Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1928-12-04 · Heft 96 (4.12.1928) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 96 (4.12.1928)
Date
1928-12-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652971-2653055--20425-2678404
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 96, 4. XII. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 675 Der ausländische Bodenbesitzer und die Bewegung des palästinensischen Bau• und Bodenmarkles Von Dr. Ernst Wollstein, Haifa. In letzter Zeit ist auf dem Wohnungsmarkte speziell Haifas, aber auch der anderen Städte eine interessante Erscheinung zu beobachten. Es ist infolge der lange unterbrochenen Bau• tätigkeit ein gewisser Wohnungsmangel eingetreten, in dessen Gefolge sich eine leichte Preiserhöhung der Wohnurtgen bemerkbar macht. Es ist anzunehmen, daß es sich hier um den Anfang einer Bewegung der Preissteigerungen handelt, wenn es auch schwer ist, zu sagen, an welchem Punkte der zur Zeit das Angebot nur wenig übersteigende Bedarf durch die augenblickliche Bautätigkeit gedeckt sein wird. Immerhin hat diese bis jetzt noch geringfügige Verknappung und Preiserhöhung genügt, um eine nicht unerhebliche Bewegung auf dem Boden- und Bau-Markte zu erzeugen! Um die Ursachen dieser Bewegung festzustellen, muß man auf die Zeit der letzten Hochkonjunktur zurückgehen. Ist in einem Lande wie Palästina schon normalerweise mit einem größeren Triebe zum eigenen Hause zu rechnen als z. B. in europäischen Großstädten (Kleinstadt tendiert immer mehr zum Eigenhaus; Großstadt zum Mietshaus; dazu die immanente Liebe des Juden zu palästinensischem Boden), so kam in der Zeit der vierten Alijah als gewaltiges Movens die Höhe der Wohnungspreise hinzu (in Tel-Awiw bis £4, d. h. auf 25 Arbeitstage umgerechnet täglich 16'Jmil; in Haifa etwas weniger, aber doch bis zu £3 pro Zimmer). Erschwert wurde die Bewegung zum Eigenhaus durch die speziell in Tel-Awiw phantastisch übersteigerten Bodenpreise, so daß ein Kleinnausbau im Innern der Stadt allmählich keine Aussicht auf Rentabilität hatte. Zu gleicher Zeit waren mit den hohen Wohnungspreisen die Preise der Bedarfsmittel und der Arbeit, und 90 auch die Baupreise gestiegen. Der Zusammenbruch, der dieser Gründerperiode folgte, war bekanntlich genau so gründlich wie das an anderen Plätzen jeweils nach einer solchen Periode der Fall war. Wenn diese Krise in Palästina ziemlich schnell (im Laufe von etwa zwei Jahren) überwunden worden ist, so hängt das auf der einen Seite mit der Gründlichkeit zusammen, mit der die Krise alle Preise auf ein normales und unternormales Niveau herabsetzte (Tel-Awiw ist vielleicht heute eine der billigsten Kulturstädte der Welt), auf der andern Seite mit der ständigen Befruchtung der Wirtschaft durch das von außen in sie hereinströmende Geld. Daß die Konjunktur sich zuerst am Boden- und Baumarkt bemerkbar macht, ist leicht erklärlich. Die oben gezeigte leichte Steigerung der Mietspreise drückte speziell auf die weniger verdienenden Kreise, deren Lohnstandard noch nicht von dem sehr gesenkten Niveau gestiegen ist. Auf der andern Seite ist der Reiz zum Bauen gegeben, eben durch diesen noch niedrigen Lohnstandard, der außerordentlich billige Baupreise zur Folge hat. — Diese besonders günstige