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Jüdische Rundschau · 1929-05-24 · Heft 39-40 (24.5.1929) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 39-40 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 252 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 39/40, 24. V. 1929 Die Kongreß-Wahlkampagne . _ Am 5. Mai fand eine Sitzung der Allgemeinen Zionisten statt, zu der Zionisten aus allen Teilen Deutschlands eingeladen waren. In dieser Sitzung wurde die Liste der Kandidaten aufgestellt und folgendes Programm der Allgemeinen Zionisten beschlossen. Koagreßprognmm der Allgemeinen Zionisten in Deutschland 1. Der XVI. ZionisfenkongreO hat die Erweiterung der Jewish Agency endgültig durchzuführen. Die Erweiterung der Jewish Agency erfordert ein erneutes Bekenntnis aller Zionisten zu der nationalen Grundlage der zionistischen Bewegung und zu den gemeinsamen Zielen zionistischen Streben«. Der Kongreß soll in seinen Beschlüssen Zeugnis fiir die Lebenskraft und den Zttkunftswilleu der Zionistischen Organisation ablogen. Es gilt daher, Reformen durchzuführen, die eine Erstarkung der Organisation für den Kampf um die Durchsetzung des zionistischen Gedankens im Gesamtjudentum gewährleisten. II. Die Bildung der Exekutive soll auf der Grundlage einer Koalition angestrebt werden, d. 11. einer die Exekutive stützenden Vereinigung der repräsentativen Gruppen auf der Grundläge eines gemeinsamen Aktionsprogrammes. m. Grundlinien des Aktionsprogrammes für die nächste Arbeifsperiode: A. Die Stärkung der Zionistischen Organisation und die Ausbreitung des Zionismus im Galuth ist von allen Gruppen in gemeinsamer Arbeit, gefördert durch zentrale Propaganda der Exekutive durchzufiihren. Diese Aufgabe verlangt Zusammenschluß aller zionistischen Gruppen unter Zurückstellung des Gruppenwettbewerbes und der Parteiauseinandersetzungen. B. Die Politik der Zionistischen Organisation soll bei Anerkennung der Bedeutung eines guten Einvernehmens mit der Mandatarmacht darauf gerichtet sein, daß die im Mandat enthaltenen Bestimmungen zugunsten der jüdischen Heimstätte In ihrem vollen Umfange realisiert werden. Jeder Versuch von Einzelpersonen — oder Gruppen, auf dem Gebiete der äußcren Politik selbständige Aktionen zu unternehmen, ist abzulehnen. Wir sind gegen alle Bestrebungen, die quantitative Bedeutung des Begriffes der jüdischen Heimstätte zu bagatellisieren. Die nationale Lösung der Judenfrage kann nur durch ein allseifig entwickeltes Leben eines auch zahlenmäßig bedeutenden, sich selbst erhaltenden Teiles des Volkes in geschlossener Siedlung im eigenen Lande erreicht werden. Die Exekutive soll aktive Schritte im Sinne einer jüdischarabischen Verständigung unternehmen. Eine ständige politische Aufgabe ist die Gewinnung des Verständnisses der großen politischen Welt. Dabei ist die Anerkennung unserer Arbeit durch die Organe des Völkerbundes von besonderer Bedeutung. C. Ziel unserer Kolonisationspolitik ist es, so bald als möglich eine neue Expansion des jüdischen Siedlwigswerkes in Erez-Israel herbeizufiihren, durch welche eine möglichst umfangreiche und zugleich entsprechend den Bedingungen der zionistischen Bewegung wirtschaftlich gerechtfertigte Einwanderung garantiert werden soll. Die Mittel zu einer expansiven Kolonisationspolitik erwarten wir von der Erweiterung der Agency, deren Sinn es ist, einen neuen Abschnitt zionistischer