Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 26-27 (5.4.1929)
- Date
- 1929-04-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 26/27, 5. IV. 1929 JUEDISCHE RUNDSCRAO Seite 109 ✓ Bl Kt *er des ״Bundes / Xionlsfischer Frauen״ Organisatiomprobleme der Frauenarbeit ״Was rechtfertigt eine Sonderorganisation der Frau inner• •halb;der Palästinabewegung? Welche Orgaaisationsforai ist für sie di« zweckmäßigste und praktisch aussichtsreichste?“ Diese beiden Fragen bildeten den Angelpunkt der Reden auf der am 2L März abgehaltenen Mitgliederversammlung der Fr anen• A rbe it s g emeinschaft für Palästina, die anläßlich der Anwesenheit mehrerer Exekutivmitglieder der Wizo in B e r 1 i n stattfand. In gewissenhafter Prüfung und lang• jähriger praktischer Arbeit haben die Vertreterinnen der Leitung des Zionistischen Frauen Weltverbandes diese Grundfragen für sich geklärt und einen festen und wohlbegründeten Standpunkt darin für sich errungen. Bei der Heftigkeit, mit der zu diesen beiden Fragen argumentiert wird, mit der sich selbst erprobte Zionistinnen noch vielfach gegen die Einsicht sperren, daß eine Sonderorganisation der Frauen notwendig ist und mit der gegen• sätzliche Anschauungen in bezug auf die Organisationsform geltend gemacht werden, sind diese Fragen von aktuellstem Interesse. Wie die besondere Stellungnahme, die die Frau in sozialen und politischen Angelegenheiten einnimmt, sich im Augenblick, als die praktische Arbeit in Palästina begann, auch geltend machen und zu einem Sonderzusammenschluß jüdischer Frauen führen mußte, das zeigte Frau Rotnana Goodman, die Vor• sitzende der Wizo-Kommisskm für Organisation und Propaganda, ift ihrer Ansprache. Die Frauen mußten auf den Plan treten, um für das Wohl der Frauen und Kinder in Pa• 1 ä s t i n a die nötige Aufmerksamkeit zu erregen und auch bei dem Mangel an Mitteln aus eigener Kraft die dafür erforderlichen Institutionen zu schaffen, wenn die Wizo bei der Fülle von Aufgaben, die es hier zu bewältigen gilt, sich nur auf ein begrenztes Programm konzentrierte, nämlich auf landwirtschaftliche und_ gewerbliche Ausbildung der Palästinenserin unter dem Gesichtspunkt der Schaffung von gesunden wirtschaftlichen Existenzen, so geschah das, um etwas Ganzes zu leisten und nicht nur eine vorübergehende Hilfsarbeit zu machen, sondern dauerade und den Aufbau des Landes unmittelbar fördernde Werte m schaffen. Den maskulinen Charakter, den die zionistische Bewegung zunächst in allen Ländern trug und vielfach noch trägt, nahm Frau Rebeka Sieff als Ausgangspunkt, um ihrerseits die Not- Wendigkeit einer Sonderorganisation unter den Frauen zu begründen. Innerhalb der allgemeinen zionistischen Bewegung sind es immer nur eine Handvoll von Frauen, die den Mut und die Kraft zu einer Betätigung finden, aber es gilt, die Energie und Arbeitsbegeisterung, über die jüdische Frauen verfügen, als eine besondere Kraftquelle für den Palästinaaufbau zu erschließen, und dies kann nur in einer eigenen Organisation der Frauen geschehen. Nur in einer solchen vermögen die Frauen zu eigener Aktivität zu gelangen, können sie lernen, wie man organisiert, debattiert, überzeugt, neue Anhänger gewinnt, sich selbst zur Arbeit diszipliniert, und welches die Schwierigkeiten und Probleme gesellschaftlicher Arbeit sind. Aus diesen Notwendigkeiten ist die Wizo entstanden, und das beste Argument für den Wert -.dieses, zionistischen Sonderverbandes von Erau«n *ei wohl, die yfHiitftmgs der tirtswsertvolle-Stück ־AkBeih •das״«id■ in Pa•’ lästina vollbringen konnte, weil es ihr eben möglich war, ungenützte Frauenenergie freizusetzen und zu sammeln. Die Zionistisehe Organisation, die selbst zunächst voller Bedenken gegen eine solche Organisation der Frauen war, hat nun Engst deren Wert anerkannt und suche die Frauen nun als wertvolle Verbündete. Allerdings ringen die an der Palästinaarbeit Interessierten Frauen noch um ihre Organisationsform. Die Wizo hatte bisher streng auf ihren rein zionistischen Charakter gesehen, aber sie fühle nun immer stärker die Notwendigkeit, auch allen denjenigen jüdischen Frauen den Anschluß an sie zu ermögliehen, die sich zum zionistischen Bekenntnis noch nicht durchedaebt haben, jedoch am Aufbauwerk mithelfen wollen. Um ie Frage der Mitarbeit der Nichtzionistinnen innerhalb der Wizo in einer befriedigenden Weise zu lösen, habe die Wizo auf ihrem letzten Kongreß eine Viererkomm i s s i o n bestimmt, mit der Aufgabe, organisatorische Vorschlage dazu auszuarbeiten. Die eben stattgefundene Berliner Tagung der Viererkommission habe die Grundlinien dieser Zusammenarbeit nun glücklich festgelegt, und auf dieser Grundlage werde hoffentlich in nicht allzu langer Zeit eine Weltkonferenz aller jüdischen Frauen über ihre Mitarbeit am Palästinawerk möglich werden. Frau Hanna Steiner, die Führerin der Wizo-Frauen in der Tschechoslowakei, sieht die Sonderorganisation der Frauen innerhalb der zionistischen Bewegung vor allem durch die erzieberische und propagandistische Rolle gerechtfertigt, die die Frauen an der Peripherie der menschlichen Gesellschaft auszuüben vermögen. Gerade deshalb aber hätte die Wizo seit ihrer Entstehung das Problem ihrer Zusammenarbeit mit neutralen Frauen und Frauengruppen mit sich herumgetragen. Ein Kompromiß in der zionistischen Ideologie war natürlich ein Ding der Unmöglichkeit Sie bleibt auch weiter das trennende Element. DasVerbindendeaberistdasFalästinawcrk und die Lösung des Problems liegt in der Ausgestaltung einer Organisatdonsform, die dieses Werk in den Mittelpunkt stellt, so wie es der Keren Hajessod tut. Die Wizo müsse sozusagen den Charakter der allgemeinen Zionistischen Organisation und des Keren Hajessod in sich vereinigen, und das ist denkbar bei einer Art Zweikammersystem für die Wizo-Konfertnten. Dies ist der Vorschlag d« Viererkommission an die nächste Wizo-Konferenz, der jetzt in der Berliner Tagung in den Einzel- Leiten ausgearbeitet worden ist, und der in Zukunft eine Fülle von Konflikten dadurch vermeiden helfen wird, daß Nichtzionistinnen, die mitarbeiten wollen, eine gutgefügte und ihren Forderungen gerechtwerdende Organisationsform vorfinden werden. Vereinigung von Bund und Kulturverband. Frau Dr. Marie Mayer, Berlin, die aus den deutschen Verhältnissen heraus mit besonderer Intensität an der Lösung der Leikien Frage mitgearbeitet hat, den Anschluß gemischtzionistischer Verbände an die Wizo zu ermöglichen, erklärt den Vorschlag der Viererkommission dahin, daß für die Abhaltung der Wizo-Konfcrenzen eine Zweiteilung so gedacht ist, daß in einer allgemeinen Konferenz, an der auch Nichtzionistinnen als Volldelegierte tednehmen, die Hauptfragen, an denen alle Mitgfieder interessiert sind, entschieden werden sollen, nämlich das Arbeitsprogramm und die Budgetierung für die nächste zweijährige Konferenzperiode. In einer zweiten Konferenz, auf der nur Zionistinnen Stimmrecht haben, sollen die Fragen der Erziehung und Propaganda erörtert werden, an denen nur Zionistinnen