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Jüdische Rundschau · 1928-10-05 · Heft 78-79 (5.10.1928) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 78-79 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7879, 5.X. 1028 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seit* 561 Znsammenküiilt des ״Hapofl-Hazatr“ Wir erhalten nachstehenden Bericht: Am 8. September 1928, nachmittags und abends, fand in Berlin eine Zusammenkunft des Hapoel-Hazair statt, um über die künftige Arbeit der Partei in Deutschland zu beraten und mit palästinensischen Chawerim über die Frage der Bewegung und der zionistischen Arbeiterschaft überhaupt zu sprechen. An der Zusammenkunft nahmen eine größere Anzahl auswärtiger und Berliner Chawerim sowie die Chawerim Sprinzak und S c 11 u r e r teil. Die Tagung wurde von dem Gedanken beherrscht, dem besonders Chawer Sprinzak Ausdruck gab, daß die zionistische. Bewegung heute am Abschluß einer gewissen Epoche steht und daß es die Aufgabe der im Hapoel Hazai'r vereinigten jungen Kräfte sei, die zionistische Idee in ihrer Reinheit zu erneuern. Die Aussprache bewegte sich hauptsächlich um diesen Fragenkomplex und versuchte, für die Arbeit in Deutschland hieraus Konsequenzen zu ziehen, Es wurden folgende Be- Schlüsse gefaßt: 1. Erneuerung der ideologischen Auseinandersetzung über die Grundlage der Bewegung im Rahmen regelmäßig herauszugebender Choserim. 2. Reorganisierung der Partei und Errichtung eines Sekretariats in Berlin, bestehend aus den Chawerim Brumm, Loewenstein, Lichtenstein (Adresse: Georg Brumm, Berlin W57, Steinmetzstraße 2). 3. Einsetzung einer Kommission zur Vorbereitung der regelmäßigen Herausgabe der ״Arbeit“ als einer umfassenden politischen Tribüne. 4. Einberufung einer KonterenzdesHapoel-Hazatr in Deutschland im Februar oder März 1929. 5. Wahl eines zentralenWaads, bestehend aus den Chawerim Ascher, Brumm, Landauer, Lichtenstein, Loewenstein, Noack, Samuel, Spitzer, Sprinzak. Neben dieser Aussprache unterhielt man sich mit den paläsfinensischen Chawerim ausführlich über die Lage der Bewegung im Lande und überhaupt über Fragen der palästinensischen Arbeiterschaft. Diese Aussprache wird ira Rahmen der nächsten Choserim des Hapoel-Hazair fortgesetzt werden. Die Zusammenkunft war in allen ihren Teilen von dem Geiste stärkster Verantwortlichkeit für das zionistische Werk getragen, hat zum Teil neue Wege anzudeuten vermocht und dazu gedient, auf die Teilnehmer aktivierend einzuwirken. Palästina - Gesellschaftsreisen Der Deutsche Keren Hajessod, Jüdisches Palästina- Werk e. V., veranstaltet im Frühjahr 1929 zwei Gesellschaftsreisen nach Palästina. Diese beiden Reisen werden sich von anderen ähnlichen Veranstaltungen dadurch unterscheiden, daß den Teilnehmern bei objektiver Führung ein lebendiger Eindruck des jüdischen Palästina vermittelt werden wird. Besonderer Nachdruck wird darauf gelegt werden, den Mitreisenden Gelegenheit zu geben, die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten Palästinas in Landwirtschaft, Industrie und Handel zu studieren. Anschließend an diese Reise ist Gelegenheit zu einem Aufenthalt in den Nachbarländern (Aegypten, Syrien usw.) gegeben. Die Durchführung der Reise ist dem P a 1 e s t i n e Lloyd G. m. b. H., Bcrlin-Charlottenburg 2, Joachimsthaler Straße 38, übertragen worden, der alle näheren Auskünfte erteilt. Ausstellnng ftldlscher Kunstdenkmiler ,i^ 1 ,A- September., (j.T. A) Die• Gesell-, schaff zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler veranstaltete anläßlich ihres 30 jährigen Bestehens eine Ausstellung, die