Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 38 (17.5.1929)
- Date
- 1929-05-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnammer 0£$ Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint;edeaDienstap u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldxnark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. AnaUadaalKniMmeBU »erden In der WÜuung dar einralnao Länder baradmt. Ajmlganprafcn 8 g*»|>. NoopweiillaaaOe O.SO CVM. SteUrnftoeuehe O.ZS G-M. Redaktion Verlag und Anzeigen •Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m* b. H., BerlinW!5, Meinekestr. 10 Telephon: J 1 Bismarck 7165 -70. Aaziüti^QBsdbluf; Di«n11t«g und Freitag oachmitUfs 4 tlhr Redaktionsachluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Po»t1check-Konten: B«rtio 173,92, Basel V 9355, Belgrad 680 32, Brüssel 394 33, Budapest 59693, D«nzig 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Strssshurg 164 30, Wsmcbau 190 708, Wien 156 030. Bank-Kenten; DannBiädter und NadonalHank, E*«p,*K.as&fs Berlin, Kor, fümettdamm 52; Baue• de Est, Otmuti (Rumänien); Angln Palestine Co. in Haifa, Jerusalem, Tal-Aviv. אייר" תרפ״ט XXXIV. Jabrg. jPer Zionismus erstrebt fOr das indische Volk die Schaffung alner Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.״ Die Industriellen - Tagung Von unserem palästinensischen Korrespondenten. AG., Tel-Awiw, den 9. Mai 1929. «unter den zahlreichen Veranstaltungen, die während des letzten Monats im Rahmen der Ausstellung des Nahen Ostens in Tel-Awiw stattfanden, nimmt die Konferenz des In* dustriell enverbandes eine besondere Stellung ein. Es war im Grunde keine eigentliche Konferenz, sondern eine Art Festakt; eine Zusammenkunft der Industriellen mit einem Referat des Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Walter Mo ses, über den Stand und die Bedürfnisse der Industrie und einer Reihe von Begrüßungen und Beschlüssen. Wie schon die Ausstellung bewies, hat die junge palästinensische Industrie in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Sie umfaßt zurzeit an die 600 Betriebe und beschäftigt gegen 6000 ständige Arbeiter. Der überwiegende Teil der Unternehmungen ist kleinen Umfangs. Daneben zeigt Tel-Awiw eine Reihe von mittleren und Haifa bereits einige größere Betriebe. Der Fortschritt der Industrie zeigt sich nicht so sehr in ihrer Ausbreitung, obwohl auch diese nicht zu leugnen ist. (Haben doch die Betriebe im Laufe der letzten Jahre gegen 1000 Arbeiter neu eingestellt.) Ausschlaggebend ist nicht das Wachstum, sondern die Sicherung und innere Stärkung der Fabriken. Die Unternehmungen, die aus irgendwelchen Gründen nicht vorwärtskommen konnten, sind bald zusammengebrochen. Und während der letzten Jahre haben die anderen sich langsam aber sicher ihren Weg gebahnt. Was heute besteht, befindet sich in einer gesunden Entwichlung und verspricht für die Zukunft gute Resultate. Bestimmte Produktionszweige sind in Palästina deshalb verhältnismäßig stark entwickelt, weil sachkundige Einwanderer ihre Betriebe, die sie im Galuth gehabt hatten, nach Palästina verlegten. Das gilt vor allem für die T e x t i 1 f a b r i k a t i o n, die in den letzten fünf Jahren aus Polen nach Tel-Awiw und der Umgebung verpflanzt wurde. Andere Betriebe stützen sich in ihrer Produktion auf einheimische Rohstoffe, wie zum Beispiel die..;Osl* ,»«4׳ §eif»f»ta|r Ähsp|n‘f,.u11J die SalÄ ״״d ZoriLtiifabriken, die dca Ton und