Großkolonisation in Palästina herbeizufiihren. Die Agency wird sich nicht darauf beschränken dürfen, selbst in großem Umfang finanzielle Mittel aufzubringen. Sie wird darüber hinaus die Aufgabe haben, in großzügiger Weise den Zuzug jftdisehen Privatkapitals nach Palästina anzuregen. Sic wird nach einem für Jahre voraus aufzustellenden Siedlungsplan als nationale Autorität das Siedlungswerk zu gestalten haben. Dabei wird sie auch darauf bedacht sein müssen, rechtzeitig den nationalen Einfluß in entstehenden Schlüsselunternchmungcn. die für das ganze Kolonisationswerk von überragender ״Bedeututig sind, zu sichern. Die in den letzten zwei Jahren eingcleitete Konsolidierung des Siedlungswcrkcs muß als erster Schritt einer auf größere Ausdehnung gerichteten Kolonisationsarbeit zu Ende geführt werden. D. Leitende Prinzipien des Siedlungswerkes sind: 1. Jüdische Arbeit, 2. Weitest mögliche Ueberführung des Bodens in Gemeincigentum des jüdischen Volkes, 3. Selbstbestimmungsrecht des Siedlers, in Verbindung mit dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit der Betriebe. ׳ _ E. Die Kolonisationsinstanzen der Jewish Agency sollen mit den produktiven Kräften des Jischuw aus allen Lagern, insbesondere mit den Organen der jüdischen Arbeiterschaft zusammen wirken. In Anerkennung der fundamentalen nationalen Bedeutung der Arbeiterschaft für das Siedlungswerk sollen die Bestrebungen der Arbeiterschaft, zufriedenstellende Arbeitsbedingungen für den jüdischen Arbeiter zu schaffen, mit allen Kräften unterstützt werden. Schatzgesetze für In Fabriken beschäftigte lraoen and Kinder Mit der zunehmenden industriellen Entwicklung Palästinas ist auch die Z a h 1 <1 e r Frauen, die in Fabriken beschäftigt sind, stark gestiegen. Frauen sind besonders in folgenden Produktionszweigen beschäftigt: Erzeugung von Zigaretten, Kartonnagen, Seife, Schokolade, mechanischen Stickereien, Webereien tisw. Bis zum Jahre 1027 besaß Palästina keinerlei Fabrikgesetzgebung, die die Arbeit regelte. Im November 1027 erschien die erste Verordnung dieser Art, die sich rnit der Arbeit von Frauen und Kindern befaßt. Sie ist als der erste Anfang einer Fabrikgesetzgebung anzusehen. Es wird festgesetzt, daß die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren verboten ist, daß die Maximalarbeitszeit nicht mehr als acht Stunden betragen darf, sowie daß nicht mehr als fünf Stunden ohne Unterbrechung gearbeitet werden darf. Sonntagsruhe ist Pflicht, Beschäftigung von Frauen und Kindern in gefährlichen Betrieben, sowie in Nachtschicht, ist verboten. Dieses Gesetz, das als der erste, freilich noch ungenügende Anfang einer Fabrikgesetzgebung bei seinem Erscheinen warm in Palästina begrüßt wurde, ist zu einem großen Teile auf dem Papier geblieben, vor allem deswegen, weil die Inspektion nicht wirkungsvoll genug durchgeführt wurde. Viele der Regierungsbeamten haben wohl das Recht, die Fabriken zu inspizieren, sind aber nicht verpflichtet, es zu tun. Es wird interessieren, daß jetzt Frl. Hedwig G c 11 n e r, Mitglied der Exekutive der Wizo und Sekretärin im Arbeitsdepartement der Zionistischen Organisation, zur Fabrikinspektorin ernannt worden ist. Die Keren Hajessod-Einnahmen im April. Die Netto-Einjgänge beim Hauptbüro des Keren Hajessod betrugen im April 1929 laut provisorischer Aufstellung 34 073 Pfund. Davon entfallen auf die Vereinigten Staaten 14912, England 