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Jüdische Rundschau · 1929-01-11 · Heft 3 (11.1.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 3 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mfntehmrnmer 0#B JÜDISCHE RUNDSCHA Redaktion und Verlag Berlin W IS. Meinekettrafie 10. Erscheint ieden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2.— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Aus anri«ahennefB«ntt w*rd#n >11 Wihranf d«f ti11stlfl#1» Lind«? berechnet Nummer 3 Berlin, 11.1.1929 Anzeigen •Verwaltung Jüdisch« Rundschau G.m.b. Berlin W15, Meinekestr. tO Telephon! Amt Bismarck 7165—70. AaEüdgenpreU! 8 0,50 G•״ H. St*lk«Bjge*1«cb* 6,15 Gk-M. Ans*ig«*acl>1«B] D> «a 11 M «ad Freitag 8»ehw>Uaft 4 Uhr Telephon! Bismarck 7165—70. Postscheckkonto! Berlin Nfc‘41 Fir Owtcrrdeb: P01t,״«rlr ״•«■•»: Wie», Kaata Nr. ISS090. FSrTxbeeboilawtkei! Pn«tip*rk»״fn«rat Pul Koste Nr.SMIft Für Pal«■: P«np*rk*u«eaat W«r«h*«, Knta Nr. ISO TOS. RedabtionsschluO Sonntag und Mittwoch nachmi4|4j ב״ט טבת תיס״ט, ער״ח | xxxiv. Jahrg. Oer Zionismus erstrebt »Or «*es lUdische Volk die Scbaffune einer «tfeittllcb rechtlich eeslcberten Heimstätte In PalMntlna. ״Beselee »raqrsmm.״ Professor ElbogenüDer Palistlna Sein Vortrag In der ״Hochschule“ Professor Ismar Elbogen hat, wie wir seinerzeit berichteten, im vergangenen Herbst Palästina besucht und dort u. a. an der Universität Jerusalem mehrere Gastvorträge gehalten. Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums eröffnete nun ihre diesjährigen öffentlichen Montagvorlesungen ■ mit einem Vortrag Eibogens über seine Palästinareise. Ein sehr zahlreiches Publikum hatte sich ein gefunden, um den Vorfrag zu hören, dessen Gedankengang wir hier ln großen Umrissen wiedergeben. Ein abschließendes Urteil über das im Lande Bestehende abzugeben — so führte Prof. Elbogen aus — ist unmöglich; denn alles ist in steter Wandlung, ist werdendes Leben. Aber diese beiden sind charakteristisch für das Land: Leben und Werden. Das Land war jahrhundertelang wie erstorben. Es ist in überwältigendem Maße die kolonisatorische Tätigkeit der Juden, welche dem Lande in den letzten Generationen neues Leben gegeben hat. Am augenfälligsten wird die Wandlung, die im Lande vor sich gegangen ist, wenn man das Alte mit dem Neuen vergleicht Akko, ein landschaftlich bevorzugter Ort, mit den besten Bedingungen aufstrebender Entwicklung, ist unentwickelt geblieben, während Haifa durch die jüdische Ein- Wanderung hochgebracht wurde. Dasselbe Bild drängt sich in noch stärkerem Maße bei der Gegenüberstellung von Jaffa und Tel-Awiw auf. Und auch um die Altstadt Jerusalems schließt sich immer dichter ein Kranz jüdischer Vorstädte. Matürlich *'eschränkt sich diese das Land beherrschende Vorwärts- •‘*•wegung nicht auf die Städte. Nur kurz streift der Vortragende dabei die soziale Frage, deren Tragweite niemand leugnen könne, der im benachbarten Aegypten die Auswüchse des Kapitalismus und die Verelendung der Fellachen gesehen hat. Man hat Verständnis dafür, daß die jüdischen Siedler und Arbeiter in Palästina solchen Zuständen durch Anwendung gemelnwirtschaftiieher Prinzipien entgegenwirken wollen. Prof, Elbogen schildert dann den Hochstand ln