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Jüdische Rundschau · 1929-05-14 · Heft 37 (14.5.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 37 (14.5.1929)
Date
1929-05-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 230 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 37, 14, V. 1929 gruppen ergab sich übereinstimmend als Situation der zionistischcri Ortsgruppen in Oberschlesien folgendes Bild: Mit Rücksicht auf die vielfachen Aufgaben der Ortsgruppen ist es dringend erforderlich, den Kreis der wirklichen Mitarbciler zu erweitern, wenn nicht eine Arbeitsüberlastung dieser aktiven Mitarbeiter eintreten soll. Der seitens der Kreise des C. V. geübte Boykott gegenüber zionistischen Veranstal- Ringen macht noch immer jede offene Auseinandersetzung nahezu vollständig unmöglich und tragt zur Vergiftung des jüdischen Lehens nicht unwesentlich bei. Die Arbeit in den Oemeindckollegien wird mehr und mehr als zentrale zionistisehe Arbeit anerkannt, leidet aber noch unter der ungeniigenden Vertretung der Zionisten, wie sie durch das veraltete Wahl• recht verursacht wird. Daher bildet der Kampf um die Wahlrechtsrcform einen wesentlichen Inhalt der Oemcindearbcit. Großes Gewicht wurde in allen Ortsgruppen auf die Jugendarbeit gelegt. Die Frauengruppen haben eine sehr erfreuliche Aktivität gezeigt. Der Vorstand wurde in seiner alten Zusammensetzung einstimmig wiedergewählt. Hi 11 zu gewählt wurden als Vertretcrin der oberschlcsischen Frauengruppen Frau Rechtsanwalt Schi 11 d 1er- Hindenburg und für die Jugendarbeit Herr Heinz L i e g n c r - Gleiwit/. Beschlossen wurde u. a. die Schaffung eines Keren Hajessod-Komitees fiir Oberschlesien sowie eines Pro Palästina-Komitees, ferner Maßnahmen zwecks möglichst rascher Durchführung des Proportional Wahlrechts in den Gemeinden. Zionistischer Groppenverband für Bayern und Württemberg Sonntag, den 26. ,Mai 1929 findet in München, Herzog Rudolfstraße 1 (Lessirtgsaal), ein Gruppen verbandstag statt. Nähere Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. Große Kandgebnng für das arbeitende Palästina in Karlsruhe Die Karlsruher Liga für das arbeitende Palästina veranstaltete am Samstag, dem 27. März, eine von 500 Personen besuchte Kundgebung. Schriftsteller Josef Zucker-Holländer begrüßte die zahlreiche Gemeinde und betonte, daß die jüdisehe Arbeiterschaft Palästinas einen zweifachen Kampf zu führen habe, den Kampf uni ein jüdisches Palästina und den Kampf um neue soziale Lebensformen. Herr Ministerialrat Nerz, eine in sozialistischen Kreisen Karlsruhes hochgeschätzte Persönlichkeit, wies darauf hin, daß, wie es jedermann unbenommen sei, nach Amerika oder sonstwo hin auszuwandern, es auch den Juden nicht verwehrt werden könne, sich in Palästina anzusicdeln. Das Aufbauwerk in Palästina ist eine große Kulturleistung und ein Segen für die gesamte Menschheit, Dr. Walter Preuß aus Tel- Avviw schilderte dann die Verhältnisse und die Formen des Zusammenlebens in der sozialistischen Siedlung. In Palästina kristallisiert sich eine jüdische Bewegung in dem Ruf: Wir wollen leben, heilig ist die Arbeit und das Leben 1 Dieser Ruf sammelt das Judentum der ganzen Welt, in seinem Bewußtsein wird es Ernst machen mit der Neugestaltung des Judentums. Eine markante Ansprache hielt noch Pfarrer Dr. Heinz Kappes, der betonte, daß, wie in der sozialistischen Bewegung überhaupt, so auch in der jüdisch-sozialistischen Gemeinschaft zw׳ ei Ströme es sind, aus denen die Bewegung gespeist wird; einmal die materielle Not der breiten