Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 18 (5.3.1929)
- Date
- 1929-03-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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\ül) A" Etmctmxmmcr 0,25 Qotdm JÜDISCHE RUNDSCHAU Radaktjoo und Verlag Berlin W 15. Meinekeatrafie 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Ätns!aBd«atann«1ntm!8 w«rl«1 in der Währuns der einzelnen!-ander berecbffliei. Nummer 18 | Berlin, 5. 111.1929 Anzeigen •Verwaltung Jüdische Rundschau G.aub. H., Berlin W!5, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165-70. Amfetgeaprel«! 8 g mp. N«1p־»־eälI«aM»leO.^G.־M5t־e31ftngej%a<J5e 0,25 G.-M. Anretg6n*cb'uß1 Di«o»t«R and Freitag catba!it!«g• 4 Uhr Telephon 1 Bismarck 7165 -70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für 0«M&rr«tdb; PnsnmarkasMUuiint Wi«n. Krmta Nr 156 03&. Für Tsclupchfifllo: PctstAp4rka«B«a1ami Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen 1 Po*tsparka-w«naro* Warachiiu, Konto Nr.!90708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ג אדר ראשה׳ חרפ״ט XXXIV. Jabrg. Par Zionismus erstrebt 10r da» jüdische Voll! die Schäftung einer Öffentlich«rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm,•• ln aller Kürze Nahum S o k o 10 w ist In N e w Y o r k eingetroffen,- am an der Kampagne für den United Palestine Appeal teilzunehmen. * Im Zusammenhang mit dem vor einigen Tagen vor sich gegangenen Sturm von Arbeitslosen auf das Bürgermeisteramt von Tel-Awiw wurden vier Arbeitslose zu je sieben Tagen Gefängnis bei einjährigem Strafaufschub gegen Stellung einer Bürgschaft von 10 Pfund verurteilt. Ein fünfter Angeklagter wurde freigesprochen. ׳ I ׳ , ’ Anläßlich des bevorstehenden Palästina-Besuches von Dr. Ber nhard K a h n werden von verschiedenen Zeitungen OerQchte wiedergegeben,, wonach Dr. Kahn zum pal ästinensi sehen Direktor der erweiterten ׳ I e wi s b Agency ausersehen ist Wie wir erfahren, sind alle Nachrienten־ bezüglich der künftigen Regelung von Personalfragen, verfrüht Dr. Kahn, selbst ein entschiedener Freund des Pa-*, läsfina-Werkes, ist als europäischer Direktor des Joint Ver-f trautnsmann der Marshall-Gruppe. 1 ♦ Nach Meldungen aas Jerusalem haben die Araber einen Teil der an die Kla ge m a u e r angrenzenden Mauer zerstört, was von den Juden als Verletzung des Status quo betrachtet wird. Die jüdische Gemeinde hat bei der Regierung protestiert. _ * Nach einer Mitteilung der Agudas fsroel sollen 16 205 Juden ihren Austritt aus der palästinensischen Einheitsgemcinde Knesseth ,Israel angemeldet haben. Die Zahlen werden vom Waad Leumi angezweifelt. * Nach dem vom amerikanischen Kongreß angenommenen neuen Johnson-Gesetz sollen alle auf illegalem Wege in den letzten fünf Jahren eingewanderten Ausländer rucksichtslos ausgewiesen werden. Das Gesetz muß noch vom Senat behandelt werden. . Nach der soeben In Jerusalem veröffentlichten Statistik betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer in Palästina im Jahre IJ28:.;?:PI,,״(®« der Auswanderer in dem gleichen ipi-7י"- ׳״« 'TI” *י w׳ ׳ •* ■** ’״י 1 ׳ ' ' * * VOtf'/H , , - r-״,«• - , v.