Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 37 (14.5.1929)
- Date
- 1929-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2651273-2653062-2653096--20748-2678765- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldtnark, vierteljährlich 5,75 Goldtaark. Amlandsabotmesnents werden in dar Währung der eiurelnen Linder berechnet Nummer 37 I Berlin, 14. V. 1929 Anzeigen-Verwaltung׳ Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165-70. Anzeigenpreis{ 8 ge*p, NonpareülezeÜE 0,50 G.-M.SteUengesuch« 0,25 G.-M Anzeigenschluß 1 Diaostag und Freitag nachmittags 4 Uhr Telephon: Bismarck7165—70. Postscheckkonto: BerlinNr. 17392 Für Oösterrekh: Postspsrkassenamt Wien, Konto Nr. 156 0>0. Für 1 scbechoilovvakoi: Postsparkassonamt Fraß, Konto Nr. 59410. Für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ד, אייס תרפ״ס | xxxiv. Jabrg. Per Zionismus erstrebt tflr das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina, ״Baseler Programm.«» Die EntwicKiung der Universität Ein Chaim Weizmann - Lehrstuhl für internationalen Frieden Ein in England lebender Zionist stiftete einen Lehrstuhl an der Hebräischen Universität in Jerusalem, der deii Namen ״Chaim Weizman n-Lehrstuhl für i n t e r n a t i o - n a I e n Frieden“ führen soll. Der Stifter stellte zu diesem Zwecke dem Board of Governcss der Universität 1 5 (MW Pfund in 7 «;!> Vorzugsaktien einer öffentlichen Gesellschaft zur Verfügung. Dr. Weizmann telegraphierte aus Jerusalem an den Stifter: ״Vielen Dank im Namen der Universität und persönlichen Dank für Ihre großzügige Stiftung. Ich betrachte es als große Ehre, daß Sie den Lehrstuhl nach mir benannt haben. Nehmen Sie den Ausdruck meiner hohen Wert- Schätzung entgegen, gez. Weizmann.‘‘ Das Budget der Hebräischen Universität Die Hebräische Universität hat ein Jahrbuch für das Jahr 5688/89 veröffentlicht, das eine Uebersicht über die Entwickhing der Universitäts-Institute, sowie über die finanzielle Lage der Universität in dem Berichtsjahr enthält. Der Bericht gibt u. a. folgende Einzelheiten: Das Budget hat sich von £ 40213 im Jahre 5687 auf £51 653 im Jahre 5689 erhöht. Das größte Budget weist das Judaistische Institut auf, dessen Ausgaben mehr als £ 8000 pro Jahr betragen. Einen ebenso großen Betrag erforderte die National-Bibliothek. — Die Hauptein nahmen der Universität stammen aus den Vereinigten Staaten, die ihren Anteil am Budget von £ 16 000 im Jahre 5687 auf £ 30 737 im Berichtsjahre erhöhen konnten. Vom Keren Hajessod wurde der Universität und der Bibliothek die im zionistischen Budget festgesetzte Summe zur Verfügung gestellt. Vom A.-C. am 30. Mai in London London, 7. Mai. (J. T. A.) Das Präsidium des Aktions- Comit€s der Zionistischen Organisation hat im Einvernehmen mit der Zionistischen Exekutive das Aktions-Comitfi für den 8f. Mar tu־'einer Togfaf nach 'L«nä«» efeiirafih. Rumänisches Judentum and Jewish Agency Bukarest, 6. Mal (J.T. A.) Die rumänische Jewish Agency-Kommission übergab den jüdischen Gemeinden ein Memorandum, in welchem auf ,die Bedeutung der Erweiterung der Jewish Agency hingewiesen wird. Altrumänien erhält zwei, Beßarabien, die Bukowina und Transsylvanien erhalten je einen Vertreter im Agency-Rat. Die Gemeinden werden aufgefordert, die Initiative zur Einberufung eines