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Jüdische Rundschau · 1928-11-13 · Heft 90 (13.11.1928) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 90 (13.11.1928)
Date
1928-11-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 632 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 90, 13. XI. 1928 Neue Bodenkänle Der palästinensischen Presse zufolge sind in den letzten Tagen größere Bodcnkäufe in der Umgebung von Jaffa durch Juden abgeschlossen worden. So sind die Bauten und Pardessim der bekannten Zigarettenfabrik ,,Masbun“ bei dem Dorfe Beth-Dagan in den Besitz eines englischen Juden übergegangen; ferner sind /wischen diesem Punkte und zwischen N a c h I a t h J e 11 u d;1 mehrere hundert Dunam Boden, die für Pflanzungen geeignet sind, erworben worden. Auch ist der Kauf von Boden auf dem Gebiete des Dorfes Zifriah, das in der Nachbarschaft der Weingärten von R i s c h o n -1 e - Z i o 11 liegt, jetzt /um AbsehluB gekommen. Der Beginn des Bailaer Haienbaus Wie die arabische Zeitung ״E I - J a r m 11 k“ angeblich aus zuverlässiger Quelle erfährt, soll der Hafenbau in Haifa Anfang Dezember beginnen und mehr als zwei Jahre dauern. Die Kosten für den Hafenbau in Haifa waren Ursprunglieh bekanntlich mit einer Million Pfund veranschlagt, die aus den Mitteln der palästinensischen Anleihe gedeckt werden sollten. Die endgültige Ausarbeitung der Pläne hat aber nun ergeben, daß zur Durchführung des Battprogramms noch C 250,000 notwendig sind. Den über den ursprünglichen!:tat hinaus erforderlichen Betrag bemüht sich die Regierung gegenwärtig auf andere Weise zu erhalten und hat infolgedessen den Vertrag über die Ausführung der Bauarbeiten mit der Unternehmer-Finna noch nicht unterzeichnet. Eine Klage gegen das Immigrations-Department Wie die palästinensische Presse meldet, hat kürzlich ein Immigrant, der über vier Jahre im Lande wohnt, wegen eines abschlägigen Bescheides eine Klage gegen das Immigrations-Dcpartment beim Gericht eingereicht. Der Hergang war folgender: Der Petent, ein Elektrotechniker bei der Ruthenberg-Gesellschaft, wandte sich nach dreijährigem Aufenthalte im Lande am 10. Januar 1027 mit einem Einbürgerungsgesuch an das Department und erhielt im Laufe eines vollen Jahres keine Antwort. Im Dezember des gleichen Jahres reiste seine Frau nach dein Auslände, um an einer italienischen Universität zu studieren. Einige Tage nach ihrer Abreise erhielt er von der Behörde die Mitteilung, daß sein Einbürgerungsgesuch nicht erwogen werden könne, da seine Frau im Auslande weile. Man verfolgt den Verlauf der Angelegenheit mit großem Interesse. VorbereitMig für die Orangen •Saison Am 22. Oktober fand in Jaffa in der arabischen Handelskammer eine Zusammenkunft der Orangenexporteure statt, an der sich auch die Vertreter der jüdischen Han d eiskammer beteiligten, um eine Kommission zur Förderung des Orangenhandels einzusetzen, ln die Kommission wurden eine Reihe von arabischen und jüdischen Exporteuren gewählt. Ihre Aufgabe wird sein, die technische Ab- Wicklung der Orangenversendung zu überwachen und zu organisieren, die Früchte auf den Schiffen auf ihre Qualität zu prüfen und neue Märkte für die palästinensischen Orangen zu erschließen. Die ״Ziko“ in Jerusalem Nt. 40 der ״Ziko“ enthält eine redaktionelle Erklärung, in der es u. a. heißt: Von dieser Nummer an wird die Zionistische Korrespondenz in Jerusalem herausgegeben werden. Die Zionistische Korrespondenz wird so imstande sein, noch schneller und reichlicher als bisher der gesamten Presse und allen Interessenten