Situation wird, wie sich auch die Konjunktur entwickeln mag, nicht anhalten, da eine ansteigende Konjunktur eine Steigerung der Bau- und Bodenpreise zur Folge haben muß! Um ein Beispiel in Zahlen zu geben: Jemand will auf einem Platz im Werte von £ 300 ein Haus von sechs Zimmern bauen. Der Bau dürfte mit Nebengelaß ca. £600 kosten, zusammen also £900; bekommt der Betreffende auf diese £ 900 etwa eine Amortisatjonshypothek von £ 400, die ihn monatlich einschließlich Amortisation £ 4 kostet, und muß er auf seine £ 500 10 0׳,״ Zinsen — monatlieh noch £ 4 rechnen und weitere £ 2 für Amortisation dieses Kapitals, so zahlt er für Zinsen und Amortisation in durchschnittlich 15 Jahren nicht mehr als er für Miete zahlen würde, selbst wenn man Steuern und Reparaturen berücksichtigt! — Die Schwierigkeit, daß eine Familie im allgemeinen nur einen Bruchteil von sechs Zimmern benötigt, und daß der Einfluß des Bodenpreises bei kleineren Häusern verfeuernd wirkt, wird ohne Bedenken überwunden, indem mehrere Familien zusammen in ein Bauvorhaben gehen, was ihnen die Finanzierung gleichfalls erleichtert! Noch weit günstiger stellt sich die Situation für denjenigen, der bereits Boden besitzt, der ihm zur Zeit keine Renten trägt und sogar Steuern kostet. Er kann, wenn es ihm gelingt, eine erste Hypothek aufzunehmen, die in einer längeren Reine von Jahren zu amortisieren ist, die Mehrkosten für ein kleines Häuschen in wenigen Jahren in Form von Mieten bzw. Mietesersparnissen zurücksehen. Der Schreiber dieser Zeilen ist seit Jahren gewöhnt, die Lage der Dinge vom privatwirtschaftlichen Standpunkt der ausländischen Kapitalinvestierenden zu prüfen. Ihm scheint es, daß wir, ebenso wie in der ökonomischen Linie der großen zionistischen Entwicklung, seit einiger Zeit das Okkupationsstadium (Sicherung des Bodens ohne Rücksicht auf augenblickliche Wirtschaftlichkeit) verlassen haben und in das Stabilisierungsstadium (Renfabelmachung der Wirtschafim) übergegangen sind; so ist auch in der Anlagepolitik privater Kapitalien eine ähnliche Tendenz zu beobachten. Zuerst war es nötig, den Boden zu sichern; man ermöglichte der Palestine Land Development Co. und anderen, durch Investition von Geldern in Böden größere Flächen zu kaufen (Okkupationsstadium). Mit der Besiedlung eines Teiles dieser Flächen durch Palästinenser machte sich eine Tendenz breit, einen Druck auszuüben, daß alle Grundstücke möglichst bebaut werden sollen, um die Siedlungspunkte zu konzentrieren. So sehr diese Politik der Steuerbedrückung gegenüber unbebauten Grundstücken die historische Entstehung dieser Besitztümer verkannte oder bewußt nicht beachtete (mimlieh, daß die Geldgeber die Gelder zu Okkupationszwecken und nicht zu ״Spekulationszwecken“ hergegeben hatten), so muß man doch zugeben, daß zur Zeit der vierten Alijah eine Möglichkeit war und daß jetzt erneut eine Möglichkeit entsteht, auch mit diesen Anlagen aus dem Okkupationsstadium herauszugehen und sie in rentable Anlagen umzuwandeln! Für den Bodenbesitzer ergeben sich zwei Chancen: Verkauf oder Bau. — Beide Tendenzen sollte man versuchen, in den Rahmen der Aufbaubewegung einzugliedern. Wer Böden verkauft, sollte die erlösten Gelder nicht herausziehen, sondern in Form von Hypotheken oder in anderer Art (Pflanzungen) neu anlegen. Eine spezielle Form — die den Verkauf erleichtert und den Bau fördert —• wäre der Verkauf auf längere Ratenzahlungen (natürlich gegen Zinsvergütung und unter entsprechenden Sicherungen), so daß der Käufer die Möglichkeit hat, sein vorhandenes Kapitel und dann die ersparten Mietsgelder zunächst in den Bau zu stecken und erst wenn dieser amortisiert ist, die später ersparten Mietsgelder zur Bezahlung von Boden und Zinsen zu verwenden braucht! Ein noch weiteres Entgegenkommen wäre die Ge- Währung von kleinen Baubeihilfen in Form von Hypotheken oder anderswie. Wer den Boden bebaut (ich denke an städtis'he Grundstücke) hat zwei Chancen der Erleichterung: a) Hypotheken und bl Bauzuschüsse zukünftiger Mieter in Form von Miets- Vorauszahlungen gegen Verbilligung der Mieten. Es wäre im Interesse der Bevölkerung des Landes ebenso wünschenswert wie im Interesse der Investitionsfreu- IlllllllllllllllllllllllllllllUUIIIIliiiUlllllillllllllllllllllillllllllllllllllllllllU DER GROSSE B&U. YwK L Die große gesellsehaftlicho Veranstaltung der Berliner Zionisten, im schönen Rahmen der Kroll - Säle, bei der Musik des glänzenden Johnsons Jazz Orchestra. Eine Tombola voll begehrenswertester Gewinne, wie eine Palästina-Reise t. Klasse (Palestine Lloyd). Logenplätze ä 10.- M. oderTiscbplätzeäy.-M. BEf KROLL, im Büro des Kcren Kajemeth. lllltlllWIlllillll lIlllHlllllllllllllilllllllllllllHlllllllllill digkeit der nichtpalästinensischen Kreise, wenn auf beiden Gebieten (Bau wie Verkauf) eine gewisse Bewegung eintreten würde; es bliebe dann noch die Aufgabe, eine Cooperation herzustellen, so daß die freiwerdenden Erlöse der Befruchtung der Baubewegung zugeführt werden könnten! _ Gruppenverbandstag in Düsseldorf Am Sonntag, dem 11. November, fand in Düsseldorf ein gemeinsamer Gruppenverbandstag der zionistischen Gruppenverbände Rechtsrheinland-Westfalen und Linksr h e i n 1 a n d statt. Vor Eröffnung der Tagung hielt der Aktionsausschuß der Zionistischen Organisationen Rechtsrheinlands-Westfalens eine Besprechung ab, im Laufe derer einige praktische Arbeiten besprochen wurden, die in den Aufgabenkreis des Aktionsausschusses fallen. Die Frage der Unter- Stützung des Hechaluz wurde behandelt, und man kam dazu, daß es eine Selbstverständlichkeit sein müsse, zur Hebung und Förderung der Chaluzarbeit beizutragen. Die P. A. F.-Aktion soll gleichfalls durch den Aktionsausschuß unterstützt werden. Ferner wurde die Aufnahme der Poale Zion in den Akiionsausschuß beschlossen, die einen Vertreter delegieren. sollen. Als eine weitere wichtige Aufgabe des Aktionsausschusses wurde die Verbindung mit der Jugend hervorgehoben, und es wurde beschlossen, Vertreter der Jugend in den Gruppen sprechen zu lassen, um so eine Information über die Probleme der Jugend zu ermöglichen. Ferner sollen Chanukkah- Feiern mit dem Ziele der Jugendwerbung unter Mitwirkung der J. J. W. B.er durchgeführt werden. Vor allem wurde auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit aller zionistischen Gruppen für den K. K. L. betont. Eine Hauptaufgabe des Aktionsausschusses soll es sein, die Durchführung der Aktionen für den K. K. L. den zionistischen Organisationen zur Pflicht zu machen. Der Gruppenverbandstag wurde sodann von Herrn