Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 93 (23.11.1928)
- Date
- 1928-11-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 654 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 93, 23. XI. 1928 Josef Ladunann, Gleiwitz Ein grausames Geschick entriß uns unseren Freund Josef Lachtnann in Gleiwitz, der am 17. d. Mts. im Alter von 43 Jahren das Opfer eines Autounfalles wurde. Mit ihm verliert die Ortsgruppe Gleiwitz den langjährigen Führer und Vorsitzenden, der sich mit seiner ganzen Persönlichkeit für unsere Idee einsetzte und der trotz seiner außerordentlichen beruflichen Inanspruchnahme immer zur Verfügung stand. Was das auf dem schwierigen Boden einer Provinz-Ortsgruppe wie Gleiwitz bedeutet, kann nur der ermessen, der den Da- Hingeschiedenen in der Kleinarbeit ständig beobachten konnte. Die Lücke, die der plötzliche Tod Lachmanns in die Reihen der Gleiwitzer Ortsgruppe reißt, ist unersetzlich. Darüber hinaus aber auch der Verlust, den der oberschlesische Zionismus _als solcher erleidet. Laehmann gehörte zu den ältesten Zionisten Oberschlesiens, die schon in jungen Jahren sich dem Gedanken der jüdischen Wiedergeburt ergeben hatten, und er war schon lange Jahre vor dem Kriege, damals in Kattowitz, besonders in der jüdischen Jugend- und Turnbcwegunjj tätig. Er gehörte auch zu den Mitbegründern des Kattowitzer Bar Kochba. Als er nach dem Kriege seinen berufliehen Wirkungskreis nach Deutsch-Oberschlesien verlegte, bedeutete seine von höchstem moralischen Mute getragene Persönlichkeit für den oberschlesischen Gruppenverband eine unentbehrliche Stütze, und der Gedanke, seinen klugen Rat jetzt missen zu müssen, ist für unseren Kreis kaum zu fassen. Die besondere Teilnahme weitester Kreise wendet sich in diesem schmerzlichen Augenblick neben seiner hochbetagten Mutter der Gattin, unserer Freundin Rose Lachmann zu, die im Verein mit dem Dahingeschiedenen es verstanden hat, ihr Haus zu einem besonderen Anziehungspunkt für die Jugend zu gestalten. Nicht zuletzt dieser Jugend in ihren Nöten und in ihrem Ringen um das jüdische Problem wird Josef Lachmann, der es in hervorragender Weise verstanden hat, den Weg zu ihrem Herzen zu finden, besonders fehlen. Georg Weißmann. * Vom Herz 1-Bund wird uns mitgeteilt, daß am Breslauer Delegiertentag mit Bbr. Josef Lachmann Verhandlngen zwecks Gründung eines Herzl-Clubs im oberschlcsischen Industriebezirk angebahnt waren, deren Verwirklichung sein frühzeitiger Tod abbricht. Gleiwitz, O.-S. Ein jäher Unglücksfall entriß uns mitten aus seinem segensreichen Wirken unseren Führer, Herrn Josef Lachmann, den 1. Vorsitzenden der hiesigen zionistischen Ortsgruppe. Mit selbstloser Hingabe an unsere Idee hat sich der Verstorbene stets für unsere Ziele eingesetzt. Neben seiner an- . strengenden beruflichen Tätigkeit hat er stets Zeit gefunden, seine besten Kräfte unserer Sache zu widmen, und kein Opfer war seiner Zionsliebe für unsere Sache zu schwer. Als aufrechter und selbstbewußter Jude ging er durch die Welt und ist weit über die Grenzen seines Wirkens hinaus das Vorbild eines echten Zionisten gewesen. In tiefer Dankbarkeit werden wir dem Verklärten stets ein treues Gedenken bewahren. Ein Jahr ״Ivria“ Am Dienstag, dem 27. November, feiert die ״Ivria“ in den Johann-Georg-Sälen (Johann-Georg-Straße 