Ab Salz des Landes ausbeuten. Bis heute ist die Industrie, die sich auf die fandwirtschaftlichen Produkte stützt, ziemlich geringfügig (Sehemen und einige ganz kleinere Betriebe ausgenommen). Der Verbrauch ausländischer Frucht- und Fischkonserven ist noch bedeutend. Mit der Entwicklung der Plantagenwirtschaft wird die- Notwendigkeit der Verwertung der zum Export nicht geeigneten Früchte von selbst zum Beginn einer Marmeladenindustrie in größerem Maßstabe führen müssen. Die Industrie in Palästina hat bisher unter recht schwieri ge ^Bedingungen gearbeitet Sie hatte Neuland zu erforschen, ohne sich auf irgendwelche Erfahrungen stützen zu können und ohne feste Märkte zu besitzen. Die Kreditfrage wurde bei allen Gelegenheiten als eines der schwersten Probleme der Industrie genannt. Die relativ kleinen Mittel der meisten Unternehmer machten ein langsames und vorsichtiges Arbeiten zur Bedingung des Erfolges. Und die Regierung verfolgte eine Politik des ״wait and see“, des Abwartens, ohne der jungen Industrie praktische Hilfe zu leisten. Aus dem Bericht des Verbandes geht hervor, daß die Unternehmer sich trotz allem durchgesetzt haben. Die Betriebe fanden ihren ersten und größten Absatz auf dem inneren, und zwar jüdischen Markte. Das Publikum bemühte sich, wo es irgend ging, palästinensische Produkte ausländischen vorzuziehen. Und es gab bald eine Reihe von Waren, die sich behaupteten. Das waren ausnahmslos Produkte, die sowohl in der Qualität wie im Preis die Konkurrenz mit dem Import aufnehmen konnten. Wer sich zu einseitig auf den guten Willen des Publikums und die Propaganda für ״Tozereth Haarez“ (Landesprodukte) verließ, machte naturgemäß nicht so gute Erfahrungen. Verschiedene Industrien haben auch mit Erfolg die Grenzen Palästinas überschritten und in den umliegenden Ländern begonnen, sich Märkte zu erschließen. Syrien nimmt bereits ein bestimmtes Quantum, vor allem an Textilwaren, Zement und Süßigkeiten auf. Auch nach Aegypten beginnt die palästinensische Industrie, wenn auch recht langsam, einzudringen. Ein ausreichendes Studium der Märkte und die Anknüpfung zahlreicher neuer Beziehungen ist für eine Expansion Vorbedingnng. Die Kreditfrage hat heute viel von ihrer Schärfe verloren. Eine Berechnung des gesamten industriellen Kapitalbedarfs, die vor kurzem angestellt wurde, hat gezeigt, daß die bestehenden Fabriken mit verhältnismäßig bescheidenen Summen befriedigt werden können. Der Zinsfuß im Lande ist gefallen und der Geldmarkt hat seine Spannung verloren. Bei einer Ausdehnung des Arbeitsfeldes wird die Frage des Industriekredites von neuem akut werden, die ersten Schwierigkeiten sind jedoch für den Moment beseitigt. Der Industriellenverband führt seit seiner Gründung einen Kampf um Erleichterungen und günstige Arbeitsmöglichkeiten mit der Regierung. Der größte Teil der Resolutionen der letzten Zusammenkunft bestand in Forderungen an die Behörden. Sie betreffen Zollbefreiungen von eingeführten Rohstoffen, Schutzzölle auf eingeführte Fertigwaren, die mit Landesprodukten konkurrieren, Verbilligung der Eisenbahntarife für Maschinen und Waren, Steuerbefreiung für junge Betriebe und ähnliches mehr. In manchen dieser Punkte haben die Industriellen der Regierung gegenüber schon einiges erreicht. So sind im letzten Jahre Aenderungen in den Zolltarifen vorgenommen worden, die die einheimischen Fabriken günstiger stellen. Der größte Teil der anderen