Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1929-03-19 · Heft 22 (19.3.1929) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 22 (19.3.1929)
Date
1929-03-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653062-2653085--20645-2678651
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Einzelnmttmer 0,35 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Mainekeatraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freilag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5*75 Goldmark. Au«lsne!Mhe111n*«1*m» ia in Wmn dar vi1u»tn*n Und«■ bnnvhnct. Anzeigen -Verwaltung indische Rundschau G.m. b. HL, BerlinW15, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165-70. Telephon: Bismarck7165 -70. Postscheckkonto: Berlin Nr.17392 Für OwKerr«Jdbt Pcmmmxkar^etiMmt Wims, K.«מזוזי Nr 1^030. Fö r T*cKachofilמu־akei: PcMttfp*rktamrnnmmt Pr»*, Konto N». 9)410. Für Pole®: P«fRpArk4AS«namt W%j*chj1u, Konso Nr.!90708. Redaktion 8« ehluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Aüieiff«np1’df1 Sgwp. Noa!^«reilWi^#^^G^MJS!oü4Än^B«c1dboC^25CX-M, Aazeigexucbhiilt Di«a«t»c und Freitag nachmittags 4 Uhr חיס״ט ז׳ אדר שני- | XXXIV. Jahr*. Par Zionismus erstrebt fOr da» JOdtsch« Volk die Schaffung ulnar Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstatt« In Palästina. ״Baseler Programm.'« Palästina-Nachrichten Erleichterong der Einwaoderong nach Palästina Jerusalem. 14.März. (J.T.A.) Nach vorrngegangenen Verhandlungen der Zionistischen Exekutive in Palästina mit der Palästina-Regierung hat die Regierung eine Entscheidung getroffen, die für die Palästina-Einwanderung von wesentlicher Bedeutung Ist. Dieser Entscheidung gemäß dürfen Handwerker nach Palästina einwandern, wenn sie sich über einen Besitz von 250 Pfund ausweisen können. Andere Angehörige bestimmter Berufsklassen dürfen einwandent. wenn sie sich über einen Bes'tz von 530 Pfund ausweisen. Alle anderen Personen, die ihren ständigen Wohnsitz In Palästina zu nehmen wünschen, erhalten die Einwanderungserlaubnis, wenn sie sich über ein Vermögen von 1000 Pfund ausweisen können. Es wird eine Verfügung der Regierung über weitere Erleichterungen der Einwanderung in Palästina erwartet. Diese Regierungsverfügun״en stehen außerhalb des Rahmens der Chaf uz-Ein Wanderung, deren Kont'ngent im Einvernehmen zwischen Regierung und Zionistischer Exekutive festgesetzt wird, wobei ein Ausweis über Irgendeinen Besitz nicht in Frage kommt. Cbedera vor dem Untertans London, 13. März. (J. T. A.) Auf eine Anfrage von Colonel Wedgwood, ob der Oberkommissar von Palästina bereits über die Angelegenheit von Che«dera berichtet habe, wo Beduinen sich eines von den Juden bereits vor 30 Jahren erworbenen Bodens bemächtigt halten und im Besitz dieses Bodens gelassen wurden, erwiderte Kolonienmini ter Amery im Unterhaus, er habe den Oberkommissar um einen Bericht ersucht, der Bericht sei aber noch nicht eingetroffen. * L 0 n d o n , 13. März. (J. T. A ) Colonel Wedgwood richtete im Unterhaus an den Kolonien minister die Frage, ob er eine Untersuchung betreffend die Rechtsungfelcbheit der Frauen• in Palästina anstellen wolle, um herauszufinden, wie weit sich die moslemitischen Vorurteil? gegen Frauen in An* belraoht df Besserung der״ Pailfi6a::Jjj;JMMU-Ilt der TfiriMf ändert hätten.. Minister Amery erwiderte, et halte es nicht für