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Jüdische Rundschau · 1929-02-05 · Heft 10 (5.2.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 10 (5.2.1929)
Date
1929-02-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0£3 Qoldmarh RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W15, Meinekestra&e 10. Erscheint Jeden Dienstag und Freiing. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2.— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. AusUmi^abönneEDents tv«rd«D io d«t Wahrncs der ftinr<11ne־E Linder berechnet. Nummer 10 awMlMMflMi I Berlin, 5. II. 1929 BBÜI ‘ 11* •f f ifi-f'Tft -- - Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165-70. Anzeigeaprelit 8getp NoapareUlereil«ÖJ50C*-M*St«Ueaf «nsdh#<X25G.׳M- Aazelgen«chrußt Diesetaje und F r i f g oaebeoittaga 4 Uhr Telephon: Bismarck7165 —70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für 0«®t«1T*icJ1: Post»parkass#aamt Wi*n, K־׳mt0 Nr 156030. FürT*checho#10wakd: Postspark«M4maEnt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen: Poatspaikaseenamf Warschau, Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ה שבה׳ תיס״ה JXXXlVjJabr^ Per Zlonlsmua erstrebt für da«!Odlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich»rechtlich gesicherten Heimstätte In Pallstlna. ״Baseler Programm.״ ln aller Kürze Aut eine Anfrage des Unterhausmitglieds Hurd erwiderte der Minister für Luftwesen, Sir Samuel Hoare, im englischen Unterhaus, die britischen Streitkräfte Ira Irak setzen sich gegenwärtig aus fünf Schwadronen Luftstreitkräfte und einer Abteilung Panzerautomobile, die in Palästina und Trans- Jordanien aus einer Schwadron Luftstreitkräfte und einer Abteilung Panzerautomobile zusammen. Die Kosten betragen itn laufenden Jahre annähernd dreiviertel Millionen Pfund. , * Auf eine Anfrage des Unterhausmitglieds Hurd stellte Unterstaatssekretär Ormsby-Oore fest, daß die Zivilverwaltun g Palästinas das britische Schatzamt in keiner Weise belastet. Dagegen wurde für die Zivil Verwaltung in Transjordanien ein Betrag von 40 000 Pfund in das laufende Jahresbudget eingestellt * 1 Der Oberkommissar für Palästina, Sir John Robert Chancejlor, teilte — laut J. T. A. — mit, daß beim Hafenbau in Haifa jüdische gelernte Arbeiter und Araber als ungelernte Arbeiter beschäftigt werden sollen. * - Sir Gilbert C1 ay t o n , der neue Oberkommissar für den Irak und frühere Chefsekretär der Palästina! egiermi״. hat dieser Tage London verlassen und sich nach Bagdad zur Uebernähme seines Amtes begeben. Er reist über Palästina und wird sich einige Tage in diesem Lande aufhalten. * ׳צבר Die englische Gesellschaft, der die Konzession für die Elektrizitätsversorgung Jerusalems verliehen wurde, beginnt in diesen Tagen mit dep Bau der Kraftstation in der Nähe des Bahnhofs von Jerusalem. * . Auf Initiative von Dr. Victor Jacobson wurde am 30.־Januar im Hause des Völkerbundsekretariats der Film ״Frühling in Palästina“ vorgeführt j * , » Die amerikanische Regierung hat den früheren llptigfalkonstil ln Aegypten und Syrien, Paul Nabenshoe, zum ||^|s jt | jy» t־P!litt ti na •ernannt,, ״ ־ »iiiilt« J'iWlTi׳ «at in Regilrung habe darum ein Wahl- ״ . habe darum bfitklnl| mit tJp'.Winl.rfen geschlossen; weil der Zionismus jüditeW:"Mpigln in Rumänien hinter sich hat, eine idealistische Bewegung, dä'rstelit und von allen zivilisierten Staaten unterstützt wird. . Gegen die aus Transjordanien eingefallenen Heuschreckenschw ärtne wurde mit 36 