Massen und die geistige Not der Intellektuellen. Die Hingäbe des arbeitenden Judentums an die Gemeinschaft, a n d a s heilige Palästinawerk bedeutet die _ Verwirklichung der Religion. Sie äußert sich nicht in religiösen Worten, aber der schweigende Glaube an dasKommende bedeutet wahre Religiosität. Die von hohem Idealismus getragenen Ansprachen waren von Rezitationen des bekannten Schauspielers Hermann Brand vom Bad. Landestheater umrahmt. Vermischtes Julius Moses zum Hochschul-Professor ernannt. Der Vorailrende der Mannheimer Jüdischen Gemeinde, unser Gg. Dr. mcd. Julius M bisher Dozent an der Handelshochschule, ist vom Badischen Staalsministerium zum Professor an der Ilandebhoc.hschule ernannt worden. Professor Dr. Julius Moses, der vor einigen Monalen seinen 60. Geburtstag gefeiert hat und aus diesem Anlaß Gegenstand ehrender Aufmerksamkeit, seitens weiter Kreise des dortsehen Judentums gewesen ist, «teht seit Jahrzehnten an führender Stelle im jüdischen sozialen und geistigen Leben, sowie in der zionistisclirn Bfwrgung seit, ihren Anfängen. Otto Abbeles 50 Jahre. Dr. Otto Ab bei es begeht in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag. Er •wird aus diesem Anlaß Gegenstand zahlreicher Ehrungen seitens der österreichischen Zionisten sein. A b b e I e 5 war lange Redakteur der ״Wiener Morgenzeitung‘'. Abbeles hat auch vielgelesene Romane und Novellen aus de,m Leben der Juden in Osteuropa veröffentlicht. Liga für das arbeitende Palästina. Am Donnerstag, dem 16. Mai, abends 815 Uhr, findet, im Gemeindehaus, Rosenstr. 3/4, ein Aussprache-Almud über das Thema: ״Die Aufgaben der organisierten sozialistischen Zioni den in der Liga fiir das arbeitende Palästina“ statt, der von der Berliner Zweigstelle der Liga für das arbeitende Palästina und den zionistisch-sozialistischen Organisationen flapoel-Hazair, Heehaluz, Jung-Jüdischer Wanderbund, Linke Poalo Zion, Poalo Zion, Ortsgruppen Berlin, veranstaltet wird. Einleitendes Referat : Kurt Loewenslein. Hilfsverein der Deutschen Juden. Für di» Bezirke Steglitz- Friedenau-Dahlem wurde in diesen Tagen ein Propaganda-Abona des Hilfsvereins der Deutschen Juden veranstaltet. Simon Gottschalk begrüßte die Erschienenen. Berthold Israel entwickelte in großen Umrissen das Programm des Hilfsvereins, wies auf die enge Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Organisationen des Auslandes und auf die Nähe Deutschlands zu den Stätten jüdischer Massensietllung hin, denen Hilfe gebracht werden müsse, und forderte zu tatkräftigster Unterstützung des Hilfsvereins der Deutschen Juden auf. Dr. W i sc 11n i t zer berichtete hierauf über die verschiedenen Arbeitsgebiete des Hilfsvereins unter Vorführung von Lichtbildern. Direktor E. Cohn- Heiß, früherer Leiter des Schulwerks des Hilfsvereins in Palästina, teilte einige sehr interessante persönliche Erinnerungen an seine gemeinsame Arbeit mit Dr. Paul Nathan und den anderen führenden Persönlichkeiten des Hilfsvereins mit. Es wurde ein Komitee gegründet, das die Werbearbeit im Bezirk Steglitz-Fricdenau-Dalilem durchführen wird. Empfangsabend für Dr. Weis!. An! 4. Mai veranstalteten die Zionisten-Revisionisten zu Ehren Dr. Wolfgang von W eist s , des bekannten Mitarbeiters der ״Vossisrhen Zeitung“ und der ״Neuen Freien Presse“ und revisionistischen Führers einen Empfangsnbrnd, auf welchem Weisl über seine Eindrücke von der Zeppelin-Fahrt nach Palästina berichtete. Ansprachen verschiedener Redner würdigten Weisis Verdienst, als einer der Ersten in seiner journalistischen Arbeit