Forderungen ist bisher unerfüllt geblieben. Der Industriellenverband verlangt das Recht, die Regierung bei den Fragen, die die Industrie betreffen, zu beraten. Heute hat die Bevölkerung keinerlei Möglichkeit einer Einflußnahme, die Verwaltung ist vollständig unabhängig. Das einzige was man tun kann, ist die Uebersendung von Material, gelegentliche Audienzen und eventuell die Entsendung von Repräsentanten in Kommissionen, die von Zeit zu Zeit durch die Regierung eingesetzt werden. Sehr häufig sind solche Kommissionen ausschließlich aus Beamten zusammengesetzt, so daß schon die Teilnahme von Repräsentanten der Bevölkerung einen großen Fortschritt bedeuten würde, sei es auch nur, um den Departementsleitern direkte Informationen zu geben. Bei der Ausstellung hat so mancher Regierungsbeamte zum ersten Male eine Vorstellung davon bekommen, was im Lande geleistet wird, und sah sich dann veranlaßt, Betriebe zu besichtigen und sich Material zustellen zu lassen. Der Industriellenverband hat eine ganze Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, die der Herstellung dauernden Kontaktes mit der Regierung dienen sollen. Sie gipfeln in dem Verlangen nach einem besonderen ind us t r ied ep ar t e m e n t der palästinensischen Regierung (es ist heute mit dem Zolldepartement vereinigt), das im Kontakt mit dem industriellenverband arbeiten soll. Ein besonderes Kapitel im Gesamtkomplex der Industriefragen bildet das Problem der Arbeiter. Im Laufe der wenigen Jahre industriellen Wirkens ist in Palästina ein Stamm jüdischer Industriearbeiter entstanden, der — wie es von einem der Unternehmer auf der Konferenz betont wurde —, sich den Bedürfnissen der Fabriken ausgezeichnet ang e p a ß t hat. Diese Arbeiter waren den Unternehmern in einer Beziehung weit voraus: sie hatten bereits eine starke und erfahrere Organisation, an die sie sich anlehnen kpgtjptcgu Während der' «ftftin. jsfeft .4®!- Jj* Unternehmer vereinzelt dastanden und zaim Teil noch nicht das richtige Verständnis für Organisierung besaßen. Als vor Ungefähr vier Jahren eine Streikwelle in Palästina die Notwendigkeit einer inneren Arbeitsgesetzgebung für den Jischuw besonders scharf demonstrierte, bildete die Zersplitterung der Unternehmer, die damals noch keine Repräsentanz besaßen, eines der Hindernisse. Unterdes ist der Industriellenverband gegiündet und gefestigt worden. Der beste Beweis für das fortgeschrittene Verständnis seiner Mitglieder ist die Tatsache, daß sie im Laufe des letzten Winters einen Kollektivvertrag ausgearbeitet und der allgemeinen Arbeiterorganisation vorgelegt haben. Der Vorschlag umfaßt als wichtigste Punkte die Bildung von paritätischen (aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammengesetzten) Arbeitsbüros, Acht-Stundentag, Festsetzung von Minimallöhnen auf Grund von Mindestproduktion, Kranken- Versicherung, Betriebsräte (ohne das Recht, sich in die tcchnische Leitung des Betriebes einzumischen) usw. Es wird vermutlich einige Zeit vergehen, bis diese Vorschläge von beiden Seiten durchgearbeitet, geändert und ratifiziert werden. Aber wichtig ist, daß der Industriellenverband heute seinen Willen betont, diesen Kollektiwertrag abzuschließen; die Arbeiter sind als die Pioniere der Organisierung im Lande ebenfalls stark an der Regelung der Beziehungen interessiert. Der Abschluß eines solchen Vertrages verlangt jedoch umfangreiche Vorbereitungen, besonders wenn er den