-- unter befindet •sich , auch der Schreibtisch Herzls, an dem der ,Juden« taat" «tdirieben wurde. Mil •den Möbeln aus dem Zimmer Herzls kam auch die Einrichtung des Arbeite- Zimmers von David Wolfsohn nach Palästina. In den Räumen der_ Zionistischen' Exekutive sollen zwei Herzi- Timme r eingerichtet und a'.s Grundstock für ein künftiges Herzl-Museum angelegt werden. Zum Andenken von David Wolfsohn soll in dem neuen Gebäude der Universitätsbibliothek, das den Namen Wolfsohns trägt, ein besonderes Wolfsohn-Zimmer eingerichtet werden. & Der Administrator!Gouverneur von Transvaal) Mr. C. H o fraey er wird Anfang des Monats März mit seiner Mutter nach Palästina kommen und sich vor der Weiterreise nach Europa mehrere Tage im Lande aufhalten. Mr. Hofmeyer ist der Verfasser der bekannten südafrikanischen Deklaration zugunsten des Zionismus, die von prominenten Persönlichkeiten des wissenschaftlichen und politischen Lebens in Südafrika unterzeichnet war. * Die Kommission, die im Jahre 1926 vom High Commissioner engesetzt wurde, um eine Konstituierung des Oberstep Moslemischen Rates und Vorschläge für die Durchführung der Wahlen usw. auszuarbeiteiT hat ihren Bericht beendet und ihn der Regierung vorgelegt Bevor diel Regierung in, dieser Angelegenheit einen Beschluß fassen wird, wird sie die Vorschläge veröffentlichen, um sich über ihre, Aufnahme in der mohammedanischen Bevölkerung ein Urteil zu bilden. * ־ Nach einer Mitteilung in der ״Officjal Gazette“ hat die paläsfin־׳nsische Regierung sich dem internatio palen Gesuhdheitsabkommen, das am 21. Juni 1928 in Paris unterzeichnet wurde, angeschlossen. $ Die Türkise 11 ePetroleum- Gesellschaft untersucht gegenwärtig vom kommerziellen Standpunkt die Frage der Führung der Röhren von Mo.ssul nach Haifa. Nach Beendigung dieser Untersuchung wird die Frage der Oclrqhpenmündung endgültig entschieden werden, * Am 28. Februar war die Tierärztliche Hochschule von B u - dapest wiederum Schauplatz turbulenter antisemi ischcr Szenen. Die jüdischen Hörer wurden mit Stöcken und Knütteln geschlagen, wobei drei jüdische Studenten verletzt wurden. ■ * Der kanadische Minister für Einwanderung erklärte der Delegation der Jüdischen Emigranten-Hilfsgesell- Schaft, er habe sich entschlossen, Einreise-Visa für 2500 jüdlsche Einwanderer pro 1929 außer den bereits bewilligten 2500 Verwandten-Einwanderungen zu gewähren. * Der Hilfsverein der deutschen Juden versendet einen Berieht, worin erschreckende Einzelheiten über die durch die Mißernte hervorgerufene Hungersnot unter den Juden Be ß• a r ä b i e n s mitgeteilt werden. Ein ungenannt sein wollender Pariser Bankier spendete 100 000 Francs für den Keren Hajessod, Zur Tagung des Völkerbund-Rales Oer Bericht der Mandatskommission Von unserem Genfer Mitarbeiter. Dem Völkerbundrate liegt für seine Märrfagung u. a. der Bericht der Ständigen Mandatskommission über das Er* gebnis ihrer vorjährigen Herbstsession zur Annahme vor. Während dieser Session hat die ■ Mandatskommission, außer den Jahresberichten einer Anzahl von Mandatsländem, zwei Palästina betreffende Petitionen geprüft, und zwar die Pciilon der Zionistischen Weltorganisation in der Klagemauer-Affäre und die Petition des palästinensisch-arabischen Kongresses, die die Schaffung eines Parlamentes forderte. Die Stellung, die die Kommission in der Klagemauer- Affäre eingenommen hat, Ist unseren Lesern bekannt, da der Bericht des Schweizer Mitgliedes der Kommission Prof. Rappard — infolge