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Jüdische Rundschau · 1929-02-19 · Heft 14 (19.2.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 14 (19.2.1929)
Date
1929-02-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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VON JÜDISCHER MUSIK Nr. 2. 19. Februar 1929 BEILAGE DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Alice Jacob •loewenson Musik in Palästina Husikpädugogik in Palästina Tcl-Awlw hat sein besonderes Blut. Orient und Europa verbinden sich hier seltsam, der Norden, besonders Rußland, spielt herüber, und entlang den sanften Dünungen des Meeres entstand ein Völker-, Sitten- und Lcbcnsgcmisch. Musikalische Ueberiieferung düngte noch nicht den Boden. In bescheidenen Häusern werden di« ersten Streichinstrumente gestimmt und bisweilen lauscht der Soaziergänger dem nicht unbegabten Klavierspie». Die kompakte Majorität der angehenden Musiker fühlt leidenschaftliche Verehrung für die perlenden Plaudereien eines Czerny und Clementi, die als Hausgötter der Stadt den Weg zum Parnaß weisen. Befinden wir uns doch in der ersten, einleitenden Periode künstlerischen Aufbaus, in der es vor allem gilt, Handwerkliehe Gediegenheit zu übermitteln, den Geschmack zu bilden und den Lernenden den Grundproblemen der Musik nahe zu bringen: also in einem Stadium in dem alles auf pädagogische Wirksamk hinausläuft. Um eine spätere Erziehung des ganzen Volkes zur Kunst zu ermög'ichen, sollten sieh die palästinensischen Musiker vorerst aut die Musikerziehung der lugend als wichtigste Aufgabe konzentrieren. Statt der reichlichen Zersolittcrung erscheint eine Organisierung aller Kräfte und Mittel unumgänglich, wenn Vollwertiges geschaffen werden soll. Sehen wir uns die Lehre an. die heute meist au* dein Geist der Vergangenheit schöpft. An dem größten und ältesten Konservatorium Tel-Awiws, das von dem Russen Open ko, einem Renräsentanten ordnenden Musiksinnes, weitsichtig geleitet wird, wirkt eine Schar gediegener Lehrkräfte, die die euroeäische Akademietradition in Ehren zu halten weiß. Neben Opcnko, der die jungen Geiger betreut gelegentlich auch seine Wirkungssphäre durch Leitung eines Schüle'rorchesters m erweitern versucht, arbeiten im Klavierfach die Pädagoginne» Pcn-Dubiasky. Opcnko und Hcrschkowjtz, letzterc infolge ihrer Schmiegsamkeit als Begleiterin geschätzt, als Theortelehrer der routinierte Komponist Rosowsky, Nachfolger des durch Güte und suggestive Willenskraft unvergeßlichen Engel. Saubere Sehüleraufführun״en beweisen die ernste Arbeit, die hier geleistet wird. Der Geist des Hauses braucht sieh keine zuverlässigeren Sachwalter zu wünschen. Andere Lehrkräfte haben sich neuerdings in dem Bet h Lfwiim zusammengeschlossen. Hier Ist der Wille zu etwas Neuem, Gutem. Besonderem deutlich erkennbar. Schon der Zusammensehluß der Lehrkräfte in einer Kooperative, also unter Ausschluß des Angestelltenverhältnissr«, hingt, den Solidarität־- gedanken erfreulich zum Ausdruck. Die Energie des temneramentvoilen Theoretikers R a b i n o w i t z — einst Chorleiter am Gymnasium und Kritiker am ״Davar“ — sorgt dafür, daß man nicht ln der Routine erstarrt. Es wird versucht, nach lödeschem Muster, den Musiker, den Musikwissenschaftler. den Musikpädagogen, zu gemeinsamem Piepste an, der tmislkali• sehen Volkserziehung. autzurufeu, Nicht« Geringeres. *li-die lebendige Äiiteilpaltme aller arbeitenden Volksschichten an der Musik wird hier erstrebt. Als fernstes Ziel die Entstehung einer neuen Volksmusik. Wie weit sich mit den dort ver• sammelten Kräften die Absiebten verwirklichen lassen, bleibt abzuwarten. Auch möge man nicht vergessen, daß es In Pa* lästina leicht ist, an der Hand europäischer Präzedenzfälle Ansichten zu haben, schwerer schon, sie zu