Großteil der Fabriken umfassen soll. Gerade der Fortschritt in der Organisierung der Unternehmer ira Land« ist neben der Ausbreitung der Produktion ein Maßstab dafür, daß die Industrie sich modernisiert und sich sicher zu fühlen beginnt. Was vor fünf Jahren noch tastender Versuch war, beginnt bestimmte Formen anzunehmen. Ein wichtiger Faktor für das Gedeihen der Betriebe ist ihre langsame Entwicklung; sie zeigt zwar keine verblüffenden Resultäte, aber einen stetigen und gesunden Aufstieg, der eine bessere Gewähr für den Erfolg ist als sprunghafte Bewegungen, die leicht durch Krisen abgelöst werden. 2400 Ghalaz-Zertifikate Jerusalem, 14. Mai. (J.T.A.) Die Regierung Palästinas hat dem Ersuchen der Zionistischen Exekutive um Gewährung von 2400 Einwandererzertifikaten für Chaluzim für die Zeit von April bis Oktober 1929 stattgegeben. Die Wahlen zun XVL Zionislenkongreß Die Hauptwahlkommission der Z. V. f. D. hat als Termin für die Wahlen zum Kongreß den 23. und 24. Juni festgesetzt. Der Einreichungstermin für Wahlvorschläge läuft am 12. Juni ab. Wahlvorschläge sind durch einen bevollmächtigten Vertreter der Liste bei der Hauptwahlkommission der Z. V. f. D. einzureichen. Die Veröffentlichung der Wahlbestimmungen erfolgt noch. Die Hauptwahlkommission für die Wahlen zum XVL Zionistenkongreß in Deutschland. Allgemeiner Zionismus Von Kurt Blumenfeld. Die Frage der Erweiterung der Jewish Agency ist seit fünf Jahren ein Hauptthema innerzionistischer Debatten. Die Gegner dieses Gedankens haben bis vor wenigen Monaten behauptet, daß es niemals gelingen würde, die geplante Kooperation mit Nichtzionisten herbeizuführen. Diese noch in den letzten Monaten gestellte Prognose war falsch und es kann keinem Zweifei unterliegen, daß der kommende Kongreß nochmals und endgültig sich für den Eintritt von Nichtzionisten in die Jewish Agency entscheiden wird. Nehmen wir einmal an, das Unerwartete geschieht, die Anträge der Exekutive werden abgelehnt. Man sollte sich diese Möglichkeit vor Augen halten und sich dann fragen, wie der Zionismus seiner Aufgabe gerecht werden würde. Wie wird es um die politische Basis bestellt sein, wenn die Eingänge für unseren Kolonisationsfonds zurückgehen statt steigen. Und eine Erschütterung unserer materiellen Basis ist doch gewiß, da nach einem Scheitern der Agency-Politik mit einer weiteren Mitarbeit von Nichtzionisten im Keren Hajessod nicht zu rechnen ist. Auf die Frage nach dem zionistischen Ziel gibt das Baseler Programm Antwort. Die Voraussetzung für die Konzeption des Baseler Programms war die Erkenntnis der Lage der Juden im Galuth: Atomisierung als Schicksal des jüdischen Volkes; das Entstehen kraftloser Judentümer an Stelle des einen Judentums; der Verlust des gemeinsamen geistigen Besitzes; das Verschwinden der jüdischen Substanz; auf der anderen Seite Unmöglichkeit des reibungslosen Verschwindens der Juden unter den Völkern. Entjudung bringt keine Lösung der Judenfrage. Juden und entjudete Juden erleiden in gleicher Weise das Judenschicksal. Es gibt ein auswegloses jüdisches Wirtschaftsproblem. Es bleibt die Frage der jüdischen Gesellschaft. An Stelle der freudig bejahten Einheit des Volkes tritt die unerfreuliche Zwangsgemeinschaft der Juden. Deutlicher denn je könnte der Jude heute erkennen, daß der Zionismus Lösung der Judentumsfrage und der Judenfrage ist Unser Werk in Erez-Israel hat begonnen, es kann in seiner Durcbffthnifflg