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Jüdische Rundschau · 1929-01-25 · Heft 7 (25.1.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 7 (25.1.1929)
Date
1929-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MU ״Von mmdhcr Musik* ■ 6׳*־«, v _ Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W15, Meinekestraße 10. Erscheint Jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. , Au8la3dAahonz1«a1«nts werden in der Währung der einzolofia Linder berechnet. Anzeige« -Verwaltung Jüdische Rundschau G. m. b. H., BerlinW15, Meinekeatr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165-70. Telephon: Bismarck 7165 -70. Postscheckkonto: Berlin Nr.17392 Für Oesterreich: PostspsrUaseawm» Wien, Konto Nr!56030. Für Tschechoslowakei: Pc*1tsp*rk*Mf<nj1m1 Prag, Koma Nr 59410. Für Polen: Postsparkassen*m! Warschau, Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 7 | Berlin, 25. V. 1929 Anzeigenpreis! 8 gesp, NonpsreiiJezeile 0*50 G.-M .Stellengesuch* 0*85 G--M. Anzeigenscfcliiftt Dieostsg und Freit«! eschmltisg• 4 Uhr י־ד טבת׳ תרפ״ט | xxxiv. per Zionismus erstrebt für das Jüdisch« Volk dl« Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.'« Aus der rumänischen Kammer Eine Zionisten-Debatte Von unserem Korrespondenten. •b. Bukarest, den 18. Januar 1920. Wir haben bereits davon berichtet, daß der jüdisch-parlam •׳■:{arische Klub durch seine Vertreter in der Kammer und irr* Senat Deklarationen verlesen ließ, in denen die Forderungen der rumänischen Judenheit als einer ethnischen Minorität in ausführlicher Weise skizziert wurden. Gleich nach der Publizierung dieser Deklaration begann in der rumänischen Presse eine ausführliche Diskussion über die Frage, ob die Juden jetzt, nachdem sie die vollen Bürgerrechte erlangt hätten, noch einen Grund besäßen, sich als ethnische Minderheit zu deklarieren und sich auf diese Weise von der Ma'orität des rumänischen Volkes abzusondern und ob ferner die Zionisten als solche überhaupt das Recht hätten, jüdische Forderungen, wenn sie wirklich bestehen, in den rumänischen gesetzgebenden Körperschäften zu vertreten. — Diese Diskussion griff auch auf die Deputiertenkammer über, und so hatten wir am 16. und 17. d. M. in der rumänischen Kammer eine ausführliche Debatte über zionistische Probleme. Eingeleitet wurde die Debatte vom Mitglied der Volkspartei Goga, der sich unter dem letzten Kabinett Averescu durch seine prononeierte, antisemitische Einstellung in seiner Eigenschaft als Innenminister ganz besonders hervorgetan hatte. Er warf nun den Nationalzaranisten vor, daß sie bei den letzten Wahlen mit den Zionisten paktiert hätten, welche exterritorial eingestellt sind und in Transsylvanien sowie im Banat das Magvarentum stärken. Seine Rede zeichnete sich durch eine besonders feindselige Einstellung gegenüber den Juden aus, obwohl er merkwürdigerweise betonte, daß er kein Antisemit sei. Er glaubte wohl, auf diese Weise der Regierung Unann'ehmlichseiten zu bereiten und die gegen ihn gerichteten Anriffe wegen verschiedener korrupter Geschäfte abzulenken. Zu erselben Frage sprach auch der Deputierte Pamfil S e i c a r u , der Herausgeber des ״Cur ent ul“. Dieser erklärte zuerst, er hege eine tiefe Bewunderung für zionistische Bewegung, welche Palästina dem jüdischen Volke zurückgeben wolle, dem Volke, welche« der gtnwe« kultivierten Welt den Monotheismus gebischt, habe* 1״Er -wolle auch «gern«■׳ glauben, daß das zlo* iüstisehe Ideal verwirklicht werden könne, obwohl es s»ebr viele Menschen feh♦, wdchV das Geglhtiftil behaupte«. •Aber die׳ Zionisten hätten doch Interessen, die außerhalb des rumäni- Der Antisemitismus vor dem Internationalen Stodentenfornm Von einem Teilnehmer der Tagung, Ende vorigen Monats traten in Bierville (Frankreich) Vertreter jüdischer und nichtjüdischer Studentenorganisationen zusammen, um die Frage und Erscheinungen des Antisemitismus auf den europäischen Hochschulen zu untersuchen mit der Aufgäbe, diese Frage, die seit längerer Zeit die studentischen Führir intensiv beschäftigt, einer Lösung näher zu bringen. Die Tagung wurde auf die Initiative des christlichen Welt• Studentenwerkes in Genf einberufen, der großen stu* dentischen Wirtschaftsorganisation, die