wünschenswert, den Oberkommissar für Palästina mit eihtr solchen Untersuchung f« beauftragen., Colonel Wedgwood fragtet ,ib es nicht wünschenswert wäre, in Palästina die gleichen westlichen Ideen einzuführen, wie sie in der heutigen Türkei schon Wurzel gefaßt haben. Minister Amery erwiderte: Ja, Sir, aber nicht in dem gleichen Maße. Die Tiberlas-Thermen Jerusalem, 14. März. (J.T A.) D%seit langem zwischen der Regierung Palästinas und der Stadtverwaltung von T i berias bestandene Konflikt über das Besitzrecht an den be- _ rühmten heißen Quellen von Tiberias, der auch schon das Obere Gericht beschäftigt hat. ist nunmehr durch einen Vergleich aus der Welt geschafft worden. Auf Grund dieses Ab- Kommens fallen der . Stadtverwaltung S׳V des Ertrages der Quellen zu; der Wakf (moslemitischer Religionsfonds) erhält */«, das Unterrichtsdepartement der Regierung ebenfalls ״/י des finanziellen Ertrages der Quellen. Nach Ablauf der Frist der jetzt zur Vergebung gelangenden Konzession für Errichtung moderner Thermen;Blder fallen alle Geblude und Badednrichtungen der Stadtverwaltung zu. Das Vorrecht auf die Konzession hat ein amerikanisch - j ü d i s ch e s Konsortium. Die Tote-Meer-Konzession London, 13. März. (J.T. A.) Im Unterhaus fragte Howard Bury, ob eine weitere Mitteilung Frankreichs bezüglich der Tote-Mecr-Kon Zession erfolgt sei, ob die letzte französische Mitteilung von England beantwortet wurde und ob die Gewährung der Konzession im Prinzipe an Herrn Moses Novomejski ein Hindernis für ein Uebereinkommen mit Frankreich sei. Sir Austen Chain berlain erwiderte, der erste Teil der Frage ist mit eirtom Nein zu beantworten: was den zweiten Teil der Frage betrifft, wird gerade eine Antwortnote an den französischen Gesand'en׳geschickt: bezüglich des dritten Teiles ist zu sagen, daß die Frage efnes Uebereinkommens gar nicht erwogen wurde. Auf die Frage Howard Burys. ob die französische Regierung die Angelegenheit vor das Haager internationale Gericht bringen wolle, erwiderte Sir Austen Chamberlaio, er glaube nicht," daß die französische Regierung vor dem Eintreffen der englischen Note irgendeine Entscheidung treffen werde. Die Frage der hebrälsebea Telegramme Jerusalem, 16. März. (J.T.A.) Das Oberste Gericht Palästinas befaßte sich mit der Beschwerde eines jüdischen Kaufmannes, dessen mit hebräischen Lettern niedergeschriebene Telegramme durch' einen palästinensischen Postbeamten zurückgewiesen wurden... Der Anwalt der Regierung plädierte für die Abweisung der Beschwerde und berief sich auf gesetzt «ft,'IIS 'Tbfegrim«» 11'ISjWfisöherSprt^ nur dann angenommen werden, wenn sie in lateinischen. Buchstaben niedergcsch rieben sind. Der Anwalt des jüdisplien Beschwerdeführers vertrat den, Standpunkt, daß die Verordnung von 1920 «furch das Palästina-Mandat, welches eine Gleichberechtigung aller Gemeinschaften in Palästina festsetzt, automatisch außer Kraft gesetzt worden ist Es sei eine Verletzungder Gl e 1c h ber e c h tl g un g, wenn arabische Telegramme ln arabischen Buchs laben angenommen werden, während für hebräische Telegramme die lateinische Schrift vorgeschrieben ist. — Das Urteil wird ln diesen Tagen bekanntgegeben werden. Nidtijttdisdie luden -!ttdisdier |udenfumsha$ Moskau, 14. März. (J. T. A.) Die Rädelsführer der antisemitischen Aktionen in der Zuckerfabrik zu Brailewa, Kreis Winiza, wurden zu