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Jüdische Rundschau · 1929-03-15 · Heft 21 (15.3.1929) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 21 (15.3.1929)
Date
1929-03-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 136 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2t, 15. HT. 1929 Briefe an die Redaktion Der Sammler Duisburg, den 8. März 1929. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin. In der C-V.-Zeitung vom 1. März erzählt Rabbiner Drtacob, Dortmund, von einem Besuch, den bei ihm ein Herr 1. gemacht habe mit dem Ersuchen, ihn in der Sammlung von Beiträgen für das jüdisch-theologische Seminar in Breslau und die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin zu unterstützen. Rabbiner Dr. Jacob antwortete Herrn D. zusagend, aber unter einer Bedingung, die er in direkter Rede ausführlich wiedergibt: Herr D. mußte versprechen, die zuständigen Stellen auf einen Weg hinzuweisen, auf dem mit zu gründen, so habe das immer noch Zeit Die Sammler des Keren Hajessod dürften an Hand ihrer Listen keine Zeichnung annehmen, falls nicht der gleiche Betrag für wissenschaftliche und charitative Anstalten in der Heimat gegeben werde. Die Sammler des Keren Hajessod seien viel besser ausgerüstet, arbeiteten mit einem ungeheuren Apparat, mit effektvollen Filmen, öffentlichen Empfängen und Festessen oder intimen Tees, der Aussicht auf interessante Gesellschaftsreisen nach dem Lande der Väter usw., während Sammler wie D., arme Teufel, nichts als ihr Notizbuch hätten. ״Also, Sie versprechen mir das? — Dann kommen Sie, das Auto steht schon vor der Tür.“ — Ich glaube, daß Herr D., wahrheitsgemäß, so geantwortet hat: ״Ich komme gerade, lieber Herr Rabbiner Jacob, aus der Nach- Darstadt X. Den größten Beitrag erhielt ich dort von einem Zionisten. Dieser sagte mir: ,Ich gebe Ihnen das Geld, wiewohl ich für andere Zwecke gebe, tür welche die größte Zahl Ihrer Zeichner nicht geben. Dort zahle ich für jene mit. Feh antworte Ihnen aber nicht: mögen bei Ihrer Sammlung jene für mich mitzahlen.‘ Als ich midi verabschiedete, sagte ich dem Zionisten: ,Ich wünsche Ihnen Glück zu Ihrer wundervollen Arbeit im Dienste des Judentums.‘ Da Sie, Herr Rabbiner, ein gerechter Mann sind, ist die mir gestellte Bedingung wohl vice versa zu verstehen, also daß nicht nur den Keren Hajessod- Zahlern eine Auflage zugunsten deutsch-jüdischer Zwecke, soddem auch den für solche Spendenden eine Auflage für den Keren Hajessod gemacht werde. Der Vorschlag ist erwägenswert. Sie stellen natürlich die Sammlungen für den ,ausländisehen‘ ORT denjenigen für den Keren Hajessod gleich, und seine Films und Bälle den von Ihnen erwähnten Veranstaltungen des Keren Hajessod. Sie wissen ja auch, daß die Teeabende und Empfänge zugunsten des Keren Hajessod nicht aus den Sammlungen, sondern von privater Seite bezahlt werden. Im übrigen möchte auch ich einen Vorschlag machen: Wenn Sie es erreichen könnten, lieber Herr Rabbiner, daß Ihre jüdischen Freunde in der erwähnten Nachbarstadt ihre der christlichen Geistlichkeit unerwünschten Spenden für Kirchenglocken, Kruzifixe usw. in Zukunft m i r geben würden, und wenn Sie das in allen Städten Deutschlands durchsetzen könnten, dann wären meine Eingänge wesentlich gesteigert, und die Würde des deutschen Judentums wäre gehoben.