näher Interessiert sind. Sie illustriert dann die Dringlichkeit einer Vereinbarung in dieser Beziehung an der Situation der Frauenarbeit für Palästina, wie sie in Deutschland bis imn vorlag! Der K u 1 tarverband als gemischt-zionistische aber nach außen neutrale Organisation ist historisch die erste Fraumorganisatton im Lande. Viel später erfolgte eine Zusammenfassung der Zionistinnen im Bund. Der Kulturverband wollte sich mit Rücksicht auf seine nichtzionistischen Mitglieder nicht als Landes- Organisation der Wizo erklären, brachte aber das deutsche Wizo- Kontingent auf. Der Bund umgekehrt nannte sich wohl die Laodesorganisatioa der Wizo, hatte aber kein Recht dazu, da er sich an der Budgetaufbringuag kaum beteiligte. Beide Or• fanisationen batten empfindliebe Nachteile. Der Bund leistete teprießlicbes für die Erziehung seiner Mitglieder zum Zionismus, litt aber daran, daß er nach außen eben wegen seines reinzionistischen Charakters zu keiner größeren Wirkung gelangen konnte. Der Kulturverband andererseits, der von Zionistinnen begründet und geleitet wurde, litt bei seiner Entwicklung darunter, daß die Zionistinnen in ihm kein Tätigkeitsgebiet sahen. Denn um die Neutralität des Kulturverbandes nicht zu verletzen, wagte man es nicht, dort über Zionismus zu sprechen oder zionistische Bildungsarbeit zu leisten. In der neuen vereinheitlichten Form, die man nun für Deutschland geschaffen hat, werden die beiden Funktionen, die bisher von den zwei deutschen Frauenorganisationen getrennt erfüllt wurden, nämlich die Geldaufbringung und die zionistische Bildungsarbeit von einer Seite aus getan werden können. Es gibt dann keinen bloßen Gcldsammdapparat mehr, der ohne geistige Fundierung nach bloß charitativen Gesichtspunkten arbeitet und der Luxus bloßer zionistischer Bildungsarbeit wird abgelöst durch die finanzielle Verantwortung gegenüber dem Wizo-Kontingent Die Berliner Vorstände der beiden Verbände haben die V crcinigung im Prinzip besebl ossen. Delegierte beider Verbände aus verschiedenen Städten haben ihre Stellungnahme hierzu in einer eben stattgefundenen Tagung präzisiert und sich zur Notwendigkeit der Vereinigung bekehren lassen. Die Beschlüsse bedürfen noch einer endgültigen Sanktion, aber sie. haben klar ergeben, wohin die nächste Zukunft weist, und mit der Vereinigung beginnt hoffentlich ein neuer Aufschwung der Frauenarbeit für Palästina in Deutschland. F. A. P. als Vorläuferin der Einigung. Dr. Nadja Stein als Organisatorin der Berliner Frauen- Arbeitsgemeinschaft für Palästina betont, daß die Frauen- Arbeitsgemeinschaft für Palästina (F. A. P.) als Vorläuferin dieser Einigungsbewegung begründet wurde und als solche gearbeitet hat. Die F. A. P. hat in den sechs Bezirksgruppen, die sic in Berlin seit November ins Leben gerufen hat, überall Zugang und Echo bei Nichtzionistinnen gefunden, ihren M itgliederstock von 300 auf 400 vergrößern und ihre Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen von ungefähr 1500 Mauf 5000 M. erhöhen können. Dies wurde nur möglich durch Vergrößerung des Büros und größere Ausgaben für Propaganda durch Post, Drucksachen, Veranstaltungen usw. Diese vergrößerten Ausgaben waren gerechtfertigt durch die Zuversicht auf größere Werbeerfolge und stehen heute noch in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Erst wenn die Mitgliederzahl der F. A. P. die Zahl von 1000 erreicht hat, wird sich eine richtige Proportion zwischen Einnahmen und Ausgaben hersteilen lassen. Das Hauptgewicht