Nachrichten über die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Palästinas zu übermitteln. Daneben wird die Zionistische Korrespondenz aber wie bisher in vollem Umfange auch die gesamte zionistische Bewegung in allen Ländern und alle Ereignisse, die mit dem Aufbau Palästinas Zusammenhängen, berücksichtigen. Die Redaktion der Zionistischen Korrespondenz hat Herr Dr. Alfred Bonne übernommen, der durch seinen mehrjährigen Aufenthalt in Palästina und durch seine eingehenden volkswirtschaftlichen und statistischen Studien besonders hefähigt ist, die Zionistische Korrespondenz zu einem alle Seiten des palästinensischen Lebens umfassenden, zuverlässigen Nachrichtendienst auszugestalten. Sehfilerstreik an der Hailaer Realschule Jerusalem, 7. November. ((. T. A.) Seit mehreren Tagen stehen die Schüler der 7. und der 8. Klasse der Haifaer Realschule in Streik; sie fordern die Anerkennung des Schüler- Komitees lind das Recht der Teilnahme am Pädagogischen Rat bei der Behandlung von Angelegenheiten, die die Schülerschaft betreffen. Oie Staatsfeier in Warschau Warschau, 6. November. (J.T.A.) Die Warschauer jüdische Gemeinderepräsentanz hat sich in einer Sonder- Sitzung mit der Aufstellung eines Programms für die Feier des 10jährigen Jubiläums der Befreiung Polens befaßt und folgendes beschlossen: 1. Zum Andenken an Polens Bet'reiung wird auf einem Platz der Stadt eine große Synagoge erbaut. 2. Am Freitag marschieren alle Warschauer jüdischcn Schulkinder zürn Grabe des unbekannten Soldaten, auf welchem ein silberner Kranz mit polnischer, 11 e - bräi scher und jiddischer Aufschrift niedergelegt wird; ein gleicher Kranz wird von den Kindern auf das'Grab des unbekannten jüdischen Soldaten auf dem jüdischen Friedhof niedergelegi. Hierauf marschieren die Kinder zum Schloß, um dem Präsidenten der Republik ihre Huldigung darzubringen. Von dort begeben sich die Kinder nach dem Belvedere, um P i 1 s ml s k i zu huldigen. Dieses Programm ist, wie uns nachträglich berichtet wurde, planmäßig durchgeführt worden. Der nene Palästina-Film Im Frühjahr 1928 hat das Hauptbüro des Keren Hajessod durch den palästinensischen Filmphotographen J. Ben Do w unter Leitung des Herrn J. Gal - Es er vom Propaganda-Department einen Palästinafilm h erstellen lassen. Dieser Film wurde, wie wir schon mitteilen konnten, in den letzten Wochen im Atelier der Ufa in Berlin unter Aufsicht des bekannten Kulturfilmregisseurs Willy Prager bearbeitet. Es wurde ein Kulturfilm-Programm hergestellt, das allen mo- (.lernen Erfordernissen entspricht. Der Film enthält folgende fünf Teile: ״Frühling in Judäa״;״Von Chederali bis Haifa“; ״Den Jordan aufwärts“; ״Die Frati als Pionierin in Erez- Israel“; ,,Feste in Erez-Israel“. Es ergibt sich hier zum erstenmal ein Filmprogramm, das nicht als geschlossenes Ganzes vorgeführt werden muß, sondern dessen einzelne Teile auch gut als Beiprogramm in jedem Kino vorgeführt werden können. Vor der Fertigstellung des Films hat das Haupt- Büro des Keren K a j e m e 111 beschlossen, sich an den Herstellungskosten des Films zu beteiligen, so daß also zum erstenmal ein Palästinafilm von den beiden Fonds zur Vorbereitung gebracht wird. Individuum und Gesamtheit j u g c n d v o r t r ii g e der Hamburger Z i o n i s t i - s chcn V e r e i 11 i g u 11 g. Vortragsreihe: Zionistische Grundfragen. 