Kongresses der rumänisehen Juden unter Beteiligung der Keren Hajessod-Komitees zwecks Wahl der rumänischen Agency-Vertreter zu ergreifen. Das Memorandum ist unterschrieben von Direktor Adolf Bernard, Prof. Julian Silberbusch, Ilia Mendelsohn aus Altrumänien, S. Berliand, Abg. Dr. N. Landau aus Beßarabien, Senator Dr. Mayer-Ebner aus der Bukowina, Abg. Dr. Joseph Fischer aus Transsylvanien, ferner von Vertretern der zionistischen Fraktionen. Der Vorfall an der Klagemauer Jerusalem, 6. Mai. (J. T. A.) Im Hinblick auf die letzten Ereignisse an der Klagemauer, wo die betenden Juden von Moslems mit Steinen beworfen wurden und der Schammes schwer verletzt wurde, hielten der Waad Leutni, die Oberrabbiner und die Führer der Agudah eine gemeinsame Beratung ab, in der beschlossen wurde, der Regierung ein Memorandum zu überreichen, in welchem gegen die Unsicherheit der jüdischen Andacht an der Klagemauer protestiert und die Regierung angefordert wird, solche Maßnahmen zu treffen, die eine Bedrohung der betenden Juden ausschließen. Die Tel-Awiwer Messe geschlossen Jerusalem, 8. Mai. (J.T.A.) Am 5. Mai abends wurde die Messe in Tel-Awiw feierlich geschlossen. Der Chefsekretär der Palästina-Regierung, H. C. Luke, hielt eine Ansprache, in der er erklärte, daß auch das fortgeschrittenste Land stolz sein würde auf Produkte und Leistungen, wie sie die Handelsmesse und -ausstellung in Tcl-Awiw aufgezeigt haben. Die Entwicklung der Palästina-Industrie grenzt ans Wunderbare. — Dize 11 g off teilte mit, daß mehr als 200 000 Menschen die Messe besucht haben. Ausgestellt haben 300 Firmen. Wärend der Messe wurden Waren im Gesamtbeträge von 40 OK) Pfund abgesetzt. Allgemein wird der Verlauf der Tel-Awiw-Messe als ein großer Erfolg der Palästina-Industrie gewertet. Die Stadt Tel-Awiw hat während der Ausstellung eine Einnahme von 150000 Pfund gehabt. Der Profit der Organisatoren der Ausstellung ist sechsmal so groß als das von ihnen investierte Kapital. Die Gewinne werden zwischen der Miscliar Wetaassia Company־, die die Ausstellung technisch organisierte, und der Judea Industrial Corporation in Amerika, die Eigentümerin des Aus- Stellungsgeländes und der Bauten ist, geteilt. Chancellor vor der Mandatskommission Jerusalem, 9. Mai. (J.T.A.) Der Verein der ausländischen Presse in Palästina gab zu Ehren des Oberkommissars Sir John Chancellor und Lady Chancellor einen Tee. In seiner Ansprache kündigte Sir John Chancellor an, daß 6r am 22. Juni Palästina verlassen und während seines Aufenthaltes in Europa der Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf beiwohnen werde. Er werde der Kommission Aufklärungen über die Palästina-Administration geben. ״K omitee jüdischer Acr/I e“ i 11 Amcrik a erhielt die Universität £ 4600, vom Joint Committee £ 3500 und von der französischen Kommission für das judaistische Institut £ 2000. Die zur Beseitigung der Erdhcbenschäden erforderliehen £ 10600 wurden fast ausschließlich durch private Spenden und eine Anleihe gedeckt, die inzwischen nahezu getilgt wurde. Der Bau der National-Bibliothek mit der Inneneinrichtung stellt sich auf C 50000. Dazu wurden die Mittel des Wolfson-Fonds in Höhe von £ 28 000 und private Beiträge von .