realisieren. Aber wie dem auch sei, Programm und Gedankenarbeit der neuen Gründung verdienen Beachtung und Förderung. Der durch sein soziales Gewissen beliebte Professor Schorr unterrichtet inj Klavierspiel, ihm zur Seite die individualistischere, aber imponierende Jerusalemer Cellistin Taina Velii n- B e n t w i c b. Die Geigerin Marguerite B e n t wie h . der zuverlässige Violinist Oarter, der hoffnungsvolle Pianist R udiakow in zielbewußter, junger Kfinstlerschaft, vervollständigen den Lehrerstab. Dora Kosoli 0, Gattin des vorwärtstreibenden. vom Lokalgeist stark befehdeten Kritikers am .,Haarez", bereichert das Institut um einen psychologischen Musikkurs für Kinder im Sinne von Heinrich Jaeoby. An anderem Orte versucht die Musik einschneidender den Lebensstil des Menschen zu beeinflussen, Dem musikalichen Formenreichtum soll eine straffe Formelldisziplin des menschliehen Körpers entsprechen, in einer nach Da'erozescher Lehre geleiteten Schule versucht die ernsthafte Frau Ornstei n , durch eine Synthese von Bewegung und Musik die Phantasie fruchtbar anzuregen. Eine Erscheinung für sich ist die ausgezeichnete Pianistin und vorbildliche Lehrerin R. Arber-Burstein. Bis vor kurzer Zeit Mittelpunkt des Konservatoriums Openko, hat sich die in ihrem Lehrberuf sich aufreibende Frau nunmehr selbständig gemacht. Schülerin von Patier und Schnabel, die ihr wohl die Bedeutung des Handwerks und den Wert pädagogischer Unterweisung beibrachten, überträgt sie ihr Können vielfähig in unaufhörlicher Verfeinerung auf ihre Schüler, die eine erstaunliche Reife zeigen, wenn sie auch bisweilen dazu neigen, zum Spielball ihrer Fertigkeit und Beweglichkeit zu werden. Sic bildet die stärkst« Attraktion für die klavierstudierende Jugend. Selbst Beherrscherin des virtuosen Spiels, schreckt sie vor keiner noch so schweren Aufgabe zurück und ist einzige, einsame Verfechterin moderner Musik in Tel-Awiw. Und nun wäre von Jerusalem, der ehrgeizigen Metropole des Landes, zu sprechen, und ich möchte gleich sagen, daß es deshalb geschieht, weil hier der letzte vorwärtsgeschobene Blicknunkt unserer Umschau gezeigt werden soll. Hier soll Palästinas revolutionärste pädagogische Arbeit geleistet werden. Die Trnditionslnrigkeit eines Au'odidakten, des hochintellektucllen Komponisten und Lehrers Sandberg, hat einen kühnen Plan gezeitigt, der den Grund und Boden der bisherigen jüdischen Musik anbohrt. Er will dem Judentum den Orient zurückgewinnen durch eine Angleichung der jüdischen Musik an die arabische, Auf dem Wege der Vierteltonmelodie soll letzten End's ein musikalischer Panorientalismus geschaffen werden. Er hat (nach dem Bericht der ״Jüdischen Rundschau“) zu diesem Zweck ein Institut für moderne Musik gegründet. "wHi wollen ihm die Schüler für eine gedeihliche Lehrtätigkeit wünschen. Unproblematischer und realer gibt sich die Erzichungsarbeit, die der gewandte Pianist Sidney Seal an dem Jerusalemer Konservatorium leistet. Auch kann Jerusalem aut die erzieherischen Kräfte der schon erwähnten Geschwister Ben t wich und Rosowsky? stolz sein. Alles in allem steht es pädagogisch hinter Tel-Awiw zurück. Dafür hat es aber in bezr~ aut die Kunstausübung ein stärkeres künstlerisches Gewissen. Auch Haifa begnügt sich nicht mit der Musik seiner LandschafL Ein Konservatorium der rührigen Frau Don jach ja, die Ausbildungsarbcit der anmutigen Pianis;in Rasenthal, die Kleinarbeit einer Amira Jacaby im Klavierisiisclien, und die geigerische Potenz der Frau Wcllkowsky-Gramer, die den dortigen Boden mit der Adolf Busch-Tradition düngt, sorgen für weiteste Verbreitung der klassisch romantisehen Musikkultur. Ziehe ich nunmehr das Fazit meiner Betrachtung, so komme ich zu dem Ergebnis: Palästina braucht vor allem starke Persönlichkcitcn als Führer. Für