Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 11 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Etnzchmmmcr OßS Goldmol JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekeetraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark, AosUnds*bomu!mM»sts werden!0 der Währung der ftmeAlruwa Land«r bamchx**t. Nummer 11 I Berlin, 8. II. 1929 , Anzeigen *Verwaltung JQdlsche Rundschau G. m. b.H., BerlinWL5, Metnekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165 -70. ABMigflnprdit 8 gasp. NoßpareillewiXe 0,50 G־״M.St«5I1«ngft801d1e 0,25 G.-ML Anzeigrnech'ufit Di«o*t a & und Freitag nachmittag* 4 Ufe» Telephon :Bismarck 7165 70־. Postscheckkonto: BarEn Nr. 17392 Für Oftsterraidb: po*t*p*rkM*eaj1mt Wien, K«־mto Nr. 156 030. Für Tsch«cfaodowak«i * Fa«spark»sww3*mt Prag. Knnto Nr. 59 410. Für Polam Pc«tsparkas*enAmi Warachau, Koala Nr. 190 703. Redaktionsscbluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. 1 תרס״ט 1 שבסr:3 ~f xxxiv. jaWg. Per Zionismus erstrebt für da» Jüdische Volk die Schaffung einer OHentllch - rechtlich gesicherten Helmstatie in Palästina. ״Baseler Programm.«1 Zum Judenmord in Lodz In Lodz wurde am 31. Januar, abends, Ingenieur Albert Cohn, Direktor der Widzewer Manufaktur, von einem entlassenen po’nischen Arbeiter erschossen. Der Ermordete war 26 Jahre alt und in der letzten Zeit Gegenstand gegen ihn gerichteter Drohungen, die vor zwei Monaten sogar zii einem Gerücht den Anlaß .gaben, daß er schon damals getötet worden sei. Es besteht der dringende Verdacht, daß die Tat des Mörders nicht ein persönlicher Racheakt ist, sondern ein Ausfluß einer tiefgehenden Erregung der Arbeiterschaft gegen Albert Cohn als Direktor der Fabrik und als Juden. Es wird darauf hingewiesen, daß die polnische Boulevardpresse in der letzten Zeit eine heftige Hetzkampagne gegen jüdische Fabrikanten im allgemeinen und gegen Cohn im besonderen geführt hat Die Bestattung Albert Cohns fand nach streng orthodoxem Ritus am Freitag, dem 1. Februar, statt. Der Vater des Ermordeten, Oscar Cohn, erklärte Pressevertretern, daß er beabsichtige, die Fabrik stillzulegen bzw. zu verkaufen, wenn es sich bewahrheiten sollte, daß der Mord an seinem Sohne nicht ein individueller Akt ist, sondern ein Ausfluß der antisemitisch betonten starken Gehässigkeit der im Betriebe beschäftigten polnischen Arbeiterschaft Von den ersten Kugeln des Mörders getroffen, brachte der Ermordete Albert Cohn noch die Kraft auf, seinen Revo'ver zu ziehen und sich zur Wehr zu setzen. Er traf den Attentäter, der sofort in einem Krankenhause Aufnahme fand und dort operiert wurde. Zuerst behauptete der Attentäter, daß Albert Cohn ihn angegriffen hätte, worauf er in Notwehr geschossen habe. Nach mehreren Verhören gab der Attentäter aber schließlich zu. daß der Mord seit langer Zeit geplant v a r. Dieses Geständnis wurde zu Protokoll genommen. welches vom Attentäter un'erschricbcn wurde. Kurze Zeit darauf erlag der Attentäter seiner Verletzung. Damit ist die Möglichkeit einer weiteren Untersuchung, wie behörd’ichersei'ts angegeben wird, verschwunden. Man wird also in die Hintergründe dieser Tat nicht 11 in ein zuleuchten vermögen. * ,Jlögen des Bandet“ zwischen einet and jetzt, Solidarität, Gemeinsamkeit dm Volkssrhicksals van den Gipfeln bis zu den Tiefen trotz der vielfältigen Unterschiede. . . . (Naftum Sokolow.) T“Mord an dem־ DjäMgen Direktor einer 4er größten Textilfibriken Polens, der ״Widzewer Manufaktur“ in Lodz, dem Ingenieur Albert Cohn, dem• Sohne eines der reichsten, wenn nicht des reichsten Juden Polens, Oscar Cohn, wirft ein grelles Schlaglicht nicht nur auf die Kämpfe zwischen Unternehmern und Arbeitern im polnischen Manchester, wie Lodz genannt wird, sondern auf die Situation der Gesamtjudenheit in Polen. Lodz beherbergt unter seinen ungefähr 700000 Einwohnern etwa 20 000 Juden. Diese Stadt, der es an allen Voraussetzungen für die Großindustrie besonders für die Textilmanufaktur fehlt — in und um Lodz gibt es weder Kohlen noch fließendes Wasser — dampft vor Energie und