der Arbeit in den restlichen Monaten muß daher auf eine systematische Mitgli ederwerbung gelegt werden. April und Mai könnten noch zur Durchführung einer intensiven Werbeaktion benützt werden. Der Vorstand der F. A. P. bedarf aber noch einer formellen Bestätigung durch die Mitgliederversammlung. Vorstandswahlen für die F. A. P. . Dte Wahlvorschläge werden der Versammlung zur Annahme unterbreitet. Einstimmig werden für den engsten Arheitsausschuß der F.A.P. gewählt: Vorsitzende: Henny Blumenfeld, Lina Wagner- Tauber- Schatzmeisterinnen: 1. Margarete Pelt esohn; 2. Else I s a a c. Schriftführerinnen: l. Grubwieser-Hauser; 2. Elise Schmierer. Gruppenarbeit: Edit Hirsch; Mirjam Gzuczka. Werbearbeit: Rose Bat t sek. Nationalfonds: Stefanie Th eil ha b er. Organisation: Dr. Nadja Stein. Auf ausdrücklichen Wunsch der Versammlung wurde auch Frau Sonja Gronemann, als bisheriges Vorstandsmitglied des Kulturverbandes, die sich derzeit auf einer Reise in Palästina befindet, in den engsten Arbeitsausschuß gewählt. Der erweiterte Vorstand der F. A. P. setzt sich aus je zwei Vertreterinnen aus der Leitung der Bezirksgruppen zusammen, die von den verschiedenen Bezirksgruppen selber zu nominieren sind, und aus den Mitgliedern der verschiedenen Kommissionen. Auf Antrag von Fräulein Dr. D u k a s wurde von der Ver- Sammlung noch folgende Resolution angenommen: Die Mitglieder der Versammlung begrüßen einstimmig die auf der Tags vorher statfgefundenen Konferenz von Vertreterinnen des Kultur- Verbandes und des Bundes zionistischer Frauen gefaßten Be- Schlüsse und sehen in der beschlossenen Vereinigung der beiden Verbände die Voraussetzung einer fruchtbaren Arbeit. N. St. Die Zusammenarbeit mit dar WIZO Vom 18. bis 21. März tagte in Berlin die ״Viererkommlssion" der Wizo (Frau Goodman, London, Frau Sieff, London, Frau Steiner, Prag, Frau Dr. Mayer, Berhn). Die Kommission war angesetzt, um die Frage zu klären, in welcher Art neutrale Verbände, die sich am Paiästinawerk der Wizo beteiligen wollen, sich dieser anschließcn können. Die in Berlin ausgearbeiteten Örganisationsvorschläge sind auf folgenden Grundsätzen aufgebaut: Die Wizo behält ihr zionistisches Programm bei, muß aber den Nichtzionistinnen das Recht geben, sich an der Beratung und Beschlußfassung über die Arbeit in Palästina zu beteiligen. Der Mitgliedsbeitrag an die Zentrale in London, der von allen Mitgliedern (aen zionistischen und den nlchtzionistisehen) geleistet werden soll, gibt das Wahlrecht zur Wizo- Konferenz. Ein besonderer Organisationsbeitrag, den nur die Zionistinnen zahlen, berechtigt diese, ihre Delegierten zu einer Vorkonferenz zu schicken, der bestimmte Arbeitegebiete Vorbehalten sind, im wesentlichen solche, die im Zusajnmenhang mit den reinzionlstischen Aufgaben der Wizo stehen. Die Kommission hat nach diesen Prinzipien die Statuten der Wizo ergänzt und die neuen Vorschläge in einem ausführliehen Memorandum ausgearbeitet, das alle Landcsorganisationen der Wizo erhalten naben. Die jn Deutschland erstrebte Vereinigung von Zionistischein Frauenbund und Kulturverband in einen gemeinsamen Verband für Palästinaarbeit, der die Landesorganisatiander Wizo werden soll, findet in den Reformvorschligen der Kommission eine gute Grundläge. Me woe Im Elsaß Die Mitglieder der Exekutive der Wizo, Frau Goodman, London, und Frau Steiner, Prag, unternahmen eine Reise nach dem Elsaß, um - den Anschluß der dortigen Frauenverbände für Palästinaarbeit an die Wizo durchzuführen. Anläßlich