Komfoi iälsöheh zivilisatorischen All4h«wnf; P«lgt> Immigration hat die Büfföar.Deklaration ein?fsgeb׳■ nis ׳gehübt, das für die Zukunft nocjl wichtiger jsi: « . ׳ ein neues jüdisches Helmatgefühl: ׳• ■ ־ Der Jude hat heute in Palästina das Gefühl, zu Hause zu sein, er fühlt sich für das verantwortlich, was in dem Lande geschieht, das er anhänglich liebt. Die Schulen verfügen über umfangreiches Lehrmaterial zur Landeskunde, das ausschließlieh von den Schülern selbst gesammelt ist. Es verleiht die für das Heimatgefühl charakteristische Liebe zum Detail des Landes. Das ist ein Produkt des neuen Geistes, dessen wandelndcn Einfuß man an der Entwicklung einer alten Institution, wie der landwirtschaftlichen Schule in Mikweh Jisrael, beobachten kann. Als französische Institution von der Alliance begründet, erzog sie in der ersten Zeit ihre Schüler zu Landfremden, die nach Absolvierung auswanderten. Heute ist sie zu einem Faktor der landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes geworden. Aus allen Kreisen des Landes (neuerdings auch aus den Kreisen der Chalukkah) drängt sich die junge Generation zur landwirtschaftlichen Ausbildung. Die Schule kann nur einen Teil der Aufnahmesuchenden annehmen. Das ist nur ein Symntom des allgemeinen WHJens zum Aufbau. Dieser Wille bestimmt die schnelle Entwicklung. Palästina hat das Unglück, immer im Schaukasten zu stehen. Es wird von aßen Seiten betrachtet, und die Betrachter wünschen immer neue, sensationelle Bilder zu sehen. Mancher Zeitnngsleser wünscht nichts von Rückschlägen zu hören. Aber die Natur macht keine Sprünge, und Mißerfolge gehören notwendig in das Gesamtbild einer Entwicklung. Die Iandwirtschädliche Entwicklung eines Landes stößt auf große Schwierigkeiten und braucht Zeit: besonders in Palästina, das so lange Zeit hindurch vernachlässigt war. Und die Resultate der im Lande so deutlichen Fortschritte werden auf die Entfernung hin nicht so schnell sichtbar. Viele Menschen sagen Palästina wegen seiner günstigen klimatischen Bedingungen eine große landwirtschaftliche Entwicklung voraus. Tatsächlich ist dort, wo Wasser zur Verfügung steht, die Fruchtbarkeit des Altertums wieder erreicht. Das fetzt in Durchführung befindliche Ruthenberg-Pro!'ekt, das auch die Wasserversorgung großer Teile des Landes vorsieht, gibt große landwirtschaftliche Perspektiven. Mit dem Lande verjüngen sich seine Menschen: Sie sind von dem Bewußtsein getragen, etwas Großes, allgemein Gülliges zu schaffen. Das hebt sie über die Enge des individuellen Lebenskampfes und gibt ihnen trotz Schwierigkeiten und trotz Entbehrungen Freudigkeit und ein tiefes GlücksgefOhl. ‘buffallend ist die geistige Regsamkeit, die durch die schwersten Lebensbedingungen in den Siedlungen nicht gekrochen wird. Die Art, wie die Ruhestunden von den Arbeitern zu ernster geistiger Beschäftigung benutzt werden, dürfte in der Welt allein dastehen. Alles was mit geistigem Leben zusammenhängt, findet in Palästina überall ein erstaunlieh aufnahmebereites und aktives Publikum. Der Vortragende schildert dann die Viele besonders interessierenden religiösen Verhältnisse in Palästina. Es sind sämtliche Schattierungen religiöser Gesinnung vorhanden: von der konservativsten