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Jüdische Rundschau · 1928-12-14 · Heft 99 (14.12.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 99 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,23 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekettraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, ▼ierteljibrlich 5,75 Goldmark. 4t!« MndMbminemcnts werde!» ts der Wihnal dar einzelnen Linder berechnet Nummer 99 | Berlin, 14. XII. 1928 Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rtwdschaa G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr. 10 Telephon: Ami Bismarck 7165—70. Audgtaprtili 8 gespalLNonpireiUezeile 0,30 G.־M-SteUeoße»«eheO,25 G־׳Mu Anzeigenschluß: D t e n at ag tind Freitag nachmittags 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Ooterreieb: FostijparScajsenamt Wien, Konto Nr. 156030, Für Tscheeboslowake! 1 roitaparkasaensmt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen: PosUparhasaeoantt Wartchats« Konto Nr. 190708. RedaktionsschluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. טבת חרפ״י•, ר״ח ^^J^XXXULJahr^ Der Zionismus erstrebt fOr das faaische Volk nie Schafft»« einer öffentlich ■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm■»« Die Palästina - Orange Die Entwicklung der Orangenkulhir in ihrer Wirkung auf den Arbeitsmarkt in Palästina Von Dr. W. Brünn, Direktor der ״The Jaffa Plantations Ltd.“ Wer erinnert sich nicht an die vergeblichen Anstrengungen der Arbeiterpartei auf dem letzten Kongreß um Bewilligung von £ 50 000 zwecks Arbeitslosenunterstützung resp. Behebung der Arbeitslosigkeit durch Notstandsarbeiten. Und kaum einige Monate spater wurde mit den bisher gezahlten Unterstützungen in Haifa und Jerusalem aufgehört und nach einem halben Jahr auch in Tel-Awiw. . Niemand Lst bisher der Ursache dieser plötzlichen Behebung der Arbeitslosigkeit nachgegangen. Mögen es nicht 2000 Arbeitslose gewesen sein, sondern nur 1530, auch diese hätten ernährt werden müssen. Unsere neue Exekutive zeigte einen entschlossenen Willen, die unproduktiven Ausgaben zu beseitigen, aber kein Machtwort einer noch viel autoritativeren Behärde hätte die Unterstützung sistieren können, wenn die Arbcitslosen nicht die Möglichkeit gehabt hätten, Arbeit und Brot zu finden. Was war nun geschehen? Neue Kolonien wurden weder von der Exekutive, noch sonstwie angelegt; die Bautätigkeit in den Städten blieb fast die gleiche. Die Industrie, die sich in den Jahren 1926/27 konsolidiert hatte, nahm später neue Arbeiter in größerer Zahl nicht auf. Der Umfang der öffentlichen Arbeiten zeigte keine wesentlichen Aenderungen, nahm im Laufe des letzten Jahres eher ab als zu.. Eine erhebliche Auswanderung hat nicht stattgefunden. Und trotzdem war praktisch die Arbeitslosigkeit behoben. Wie war diese Erscheinung zu erklären? Das einzig Auffallende 10 den letzten Jahren war eine starke Ausdehnung ,der örangenfcultur. Aber sind diese Nfupfianzungcn durch die Privatinitiative imstande gewesen, größere Mengen von Arbeitern zu absorbieren? Diese Frage habe ich mir im letzten Jahre oft vorgelegt upd eher verneint als bejaht und mir vorgenommen, diese naph Ablauf des •ersten Arbeitsjahres unserer Gesellschaft an Hand unserer Ausgaben und Erfahrungen zu untersuchen. Wir sind jetzt so weit; indessen hätte ich eine allgemeine Untersuchung kaum anstellen können, wenn ich nicht in der gründlichen und umfassenden Studie des Direktors der Centralbank Jerusalem, Harry Viteies ״Expansion of the Orange Industry in Palestine“ (die in der ״Jüd. Rundschau“ bereits besprochen war — A. d. R.J die notwendigen Unterlagen gefunden hätte. Viteles gibt auf Grund seiner Nachforschungen folgende Ziffern über die Ausdehnung der Orangen-Kultur bis Ende 1928: Gesamte Anbaufläche Jüdische Pardessim (Jöd. und Nicht tragend, bereits gepflanzt nichtiudische) in Dunam Insgesamt Tragende Ende 1922 32000 10000 Frlhjahr 1924 34000 12000 — — Ende 1926 42000 17000 10000 70CO Innuar 1928 60000 23200 10200 13000 Ende 1928 (Schätzung) 70000 30000 10500 19500 Nach der Statistik der Fruit-Commission, die von der palästinensischen Regierung eingesetzt war, gab es im Frühjahr 1927 insgesamt (jüdisch und nichtjüdisch) 45 000 Dunam, so daß also unter Berücksichtigung beider Statistiken seit Frühjahr 1927 wenigstens 9500 Dunam von jüdischer Seite neu gepflanzt sein müssen. Bei zirka 15 000 Dunam hat Viteles die Größenverhältnisse der Pflanzungen untersucht und kommt zu folgendem Ergebnis: Große der einzelnen Par essim Trarende ™■״״ם ״ז! Nicht- Anzahl der Pardees'm tragende ln Dunaim Un'er 10 Dunam 36 169V* 244 .