Dr. Nathan, Köln, eröffnet, der betonte, daß Gruppenverbands• tage hauptsächlich die Verbindung der Gruppen untereinander und mit der Zentrale wachhalten sollen. Es folgte dann das Referat von Dr. Kanowiiz, das zum Haupiinhalt die Frage der Propaganda hatte. Er betonte, daß in dieses Gebiet alles das hineingehört, was den Zionismus bewegt, d. h. einerseits alles das, was in Palästina vorkommt, anderseits jede zionistische Lebensäußerung in der Galuth. Wenn auch der Prozeß der Neugewinnung von Zionisten ins Stocken geraten ist, haben wir trotzdem auf vielen Gebieten unserer Arbeit Erfolge zu verzeichnen, z. B. in der Gemeindearbeit, im K. H. Daß sich das auf das Wachsen der Bewegung so wenig auswirkt, hat sehr tiefliegende Gründe. Wir wirken nur auf einen ganz bestimmten Typus, den politischen Menschen, nicht auf den politischen Aktivisten, und auf den Romantiker. Nicht gebrauchen können wir den politischen Aktivisten, der im Zionismus nicht auf seine Rechnung kommt. Bei unserer Mitarbeit an den Fragen des deutschen Judentums müssen wir immer wieder genau die Oekonomie unserer Kräfte beachten. Heute arbeiten sehr viele unserer Menschen in allen Verbänden und Gruppen des deutschen Judentums mit, ohne daß wir sichtbare zionistische Erfolge dieser Arbeit konstatieren können. Heute ist es schon oft so, daß unsere Gemeindevertreter von einer jungen nichtzionistischen Generation als rückständig empfanden werden und daß die Jugend sich gegen sie als Nofabeln wendet. Wir müssen beweisen können, daß alles, was das deutsche Judentum hier tut, um das Judentum zu erhalten und zu entwickeln, nur Notbehelfe sind. Nur wenn wir in gemeinsamer Arbeit die jüdische nichtzionistische Jugend in der Sicherheit erschüttern können, mit der sie heute ihre Lösungen betrachtet, werden wir die, die wirklich nach Ehr- Veranstaltungen der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina. Monatsversammlungen der Bezirksgruppen: Bezirksgruppc Lichterfelde. Donnerstag, den 6. Dezember abends 8 Uhr im Hause von Frau Hans Herrmann, Lichterfelde, Wilhelmstr. 29. C h a n u k k a h - A b e nd. Rabbiner Dr. Emil Cohn: Der Freiheitsgedanke im Judentum. Anschließend musikalische Darbietungen, Tanz und Tombola. — Eintritt 1 M. Zusammenkünfte der Studiengruppen: Jugendgruppe 1 Mittwoch, den 5. Dezember abends 814 Uhr Leitung: Else Nathan, Uhlandstr. 194, Pension Schmelz. Jugendgruppe II Mittwoch, den 5. Dezember abends 8!) Uhr Leitung: Dr. Nadja Stein, Charlottenburg, Lietzensee- Ufer 10, bei Bertha Cohn. lichkeit streben, für uns gewinnen können. Der zionistischen Jugend gegenüber müssen wir betonen, daß ihr Uebergang in die große Zionistische Organisation keine mechanische Pflichterfüllung darstellt, sondern daß die Erneuerung der Zionistischen Organisation ihre eigentliche zionistische Lebensaufgabe ist. Für die Gewinnung neuer Zionisten kann man natürlich den Fortschritt unserer Arbeit in Palästina nicht entbehren: Die Gewinnung dieser Menschen hat zur Voraus- Setzung die Aktivierung unserer heutigen Z10nisten. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Kaufmann, Gideon, Nathan, Epstein, Katzenstein, S t e r n a u. Auch im Laufe der Diskussion wurde festgestellt, daß es notwendig sei, die alten Zionisten wieder in die Arbeit zu bringen, um so die Möglichkeit zu haben, eine geregelte Ortsgruppenarbeit zu erreichen. Ueber die Mitarbeit in den Frage« des deutschen Judentums waren die Ansichten geteilt. Während man einerseits der Meinung war, daß man diese Arbeit nötig hat, um die ungeheuren Geldmittel für Palästina auch in nichtzionistischen Kreisen aufbringen zu können, wurde andererseits betont, wie wesentlich es sei, unsere Kräfte nur in rein zionistischer Arbeit auszunutzen. Nur da, wo wirklich keine Gelegenheit zu zionistischer Arbeit ist, sollte man auch in den neutralen Organisationen mitarbeiten. Betont wurde die Wichtigkeit der Mitarbeit in der Gemeinde, wo man wirklich praktische zk> nistische Arbeit leisten kann. In seinem Schlußwort greift Dr. Kanowitz die Argumente der Poale Zion gegen einen Anschluß an die Organisation heraus. Das _ Hauptargument der Poale Zion, sie könnten sich solange nicht der Z. V. f, D. anschließen, als die Z. V. f. D. ein Instrument des Linken Zentrums sei, sei hinfällig, da von acht Mitgliedern des G. A. nur zwei ausgesprochene Mitglieder des Linken Zentrums seien. Notwendig erscheint cs, vor allem auch die Technik der Propaganda zu überprüfen. Die Ortsgruppe muß ein fest uinrissenes Programm haben, nach dem sie arbeiten kann. Es wird jetzt von der Zentrale aus versucht werden, eine Enquete zu veranstalten, um den Ortsgruppen Direktiven in dieser Hinsicht geben zu können. Während der Mittagszeit fand eine Aussprache des Z!onistischen Gruppenverbandes Rechtsrheinland-Wcs faüen s'att. Es handelte sich hierbei hauptsächlich um die Frage der Weiterführung des Gruppenverbandes. Die Frag: wurde ton den Leitern der Ortsgruppen bejaht, da sie fürchten, daß sonst die Arbeit ganz stocken würde. Zudem muß ein Weg gefunden werden, um die Gruppenverbandsbeiträge der einzelnen Gruppen gerechter zu bemessen. Es wurde als zunächst unbedingt notwendig gefordert, daß sämtliche Gruppen genaue neueste Mitgliederlisten dem Büro zur Verfügung stellen. ln der Nachmittagssitzung sprach Herr Adolf Po Ha k in einem gründlichen und durchdachten Referat über die Bodenpolitik des Keren Kajemeth. Ortsgruppen Bochum. Der 18. November d. J. vereinigte in den Parkhaussülen unsere Ortsgruppe mit einer sehr zahlreichen Besucherzahl aus den uns bennrhbiirlcn Grupncn?11 einer sehr gelungenen Lei«׳!׳ des zehnjährigen Jubiläums des Bestehens unserer Gruppe mit aiisehließendem Festball. — Nach einem Prolog, vorgelragen von Frl. F rucltter, verfaßt vom Vorsitzenden der Ortsgruppe, begrüßte Herr Klausner die erschienenen Festgäste, insbesondere die Vertreter der Synagogengemeinde, der Z.V.f. D., des Gruppenverbandes, der benachbarten Ortsgruppen und lokalen jüdischen Vereine. Hierauf begrüßten Frau L e v y namens der Z.V.f. D., Herr Koch namens des Gruppenverbandes die Feslversammlurig. — Unser verehrter Gast, Herr Dr. Kanowitz, hielt eine nach Form und Inhalt sehr gelungene Festrede. Frau Ra hei Kaufmann, Berlin, entzückte die Zuhörer durch ihro hervorragenden Gesangsvorträge. Alsdann folgten zwei Hinze ausgeführt von unseren Damen, Gcsclnv. Berger, am Klavier begleitet durch Toni Bran d. — Frl. 8 p o tt h c i m meisterhaft vorgetragenen Klaviervortrag, worauf Herr L. Spottheim eine von ihm verfaßte humoristische Zeitung durch Rundfunk vorlrtig. Eino Verlosung sorgte dafür, da" auch der K. K. L. nicht zu kurz kam. Die sehr angeregte und heitere Stimmung hielt beinahe alle Gäste bis 4 Uhr morgens beisammen. — Wir danken an dieser Stolle allen Mitwirkenden. I n s I 0 r, Frl. E fi 10 und F!