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Jüdische Rundschau · 1928-11-02 · Heft 87-88 (2.11.1928) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 87-88 (2.11.1928)
Date
1928-11-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 018 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87/88, 2. XI. 1928 Hebräisch als Umgangssprache Auf Einladung des Beth Hawaad Haiwri, Berlin, sprach Davvid Jelli n üfe die Neubelebung der hebräischen Sprache und die Hauptfaktoren, die hierbei mitgewirkt haben. Zwei Jahrtausende lebte die hebräische Sprache nur noch im Buche fort. Es bestanden nun große Schwierigkeiten, sie wieder dem Leben zuzuführen und sie dem Alltag dienstbar zu machen. Als einer der verdienstvollsten Pioniere des Neuhebräischen gilt Elieser-Bcn-Iehuda, der bereits vor 50 Jahren in der Zeitschrift ״Haschachar“ Rückkehr ins Land und Neubelebung der Sprache forderte. Diese Forderung konnte nur mit Hilfe der treibenden nationalen Kräfte verwirklicht werden, zu einer Zeit, als die Einwanderer in Erez-Israel nicht mehr eine heilige Grabstätte für sich suchten, sondern junges, selbständiges, nationales Leben. Waren einst Ben-Jehuda und seine Frau das einzige hebräisch sprechende Paar in Palästina, so gibt es heute über 100000 hebräisch sprechende Juden im Lande. Eine wichtige Rolle in der Entwicklung der hebräischen Volkssprache nimmt das Schulwesen in Erez-lsrael ein. Besonders hervorzuheben sind die Kindergärten. Das große Verdienst, die hebräische Sprache bereichert und wissenschaftlich fundiert zu haben, gebührt dem ״Waad Ha la schon“. Er benutzte als Hilfsquellen nicht nur den Talmud und die ganze nachbiblische Literatur, sondern auch die verwandten semitischen Sprachen, besonders Arabisch. Die theoretische Forderung vieler Maskilim nach einer reinen, biblischen Sprache war im Leben undurchführbar. Viele Arbeiten des ״waad Halaschon“ sind noch zu keinem Abschluß gelangt, unter anderem die phonetische Differenzierung gleichlautender Konsonanten, die Orthographie bzw. Interpunktion usw. Laut den Mandatsbestimmungen ist Hebräisch offiziell anerkannt und eine der drei Amtssprachen des Landes. Den Einfluß des lebendigen Hebräisch Palästinas auf die Galuth konnte man an dem zahlreich erschienenen Auditorium wahrnehmen, das mit größter Aufmerksamkeit den Ausführangen des Redners folgte, der mit folgenden Worten schloß: ־. ן!ן3ןרית׳??:ן עד עד י$ל8ל־W3 עדן G. T. Eingesandt Sehr geehrter Herr Redakteur, in Nr. 84, S. 588, Spalte 2 der ״Rundschau“ spricht B. K a t z in seinem Artikel: ״Warum schweigt Gorki“ von einer hebrä- Ischen, orthodoxen Zeitschrift יגדיל תירה,die in Bobrujsk erscheine. Wie ich aus absolut sicherer Quelle erfahre, ist diese Zeitschrift nach ihrem zweimaligen Erscheinen von der Regierang verboten worden. Hochachtungsvoll M. Wilensky. Vermischtes Jüdische Volkspartei. Am Montag, dom 5. November, veranstallet die Jüdische Volkspartei in der Synagoge Cottbusser Ufer 48/50 eine Versammlung, in der die Herren Dr. Alfred Klee und Direktor Georg Kareski zu dom Thema: ״Die Jü - dische Volkspartei und unsere Gemeinde" sprechen werden. Der Eintritt ist frei, um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Musikalischer