£ 8000 in Anspruch genommen. Die Restsummc wurde durch Anleihen aufgebracht, um deren Zustandekommen sich Felix M. Warburg, Julian M a c k und Oskar Wassermann Verdienste erwarben. Die ״Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität“ in Deutschland bemüht sich, den Betrag von £ 5000 für den Erwerb von Stahl-Büchergestellen für die Bibliothek sicherzustellen. Claparede in Jerusalem Jerusalem, 6. Mai. (J.T.A.) An der Universität fand aus Anlaß der Anwesenheit des Professors an der Genfer Universität lind Leiters des Instituts Jean Jacques Rousseau, Edouard Claparede, eine von jüdischen Gelehrten und zahlreichen früheren Schülern des Gastes besuchte Versamm- 11!!1g statt. 111 den Ansprachen wurde Claparede als großer Gelehrter und warmherziger Menschenfreund gefeiert. In seiner Dankrede führte Prof. Claparede aus, er hege große Bewunderung für das jüdische Regenerationswerk, das er zu studieren Gelegenheit gehabt hat. Die Rollen seien jetzt vertauscht, nunmehr könnte die Schweiz von Palästina den Willen zur Regeneration, sowie Begeisterung und Energie lernen. Die Parlamentslrage Jerusalem, 7. Mai. (J. T. A.) Die arabische Zeitung ״Meraat El Sehe rk“ schlägt eine Lösung der Parlamentsfrage Palästinas in der Weise vor» daß ein arabisches »׳JrM4sek» Paria■tw-ent-׳geschaffen־ werden־und״ daß ein von beiden Parlamenten eingesetzter Oberster Rat in wichtigeren Fragen entscheiden soll. — (Die Zeitung ״Meraat El Scherk“ wurde vor Jahren als das Organ der arabischen Opposition begründet, und sie nimmt auch heute gegenüber der Mandetsregierung und dem Zionismus eine gemäßigtere Haltung ein als das offizielle Organ der arabischen Exekutive ״Felestin“.) Die Kürzung des Tel-Awiwer Budgets Der Stadtrat von Tel-Awiw hat in seiner Sitzung vom 21. April das von der Regierung gekürzte Budget für das Jahr 1929 in Höhe von 58 704 Pfund angenommen. Dieser Betrag enthält nicht 27 500 Pfund, die für Zurückzahlung alter Verbindlichkeiten verwendet werden, (Ziko.) Die Beschäftigung jüdischer Arbeiter Jerusalem, 10. Mai. (J. T. A.) Bei einer am 8. Mai im Regierungshause stattgefundenen Zusammenkunft, bei der Oberkommissar Chancellor, Chefsekretär Luk c, Hilfs- Sekretär H. Mills und andere hohe Regierungsbeamtc, sowie die Mitglieder der Zionistischen Exekutive und die Führer der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina anwesend waren, stellten die jüdischen Arbeitervertreter die Forderung auf, jüdische Arbeiter bei Regierungs- und Magistratsarbeiten zu beschäftigen. Chancellor erklärte, daß er gegenwärtig mit den! Kolonialamt über diese Frage in einem Meinungsaustausch stehe und daß er eine angemessene Beteiligung jüdischer Arbeiter bei Regierungsarbeiten, besonders bei dem Bau des Hafens in Haifa, zusichern möchte. Die Hypothekenbank in Tel-Awiw Die Entwicklung der General Mortgage Bank of Palestin e (Allgemeine Hypothekenbank) hat sich auch im Jahre 1928 befriedigend gestaltet. Die ausgegebenen Hypotheken-Darlehen erreichten per 31. Dezember 1928 einen Betrag von 162 410 Pfund gegenüber 158 010 Pfund im Vorjahre. An neuen Hypotheken-Darlehen wurden im Berichtsjahre 11 464־ Pfund ausgegeben, während Darlehen in Höhe von 7 064 Pfund zur Tilgung kamen. Die Pfandbriefe, die per 31. Dezember 1928 im Umlauf waren, beliefen sich auf 103 717 Pfund. Die Verlust- und Gewinn-Rechnung. schließt mit einem