, England, Polen, Oesterreich, Palästina usw. sprechen. — Am Mittwoch, den 12. Juni, wird eine geschlossene Delegiertentagung mit folgendem Programm abgehalten: Geschäftsbericht, Kassenbericht, Fort- Setzung der Kommissionsberichte, Wahlen des Vorstandes, Erledigung der Anträge. Aguda und Jewlsh Agency. Der Wiener Geschäftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel wandte sich an alle agudistischen Vereinigungen und Persönlichkeiten sowie der Aguda nahestehenden Korporationen, die Einladungen zu Konferenzen bezüglich der Jewish Agency erhalten, sich in Anbetracht der hohen Bedeutung dieser Frage vor Beantwortung der Einladungen mit dem G. A. in Wien in Verbindung zu setzen. Das Grab des ״Baal Sehern“ gefährdet? Eine aus Rußland eingetroffene Meldung besagt, daß das Grab des ״Baal Sehern“, des Schöpfers der Chassidischen Bewegung, im Dorfe Mezwisch (Mezerisch) in Gefahr ist. Der alte jüdische Friedhof in Mezerisch wird aufgehoben, sämtliche Gräber rings um den Ohel (Zelt über dein Grabe des ״Baal Sehern“) wurden bereits zerstört. Die jüdische Gemeinde überreichte den Behörden eine Bitte, das Grab des ״Baal Schern“ unversehrt zu ZUM 25. TODESTAGE THEODOR HERZLS: BÄUME IM HERZLWALD! BEGINN DER AKTION: 1. 3 U N I Vermischtes $ Zionistischer Gruppenverband Sachsen-Anhalt. Sonntag,( den 2. Juni, lCR/a Uhr, findet in Magdeburg in defi Räumen dgr־ Mendelssohn-Loge, Haus Hohenzoliern, Breite Weg 139/140, ei® Gruppenverbandstag statt. Tagesordnung: 1. Aktuelle Fragen* zionistischer Politik. Referent Dr. Kanowitz. 2. Aussprache!; 3. Unser Gemeindeprogramm. 4. Aussprache. 5. Eventualia^ Zionistische Föderation ״Misrachi“. Zur Vorbereitung der' Kongreßwahl veranstaltet die Berliner Misracbi-Ortsgruppe am Montag,‘ dem 3. Juni, abends 81/2 Uhr präz., in den Feslsälen des Hackesche* Hofes, Rosenlhäler Straße 40/41, eine Massenkundgebung! in der über das Thema: ״G e s e t z es t r e u e Juden, erkennt Eure Pflicht“ folgende Herren sprechen werden: Abgeordneter] Rabb. Dr. Nurok, Riga; Ministerialrat Hans Goslar, Berlin; Dr.'Sl Schule der Jugend. Wir erhalten folgende Zuschrift: Durctf mannigfache Umstande ist der.Beginn meiner Kurse verlegt wordeü| Ich werde beide Kurse am Montag, dem 3. Juni beginnen, und zwarlj 1hl—8 Uhr: Geschichte der Juden im christlichen Spanien.'Uebunf! mit Quellenlektüre. 8—io Uhr: Die sogenannten ״Ketzer“. Arbeit^ gemeinschaft über die ״Ketzer“ der Renaissance, an Hand von. Ä Modenas ״Magen weginah“ (in deutscher Uebersetzung) und Da Costal ״Thesen gegen die Tradition“. Für Aeltere. '-'J Dr. Joachim Prinz.! Vortrag Dr. Wolfgang von WeisK Am Donnerstag, dep| 6. Juni, spricht im großen Saal der Loge, Kleiststraßo io, Herr Dr. Wolfgang von Weisl über das Thema: ״Arabien von heute‘‘! Der Vortragende wird über seine Erfahrungen und Eindrücke he richten, die er durch seinen langjährigen Aufenthalt im Orient, ins besondere durch seine Expeditionen nach Liner-Arabien gewönne hat. Der Vortrag beginnt um 1/29 Uhr abends. Veranstalter ist Brit Trumpeldor Berlin. Lichtbilder werden die Ausführungen des Re Duisburg. Am 16. Mai sprach auf Veranlassung der Zionist^ sehen Vereinigung Julius Kaufmann (Köln) über ״Die Freistatt odei der Versuch einer nationalen Kritik des Zionismus". In der Zeit.voi dem Kriege, als Palästina noch keine Wirklichkeit war, habe de Zionismus die jüdische Wirklichkeit des Galuth ignoriert. :Redn<j1 und sein Bruder Fritz Mordechai Kaufmann gründeten die alljüdisi$ Revue die Freistatt, um den Weg zum Osten zu finden und• 1:u sammen, mit den besten Köpfen der Zeit (Mathias Acher, ־ Gusta Landauer, Arnold Zweig usw.) unromantisch die jüdischen Fakter ökonomische und kulturelle, aufzudecken.. Besonders im Beginn Lab man den Zionismus scharf kritisiert, dagegen die Assimilation, ä hoffnungslos ignoriert. Kulturell habe sich die Zeitschrift mit Erföl, gegen die Unterschätzung des Jiddischen gewandt. Redner bestritt nicht, daß die Revue allmählich zum Zionismus, besonders zun Poale-Zionismus in eia positiveres Verhältnis gekommen sei, als d? Krieg die Entwicklung des Unternehmens jäh abbrach. Dr. Epstei frt rJni• JwvJaiifnnrian Ar-1]1 r.111-aif 1 פ'a Tfnnfimann■' Aktualität nichts eüi| gebüßt hätten. Edmund Levy wies auf parallele Bestrebungen' hin so die Arbeit des Jüdischen Volksheims in Berlin. Vereinigung liberaler Rabbiner. Am 21* und Berlin die Hauptversammlung der Ver61 un:—- _j. Mai fani igung der liberale; __,Rabbiner erschiene»; m (Frankfurt a. M.), gab der J_A_4׳M Je- D.U..