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Jüdische Rundschau · 1928-11-30 · Heft 95 (30.11.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 95 (30.11.1928)
Date
1928-11-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU m Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark* vierteljährlich 5,75 Goldmark■ Aur>nd«abean«m*nU ward«» in der Wihraa« dar •imalai-o Linder brreebaei Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rtuidschaa G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 F3r Oeaterreich: PoslsparkMieoafct Wien, Konto Nr. S 56 030. Für Tachecboilowakfi: PewUparkaaitnanl Prag, Koste Nr. 5f 410. Für Polen: Potuparkacaeaamt Wartehan, Konto Nr. 190708. Redakttonsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 95 I Berlin, 30. XI. 1928 AAZOigsnprti«;Sgs1pajtNoapartrillezeücC.50G--M.StellcBge«11<d1e0,23G.׳’M. A.exei]g«a9c1s!ttB: Di n «t » ׳* und Freitag nachmittag» 4 Uhr. חרס״ט י״ז כסלו• | XXXIII. Jahrg. Per tloiilswut erstrebt fOr rfe» jOdlsclie Volk dl« Schaffune •leer öffentlich rechtlich peilclterteu Helm«»» He In Palästina. ״Baseler Programm.1' Sokolow in Oberschlesien Von unsera Berichterstattern Die Reise Nahum Sokolows nach Oberschlesien gestaltete sich zu einer erhebenden Huldigung für den allbeliebten Führer unserer Bewegung, aber auch für den Oedanken des Palästina-Aufbaus. Am Bahnhof ln Olelwifz warteten die Führer des oberschlesischen Zionismus, unter ihnen die Herren Arnold Wiener, Rechtsanwalt Frankel, Rechtsanwalt Weißmann, Rechtsanwalt Müller und Rabbiner Dr. Victor, und begrüßten die Gäste, Herrn Sokolow, Herrn R.-A. Dr. Klee aus Berlin und Herrn Dr. Martin Rosenblüth aufs herzlichste. Die Fahrt ging dann nach Hin d e n b u rg,wo am Vormittag ein Frühstück in größerem Kreise stattfand, bei dem Rabb. Dr. Victor eine herzliche Begrüßungsansprache hielt, auf die Sokolow liebenswürdig erwiderte. In Hindenbarg Am Sonntag Nachmittag fand in Hindenburg ein äußerst eindrucksvolles Bankett statt. Aus den oberschIeä3d1en Städten Ratibor, Beuthen und Olehvitz, ja sogar aus dem polnischen Ostoberschlesieu waren Freunde der Keren Hajessod-Bcwegung herbeigeeilt, um ihren hervorragenden Führer, der von R.*A. Klee und Dr. Martin Rosenblüth begleitet war, zu hören. Als Nahum Sokolow im Saale erschien, wurde er von den Versammelten stehend unter mächtigem Beifall empfangen, der ein beredtes Zeugnis von der Herrn Sokolow von der oberschlesischen Judenheit entgegengebrachten Verehrung ablegte. Der Leiter der Versammlung, Herr Direktor Mandowski. der Vorsitzende des Hinaenburger Keren Hajessod und gleichzeitig Vertreter der dortigen Synagogengemeinde, begrüßte in herzlicher Form Herrn Nahum Sokolow und seine Begleiter, ferner den Vertreter der Gleiwitzfrr Synagogengemeinde sowie alle Erschienenen, insbesondere die Gäste aus Ostoberschlesien. Daraufhin entbot Herr Rechtsanwalt Müller die Grüße der zionistischen Ortsgruppe Hin-. dcnbjirg.... J».;, hebtjiselfr ,Arnolde׳ Wiener namens des oberscnlesischcn Gruppenverbandes die drei erschienenen Sendboten der Keren Hajessod-Bervegung, deren Verdienste er hervorhob mjt der Zusicherung, daß die oberschlesischen Zionisten diesen Vorbildern Bach besten Kräften nacheifern werden. Namens des oberschksischen Rabbinerverbandes sowie als Rabbiner der Gemeinde Hindenbürg hieß Herr Rabbiner Dr. K a a t z Nahum Sokolow und seine Begleiter willkommen. Er legte