1. Vortrag; Kurt B I u m c 11 f e 1 d: Individuum «md Gesamtheit. _ Ueber die Gründe, die die Hamburger Zionistische Vereinigung veranlaßten, die Jugendvorträge zu veranstalten, ist bereits in der ״Jüdischen Rundschau“ geschrieben worden. Der erste Vortrag war schon rein äußerlich ein voller Erfolg. Etwa 250 Jugendliche und ältere Zionisten aller Parteirichtungeii füllten den Saal, um Blumenfelds Referat zu hören. Mit gespanntester Aufmerksamkeit wurde Blumenfelds Vortrag gehört, der sinnfällig bewies, daß diese Fragen zionistischer Bildung, an ihren Fundamenten gepackt, alle Richtungen in gleicher Weise angehen. Das Interesse, das Blumenfelds Vortrag fand, zeigte, daß hier eine entscheidende Aufgabe für all die zu erfüllen ist, die von der letzten Einheitlichkeit der zionistischen Bewegung überzeugt sind. Natürlich kann eine solche Wirkung nur erreicht werden, wenn diese Fragen mit überlegener Kenntnis und Darstellungskraft erörtert werden, so wie cs Blumenfeld tat. Schlag wortmäßig seien die wichtigsten Gedankenkomplexe aiigeführt: Staat und Individuum, Gesellschaft und Individuum, Gemeinschaft und Individuum wurden in ihrer Gegensätzlichkeit und Zusammengehörigkeit einleitend unter Verwertung neuerer Darstellungen dieser Probleme behandelt und der spezifische Charakter des jüdischen Individualproblems historisch und psychologisch so dargestellt, daß die Periode von der Emanzipation bis zum Krieg als im wesentlichen einheitlich aufgefaßt wurde. Judentum ist in westlichen Ländern in dieser Zeit in erster Linie ein Persönüchkeitsproblem. Der Jude stellt einer anscheinend festgefügten Welt gegenüber, an die er Anschluß sucht. Die Juden empfinden ihre Pariastellung, und ihr jüdisches Hauptproblem ist die Ueberwindung des von ihnen empfundenen Minderwertigkeitsgefühls durch bctonte Eingliederung in Staat, Gesellschaft und Gemeinschaften. Der Referent knüpfte bei dieser Darstellung an Gedankengange an, die er in seinem Vortrag ״Die jüdische Gesellschaft“ entwickelt hat. Besonders interessant sind die Versuche scheinbarer Befriedigung des Ansehlußbediirtnisses in oppositionellen Parteien, in denen der Jude als willkommener Kampfgenosse unterdrückter, einer menschlichen Einheit weniger bedürfenden Gruppen zur Geltung zu kommen vermochte. Assimilation und Zionismus sind in dieser Zeit stibjekive Lösungsversuche der Judenfrage. Der Jude findet im Zionismus seinen Halt. Wer Zionist wird, dem kann innerlich nichts mehr geschehen. In der Vorstellung ist die Eingliederung des jüdischen lmlividuums in die eigene Gesamtheit geglückt. Die Lösung des Individualitätsproblems innerhalb dieser Gesamtheit ist dadurch vereinfacht, daß in westlichen Ländern die objektive Erschciiiungsvvelt jüdischen Lebens kaum noch vorhanden ist, und daß ein Zusammenhang mit Palästina und palästinensischem Leben noch nicht besteht. Im zweiten Teil seines Referates zeigt Biuinenfekl, daß wir uns am Anfang einer neuen Periode jüdischer Entwicklung befinden. Das für die frühere Periode spezifische Problem menschlicher Unsicherheit ist zu einer Allerweltsfrage geworden, tritt uns als Großstadtproblem besonders in der Pädagogik in allen Schichten nicht jüdischer Intellektueller gegenüber. Es besteht für die Juden weiter, aber nicht mehr in der für die frühere Periode kennzeichnenden Ausschließlichkeit. Gewisse objektive Tatsachen haben sich in Form einer als Ergebnis der antisemitischen Weltwelle und veränderter wirtschaftlicher Verlialtnisse heute bestehenden jüdischen Gesellschaft herausgebildet. _ Diese Gesellschaft ist ein entükonomisiertes Gebilde; durch ihre Schichtung und durch den engen Kreis der von ihr zu erfüllenden Funktionen zur Unfruchtbarkeit verurteilt. Die allgemeinen im Staats- und Volksleben gleichzeitig bestehenden Zusammenschluß-’ und Aussehlußtendenzen geben dem jijdisehen Gesamtheitsgebilde einen denaturierten, künstlichen Charakter. 