Betriebsamkeit. Hauptsächlich deutscher und jüdischer Gewörbefleiß haben im ehemaligen Rußland aus dem Flecken Lodz in kurzer Zeit einen Industrieort von gigantischen Austnaßen geschaffen. Und wenn irgendwo von hartem Willen zu produktivem Leben der Juden im Golus gesprochen wird, so trifft das für Lodz in hohem Maße zu. Seit Jahrzehnten Ein Jahresgehall für Palästina New York, 27. Januar. (J.T.A.J Colonel Herbert H. Lehman, der neugewäh'te Vizegouverneur des Staates New York, hat sein erstes Jahres ge halt als Vizegouverneur Im Betrage von 10 000 Dollar dem United Palest ine Appeal zukommen lassen. Der Vorsitzende des Direktorenrates des United Palestine Appeal, Herr Maurice Rothenberg, machte hierüber In der Sitzung des Büros des U. P. A. für Groß-New York Mitteilung und verlas glelchzei'Ig ein Schreiben Lehmans, in welchem es heißt, er treue sich sehr, daß schon in diesem Jahre Zionisten und Nichtzionisten für das gemeinsame Ziel gemeinsam arbeiten. Ich bin, heißt es weiter, an jeder wiederaufbauenden und kulturellen Arbeit in Palästina stark interessiert. Seit!0 Jahren nehme ich an der Förderung dieser Arbeit teil. Es soll den Pionieren und allen, die bereit sind, unter Opfern ein neues Land aufzubauen, Gelegenheit geeben werden, ihr eigenes Leben auf gesunden Linien aufzuauen. Eine Palästina-Nummer des Gemeindeblaites Die Februar-Nummer des Genicindeblattes der Jüdischen Gemeinde Berlin ist zum großen Teil Palästina gewidmet. Außer 23 sehr schönen photographischen Aufnahmen aus allen Gebieten der jüdischen Arbeit in Stadt und Land enthält diese Nummer u. a. einen Aufsatz von Dr. Arthur Ruppin über die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina, einen Artikel von Dr. I. Lurie über ,.Das hebräische Schulwesen im heiligen Lande“ sowie einen ausführlichen und sehr bemerkenswerten Bericht Prof. Dr. I. E l bogen s über die Eindrücke seiner im Herbst 1923 unternommenen Palästinareise. Der Aufsatz entspricht inha'tlieh etwa dem Vortrag Eibogens in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, über den wir in der ״Jiid. Rundsch.“ Nr. 3 d. J. berichtet haben. — Es ist erfreulich, daß das Gemcindeblatt in Berlin, welches bekanntlich aßen Zen iten unentgcltiich nigestcllt wird, in der letzter! Zeit aktuelle jüdische Angelegenheiten behandelt. Dadurch wird ein lebendiges lnteresse für die. Erscheinungen des jüdischen Lebens wachgerufen und das Gefühl der jüdischen Verbundenheit gestärkt. leben dort Zehntausende jüdischer Handweber, die sich vor dem Kriege recht und schlecht ernähren konnten. Nun ist auch die neue Zeit siegreich nach Lodz eingezogen. Alles wurde mechanisiert und rationalisiert: für Handweber gibt cs keine Existenzberechtigung mehr. Als mechanische Weber finden Juden aus zwei Gründen keine Beschäftigung: wegen des Sabbat und •wegen des Widerstandes der christlichen, in ihrer ,Gesamtheit sozialdemokratisch organi ierter Arbeiter. Erst vor kurzem konnte man es in Lodz erleben, daß in einer der größten jüdischen Fabriken 830 polnische Arbeiter einer Abteilung in den Streik traten, weil der jüdische Fabrikbesitzer einen einzigen jüdischen Arbeiter, einen Zögling einer ORT-Schule, in diese Abteilung einstellte. Diese christlichen Arbeiter waren allesamt Sozia'demokraten. Trotzdem streikten sie. Und nur dank der Tatsache, daß jener jüdische Fabrikant vielfacher Millionär und ein Dickschädel ist, setzte er seinen Willen durch. Allerdings ließ er sich seinen jüdischen Trotz ein schönes Stück Geld kosten. Wieviele jüdische Fabrikanten aber sind Trotzköpfe und haben genügend Geld, um Opfer zu bringen? Selbstverständ'ich finden jüdische Arbeiter in nicht jüdischen Fabriken niemals Besch ä f - t i g u n g. Nun wird in Osteuropa mit gutem Recht von allen jüdischen Organisationen die Parole durchgeführt: Produktivierung des jüdischen Menschen, Ueberführung aus den ״freien“ Berufen in den Arbeiterstand. Das geschieht auch in Lodz, und jüdische Fabrikanten kommen, was nur lobenswert ist, diesem Bestreben nicht nur aus kaniia’btischen, sondern