nach dem Kriege in Amerika zu dem besonderen Zwecke ins Leben gerufen wurde, der Studentenschaft Europas und speziell der der besiegten und neu entstandenen Staaten zu helfen. Die deutschen, pol• nischen. ungarischen und rumänischen Studenten verdanken dieser Organisation den Aufbau vieler wichtiger studentischer Einrichtungen und konstruktiver Anstalten. Aus der ethischen Einstellung des Weitstudentenwerkes erklärt sich auch die freundschaftliche Beziehung zu der jüdischen studierenden Jugend und das Verständnis für das jüdische Pro blem überhaupt als auch auf den Hochschulen. Das Weltstudentenwerk ist stets für Gleichberechtigung und gleiche BehatHlu-״ aller Teile der Studentenschaft ohne Unterschied von Rasse, Konfession, Klasse und Stand eingetreten. Es ist daher kein Zufall, daß gerade diese Organisation sich dem jüdischen Prc' lem zuwanr''e, als die unglaublichen Vorkommnisse auf den Hochschulen Rumäniens und Ungarns und der systematische Bovkott an den studentischen Wirtschaftsorganisationen in Polen und anderen osteuropäischen Ländern ruchbar wurde. Das Weltstudentenwerk scheute auch nicht davor, zur Klärung dieser Frage die Tagung in Bierville einzuberufen, um eine Annäherung zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Studierenden nerbeizuführen. Das große Ansehen, welches das Weltstudentenwerk in allen studentischen Kreisen genießt, ermöglichte es. daß mehr als 30 Vertreter jüdischer und niehtjüdischer Studenten dem Ruf dieser Organisation folgten, um zur Klärung dieses schwierigen Problems beizutragen. In seinem Eröffnuhgswort führte der Präsident der Tagung, Herr Parkes־, u. a. folgendes aus: ״Für mich sind die Juden eines der größten, vielleicht das größte Volk der Welt. Es gibt fast kein Gebiet des Lebens, zu dem sie nicht ungeheuer viel beitrugen. Sie hatten schon eine ethische Lehre und einen ethischen Begriff von Gott, als diese noch nirgends existierten. Ihre großen Propheten lehrten und schrieben lahrh!erte lang, bevor noch Griechenland geboren wurde. Ihre großen Philosophen Maimonides, Mendelssahn und Spinoza bereicherten den menschlichen Gedanken Jahrhunderte, nachdem Griechenland bereits untergegangen war. Das Leben und der menschliche Gedanke wären unglaubhch viel ärmer ohne die Kulturbeitrige der Juden.“ * Die Einleitung in die eigentliche Diskussion bildeten einige Referate jüdischer Gelehrter, wie das von Professor Guaifd (Paris) und Professor Hersch (Genf) .über ״Die Wirtschafthebe Lage der Juden, ihre Wanderungen und Verteilung auf der Erdkugel“ und von Ben-Jehuda über ״Jüdischen Mysti- *Ismus“. Den Vorträgen schloß sich eine Debatte an über den Antisemitismus in seinen verschiedenen Formen als kulturelle, scheu Staates lägen, und worüber solle er, der ein Rumäne sei, mit dem einen oder dem anderen zionistischen Deputierten in der rumänischen Kammer diskutieren, wenn er selbst kein Interesse für ״Mandarinen“ oder ״Orangen“ habe. Im Namen der Regierung sprach zu dieser Frage der Innenminister Vaida-Voevoa, welcher erklärte, die Regierung habe mit den Zionisten einen Wahlpakt geschlossen, weil sie die Zionisten für den wertvollsten Teil der jüdischen Bevölkerung halte, und weil die Regierung entschlossen sei, eine klare, offene und gerechte Politik gegenüber der jüdischen Minderheit zu verfolgen und nicht geneigt sei. die Juden in Rumänien schlecht zu behandeln und sich dann in Telegrammen und Memoranden vor den Juden des Westens und vor verschiedenen internationalen Foren zu entschuldigen und begangene Fehler abzuleugnen. Mit großem Interesse wurde die Antwort der beiden zionistischen Deputierten. Dr. Iosif Fischer und Av. Michel Landau, ־־ גgehört. Beide erklärten, daß sie im rumänischen Parlamente nicht in ihrer Eigenschaft als ,,Zionisten“ sitzen, sondern als nationale Juden, und daß sie als solche die Pflicht hätten, für eine gerechte Behandlung der Juden und für ihre nationale Fortentwicklung zu kämnfen. Sie wiesen an Hand von vielen Beispielen nach, daß in allen zivilisierten Staaten führende Zionisten auch zugleich führende Aemter in den betreffenden Staaten bekleiden, und daß trotz ihrer zionistischen Arbeit niemand daran glaube, daß sie keine guten Bürger ihres