hier erstmalig einen Ueberblick über das reiche Material, das die Gesellschaft im Laufe dieser Jahre in allen Ländern gesammelt hat, gab. Um auch den alten Familienbesitz zu zeigen, hatte die Gesellschaft ihre Mitglieder gebeten, die Ausstellung durch Leihgaben zu erweitern. Es bot sich somit ein Einblick in ein bisher der weiteren Oeffentlichkeit noch völlig unbekanntes Gebiet. Die Publizierung der sehr reich beschickten Ausstellung ist in den Notizblättern 19 und 2) der Gesellschaft bereits begönnen worden, und zwar so, daß damit für die in Betracht kommenden Gebiete eine Ergänzung der bisher von der Gesellschaff veröffentlichten Forschungsresulfate erzielt worden ist. Die reich illustrierten Veröffentlichungen werden in den nächsten Notizblättern fortgesetzt werden. Die Beisetzung Gustav Bradts. Am 27. September fand unter außerordentlicher Beteiligung die Beisetzung des am Jom Kippur verstorbenen Sanitätsrats Dr. Gustav Bradt, des Begründers der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, statt. Nach einleitendem Chorgesang hielt Herr Rabb. Dr. Max Wiener eine ergreifende Trauerrede. Hierauf ergriff Herr Oskar Wassermann das Wort, um namens des Verwaltungsvorstandes der Akademie und im Aufträge der ihr angegliederten Hermann Cohen-Stiftung dem Verewigten für das zu danken, was er der Akademie gewesen. Professor Julius Guttmann schilderte namens des wissenschaftlichen Vorstandes der Akademie, was Bradt für.das Forschung^- Institut bedeutet habe. Er hat alle wissenschaftlichen Arbeiten mit lebendigstem Interesse begleitet, immer neue Ideen konzipiert, um weitere und ergänzende zu ermöglichen. Mehr aber als die Arbeiten galten ihm die Menschen. Er förderte die Wissenschaftler, um der Wissenschaft zu dienen; für alle war er Fürsorger und Berater. Alle werden ihr Acußerstes zu _ geben haben, um den Verlust auszugleichen. Die Akademie und das Judentum schulden Gustav Bradt ewigen Dank. — Es sprachen noch Dr. Saloraon Hildesheimer für die Aerzfekainmer, Sanitätsrat Dr. Alfred Peyser, der im Namen der Fachärzteschaft für Hals, Nasen und Ohren einen Kranz niederlegte, Prof. Caesar Geballe für die posensche Heimat und Dr. Eppenstein für die Assistenten und Helferinnen der Bracltschen Klinik. Die Gemeinde Berlin batte, in Würdigung der Leistungen des Entschlafenen für das Judentum, ein Grab auf dem Ehrenfelde bereitgestellt. Berichtigung. In dem Artikel 15״ Jahre Pasteur- Institut“ von Dr. Sandler in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ soll es in der fetzten Zeile des 4. Absatzes richtig heißen: ״Das Institut kann für sich das yerdienst in Anspruch nehmen, in medizinisch-wissenschaftlieber Beziehung im Lande bahnbrechend gewirkt zu haben“ und nicht: ״bahnbrechend zu wirken“. Druckfehlerberichtigung. In dem Aufaatz ״Arno Nadel, der Maler“ haben sich einige Druckfehler eingeschlichen. Et heißt richtig: .... die biblischen Szenen, die genannt eind nach der ersten ״Sündenfall“, In der 3, Spalte heißt et: zerschmettert im westlich zerschneidenden Verstand, nicht im ״wesentlich zerschneidenden" ... Hinter ״et liegt in ihnen'heißt es: ״das malerisch» Werk: toine Pastelle . .