י 3451 1 10-19 25 329 188 2 3101'. 20- 29 N 49 1129 121 2 706 3C- 39 » 40 1340 V, 38 1 215 40— 49 m 27 1140 22 9n 50—5) ״ 14 ־/1ליי 30 1 538 60—*9 ■ 11 674 9 554 70—7) . 1» .־••23ל 7 495 80 — '9 r 2 160 5 409 90— 99 6 555 5 459 16 2370 19 2 715 insgesamt 536 9828 688 14 664'/, ' us dieser Statistik geht hervor, daß die Pardessim, die kleiner als 20 Dunam sind, wo erfahrungsgemäß die Besitzer die Hauptarbeiten seihst verrichten, und demnach Arbeiter in größerem Umfange nicht beschäftigt werden, zirka 25 < 0 ausmachen. Legen wir diesen Prozentsatz den seit Frühjahr 1927 angelegten Pardessim zugrunde (wahrscheinlich viel zu hoch, weil gerade in d:n letzten Jahren die großen Gesellschaften zu arbeiten beginnen), so bleiben 7127 Dunam, auf die sich unsere Untersuchung erstrecken muß. Wieviel ständige Arbeiter absorbiert ein Pardess? Viteles gibt an: 1 Arbeiter für 10 Dunam fruchttragenden Pardess 1 Arbeiter für 20 Dunam nichtfruchttragenden Pardess 2—3 Saisonarbeiter für Ernte von 10 Dunam Pardess (zirka 100 Arbeitstage im Laufe von 4—5 Monaten). Hiernach hätte die Neuanlage von 7100 Dunam ungefähr 360 Arbeiter absorbiert. Bei unserer eigenen Anlage kommen wir auf ganz andere Ziffern, weil wir nicht nur die rein landwirtschaftliehen Arbeiter berücksichtigt hahen, sondern auch die Handwerker, die Montage-, Bau-, Vermessungs-, Transportarbeiter usw. Wir haben im Laufe des Jahres bei Anlage von ICO Dunam Pardess zirka £ 740 für Arbeiter der verschiedensten Berufe ausgegeben und glauben nicht, daß irgendwo billiger hätte gewirtschaftet werden können. Wenn wir per Jahr und Arbeiter einen Durchschnittsverdienst von £ 60 ansetzen, so sind für 100 Dunam Neuanlage ungefähr 12 Arbeiter benötigt worden, und bei 7100 Dunam 852 Arbeiter. Rechnet man wieder £ 60 Jahresverdienst pro Arbeiter, so hat die Privatwirtschaft durch Neuanlage von Pardessim in den letzten U/3 Jahren £ 51 120 für Arbeiter ausgegeben, also jene £ 53 000, die die Arbeiterschaft vergebens vom letzten Kongreß verlangt hat. Damit ist indessen die Auswirkung der Neupflanzungen auf den palästinensischen Arbeitsmarkt noch nicht erschöpft. Die indirekte Beeinflussung des palästinensischen Wirtschaftslebens durch Hincinströmen von zirka £ 300 000 Kapital ist damit noch nicht erfaßt. Um diese Wirkungen durch ein Beispiel zu erläutern, wollen wir die Zementfabrik ״Nescher“ herausgreifen, die seit Anfang des Jahres mit drei Schichten arbeitet und voll beschäftigt ist. Die zahlreichen Brunnen, die ausgeschachtet wurden, die Brunnen- und Arbeiterhäuser, die in den Pardessim errichtet wurden, die viele Kilometer langen Zementkanäle und Zementrohre verschlangen gewaltige Massen von Zement, ersetzten der Fabrik gewissermaßen die fehlende Bautätigkeit in den Städten und waren zweifellos mit eine Ursache der vermehrten Beschäftigung jüdischer Arbeiter. Ich glaube, daß wir nicht fehlgehen dürften, wenn wir sagen, daß durch die neuen Pardessim in den letzten U/s Jahren direkt lind indirekt an gefahr 4000—1100 jüdische Arbeiter beschäftigt word e n s i n d, und, was noch besonders hervorzuheben wäre, in produktiver' aufbaueader Weise und picht mit Notstandsarbeiten, wie es auf dem Kongreß beabsichtigt worden war. Bei diesen Berechnungen sind wir von der Annahme ausgegangen, daß ausschließlich jüdische Arbeiter verwendet worden sind. Es gibt natürlich Fälle, in denen arabische Arbeiter mitbeschäftigt werden, aber der überwiegende Teil der neuen Pflanzer (ich schätze auf 95%), arbeitet ausschließlich mit jüdischen Arbeitern.: Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei hier bemerkt, daß die Neupflanzungen nur im ersten Jahre so viel Arbeiter beschäftigten; in den kommenden Jahren dürfte die Angabe von Viteles zutreffen, d. h. bis zur Fruchtreife 1 Arbeiter pro 20 Dunam. Mit den erwähnten 1000 Mann wurde eine breite fühlbare Bresche in die Arbeitslosigkeit geschlagen, so daß die Exekutive daran gehen konnte, die Unterstützung einzustellen- Was aus den anderen 1000 Arbeitslosen geworden ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Auf der einen Seite gibt es auch heute poch einige hundert Arbeitslose, auf der anderen Seite habe ich Grund zur Annahme, daß die Ziffer von 2300 zu hoch gewesen ist; wahrscheinlich wird die beträchtliche Zahl der Halbbeschäftigten die Möglichkeit einer ausreichenden Beschäftigung gefunden haben. Bei dieser Gelegenheit sei noch auf folgendes hingewiesen: Man betrachte die erste Statistik von Viteles und man wird berrierken, daß von Herbst 1926 an eine sprunghafte Entwick- 1 u n g eingesetzt hat. An diesem Fortschritt sind wir wesentlieh mitbeteiligt. Wir begannen im Herbst 1925 mit der Propaganda für die Orangenkultur, und die Z. V. f. D. hat das Verdienst, unsere Bestrebungen als erste nachhaltig unterstützt zu haben. Im April 1926 wurde in Berlin die erste Orang enp f lan zun gsge seil schaf t geg rü nd e t. Im Juli 1926 hat die Londoner Exekutive in ihrem Jahresbericht die Privatinitiative ausdrücklich, auf die guten Aussichten in der Orangenindustrie hingewiesen. Wir können nachweisen, daß all die neuen Orangengesellschaften, die heute in Palästina arbeiten, direkt oder indirekt durch unser Vorgehen beeinflußt und encouragiert wurden und können mit Befriedigung feststellen, daß die Wirkung, die wir uns von unserer Propagandatätigkeit versprachen, voll eingetreten ist. Es sind seit Ende 19% von jüdischer Seite 12500 Dunam ne« angelegt worden. Das bedeutet, daß von seiten der Privatwirtschaft in den Jahren 1926 bis 1932 1 Million Pfund zur Investition kommen werden. An diesep Ergebnis ist, wie gesagt, die Z. V. f. D. in erheblichem Maße beteiligt, und es ist bei den offenbaren großen Leistungen des Privatkapitals ihre Pflicht, seine Heranziehung weiter zu ermutigen und zu pflegen. Je stärker sich das Privatkapital in Palästina festlegt, desto mehr wächst das Verständnis für unsere zionistischen Aufgaben. Aengstliche Gemüter haben bei Beginn unserer Propaganda eine Schädigung unserer Fonds befürchtet. Das Gegenteil hiervon ist eingetreten. Die Einnahmen der Fonds steigen von Jahr zu Jahr, obwohl — oder besser gesagt — weil das Privatkapital in einem für unsere Verhältnisse größeren Umfange in Palästina Interesse genommen hat. Die Palästina-Regierung veranstaltet auch in dieser Saison wieder eine Orangen-Ausstellung in Tel-Awiw. Die Schau wird in der Ausstellungshalle von Tel-Awiw am 22, Februar eröffnet werden und vier Tage dauern. (Ziko.) Sozialistische Probleme in Palästina Von Fritz Naphtali. Wie aus einem kürzlich auch in der ,Jüdischen Rundschau‘ ver• 6f/e.nllichlen Aufruf heroorgehl, wurde für dm 30. Dezember eine Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina in Deutschland nach Berlin einberufen. Die, Konferenz bezweckt eine Vereinigung derjmigen Kreise, die dem Werk der jüdischen Arbeiterschaft in Paläslina nahestehen, vor allem also der sozialistisch gesinnten Zionisten, aber auch niehtzionhliseher Sozialisten. Die Zionistische Organisation ah solche umfaßt Menschen und Gruppen verschiedener Weltanschauung. Sie hl ein Spiegelbild des differenzierten Volkslebens. Die Organisation ah Ganzes kann sich daher mit Veranstaltungen, die den Spezialzielen eines ihrer Teile gewidmet sind, nicht identifizieren, nimmt aber großes Interesse an allen Versuchen, auf bauende. Kräfte für Palästina in dieser oder jener Art zu mobilisieren. Wir geben daher einem der Unterzeichner des erwähnten Aufrufs Gelegenheit, sich nachstehend über die Ziele der Konferenz zu äußern. Red. Wenn von der Arbeiterschaft in Palästina der Ruf zur Sammlung der jüdischen Kräfte in der Welt ausgegangen ist, die nicht nur mit ihrem Herzen bei dem