Flammenwerfern angekämpft. Ein großer Schwarm wurde in der Nähe der Allenby- Brücke am Jordan vernichtet. Etwa 300 Personen leisten Freiwilligendienste. * Louis B. Mayer, ein Führer der amerikanischen Film- Industrie, ein Jude, wurde zum Botschafter der Vereinigten Staaten in der Türkei ernannt. Die Bnei Brith-Lo genin Palästina haben beschlossen, die christliche Missionstitigkeit unter den Juden Palästinas mit allen Mitteln zu bekämpfen, sowie Frauengnippen der Bnei BritH-Logen zu begründen. Der Bau des neuen Palace-Hotels in Jerusalem, das der Besitzer des AIlenby-Hotels, Herr Barsky, führen wird, macht rasche Fortschritte. Das Hotel wird 200 Zimmer, 84 Badezimmer und einen Saal für 1200 Personen enthalten. Die Kosten der Inneneinrichtung belaufen sich auf 30 000 £. (Ziko.) Dr. Zwi Dizendruck, der neu berufene Dozent für Philosophie an der Fakultät für Geisteswissenschaften in Jerusa'.em, hielt am 16. Januar seine Eröffnungs-Vorlesung über die Philosophie des Maimonides und ihre Beziehungen zur Lehre des Aristoteles. (Ziko.) * 1 Der junge hebräische Dichter Benzion K a t z wurde zum Lektor für hebräische Sprache und Literatur an der Jageilonen- Universität zu Krakau ernannt tttiH i®» Auftakt zum II. P. A. New York, Z Februar. (J.T.A.) Zu Ehren des hier eingetroffenen Mitglieds der Zionistischen Exekutive, Colonel F. H. Kisch, gab das Komitee für den United Palestine Appeal einen Empfang in der New Yorker Stadthalle, dem der Bürgermeistern von New York, Herr Walker, beiwohnte. Im Verlauf des Abends hielten Ansprachen Felix M. War bürg, der jüdisehe Vizegouverneur von New York, Herbert Lehman, Albert Ottinger, der republikanischer Kandidat auf dem Gouverneurposten von New York war, ferner Morris Rothen- י e rg und zum Schluß Bürgermeister Walker, Colonel Kisch dankte für die ihm dargebrachte Ehrung, gab einen Ueberblick aber die Lage des Aufbauwerkes in Palästina und appellierte in'die amerikanisch-jüdischen Führer, für den jüdischen Aufbau n Palästina unter der amerikanischen Judenheit sich nach- Irücklich einzusetzen. Eine Sammlung für das Palästina- Werk ergab 450 000 Dollar, darunter einen Beitrag von Marshall in Höhe von 5000 Dollar. Felix M. Warburg hatte bekanntlich sehen bei Gelegenheit der Konstituierung des Komitees für den Appeal 50 000 Dollar gespendet, so daß bisher insgesamt ein Befrag von 500 000 Dollar aufgebracht ist. Colonel Kisch ist während 3.Lies Aufenthaltes in New York aast von Herrn und Frau Felix M. Warburg. Die Tagung des Landesverbände* Am Sonntag, dem 3. Februar, begann im Saale des ehemaligen Preußischen Herrenhauses die Tagung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden mit einer Ansprache des Rabbiner Dr. S e 1 i g m a n n , Frankfurt a. M., der in Schwungvollen Worten von jüdischer Art und der ihr gegenüber zu bekündenden Treue sprach. Die Tagung machte den Eindruck einer bereits funktionierenden Maschinerie. Nach der Kinderkrankheit der ersten Tagungen hat sich bereits eine Tradition herausgebildet und die Versammlung der Judenabgeordneten aus Preußen bietet das Bild einer ganz respektablen pariamentarischen Körperschaft. Die diesmalige Tagung umfaßt eine Tagesordnung von 14 Punkten. Wesentlich sind drei: die Frage des E t a t s, die Frage des Anschlusses an den Rcichsverband der Deutschen Juden und die Frage der Verlängerung der Legislaturperiode des Landesverbandes um volle 2 Jahre bis 1933. Der Versammlung liegt der Rechnungsabschluß 1927/28 