19, am Bahnhof Halensee) das einjährige Bestehen. Aus diesem Anlasse soll hier kurz auf die bisherige Tätigkeit der ״Ivria“ sowie aut ihre weiteren Arbeitspläne für die Zukunft hingewiesen werden. Die hebräische Sprache war seit jeher das Stiefkind der Zteniätlschen Organisation, Man hat viel von der Notwendigkdt des Lernens der hebräischen Sprache gesprochen, man hat auch viel von einem hebräischen Zentrum in Palästina gesprachen, von welchem die Galuth immer wieder beeinflußt und geistig beherrscht werden soll. Aber eine wirkliche hebräische Arbeit hat es in der Zionistischen Organisation und sogar in den Jugendbünden fast nie gegeben. Politische Parteikämpfe nehmen die Leute zu sehr in Anspruch. Der erste tatkräftige Schritt, welcher diesem Uebelstand abhelfen sollte, ist von der ״Ivria“ gemacht worden. In kurzer Zeit ist es ihr gelungen, hauptsächlich dank der Arbeit des Leiters Herrn N. Lewin, die ganze hebräisch sprechende Jugend aller politischen Richtungen zu einer gemeinsamen Arbeit zu vereinigen. — Trotzdem die ״Ivria“ sich erst im Entwich hmgs- Stadium befindet, hat sie in diesem Jahre schon ungeheuer viel geleistet. Es gibt wohl kein einziges Gebiet des jüdischen Lebens, welches hier nicht in einem oder mehreren Referaten, mit anschließender Diskussion, behandelt worden ist. Es wurden Referate über politische, wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Themen gehalten. Ferner wurden viele Fragen, welche die Juden in der Galuth, hauptsächlich aber die jüdische Jugend in der Galuth betreffen, erörtert. Auch die Entwicklung des hebräischen Zeitungsw׳esens, der jüdischen Kunst und Musik wurde von Fachmännern in breitem Rahmen behandelt und hat bei den Zuhörern sehr lebhaftes Interesse gefunden. — Einige Male wurden auch Heimabende veranstaltet, welche ganz den palästinensischen Stempel trugen. Diese Leistung muß um so höher eingeschätzt werden, wenn man berücksichtigt, daß die ״Ivria“ von keiner einzigen Partei oder Organisation, während der ganzen Zeit auch nur die mindeste Unterstützung■ erhalten hat. Für die Zukunft hat sich die ״Ivria“ folgende drei wichtige Aufgaben gestellt: 1. die Zentralisierung und Intensivierung der hebräischen Arbeit in Berlin; 2. die Bildung eines ״hebräischen Klubs“ als Mittelpunkt aller Hebräischsprechenden in Berlin; 3. die Umbildung des dem hebräischen Publikum von kleineren Aufführungen bereits bekannten dramatischen Klubs in ein ״hebräisch-dramatisches Studio“. ן Selbstverständlich ist es absolut notwendig, daß alle Juden bei dieser Arbeit mithelfen, und vor allem wird es die Pflicht der bestehenden zionistischen Verbände mit der Zionistischen Organisation an der Spitze sein, die ״Ivria“ bei der Ansführung genannter Aufgaben tatkräftig zu unterstützen. Die Feier in den Johann-Georg-Sälen soll nun eine Manifestation für eine intensive, produktive hebräische Arbeit werden. — Den offiziellen Teil des Programms bilden Aufführungen des dramatischen Klubs, Chor, Deklamationen und Sologesang; den inoffiziellen Teil: palästinensische Lieder und Tänze. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß alle Juden, die einen direkten lebendigen Kontakt mit Palästina anstreben, an diesem Feste Anteil nehmen werden. Dr. Rosenbaum. Beginn des neuen Schekeljahres 5689. Laut einer von der Zionistischen Exekutive an die Landes- und Sonderverbände ergangenen Mitteilung soll anfangs Dezember, und zwar sofort nach Abwicklung der jetzigen Schekelaktion, die Kampagne für das neue Schekeljahr 5689 begonnen werden. Da in diesem Jahre ein Kongreß stattfindet, dessen Besetzung von der Zahl der Schekelzahler abhängt, wird eine sehr rege Schekelaktion erwartet. Die Marshall-Konferenz vom 20. Oktober. Das Protokoll der unparteiischen Palästina-Konferenz, die unter dem Vorsitz von Louis Mars hall am 20. und 21. Oktober in New York stattfand, wird demnächst vom Hauptbüro des Keren Hajessed in einer deutschen Ucbersetzung herausgegeben werden. An unsere Abonnenten! Die Post verlangt von uns die Anmeldung der vom t. Januar 1929 ab zu liefernden Exemplare bis zum 15. Dezember. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die ,,Jüdische Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Dezembertagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, dafe diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im November 1926. Verlas .Jüdische Rundschau“ Berlin W15, Melnekestraße 10 Nati01ul!011ds-Marke11 Der Keren Kajemeth erneuert ein altes Sammel- und Propagandamittel, indem er in diesem Jahre eine Serie neuer Brief- und Verschluß marken herausgibt. Die Serie umfaßt 12 Stück, und zwar Photographien von Herzl, Achad Haam, Rabbi Mohilewer, Schapira, Gordon und Trumpeldor und sechs Ansichten aus Palästina, den Davidsturm, die Universität, das Technikum in Haifa, die Landwirtschaftliche Schule von Mikweh Israel, die Quelle von Ain Charod und schließlich eine Karte von Erez-Israel. Die Marken sind heute weniger als Sammelmittel von Bedeutung, als vielmehr für die kleine zionistische Propaganda. Wenn sie in der Privatkorrespondenz aller Zionisten verwendet werden, haben sie eine nicht zu unterschätzende Wirkung. In Ost-Europa werden sie besonders in den jüdischen Schulen verbreitet, wo ein System von ״Klebemarken“ eingeführt wurde. Die neuen Marken können zum Preise von M. 1,— pro Heft (36 Stück) in der Zentrale des Keren Kajemeth Lejisrael, Berlin W15, Meinekcstr. 10, bezogen werden. קרן היסוד EIN GROSSER KUITUR-F1LM: DER AUFBAU DERJOOISCHEN HEIMSTÄTTE קדו TID'Pm Uraufführung: Am 2■ Dezember! אגודה "העבריה" תכנית הנשף לכבוד יום־השנה לקיומה. 27. לנובמבר ב־ 19 .Johann - Georg -Str 7. אבא־אמא מאת שליונסקי דקלום ע״י הח׳ בן־יהודה. 8. ר אי־ נ ע חי ע״י הח׳ הדרמטי. 9. שירים עברים (סולח ע׳י הזד רחל קאופמן. 10. אשירה גא לידידי . . דקלום מאת ישעיהו בן אמוץ עיי הוד תירי לוין. 11. קרועים אנו .ע״יהחוג הדרמטי קטע מחיי המליצים בארץ־ישראל. 12. רקודי ההורה. 1. פתיחה ע״י הת׳ נחום לוין. 2. מקהלה עברית שלה׳.j.w.b 3. מאחר שלש סעודות-קטע מהיי החסידים על ידי החוג הדרמטי של "העבריה". 4. משירי ההדף של ביאליק דקלום ע״י הח׳ מתילדה ברום• 5. משחך בובות — סטירה על המשרד הציוני — ע״י החוג הדרמטי. 