ein bis drei Jahren Gefängnis und zum Verlust der bürgerlichen Rechte für weitere drei Jahre verurteilt Aus dem Verhandlungsverlauf ging hervor, daß die «׳eiligen jüdischen Arbeiter der Fabrik Fürchterliches auszustehen hatten. Sechs antisemitische .Arbeiter imDonezkohlenrevieT wurden wegen schwerer Mißhandlung des jüdischen Arbeiters Samuel Davidsohn zu schweren Strafen verurteilt. Tarabarow und Jablonowsky erhielten je zwei Jahre schweren Kerker, Botischtschew und Teriechow wurden zu je 8 Monaten, Petrakow zu 6 Monaten und Botschkow, der geflüchtet ist, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt Das Gericht In Minsk verurteilte die Arbeiter Winetz zu fünf Jahren Kerker, Klewko zu einem Jahr, Bielskö zu neun Monaten Gefängnis wegen Mißhandlung jüdischer Arbeiter. In Krasnojarsk wurden das Mitglied des Gerichts, Jablokow, und der Vizevorsitzende des Gerichts, Soiotow, wegen antisemitischer Taten ihrer Aemter enthoben und aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Die kommunistische Presse bringt fortgesetzt Meldungen über antisemitische Aktionen. ״Rabotschaja Moskawa“ beschuldigt den bekannten Professor K unig;an und seine Gattin, daß sie ihre Umgebung antisemitisch verhetzen und dafür verantwortlich sind, daß jüdische Familien ein Martyrium aus zustehen haben. ״L e n i n g r a d s k a j a P r a w d a“ schildert das Martyrium der jüdischen Familie Lichtmann, die von der ihr benaclibarten Familie Prigorodow unablässig verfolgt wird. Das augerufene Gericht zeigte sich sehr milde und verurteilte das Oberhaupt der Familie Prigorodow zu fünf Rubel Geldstrafe. Die Folge ist, daß die antisemitische Quälerei weiter geht Als das Kind der Lichtmanns, in der Wohnung allein gelassen, dem Feuer zu nahe kam, seine Kleider Feuer fingen und es um Rettung schrie,, trafen die Prjgorodows keinerlei Anstalten zur Hilfe und sahen za, wie das Kind in den Flammen elend zugründe ging. ״E mess“ teilt mit, daß mehrere an den staatlichen Industrieanstalten in Brozlaw beschäftigte ehemalige Pogrombeiden — ״Eniess“ führt sie mit Namen an — die jüdische Be* völkerunp׳ des Städtchens schwer terrorisieren. Moskau, 14. März. (J. T. A.) In Leningrad wurden 15 Kirchen und Synagogen geschlossen. Die jüdischen Kommunisten erheben jetzt die Forderung, daß ihnen die große Leniagrader Chorsynagoge zwecks Ausgestaltung zu einem Arbeiterklub übergeben werde. In Dn je pro Piet r o w s k haben sämtliche jüdischen Kommunisten für die Um- Wandlung der Chorsynagoge in einen Arbeiterklub gestimmt Nach einer Meldung von ״Etness“ hat die Arbeiterschaft von Jelilowke, Kreis Berditschew, in einer Versammlung einstimmig beschlossen, die Umwandlung des großen Beth Midrasch in einen Klub zu verlangen. Das Gouvernementskomitee von Briansk hat den Beschluß, die große Synagoge ״Ohel Jaakob“ in einen Klub umzuwandeln, entgegen den Einwendüngen der religiösen Judenschaft, die darauf hinwies, daß Briansk über eine zweite Synagoge nicht verfügt, bestätigt Es wurde der jüdischen. Gemeinde ein Holzgebäude als Synagoge überwiesen, das kaum 150 Personen fassen kann. * Die Charkower jiddisch-kommunistische Tageszeitung ״Stern“ fordert, daß kein Pfund Mehl für Mazr.es gegeben werden soll, da man sonst auch der orientalischen Kirche Meli! für Osterspeisen wird bewilligen müssen. Die polnisch-jüdischen Beziehungen Der Judenfreund