in weltbekannten Zeitungen für die Sach» des Zionismus und des Palästina-Aufbau* eingetreten zu sein. Dadurch hat Weisl den stillschweigenden Bann brechen helfen, der seitens der großen Wellresse, nicht zuletzt wegen der gegnerischen Haltung der jüdischen litarbeiter dieser Weltpresse, über den Zionismus verhängt war. Fortbildungskursus für Kantoren in Berlin. In der Zeit vom 8. bis 26. Juli 1929 findet in Berlin ein Fortbildungskursus für Kantoren unter der Leitung der Oberkantoren Magnus Davidsohn und Felix Asch statt. Der Unterrichtsplan sieht Vorlesungen über verschiedene fachliche Wissenschaften von hervorragenden Dozenten vor. Der technische Unterricht liegt in den Händen dor beiden Kantoren. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Reise- und Aufenthalts- Zuschüsse werden nach Maßgabe der vorhandenen Mittel gewährt. Da nur «ne beschränkte Anzahl von Teilnehmern zugelassen werden kann, Ist die sofortige Anmeldung bei Oberkantor Davidsohn, Berlin W 15, Knesebeckstr. 44» erforderlich. Zionistischer Landesverband Luxemburg. Zionisten, welche zur Abhaltung von Vorträgen nach Luxemburg eingeladen werden, sind gebeten, sich mit der Zionistischen Vereinigung in Luxemburg, Avenue de la gare 18, in Verbindung zu setzen, bevor sie ihre Zusage erteilen. B. Z. V. Donnerstag, den 16. Mai, abends 8Va Uhr, Gruppe Ost, in den I'nionsälen, Grcifswaldcr Sir. 226, Dr. Sally Hirsch: ״Dio Fortschritte unseres Palästinawerkes". Ein Reisebericht. Jüdisch-sozialistische Jugend. Ausspracheabend: Probleme der jüdisch-sozialistischen Jugend. Einleitendes Referat: Arnold Lubiuski. Donnerstag, den 10. Mai, SG Uhr, Rosenstr. 3/4. Jüdischer Volksliederabend in Breslau. Dor Sänger Adolf II a n d z e 1 gab in Breslau, im Saal der Lessingloge ein Konzsrt. Er sang wertvolle, echte jüdische Volkslieder, und zwar ahne jegliche Begleitung, was ihrer Art am meisten entspricht, was aber außer llandzd leider kein einziger jüdischer Liedersänger tut. Es gehört dazu bekanntlich allerhand Courage und kornpromißlöse Einstellung, die mehr als don bloßen Konzert-Effekt im Augo hat,. — Das Risiko glückte außerordentlich und sogar die nichtjüdische Tagespresso äußerte sich enthusiasmiert, über den Alrend — ein Beweis dafür, wie stark auch der Propagandawert nach außen hin ist, sobald jüdische Musik so gebracht wird, daß ihr allgemein-musikalischer Wert evident wird. A.J.-L. ״Pioniere und Helfer“, die Aprilnummer des Arbeitszirk»- lars der Weltorganisation Zionistischer Frauon (Wizo), die in der Pcßachworhf) erschienen ist, zeichnet sich durch besonders re.ichha.ltiges Material über palästinensische Frauenfragen und Problem« aus. Die Nummer ist reich illustriert und kann gratis durch das Hauptbiiro der Wizo, ~5, Great. Russell Street, London WO, bezogen werden. — Das Hauptbüro der Wizo bittet uns gleichzeitig, darauf hinweisen in wollen, daß die V. Konferenz der Wizo vom 33. bis 37. Juli in Zürich stattfindet und daß, es sich bei dem in den ״Pionieren und Helfern“ angeführten Datum um einen Druckfehler handelt. Niederlassungsmöglichkeit. Einem jüngeren Arzt bietet sich eine außerordentlich günstige Niederlassungsmöglkhkeit in einer kleinen Stadt in Thüringen. Verlangt wird Verständnis für die Arbeiterbewegung, da der Betreffende Kolonnonarzt der Arbeiter-Samariter- Kolonne werden soll. — Die wirtschaftlichen Aussichten sind be* sonders gut. Interessenten erfahren Näheres durch die: Z. V. f. D., W 15, Meinekestr.!0. Z. V.f. D. W ir bitten Gesinnungsgenossinnen, die als Lehrerinnen tätig sind, sich freundlichst mit uns in Verbindung zu setzen, da wir ihren Rat in einer einschlägigen Angelegenheit einholen wollen, Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Hebräischer Lehrer gesucht. Wir suchen für eine größer« Stadt in Mitteldeutschland einen hebräischen Lehrer, der pädagogisch geschult ist und der möglichst auch dazu befähigt ist, eine Jugend-, gruppe zu führen. Gehalt 150.