Teenachmittag zugunsten der Jüdischen Waisenhilfe. Herr und Frau Direktor Kareski veranstalten am Sonntag, den 1*. November, nachmittags 4J/i Uhr, in ihrem Räumen, Schlüterstraße 44, einen musikalischen Tee zugunsten des jüdischen Kinderdorfes Ben-Schemen. Die beiden prominenten Künstler Jascha und Tossy Spiwakowski haben ihre Teilnahme «!gesichert. Es Cgen zur Aufführung Werke von Beethoven, Chopin, Scarlati, aini, Athron. Bei dieser Gelegenheit wird der Film: ״Ein jüdfsehes Kinderdorf“ gezeigt werden. Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina. Diedreineugegründeten Bezirksgruppen der Frauenarbeitsgemeinschaft für Paliatina beginnen ihre Tätigkeit in der Woche nach dem Balfourtag mit folgenden Veranstaltungen: Für die Bezirksgruppe Grunewald-Dahlom-West hält Dr. Max Mayer Montag, den 5. November, 41/’ Uhr, im Hause von Frau Rechtsanwalt Kallmann, Schmargendorf, Davoser Straße 1, den einleitenden Vortrag zu einer Aussprache über das Thema ״Wohin erziehen wir unsere Kinder"? — In der Bezirksgruppe des Westens eröffnet Dr. Siegfried Kanowitzdie monatlichen Zusammenkünfte am Miltwoch, den 7. November, 4V3 Uhr, in den Räumen des K. J. V., Bleibtreustraße 50, mit einem Vortrag über: ״Derjüdische Lehenswille”. — In der Bezirksgruppe Lichterfelde-Dahlem- Oat spricht Dr. Joachim Prinz, Donnerstag, den 8. November, 41/* Unr, im Hause von Frau Betty Cohn, Lichtcrfelde-West, Ring- Straße 65, über: ״Jüdische Probleme auf der neuzeitliehen Bühne“. Die Noblle-Expedltion. Der tschechisch# Gelehrte Professor Behounek wird am 5. November in der Philharmonie in einem von der Konzertdirektion Ebner veranstalteten Lichtbildervortrag über die Nordpol-Expedition Nobiles sprechen. Freie Jüdische Volkshochschule. Julius Bah: Goethes Verhältnis zum Judentum (3. Vorlesung), Sonntag, den 4• November, t,213—1 Uhr, Fasanenstr. 79/80; Julius Kaliski: Arbeit als jüdische Pflicht und Leistung (1. Vorlesung), Mittwoch, den 14. November, 9—10 Uhr, Fasanenstr. 79/80; Studienrat Hammerstein: Gmndprobleme des modernen Hebräisch (T. Vorlesung), Mittwoch, den j. November, 8—9 Uhr, Fasanenstr. 79/80; Rabbiner Dr. Emil Cohn: Jüdisches Theater (3. Vorlesung), Mittwoch, den 7. November, —9 Ulir, Fasanenstr. 79/80; ferner: Jehuda Halevi (Zyklus: Jüdische Charakterköpfe), Donnerstag, den 8. November, 9—ro Ihr, Synagoge Levetzowstr. 7/8; Dr. Max Solow e »t s c 1» i k: Kritische Einführung in dio Bibel (1. Vorlesung), Dienstag, den 6. November, 1/gg—10 Uhr, K.J. V., Bleibtrewstr. 50; Rabbiner Dr. M. W a r s c h a u e r: Aus Bibel und ׳Religionsgeschichte (I. Buch Moses) (1. Vorlesung), Montag, den 5. November, 8—9 Uhr, Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Artilleriestr.!4; Frau Siddy Wronaky: Wohlfahrlsproblomo der jüdischen Gegenwart (1. Vorlesung), Dienstag, den 6. November, g—10 Uhr, Fasanenstr. 