und V011epdpi|׳ nicht auf beliebig lanf« JMtfC Iche kbnstellätiön hal üns Erfolg verheilende Cfiahieh eröffnet. Öem Dornröschenschlaf der Zeiten türkischer Herrschaft ist in Palästina ein Erwachen gefolgt, aber nicht nur wir sind erwacht. Manche Zionisten wenden ein, wir hätten schon voi fünf Jahren die Forderung auf Erweiterung der Jewish Agency mit dem Erfordernis eines schnelleren Tempos der Kolonisation begründet und inzwischen seien fünf Jahre vergangen, in denen wir in gewohnter Weise weiter gewlrtschaftet haben, Und damit sei unsere Behauptung, es sei keine Zeit zu ver- Heren, widerlegt. Ein Irrtum, gerade die letzten fünf Jahre beweisen, wie recht wir hatten. Soll das nächste Jahrfünft ebenso aussehen wie das vergangene? Genügt uns die bisherige Entwicklung? Können wir auf diesem Wege hoffen! die zionistische Großkolonisation, die uns zu geschlossenem jüdischen Siedlungsgebiet als Grundlage einer jüdischen Mehrheit in Etez-lsrael führen soll, zu erreichen? Man bemängelt die Fähigkeiten der politischen Führung, Es ist nicht richtig, daß unserer politischen Leitung jemals die Kraft und der Wille gefehlt hat, Forderungen zu erheben, Die Durchsetzung politischer Forderungen hängt aller■ dings auf die Dauer immer von der wirklichen Macht ab, die hinter diesen Forderungen steht. Gegen Kriegsende gründete man Staaten, gab man große politische Versprechungen. Auch wir waren, wie Dr. Weizmant! immer hervorhebt, politische Kriegsgewinnler. Man gab uns in einer Zeit, in der die Welt neu verteilt wurde, die Balfour- Deklaration. Dann kamen die Jahre, in denen wir zeigen mußten, wie stark wir wirklich sind, welche Macht die jü• dische Welt besitzt, die durch uns repräsentiert wurde. Wir schufen uns im Keren Hajessod ein großartiges Instrument füt wirtschaftliche Aufbauarbeit, und viele von uns wünsch ten, daß der Keren Hajessod rum großen Volksfonds wird, in dem alle Kreise der Judenheit die Möglichkeit haben, an der wirtschaftlichen Gestaltung von Erez-Israel mitzuarbeiten. Dieser heute vielfach von Gegnern der Jewish Agency vertretene Gedanke hat uns 1920 geleitet. Die Mehrheit der Zionisten und unter ihnen merkwürdigerweise so manche, die heute die Erweiterung der Jewish Agency bekämpfen, war anderer Meinung; man berief keinen Council des Keren Hajessod, man wählte keine außerhalb der Zionistischen Organisation stehenden Direktoren. Heute können wir die Größe, aber auch die Grenze der Keren Hajessod-Aktion übersehen. Durch freiwillige Beiträge haben wir im Laufe von acht Jahren £ 3 700 000 aufgebracht Schwere Jahre wirtschaftlicher Krisen ln den europäischen Ländern, Jahre der Inflation waren darunter. — Gewiß ist ein einzigartiges Kolonisationswerk geschaffen worden, aber es ist mit diesen unter unerhörten Anstrengungen beschafften Mitteln nicht gelungen, das begonnene Kolonisationswerk bis zur Konsolidierung zu führen, und es ist unmöglich, die erforderliche große Neukolonisation und die unerläßliche große neue Alijah auf diese Weise zu erreichen. Palästina soll Erez-Israel werden. Das ist das zionistische Ziel. Der zionistischen Bewegung dient die Zionistische Organisation als Mittel zur Erreichung dieses Zieles. Das Ziel des Zionismus ist nicht die Organisation, sondern Zion. Welche organisatorischen Maßnahmen wir aber auch treffen, die Hauptlast der Arbeit und Verantwortung wird wie bisher die Zionistische Organisation zu tragen haben. — Wel-