4 500, Süd- Afrika 4000, Alt-Rumänien 2995, Deutschland 1932, Holfand 1335 Pfund. Der Rest wurde ans anderen Ländern über- ■wiesen. (Ziko.) Palästina-Touristen. Unter den Teilnehmern der vom Palestine and Fgypt-LIoyd veranstalteten Palästina-Tour der ״O/cana“-Passagiere befanden sich u. a. folgende Personen aus Deutschland: der Staatssekretär im Deutschen Reichs- Finanzministerium Prof. Popitz, der Chefredakteur der Deutschen Telcgraphen-Union Heinrich Gesell, der Chefredaktcur des ,,Berliner Börsencouricr“ Dr, Faktor, die Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die Schriftstellerin Vicki Bau m , die Justizräte D. M a g n u s und Dr. Zander aus Berlin. Die Ausgrabungen in Beth Alpha. Nach einer .Verfügung der Regierung mußten die Ausgrabungen des Synagogen- Mosaiks in Beth Alpha wieder mit Erde bedeckt werden, um einer Beschädigung der wertvollen Altertümer vorzubeugen. Sobald das geplante Schutzgebäude über dem Mosaik errichtet sein wird, werden die Ausgrabungen wieder zur Besichtigung freigelegt und Besuchern zugänglich gemacht werden. Zehnjähriges Jubiläum der Achduth Haawodah. Die sozialistische Arbeiterpartei ,,Achduth Haawodah“ feierte den Jahrestag ihres zehnjährigen Bestehens durch eine Zusammenkunft in Naharairn (Rutenberg-Kraftzentrale am Jordan). Aus den Siedlungspunkten der ganzen Umgebung waren Teilnehmer herheigeströmt. ßerl Kaznelson hielt eine längere Anspräche über die Entwicklung der Partei im Laufe ihres zehnjährigen Bestehens. Künstlerische Darbietungen schlossen die wirkungsvolle Feier ab. (Ziko.) Der jüdische Journalist Samuel Halevi ist aus der Türkei a u s g e wiesen worden, weil er in Artikeln, die er im Auslande veröffentlichte, das System der Judenverfolgung der Türkei gegeißelt und gegen die Zwangsassimilation protestiert hat. Leo M o t z k i n , der Leiter des Rates zum Schutze der jüdischen Minderheitenrechte, hat sich nach Madrid begeben, wo in diesen Tagen der Kongreß der Internationalen Union der Völkerbundgescllschaften stattfindet. An unsere Abonnenten! Die Post verlangt von uns die Anmeldung der vom 1. Juli 1929 ab zu liefernden Exemplare bis zum 15. Juni. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die Jüdische Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Junitagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, dafe diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im Hai 1929. Verlas ,Jüdische Rundschau“ Berlin W15, Melnekestrafle 10 Ortspuppen Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 16. Mai, sprach hier Herr Karl Glaser, Berlin über ״Die Lehre von Manau“. Ausgehend von der Tatsache der Blutbeschuldigung in der Manauer JMordaffäre, zeigte er auf, daß dieser Vorgang nicht vereinzelt sei, sondern in Memel, Ungarn und den Südstaaten der U. S.A. in den letzten Monaten seine Parallelen gefunden habe. Für diese Beschuldigungen seien nicht Verstand und kühle Ueberlcgung, sondern blinder Haß maßgebend. Selbst- Verständlichkeit ist es, diesem Haß durch Aufklärung und Interventionen bei Behörden entgegenzuarbeiten, doch das Wichtig ste sei von den Abwehr-Institutionen vergessen worden: der jüdischen Bevölkerung in der bedrohten Gegend jüdische Werte zu vermitteln, damit von ihr der Ansturm von Haß glücklich überstanden werden könne. Nur die Normalisierung des Judentums gibt die Basis für den Kampf gegen den Antisemitismus und Normalisierung ist