den Klavierspieler hat «Jas Land allenfalls vorgesorgt, aber schon der Geiger, der Musikwissenschattier, der Komponist haben Schwierigkeiten, um eine ausreichende Ausbildung zu erlangen. Völlig verwaist ist der Sänger, der Bläser, der Dirigent. Eine alte Erfahrung bleibt ewig neu: auch der Nachhall im Hörer kann erzieherisch wirken. Dazu 1 ■darf es nur ver. antwortungsbewnßier, cr.irter Künstler, die, um ihr Publikum zu Nachschaffenden zu machen, das Gediegene, das Wertvolle auf ihr Programm setzen. Oie besten palästinensischen Vortragsfolgen sind noch allzu häufig vom Willen zur akademischen Sniefihfirgerei bestimmt. Wie gern wird eine Musik bevorzugt, die mit wertlosestem Stuck verziert ist. Das Publikum bezahlt seine Billetts. Da glaubt es. eine sympathische Mucik verlangen zu dürfen. Der Künstler wird in die Rolle des Sammlers gedrängt der seine Antiquitäten an den Mann bringt. Das Publikum aber, wenn man ihm schon nicht mit falscher Sentimentali* tat aufwartet, begnügt sich schließlich mit der echten. Jener Opportunitäts-Schlendrian in der Programmauswahi, so unerlaubt er, euronöisc.h beurteilt, immer sei, hat zuletzt dort drüben seinen praktischen Nutzen, Der Künstler allerdings, der aus nationaler Verbundenheit Palästinas musikalischen Aufbau wünscht, sollte durch billigen Applaus nicht bestimmt, sondern gehindert werden, so leichtfertige Kunstgebarun״ zu befürworten. Nichts erscheint verhängnisvoller, als wesentliche Fragen mit der Maxime Laissez faire et laissez pascer zu behandeln. Erich Walter Sternberg. Die hebräische Oper in Palästina Man nimmt es jetzt als eine Selbstverständlichkeit hin: in Palästina gibt es eine hebrüsche Oper, Manche denken zwar, es sei zu früh; ein Land, das im Anfangsstadium H, könnte auch ohne Oper existieren. Später, in besseren Zeiten (jüdisch heißt es: as Moschiaeh wird kommen) würde man eine richtige Oncr ins Leben rufen können. Auch ich glaube nicht, daß die Oper diejenige Musikform Ist, ohne die *ich kein« Musikkultur in Palästina entwickeln könnte. Es kommt aber hier nicht auf persönliche Anschau־ ungen an. Palästina ist ein Land, in dem die Juden eine Einheit, ein Volk bilden. Dies Volk verlangt nach allen Formen von Musik, um daraus allmählich eine eigene Musikkultur zu schaffen. Eine dieser Formen ist die Oper, und Palästina verlangt eine Oper. ... ,Paläs'ina״hat..eine,■ Oper... Wie ist sie? Und wie ist sie zustande gekommen? Zuerst möchte ich die zweite Frage beantworten. Die Antwort wird sehr kurz sein: 03• Palästina ist ein Land der Wunder und ru diesen rechne ich auch die Oper. Ein Mann, namens Golinkin. berühmter Dirigent in Rußland, kam nach Palästina mit einer Id;e fixe: er will eine hebräische Oper schaffen. Ganz Palästina besitzt nur ein paar Sänger und mehrere Schüler für Vio'ine. Golinkin gehört aber nicht zu denjenigen, die sich von Tatsachen abschrecken lassen. Energisch, nur auf seine Sache eingestellt, schafft er eine Oper. Die erste Aufführung findet mit Klavierbegleitung statt. Die Oper war zwar keine komische, die Aufführung mochte cs gewesen sein. Was mich bei der Aufführung interessierte, war die Frage des Dirigenten, Wie konnte ein M'»'i';er, der d>* '•״u•-' Sän׳״*r (Schaljaniri) und Orchester zur Ve־fügung hatte, den Ci igentenstab in die Hand nehmen und so eine Au.f"׳h.ug dHgieren? — Er hatte das Ziel vor den Augen. Er mußte eine hebräische Oper in Palästina gründen. Ich habe die Arbeit gesehen. Ich habe im Orchester die Pauken gespielt Wieviele Mal habe ich dann geäußert, daß es nutzlos sei, daft man die Energie besser verwenden könnte. Ich war in der Arbeit. Mir fehlte die Perspektive. Jetzt kann ich Go'inkins Arbeit einschätzen. Sie ist eine große Kulturtat. Ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu einem Musikleben in Palästina. Was wurde erreicht? Lieber ein Dutzend Opern sind auf der Bühne Palästinas gegeben worden. Meistens italienische (Rnoletto, Troubadour, Aida, Tosea. 0‘hello u. a.) und französische: (Faust, Carmen, Samson und Dalila). Es gab eine Glanzneriode, wo die Aufführung eine europäische Oper Vortäuschen konnte. Die Chöre (unter der Leitung des Chordirigenten Brandmann, nachher Fordhaus't waren immer auf der Höhe. Das Ürehester In der! Streichern gut, in den Blasern weniger als mittelmäßig. Die Sänger — einige stimm’Ich, die anderen schauspielerisch not. Sehr sehen gelang es dem einen oder dem andern, beides zu vereinigen. He Aufführung im allgemeinen sauber, ehrlich. Ist es viel? — llngeheuer viel. In drei Jahren von einer Oper mit Klavierbegleitung bis zu Othello mit Orchester! In einem Lande, wo noch alles im Anfang ist. Und unter solchen Bedingungen! Gar kein Geld. Gar kein Geld! Kein Raum. Wieviele Male machten wir den Weg zur Probe vergeb'ieh, weil der Kinobesitzer uns den Raum nicht zur Verfügung stellen konn'e. Notenmaterial — buntfarbig durch die verschiedenen Zeichrn der vielen Orchestranten Europas, die ihre Wut auf die alten Noten auspe'assen hatten. Instrumentenersatz: Palästina hat noch bis jetzt kein Fagott im Orchester. Und dann — der Text! Die e-sie Oner, die in Palästina aufgeführt wurde, war die hebräisch« Uehersetrung. Musiker werden es eh schätzen können, und Nichtmusiker mö״<*n bitte in der Geschichte der deutschen (auch russischen, auch französhehen) Oner naehs״h!a״en. um zu sehen, wie viele Jahre verflossen sind, bis eine ita'ienische Oper in der eigenen Snraehe gegeben wurde. Palästina hat damit an״efangen. Wir besitzen jetzt mehrere und gute Uebcrsetzungen verschiedener Opern. Ich möchte liier nicht den Fehler begehen, den man meistens in der Musikgeschichte begeht. Indem man einer Person alles zuschreibt, was aus der Sache geworden ist. Wir schreiben noch keine Musikgeschichte Palästinas. Wir sind noch beim Vorwort. Und darum ein paar Worte über das Orchester und die Chormitglieder. Ich habe für sie keinen passenderen Namen als Chaluzim. Arbeiter. Schwere Tageiarbejter. Bauen. Tischlern u. ä, Abends 3—4 Stunden Proben. Ungefähr drei Monate Proben. Kein Gehalt. Kein Oebalt.l! Dann^dfe Aufführung. Die eingenommene Summe wird nach einer festgesetzten Tabelle unter die Mitwirkenden verteilt. Zu den Aufführungen in Haifa und Jerusalem muß man morgen« hinfahren, um erst am nächsten Mittag nach Tel-Awiw zurückzukommen. Und es passierte, daß man nach einer Aufführung — 4 (vier) Mark bekam. Meistens wurde den Mitgliedern der Arbeitstag abgerechnet und somit hat der Arbeiter aus seiner Tasche für die Teilnahme an der Aufführung zahlen müssen. Ich glaube, so etwas soll man doch aufzächne». Nur im Vorwort. Als Randbemerkung, So ist die Palästinaer Oper zustande gekommen. Es ist klar: auf die Dauer geht so etwas nicht. Die allgemeine Krise kam. Die Arbeiter 'haben ihre Arbeit verloren und konnten nicht mehr mitmachen. Mit einer kleinen Summe hätte man gute Orchester-Musiker an das Land binden können. Die Summe war nicht ela. Golinkin blieb ohne Musiker, ohne Sänger. Zwar hat er noch in einer Probe ausgerufen: ״Und wenn bei mir nur die große Pauke bleibt — ich werde Opern geben!