79/80. Persönliches. M. Scharfstein aus Wien, bisher Kultus- Vorsteher der dortigen Jüdischen Gemeinde und ein prominenter Führer der in Wien lebenden Ostjuden, ist nach Leipzig übergesiedelt. Wie uns aus Wien berichtet wird, veranstalten viele Vereine sowie Freunde Scharfsteins anläßlich dessen Wegzuges aus Oesterreich eine Abschiedsfeier. In den Ansprachen wurde zum Ausdruck gebracht, daß M. Scharfstein auch in seinem neuen Wohnorte sich als ein tatkräftiger Arbeiter im Dienste des Judentums bewähren werde. Grundsteinlegung einer neuen Berliner Synagoge, ln Anwesenheit der drei Vorsitzenden des Berliner Gemeinde- Vorstandes, Kommerzienrat Gerson Simon, Kammergerichtsdat Leo W o I f f und Georg Kareski, sowie des Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung Geheimrat Stern wurde am Sonntag, dem 28. Oktober, die Grundsteinlegung für die neue Synagoge in derPrinz-Re genten-Stra ße feierlich vorgenommen und die Bauurkunde angemauert. Die Festansprache hielt Georg Kareski, der ausführte, es sei ein Zeichen für die Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Berliner Jüdischen Gemeinde, daß es ihr nunmehr möglieh sei, nach der langen Pause der Kriegs- und Nachkriegsjahre wieder an die Befriedigung der dringenden religiösen Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z.V. Veranstaltungen der Franenarbeitsgemeinscliafl tur Palästina Frauen-Bezirksgruppe Grunewald ־ Dahlem-West, Montag, den 5. November, nachmittags 43/3 Uhr, im Hause von Frau Rechtsanwalt Kallmann, Schmargen• dort, Davoser Straße 1. Redner: Dr. Max Mayer: Wohin erziehen wir unsere Kinder?“ Frauen-Bezirksgruppe des Westens, Mittwoch, den 7. November, nachmittags 4/3 Uhr, in den Räumen des K. J. V., Bleibtreustraße 50. Redner: Dr. Siegfried Kanowitz: ״Der jüdische Lebens■ wille“. Frauen-Bezirksgruppe Lichterfelde - Dahlem-Ost, Donnerstag, den 8. November, nachmittags 4/3 Uhr, im Hause von Frau Betty׳ Cohn, Lichtertelde-West, Ringstraße 65. Redner: Dr. Joachim Prinz: ״Jüdische Probleme aut dei neuzeitlichen Bühne“. Sonnabend, den 3. November In den Gesamträumen der Philharmonie Jubiläumsball des Bar Kochba. Karten im Vorverkauf zum Preise von M. 3,— erhältlich im Büro des Bar Kochba, I Ieiligegeiststr. 52, sämtlichen Theater• kassen von Tietz, Bote & Bock und Invalidcndank. Karten an der Abendkasse 4 Mark. Montag, den 5. November abends 8>/2 Uhr Jüdische Volkspartei, in der Synagoge Cottbusser Ufer 48/50 ״Die Jüdische Volkspartei und unsere Gemeinde“. Redner: R.-A. Dr. Alfred Klee, Direktor Georg Kareski. Eintritt frei. Gäste willkommen. Abends 9 Uhr Gruppe Charlottenburg der B. Z. V״ in der Konditorei Telschow, Joachimstaler Str. 1. Ordentliche Generalversammlung, anschließend Vortrag Dr. Nachum Goldmann: ״Das amerikanische Judentum". Dienstag, den 6. November abends 82/י Uhr Vertreterversammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung, im großen Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Tagesordnung: 1. Antrag des Hauptvorstandes auf Aenderung des § 17 der Satzungen (betr. die Zahl der Mitglieder der zukünftigen Vertretcrversammlung); 2. Mitteilungen des Hauptvorstandes über die Ausschreibung der Neuwahlen und über die Bestrebungen zwecks Schaffung einer Einheitsliste für die Neuwahlen; 3. Feststellung der Wahlperiode der neuen Vertreterversanimlung; 4. Mitteilungen des Vorstandes; 5. Wahl von Kassenrevisoren; 6. Anträge betr. einer Kundgebung der B.Z.V. zu den Vorfällen an der Klagemauer; 7. Bericht über die Veranstaltung der Ortsgruppenvertrefer, Die Mitglieder der B. Z. V. haben Zutritt zu der Versammlung. Mittwoch, den 7. November abends 8י׳י Uhr Gruppe des 12. Bezirks der B. Z. V., im Albrechtshof, Steglitz, Albrechtstr. la. Dr. Nachum Goldmann: ״Das Judentum 10 Jahre nach dem Kriege“. Donnerstag, den 8. November abends 8י'י Uhr Gruppe Ost der B. Z. V״ in den Räumen der Agudas Achim, Jostystr. 