seiner längeren Anspräche die Worte des Jesajas’ zugrunde: ״Umsonst seid Ihr verkauft worden, und nicht um Geld werdet Ihr erlöst werden“ und betonte, daß das palästinensische Aufbauwerk der jüdischen Seele gelte und nur mit der jüdischen Seele vollbracht werden könne. Alsdann nahm Sokolow das Wort zu seinen längeren Ausführungen, wobei er zunächst für die ihm dargebrachte Ovation sowie für die Begrüßungsansprachen dankte, von denen die eine, in der vertrauten Muttersprache gehaltene ihn besonders ergriffen habe. Mit Genugtuung habe er von der Tatsache Kenntnis genommen, daß die Hindenburger Gemeinde in ihren Etat einen für den Keren Hajessod bestimmten Betrag mit aufgenommen habe, und empfahl dieses schöne Beispiel der Nachahmung anderer Gemeinden. Nur so könne allmählich die große jüdische Volksgemeinde entstehen. Seinen mit geistreichen und sarkastischen Bemerkungen gewürzten Ausführungen legte er die Zweiteilung Land und Volk zugrunde. Den Ausgangspunkt seines Berichtes über die wirtschaftliche und politische Lage bildete der mit dem Hafenbau in Haifa zusammenhängende Fragenkomplex. Als besonderes Wunder bezeichnete Sokolow die Wiederbelebung des Hebräischen, das wieder die Muttersprache des jüdischen Volkes geworden sei. Mann und Frau, Jung und Alt sprechen wieder die verlernte Muttersprache und bilden so ein Bindeglied zwischen den Judenheiten der verschiedenen Länder. Dieser Faktor sei nicht zu unterschätzen, denn nunmehr können wir auf Grund unserer wieder lebendig gewordenen Spracht beweisen, daß unser Volkstum lebt. Es sei die heilige Pflicht des jüdischen Volkes, den von Zionisten begonnenen Aufbau Palästinas geschlossen durchrufiihren und ohne Rücksicht auf parteiliche, religiöse und weltanschauliche Meinungsverschiedenheiten als Aufgabe der gesamten Judenheit zu betrachten. Auch hierin sei ein Fortschritt zu verzeichnen. Erst seien durch den Keren Hajessod dem Palästinawerk neue Freunde gewonnen worden, und nunmehr sei man dank der Schaffung der Agency auf dem Wege zur Einigung der Gesamtjudenneit. Die gesamte amerikanische Judenheit habe bereits ihre Mithilfe beim Palästinaa.sfbau zugesagt, und es gelte nunmehr, auch die europäische Judenheit geschlossen zu erfassen. ״Wenn Sie wollen, können hundert Tel-Awiws entstehen“, mit dieser eindringlichen Mahnung schloß der Redner seine Ausführungen. Nach einer darauffolgenden Pause, in der den Gästen Gelegenheit zur Zeichnung für den Keren Hajessod gegeben wurde, ergriff Rechtsanwalt Klee das Wort. Vor 30 Jahren, als er in Oberschlesien mehrere Ortsgruppen gründete, hätte man es keineswegs für möglich gehalten, daß eine so ansehnliche Versammlung in Hindenburg tagen würde. Es sei, als träume man einen schönen Traum. $0 sei auch aus der Utopie Zionismus die Realität Palästinaaufbau mit seinen blühenden Kolonien geworden. Dieser Aufbau' bringe uns Galuth-Juden die Möglichkeit, unser jüdisches Eigen!eoen zu leben und echte, lebendige Religiosität zu empfinden. So bekämen ,«unsere Feste — wie z. B. das Erntefest Sukkoth — wieder einen mit Leben und echtem Gehalt erfüllten Sinn. In Palästina erneuerte sich die jüdische Kultur, und es sei mehr a’s ein Traum, wenn man vom jüdischen Volke noch große Leisfungen erwartet. Von diesem Gesichtspunkte gesehen, erscheine jedes noch so große Opfer als gering, zumal alles, was wir zum Gelingen des Palästinawerkes beitragen, nicht für