Pilsudski. Karin Michaelis, veröffentlicht im ״Prager Tageb 1 a 11“ dn Gespräch, das sie mit MarschaU P i 1 s u d s k i während ihres Besuches in Warschau Im Frühjahr 1927 gehabt hat Pilsudski sagte, er hege aufrichtige Sympathie für die Juden, er zähle wundervolle jüdische Persönlichkeiten zu seinen engsten Freunden, auch war seine verstorbene erste Frau Jüdin. Aber, fügte er hinzu, Polen habe zuviel Juden, zu viel arme, kranke, physisch degenerierte Juden, die für Landarbeit nicht taugen und darum in den großen Stadien konzentriert leben. Zum Schluß erklärte Pilsudski, er sehe in der allzugroßen Fruchtbarkeit der Juden einen großen nationalen Fehler. Warschau, 14. Marz. (J.T.A.^ Warschauer Zeitungen weisen gegenüber den Ausführungen Pilsudskis darauf hin, daß zahlreiche physisch kräftige und landwirtschaftlich gut vorebildete Juden vergebens darauf warten, daß man ihnen im ahmen der Agrarreform Boden zu landwirtschaftlicher Betätigung zuweist, obwohl verfassungsgemäß auch den Juden die Vorteile der Agrarreform zugute Kommen sollten. Repräsentanten-Versammlung Eine Palästina-Debatte. In der letzten Sitzung der Rcpräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde richtete die liberale Fraktion nachstehende Anfrage an den Gemeinde Vorstand: ״Die Februarausgabe des Gcmeindeblattes enthält nicht weniger als ,drei Aufsätze über die Palästina-Siedlung. Diese Ausgabe ist .'von der ״jüdischen Rundschau“ als eine Pallstitja-Nuntmer bezeichnet worden. . Billigt es der Gemeindevorstand, daß das Qemeindeblatt, das aus den Steuern sämtlicher Gerneind?mk* glieder erhalten wird, in den Dienst einer einzelnen Richtung gestellt wird?“ In der Begründung dieser Interpellation erging sich Moritz ,Rosenthal Ln schweren Angriffen nicht nur gegen die Redaktion des Gemeindeblattes, sondern auch gegen den Zionismus und das ״nationalistische“ Palästina-Werk. Er griff natürlich auch in heftiger Weise die ״Jüdische Rundschau“ an. Als erster Redner in der Debatte sprach Dr. Kl e0. ln Eindrucksvollen Worten beleuchtete er die Sachlage. Das Gemeindeblatt hat in der letzten Zeit über verschiedene Gebiete aus dem Leben nichtdeutscher Juden, z. B. über die Kolonisation in Sowjetrußland, mehrere Maie ausführliche Aufsätze veröffentlicht Warum sollte das Gemeindeblatt der größten deutschjüdischen Gemeinde achtlos am Palästina-Aufbau Vorbeigehen, trotzdem dieses Werk bei der Judenheit in der ganzen Welt das allerstärkste Interesse findet? Das Gemeindeblatt hat Ober Palästina in sachlicher Weise geschrieben, nur Uebelwollende können in dem Ton der veröffentlichten Aufsätze outrlerte Propaganda erblicken. Wenn jedoch diese Nummer des Gemeindeblattes für den Palästina-Gedanken geworben hat, so liegt das an dem Inhalt dessen, was in Palästina für die Gesamtjudenheit geleistet wird. Außer Dr. Klee sprach in der Debatte von zibnistischer Seite Ministerialrat Goslar, von liberaler Seite sprachen Dr. Türk und O s t b e r g. Direktor Ostberg gehört zu der besonders militanten Richtung des Liberalismus. In heftiger Weise polemisierte er gegen Klee und Goslar. Klee hatte in seiner Rede gesagt, daß auch innerhalb der liberalen Fraktion die Stellung zum Palästina-Oedanken nicht einheitlich sei.: Der Palästina-Gedanke werde, wenn der intransigente und unbelehrbare Teil der Liberalen in seiner scharfen Ablehnung