Werk des Aufbaus des jüdischen Palästinas sind, sondern die auch davon überzeugt sind, daß dieser Aufbau sich in sozialistischem Geiste vollziehen muß, so wissen alle, die diesen Ruf aufgegriffen haben und die bereit sind, ihm zu folgen, daß die Genossen in Palästina aus gefühlsmäßigen und politischen Gründen auf dem Vorposten, auf dem sie kämpfen, die Sympathie der Juden gebrauchen, die an anderen Fronten für die soziale Erneuerung kämpfen. Wir wissen auch, daß unsere Freunde in Palästina außer den Sympathien Geld gebrauchen, und wenn dieses auch gerade aus unseren Reihen schwerer aufzubringen ist als die Sympathien, so ist doch auch dieses Ziel unserer Arbeit recht unproblematisch. Nun fordern aber die Freunde aus Palästina noch ein Drittes: die geistige Mitarbeit an den praktischen Problemen des Sozialismus, vor die sie im palästinensischen Aufbau gestellt sind. Gegenüber dieser dritten Forderung beginnt unser Zweifel. Was sollen wir tun, um sie zu erfüllen? Können wir sie überhaupt erfüllen? So entsteht für den nicht in Palästina lebenden jüdischen und zionistischen Sozialisten die Frage, ob er ohne die gründlichsten Kenntnisse der unendlich vielen Besonderheiten, unter denen sich die konstruktive Arbeit in Palästina vollzieht, überhaupt die Möglichkeit hat,, fruchtbar an den geistigen Aufgaben der palästinensischen Arbeiterschaft teilzunehmen. Jeder von uns wird sehr viele Hemmungen zu überwinden haben, ehe er es wagt, in diese Diskussion einzutreten, und wir alle sehen im besonderen die Bedenken, die dagegen sprechen, diese Diskussionen der unvenneidlich mangelhaft Sachkundigen in der Öffentlichkeit auszutragen. Wenn wir uns trotzdem mit der Einberufung der Dezember-Konferenz für das arbeitende Palästina entschlossen haben, einen ersten Versuch in dieser Richtung zu machen, d. h. nicht nur Sympathie zu bekunden, sondern auch geistige Mitarbeit von unserem sozialistischen Standpunkte aus zu versuchen, so findet dieser Entschluß, wie mir scheint, seine Rechtfertigung in der besonderen historischen Phase des zionistischen Aufbauwerks in der Gegenwart. Als der Zionismus noch eine Utopie war, herrschte über das Ziel, in Palästina nicht nur jüdisches, sondern auch soziales Neuland zu schaffen, Einmütigkeit. Je mehr die einstige Utopie begonnen hatte, zur Realität zu werden, desto mehr mußte sich auch zeigen, daß auch Palästina nicht einfach als eine sozialistische Insel innerhalb der kapitalistischen Welt aufgebaut werden konnte, sondern daß es mit seiner Wirtschaft und seinen Menschen mit europäisch-amerikanischen kapitalistischen Kreisen eng verflochten war. Wir wissen heute, daß das jüdische Gemeinwesen, das in Palästina heranwächst, sein Gepräge nicht nur von den neuartigen Siedlungsformen und Arbeitsgenossenschaften der Pioniere der Arbeiterschaft erhält, sondern daß sowohl in der Landwirtschaft als auch in der städtischen Kolonisation Wirtschaftsformen und soziale Erscheinungen einen breiten Raum einnehmen, die ihrer ganzen Art nach Uebertragungen aus den kapitalistischen Ländern sind. Da unser Ziel nicht eine Insel der Seligen für einen kleinen Kreis von liebenswerten Menschen ist, sondern der Aufbau eines möglichst großen jüdischen Gemeinwesens in Palästina, haben wir nicht das Recht, dem Zustrom an Kräften kapitalistischer Art ablehnend gegenüberzustehen. Wir wissen, daß das Tempo des Aufbaus, daß die Arbeitsmöglichkeit auch für die sozialistisch gesinnte Arbeiterschaft abhängig ist von der Teilnahme der Juden in der ganzen Weit, und wir wissen, daß es gerade die kapitalistisch Gesinnten sind, deren Kräfte und deren Mittel wir nicht entbehren können. Wir sind nicht utopistisch genug, um zu glauben, daß es der Ueberzeugungskraft unserer Worte gelingen könne, die Aktivität der jüdischen europäisch-amerikanischen Kapitalisten in Palästina zu einer sozialistischen Aktivität zu machen. Gerade weil nun, wie wir hoffen, jetzt eine Epoche verstärkter wirtschaftlicher Aktivität unter starker kapitalistischer Führung in Palästina beginnen wird, ge-

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