auch aus jüdischen und Gerechtigkeitsgründ n entgegen. Zwischen Kapitalisten, besonders den jüdischen, und der vorläufig fast rein christlichen Arbeiterschaft gibt es Gegen- Sätze. Diese Spannungen werden in der letzten Zeit durch die Komponente verstärkt, daß die christlichen Arbeiler behaupten, die jüdischen Fabrikanten nähmen sich allzu sehr der jüdischen Arheitsanwärter an. So bekommt der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit eine verstärkte antisemitische Note, ln den letzten Jahren sind in Lodz mehrere Attentate ^eg^n ,Fabrikanten••.vprfelcpmmen. In 'fjtst 3,1 len FIllen-w••#Hrü 4»^ QpF«r zwaF'ÄwbhL'ln der russischen Zeit, in den Jahren 1935 bis 1908, Wie auch in der Nachkriegszeit unter pohtiseher Herrschaft. Voip ermordeten Albert Cohn hieß es unter der polnischen Arbeiterschaft, er bemühe sich, einen jüdischen' Facharbeiter- und. Meisternachwuchs heranzuziehen und in seiner Fabrik einzustellen. Vermeintliche persönliche Zurücksetzungen durch Albert Cohn wurden umgedeutet als jüdische Unterdrückungsmaßnahmeu gegen nichtjüdische Arbeiter. So ist Albert Cohn nicht nur darum eines jungen Todes gestorben, weil er als Direktor einer großkapitalistischen Firma Klassenfeind war, sondern auch darum, weil er Jude gewesen ist. Im ärmsten Judenviertel von Lodz sterben jüdische Handweher vor Hunger, weil sie wegen ihrer Zugehörigkeit zum Judentum keine Beschäftigung finden. Vor seinem prunkvollen Palast stirbt der jüdische Millionärssohn Albert Cohn durch Mörderhand, weil er Jude ist. Schicksalsgemeinschatt von den Gipfeln bis zu den Tiefen. m. w. Jerusalemer Handelskammer beim Higb Commissioner Der High Commissioner empfing vor einigen Tagen eine Delegation der Jerusalemer Handelskammer in einer längeren Audienz. — Die Mitglieder der Delegation schilderten eingehend die Situation der Handelskammern in Palästina und beklagten den Mangel an Unterstützung von seiten der Regierung. Die Beamten seien mit wenigen Ausnahmen nicht mit den kommerziellen Fragen vertraut. Die Delegation machte verschiedene Vo־s:hläge zur Ve־be:serung der Zusammenarbeit von Hände's'camtnern und Regierung, ~~ Eine andere Anregung bezog sich auf die Möglichkeit einer teilweisen Umleitung des Zwischenhandels zwisehen Mesopotamien, Persien und den überseeischen Ländern, der gegenwärtig über Syrien und den Libanon geht. Ein großer Teil dieses Handelsverkehrs könnte über Haifa gelenkt werden, wenn die palästinensische Regierung den daran in:eressierten Handelskreisen durch geeignete Maßnahmen helfen würde. Der High Commissioner sicherte eine eingehende Prüfung der vorgebrachten Vorschläge zu und wies darauf hin, daß er sich überall in seiner Tätigkeit in allen wichtigen Handelsfragen mit den Vertretern der Kaufmannschaft und Industrie beraten habe, deren Kompetenz und Erfahrungen in Fragen des heimatlichen Marktes er stets anerkenne. (Ziko.) Chancellor in Nahalal Jerusalem, 5. Februar (J. T. A.) Der Oberkommissar für Palästina besuchte auf seiner Reise durch den Norden Palästinas die eine halbe Stunde Autofahrt von Haifa entfernt liegende jüdische Arbeiterkolonie Nahalal im Tale Jesreel. In einer Ansprache an die jüdischen Arbeiterkolonisten führte der Oberkommissar aus, die Haltung der Palästina-Regierung gegenüber der jüdischen Kolonisation werde die des fair p 1 a y sein. Der Oberkommissar sprach sich über die Einführung moderner Kolonisationsmethoden aus und scli'oß mit der Feststellung, die jüdische Kolonisation werde nach dem. was er in den jüdischen Kolonien beobachtet habe, zweifellos Erfolg haben. Unsere Prognose Zur Frage des Reidisverbandcs Von Dr. A. Sandler. Der Entwurf einer Verfassung des Reichsverbandes der deutschen Juden ist vom Verbandstag des Preußisehen Landesverbandes am 4. Februar abgelehnt worden. Hätte die Gegenseite einige Stimmen mehr♦ für den Entwurf aufgebracht, so hätte auch das nicht dem Reichsverband zum Leben verholten, da eine autoritative Organisation wie die legitimierte Vertretung des deutschen Judentums eine andere Basis braucht als eine