“‘ Hochachtend Isi Brodinger. * Eta Informationsbüro in Tel-Awiw. Die Praxis während der Immigration*jahre und die gegenwärtigen Verhältnisse im Lande naben uns gelehrt, daß den Ankömmlingen und Ansiedlern die elementarsten Kenntnisse sehen' und landwirtschaftlichen Siedlung ilnd den Stand der Industrie und des Handels in Erez-IsraeT und im Nahen Osten fehlen. Das Vermissen obiger Kenntnisse trugen in gewissem Maße viel dazu bei, daß eine Reihe von Unternehmungen mißlangen, oder gänzlich scheiterten. Um diese Lücke auszufülien, beschloß die Organisation der Allgemeinen Zionisten, in Tel-Awiw ein Auskunftsbüro einzurichten mit den folgenden Aufgaben: 1. Landwirtschaft: Orangenpflanzungen, Dryfarming, Getreide-, Obst- und Tabakbau, Geflügel- und Bienenzucht. 2. Städtische Kolonisatlon: Haus- und landwirtschaftliche Groß- und Klein- Industrie, Handwerk, Kreditfragen, Innen- und Außenhandel, Markte, Transport- und Zollfragen, Steuern usw, 3. Lebensbedingungen im Lande: Nahrungsmittelfragen, Wohnung, Erziehung, Schulwesen usw. 4. Eiawanderungsgesetze und Touristik. Wenn alle Informationen, Zahlen usw. im Büro gesammelt und programmäßig geordnet sein werden, wird das Büro sich bemühen, dem sich dafür interessierenden Publikum im In- und Auslande durch Prospekte, Zeitungsartikel io der zionistischen Und jüdischen Presse, zionistischen Federationen, auch durch Beantwortung mündlicher und schriftlicher Anfragen, diese notwendigen Kenntnisse zu vermitteln. Das Büro wird auch als Empfangslokal für Touristen dienen, ihnen den Besuch des Landes erleichtern und alle notwendigen Auskünfte erteilen. Die Dienste des Büros sind unentgeltlich. Information Office, Tel-Awiw, Lilienblumstreet 40. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau" In dem Artikel von Frau Prager-Badt m der ,Jüdischen Riuadschau" Nr. 1g wird nebenbei erwähnt, daß die palästinensische Liedersammlung ״Leehu-nerannena" ״leider m Deutschland noch nicht zu haben ist“. Ich mache darauf aufmerksam daß ich in Deutschland bereif* eine größere Anzahl von Exemplaren dieser schönen Liedersammlung verkauft habe, und ich dieses Buch stets vorrätig habe. Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch betonen, daß ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, sämtliche palästinensischen Neuerscheiinnigen sofort nach Erscheinen auf Lager zu nehmen. Ich bemühe mich, das hebräische Buch in Deutschland unterzubringen. Buchhandlung Rubin Mas!, Charlottenburg, Kaniatr. 46. Vom Hebräischen Klub Ara Sonnabend, dem 9. März, fand im Hebräischen Klub (Beth Am Iwri) ein Vortrag des Herrn Z, Woislawski über die ״Problematik der Gegenwart“ statt Vom Gegensatz zwischen mittelalterlicher Gemeinschaft und moderner Gesell- Schaft ausgehend, beleuchtete er an Hand von Beispielen die besondere Tragik des Judentums, dessen Bindung im Mittelalter derjenigen einer Familie entsprach, und das gerade deshalb in der Zerstreuung im jetzigen kapitalistischen Zeitalter za keiner organischen Einheit gelangen kann. An der Debatte nahmen teil: Dr. Pin es, Dr. Borodianski, Dr. Solow e its c h i k, Herr L e i b ovv i t z und Dr. Atlas, die das Problem von verschiedenen Seiten behandelten, sowohl vom Standpunkt der Geschichte als der Moderne. Der nächste öffentliche Vortrag des Beth Am Iwri findet am Sonnabend, dem 16. März, 8V* Uhr abends^ in den eigenen Räumen (Grolmanstr. 