Orthodoxie bis zum radikalen Atheismus. Die Gegensätze sind also sehr scharf, aber sie bleiben heute noch unter der Oberfläche. Führende religiöse Personkhkeiten von der Mäßigung des gegenwärtigen, unterschied«- los hochgeschätzten Rabbi Kuk könnten auf den fruchtbaren Verlauf der zu erwartenden Auseinandersetzung einen sehr günstigen Einfluß haben. Denn trotz der scharfen, zunächst unüberbrückbar scheinenden Gegensätze kündigt sich etwas Neues, Einigendes an. Da ist zunächst das Ereignis der auferstandenen hebräischen Sprache zu nennen. Durch das Hebräische wirkt die ganze große religiöse Kultur ein. Sogar etwaige antireligiöse Lehrer werden einfach durch den Stoff der hebräischen Literaturwerke, die Hanntgegepstände des Unterrichts sind, gezwungen, sich mit religiösen Gegenständen zu beschäftigen, und so wird völlige Fremdheit den religiösen Dokumenten gegenüber bei hebräiseh erzogenen Menschen — Im Gegensatz zu anderen Ländern — eine Unmöglichkeit. Ein zweites Positives: Die Feier des Schabbath. Selbst in Jerusalem und Haifa, also Städten mit gemischter Bevölkerung, beherrscht der Schabbath die Stadt. In Tel- Awiw ist die Ruhe so vollständig, daß selbst der Straßenverkehr fehlt, was einen ganz eigentümlichen feierlichen Eindruck erweckt. Aber auch noch in den radikalsten Siedlungen ist der Schabbath ein Tag absoluter Ruhe und der Weihe. In den Städten kündigt wie in alten Zelten ein Schofar-Ruf den Anfang des Ruhetags an. Auch die Synagogen sind sehr zahlreich besucht. Erwähnenswert ist auch die Ablehnung des im Golus üblichen Prinzips des ״Schabbesgojs“. Eine ganz neue Art, den Schabbath z11 feiern, hat sich hingegen aus kleinen Anfängen heraus entwickelt, die der Dichter Bialik unter dem Namen ״Oneg Schabbath“ inaugurierte. (Die ״Jüd. Rundschau“ hat über diese interessante Bewegung bereits wiederholt ausführlich berichtet. A. d. R.) Man spricht an Hand eines Vortrages über geistige Dinge, oder über aktuelle Fragen, und schließlich verwandelt der gemeinsame Gesang von Smiratb una chassldlschen Melodien, manchmal auch;eha»l«iiche|Jr11niz,di#'4#wesen#n . iiWlWWftWtf ist «d׳f« Chassidismus zurück, dessen Bedeutung für die neue Entwicklung wir gar nicht genug, abfehftzen. Df« Svnthe$e, di? von. dein eh^aligen ödessäer'Kreis mit Acbad-Haäm "als charakteristischem Repräsentanten angebahnt wurde, wird jetzt in Palästina fruchtbar. Zum Schluß gab der Vortragende noch einige Bemerkungen über die Universität. Die geisteswissenschaftliche Fakultät wurde eben eröffnet. Das mathematische und physikalische InsHtut wurde gebaut. Die Studenten sind meist Werkstudenten; sie arbeiten mehrere Tage der Woche schwer, um den Rest ihrer Zeit studieren zu können. Neuerdings fällt der Anteil der aus dem Ausland, besonders aus Amerika kommenden Studenten immer stärker ins Gewicht. Die Fakultät selbst befindet sich in fortschreitendem, hoffnungsvollem Aufhau. Auch an den wichtigen neuen Ausgrabungen sind jüdische Gelehrte führend beteiligt. Prof. Eibogens Vorfrag, der fast zwei Stunden dauerte, war erfüllt von starker Palästina-Liebe und Qerechfigkeitswillen. Er zeigte, wie ein Mann, der wirklich von Judentum etwas versteht, auch als Nichtzionist die Dinge sehen kann, wenn