einer außerordentlich gut besuchten öffentlichen Ver- Sammlung in Straß bürg am 23. März, in welcher die beiden Damen sprachen, wurde dort der Anschluß der ״Association des dames jidves“ an die Wizo offiziell vollzogen. Kulturverband und Bund Die Verhandlungen zwischen Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und Bund Zionistischer Frauen In Deutschland. Am 20. März fand in Berlin eine gemeinsame Sitzung der Reichsvorstände des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und des Bundes Zionistischer Frauen statt An der Sitzung nahmen die Mitglieder W. I. Z. O.־ Exekutive, Mrs. Sieff und Mrs. Goodman aus London und Frau Prof. Steiner aus Prag teil. Herr Blumenfeld und Herr Dr. Kannowitz wohnten den Verhandlungen als Vertreter der Zionistischen Vereinigung für Deutschland bei. Von auswärtigen Gruppen waren vertreten: Dresden (Frau Hirsch), Hamburg (Frau Möller und Frau Buchholz als Delegierte des Bundes, Frau Dr. Roscnbautn-Jaffe als Delegierte des Kulturverbandes), Königsberg (Frau Oinsburg), Leipzig (Frau Safran-Lehrfreund), Osnabrück (Frau Krakauer). Von den Berliner Vorstandsmitgliedern waren anwesend die Damen: Bergel-Gronemann, Blumenfeld, Czuczka, Frankenstein, Grubwiescr-Hauser, Kober, Lewin, Dr. Meyer, Dr. Stein, Theithaber, Dr. Turnowsky, Wagner-Tauber. Jnhalt der Verhandlungen war die Frage der Fusionierung der beiden bisher getrennt arbeitenden Frauenverbände. Die begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten des Bundes und die ungenügende Mitarbeit der Zionistinnen am Kulturverband hatten zu der Idee geführt, durch die Vereinheitlichung eine stärkere Bewegung zu schaffen. Von entscheidendem Einfluß war der Erfolg der im letzten Jahre unter dem Namen der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina in Berlin durchgeführten Arbeit. Die Idee der Fusionierung stieß auf seiten des Kulturverbandes und auf seiten des Bundes auf Widerstände. Der Kulturverband fürchtete seinen neutralen Charakter, der Bund die Intensität seiner zionistischen Arbeit aufgeben zu müssen. Demgegenüber würde von den Vertreterinnen der W. I. Z.O.- Exekutive die organisatorische Möglichkeit festgestellt, einen nicht rein zionistischen Verband an die W. i. Z. O. an zuschließen und innerhalb desselben zwischen Zionistinnen und Nichtzionistinnen zu scheiden. Auf der anderen Seite. wurden die zionistischen Gruppen davon überzeugt, daß die Geldaufbringungs- und Propagandatätigkeit des Kulturverbandes zu ihren wesentlichsten Aufgaben gehört und daß die von ihnen bisher geleistete Erziehungsarbeit in den geschlossen eintretenden Studiengruppen weiter durchführbar und ausbaufähig ist. Als Ergebnis der Verhandlungen wurde die folgende Ent- Schließung angenommen: Din in einer gemeinsamen Sitzung vereinigten Vorstand*- mitglieder des Kult urvor bandos und des Bundes Zionistischer Frauen halten es im Interesse beider Verbände und deren Arbeit für Palästina für notwendig, zu einer neuen Organiaationsfortn za kommen. Die Funktionen beider Gruppen sollen von jetzt ab in einem gemeinsamen Verband forlgoführl werden. Die En• fassung weiterer Kreise für den Aufbau Palästinas und die Durchbildung uiid Aktivierung der zionistisch(« Mitglieder sollen unter einheitlicher Führung erfolgen. Der neue Verband ist die deutsche Landesorganisation der WIZO. Der Verband umfaßt alle diejenigen jüdischen Frauen, die — Unbeschadet ihrer jüdisch-politischen Einstellung — gowillt sind, am Aufbau Palästinas mitzuarbeiten. Die