Reingewinn von 3 171 Pfund ab. (Ziko.) Der Konflikt mit der Electric Corporation Jerusalem, 5. Mai. (J. T. A.) Die Jerusalemer jüdische Gemeinde hat eine Protestbewegung gegen die Jerusalemer Electric Corporation, die bei ihren Bauarbeiten nach wie vor jüdische Arbeiter nicht beschäftigt, eingeleitet. Die Corporation hat zwar ihre Bereitschaft erklärt, jüdische Arbeiter bis zu 50 0/0 zu beschäftigen, aber erst, wenn die neuen Maschinen eingetroffen sein werden. Die Gemeinde erfuhr aber, daß die Maschinen erst in mehreren Monaten zur Stelle sein und dann nur wenigen Arbeitern Beschäftigung biete'n werden. Mehrere jüdische Vereinigungen haben bereits ihren Ent- Schluß kundgetan, von der Gesellschaft keine Elektrizitätskraft und Licht zu beziehen, wenn sie nicht sofort jüdische Arbeiter in entsprechender Zahl anstellt. Die palästinensische Landesorganisation des Keren Hajessod veranstaltete am 29. April in der Ausstellung in Tel- Awiw eine öffentliche Massenkundgebung für den Keren Hajessod, die außerordentlich wirkungsvoll verlief. (Ziko.) Unterwegs Die Einberufung des A.-C. RW, An Bord der ״Vienna“, 5. Mai. Mit zärtlichen Gefühlen, wie wenn inan ein Kind verläßt, das in den Anfängen seiner Entwicklung steht, nimmt man Abschied von Ercz-Isracl. Das Kind muß behütet werden, es bedarf sorgsamer Pflege und seine Anlagen berechtigen m großen Hoffnungen, aber was aus ihm wird, kann niemand wissen, denn cs hat sich im Leben noch zu bewähren und die Mächte des Lebens erst bilden. Palästina hat sich in diesem Frühjahr dem Besucher mit allem verführerischen Zauber dargeboten; es geht eine große Zuversicht aus von dem werdenden Lande der jüdischen Heimstätte. Menschen schaffen und bauen eine Zukunft: ihr Tun unterliegt den natürlichen Gesetzen allen menschlichen Handelns, und in hartem Ringen setzt siel! ein zäher Wille durch. Aber was dort von Juden gemacht wird, bekommt seinen höheren, seinen über die engen Grenzen eines kleinen Landes hinausreichenden Sinn erst durch die Anteilnahme des Judentums der ganzen Welt, das sich mit diesem Werk verbindet und dafür verantwörtlich fühlt. Die zionistische Bewegung war es, die diesen Zusammenhang in der Idee erfaßte, noch ehe ein wirkliches Leben die jüdische Heimstätte erfüllte. Heute, nachdem diese Idee bereits Gestalt anzunehmen begonnen hat, ist der Kreis der mit Palästina verbundenen Juden ein viel größerer geworden. Wir stehen in einem neuen Stadium der jüdischen Erweckung; was der Gedanke nicht vermochte, vollbringt in zunehmendem Maße die Wirklichkeit . . . Die ׳ Palästina- Bewegung wächst als jüdische Bewegung, sie erzeugt neues jüdisches Fühlen und jüdisches Bewußtsein. Sie ist heute unterwegs zu neuen Formen, neuem organisatorischen Ausdruck. Wenn wir in unserer zionistischen Terminologie von ״Jewish Age ncy“ sprechen, denken wir an ein Schema, das noch nicht Leben gewonnen hat; auch dies ist nur ein Stadium des Prozesses; niemand weiß, zu welcher Gestalt wir gelangen werden, aber das Eine wissen wir: das jüdische Volk wird dieses Kind nicht mehr im Stiche lassen, und es fühlt, daß dies die Stütze seines Alters sein wird. Langsam (zu langsam!) regen sich die jüdischen Energien, die ein neues Judentum schaffe» hei feit werden^ "■; "־ ' ־ * Wir sind unterwegs, das Schiff