36) statt. Es spricht G. Chanoch über das Thema: ״Aufgaben der Palästinenser in der Diaspora“. Es handelt sich um einen Vorschlag, die Palästinenser zu konkrrten Zwecken zu organisieren. Für die Diskussion sind bereits vorgemerkt: J. Braslawski, Lewin u. a. Gäste willkommen. Z onisiische judemHaönnö in Küin Die Z. V, f. D. veranstaltet gemeinsam mit den Zionistischen Groppenverbänden Linlcsrheinland und Roch tsrheinland-Wegtfsien am Sonntag, den 17. März, In Köln, im großen Saal der Rheinlandloge, CäeiHenstr.,eine xtenlstlsrtie J11s«ncltag111tg Beginn 101/3 Uhr Programm: s I. 10’ Uhr vormittag» 1 ״Aufgaben and Grenzen der ffldlzchen Gemeinde“. Referent! Rabb. Dr. Grünewald, Mannheim II. 2v״Uhr nachmittag■! ״Die Position dea * ungen Zionisten innerhalb der jüdischen Jugend“. Referent: Dr. Ma* Mayer, Berlin Anmeldungen sind m richten an das Büro der Zionistischen Ortsgruppe Köln, Krenzgasse 14 Ffibrertapaq des J. J. W. B., Gau Sachsen Am S. und 24. Februar 1929 fand 1'm Leipziger Jüdischen Jugendheim eine Führertagung des Gau Sachsen a«s Jungjüdisehen Wanderbundes statt Der Gau wird gebildet von den sächsischen Gruppen Chemnitz, Dessau, Halle, Leipzig, Plauen und Zwickau. Ihm ^geschlossen sind die thüringischen Gruppen Oera und Gotha. Zirka 30 führende Menschen des sächsischen Gaues nahmen an der Tagung teil. Von der Bundesleitung war Heini Schuppler und vom Hechaluz Schura Oscherowitz anwesend. Julie Thaler eröffnete die Tagung und wies auf die Wichtlgkeit der zu besprechenden Fragen hin. Das Wort zum Referat über die Situation des Bundes erhielt Rudi Nobel, der versuchte, die den Gesamtbund seit längerer Zeit bewegenden Probleme zu analysieren und einen Ausweg aus den ständigen Meinungskämpfen zu zeigen. Es handelte sich im wesentlichen um die miteinander zusammenhängenden Fragenkomplexe Chaluziuth — Nichtchaluriuth, Aelferennroblem und unsere Stellung zur Umwelt, insbesondere zur TL. V. f. D. In der darauf folgenden und am nächsten Vormittag fortgesetzten Diskussion standen sind hauptsächlich zwei Anschauungen gegenüber, die sich durch ׳Re Radikalität ihrer Forderungen voneinander untersehieden. Wenn auch eine endgültige Stellungnahme des Bundes erst auf dem Bundestag erfolgen kann, so hat diese Tagung doch erheblich zur Klärung der gegenwärtigen Situation und Charakterisierung der verschiedenen Ansichten beigetragen. Der Nachmittag des zweiten Tages galt der Erörterung technischer Fragen. Es wurde von der Oauleitung ein kurzer Ueberbliek über die Gruppen des sächsischen Gaues gegeben, und wichtige Punkte der praktischen Arbeit wurden zur Sprache gebracht Für Julie Thaler, der Sachsen verläßt, wurde eine von Hermann Latte, Leipzig. David Neustadt, Zwickau, und Leibo Eichhorn, Chemnitz, gebildete Oauleitung gewählt Die neue Adresse der Oauleitung ist: Hermann Latte, Leipzig, Emilienstr. 36. Am Sonnabend, dem Berliner istiitf-Gedanke im deut- Vermischtes Kart BItmtenfefd im Rundfunk. 16, März, nachm. 6,19 Rundfunk einen Vortrag über ״Der Pi sehen Judentum“. Da» Misrachi-Zentral-Büro hat »eine Büroräume von Berlin N 54. Wemmeisterstraße 18, nach Berlin N 34, Monbijou״ platz io, Eingang 4, verlort. Hier befinden sieb auch das Misrachi- Anker-Büro, der Verlag ״Zion" sowie die Räume der Berliner Zeire- Misrachi-Gruppe. (,Telephon: Norden 115g.) Die Hauptstelle für Jüdische Wanderfilrsorge hält ihr« Mitglipdervereamrnhmg am 17. März 1959 in Berlin, Kleiststraße 10 (Lopenhaus), ab. Tapesordnung: Vormittags 10H Uhr: GesehSftsbericht, Finanzberi ht, Aussprache, Wahlen. Referat Dr. Werner Senator Ober ״Da» jüdische Flüchtlingsproblem nach