er als objektiver und hellsichtiger Beobachter durchs Land fährt. Während man die im Tone bescheidenen und vorsichtigen, in der Sache gehaltvollen Ausführungen anbörtc, war man versucht, an andere Pa’ästinarelsende zu denken, die nach zweiwöchentlicbem Aufenthalt mit der se'bstgefä!ligrn Prätention des sachkundigen. Kritikers in Deutschland auftraten, obwohl sie das Wesentliche nicht sahen und füllten. Prof. •Eibogens Ausführungen fanden denn atrh die dankbare Aufmerksamkeit und warmen Beifall der Zuhörer. Sp. Ein neuer Zolltarif In Palästina Schutz der inländischen IndustrJe. Durch eine besonde־e Ausgab« der ״öffldal Gazette“ vom 24. Dezember!928 wurde der Zolltarif vom ♦. November 1927 aufgehoben und durch einen neuen Tarif ersetzt. Nach dem neuen Zolltarif erfahren besonders einige Zolloositionen, für die spezifische Zollsätze festgesetzt wa־en, eine Erhöhung, während die WertzöFe. sowie die Zölle für die wichtigsten' Lebensmittel unveränderf bleiben. Die Erhöhungen betreifen in erster Linie Artikel, die auch Im Lande hergestellt und verarbeitet werden. So wurde der Zoll für Zement von 0.6 auf 0,85 Mils per Kilogramm, d. I. um mehr als 300 « 0 gegenüber dem vor dem 4. November 1927 geltenden Zollsatz erhöht. Andere Erhöhungen sind folgende! Schokolade und Schokoladenpulver von 30 auf 40 Mils. resp. von 40 auf 60 Mils per Kilogrrmm, Kakao ln Büchsen bis 1 kg von t5 auf 23 Mils, über t kg von 10 auf 20 Mils per Kilogramm. Liköre, nicht ln Flaschen und Alkohol von 160 auf 200"Mils per I Iter, Seife von 7 auf 10 Mils per Kllog amm, Motor-Betriebsstoff von 8.80 auf 10 Mils per Liter, kondensierte Milch von 3 Mils per Kilogramm dagegen aut 8 0׳״. künstliche Butter ^Pflanzenfette) von 8 auf 10 Mils per Kl!og־amm. Der Zoll auf natürliche Butter hingegen wurde von 25 auf 20 Mils heruntergesetzt. Die Zollrefom bedeutet im algemehun einen wertvollen Schutz der wichtigsten neuen Industrien im Lande und Ist zweifellos als wichtiger Erfolg ln der von den Industriellen vertretenen Schutzzoll-Politik anzusehen. (Ziko.) Rundschau Eia rlonfjtücher Gemeindevortifzender _^ Präludien — Revisionisten and ״Brilh Trampddo^i Herzliche Gefühle für Sokolow;5jlj RW., Berlin, tO.JamÄfy׳, Die Wahl von Georg Kareski zura ersten, sitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde ist ein £ra von großer Bedeutung. Zum ersten Male steht ein ZI! an der Spitze einer westeuropäischen Großgemeind«״' ist eine Folge des Wahlsiegs der Jüdischen Volksptftp♦?** bei den letzten Gemeindewahlen. Aber es ist zum gutf«’־!»׳ Teil auch ein persönlicher Erfolg von Kareski,.der$ik jahrelanger Arbeit in der Gemeinde sich dank seittr < administrativen und finanzpolitischen Begabung eine י, sition geschaffen hat, die einzigartig ist und deren auch von den politischen Gegnern uneingeschränkt erkannt wird. Kareski hat alle großen Unternehmung^ der Gemeinde in den letzten Jahren durch seine finatjf-* -* technische Ueberiegenheit ermöglicht. Als Vorsitzender,! י wird er zweifellos Gelegenheit haben, der Gemeinde n«|t# große Dienste zu leisten. Obwohl sein Amt ihm die Pflicht der Objektivität auferlegt und obwohl bei der Führung dit Verwaltung der Gemeinde natürlich vor allem ■'sÄhlicÄ‘ I; Gesichtspunkte