4. Ordentliche Generalversammlung. Abends 8 Uhr Generalversammlung der Berliner Misrachi-Gruppe, im Gemeindehaus, Rosenstraße 2—4. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes über Propaganda und Organisation. Kassenbericht. Antrag auf Entlastung aes Vorstandes. Neuwahl des Vorstandes und Wahl von Kommissionen. Wahl von Delegierten zum Delegiertentag des deutschen Misrachi am 11. November in Frankfurt a. M. Protestkundgebung wegen der Vorgänge an der Klagemauer. Alle Mitglieder werden gebeten, zu dieser wichtigen Versammlung pünktlich zu erscheinen. ההסתדרות העברית בברליו ביום השלישי ב 27 בנובמבר ב־19 .johann-Georg»tr ב״אולם הלבף׳ יערך נשף עברי גדול לכבוד יום השנה של "העבריה"• 50% של ההכנסה לטובה קרן הקימה לישראל. Sonntag, den 18. November. Verband Jüdischer Studentenvercine in Deutschland e. V., in den Gesamtfestsälen des Hotels ״Der Kaiserhof“. Traditioneller Ball. Orchester Dajos Bela, erstklassiges Kabarett, Riesentombola. Karten im Vorverkauf im Büro der B. Z. V., Meinekestr. 10, und im Büro des Verbandes Jüdischer Studentenvereine in Deutschland e. V., Artilleriestr. 6, Tel. Norden 11789. Dienstag, den 27. November im Weißen Saal der Johann-Georg-Festsäle, Johann-Georg-Str. 19, am Bahnhof Halensc#. Erstes Stiftungsfest der ״Ivria“. 50 #0 des Reinertrages fließen dem K. K. L. />. s 13. Dezember 1928 Bei Kroll i§ §§ Der große j| B CH ANUKKAH -׳ BALL 1 -־i.- 35g ii des Keren Knjemeth Lejisr&el g Bedürfnisse der Berliner Judeaheit zu schreiten. — Voraussichtlich wird der Bau zu den hohen Feiertagen des kommenden Jahres fertiggestellt sein. Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise. Alle schulentlassenen jüdischer» Jugendlichen worden erneut auf dio Berufsberatung der Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnarhweise aufmerksam gemacht. Wir haben Lehrstellen jeder Art noch in größerer Anzahl vorgemerkt und können zur Zeit Lehrling# und Lehrmädchen in alle Beruf# vermitteln. Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise, Berlin N 34, Augustslr. 17, Tel.: Amt Norden 7080—7087 und 0130. Sprechstunden für Knaben: Dionstags und Freitags von 10 bis 1 Uhr vorm.; für Mädchen.־ Montags und Mittwochs von 10 bis ו Uhr vorm. B. & V. Montag, den 5. November, abends 9 Uhr, findet in r» j Konditorei Telschow, Joachimsthaler Straße 1, die Ordentliche Generalversammlung der Bezirksgruppe Charkittenburg der B. Z. V. statt. Anschließend daran wird Dr. Nachum Gold mann über ״Das amerikanische Judentum“ sprechen. — Die Mitglieder werden dringend ersucht, vollzählig zu erscheinen, da die Generalversammlung Delegierte für die Vertretcrversammlung zu wählen haben wird. An! WELTVfflSBÄND DCUT&CI-Fg^i KREIS Makkabl-Weltverband, Tschechoslowakischer Kreis. Am 3. und 4. November findet in Olmütz im Hotel Palace Stfanikowa eine außerordentliche