— Ferner heißt es am 8chluß nicht ״die Fügsamkeit von Zeitschrift, Kreide und Pastell", sondern: ״die Fügsamkeit von Zeichenstift, Kreide und Pastell‘‘. —• Et ist auch noch nachzutragen, daß die Photos mit Genehmigung des Verlages Felix Stössinger, Berlin, reproduziert sind. Ein SesehättsfnbiUiniR Die bekannte Berliner Bankfirma Jarislowsky & Co., beging am 1. Oktober die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Der jugendliche Inhaber der Firma, Herr Alfred Jarislowsky, ist in weiten Kreisen der zionistischen Oeffcntlichkeit durch seine Arbeit im ״Kartell jüdischer Verbindüngen“ und durch seine Tätigkeit im Finanzausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland bekannt. Herr Alfred Jarisfowsky hat seine Firma, die schon vor dem Kriege eines der bedeutendsten Privat-Bankinstitute Deutschiands war, zu außerordentlicher Holte entwickelt und ist auf vielen Gebieten der deutschen Industrie an führender Stelle. In letzter Zeit hat Herr Jarisfowsky auch für palästlnensische Finanzinstitute größeres Interesse bekundet, und es dürfen große Hoffnungen auf die weitere Tätigkeit dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit für das zionistische Aufbauwerk gesetzt werden. Wir sprechen Herrn Jarisfowsky zum Jubiläum seiner Firma unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Für Hebräisch •Lesende Die Zweimonatszeitschrift ״Hedim“, zurzeit die einzige bedeutende literarische Zeitschrift in Palästina, redigiert von Jakob Rabinowitz und Ascher Barasch, besteht seit 7 Jahren ohne Hilfe von Gönnern oder Organisationen, allein dank dem Willen und der Ausdauer ihrer Herausgeber, die im hebräischen Leser allein den Helfer am Werke suchen. Die Krise in Palästina und in der hebräischen Bewegung der Diaspora zwingen die Herausgeber, sich jetzt an ein größeres Publikum mit der Bitte um Unterstützung durch Abonnement und Abonnentenwerbung zu wenden, damit die ״Hedim“ nicht vom gleichen Schicksal Detroffen werden, wie viele hebräische Organe vor ihnen. Wenn in allefl Ländern der hebräische Leser seine Pflicht sich und der hebräischen Literatur gegenüber erfüllen wird, können die ״Hedim“ zu der so dringend vermißten Tribüne für Literatur und Kultur des jüdischen Gemeinwesens in Palästina gestaltet werden. In Berlin hat sich ein Kreis der Freunde und Gönner der ״Hedim“ gebildet, der sich hiermit an die Hebräisch- Verstehenden und an die Förderer und Gönner der hebräischcn Literatur mit der Bitte wendet, die Zeitschrift zu abonnieren. Der Abonnementspreis pro Jahr beträgt 17,— M. Bestellungen nimmt entgegen: Dr. Max Mayer, BerlinW15, Meinekestr. 10; Geldsendungen sind zu richten an Herrn Dr. Salli Hirsch, Berlin-Charlottenburg 9, Stormstraße 7, Postscheckkonto: Berlin 144 921. Parteikonferenz der Poale Zion Am 13. und 14. Oktober d. J. findet in Berlin im Saale der Jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2—1, die Parteikonferenz der Jüdisch - sozialdemokratischen Arbeiterorganisation PoaleZion in Deutschland statt. An der Konferenz werden sich Vertreter aller Poale-Zion-Ortsgruppen in Deutschland beteiligen. Die Tagung wird zu samtliehen Fragen unserer zionistischen und sozialistischen Politik Stellung nehmen. Im Namen des Weltverbandes der Poale-Zion und der Achduth Haawodah in Palästina wird an dieser Konferenz Chawer Salman Rubaschow teiinehmen. Briefe an die Redaktion Jugendbewegung und persönliche Kultur . Das ist, um mit Fontane zu rüden, ein weites Feld, aber es soll in diesem Rahmen nur ein einzelnes, gerade aktuelles Beispiel besprochen werden. Der Jungjüdische Wanderbund (J. J. W. B.) hat für einen Teil seiner Mitglieder einen hebräischen Privatkursus eingerichtet — am Freitag Abend. Will man Diligentiam praestieren, dann legt man eine Extrastunde ein — am Jom Kippur Vormittag. Darf man hoffen, daß wenigstens stilgemäö aus dem Machsor für Jom Kippur übersetzt worden ist? Es gibt dort so passende Stellen, z. B. ועל חטא שחטאנו לפניך בעזוח מצח oder בחלול השם oder אנו עזי פנים ואתה דחום וחנון¬ —Aber am Nachmittag könnten doch die noch weniger Gefestigten den Weg zur Synagoge finden! Ohne Sorge! Man setzt eine Gruppen Versammlung an. Fasten ist in diesem Jahre so plötzlich und einhellig abgesetzt «״orden, daß man eine Ordet; der hebräischen Sektion in Moskau ״an alle“ vermuten könnte: ״Fasten ist Opium fürs Volk!