andere, sondern für uns selbst beigesteuert sei. Nach diesen mit lebhaftem Beifall angenommenen Ausführungen schloß Herr Direktor Mandowski mit nochmaligem Danke an die Redner der Tagung die Versammlung. Dr. E. H. In Beuthen Dann im Auto nach Beuthen. Dort wartete eine annähernd SÖOköpfige Zuhörerschaft, unter ihnen eine große Anzahl führender jüdischer Persönlichkeiten, auf Nahum Sokolow. Beim Eintritt der Gäste erhob sich die gesamte Versammlung zunächst in lautlosem Schweigen, um dann in brausende Beifallsstürme auszubrechen. Die Versammlung leitete R.-A. We 1 ßmann, der Vorsitzende des Oberschlesischen Zionistischen Gruppenverbandes, Sokolow und die anderen Gäste mit Dank begrüßend. Im Namen der Gemeinde sprach Generaldirektor David Goldstein. Er würdigte Nahum Sokolow als den großen Juden und den allseits, auch von Nichtzionisten, anerkannten jüdischen Führer, dessen Besuch eine Ehre für jede jüdische Gemeinde sei, begrüßte ferner Dr. Klee, der vor nunmehr bald 30 Jahren die ersten Samenkörner des Zionismus in Oberschlesien ausgestreut habe und dem die Beuthener Zionistische Ortsgruppe ihr Entstehen verdanke, auch in seiner Eigenschaft als einer der leitenden Männer des deutschen Judentums, und dankte Dr. Martin Rosenblüth warm für sein Erscheinen unter Hervorhebung seiner unermüdlichen Arbeit für den Keren Hajessod. Sokolow sprach über die Bedeutung des Palästina- Werkes für die Juden und für die gesamte Menschheit. Er fand wunderbare Formulierungen für die Größe der Aufgabe und für die Pflicht zur Mitarbeit. Die Rede wirkte ganz besonders stark durch eine Reihe eingestreuter persönlicher Erinnerungen, die auch Nichtkenner des zionistischen Werkes die Schwere und Fülle der geleisteten politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Arbeit erkennen ließen. R.-A. Dr. Klee ergänzte Sokolow? Ausführungen. Er cf- . 4״:׳«teertfr. 1»׳;dic״-Äbkl«e«#e vor dem Kriegt atacli In den Gemeinden des deutschen Ostens. ״Eine der Gemeinden, in der man für das Palästina-Werk wenig Sympathien hatte, existiert heute nicht mehr, aber ihre Thora-Rollen haben im palästinensischen Bne-Brak eine Heimat gefunden.“ Die Begeisterung der Zuhörer manifestierte sich in einer roßen Zahl von Zeichnungen für den Keren Hajessod. Die ammlung, die in den nächsten Tagen fortgesetzt wurde, ist noch nicht abgeschlossen, verspricht aber einen besonders reieben Erfolg. Am nächsten Tage gaben zu Ehren des Präsidenten Sokolow und der übrigen Gäste die Herren Adolf and Eduard Gillis ein Diner, zu dem eine Anzahl führender jüdischer Persönlichkeiten geladen waren. Auch hier herrschte begeisterte, arbeltsfreuaige und opferwillige Stimmung. Am Abend trat dann Sokolow die Reise nach Ka 11 o w i t z an, Dr. Klee fuhr nach Liegnitz, beide sprachen am Abend in diesen Städten. J. In Kattowlfz Als wir von der Anwesenheit des Herrn Präsidenten Nahum Sokolow in Beuthen hörten, wurde in uns der Wunsch rege, unseren hochverehrten Führer auch zu einem Besuch in Polnisch-Oberschlesien zu veranlassen. Im Verlaufe von zwei Tagen wurde die hiesige Sokolow-Veranstaltung vorbereitet. Schon nach wenigen Stunden stellte sich heraus, daß auch das größte Lokal der Stadt die Zahl der Freunde nicht fassen könnte, denn die Nachfrage nach Einlaßkarten war ganz enorm. Am 26. d. Mts. um a/4I1 Uhr abends konnte die Versammhing ihren Anfang־ nehmen. Der Saal war mit 1500 