nur in Palästina möglich. So liege im Zionismus die einzige jüdische Mögliclikeit der Ueberwindung des Judenhasses. Deshalb müsse auch schärfster Protest dagegen erhoben werden, daß immer noch Versuche gemacht werden, die Zionisten bei der Abwehrarbeit auszuschalten. Technische Schwierigkeiten dürften keinen Grund bilden, den Zionisten den ihnen zustehenden Platz, an der gemeinsamen Verteidigungsfront esu zuräumen. Herr Dr. Liebstädter dankte dem Referenten mit herzlichen Worten für seine ausgezeichneten Darlegungen. Bamberg. Am 14. Mai sprach Herr Carl Glaser (Berlin) über: ״Die Lehre von Manau“. Keine unserer Versammlungen in den letzten Jahren hatte einen derartig starken Besuch seitens der Nichtzionisten aufzuweisen wie diese. An der auf den Vortrag folgenden Diskussion beteiligte sich insbesondere der örtliche Vorsitzende des Zentralvereins. Soziale Arbeit Frankfurt a. M. (Tagung der jüdischen Wohlf a 11 r t s p f 1 e g e.) Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltete gemeinsam mit dem Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau und der jüdischen Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M. am 12. und 13. Mai d. J. in den Räumen der Frankfurt-Loge eine Bezirkstagung für West- und Süddeutschland. Die unter Leitung der Herren Rabbiner Dr. Horowitz und Bloch (Frankfurt) geführten Hauptverhandlungen des ersten Tages galten dem Thema ״Planwirtschaft in der Wohlfahrtsarbeit“. Die ein-?.einen Sachgebiete waren auf folgende Referate verteilt: Justizrat Dr. Straus (München): ״Zur Planwirtschaft in der Mittelbeschaffung und Mittelverwendung“. Frieda Weinreich (Berlin): ״Zur Planwirtschaft im Anstaltswesen und 1n der Erholungsfiirsorge“. Dir. Dr. Rothschild (Dinslaken): ״Zur Plan- Wirtschaft im Anstaltsbctriebc“. ln den Referaten wie in der Aussprache wurde einmütig hervorgehoben, daß die planmäßige Gestaltung der Wohlfahrtsarbeit eine dringende Forderung sei. Die öffentliche Versammlung, die am ersten Abend stattfand, gab den Ausführungen von Herrn Dr. Baeck (Berlin), Frau Bettina Brenner (Leipzig), Herrn Dr. Straus (München) und Herrn Dr. Horowitz (Frankfurt a. M.) einen starken Widerhall. Von allgemeiner Bedeutung war auch die Aussprache des ״Sozialen Ausschusses des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes“ über das Thema: ״Rabbiner und Jugend“ (Rabb. Dr. Prinz, Berlin, und Dr. Franz Wolf, Frankfurt a. M., über: ״Rabbiner und Jugendbewegung“; Rabb. Dr. Max Grünw a 1 d , Mannheim, und Dr. Georg L u b i n s k i, Berlin, über: ״Rabbiner und Jugendpflege“). Im Rahmen der Tagung fanden ferner unter Vorsitz von Dr. Baeck (Berlin) eine Sitzung des Gesamtvorstandes der Zentralwohlfahrtsstelle statt. Vermischtes Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde Berlin. Der Unterricht in den Klassen im Zentrum und im Westen (Beth- Am, Grolmanstr. 36) wird am Montag, dem 27. Mai, wieder aufgenommen. Neuanmeldungen nach Rücksprache mit dein Leiter der Anstalt, Herrn Berggrün in seiner Sprechzeit: Montag und Donnerstag 7—7.30 LJhr abends in der Schule, Gr. Fiamburger Str. 27; Mitwoch 6.30—7 Uhr abends im Beth-Am. Tel.: Brabant 501( nachm. 2—3 Uhr). Der Verein zur Gründung und Erhaltung einer Akademie fiir die Wissenschaft des Judentums veranstaltet am Sonntag, dem 2. Juni, vormittags 1 ז Uhr, seine Jahresversammlung im Gartensaal des Logenhauses KInislslr. io. Im Anschluß findet eine Trauerfeier für Gustav Bradt, den Begründer der Akademie, um גז Uhr im! Großen Saale statt, bei der Rabbiner Dr. Leo Baeck die Gedenkrede hallen wird. Weltverband jüdischer Handwerker, E. V. In ßeuthen (O.