dem Weltkrieg“, Nachmittags 3 Uhr: Referat Frau S. Wronsky, ״Die wirtschaftlich(! und soziale Bedeutung der Arbeitsfürsorge“. Refernt Pastor Braune, ״Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Arbeiterkolonie“. Aussprache. Am u. März fand im ״Tiergartenhof" eine Kundgebung der Mitpliedergruppo des Hilfsvereins der Deutschen Juden Berlin-Nordwest (Bellevue, Hansa viertel, Moabit) statt, die sehr zahlreich besucht war. Nach einem Lichlbildvorfrag des Generalsekretärs des Hilfsvereins, Dr. Mark Wischnitzer, der sämtliche Phasen der Hilfsveroinsarheit behandelte, ergriff Rabbiner Dr. Prinz das Wort. Er führte u. a. au«, man habe innerhalb dos deutschen Judenlums vergessen, daß jüdisch(» Leben nicht ist und nicht bestehen kann ohne die Sorge der Juden in einem Lande für die Juden in den anderen Ländern. Die große jüdische erzieherische Aufgabe des Hilfsvereins in Deutschland sei, in den deutschen Juden wieder das Gefühl der Notwendigkeit dafür zu erwecken, daß sie mit den Juden der anderen Länder schicksalhaft verbunden sind. Am Mittwoch, dem 6. März, fand in der Pädagogischen Akademie der zweite Abend von H. Hamm erstein über ״Das Judentum und seine wichtigsten Probleme“ statt, und zwar im besonderen über die nationale Bewegung und das neue Palästina. Der Vorfrag ging zunächst von dar Lage des Diaspora- Judentums aus und erklärte die zionistischen Bestrebungen, das Wirken Iferzls, die Balfour-Deklaration und das Völkerbundsmandat und die Argumente dar orthodoxen und liberalen Gegner. Es folgte dann an Hand von Lichtbildern eine Schilderung des Landes Palästina und des jüdischen Aufbauwerkes. Zum Schluß wurde die Rückwirkung der zionistischen Bewegung und Palästinas auf das Ge- Mmljudcntum gezeigt: die Neuerweckung des jüdischen Lebenggefiihls, die hebräische Renaissance, die Sympathie der anderen Völker (Pro Palästina-Komitees) und die Mitarbeit der weitesten jüdischen Kreise am Palästinawerk. Der Vortrag dauerte, wie der erste, zwei Stunden und wurde bis zum Schluß mit Interesse verfolgt. Die Hörerschaft halte sich gegen das erste Mal stark vermehrt. T^nmnmiTgjiigi WA zeigt der neue Film! Die nächsten Aufführungen: 17. März: Duisburg, Nürnberg, Gera, Görlitz 21. Mir*: Berlin nma US 24. März: Köln, Bamberg,?1שרוול Karlsruhe 31. März: Elberfeld Der ״Verband russischer Juden ta Deutschland“, der nunmehr in das zehnte Jahr seines Bestehens ein tritt, hielt am ß. März d. J. sein© diesjährige Generalversammlung unter dem Vorsitz da» Reehtaanwalts Dr. B. Mandel ab. Der Vorstand das Verbandes, an dessen Spitz* der Staatsrat J. Teitel steht, erstattet« einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Verbandes im Jahre 1938. Die Wohltätigkeitskommission des Verbandes verausgabte im Berichtmbre an einmaligen und monatlichen Unterstützungen insgesamt 133 535 M., wobei von 13;3 Hilfsgesuchen nicht weniger als 1290 stattgegeben wurden. Die Kommission zur Unterstützung von Studieranden in Form von Suhsidien u. dgl. betreute ein* stattliche Anzahl Schüler von Mittel- und Hochschulen und verausgabte zu diesem Zwecke 15 963 M. Die »Arbeitskommission“ betreute die im Jahr« 1927 gegründete Nähwerkstatt und die Nälikurse, die allein 60 Schalerinnen fassen (Ausgabe 6717 M.). Die ״Darlehenskommission“ gewährte einer Reihe von Kaufleuten und Handwerkern Darlehen in einer Gesamtsumme von 16 5Ct M; wobei es bemerkenswert ist, daß dar Verband zu diesem Zweck auch mit einer