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt und eine noch größere Menge wogte auf der Straße, die nicht Einlaß finden konnte und sich daher genügen lassen mußte, den hohen Gast auf der Hin- und Rückfahrt zu dem Versammlungslokal zu begrüßen, was sich gleichfalls za einer großartigen Kundgebung gestaltete. Die Meeting wurde von dem Vorsitzenden des Zionistischen Lokalkomitees, Herrn Alfred Müller mit einer wannen Begrüßungsansprache für Herrn Präsidenten Sokolow, für die Vorstandsmitglieder des Zionistischen Exekutiv-Komitees von Westpolen, für die Vertreter der Synagogen-Gemeindc Kattowitz und die zahlreichen Organisationen, die auf der Präsidialtribüne und im Saal anwesend waren, eröffnet. Es ergriff sodann das Wort Dr. Schwarzbarth -Krakau für die Zionisten Westpolens, der polnisch sprach und nach Beendigung seiner wirkungsvollen Ausführungen lebhaft akklamlcrt wurde. Es begrüßte alsdann in hebräischer Sprache Rabbiner Prof. Dr. Vogelmann־Kattowitz und für die Synagogen-Gcmeinde der Vorsteher Berthold Kochmann unseren Präsidenten sowie die imposante Versammlung. Alsdann sprach Frau Rottcr. Ratmännin in Bendzin für die Wizo. Sie bediente sich der hebräischen Sprache. In Form, Inhalt und Redekraft mächtig ergreifend, wurde sie wiederholt durch Beifallssalven unterbrochen und am Schluß von einer rauschenden Zu- Stimmung begleitet Es sprach alsdann Herr Dr. Aronade- Kattowitz, der langjährige und mit vorbild'ichem Eifer tätige Leiter des örtlichen Keren Hajessod-Komitees, welcher die Freude des Teiles der Gemeinde ausdrückte, welcher zwar nicht zionistisch organisiert, jedoch für den Aufbau von Erez Israel stark interessiert, die Anwesenheit von Nahum Sokolow als ein denkwürdiges und anspornendes Ereignis empfindet. Sodann nahm Präsident Sokolow das Wort und rettete zuerst in hebräischer, dann in polnischer und den Hauptteil in deutscher Sprache über das Thema•. ״Der ' Zionismus und die Judenheit in Polen“. 111 eindrucksvollen, lehr- und gedankenreichen Ausführungen wußte er den geistigen Anteil der polnischen Judenheit an der zionistischen Ideologie zu umschreiben und die seelische Anteilnahme dieser volkreichsten Judenheit Europas an dem zionistischen Aufbauwerk überzeugend und ergreifend darzustellen. Die denkwürdige Versammlung dauerte bis 1 Uhr nachts. Alsdann vereinten sich die Vorstandsmitglieder der zionistischen yereine von Kattowitz mit den auswärtigen Delegierten zu einem Bankett, das im ״Picadelly“ zu Ehren von Sokolow und seiner Tochter, Fräulein Dr. Selina Sokolow veranstaltet wurde und erst um 4 Uhr früh sein Ende nahm. Auch die Bankettreden bereiteten durch Form und Inhalt mannigfachen Genuß, aber zum Höhepunkt gestaltete sich die Erwiderungsansprache Sokolows, der über den Ort Kattowitz und seine Rolle in der jüdischen und zionistischen Bewegung viel Aufschlußreiches und für die Zukunft Anspornendes enthielt. Am Dienstag vormittag reiste Sokolow zu einem mehrstündigen Besuch nach Krakau, um von dort aus seine Reise nach Danzig fortzusetzen, wo er Mittwoch vormittag einzutreffen hatte. A. W. Felix Warburgs Rede in Boston Wie bereits kurz gemeldet, hat Felix M. Warburg, Präsident des Joint Distribution Committee und der amerikanischen Organisations-Kommission für die Jewish Agency, bei der in Boston abgehaltenen Konferenz des United Palestine Appeal eine Ansprache gehalten, deren Inhalt in den ersten Telegrammen nicht ganz richtig wiedergegeben war. (Es wurden dort Warburg Aeußerungen über die verschiedenen Punkte der Berliner A.