gegenüber PalätäBft verharren werde, zu einer Spritan* äm׳ .L1bem]iU|U$ auf :ÜHt regenerieretiÄ Kraft des Sftotrtspit» 0*$■ b«rg bezcichnete in seiner Polemik gegen Klee das Verhalten der Zionisten und’ die Tendenz der ״Palistina7Nüjn1j1ef“ als ein Rühren der Reklametrommel Für Ooslars Ausführungen fand er die Bezeichnung ״olle Kamellen“. Diese taktlose Art Ostbergs erfuhr in einer zweiten .Ansprache Dr. Klees gebührende Zurückweisung. Dr. Klee wies darauf hin, daß die Palästina-Nummer des Gcmeindeblattes ein, derartig großes Interesse beim großen PubUkum gefunden habe, daß man außer den Exemplaren, die die Zionistische Organisation bestellt habe, noch einige tausend Exemplare über die gewöhnliehe Auflage hinaus drucken mußte, und daß Jetzt die. Februarnummer des Gemeindeblattes bis auf das letzte Exemplar vergriffen sei. Zwischen dem Ton und der Auffassung von Ostberg und seiner engeren Gesinnungsfreunde und dem Zionismus besteht tatsächlich ein Abgrund, der nicht zu überbrücken ist Namens des Gemeindevorstandes gab der Vorsitzende, Direktor Kareski, Antwort auf die Anfrage der Liberalen. Er stellte fest, daß der Gemeindevorstand keineswegs beabsichtigt häbe, die Linie der Neutralität im Gemeindeblatte zu verlasse«. Wenn man aus der Februarnummer des Gcmeindeblattes den Eindruck gewinne, daß es sich um eine spezielle Palästina- Nummer handle, so sei es abwegig, von einer bewußten Absicht des Gemeinde Vorstandes nach dieser Richtung hin zu sprechen. Außerordentlich sympathisch wirkte die Erklärung der Frau Eschelbacher, die gleichfalls in der Diskussion das Wort ergriff. Diese echte jüdische Frau fand den richtigen Ton, um das Verhalten eines Juden zur Frage des Palästina-Aufbaus zu kennzeichnen. Sie sagte ungefähr: ״Wer dn jüdisches ner* und eine jüdische Seele hat, kann nicht teilnahmlos an der Sache des Palästina-Aufbaus Vorbeigehen, sondern muß sich über das Werk in Ercz-Israel freuen.“ Diese schlichten Worte wurden achtungsvoll angehört und beifällig auf genommen, denn sie standen in einem wohltuenden Gegensatz zu den Ausführungen der Herren Ostberg und Rosenthal, welche seheukiappig, gemäß dem liberalen Schulchan Arun, d. h. dem Assimilations- Programm der Liberalen, sich bemüßigt fühlen, einen Ton anzuschlagen, der zwölf Jahre nach der Balfour-Deklaration wirklieh ganz deplaziert ist Genau besehen, war die Palästina-Debatte der Reprisentantenversammlung ein Echo der großen Kundgebungen des deutschen Keren Hajessod, deren Gelingen die Scharfmacher unter den Liberalen wahrscheinlich schwer geärgert hat FQr uns liegt nicht der geringste Anlaß vor, uns übermäßig über diesen ganz überflüssigen Ausbruch des alten Hasses gegen den Zionismus auf seiten der Liberalen aufzuregen. Die Schattierung der unbelehrbaren Zionismushasser umfaßt in der jüdischen Welt vvie Klee in seiner ersten Rede in der Sitzung richtig feststellte, nur ein kleines Häuflein, das völlig isoliert dastcht. v Am Beginn wählte die Versammlung mit neun Stimmen (bei Stimmenthaltung der Liberalen lind M. A. Löbs) Prof. Dr. Heinrich Loewe zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurden die Gegenstände Bevölkerungspolitik, Statutenänderung (Dauer der Amtsperiode bis 1930) und Neufestsetzung der Friedhofsgebühren, gemäß den Anträgen des Vorstandes behandelt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.