Anleihe operieren konnte, die ihm von dem Kommissar für die Flüchtlinge beim Völkerbund im Betrage von 3500 Dollar gewährt wurde. Der Vorsitzende, Staatsrat T o i t e 1, wies in seiner Ansprache auf die täglich wachsende Not der russisch-jüdischen Emigranten hin. Diese Not zwinge den Verband, jetzt, zum ersten Male *eit seinem Bestehen, sich an die deutschen Glaubensgenossen zu wenden, in deren Mitte das Schicksal die Emigranten auf lang« Zeit hinaus verschlagen hat. Der Breslauer Jüdische Museumsverein. DerVerein Jüdische* Museum E. V. zu Breslau hatte im Anschluß an seine so viel beachtete Ausstellung ״Das Judentum in der Geschichte Schlesiens“ Vertreter der jüdischen Museumsvereine Deutschlands, Polens, Oesterreichs und der Tschechoslowakei, sowie dt» Gesamtarchivs der deutschen Juden und der jüdischen Gemeinde in Berlin cingeiaden zwecks Zusammen- Schluß zu einer losen Vereinigung auf dem Gebiete jüdischen Sammelwesens. Dieser Einladung waren Delegierte aus Kassel, Mainz, Berlin, Wien, Prag, Warschau, München, Frankfurt a. M. gefolgt. Die Tagung begann mit einer Führung durch die genannte Ausstellung. Nach der Führung fand ein Vortrag von Dr. Hallo, Kassel, über ״Jüdische Handwerker und jüdische Künstler" statt, der im besonderen darauf hinwies, daß das Kunstgewerbe und die Kunst der Juden in vergangenen Jahrhunderten immer im engsten Anschluß zur Kunst ihrer eigenen Zeit gearbeitet hatten. Die eigentliche Arbeitstagung fand dann am Nachmittage in den Räumen des Gemeindehauses statt, die als wesentlichsten Punkt der Tagesordnung eben die Frage der Errichtung einer losen Vereinigung der jüdischen Museen und ähnlicher Sammlungen aufwies. Man war sich im Prinzip über die Notwendigkeit einig, und nach eingehender Aussprache über die Frage, wie weit man in der Einbeziehung der Archive und Bibliotheken gehen sollte, kam man zu dem Ergebnis, eine ״Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertümer“ zu bilden. In ihr soll Breslau zunächst auf ein Jahr den Vorort bilden und in der Geschäftsführung durch dio Herren Prof. Dr. Brenner, Wien, Dr. Hallo, Kassel, Dr. Karl Schwarz, Berlin, unterstützt werden. Der Ausschuß wird sich nun zunächst mit der Frage der Abgrenzung des Sammelgebietes für Bibliotheken und Sammlungen, ferner mit der Frage, ob die Sammlungen kulturhistorisch-ethnographisch oder kunslhistoriscber Art sein sollen, zu befassen haben. Dio nächste Tagung soll 1g30 in Berlin, di* übernächste 1031 voraussichtlich in Mainz *tattfinden. Prof. Meier B a 1 a b a n , Warschau, gab dann noch die mit sehr großer Zustimmung auf genommene Anrogung, die Städte jüdischen Volkstums im Osten, die heute noch durchaus den mittelalterlicEen Charakter bewahrt haben, auf Exkursionen aufzusuchen. Dr. Willy Cohn, Breslau. Hechaluz Berlin. Sonnabend, den 16. März 1939. Große Präsidenlenstr. 3, 8 Uhr ab, ״Die zukünftige Arbeit“. Einleitendes Referat . . Diskussion anschließend. ' 'j Der Verein der Przemjraler *u Berlin feiert am Soöntag, dem 24■ März d. J., sein 1. Stiftungsfest in den Räumen des Logenhauses, Kleiststr. 10, und ladet alle Landsleute, Freunde und Gönner hierzu böflichst ein. Kartenbestellungen nimmt entgegen die Geschäftsstelle: S. Gottlieb, Berlin S 14, Inselstr. 