-Schl.) findet am 36. und 37. Mai (Kaisersaal, Bahnhofstr. 34) die Gründungsversammlting des ״Weltverbandes jüdischer Handwerker, K. V.", statt. Der Verband (mit dom Sitz in Berlin) bezweckt dia Zusammenfassung der jüdischen llandwerkerorganmtionen aller Länder. Zu seiner Aufgabe macht er sich die Förderung der Lehrlingsnusbildung, die Schaffung einer Beratungsstelle für Wirtschaft und Technik im Handwerk, die Errichtung einer Einkaufsstello für Maschinen und Rohstoffe, den Ausbau von Kredileinrichlungen und Genrissenschaften und den Zusammenschluß der verschiedenen genossensrhaftlichen Krediteinrichtungen der jüdischen Handwerker zu einer Zentralbank u. ii. Der Hechaluz Berlin veranstaltet am Sonnabend, dem 25. Mai, 8 I hr abends, im neuen Heim des Hechaluz, Pankow, Mühlenstr. 77, eine Aussprache der jüdischen Jugondbiinde über die Errichtung des Beth ChaJuz in Berlin. Alle zionistischen Bünde werden darum gebeten, ihre Vertreter zu dieser Versammlung zu entsenden. Jüdische Volkspartei. Die Jüdische Volk sparte! veranstaltet am Montag, dem 27. d. M. in der Synagoge Peslalozzislr. eine Versammlung in *1er die Herren Rechtsanwalt Dr. Kollenscher, Ministerialrat H. Goslar, Dr. Aron Sandler, und Redakteur Moses Waldmann über Gemeindeangelegenheiten sprechen werden. Beginn 8 2/י Uhr. Eintritt frei. Palästina-Jugendfahrt 1929. Die Prospekt® der Palästina- Jugcndfahrt >959 sind soeben erschienen und werden den Interessenten vom Palästina- und Orient-Lloyd, Berlin N 24, Friedrichstraße 121, zugesandt. ״Freunde menschlicher Stimme“, so betitelt sich ein neugegründeter Verband, welcher am Dienstag, dem 28. 5. sein® 1. Voranstaltung im Bechstcin-Saale haben wird. Maxim Svvertlin wird einen Vortrag über ״Geistige und körperliche Stimme" halten, mit Gesangsbeispielen unter Mitwirkung von Jenny Sormenberg. Breslau. Am 13. Mai fand die erste Probe der ״Vereinigtonjüdischen Chore, Br e s 1 a u" statt. Die unerwartet starke Beteiligung (120 feste Mitglieder) ist ein Beweis dafür, mit welchem Interesse die Gründung begrüßt worden ist. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Hans Krieg. Hauptsächlich soll Chormusik jüdischer Komponisten, Chormusik jüdischen Inhalts und jüdische Volksmusik gepflegt werden. Es wird beabsichtigt, in absehbarer Zeit ein jüdisches Orchester anzuschließen. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle, Breslau, Kaiser-Wilbelm-Str. 16. Jüdischer Arbeitsnachweis. Nach der Schulentlassung haben wir noch eine große Anzahl von Lehrstellen in allen Berufen vorgemerkt. Wir bitten diejenigen Jugendlichen, die noch keine Lehrstelle gefunden haben, sich an uns zu wenden. Sprechstunden: Für Knaben: Dienstags und Freitags von 10—ו Uhr. Für Mädchen: Montags und Mittwochs von IO—1 Uhr. Arbeitsgemeinschaft der Jtidisehen Arbeitsnachweise,, Abteilung Berufsberatung. Berlin N 24, Auguststr. 17. Tel.: Amt Norden 91.30, 7085—7087. Die Kinder-Tageskolonle des Berliner Komitees der ״Ose" im Cirunewald wird‘, wie alljährlich, Ende des Monats eröffnet. Die Anmeldung für die erste Gruppe — Kinder im Vorschulalter von vier bis sechs Jahren — werden in der Beratungsstelle des Komitees, Gormannstr. 