Kreisvollversammlung des tschechischen Makkabikreises statt. Auf der Tagesordnung stehen verschiedene Berichte, sowie die Wahl eines neuen Präsidiums. Der Deutsche Kreis wird durch einen Delegierten vertreten sein. Bar Kochba Berlin I Justiz — S. V. I 6:2. Am Sonntag, dem 31. Oktober, begann dio erst# Sonioronolf dio nouo Serie der Verbandsspielo mit obigem Spiel. Unsere Mannschaft trat wie folgt an: Sommerfeld; Mersand, Spitzer; Glaser, Bromet, Kraus; Kurz!, Lewin, Kurz II, Friihmann, Bergmann. Obwohl wir ohne jedes Training in dieses Spiel gehen mußten, zeigte die Mannschaft trotzdem zufriedenstellende Leistungen. Kurz vor der Halbzeit ging der Gegner mit 3: 1 in Führung und erst in der allerletzten Minute konnte Kraus den Ausgleich erzielen. Nach Halbzeit war unsere Feld- Überlegenheit noch großer und der jetzt besser zusammenspielende Sturm konnte nun in regelmäßigen Abständer» vier weitere Tore durch den als Sturmführcr tätigen Frühmann werfen. Besonders hervorzuheben sind die sicheren Verteidiger und nach Halbzeit Friihmann. Einen ausgesprocl^nen Versager gab es in der Mannschaft nicht, wenn auch manches noch nicht so richtig klappen wollte. Bar Kochba, Köln. Die Reihe unserer Winterveranstallirngen konnten wir am 3. Oktober durch einen außerordentlich gelungenen Abend im großen Saal der Rheinlandlogo beginnen, der für uns ein voller Erfolg gewesen ist und starke propagandistische Wirkung hatte. Veranlassung gab uns der Besuch des Turnlehrers Hugo Rosenthal aus Haifa, der einen Vortrag über das Thema ״Die körperliche Erzichungderjüdischen Jugend in Palästina" hielt. SämtHrhen jüdischen Jugendorganisationen, der zionistischen Ortsgruppe und der Gemeinde waren von uns Einladungen zugegangen, so daß der Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Herr Rosenthal schilderte in seinen» außerordentlich intcressanten Vortrage, mit "־eichen ungeheuren Schwierigkeilen das Erziohungswerk in Palästina verbunden sei, da in erster Linie ein» Tradition fehle, d. h. eine Bindung an irgendwelche Vergangenheit»- erlebnisse der Nation. Die Jugend, die in ■Palästina erzogen wird, stammt aus allen möglichen Ländern, und der Lehrer steht, trotz des gemeinsamen Lebensstils, keiner geschlossenen Einheit gegenüber; ferner ist auch nicht ohne Bedeutung, daß die Kinder mindestens :—3 Jahre unter den veränderten klimatischen Verhältnissen zu leiden haben. Das Ziel des palästinensischen Erziehungswcrkes ist selbstverständlich der jüdische Mensch, und das ist nur auf zwei Wegen möglich: 1. Lieberwindung der Tradilionslosigkeit durch Schaffung einer neuen Tradition und 3. durch Schaffung eines einheitlichen Menschenschlages. Man versucht eine Tradition zu schaffen durch gemeinsame, immer wiederkehrende Erlebnisse., z. B. durch Einriehtung des Tags der Pflanzungen, an dom sämtliche Kinder hinausziehen und jedns ein Bäumchen pflanzt, das es auch später pflegen muß, dann durch große Sportfeste, die regelmäßig an» Lag Beomer stattfinden, und durch Feiern am 20. Tammus, dem Todestag Th. Herzls, die aber durchaus nicht den Charakter von Trauerfeiern tragen, schließlich dio alljährlichen Schulwanderungen, die im Ferienmonat Nissan vorgenommen