zionistischen Mitglieder sind gleichzeitig Mitglieder der Zionistischen Organisation und zahlen den zionistischen WlZO-Organisationsbeitrag. Zur Durchführung dieses Beschlusses wurde ein nrovisorischer Arbeitsausschuß, bestehend aus den Damen: Blumenfeld, Dr. Meyer und Dr. Turnowsky gewählt. Dieser Ausschuß wird eine Landeskonferenz vorzubereiten haben, auf welcher das endgültige Statut der fusionierten Verbände und die Festsetzung des Namens der einheitlichen Organisation zu geschehen hat. In Anlehnung an den alten Namen des Kulturverbandes ist der Name ״Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit" in Aussicht genommen worden. Die bet der Sitzung vertretenen Mitg’ieder der auswärtigen Gruppen bildeten ein provisorisches Zentral-Komitee und verpflichteten sich, die Arbeit in ihren Orten, entsprechend den vorliegenden Beschlüssen, in Verbindung mit dem Arbeit•- ausschuß zu beeinflussen. Frauenarbeit in der Schweiz nw. Zürich, 26. März. Frau Goodman aus London und Frau Steiner aus Prag, Mitglieder der auf der letzten Wizo- Konferenz gewählten ״Viererkommissicm", weilten in der letzten Woche in der Schweiz. Es gelang ihnen, mit dem hiesigen: Landesverband, dem neben ganz farblosen zwei Wizo-Gruppen und drei Kulturverbandsvercine angehören, eine Einigung in der Weise zu erreichen, daß, vorbehaltlich der Zustimmung der einzelnen Städte, die Schweizerische Landesorganisation an der sogenannten Finanzkonferenz, welche über die Verwendung des Keren Hanasehim beschließt, mit je einer Delegierten auf 200 Mitglieder teilnimmt. Als Vertretung der Wizo m der Schweiz, die unabhängig von dem aus zionistischen und nichtzionisttechen Gruppen zusammengesetzten Gesamtverhand, zionistische Arbeit zu leisten hat, bildete sich auf Verlangen der beiden Damen der Wizo-Exekutive eine Kommission, bestehend aus den Frauen Rlocb-Levaillant und Bodenheimerin Basel, Liehtenstein - Hauser in St. Gallen und Dr. W e 1 d 1 e r - Steinberg in Zürich. Vergangene Woche sprach in der ״Vortragsvereinigung der jüdischen Frauenvereine Zürichs“ Frau Anita Müller- Cohen über das Thema ״Die Jewish Agency und die F r a 11 e n“. Ihr Vortrag trug gewiß dazu bei, in den F rauen der Züricher Gesellschalt mehr Verständnis für die historische Rolle des Palästinawerkes zu wecken. Eine Folge davon ist die Bildung eines Empfangskomitees, das den Besucherinnen des Kongresses einen möglichst schönen und nutzbringenden Aufenthalt in Zürich verschaffen soll. internationale jüdische Frauentagung In Hamburg. Einer Anregung von Frau Rebeka Kohut, New York, die auch im Jahre 1923 eine jüdische Frauenkonferenz in. Wien rinberufen hatte, folgend, findet vom 4.-6. Juni d. J. in Hamburg eine Internationale jüdische Frauentagung statt. Mit der Vorbercitung dieses Kongresses ist ebenfalls der Jüdische Frauenbund von Deutschland netraut worden. Etwa 20 außerdeutsche Länder werden ihre Vertreterinnen entsenden. Aus dem reichhalti- . ־'־’ J *"־־ ־־’ Frauenarbeit beschäftigt, nennen wir Fragen, die für' das gesamte Judentum von Interesse sind, wie Völkerbund, Jewish Agency usw. fm Anschluß an in Wien schon ausgesprochene Wunsche sollen die Möglichkeiten der Gründung eines Frauenweltverbandes erneut In Erwägung gezogen werden. Am Montag, dem 1. April, begann in Jerusalem die Tagung der Jüdischen Frauen-Organisation (Histadruth Naschim). Frau Schoschanah Per sitz hat die Tagung mit einem Referate über die Aufgaben der Jüdischen Frauen-Organisation in der Kulturarbeit eröffnet.