nähert sich dem Hafen. Die Einberufung des Zionistischen Aktions-Comites für den 30. Mai beweist, daß eine entscheidende Phase erreicht wurde. Auf Grund der Verhandlungen, die in Palästina und Amerika stattgefunden haben, scheint die Bildung der erweiterten Jewish Agency gemäß den Beschlüssen der Zionistenkongresse und des Aktions-Comites in greifbarer Nähe zu sein. Die vorgesehenen Bedingungen sind soweit erfüllt, daß mit keinen nennenswerten Ueberraschungen zu rechnen ist. Der Council der Jewish Agency soll für die zweite Hälfte August einberufen werden, damit das nächste Verwaltungsjahr bereits unter der Gesamtverantwortung der Agency steht. Da die Einberufung aber formell erst erfolgen kann, wenn der 16. Zionistenkongreß zugestimmt hat, so muß die Exekutive das Aktions-Comite befragen, ob dieser Akt bereits jetzt in Aussicht genommen werden soll, so daß nach der zu gewärtigenden Zustimmung des Kongresses die Tagung des Council wirklich stattfinden kann. Aus formellen Gründen die Vorbereitungen bis nach dem Kongreß verschieben, hieße nicht, die Autorität des Kongresses respektieren, sondern seine Aktionsfähigkeit untergraben; denn sein Beschluß würde, falls nicht vorher Anstalten getroffen •werden, undurchführbar sein, da nach dem Sommer der Zusammentritt des Council fast unmöglich wäre und so auch das nächste Jahr noch in dem ungewissen provisorischen Organisationszustand bliebe, unter dem wir jetzt schon genug lange leiden. Das Aktions-Comite aber wird nach Kenntnis des gesamten Verhandlnngsmaterials entscheiden können, ob es die Zustimmung des Kongresses für so wahrscheinlich hält, daß die Vorbereitung riskiert werden kann. * In Palästina haben eine Reihe von Besprechungen zwischen der Zionistischen Exekutive und den dort weilenden Exponenten der amerikanischen Agency-Gruppe stattgefunden. Die Besprechungen haften, wie versichert wird, nur informatorischen Charakter; Beschlüsse konnten naturgemäß nicht gefaßt werden. Felix Warburg, der Präsident des amerikanischen Organisations-Komitees der Jewish Agency, der mit seinen Angehörigen hier auf der ״Vienna“ von Palästina zurückfährt, erklärt, keine Angaben über die künftige Tätigkeit der Agency machen zu können, da er erst seinem Komitee in Amerika berichten müsse, das dann die weiteren Schritte festsetzen wird. Warburg selbst wird mit der amerikanischen Delegation zur Sitzung des Councils im August wieder nach Europa kommen, und nach Konstituierung der Agency wird dann im Herbst das Aktionsprogramm für die Vereinigten Staaten aufgcstellt werden. Warburg ist von den Fortschritten des jüdischen Palästinawerkes sehr beeindruckt und spricht voll Befriedigung besonders über das deutlich erkennbare Streben nach wirtschaftlicher Selbständigkeit bei allen Kategorien von Ansiedlern. Sich selbst wirtschaftlich durchsetzen zu wollen, sei ein jüdischer Wesenszug, der auch in Palästina nicht versagen wird. Man solle sich nur vor Philanthropie hüten und die Kolonisation in streng Wirtschaftliehen Formen durchführen, ferner für rein geschäftliche Dinge auch geschäftliche Methoden haben. Das amerikanische Judentum werde in steigendem Maße sich Palästinas annchmen, meint Felix Warburg. Und Max Warburg, der bisher dem Palästina-Werk skeptisch und zurückhaltend gegenüberstand,