Staates seien. Die Regierung müsse sogar ein Interesse an den nationalen Bestrebungen der Juden haben, weil diese den Magyarisierungs- und Russifizierungstendenzen in Transsylvanien und Bessarabien erfolgreich entgegenwirken. Beide zionistischen Redner wurden von den versammelten Deputierten mit großer Achtung angehört. Es verdient noch hervorgehoben zu werden, daß in den gesetzgebenden Körperschäften im Hinblick auf die Judenfrage ein ganz anderer Geist zu herrschen scheint, als dies bisher der Fall War. Die Mehrzahl der Deputierten und Senatoren steht wohl den jüdischen Dingen sehr fremd gegenüber, aber map hört nicht mehr die vielen Beschimpfungei und rüden, antisemitisch«». Hetfrfdm wie «kt in den frtttjt»e» ,tkrtaBttöifc. Äwese#• Pariamejit- ■ waren/ ־־r#e#» -Eft(** Stellung weiter anhaiten sollte, dann wird der jüdische Klub bei'seiner Arbeit at»f keine unübe'rwiadlcpen Schwierigkeiten stoßen. . 1 * politische und wirtschaftliche Erscheinung, wobei natürlich sehr verschiedenartige Anschauungen zutage traten. Die Tr“mg kann man nur als einen Anfang in einer langen Kette von Bemühungen, die erfolgen müssen, betrachten. Als Erfolg ist zu verzeichnen, daß die Vertreter derjenigen Länder, in denen das Problem besonders akut ist, sich bereit erklärten, in ihren Ländern für eine Milderung der Gegensätze und für eine Verständigung zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Studierenden einzutreten. Es wurde ferner eine Kommission aus jüdischen und nicht jüdischen Vertretern ge’.tt^et, die die Aufgabe hat, die Frage in ihrer Entwicklung weiter zu verfolgen, Material zu sammeln und später den Versuch zu machen, die Vertreter der verschiedenen Studen'.enorganbationen nochmals zusammenzuführen, um greifbarere Resultate zu erzielen. F. Rabinowitsch. Die Keren Hajes80d-Eingänge im Dezember 1928 Die Eingänge beim Hauptbüro des Keren Hajessod betrugen im Dezember 1928: 34,100.8.1 Pfund gegenüber 40,294.10.10 im Dezember des Vorjahres. Auf die einzelnen Länder verteilen sich die Einnahmen folgendermaßen:. Vereinigte Staaten (darunter ein spezieller Beitrag von $ 20 000 für das Technikum und Realschule Haifa) £ 14,122.2.11, Deutschland £ 3,019.11.1, Südafrika £ 3,000.-.—, Rumänien £ 2 681.19.4, Belgien £ 2,131.10.6, Kanada £ 2,050.11.10, Holland £ 1,112.10.—, Argentinien £ 1,080.14.—, Polen £ 1,005.11.4, der Rest aus den übrigen Lindern. Die Gesamteinnahmen des Hauptbüros des Keren Hajessod betrugen bis zum Dezember 1928: £ 3,660,570.17.8. (Ziko.) Das Konkurrenzproblem für die Jaffa Orange, in einem Artikel im ״Near East and India“ wird im Hinblick auf die in der letzten Zeit wiederholt geäußerten Befürchtungen von Ab- Satzschwierigkeiten für die Jaffa-Orange ausgeführt, daß nicht so sehr die Ausdehnung der Orangen-Kulturen Bedenken errege, als die Qualität und Verfassung der exportierten Früchte. Nur wenn die Jaffa-Orange in t a d e I fo scr Q u a 1 i t ä t auf dem Markte erscheine, kann sie ihren Absatz behaupten. Die Hauptkonkurrenten für die Palästina-Orange in England sind heute Spanien, Italien, Amerika und Südafrika, von denen Spanien die weitaus größten Mengen liefert Von 10Ö Orangen, die in England konsumiert werden, kommen 80 aut Spanien und auf Palästina nur 10. Italien, das seine Anbaufläche ständig vergrößert, beliefert hauptsächlich Zentral-Europa. Die schnelle Vergrößerung der Anbaufläche in Palästina, die sich in den nächsten Jahren in einer großen Zunahme der Produktion zeigen wird, wird auch für Palästina die Absatzfrage aktuell machen. FriedhofschSndung in Gladbeck. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag wurden die fünf Grabdenkmäler, die bisher aut dem Friedhof der jungen Gladbecker Svnagogcngemcinde errichtet waren, sämtlich umgestürzt. Die Synagogengenteinde hat für die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt Doktrinen und Wirklichkeit VerfaMtmgtprobleme In ״gemischien Staaten“ — Europa and Aalen — Zionismus in Italien — GoSusbl&ten RW, Berlin, 23. Januar. Der dieser Tage in London erschienene Bericht der unter Vorsitz von Hilten Young stehenden Kommission zum Studium der konstitutionellen Probleme der britischen Gebiete in Ostafrika, wirft, über seinen speziellen Zweck hinaus, ein Licht auf den Wandel der Anschauungen, der sich in England bezüglich der Anwendung europäischer Formen auf Kolonialländer vollzieht. Charakteristisch dafür ist ein Satz des Leitartikels der ״Times“, der diesem Bericht gewidmet ist. Dort heißt es: ״Man beginnt jetzt zu begreifen, daß sowohl auf dem Gebiete des Erziehungswesens als auch der politischen Ent* Wicklung ein schwerer Preis in Asien zu zahlen ist für die viktorianische Selbstgefälligkeit, welche annahm, daß das englische Vorbild des 19. Jahrhunderts die einzig mögliche Form sei.