vor. Der Voranschlag lautete auf 1 023 000 M. Die tatsächlichen Ausgaben beliefen sich abet auf 1 283 932 M. Die Einnahmen setzen sich aus 820 000 M. Beiträgen der Gemeinden, 333 000 M. auf Staa'sbeihilfen und aus anderen kleineren Posten zusammen. Der Etat für 1929/30 sicht auf der Ausgaben- und Einnähmenseite einen Betrag von 1 213 000 M. vor, wozu noch ein Nachtragsetat von 30 000 M. dazukommt, so daß die Gesamthöhe des Etats 1 243 000 M. ausmacht. Die der Versammlung überreichten Vorlagen haben u. a. den Tätigkeitsbericht sowie einzelne Erklärungen und Interpellationen zum Inhalt. Vorläufig sei auf die Vorlage Nr. 9 betreffend die Genehmigung des Landesverbandes durch di e Staatsregierung hingewiesen. Nach Mitteilungen von Dr. Ismär Freund hatte das Kultusministerium mündlich zum Ausdruck gebracht/daß für das.passive Wahlrecht in den Landesverband das deutsche Indigenat ver• langt wird, welche Forderung dann dahin eingeschränkt wurde, daß dieses nur für die Wähl bar beit in den Rat verlangt yyepden wird. Wir Staben uns sofort mit namhaften Ver- ס.ד& uüs £*kundigt;-«l»’ diese Forderung des Staatsministeriums gerechtfertigt ist. Nach dem klaren Wortlaut des § 137 der Reichsverfassung ist der Landesverband von einer Genehmigung völ.i'i enthoben, so daß im Grunde genommen die Meinung und Forderung des Kultusm'inistcriums rechtlich irrelevant ist. Es sei aber schon hier mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß sich der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden unter keinen Umständen einer derartigen Forderung fügen darf, die zwischen Juden und Juden bei Erledigung jüdischer Angelegenheiten irgendwelche Unterschiede macht. Die Reichsverfassung gibt allen Religionsgenossenschaften das Recht, sich zu Verbänden zusammenzuschließen. Diese Verbände sind dann auf Grund dieses Reichsrechts öffentlich-rechtliche Körperschaf־ ten. Reichsrecht geht vor Landrecht! Es wäre ein unverzeihlicher Fehler, wollte man diesen klaren Sachverhalt durch irgendwelche Wünsche der Staatsregierung trüben lassen. In der Generaldebatte, die ziemlich kurz war, wurde die Volkspartei durch Kurt Blumenfeld vertreten, der in überaus eindrucksvoller Weise die Abhängigkeit jeder jüdischen Alltagsarbeit von der großen, das ganze Volk umfassenden Erneuerung darlegte. Blumenfelds Ausführungen, deren Pointenreichtum in der gekürzten Wiedergabe natürlich nicht voll zur Geltung kommen kann, übte durch ihren vornehmen Ton und die Kraft der Argumentation auch auf die gegnerisehen Parteien sichtlich eine ungewöhnli h starke Wirkung aus. In der wichtigsten Streitfrage, Verfassung der Reichs- Organisation, trat ais Hauptsprecher der Volkspartei Dr. Kollenscher auf, der noch in letzter Stunde davor warnte, den undemokratischen, für große Teile der deutschen Judenheit untragbaren Entwurf anzunehmen. 3U Nachstehend der Verhandlungsbericht: Vorsitzender Rechtsanwalt Heinrich Stern hält eine längere Ansprache und macht einige auf die Technik der Ver- Handlungen bezügliche Mitteilungen. Kamm.rgerichtsrat Wolf, Vorsitzender des Rates, leitet den vorge’cgten Tätigkeitsbericht des Verbandes durch einige Erklärungen ein. Dr. Alfred Klee begründet kurz einen Vorschlag auf allgemeine Versicherung der jüdischen Gemeindebeanten gegen Krankheit, da die Beamtenschaft durch Krankheitsfälle zum großen Teil verschuldet ist. Finanzdezernent Dir. Kare ki spricht dann zum Etat, den er in den einzelnen Posten begründet. Hierauf beginnt