“ Man soll keinen Unterschied zwischen Ost- und Westjuden machen, dafür sind wir Alten schon seit 30 Jahren eingetreten. Aber die Volkserzieher des J. J. W. B. suchen sich anscheinend als ostjüdische Vorbilder nur die dem Cheder und der Knute entlaufenen Jünglinge aus. Solche gab es schon immer im Zionismus. Vor 28 Jahren auf dem V. Kongreß sammelte man sich ungeachtet des Sitzungsausfalls am Sabbatnachmittag in den Nebenräumen und Korridoren des Baseler Kongreßhauses, um von den Dingen zu sprechen, von denen das Herz voll war. Da gab es einen Lärm, weil ein ״aufgeklärter״ junger ostjüdischer Student anscheinend nur von Bern herübergekommen war, um dem alten Delegierten Wolpe aus Königsberg, den Rabbinern Reines und Rabbinowicz und anderen Veteranen des Zionismus Zigaretten vorzurauchen. Aber damals war die deutsche Organisationstüchtigkcit noch nicht so weit vorgeschritten, um diese Art persönlicher Kultur in bindende Formen zu gießen. — Aha! Angriff auf die Ostjuden! Nein, ihr Jungens und Mädels! In Nr. 74/75 der ״Jüdischen Rundschau“ erzählt Leib Jaffe, der Direktor des Keren Hajessod, eine Jom Kippur-Erinnerung, wie An-sky im plombierten Eisenbahnwagen auf der Flucht vor dem roten Terror die anwesenden jüdischen Flüchtlinge um sich sammelte und das Kol-Nidre-Oebet vortrug. Das war kein Orthodoxer, sondern ein Sozialist und Mitbegründer der russischen Partei ״Volkswille“, der zu den Bauern ging, um ihre Kinder zu unterrichten und zu erziehen. Aber es war ein Ostjude mit persönlicher Kultur, innerem Anstand und innerer Freiheit, wie es deren Gott sei Dank sehr viele unter uns gibt. Man könnte mit Achselzucken darüber hinweggehen, weil Verstand und differenziertes Gemütsleben erst mit den Jahren kommen. Aber die Sache hat eine sehr ernste Seite. Die Wertvollsten unter den Jungens und Mädels finden den Ausweg und merken allmählich, daß man seine geistige Entwicklung nicht als Volkserzieher, sondern als Lernender vorzubereiten hat. Aber für gar zu viele aus der Masse, dem Mittelgut, besteht die Gefahr, daß sie aus dem Zigeunerleben und der organisierten Lederstrumpfromantik nicht mehr zurückfinden, banal ausgedrückt, verbummeln Und die Vorbereitung für den Lebensberuf versäumen. Es ist eine Lebensfrage für die deutsche Landesorganisation, daß sie aufhört, allen Jungens und Mädels schon deshalb, weil sie sich Chaluzim und Chaluzoth nennen, ״auf Vorschuß das eiserne Kreuz zu verleihen“, wie es Dvk einmal ausgedrückt hat. ״Sagen was ist“ bleibt seit Lassalles Zeit noch immer die beste Politik. San.-Rat Dr. Emil Siraonson. Demnächst beginnt in Singapore unter dem Titel ״The Jewiih Standard“ ein Monatsjournal für jüdische Interessen za erscheinen Ortsgruppen P0ale-Zl*0n, Orts gruppe Berlin, Simchas Tliarah Sonntag, den 7• Oktober, 8 Uhr abends, in den Gasamtfestallen des Logenhauses, Jonclümsthaler Str 13, Feier mit Tan*. Jazzkapelle: Leo Melzak, Karten *um Preise von * M. im Sek re tariat, Artillorieutr, C, Norden 11789 und im Büro des K.K.L., Meinekestr. 