4 Der Referent stellt die Möglichkeiten der Entwicklung des jüdischen Problems innerhalb der Nachkriegswelt dar, zeigt, wie wenig Platz für den Subjektivismus der Intellektuellen im Wirtschaftsstaat, im klassengebundenen Nationalismus, in den antidemokratischen Herrschaftsformen oügarchischen und diktatorischcn Charakters vorhanden ist. Er schildert die durch allgemeine Lebensverhältnisse geschaffenen Schwierigkeiten für idealistische, auf den Willen gestellte Bewegungen und kommt zu dem Schluß, daß nur die zionistische Lösung den Juden die Möglichkeit gibt, das Problem Individuum und Gesamtheit zum reinen Äustrag zu bringen, und auch diese Lösung nur dann, wenn die Schaffung eines reichen Volkslebens in Palästina gelingt, wenn also airch die quantitativen Voraussetzungen in Erez Israel geschaffen werden.' Innerhalb des Referates nahm die Darstellung cliarakteristischer Zeiterscheinungen einen breiten Raum *ein. Die für unsere Tage bezeichnende Fülle biographischer Werke diente als interessante Illustration zu den psychologischen Aiisführangen. Der Referent zeigte an diesen Beispielen, wie sich in der allgemeinen Welt das historische Bewußtsein relativiert hat, wie unter dem Einfluß psychologischer Systeme das Gefühl für Totalität und das Absolute geschwunden ist, wie jede Lebenserscheinung immer nur als Reaktion verstanden wird, zeigte die grotesken Versuche, aus Jugenderlebnissen und Organminderwcrtigkeiten die menschliche Leistung endgültig erklären zu wollen, und stellte demgegenüber die Erfüllung des Zionismus als die einzige Möglichkeit für den Juden dar, in die Unmittelbarkeit des Lebens einzutreten. Diese in der Zusammendrängung scheinbar komplizierten Darlegungen, wurden im Referat so einfach und klar vorgetragen, daß auch die wenig geschulten Zuhörer zu folgen vermochten. Berliner Repräsentanten-Versammlang 111 der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde fand eine Resolution einst immige Annahme, die gegen die Störung des jüdischen Gottesdienstes am höchsten jüdischen Feiertage an der durch die religiösen Gefühle und die historische Vergangenheit für die Juden der ganzen Welt geheiligten Stätte Protest erhebt. Der Oemeindevorstand schloß sich dieser Protestenischließung vollinhaltlich an. Ursprünglich waren je eine Resolution der Volkspartei sowie der Mittelpartciler und der Konservativen angekündigt. In der Kommission wurden die Resolutionen verschmolzen. Ferner wurden Anträge der liberalen Fraktion über eine größere Nutzbarmachung der Gemeinde-Bibliotheken für die Masse des jüdischen Publikums beraten, ebenso ein Antrag der Jüdischen Volkspartei auf Begründung eines Ledigenheims der jüdischen Gemeinde. Ein weiterer Antrag der jüdischen Volkspartei auf Schaffung einer gemeinnützigen Krankenversicherung für die jüdische Bevölkerung Berlins wurde einem Ausschuß zur weiteren Beratung überwiesen. Der Berichterstatter Dr. Klee führte aus, daß hier namentlich die Frage zu prüfen sei, in welchem Umfange eine solche Krankenversicherung den Beamten der Gemeinde zugute kommen würde, ob sic von der Gemeind’ selbst oder in Gemeinschaft mit einem großen Versichcrungskonzern in die Wege geleitet werden solle. Das Richtigste aber sei, die Dinge schnell zu einem Ende zu führen, da für den durch Krieg und Inflation so schwer geschädigten jüdischen Mittelstand eine derartige Institution dringendes Bedürfnis