10 (Amt Jannowitz 0363). Jüdische Operettengastspiele in Berlin. Der rührigen Direktion Flaumenhaft ist es nach großer Mühe gelungen, wieder ein jüdisches Theater für Berlin zu schaffen. Das Gastspiel der Jüdischen Operette im Wallner-Thcater beginnt am Sonnabend, dem 16. März, 8% Uhr, mit ״Chaleumis vin Liehe“, Operette von S c h o r r. Der von seinem vorjährigen Gastspiel bestens bekannte Künstler Misch a Appelbaum wird mit seiner Frau Rosalia Und einer aus Künstlern das Jüdischen Theaters in London neu zusaromengestellten Trippe in der Eröffnungsvorstellung zum ersten Male wieder in Berlin auftroten. Das Admirals-Kino im Adroiralspalast, Friedriehstr. 10t, bringt vom Dienstag, 19. März, bis Donnerstag, 21. März, als Neuaufführung den Großfilm ״Das alte Gesetz”. Der Film, der seinerzeit einen Riesenerfolg errang, wird auch diesmal durch seine fesselnde Handlung und die Glanzbesetzung (Henny Porten, Ernst Deutsch, Margaroto Schlegel u. a.) seine Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlen. Die Spielzeit des Admirals-Kinos ist n Uhr vorm, bis 1 Uhr nachts, so daß jedermann Gelegenheit hat, sich diesen Film anzusehen. K.J.V. Wir suchen für Mitte des Monats Vertreter, mit Kassen betrieb und Röntgendiagnostik vertraut — Ferner Vertreter mit kinderärztlicher Vorbildung (auch Dame). Allgemeinvertretung nach Ostern auf 10—14 Tage zu besetzen. — Bundesbruder, der krankheitshalber in der Schweiz zur Kur ist, sucht wissenschaftliche Arbeitsmöglichkeit Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. in Hamburg beabsichtigt, eine Mensa aeademica für jüdische Studenten in Heidelberg zu errichten. Studenten, die im kommenden Semester in Heidelberg studieren wollen und an der zu errichtenden Mensa Interesse haben, werden gebeten, sieh bei der Geschäfisstell® des oben genannten Vereins, Hamburg 1, Dornbusch 4, zu melden. Neubau einer Synagoge Im Nordwesten. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin schreibt durch Bekanntmachung in Fachzeilungen einen örtlich begrenzten Wettbewerb aus, offen für in Berlin ansässige Architekten, die Mitglieder der Jüdischon Gomeinde sind. Der Einiieferungstermin ist der 30. April 1929. Die Wettbewerbsbedingungen können von dem Bauamt der Jüdischen Gomeinde, Berlin C 2, Rosenstraße 2/4, gegen Hinterlegung einer Gebühr von 5,— RM. bezogen werden. Die ״Vereinigung für die Interessen dar Alten Synagoge“ gibt bfekannt, daß Herr Oborkantor Piakasowicz jetzt als Vorbeter in der ״Alten Synagoge“ fungiert. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 15. März, abends 6,15 Uhr, Synagoge Fasanenstraße: 6,30 Uhr (Mincha 6,15 Uhr). In allen Synagogen mit Orgel (außer Syu. Levetzowstraße) Ansprache des Rabbiners. Sonnabend, den 16. März, morgens: Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanstalten: 9 Unr; Frühgottesdienst: Syn. Rykestraßa: 7 Uhr, Synagogen mit neuem Ritus (außer Syn. Friedenstempel) 7,30 Uhr, Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigt: Syn. Rykostraße: Dr. Emil Cohn. Schrifterklärung: Syn. Münchener Straße: Dr. Arthur Levy; Neue Syn.: Dr. Warschauer; Syn. Lützowstraße• Dr. Wiener; Syn. Fasanenslraße: Dr. Bergmann; Syn. Levetzow- Straße: Dr. Lewkowitz. Jugendgottesdienst: 4 Uhr, Syn. Kottbusser Ufer: Dr. Bleichrode; 4 Uhr, Syn. Rykestraße: Dr. Freier; 4.30 Lhr, Syn. Münchener Straße: Dr. Arthur Levy. Sabbat-Ausgang: 6,51 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen: 6,30 Uhr: morgens: Syn. mit altem Ritus außer Synagoge Pestalozzistraße: 7 Lhr; Syn. Pestalozzistraß® und Syn. mit aeuera Ritus: 7,80 Uhr,

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