6. "הממזר" מאת שליונסקי, דקלום ע״י הה׳ סרייטג. BÜCHSENLEERUNG! Die November-Eingänge bleiben weit hinter de.m Kontingent zurück, wenn nicht überall alle Büchsen geleert werden! Gesellschaftsreise des Misrachi nach Erez-Israel Auf der Weltkonferenz des Misrachi in Danzig ist ein Be- Schluß gefaßt worden, daß im Frühjahr kommenden Jahres eine vom Misrachi organisierte Gesellschaftsreise nach Erez- Israel veranstaltet werden soll. — Die Weltzentrale des Misrachi in Jerusalem hat die Organisierung und Durchführung der Reise dem Zentral-Büro des deutschen Mi s ־ rachi in Berlin übertragen, bei dem Anfragen und Anmeldnngen entgegengenommen werden. Es ist beabsichtigt, die Reise am 11. April 1929 von Triest mit direktem Dampfer nach Jaffa anzutreten. Der Aufenthalt im Lande soll etwa drei Wochen betragen. Das Programm für den Aufcnthalt in Erez-Israel wird unter besonderer Berücksichtigung derjetiigen Dinge, die auf das religiöse Leben Bezug haben, aufgestellt w־erden. Die Pessachfeiertage werden vor״ aussichtlich in Jerusalem verbracht werden. Die Qrganisation des Weltmisrachi sowie die der Weltzentrale der Misrachi-Jugend werden zur Führung der Reisenden im Lande mit herangezogen. — Der Preis der Reise wird mögliehst niedrig gehalten werden. Nähere Auskünfte erteilt _ das Misrachi-Zentral-Büro, Berlin N 54, Weinmeisterstraße 18. Telephon: Norden 1159. Groppenverbandslagrng Sachsen-Anhalt Am 21. Oktober d. J. fand in Halberstadt die Tagung des Gruppenverbandes Sachsen-Anhalt statt. Die Tagung wurde durch ein Referat des früheren langjährigen Vorsitzenden des Bezirksverbandes, Herrn Dr. Sally Hirsch, Berlin, über: ״Die politische Lage der Bewegung“ eingeleitet. Der Redner wies insbesondere auf die günstige Entwicklung der Lage in Palästina lind auf die durch die Verhandlungen über die jewish Agency- Frage entstandenen Situationen hin. Daran schloß sich eine lebhafte Diskussion, die ihren Höhepunkt durch die Stellungnahme des ebenfalls anwesenden Herrn Dr. Max Soloweitschik zur Jewish Ageney-Frage erreichte. — Nach der Mittagspause, in der ein gemeinsames Mittagessen die Teilnehmer vereinte, hielt Dr. Soloweitschik, der zum ersten Male in diesem Kreise sprach, ein Referat über: ״Unsere Kulturaufgaben“. In seinen Ausführungen, die mit großem Beifall aufgenommen wurden, betonte Dr. Soloweitschik, daß der wesentliche Inhalt des Geisteslebens einer Ortsgruppe in kulturellen Aufgaben bcstehen müsse. Den vorwiegendsten Teil dieser kulturellen Aufgaben stellt die Erlernung der hebräischen Sprache dar, mit deren Kenntnis erst eine Vermittlung der hebräischen Kulturwerte erfolgen kann. Auch an dieses Referat schloß sich eine längere Debatte der einzelnen Ortsgruppenvorstände an. Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß die einzelnen Ortsgruppen in Verbindung treten, um Wege zur Intensivierung der hebräischen Arbeit, insbesondere durch gemeinsame Heranziehung hebräischer Lehrkräfte zu finden. Die Tagung, die einen guten Auftakt zur Winterarbeit bedeutet, fand hiermit ihr Ende. — Am Abend sprach dann Dr. Soloweitschik in einer von der Halberstädter Ortsgruppe veranstalteten Versammlung,, die für hiesige Verhältnisse gut besucht war, über das Thema: ״Das Galuth als historisches Problem“. Dr. Soloweitschik zeigte den Zuhörern die geschichtliche Entwicklung des jüdischen Volkes von ganz neuer Perspektive. Seine Ausführungen, die auf hohem Niveau standen, fanden bei allen Anwesenden starken Beifall. Gruppenverband Thüringen Die letzte Tagung des Gruppenverbandes Thüringen fand am 4. November In Gotha statt Es waren Vertreter fast samtlicher Ortsgruppen des Bezirks erschienen, so daß man von einer gut besuchten Sitzung sprechen konnte. Als Gäste begrüßten wir Fräulein F ranke u .stein und Herrn R.