— bis 200,— Mark. Vertreter gesucht. Praktischer Arzt, Berlin-Schöneberg, mit großer Kassenpraxis, sucht bei guter Bezahlung tüchtigen Vertreter für Juli, Angebote an die Z. V. f. ü., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Niederlassungen. Besonders günstige Niederlassungsmöglich• keilen bieten sich einem Chirurgen, einem Hals- und Nasenarzt, einem jüngeren praktischen Arzt und einem Anwalt in einem Ort der Grenzmark. Die Gesinnungsgenossen des betreffenden Ortes wünschen die Niederlassung von Persönlichkeiten, die bereit und befähigt sind, auch zionistisch-propagandistisch zu arbeiten. Auskunft erteilt Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Instruktorin gesucht. Wir sind in der Lage, einer Instruktorin für ein Kaufhaus in einer Großstadt im Rhoinland einen gut bezahlten Posten nachzuweisen. Angebot« unter: Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. K. J. V. Wir suchen: Vertreter für ärztliche und zahnärztliehe Praxis in Berlin und Provinz; für Versicherungsgesellschaft Dr, rer. pol. oder Dr. jur. und Versicherungsinathematiker; für Rechtsanwalt Vertretvmgsmöglichfeeit; für stud. pharm. Praktikanten• stell»; für Dr. jur. mit guten hebräischen und «dmudischen Keimtnissen geeignete Tätigkeit als Lehrer odet wissenschaftliche Arbeiter; für Gesinnungsgenossin Stelle als Sprechstundenhilfe bei Arzt (wenn möglich mit Wohnung im Haushalt!. —• Niederlassunpmöglichkeitea für Arzt und Zahnarzt im Berliner Vorort, für Frauenarzt in Mittel-, deutschland unter günstigen Bedingungen nach zuweisen. Auskunft erteilt das Präsidium des K. J. V. Die glücklich« Geburt einef Sohnes *eigen hocherfreut an Z. Schächter und Frau Dora geh. Stromwasser Düsseldorf, den 10. Mai 1929 z. zt Luisenkrankenhaus, Degerstf. J Ara 1. Mai entschlief sanft unser geliebter Vater und Schwiegervater Max Friedlaender In tiefem Schmerz Dr. Kurt F. und Betty Friedlaender Berlin N 54, Lothringer Straße 42 Musik. vorgcbild. Hllfsvorbeter m. gutem SUmmateriai zu d.hoh, Feiertagen, namentl. für Mußaf, für Orgel ־Synagoge gesucht. Bewerbungen mit Zeugnisabsrhriften״ Angaben über Referenzen u. Honorarais- Sprüchen baldig*! erbeten. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde Halle a. S. Ausschreibung Die Isr. Kultusgemeinde Luxemburg bringt folgende zwei mit 15. Mai 1929 anzutretenden Stellen zur Neubesetzung: a) Kantor und Lehrer b) Schochei der den orthodoxen Anforderungen entsprechen muß und auch als Hilfskantor fungiert, Bewerber mögen ihre Gesuche, mit curriculum vitae unter Beischluß der Dokumente und Belege ehestens an Grand ■Rabbin Dr. Robert Serebretiik 5, rue Genistre, Luxemburg, richten. Das Präsidium r-n Sanitätsrat Dr. Lachmann Bad Landeck in Schlesien V. J Juni bis September 2 Vorderzimmer und Küthe, auch geteilt, resp, ohne Küche, möbl. zu verm. Nahe Bahnhof Tiergarten Flotowstr. 10 hodip. links. Tel.366 Bad Salzuflen Tei.366 כשר Haut Hamlet (am Kurpark) Da* Haus der guten Küche. Schöne, sonnige Zimmer mit Balkons. Anmeldungen erbitte rechtzeitig m כשר Neu eröffnet 1 כשר Einziges jiid. Pensionshaus u. 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