sei. Zionistischer Groppenverband Hessen-Nassau Am Sonntag dem 18, November 1928, vormittags 10 Uhr, findet in Frankfurt a. M., Svnagogensaal, U 111 e r 1 i n d a 11 21, ein Gruppeuverbandstag statt. — Tag es Ordnung: Vormittagssitzung: 1. Zionistische Propaganda (Referent: Kurt B I u m e n f e 1 d - Berlin); 2. Ausspräche; 3. Gruppen verbandsarbeit (Referent: Dr. Arthur Rosenblatt - Frankfurt); 4. Aussprache. —- Nachmittags- Sitzung 3 Uhr: 1. Die augenblickliche Lage in Palästina (Referent: Adolf P o 11 a k - Berlin); 2. Aussprache. Am Sonnabend, dem 17. November 1928, abends 8Uhr, findet im Synagogensaal, Unterlindau 21, eine Jugendveranstaltung statt. Thema: Jüdische Ent- Wicklungen (Individuum und Gesamtheit) (Referent: Kurt B 111 in e n f e 1 d - Berlin). Dm1 (*!11<־• Kolhktivamsleihmg der Paslrllr Mm Arno N a <1 <*• 1 in der Kunsthandlung Ludwig S c 11 a 111 e s in Frankfurt;1. M. ist am L Novcmlier erülTiirt worden. Ausgestellt 5111(1 /!o Blätter, darunter Pastelle nach dem ,.Dyhuk" der Habimah. Benjamin 11L in der Aufl’ülinmg des Granowsky-'Theaters und der Artisten“ in der Auffithrung durch Max 1’uiuliardt. Auf Veranlassung des ,,Vereins gesel/eslreuer jüdischer. Lelirec Berlins" sollen seitens des .,RaiTliierscmm.irs zu Berlin“ von Sonntag, dem ßo. Dezember 1 ׳j ׳:; bis Mittwoch, den 0. Januar!•ין’:!, für Lehrer und Lehrerinnen ans allen Teilen des Reiches Ferienkurse veranstaltet werden, die sich in I.chi'kurse, Vorträge, Lelirprobcn und Führungen gliedern. Als Vortragende haben sieb bereits neben den Dozenten des Rabbiner■seminars die Rabbiner I)r. Biberl'eld, Bleielmwle, Jacobovi!/ aus Berlin, Cnrlebach-Allona, Iloffmann-Breslau, Honn ilz-Fraükfurt am Alain, Bibliothekar E. 1). Cioldsebmidt, Direktor V Schlesinger, Ja1npcl-8cl1"׳cdt. kaatz-Himlenburg, Unna-Mannheim, Wroschnor- Homburg, ferner Sludienrat Di•. AVilly-Ilalberstadt, Dr. med. Jacob Low, Lehm׳ Bräunlich! zur Verfügung gestellt. Während bei den Lehrkursn! an viermaliges gemeinsames TalnmuslutUum gedarbt. i-I. behandeln die Vorträge exegetische, balarhiscbe, grammatische Themen, und sind aus drin (iehiele der Ethik, der Schulhygiene, der Sozial- Wissenschaft, besonders im Hinblick auf die schultechnische A er- Wertung, gewählt winden. Die Führungen werden vor allem den jüdischen Biliüntliekcn, Museum- und Wohlfahrtse.inricht.ungm, aber auch anderen für Schulmänner wichtigen Sehenswürdigkeiten gelten. —• Zu Reisekosten und Aufenlhaltsspesen wird auf Wunsch ein Zuschuß gewährt, werden. Anmeldungen sind an die Schriftführerin des Vereins, Frl. fierlrud Bernstein, Rrrlin-Charlottenburg 1, Königin- Augusla-AIIec 30, zu richten. WC LTV Ä BAND DEU TCCI-RzR. KREIS Tschechischer Makkabikreis. Nachdem der Deutsche Kreis vor kurzer Zeit eine größere Turn-Gerätescndung aus den Zinsen des Palästina-Gerätefonds nach Haifa gesandt hat, hat auch der tschechische Makkabikreis aus den Geldern seines Protcktoratsfonds die erste Sendung Turn- und Sportgerate nacli Jerusalem geschickt. Das Kreis-Turn- und Sportfest des tschechischen Makkabikreises findet vom 28.