27, während der Sprechstunden, entgegengenommen. (Montag, Mittwoch, Donnerstag von 4—6, Dienstag von 13—1 Uhr.) Frag. Am 1t. d. M. hielt Dr. Robert Welt 5c h (Berlin) im Rahmen des 40. semestrigen Stiftungsfestes des akademischen Vereins ״Theodor Hcrzl“ einen Vortrag über ״Die Situation des Zionismus vor dem 16. Kongreß“. Der Referent schilderte den gegenwärtigen Zionismus als einen transitorischen und hob die positiven Ergebnisse der Arbeit der letzten 10 Jahre hervor, sowie die Persp״kliven, die sich aus der Erweiterung der Palästina-Bewegung ergeben. In der Diskussion vertrat Frl. Dr. Mirjam Scheuer den Standpunkt der Radikalen. Berichtigung. Die Geschäftsstelle Mensa Academica J11 da i ca, über deren Einrichtung wir in Nr. 34 unseres Blattes berichteten, befindet sich in der Rosenstr. 2-4 und nicht, wie irrtümlich angegeben, in der Rosenlhaler Straße. K. J. V. - S t e 1 1 e 11 v e r m i 111 u n g. Mir suchen für einen Assessor Anwaltsvertretung oder sonstigen geeigneten Posten (vorzugsweis« Berlin). Angebote an K.J.V., Bleibtreustr. 90. Brüder-Verein der Tarnopoler und Umgegend in Berlin, Geschäftsstelle J. Koppel, VVeinmeistcrstr. 13, Norden 8896, veranstaltet am Sonntag, dem 16. Juni 1929, vorm., einen Dampferausflug mit Tanz an Bord. Gegen ungünstiges Wetter ist der Dampfer geschützt. Fahrkarten und Näheres nur durch die Geschäftsstelle. Gäste willkommen! Jüdische Gemeinde. Freitag, den 2 4. Mai, abends: ln aller Synagogen mit altem Ritus: 7,30 Uhr; in den Synagogen mit Orgel (auch Friedenstempel) 7׳ Uhr. Predigten: Synagoge Lützowstr.: Dr. Weiße; Synagoge Levetzowstr.: Dr. Prinz. Sonnabend, den 25. Mai, morgens: Alte Synagoge und Synagoge Kottbusser Ufer: 8.30 Uhr; Synagogen Kaisers!!•., Rykestr., Pestalozzlstr., Münchener Sir., Grunewald, Franzensbaderstr. und Alterversorgungsanstalten: 9 Uhr; Frühgottesdienst: Synagoge Rykestr.: 6,30 Uhr: Synagogen mit neuem Ritus: Frühgottesdienst (außer Synagoge Friedenstempelj: 7.30 Uhr: Hauptgottesdienst: jo Uhr. Jugendausprachc: Synagoge Friedenstempel: Dr. Prinz. Predigten: Alte Synagoge : Dr. Freimann; Synagoge Lindenstr.: Dr. Weyl. Schriftcrklärung Synagoge Mimrhener Str.: Dr. Arthur Levy; Synagoge Grunewald: Dr. Emil Cohn. JugcnrlgoUcsdienst: 4 Uhr: Synagoge Kottbuser Ufer: Dr. Bleichrode; 4.30 Uhr: Synagogo Münchener Str.: Dr. Arthur Levy. Sabbat- Ausgang: 9,0.4 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in!!!len Synagogen mit Ausnahme der nachbe/eichncten: 7,30 Uhr; während der Sephirazeit in den Synagogen Alte: Kaiscrstr., Rykestr.. Pcstalazzistr. und Kottbuser Ufer: Mincha: (j Stunde vor Maariw; zwischen Mincha und Maariw Vorträge der Rabbiner. Morgens: Synagogen mit altem Ritus außer Synagoge Pestalozzlstr. und Müuebener Str.: 6,30 l hr; Synagogen Pestalozzistr., Münchener Str., Grunewald und Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Mädcheneinsegnung: Sonntag, den 26. Mai, vormittag 11 I hr, Synagoge Easanensl r.: Dr. Wiener. Bad Landeck. Die bekannten Heilerfolge des Radium-Schwefel- Bades Landcck bei Gicht, Rheumatismus, Ischias, Frauenkrankheiten, Nervenleiden, Altcrsersehcinungen veranlassen, besonders in der Frühlings/oil und im *eiligen Sommer, viele Kranke und Genesungsuchende dieses schon seit 700 Jahren Bekannte Heilbad in der Grafschalt Glatz aufzusuchea. Für alle Arien .Unterhaltungen ist gesorgt.

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