die Generaldebatte über den Tätigkeitsbericht und Voranschlag, zu dem als erster der Sprecher der Liberalen Dr. Walter Breslauer das Wort ergreift. Dr. Breslauer betont, daß die Versammlung gut daran tun werde, sich an die Punkte der Tagesordnung strikt zu halten und sich nicht, wie an der vergangenen Tagung, stundenlang mit einer Broschüre zu befassen, die nicht zu den Interessen des Landesvc. Landes gehören (gemeint ist die vorjährige Debatte über die Palästina-Broschüre von Dr. Weil und Staatsrat Cohn). Trotz dieser Ankündigung fühlt sich Dr. Breslauer bemüßigt (erfreulicherweise, wie der nächste Redner Kurt Blumenfeld feststellte), ins Prinzipielle abzubiegen und eine Deklaration abzugeben, was die theoretische und weltanschauliehe Basis der Liberalen bei ihrer Arbeit in jüdischen Körperschäften ist Er führt aus: Die Liberalen fühlen sich hier nicht im Galuth, Schicksal und Vorsehung hätten die Juden in diese Situation gestellt, sie bejahen diesen Zustand und sind bestrebt, ihre Pflichten nach jeder Hinsicht zu erfüllen. Dr. B:es!auer verlangte dann die Durchführung von Ersparnismaßnahmen, weil die Verwaltungsspesen noch immer 15 bis 16״;״ der Ge'amtausgaben ausmachen. Die Wege, Ersparnisse zu machen, sind nach seiner Ansicht Verringerung der Zahl der Delegierten, Rationalisierung des Verwaltungsappara'.es, Einschränkung der Zahl der Ratsmitg'ieder. Dr. Breslauer teilt u. a. mit, d:1ß der Generalsekretär des Landesverbandes, Dr. Carich seinen Posten verläßt. Bei Be* sprechung des Etats bemängelte er die Subven ionierung de• Hechaiuz, da dieser nicht nur eine profossionelic Hachscharah vorsehe, sondern auch eine kulturelle. Das preußische Judentum hat keinen Anlaß, derartigen einseitigen Riehtungen, die sich überdies auf Palästina, also ein Land außerhalb Deutschlands teiehen. zu fördern. Br eslauer schloß mit der Versicherung, daß die Liberalen im Geiste herzlicher Verträglichkeit mitarbeiten wollen im Sinne des zukunftsträchtigen liberalen Judentums. Blumenfeldi Rede Kurt Biumenfcld (Jüd. Volkspartei) knüpft zunächst an die Forderung Breslauers, Ersparnisse zu machen, an und schlägt seinerseits im Interesse echter Demokratie vor, die ganze l n - stitution des Rates aufzuheben. Eine Exeku ive von mehreren Personen aus der Versammlung würde zweifellos in der Lage sein, die Vcrwaltungsgeschäffe zur vollen Zufriedenheit zu führen. Die Abschaffung des Rates, der den Löwenanteil der Verwaltungskosten verursacht, wird bei aller Anerkennung des von ihm Geleisteten nicht schwer ins Gewicht fallen. Zur Frage des Juden gesetzes erklärte Blumenfeld, daß der gegenwärtige Schwebezustand untragbar sei, weil die Austrittsmöglichkeit für viele Gemeindemitglieder noch bestehe. Das mache sich besonders in den kleineren Gemeinden bemerkbar, wo einzelne wohlhabendere Steuerzahler durch ihre Drohung, aus der Gemeinde auszutreten, die ganze Gemeinde- Verwaltung in Abhängigkeit halten und sie zu Maßnahmen zwingen, denen sie sonst niemals zusünimen würde. Zum Etat bemerkte Redner, daß er es gern sehen würde, wenn der Posten .ftj■ W0blf akrt,spfl.,e-g.f-״tioe. Insbesondere unterstützt Redner den An Tag auf Errichtung einer jüdischen Arbeitersiedlung in Deutschland als einen hoffnungsvoilen Anfang zur Produktivierun״ der deutschen Juden. Was. die Bemerkungen Breslauers in Sachen der Subventionierung des Hechaiuz an belangt, so sei mit Nachdruck zu betonen: der Landesverband soll die ihm zur Verfügung stehenden