-A. Dp Köllen seher., Berlin. Den Hauptinhalt der Tagung bildete ein von Herrn R.-A. Kollenscher gehaltenes Referat über ״Zionistische Gemeindepolitik“. Den mit großer Sachkunde und in sehr geschickter Form vorgetragenen Ausführungen des Referenten lag bereits der Gemeindeprogrammentwurf zugrunde, der inzwischen vom Landesvorstand mit wenigen Abänderungen angenommen worden ist. Die Diskussion war leider wenig ergiebig, da die Mehrzahl der Anwesenden in den wichtigsten Punkten mit den vom Referenten vorgetragenen Gedankengängen übereinstimmte. Eine kleine oppositionelle Gruppe hatte vorzeitig die Tagung verlassen, so daß eine Auseinandersetzung unmöglich wurde. Der Rest der Tagung war mit der Neuwahl des Gruppenverbandsvorstandes, der Erledigung laufender Arbeiten und der Festlegung eines Arbeitsprogramms für die Zukunft angefüllt Musik Salcrnon Golub, der Dichter, Sänger und Komponist unzähliger jüdischer Lieder volkstümlichen Charakters trug im Schwechten-Saal fünfzehn eigene Kompositionen vor. Wenn man diesen von seiner hohen Aufgabe völlig besessenen schöpferischen Menschen hört, vergißt man jede Wertung. Die Begleiterin — hier mit naivem kindlichem Einschlag Frl. Syma Dymond — intoniert dio ersten Takte eines Liedes, und der Sänger bebt die Hand, beschwörend: lauscht nur, lauscht nur! so elend und so jammervoll singt es in den traurigen Herzen meiner Brüder, — dann kuscht man wirklich und fragt mehr nach den Herzensklängen — als nach Kunst. Herr Golub ist ein Original im edlen Sinne, dem man ein großes Publikum wünscht. A. N. Der Sängerbund der mährischen Lehrer gab unter Leitung seines Dirigenten Ferdinand Vach zur Feier seines fünfundzwanzigjährigen Jubiläums ein ausgezeichnetes Konzert mit volkstümlichen Chorwerken tschechischer und deutscher Autoren (Smetana, Foerster, Dvorak, Suk, Ostrcil, Nagler, Novak, Janacek und Hegar) und slovakischen Volksliedern. Der Chor sang in drei Sprachen (tschechisch, slovakisch und deutsch). Er hat wundervolles Material an Naturstimmen und zeichnet sich durch maskuline rhythmische Disziplin, natürlichen Sinn für dy- Hämischen Aufbau, elementaren Ausdruck und interessante Instrumentalbehandlung der Stimmen aus. Bisweilen glaubt man eine Orgel oder einen Kontrabaß zu hören. Dieser Chor ist für uns interessant, weil er ein Beispiel für die Pflege nationaler Musik durch ״Dilettanten“ eines musikalisch nochbegabten Volkes ist, zugleich erkennen läßt, welche Rolle die Musik in den Volksschulen dieses national erwachten Volkes spielt. Den Sängern und ihrem Führer dankte erheblicher Beifall eines leider numerisch wenig erheblichen Publikums. A. J.-L. ,Juden und Judentum von heute“. Von diesem im Jahre 1925 erschienenen Werk von Regierungsrat J. Kreppei wird anfangs 1930 eine neue, vollständig umgearbeitete, vermehrte und auf Grund der neuesten Daten ergänzte Auflage zur Ausgabe gelangen. Die jüdischen Gemeinden, Parteien, Organisationen, Institutionen tisw. werden ersucht, die Daten über ihre Tätigkeit, Leitung, Anstalten, Budgets, Statistik usw. ehestens dem Verfasser per Adresse: Reg.-Rat J. Kreppei, Wien L, Postamt 9, Postfach 22, zusender» zu wollen. Ortsgruppen Chemnitz. Dienstag, den 27. November, abends 8y2 Uhr, spricht Dr. Elias Auerbach - Haifa im ״Tivoli“, Zwickauer Straße 65, über ״Juden und Araber in Palästina“.