—30. Juni 1929 statt. Am 3. und 4. November fand eine Kreisvollversammlung in Qlmütz statt, bei der auch ein Vertreter des M. W. V. Berlin anwesend war. Bericht hierüber folgt demnächst. Bar Kochba, Berlin. (Eröffnung des Führerseminars.) Mitte Oktober fand im großen Hörersaal der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums die Eröffnung׳ des Bar Kochba-Führerseminnrs statt als erste Veranstaltung der ״Schule der jüdischen Jugend“. An dem Seminar nehmen etwa -40 Hörer, vornehmlich aus den Jugendabteilungen des B. K., teil. In seiner Eröffnungsansprache wies Dr. Lelewer darauf hin, daß dem Seminar nur ein Erfolg beschieden sein werde, wenn der ernste Wille zum Judentum vorhanden sei. Dann gaben die Dozenten ihr Programm bekannt. Dr. Lelewcr wird über Probleme des Judentums sprechen und dabei folgende Einteilung berücksichtigen: 1. Geschichte im 19. Jahrhundert; 2. Die Judenfrage in den außerdeutschen Ländern der Jetztzeit; 3. Die Judenfrage in Deutschland; 4. Die Welt-Organisation. Herr Hirsch hat aus den vielen Abschnitten der jüdischen Literatur diese drei herausgegriffen: 1. Die Literatur der griechisch-hellenisehen Zeit; 2. Mischnah, Gemara, Midrasch; 3. Die Literatur der Gaonenzeit. Herr K p h n , der am Eröffnungsabend einen bedauerlichen Unfall, der aber glücklicherweise noch gut verlaufen ist, erlitt, wird über jüdische Geschichte in drei Abschnitten lesen: 1. Bis zur Entstehung des Christentums; 2. Islamisch-arabische, Arabisch-spanische Epoche; 3. Die Zeit vor der Reformation bis zur Aufklärung. Heinrich Kuhn hat auch bereits mit den Vorlesungen begonnen und mit der Art seiner Darstellung die Hörer zu fesseln gewußt. Mit dem Jubiläumsmonat tritt wiederum eine neue Gruppe unter dem Namen ״T u r n - und S p 0 r t g r u p p e“ in das Leben des Bar Kochba ein. Die Gruppe entstand durch den Austritt der Aelteren aus der Jugend-Turn-Abteilung. Ihr Bestreben wird es sein, die jüdische Arbeit an ihren Mitgliedern weiter fortzusetzen, und auch regelmäßig Heimabende, Fahrten usw. zu veranstalten, und eine Intensivierung der Aclteren-Arbeit vorbereiten zu helfen. Nachdem es unserer H o c k e y - M a n-n schaft gelungen ist, in der vorigen Saison die Meisterschaft in der zweiten Klasse zu machen, und wir nunmehr in der ersten Klasse des Verbandes spielen, haben wir wieder eine Junioren-Mannschaft gemeldet, die bereits ihre Feuerprobe bestanden und ihre beiden ersten Spiele gegen Brandenburg und T. i. B. gewonnen hat. Jubiläumsball■ Am Sonnabend, dem 3. Nqvember, fand als Finale der gelungenen Jubiläumsveranstaltungen des B. IC. der große Ball in den riesigen Räumen der Philharmonie statt, der in jeder Hinsicht ein großer Erfolg war. Etwa 300(1 Gäste füllten im Nu .die Säle und tanzten dort bis zum frühen Morgen. Ein Kabarett sorgte für die Ausruhenden, und wieder waren es besonders Gollanins jüdische Volkslieder, die alle begeisterten. Eine großartig zusammengestellte Toniboia brachte vielen reichen Gewinn. Der Abend war ein gesellschaftliches Ereignis für das jüdische Berlin. Hakoah-Wiesbaden. Hakoah-Liga — Germania-Liga 4:1 (2:0); Hakoah-Datnen —- Germania-Damen 4:0. Mißglückte Revanche! Das Spiel dieser beiden Mannschaften erfüllte alle Erwartungen. Kennzeichen des ganzen Kampfes war ein geradezu fabelhaftes Tempo, das durch die Ausnutzung der schnellen Flügelstürmer auf beiden Seiten erzielt wurde. In der ersten Halbzeit war der Kampf ausgeglichen. ,Das erste Tor fiel schon nach 12 Minuten durch den Halblinken Großhut mit einem ganz wundervollen Schuß. In der 25. Minute erhöhte W. Birnbaum auf 2:0. Schon 2 Minuten nach Wiederbeginn skorte Stern mit Prachtschuß auf 3 :0, und 10 Minuten später kam wiederum W. Birnbaum zu Tou-hreti. 4:0 für Hakoah. Darauf verwandelte Germania einen Siraischuß und so blieb es bis zum Schluß. — Hakoah-Dauu■!! machten ihre Sache noch besser, indem sie mit 4:0 dem Gegner das Nachsehen gaben. Sie sipd dadurch mit zur führenden Stelle aufgerückt.

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