Mitte! gemäß der Bedeutung einzelner Zwecke ohne Rücksicht auf Gesinnung und differente politische jüdische Riehtung verwenden. Man hat davon gesprochen, es läge im Sinne des Judentums, Schwerter in Pflugscharen zu verwandeln. Leider machen wir die Beobachtung, daß die Menschen, die diese Grundsätze proklamieren, in der Praxis viel eher geneigt sind, Ausgaben dort zu bewilligen, wo Schwerter getragen werden, als etwa für Palästina, wo wirklich Juden mit Pflugscharen arbeiten. Eine Vergewaltigung von Anschauungen innerhalb des Verbandes ist undenkbar. Nun könnte eingewandt werden, es handele sich um eine ״politische“ Angelegenheit. Dazu verweise ich auf den kürzlich gehaltenen Vortrag von Prof. Elbogen, der darlegte, welche religiöse Bedeutung dem Palästina-Werk zukommt. Man könnte also sagen, daß wir im Verband religiöse Richtungen haben, die Politik machen und eine politische Bewegung, die allein die Bedingungen für religiöse Entwicklung schafft. in der Frage der Lehrerausbildung setzt sich der Redner nachdrücklich für die Anträge von Steinhardt ein. Wir brauchen tüchtige, gut ausgebildete Lehrer und dürfen kein Lehrerproletariat schaffen, wir müssen alle Kräfte vereinen, um es für Juden wieder zu einem Gegenstand des Ehrgeizes zu.machen, Lehrer zu werden. Der Vorredner hat seine Ausführungen mit der Mahnung begonnen, man solle hier nur sachlich reden, er hat darauf angespielt, daß andere die Tribüne für unsachliche Darlegungen ausnützen. Ich würde es für richtig halten, wenn man es jeder Gruppe überließe, wie sie auftreten will, statt sich selbst hier als ״sachlich“ zu empfehlen, wo man doch sofort darauf den Beweis erbringt, daß man trotzdem Deklarationen über jüdische Gesinnungen abgibt. Das kommt davon, weil wir alle hier nur aus einer bestimmten jüdischen Ueberzeugung heraus sprechen können. Alle Redner haben von den Gefahren für den Bestand des Judentums gesprochen, der eine von der Not der kleinen Gemeinden, einer von der Mischehe, einer vom. Antisemitismus usw. Rabbiner Seligmann sagte in seiner Eröffnungsrede: ״Wer seiner Art untreu wird, verfällt der Entartung“. Ich würde wünschen, daß dieser Satz die w i r k I i c 11 e R i c h tschnür unserer Entscheidungen wird. Wir erleben heute neben all den Verfallserscheinungen eine steigende antisemitische Welle. Die Bemühungen, diesem Judenhaß den Garaus zu machen, sind erfolglos geblieben, und nicht nur, weil man zu viel Zeit aut die Bekämpfung des Zionismus verwendet hat (Heiterkeit), sondern sie wären auch erfolglos geblieben, wenn man sich ausschließlich ihnen gewidmet hätte. Es gibt nämlich eine objektive Judenfrage, die existiert ganz unabhängig von der Einstellung und der Gesinnung des einzelnen Juden. Redner verweist auf die Institution des Joint Foreign Committee in London und empfiehlt die Schaffung einer ähnliehen Instanz, die sich mit allen jüdischen Angelegenheiten der Welt beschäftigt. Der Landesverband müßte ein Institut für jüdische Gegenwartsforschung schaffen. Es wird sich zeigen, daß man zwar die Tatsachen verschieden bewerten kann, aber daß es Tatsachen gibt, die die Judenfrage bilden, eine objektive Judenfrage, die der Lösung harrt. Wir begrüßen cs, daß man auch in anderen jüdischen Parteien wenigstens durch concludenie Handlungen den Grundsatz von Klal jtsrael anerkennt. Ich würde riskieren zu sagen, daß die Juden nicht nur ein Volk sind, sondern sogar eine . 4 '

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