־l. eine Bochumer Kadimanerin, erfreute die Gäste mit einem Vermischtes Granowsky-Gastspiel. Wir machen darauf aufmerksam, daß das Moskauer Jüdische Theater (Granowskv-Bühno) zu einem kurzen Gastspiel am Central-Thcater, Alto Jakobstrl 32, in Berlin eingetroffen ist. Die Truppe hatte bereits vor Worhen in Berlin sensationellen Erfolg. Auch bei ihrem Gastspiel in Hamburg, Leipzig, Dresden wurde sia stürmisch gefeiert. Es ist der Direktion des On'.ral-IVaters gelungen, die Granovvsky-Ilührie zu einem letzten kurzen Gastspiel zu gewinnen, und dadurch die Möglichkeit zu bieten, das Ensemble vor der Amerika-Reise noch einmal zu scheu. Jüdische Altershilfe. Die Festoper ״Don Giovann i“, die anläßlich des Gründlingstages d״r Jüdischen Altershilfo Groß-Berlin am Sonntag, dem 9. Dezember tl. J., in <1 ■r Staüsoper am Platz der Republik zur Aufführung kommt, ist nahezu ausverkauft. Die Oper wird durch die Fimkstumlc und den Deut־chlaml-Som.lcr übertragen. Der anschließende Bali w־ird nach den bisherigen Zusagen sin gesellschaftliches Ereignis werden. Als besondere Attraktion ist ein Sechszylinder Mercedes-Benz, 8/38, der auf der letzten Automobil- Ausstellung große Bewunderung erregte, erworben worden. Die Tomhola hat eine große Anzahl außerordentlich wertvoller Gewinne. Karten an den Kassen der Staatstheater, hei Bote H Bock, AVerShcim und in der Geschäftsstelle der Jüdischen Altershilfo Groß-Bor’in, W. 62, Kleiststr. 31, Tel. Barbarossa B 5 2 473, 5026. Paula Simon-Herlitz gibt am Donnerstag, dem C. Dezember, abends 8 Uhr, im Harmoniumsaal, Steglitzer Str. 35, ihr drittes H a r m o n i u m - K o n 1 c r 1. Mitwirkende: Dora S e 1s m i d t - Rudolph (Gesang), Al fred Reichart (Klavier). Auf dom Programm stehen AA'crko von Brahms, I.iszt, Knrg-Elerl, Paul Lrlel, Rachmaninnff und J. Marx. ״Porza“. Im It.. der dritten Ausstellung ,,!’or/a Reichsstraßo 99 (U.-Bahn R־irhskanz.lerplatz), Tel.: AVostend 5231, hält am 6. Dezember, abends 8 Uhr, Herr Dr. G r u b w i e s e r einen A'orlrag über ״Negerdichtung in Amerika". Eintritt frei. ״Reportage“, ein Zeitstück von -Max Kolpc, gelangt «nt 9. Dezember in einer Matinee am Renaissance-Theater zur L raufführung. Die Rolten dreier Redakteure werden von Pani Mirpan, Paul Nikolaus und AA'illi Schaffers gespielt. Der Kadimah, Bund jüdischer Pfadfinder, veranstaltet am Dirnstag, dem 11, Dezember, in den Spichern-Sälen, Spichernstr. 3, eine Ch a n u*k k ah f e i e r für die Eltern und Freunde seiner Bundesmitglieder. In jedem Jahr waren die Chanukkahfeicrn stets ein Ausdruck des Bundeslebens und zeigten die Fortschritte des vergangenen Jahres an. Gerade dieses Mal werden Einzelheiten aus dem Bundesleben gezeigt. Karten zum Preise von M. 1,20 und 2,20 sind in unserem Büro, Schlüterstr, 21 (Steinplatz 4903), und an der Abendkasse erhältlich. Sonntag, 9. Dez. 1928 12 Uhr mittags URAUFFÜHRUNG: ״Frühling in Palästina" MOZART-LICHTSPIELE Nollendorfplatz und UFA — KÖNIGSTADT

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.