journalistischer Indiskretion — schon im Noveraber v, J, zur Veröffentlichung gelangte. Ich bringe also, bloß kurz, in Erinnerung, daß die Kommission in diesem Berichte ״die beklagenswerten Vorkommnisse aufs lebhafteste bedauert und es bewußt unterläßt, einen Tadel gegen wen es auch sei auszusprechen“, daß ,sie weiter ״der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die Mandatarmacht keine Anstrengung scheuen wird, um einen gerechten und freundlichen Ausgleich herbeizuführen“ und dabei besonders unterstreicht, daß ״es zu diesem Zwecke nicht genügt, daß die Regierung, wie bisher, bloß erklärt, zur Vermittlung bereit zu sein, wenn sie hierzu von einer der Parteien angerufen wird“, sondern daß cs der Kommission ״als zweckmäßig, geradezu unumgänglich erscheint, daß die Regierung?k ti vc Schritte unternimmt, um die . beiden streitenden Parteien zu einer Einigung zu veranlassen“. Sich schließlich, auf die Kommentare der Mandatarmacht*) stützend, nimmt die Kommission ״mit lebhafter Befriedigung zur Kenntnis, daß die palästlnensbche Regierung bereits an beide Parteien herangetreten ist, um das Zustandekommen eines Abkommens zu erleichtern, welches — wie die *britische ReedCrun! vor der Kiagemauer so ««.. .... ..... VWe» •IfecWe' der' araHsehen־;fegentüÄr. uräbt irrtet Bleiben, andererseits def normten BedürJnisseü- «tfd, BrlgehÄth’ AusüBung des Kultes Genüge geschieht*‘., - In der Debatte, die der Verfassung d׳e«es B״rich*es vorausginn, waren die Meinungen der Mitglieder der Kommission darüber, wie die Petition der Zionistischen Organisation behandelt werden soll, ziemlich geteilt. Der Vorsitzende, Graf Theodoll (Itaßener), äußerte sich dahin, daß die Kotrimission zwar ihrem Bedauern we״en der Vo־fä!'e Ausdruck geben könne, ansonsten wohl aber festsfeilen müßte, daß die Mandatarmacht, zwecks Erhaltung des status quo, im Einklang mit den Besrimmungen des Mandates gehandelt habe. Das belgische Mit״lied. Herr Orts, war der Ansicht, daß die Erregung der jüdischen Welt we׳־en der V0־fäilc bei der Klagemauer künstlich (!) durch die Petenten (d. h. die Zionistische Organisation) hervorgerufen und genährt wäre, um so auf eine Aend״mn» des status ouo geeign״ter hinwirken zu können. Der Vorsitzende w'es h diesem Zusammenhan״e darauf hin. daß die dem Völk^-Trind in dieser Angelegcnb-it ans aller Welt eingesänriten . Protestschreiben (eine dem Beriebt der Kommission beigefügte Liste weist 44 jüdische und einen arabischen Protest auf) auf ,die gleiche Art und Weise verfaßt seien, woraus zu schießen ist, daß die Zio־risfcn die Verantwortung für die Or״a״isienmg dieser ganzen Aktion tragen. Das e”״'ische Mitglied Lo־d Lugard erklärte, man könne das ■Vorgehen der Po'irei nicht kri'Meren, da die Juden, trotz vo־hergehender Aufforderung, sich den Anordnungen der Behörde nicht gefügt ■ haben, obwohl ein ähnlicher Vorfall bereits Im Jahre 1925 vor״e'ommen ist. Was andererseits die Rechte der Juden zur freien Benutzung der Klagemauer anbetrifft, so kann d<e Kommission, mag sic mit den schmerzlichen :GefüVen der Juden no~h so sehr svmnathlsieren. rmtüiich nicht 'dp Polle eines Verteidigers dieser Rechte auf sich nehmen. Dte Juden haben ja seinerzeit, meinte Lord Luomrd, diese Rechte käuflich zu erwerben versucht, doch ist ihnen dies nicht