maßgebend sind, hat die tVahl Kares® doch auch eine politische Bedeutung. Er ist ^«er df§ ־ eifrigsten Führer der Volkspartei und genießt'ü»$bestt|f. dere durch seine jedem berechtigten, aus dem *Volke taff* tuenden Wunsch stets zugängliche Bereitschaft! Popularität. Indem wir dem neuen Vorsitzende! Volkspartei gratulieren, wünsche# wir, daß Kareski eine neue Blütezeit י jüdischen Leb! herbeiffihren möge. ״׳ ’ ' _׳ ■ JMjfiesem Anlaß■ ist ,־ ־ h׳ \f%lzf pa*1 in dem einen Jahre seinter, und "Sachkunde euefaseichnfet war, eine .große Beliebtheit erworben. Als Angehöriger der Mittelpartei suchte er stets ausgleichend und versöhnend.zu wirken״ An diese! Stelle soll besonders hervorgehoben werden, daß Simon sich für alle Palästina-Forderungen und für die Jüdische Schu'e rückhaltlos eingesetzt hat Er wird auch weiterhin als Stellvertreter des Vorsitzenden tätig bleiben. Nach der Sitzung des Aktions-Comitfe ist nunmehr die Hauptaufgabe der innerjüdischen zionistischen Politik, die Vertretung der nichtzionistischen Judenheit der verschiedenen Länder für die erweiterte Jewish Agency bis zum Juli zustandezubringen״ Es geht hier nicht mehr ausschließlich um ein Interesse der Zionisten, sondern die Judenschaften der einzelnen Länder haben selbst ein natürliches Interesse daran, in dieser gesamtjüdischen Vertretung nicht zu fehlen. Die Agency kommt zustande, daran ist nach der erfolgten Einigung mit den Amerikanern nicht zu zweifeln, wenn nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Jede praktische Politik muß mit dieser Tatsache rechnen, untj daher müssen sich die verantwortlichen Faktoren der nichtzionistischen Judenschaften die Frage vorlegen, ob sie es mit der Position des Judentums ihres Landes vereinbar halten, wenn ihre Vertreter vom nichtzionistisehen Teil der Agency ausgeschlossen wären. Es ist daher durchaus begreiflich, daß auch im deutschen Juden* tum, das gewiß innerhalb der Weltjudenheit eine prominente Stellung hat, ganz spontan eine Diskussion über die Beteiligung der Nichtzionisten entstanden ist; wir berichten an anderer Stelle über einige Aeußerungen dieser Art. Auch in anderen Ländern ist man mit erfreulicher Aktivität an die Lösung dieses Problems geschritten; wir hoffen insbesondere, daß die Bemühungen der polnischen Zionisten von Erfolg gekrönt sein werden, obwohl wir nicht verkennen, daß in einem Lande, dessen Massen mehr oder weniger zionistisch sind, die Bildung einer nichtzionistisehen Repräsentanz um so schwieriger ist, als der Zionismus auf den Anspruch, diese Massen vollständig zu zionisieren, nicht verzichten kann. Der Ausgangspunkt des Gedankens der Erweiterung der Agency lag in westjüdischen Verhältnissen, und seine Anwendung auf die Länder des Ostens erfordert besonderen organisatorischen Takt und Geschick. Wir hoffen, daß es unseren polnischen Freunden gelingen wird, eine befriedigende Lösung des Problems zu finden. Auch innerhalb der Zionistischen Organ isation versteht man, daß die Agency-Politik nunmehr definitiv von den zuständigen Instanzen beschlossen ist und eine weitere Diskussion der Prinzipien keinen Zweck hat Vielmehr haben alle Zionisten jetzt das größte

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