־_J׳.; Rabbiner Deutschlands statt, zu waren. Der Vorsitzende, Seligtmm״״ ״. Rechenschaftsbericht, worin er auf den Anteil der Rabbiner an -de Weltkonferenz des liberalen Judentums zu Berlin und der zu־ Ehr$ Montefiores erschienenen Festschrift Bezug nahm; ׳ an ־ den* Bericj schloß sich eine allgemeine• Ausspräche an.. Am 32. (Mai aprac pienemann (Offenha־ch) > über׳״•-.;?Eherechtliche^«Fragen*'? woran .;«|j eine'ungemein lebhafte und'eindringliche Diskussion schloß. ׳*Ä: Nachmittag referierte Seligmann (Frankfurt a.• Mi) über das nül mehr fertiggestellte Gebetbuch für liberale Gern eil! den. In den Vorstand wurden nach Vorschlag der Wahlkort( mission gewählt: Blumenthal (Berlin), Dienemann (Offenbaefcr Schönberger (Aachen), Grünewald (Mannheim), Italiener (Hamburg) Wolf (Dresden), Salomonski (Berlin), Vogelstein (Breslau), Wieü6J (Berlin) und Gallmer (Berlin), und in einem besonderen Wahlgang Seligmann (Frankfurt a. M.) als Vorsi1 ־ K. J. V.-Stellenvermittlung. Wir suchen: für große S5g& mühle Spezialisten zur Verwertung der Sägespäne; ferner Chemiker der Auszüge aus Büchern und Zeitschriften in mehreren Sprachen für diese Zwecke machen kann. — Stellung für Kaufmann der Textil- und Lederbranche, der flott englisch und französisch kor^p• spondiert. — Vertreter für Zahnärzte und allgemeine Praxis..i» Berlin und Provinz. — Auskunft erteilt das Präsidium des K. J. V^ Bleibtreustr. 50. Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweis^ Wir machen erneut auf unsere Berufsberatung und Lehrstellenvär• mittlung aufmerksam und empfehlen, sich wegen der Berufsuntei^ bringung zu Oktober 1929 bereite jetzt an unsere Organisation wenden. Es wird gebeten, das letzte Schulzeugnis und ' eventual auch Zeichnungen und• Bastelarbeiten mitzubringen. Spreo.Ji) stunden: Für Knaben: Dienstags und Freitags von io—1 Uhl Für Mädchen: Monfags und Mittwochs von 10—1 Uhr. Arbeit■ gemeinschaft der Jüdischen Arbeitenachweise, Abteilung Berufs• beratung, N 24« Auguststr. 17, Tel.: Norden 7085 bis 7087 und 9136 Jüdische Gemeinde. Freitag, den 31. Mai, abends: in allei Synagogen mit altem Ritus: 7,30 Uhr; in den Synagogen mit Org (auch Friedenstempel): 7 Uhr. Ansprache: Syn. Levdtzowstr.: ß Swarsensky. Sonnabend, den 1. Juni, morgens: Alte Synagoge’un Syn. Kotibusser Ufer: 8,30 Uhr; Syn. Kaiserstr., Rykestr., PesU lozzistr., Münchener Str., Grunewald, Franzensbader Str. und Alterij Versorgungsanstalten: 9 Uhr; Frühgottesdienst: Syn. Rykestfjj 6,30 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Frühgottesdienst (außer Friedens tempel): 7,30 Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigten: Syä Kaiserstr.: Dr. Wilhelm Levy; Syn. Rykestr,: Dr. Emil Cohn Syn. Pestalozzistr.: Dr. Emil Levy; Syn. Kottb. Ufer: Dr. Bleici| rode; Neue Synagoge: Dr. Weyl; Syn. Lindenstr.: Dr. W£ schauer; Syn. Fasanenstr.: Dr. Wiener; ־ Syn. . Levetzowstr.: ‘.ß$ Lewkowitz; Syn. Friedenstempel: Dr. Prinz. Schrifterklärung: Sy; Münchener Str.: Dr. Artur Levy. Jugendgottesdienste: 4 Uhr: Sy Kottb. Ufer: Dr. Bleichrode,* 4 Uhr: Alte Syn.': Rabbiner Nob^ 4 Uhr: Syn. Lindenstr.: Dr. Blumenthal; 4,30 Uhi*: Syn. München; Straße: Dr. Arthur Levy. Sabbat-Ausgang: 9,15 Uhr. Gottesdien an den Wochentagen: abends in allen Synagogen mit Ausnahme־'J! nachbezeichneten: 7,30 Uhr; während der Sephirazeit in den Sj־; agogen Alte, Kaiserstr., Rykestr., Pestalozzistr. und Kottb. Ufei Mincha: 1/2 Stunde vor Maariw; zwischen Mincha und Maariw: Vo träge der Rabbiner; morgens: Synagogen mit altem Ritus außer Sj: Pestalozzistr., Münchener Str. und Grunewald: 6,30 Uhr; Sy Pestalozzistr., Münchener Str.', Grünewald und Synagogen mit neue: Ritus: 7 Uhr. * Der deutsche Talmud. Im Verla״ Bibiion, , soeben der erste Band der zwölf Bande umfassenden, deutsche Uebertragung des Talmud von Lazarus Goldschmidt. M dieser Ausgäe erscheint dieses Werk zum erstenmal in seiner Qi samtheit in einer anderen als der Ursprache. Der besondere Wer dieser Ausgabe liegt darin, daß die sämtlichen Y0n der miltelalter liehen Zensur unterdrückten Stellen nunmehr vollständig in de Gedenkei des Schekel-Termini,