gelungen. Dadurch haben sie seihst die Rechte der Araber anerkannt und dürien sich nun nicht vorstellen, daß die Mandatarmacht die Araber zwangsweise enteignen kann. Prof. Rapnard vertrat hingegen die Meinung, die Kommission solle außer ihrem Bedauern auch der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Mandatarmacht geeignete Maßnahmen treffen wird, um eine Einigung der beiden Parteien herbeizuführen. Alle übrigen Mitglieder der Kommission sch’ossen sich der Meinung Prof. Rappards an. Besonders vers+ändnis- und ncchdrucksvoil sprach über die hTagcmauervo-f'l'e der s'el'vert־elende Vorsitzende der Kommission, van Rees (Holländer): ״Die britische Regierung bemerkt,“ sagte van Rees, ״daß die Benützung einer Scheidewand vor der Klagemauer schon unter türkischer Herrschaft, im Jahre 1912, verboten worden ist Diesem Verbote blieben die d־>mals Palästina bewohnenden Juden zwe'fel'os gehorsam. Sind aber seit jener Zeit nicht gewisse Aende-ungen im Lande vorgekommen , und schenkt die Ortsbehörde den Fordern׳’gmi der Juden jetzt nicht mehr Gehör, als dies unter türkischer Herrschaft der Fall war? Seither wurde doch die durch das Palästinamandat ausdrücklich bzstä'igte Balfour* Deklaration herausgegeben, die den Juden in Palästina eine besondere Lage und besondere Rechte sichert Behält man diesen tiefgehenden politischen Umschwung im Äuge, so kann gefragt werden, ob es tatsächlich unvermeidach war, am Versöhnungstage zu gewaltsamen Maßnahmen, wie sie unter türkischer Herrschaft üblich waren, Zuflucht ׳ zu nehmen, anstatt danach zu trachten, die Araber zu. übarzeugen, sie mögen sich der gelegentlichen Aufstellung, einer tragbaren Scheidewand nicht widersefzen, welche den freleg Verkehr an diesem Orte nicht. weiter behindert und die einige Tage früher schon dagestanden hat, ohne daß 'dies irgendeinen Protest seitens der Araber hervorgerufen hätte. Die britische Regierung begründet das Vorgehen ‘der Orte• behördc, indem sie sich auf Art 13 des ‘Mandates •beruft Sich in diesem Falle auf Art 13 zu berufen,. scheint t^er ein Formalismus zu sein, der wohl wenig mit den'•sonst‘סן weiten Konzeptionen ,det britischen .Nation..im•■ Eih^lrtge steht Es. ist ja klar, daß Art 13 den Schutz genau nierter Rechte Voraussicht und es kann doch Keineswegs behauptet werden, daß die gelegentliche Aufstellung• ejner Scheidewand oder einiger Stühle einen Versuch seitens der Juden' irgend jemandes Rechte anzutasten bedeuten könnte: Ich wende mich nicht gegen das Vorgehen .der■ Polizei, die natürlich nur den Befehl ihrer Vorgesetzten Behörde ausgeführt hat Ich muß jedoch zweifeln, 00 es nicht möglich gewesen wäre, diesen Vorfällen, mit etwas mehr gutem Willen seitens der höheren Behörde, vorzubeugea. . Doch gebe ich zu, daß in den jetzigen Umständen die Kommission nicht mehr machen kann als das, was uns Herr Rappard vorschlägt.