werden. Die älteren Schüler sind auf diesen Fahrten bis zu zehn Tagen unterwegs, und es müssen mangels Eisenbahnlinien und Ortschaften weite Strecken zu Fuß zurück gelegt werden; die ganze Verpflegung und die Zelte usw. werden auf besonderen Gepäckwagen mitgeführt. Den zweiten Weg, die Schaffung des einheitliehen Menschentyps, sucht man durch Erziehung zur produktiven handwerksmäßigen Arbeit und durch Leibesübungen za erreichen. Bereits in den Kindergärten müssen die Dreijährigen leichte Gartenarbeiten machen, und lernen, mit Scheere und Nadel umzugehen. Wenn die Kinder später in die Grundschule übergehen, verstehen sie bereits zu zeichnen und zu basteln und werden i!» einem planmäßigen Aufbau mit einem Handwerk bekanntgemacht. Dieser I nterrieht, der durchschnittlich sechs Wochenstunden in Anspruch nimmt, beginnt mit Bearbeitung von Papier und Pappe, geht dann zur Holz- und schließlich zur Metallbearbeitung über. Ein großer Teil der Einrichlungsgegenstände des Internates, wio Tische, Stühle und Schränke usw., ist in den eigenen Werkstätten von den Schülern hergestellt worden und wird von ihnen abwechselnd, auch die gesamte Gartenarbeit, verrichtet. Vor zwei Jahren ist ein Heim der Pfadfindergruppo eingeweiht worden, das ausschließlich von den Schülern der Anstalt erbaut ist, ebenfalls wurde von ihnen ein Lesezimmer hergestellt und Arbeiten für die Einrichtung eines Sportplatzes begonnen. Diese größeren Aufgaben werden von den Schülern während des sogenannten Arbeitsmonats, das ist der elflc Monat des Schuljahres, an dem täglieh nur zwei Unterrichtsstunden in der Klasso sind, durchgeführt. Neben dieser Arbeit läuft die sportliche Erziehung der Kinder. Täglich findet eine Turnstunde statt, und eine Anzahl besonders befähigter Jungen wird in einem Kursus zu Vorturnern ausgebildet. Zum Schluß zeigte Herr Rosenthal eine Anzahl von Liehtbildern aus dem Leben der Schule und der Schüler und beendete seinen Vortrag unter lebhaftem Beifall der Zuhörer. Anschließend daran wurden von unserer Mädchen,»hteilung Volkstänze und von unseren Jungcns Freiübungen vorgeführt, die recht gut geklappt haben und ebenfalls starken Beifall hervorriefen. Sowohl unsere Gäste als »vir selbst waren von dem Verlauf des Abends sehr befriedigt und hoffen stark, daß unsere nächste öffentliche Veranstaltung, ein Bali am I. Dezember in der Messe, mit dessen Vorbereitung wir bereits beschäftigt sind, einen ebensolchen Erfolg zu verzeichnen haben wird. Hakoah, Wiesbaden. Sportklub Hakoah 11. Herren — Polizei Wiesbaden II. 3: 3 (2: 3). Hakoah II. Mannschaft folgte den Spuren der Ersten. Während diosclbo feierte, gelang es ihr, einen nicht minder großen Erfolg zu erringen. Nachdem sie letzto Woche gegen Sportklub Wiesbaden 4:4 spielto (Sportklub gewann erst kürzlich gegen Bar Kochba Frankfurt 11*. 2), gelang ihr der große Wurf, gegen Polizei unentschieden zu spielen. Gleich zu Beginn gelang es Saal, den ersten Treffer zu buchen, und Müller erhöhte auf 3 : o. Jedoch liis Halbzeit mußten sie sich mit?:3 begnügen. Zu Beginn der zweiten Hälfte gelang es Saal glcichzuzichen, so daß auch dieses Spiel unentschieden endete.

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