Mehrheit von 3—5 Stimmen. Noch viel weniger hätte die Gegenseite eine Zweidrittel-Mehrheit aufbringen können, die nach Ansicht der Volkspartei bei dem verfassungsändernden Charakter der Vorlage zur Annahme des Entwurfes notwendig gewesen wäre. Nicht ein Redner hat es gewagt, den Entwurf als eine geeignete Grundlage für die Gesamtorganisation mit jener Begeisterung zu begrüßen, mit der auf dem Gemeindetage von 1921 der damalige Entwurf gefeiert worden ist. Selbst der liberale Hauptredner wies auf schwere Mängel hin, ohne indes Abänderungsanträge zu stellen. Das jahr.eläge Hin- und Herdiskutieren über Einzelfragen hat den deutschen Juden den Blick dafür geraubt, welche Ungeheuerlichkeit dieser Entwurf im ganzen wie im einzelnen darstellt, dessen Annahme im 10. Jahre der deutschen Republik der deutschen Judenheit zugemutet wurde. Herr Dr. Kollenscher hat in Nr, 7 dieses Blattes auf zahlreiche Mängel des Entwurfes hingewiesen, aber deren Liste kann erheblich verlängert werden. Das unerträglichste war, daß die Hauptmacht in die Hände eines Rates gelegt werden sollte, der aus anderen Räten, die natürlich auch nicht aus Urwahlen hervorgegangen sind, herausdestilliert werden sollte. Die Stimme des in Hessen wohnenden Juden sollte das doppelte Gewicht haben gegenüber der des preußischen' Juden, die Stimme des viefzitlartenTtppisehen Juden das öOOQ'f&che-Gewichtr Unter :den preußisehen Juden kamen wieder die Berliner besonders schlecht weg, da sie schon in der preußischen Landesversammlung statt der ihnen zustehenden SO nur 50 Mandate erhalten hatten. Die Politik wollte nach dem Muster der Physik eine Wertungsreihe aufstellen nach Art der Liste der spezifischen Gewichte. Hessen und Sachsen war es für eine ״Uebergangszeit“ sogar gestattet, sich ohne Urwahlen oder auch ganz ohne Wahlen zu behelfen. An irgendeine Kompetenz des Reichsverbandes gegenüber den Landesverbänden in Fragen des Gcmeindewalilrechtes (Sachsen) war nicht zu denken. Doch wozu diese erledigten Dinge wiederholen! Es sei nur kurz bemerkt, daß auch technisch der Entwurf so schlecht durchgearbeitet war, daß die von der Preu- Ben-Tagung für den Reichsverband delegierten Personen dieses Amt noch zwei Jahre lang hätten weiter führen müssen, nachdem sie bereits aufgehört hätten, Mitglieder des Landesverbandes zu sein. Eine Art Leben nach dem Tode. Abzulehnen war besonders der Aufbau des Verb andes auf dem Unterbau der Landesverbände. Als die Krohner, Fürst und Moritz Lazarus in den Jahren 1858—72 daran gingen, eine Art Gesamtorganisation der deutschen Juden — den Gemeindebund — zu schaffen, gingen sie von dem Gedanken eines einheitlichen deutschen Judentums aus, zu einer Zeit, da die deutschen Einzelstaaten noch festgefügte Gebilde waren. Heute, wo die Idee des Einheitsstaates marschiert, bleibt es ausgerechnet den deutschen Juden Vorbehalten, dm Länderbegriff in der Verfassung ihrer Gesamtvertretung zu verankern. Zwar hatten sich 1921 einhellig für eine auf Urwahlen im ganzen Reich beruhende Gesamtorganisation ausgesprochen; der preu- Bische Rat war aber vor dem neu erwachenden bayrischen Partikularismus, der anders nicht mitmachen wollte, zurückgewichen. Kein Argument, das für den Weg über die Landesverbände spricht, braucht überhaupt diskutiert zu werden, nachdem die Vertreter dieser Methode 1921 den Weg über die Urwahlen selbst akzeptiert haben. 50—60 000 süddeutsche Juden machten den Versuch, der gewaltigen Mehrheit der deutschen Juden ihren Willen aufzuzwingen, und der preußische Rat hat sich laudabiliter unterworfen. Es darf an dieser Stelle mitgeteilt werden, daß die konservative Fraktion des Preußischen Landesverbandes in ihrer Mehrheit einschließlich ihrer Führer und Rabbiner diesem Entwurf ihre Stimme gegeben hat. Und die Prognose? Die Tageszeitungen melden, daß die Verhandlungen weitergehen. Der Rat sollte sich diese ."'.ühe ersparen. Wir glauben nicht, daß die Mehrheit des Rates oder die süddeutschen Verbände Neigung verspüren werden, sich eine neue Niederlage — die dritte — zu holen. Sicherlich m