“ Erst nach diesem Meinungsaustausch beauftragte die Kommission Prof. Rappard mit der Verfassung des schon bekannten Berichtes. Diesen Bericht nahm die Kommission ״zur Kenntnis“ und bestätigte einstimmig die Schlußfolgerungen. Während derselben Tagung prüfte die Kommission die Petition des palästinensisch-arabischen Kon- .f r׳ i.ij « *.». Jün :A 9:9 י ’! Fiese Kommentare sind schon im englischen ״Weißbuch“ über die Klagemauerangelegenheit veröffentlicht wordea litiert/ Die brisehe;We|fw«g Igi! «K» föMi# Ipi neue'Kommentare bei, sondern berief sfÄ Koß׳ auf edle sdtoa* anläßlich früherer Tagungen der Kommission durch ‘die Ve#• treter der Manda armacht abgegebenen Erklärungen. Mit der Verfassung des Berichtes in dieser Angelegenheit wurde ebenfalls Prof. Rappard betraut Die in seinem , kurzen Bericht zum Ausdruck gebrachte Antwort der Kommission auf die arabischen Forderungen ist sehr beachtenswert und von hoher politischer Tragweite... Dies ist ihr. Wortlaut: ״Zur Prüfung dieser Petition berufen, kann die Kom» mission, so scheint es mir, nur bemerken, daß es ihr,'als Hüterin der in der Satzung und in den Mandaten en haltenen Grundsätze, nicht zusteht, die Annahme dieser oder jener Verfassungsform in den Mandatsländern anzuemp'elVen. Djc Entscheidung, darüber, wie das Land regiert werden soll, ist ausschließlich der Mandatarmacht Vorbehalten. Solange die bestehende Verfassung den־ Bestimmungen det Satzung und der. Mandate nicht zu widersprechen scheint, kann die Kommission sie keiner kritischen Bewertung unterziehen. In dem rs gegenwärtig vorliegenden Falle steht 08 wohl außer Zweifel, daß für Palästina weder die Satzung noch das־ Mandat die Ei n f ü h r u pg einer demokratischen und Parlaments r־i* sehen Regierung vorsehen und daß eine solche Regierungsform sogar mit den Pflichten, die die Mandatar* macht laut dieser zwei Dokumente zu tragen hat, unvereinbar erschiene.“ ׳; In der Debatte über diesen Bericht war Herr van Rees der Ansicht, daß dessen letzter Satz ״sich widersprechenden Auslegungen“ Raum geben könnte und es deshalb besser wäre, ihn zu streichen, da ja auch.ohne ihn der Grundgedanke des Berichtes klar zum Ausdruck käme. Dazu erklärte der Berichterstatter, wie dieser letzte Satz zu verstehen sei: Gemaß Artikel 2 des Palästinamandates hat der Mandatar die Verantwortung dafür übernommen, ״das Land unter solche politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen zu stellen, die die Errichtung der jüdischen Nationalen Heimstätte sichern“. Es ist nun Tatsache, daß die Mehrheit der Bevölkerung Palästinas arabisch ist und sich der Errichtung der jüdischen Nationalen Heimstätte widerset^i Sollte unter so'chen Umständen eine demokratische und par- Iamentarische Regierung eingeführt werden, so ist es klar, daß diese Regierung es als ihre eiligste Aufgabe betrachten würde, die Bestimmungen der Balfour-Deklaralion außer Kraft zu setzen. Ueberdies sind gewisse dem Mandatar durch das Mandat zuerkannte Rechte absolut unvereinbar mit dem gleichzeitigen Bestehen einer unabhängigen demokratischen und parlamentarischen Regierung. Die Einführung einer demokratisehen Regierung in Palästina wäre also mit dem Verschwinden der dem Mandatar zuerkannten Rechte verbunden und würde eine Verletzung der Be- Stimmungen des Mandates darstellen. Trotzdem erklärte sich Prof. Rappard damit einverstanden, daß der letzte Satz seines Berichtes gestrichen werde. Aus dieser Antwort auf die arabische Petition ist ersiehtlieh, daß die Kommission die Forderung der Araber nicht unterstützt und dem Mandatar in dieser Sache ganz freie Hand gibt, Der Bericht der Mandatskommission wird durch den Völkerbundrat, wahrscheinlich ohne weitere Diskussion, genehmigt werden. K-y. » .