“ Doeli — er konnte keine mehr geben. Und er ging Geld suchen. Er ist fort. Eigentlich Schluß. Doch — Palästina will eine Oper haben. Und nun übernimmt Herr Fordhaus die Last der Oper. Liehe, Hingabe, Verantwortungsgefühl — das alles ist da. Aber es fehlt die objektive Möglichkeit. Die materielle Krise im Lande ist fast vorbei, aber für die Erneuerung der Oper ist die Zeit noch nicht gekommen. Ab und zu gibt es eine Aufführung. Ein Sammeln der Kräfte. Eine Revision. Das Publikum kommt, Palästina will eine Oper haben. Nur muß die Oper — wie jede andere — unterstützt werden. Von der Regierung, von Kunst'iebcnden, von Palästina-Freunden. Die versagen. Aber — Palästina wird eine hebräische Oper haben. M. Rabi novit*. Hebräische Nenblldmren mnslkaiischer Faciiansdrßcke 1. Fremdsprachliche Termini, die in der internationalen Musiksprache eingebürgert sind und die ganz oder fast unverändert ins Hebräische" transkribiert werden: poivchromatisch *-פוליכיומטית ־ Komposition לומניוזיציה Partitur פרטיטורה ־=־ Suite סואיטה Sonate - סונתה Mezzo-Sopran - מצו י־ סופרן Harmonium - הרמוניים Oratorium - אורטוריום Klarinette קליינט Technik — טכניקה Intonation -אינטונציה 2. FachausdrQcke, die sinngemäß ins Hebräische über* setzt wurden, unter eventueller Benutzung bereits in der Sprache vorhandener sinnverwandter Ausdrücke: Oboe Symphonie Solo Musik Intervall Tamburin Solföge Trio Konzert Cello אובי: טימפמיה; סולו: מוסילה: אנטרול: טמבור : סולפג: טריו. קונצרט, צ׳ילו־ für Solostimme ג5ד קול אחד־־־ Präludium סחיחה Gehörbildung *פתיחת הדמיעה Dilettant «חובנו‘ Klaviatur מנשה Lautsprecher — קיר וני Allegro — מהר Klavier *:פסנתר Andante * לאט Programm תכנית Da capo — עוד 0עס Note — חי , Decrescendo *-חילך ושפל Klang צלציי gedämpft * תעיגים Rhythmus * 3לצ Werk *יצירה aufführen השמיע מ Text *מלים Auditorium קהל ־מ Quartett =רביעיה ־־ 3. Fachausdrücke, die bereits in der Bibel oder in der tiaehbiblischen Literatur Vorkommen: musizieren Schalmei Posaune Posaunenstoß Becken Zvmbeln Orchester Lied Flöte גנז ac עיגב« שופר * תקיעה מצלחים * צלצלים תומרח - שיר * חליל ¬ב¬ Harfe ג Pauke : Dirigent; Chor : Horn Trompete ׳: Melodie : Geige : Musik-Instrument: גבל: חי׳. מנצח; מקהלה: קדו; חצוצרה: גגון ־ , בנור: כלי־זמר־ 4. Wortkombinationen, die aus Zusammensetzung zweier oder dreier dieser Kategorien entstanden sind: Schallplatte * יוח סונוגרף Volkslied מנגינה עממיה Klavier spielen מנגו בפסנתר Opernhaus * ביחראפרה fingerfertig מהיר־האצבעות Fistelstimme קול״מגבה Tonleiter *סלם־הקולות תולדות הנגינה * Musikgeschichte נגינה לאומית ־= Volksmusik מקהלה בקול אהד ־= o-chor״Uniso חגיגה מוסיקלית ־» Musikfest מביו במיסיקה= Musikverständiger חצי־הטוו ־= Halbton חביר׳נגינה — Komposition Dies ist nur eine kleine Beispidsammlung. Im Interesse einer einheitlichen internationalen Musik-Terminologie ist zu wünschen, daß nur in unumgänglichen Fällen neue Worte gebildet, sonst aber die üblichen Fachausdrücke benutzt werden. Die Redaktion dieses Blattes bittet Musiker, Schriftsteller und Lexikographen, sie von Neubildungen usw. in Kenntnis zu setzen, die an dieser Stelle fortlaufend veröffentlicht werden können. Alice Jacoh-I.ocwenson. Musik io Tel-Awiw Einer privaten Mitteilung, die uns von kompetenter Seite aus Tel-Awiw zugeht, entnehmen wir: Die Einstellung von ,,H a b i m a h“ zur musikalischen Ausgestaltung ihrer Bühnenstücke ist vorläufig sehr problematisch. Uin sich vom Granowsky-Theater, das reichlich Musik als Ausdrucksmittel heranzieht, zu unterscheiden, vermeidet man auch da ängstlich Musik, wo sie unbedingt erforderlich wäre. Sofern man überhaupt Musik verwendet, neigt man dazu, routinierte und effektvolle Theatermusik zu akzeptieren, unter Hintansetzung ernsterer künstlerischer Kriterien. Ueberhaupt sind Kunstgeschmack und Kunstkritik noch nicht sehr auf der Höhe. Ignoranten haben das große Wort, und das Publikum liebt eingängigen Dilettantismus. Ein bedauerliches Danebengreifen zeigte sich 1. B. u. a. darin, daß der Dirigent Kompanietz zum zehnten Habimahfubiläum nichts Passenderes aufzuführen wußte als die Meister- Singer-Ouvertüre! ' Dagegen wird der Chor der ehemaligen Oper in Tel-Awiw gerühmt, der von dem ,Kapellmeister Pardes geleitet wird, und der viele schöne Stimmen haben soll.

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