10, erhältlich. _ Bamberg. An unserem vierten diesjährigen Vercinsabend hielt Herr Dr. S. vV eichsei hanm einen Vortrag über da» Thema: ״Zionismus und die Tagesproblome". Der Redner wie« tunlichst auf dio durch die Emanzipation hervorgerufeno räumliche und geistige Zer- Splitterung der Gesamtjudcnheit tun und betonte den Wert des Pa-!ilstina-Aufbaus zur Sicherstellung der jüdischen Einheit. Er wes dann darauf hin, wie sich für un» Juden, und besonders für uns Zionisten alle Schwierigkeiten, dio auch andere Völker und Bewegungen zu überwinden haben, besonders brechen ttnd komplizieren. Als Beispiele wählte er dio Araber-Frage, die Bodenfrage und dio Frage des palästinensischen Parlaments für Palästina, für das Galuth dio Frage der Demokratie, der Minoritäten und der Stellung zum Gesetz. Nach einer kurzen Aussprache wurde 1100h über den Vortrag, den Herr Kurt Blumenfeld tags zuvor in Nürnberg gehalten hatte, berichtet. Chemnitz. Der in weilen Kreisen Deutschlands bekannte jüdisehe Literaturhistoriker Dr, Max Mayer, Berlin, hat sich erfreulicherweise bereit erklärt, auch in Chemnitz einen Zyklus von Vorträgen zu halten. Dr. Mayer wird an drei Abenden, vom 16. bis 18. Oktober, hier sprochen, und zwar: Erster Abend: Mendelo Mocher Scfarim. Zweiter Abend: Achad Ilaam. Dritter Abend: Ch. N. Bialik. Es ist zu hoffen, daß diese Vorträge eben solches Interesse finden, wio es in anderen Orten der Fall gewesen ist, wo Dr. Mayer gesprochen hat. Stuttgart. Die zionistische Arbeitsgemeinschaft, die 30 bis 30 Menschen umfaßt, wird auch in diesem Winter wieder regelmäßig Vortragsabende abhalten. Es sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: 10. Oktober: Theo Pariser: Dio Jewish Agency. 31. Oktober: Alfred Levy: Jüdische Kritiker am Zeitgeist, (von Heine bis Tucholsky), ai. November: Hans Hirschberg: Jüdische Wanderungen in neuester Zeit. 12. Dezember: Dr. Paul Bonern: Neuere Erkenntnisse über Religionsriton. f). Januar: Eduard Januar: Jabotinsky. Der Mann und das Werk. 30. Januar: Dipl.-Ing. Pkwner: lieber Proben jiddischer Literatur in Original. 30. Februar: Dr. Rudolf Singer: Die Erbpacht. Wiesbaden, Die Ortsgruppe hat folgendes Arbeitsprogramm für die Winterarbeit in Aussicht genommen: Ortsgruppenabende: Samstags im Vorraum der Nassauloge. I. Monatlich eine Geschäflssitzung (dabei laufende Referate über die neuesten Ereignisse in Palästina). Referent: Juda Bornstein. Laufende Referate über die Geschehnisse im Galuth. Referent: Dr. Landsborg. Außerdem kurze Referate über Gemeindefragen, Jugendbewegung, Kulturverband. II. Monatlich einmal größere Referat• in zwei Vortragsreihen: 1. Grundthema: Dio Stellung der Juden im politischen Leben der Gegenwart, a) Disraeli und die englische Politik im 19. Jahrhundert, b) Ferdinand Lassallo und die Bismarcksche Politik, c) Walter Rathonau und die Wilhelminische Zeit, d) Trotzky und der russische Bolschewismus, c) Vom Judenstaat Herzls zur Balfour- Deklaration. 3. Grundlhema: Nationales und religiöses Judentum, a) Dio reLigiöso Idee im Judentum (religiös-philosophische Einleitung). b) Gesetzestreues Judentum und jüdische Renaissance. 3. Liberalismus und Zionismus. Freie Jüdische Volkshochschule. Vorlesungsveneiehni» für Herbstaemester 1938: 1. Julius Bab: Goethes Verhältnis *um Judentum. — 3. Rabb. Dr. J. Bergmann: Die Entstehung des Christentums. — 3. Rabb. Dr. Emil Cohn: Jüdische» Theater. — 4• Studienrat Ha nun erstein: Grundprobleme des modernen Hebräisch. — 5. Julius Kaliski:' Arbeit als jüdisch# Pflicht und Leistung. — 0. Rabb. Dr.’ Joseph L e R in aS n: Blbfeche Poesien."— 7.’ Dr. Leo *" Rosenzweig: Glauben und Wissen in der jüdischen Philosophie. — 8. Dr. Leo Rosenzweig: Seminarübung über Hermann Cohens Religion der Vernunft. — 9. Dr. Max Soloweitschik: Kritische Einführung in die Bibel. — 10. Rabb. Dr. M. Warschauer: Aus Bibel und Religionsgeschichte (1. Buch Moses). u. Rabb. Dr. M. Wiener: Dio jüdische Religion im 19. Jahrhundert. — 13. Frau Siädy Wronsky: W'ohlfahrtaprobletne der jüdischen Gegenwart. — 13. Dr. Kurt Zielenziger: Jüdische Wirtschaftsführer. —!4. Jüdische Charaktexköpfe. Moses (der Gesetzgeber): Rabb. Dr. Bergmann; Rav» Aschi (der Schöpfer des Talmuds): Rabb. Nobel: JchudaHalevi (der Dichter): Rabb. Dr. Emil Cohn: Raschi (der Erklärer): Prof. Dr. Elbogen: Baal Schern (der Mystiker): Rabb. Dr. Emil Levy; Achad Haam (der Kulturphilosoph): Dr. Naclium Goldmann. — Vorlesungsverzeichnisse mit ausführlichen Angaben des Inhalts, Ortea und Zeit der Vorlesungen unentgeltlich in allen jüdischen Buchhandlungen, an den Theaterkassen, Kaufhaus des Westens, Hermann Tietz: Leipziger Straße, Alexanderplatz, Frankfurter Allee sowie im Sekretariat bei Goldmann, Yorkstr. 88, Bergmann 43ל (s. auch Inserat). Hebräische Lehranstalt der jüdischen Gemeinde zu Berlin. XXI. Semester. Zu Beginn des Semesters weisen wir erneut darauf hin, daß sich sowohl im Zentrum wie auch im Westen Berlins für Anfänger Gelegenheit bietet, in das Studium des Hebräischen einzutreten. Jagendbünde haben die Möglichkeit, für sich bei genügender Beteiligung besondere Kurse einrichten zu lassen. Auch Studen* tenklassen sollen Anfang November geschaffen werden. Vorgeschrittene finden je nach dem Stande ihrer Kenntnisse Aufnahme in einer der bestehenden Gruppen. Beginn des Unterrichts für sämtliche Anfängerklassen (auch für die im Westen): Donnerstag, den 11. Oktober, und zwar beginnt der Unterricht für jüngere Schüler um 5 Uhr und für Erwachsene um 8 Uhr abends in der Schule, Große Hamburger Straße 37. Zeit und Ort des Unterrichts wird in der ersten Unterrichtsstunde festgesetzt werden. Anmeldungen sind zu richten an: N. Berggrün, Berlin-Grunewald, Trabenerstraßo 3 (Telephon: Brabant 501). Sport Wiesbaden. (Sportklub Hakoah Wiesbaden—•Spvgg. 06 Kastell 4:3 (3 : o]). — Trotz unfreundlichen Wetters kamen zum Großkampf 1500 Zuschauer. Der mit solcher Spannung erwartete Kampf endete mit einem verdienten 4:3 (2:0) Sieg von Hakoah. Di• Blauweißen boten die bei weitem bessere Leistung. Kastell zeigte zwar die bessere Kampfweise, aber die Elf fiel durch das Versagen der Läuferreihe auseinander. Beim Sieger Hakoah dagegen war di• Läuferreihe fast der beste Mannschaftsteil. Das durchweg interessant• Spiel begann mit einer Ueberraachung, Kurs nach dem Anstoß konnte der Hakoah-Halblinie Großhut einen Strafstoß direkt verwandeln, Hakoah übernahm weiter das Kommando und wurde deutlich überlegen. Schon in der 15. Minute fiel das zweite Tor. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ein schöner Vorstoß Großhut—Birnbaum, Halber- Stadt bekam den Ball, umspielte Kastells Verteidiger und schoß unhaltbar zum dritten Treffer ein. Ilakoah bliob im Angriff und konnte wiederum durch Halberstadt den vierten Treffer buchen. Fast wäre wenige Minuten später Hakoah zum fünften Treffer gekommen, jedoch ging der wuchtige Schuß von Birnbaum wider die Latte. Ein Durchbruch Kastells führte zu deren erstem Tor. Einen von der Latte abgeprallten Schuß gab der Schiedsrichter trotz Reklamation als gültiges Tor. Dadurch mußte sich Hakoah mit obigem Resultat, zufriedengeben. — Sportklub Hakoah II—F. V. Germania Wiesbaden II 7:0 (4 : 0). Sportklub Hakoah Damen—Polizoisporlvereiu Damen 3:0 (2:0). Sportklub Hakoah III kam kampflos zu den boidon Punkten, da der Gegner aus Angst vor einer hohen Niederlage in unsportlicher Weis• nicht antrat. _ f

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