-C.-Resolutionen in den Mund gelegt.) Nunmehr liegt der Wortlaut dieser Rede vor, den wir nachstehend wiedergeben. Warburg sagte: ״Mancher von uns trat langsamer, maneher von Euch schnei-!er an das Palästina- Problem heran; aber einander getroffen,und wir wollen nicht länger zögern und gemeinsam an die Mühen und Freuden der Probleme Palästinas herangehen. Ich habe in meinem Leben die Freude genossen — zuweilen war es keine reine Freude — verschiedenen öffentlichen Dingen vor* zustehen und für sie tätig zu sein, aber die Versammlung, die wir am 20. und 21. Oktober in New York abhielten, hat auf mich einen unauslöschlichen Eindruck gemacht Zu keiner Zeit und an keinem Orte habe ich es in einem solchen Maße erlebt, daß eine große Körperschaft so herzlich und so unbedingt einer Sache hingegeben ist. Und dieser Versamm- Iung lag doch ein streng sachlicher Expertenbericht vor; man durfte nicht ins Blaue hinein träumen, sondern mußte sich über nüchterne Tatsachen unterhalten. Wir alle hatten aufrichtige Anerkennung für das große Werk, die große herzbewegende und herzerwärmende Arbeit, die Sie, die Pioniere, geleistet haben. Wir haben es jetzt viel leichter, die Lage zu überblicken, nachdem die ersten Jahre der Arbeit vorbei sind, und nachdem die britische Regierung ihre positive und sympathische Stellung zur jüdischen Aufbauidee eingenommen hat; wir haben es also ein gut Teil leichter, als es jene hatten, die vor Jahren an die Arbeit herangingen, nichts in ihren Händen und nur die Idee in ihren Köpfen. Und darum wollen auch wir keine Zeit mehr verlieren, wir wollen das, was wir versprachen, in die Wirklichkeit umsetzen. Bevor wir New York verließen, um uns hierher nach Boston zu begeben, hielten Eure und unsere Vertreter eine Beratung ab. Die Sitzung war kurz, sie war deshalb kurz, weil sie keine Schwierigkeiten bot. In der Versammlung der Nichtzionisten in New York hatte ich die Kühnheit, zu prophezeien, daß die beiden Parteien einige Stunden später zusammenkommen werden, und daß man dann nicht wird untenscheiden können, wer von der einen Seite und wer von dev anderen Seite gekommen sei. Meine Prophezeiung hat sich erfüllt. Wir erörterten komplizierte Probleme, als ob sie federleicht wären, und wir schieden voneinander als die besten Freunde. Ich bin kein närrischer Optimist; S•hwierigkeitee der einen oder der anderen Art werden sich w^hl noch ergeben; aber wenn die Agency in demselben Geiste tagen wirdvwie die beiden kleinen Komitees, so werden ihre Mitglieder die gleiche Freude an der Arbeit haben, die uns schon zuteil geworden ist. Ich erwähnte vorhin die Haltung der britischen Regierung; ich kann cs mir nicht versagen, auch in Anwesenheit von Dr. Weizmann zum Ausdruck zu bringen, daß Sie keinen besseren und keinen klügeren Vertreter bei der britischen Regierung haben können, als Dr. Weizmann ist. Ich hatte Gelegenheit, mit den Engländern zusammenzukommen, als ich im vergangenen Sommer in London weilte. Sie sprachen von Weizmann mit einer Achtung, die er gewiß verdient, aber die dennoch ganz außerordentlich war. Jeder, der glaubt, daß unter den obwaltenden Umständen die Dinge ohne ihn getan worden wären, wie sie getan worden sind, der weiß nicht, was er spricht. -.v Felix M. Warburg

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