“ Man hielt die in England ausgebildete Form der demokratischen Selbstregierung des Volkes wohl mit Recht für die vollkommenste Art einer demokratischen Maschinerie. Aber die Frage ist, ob dieses in der englischen Mentalität tief verankerte politische Ideal auf Völker übertragbar ist, die die Kunst der Seibstregierung nicht in einer jahrhundertelangen Erfahrung gelernt haben. Demokratie ist auch ein politischer Er- Ziehungsprozeß, bei dem man sich die höhere Stufe innerlich erarbeiten muß, sie kann nicht von außen her dekretiert werden. Doktrinarismus ist da nicht am Plätze. Schon in gewissen politisch weniger entwickelten etiropäischen Staaten hat sich die Anwendung westlicher politischer Methoden ohne die vorhergehende politische J!i1dth|| de$ Volkes nicht.he währt und ^manebe^ demomftThr* zu"regieren, *ur^ein 'SdirftmiacneT'׳iiir * v*?l. stärkte Reaktion. Noch mehr gilt d^s für. die raecltä-. liische Uebertragung einer bestimmten europäischen Regierungsform auf Länder des Orients. Man sieht heute ein, daß es darauf ankommt, die Formen dem wirklich existierenden Bedürfnis und den Tatsachen des Lebens anzupassen. In Kenya steht der großen eingeborenen Bevölkerung, die bisher auf einer primitiven Zivilisationsstufe ist, eine Minorität weißer Rasse gegenüber, die itper-, halb des Imperiums Selbstverwaltungsrechte fordert Solche Rechte aber können nach Ansicht der Kommission nicht gewährt werden, weil die Zentralregierung auch für das Schicksal der Eingeborenen verantwortlich, ist; angesichts der zunehmenden Bildung und ökonomischen Entwicklung der Eingeborenen sei der Tag nicht fern, wo auch die eingeborene Bevölkerung ihren Anteil an der politischen Verantwortlichkeit verlangen wird. Es werde also eine Zeit kommen, wo die Eingewanderten zusammen mit den Eingeborenen die gesamte Regierungsarbeit werden führen müssen, und es entstehe die Frage, wie solche verschiedenartigen Gemeinschaften nebeneinander leben können, ohne die Furcht, daß die eine die andere beherrscht Die Kenyakommission betont, daß für einen ״gemischten Staat“ eine Verfassung ge» sucht werden muß, die den besonderen Verhältnissen angepaßt ist. Es sei ein Irrtum, anzunehmen, daß es zwischen dem voll entwickelten Parlamentarismus Westminsters und einer autokratischen Kolonialregierung keine Zwischenstufen geben kann. Diese Erkenntnis ist von großem Wert für die Betrachtung des palästinensischen Problems. Auch in Palästina haben wir einen ״gemischten Staat“, wenn auch die ״Mischung“ etwas anderer Art ist als im ostafrikanischen Kolonialgebiet. Auch hier besteht das Problem darin, eine Form zu finden, wie zwei Gemeinschäften nebeneinander leben und sich entwickeln können, ohne daß die eine befürchten muß, der Herrschaft der anderen unterworf en zu sein. Die jüdischen Rechte auf Errichtung des im Mandat vorgesehenen Nationalheims müssen ebenso konstitutionell gesichert werden wie die Rechte der Landesbevölkerung. Eine parlamentarische Regierung nach europäischem Vorbild, wie sie heute die Araber fordern, wäre eine schablonenhafte Uebertragung von fremden Formen auf ganz anders liegende Verhältnisse. Eine Verfassung muß organisch aus dem Leben des Landes und seiner Völker hervorwachsen und die vitalen Bedürfnisse der Landesentwicklung berücksichtigen. In Palästina, das wahrscheinlich im Laufe der nächsten Jahre ebenso wie Ostafrika und andere Länder eine Art Konstitution erhalten wird, muß daher eine ״Zwischenstufe“ gefunden werden, ein Gebilde eigener Art, entsprechend der einzigartigen Situation dieses Landes. Die in dem Kenya-Bericht ausgesprochene allgemeine Er-

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