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Jüdische Rundschau · 1928-09-04 · Heft 70 (4.9.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 70 (4.9.1928)
Date
1928-09-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 70, 4.1X1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 503 HunCUrtzekn Orte machen die Rosch Haschanah-Aktion des KKL. Arbeiten Sie mit? Das jugoslavische Judentum Von Zwi Rothmüller. Angesichts der polnischen Vorgänge in Jugoslavien, die ihre Wurzel in der Diskrepanz der verschiedenen Teile des Staates haben, dürfte die nachfolgende Schilderung des jugoslavischen Judentums, das in gewissem Sinn das Schicksal der Zerrissenheit, mit seiner Umwelt, teilt, besonderem Interesse begegnen. I. Soll der Zionismus mehr a's ein nur mit Zahlen rechnender Transport von Menschen und Kapitalien sein, so müssen für ihn auch die kleinsten Volksteile Bedeutung gewinnen, wenn sie nur an dem Kampf um die jüdische Wiedergeburt positiv oder negativ teilnehmen. Eine Darstellung des jugoslavischen Judentums wird um so eher auf allgemeln-zionistisches Interesse rechnen dürfen, als sich die Zionistische Landesorganisation Jugoslaviens durch ihre relativ stattliche Schekelzahl, sowie die beachtenswerten Ergebnisse der zionistischen Sammelfonds in der zionistischen Welt einen guten Ruf erworben hat. Hervorzuheben ist, daß die Jugendbewegung die gesamte zionistische Arbeit in Jugoslavien trägt, ihrer Initiative und Bemühung ist die Zionisierung des jugoslavischen Judentums zu verdanken, auf ihr Konto sind alle konkreten Erfolge zu buchen. Rein prinzipiell betrachtet war die Zionisierung der jugoslavischen Judenheit, die sich unter anderem auch in der absoluten Herrschaft der Zionisten in den Gemeindestuben wie auch im Vorstand des Landesgemeindebundes ausdrückt, keine große Leistung. Die eigenartige Lage der jugosiavischen Judenheit machte eine andere als zionistische Steilungnähme vollends unmöglich. Die aus den heterogensten Eiementen durch den Spruch des Schicksals im Jahre 1918 zusammengeschweißte jugoslavische Judenheit war vom Judentum zu entfernt und an Zahl zu gering, als daß sie entweder in den ausgetretenen jüdischen Bahnen weiter wandeln oder einen neuen Weg, dessen Ziel in einer wie auch immer gearteten Gestaltung des jugoslavischen Judentums selbst bestanden hätte, betreten konn'.e. Gerade für solche kleine jüdische Gruppen gilt in ganz prägnantem Sinne das klassisehe Wort Max Nord aus: Das Judentum wird zionistisch sein -* oder es wird nicht sein. Prinzipiell bereitete also die Zionisierung der jugoslavischen Judenheit kaum weiche Schwierigkeiten. Praktisch aber lagen die Hindernisse gerade in jenem Umstand, der die prinzipielle Zionisierung erforderlich machte. Die materielle Armut einiger Gebiete, die fortgeschrittene Assimilation anderer, die Gegensätze der Mentalitäten, die Armut an geistigen!(1־äffen und großen Fiihrerpersönüchkeiten innerhalb dieser alles in allem weniger als 75 000 Juden, die nicht weniger als fünf Umgangssprachen besitzen — das waren und bleiben die Schwierigkeiten, die zu besiegen sind, um aus diesem kleinen Volkssplitter das herauszuholen, was er für den Zionismus auf materiellem und in bescheidenem Maße auch auf geistigem Gebiete leisten kann. * Das Königreich der Serben, Kroaten und Slovenen entstand 1918 aus einer Anzahl von Gebieten, deren rassenmäßig und ethnoWi-ch z1״a׳nmen״ehörigen südslavisehen Einwohner teils selbständig lebten, teils fremder Oberherrschaft unter» worfen waren. Während den jugoslavischen Stämmen trotz zeitweiliger Trübungen und politischen Gegensätzen das Gefühl einer gewissen Gemeinsamkeit nie restlos verloren ging, unterlagen die in ihrer Mitte lebenden Juden allen Einflössen der jeweilig:!! politischen und kulturellen Uebermacht, ,sofern es ihnen nicht gelang, ein ganz abgesch'ossenes, abseits der allgemeinen Entwicklung stehendes Leben zu führen. Durch den Zusammenschluß der Serben, Kroaten und Slovenen entstand eine neue Judenheit, in deren heutiger Gestaltung die historischen Schicksale stark bemerkbare Spuren hinterla:sen haben. Ein Teil der Juden stand vor dem Umstürz in keiner kulturelleii Beziehung zur Umwelt. Ein anderer Teil wurde zum Träger und Schützling der Assimilierungs* tendenzen der ungarischen und deutschen Fremdherrschaften, die sich jugoslavische Gebiete unterworfen hatten. Einen dritten Teil endlich verknüpfte der Assimilationsprozeß mit der jugoslavischen Umwelt, an deren kulturellem, vor allem aber politischem und wirtschaftlichem Kampf gegen die Fremdherrschaft sie regen Anteil nahmen. Zahlenmäßig am stärksten und in der zionistischen Bewegung führend ist die kroatisch-slavonische Juden* heit, deren Mittelpunkt Zagreb (Agram) mit seinen 12 000 Juden die weitaus größte und bestorganisierte Gemeinde Jugoslaviens darstellt. Während die ältere Generation trotz stetig fortschreitender Annäherung an die Umwelt noch immer die Kenntnis der deutschen Sprache als Erbe ihres großenteils mährischen Ursprungs und der germanisierten Verwal» tungsbeamtenscliaft in Kroatien bewahrt hat, verschwindet die deutsche Sprache in der jüngeren Generation immer schneller, so daß der vorwiegende Teil der Jugend nur die serbokroatische Muttersprache beherrscht. Die Reste der jüdischen Tradition in Kroatien sind gering, die Einstellung der Juden ist in allgemeinen Fragen konservativ-kleinbürger* lieh, in religiösen Dingen aber eher gleichgültig. * In der Vojvodina, die ehemals unmittelbar zu Ungarn gehörte und die Komitate Banat und Bacska bildete, waren die Juden in intensivster Weise fremden Einflüssen ausgesetzt, die sie vom Judentum entfernten, ohne sie ihrer sei bischen Umgebung zu nähern. Tief war ihre Empfindung und laut ihre Betonung der Zugehörigkeit zum ungarischen Volk, von der sie teilweise auch nach dem großen Umsturz, der dieses Gebiet in das Königreich S. H. S. einfügte, nicht lassen konnten. Es fanden sich allerdings auch «.»!ehe, die im Handumdrehen ihre neu erworbene serbische Nationalität laut proklamierten, doch der größte Teil, der ungarisch nicht mehr empfinden durfte, serbisch fühlen noch nicht konnte, bekennt sich heute zum jüdischen Volk und arbeitet für den Aufbau Palästinas. In Serbien selbst haben sich die Juden im vorigen Jahrhundert so vollkommen assimiliert, daß sie im öffentlichen und privaten Leben kaum mehr als fremd empfunden wurden und sich aus vollster Ueberzetigung ״Serben mosaischer Konfession“ nannten. Jene traurigen Blüten der Selbstverletignung jedoch, die uns auch in Kroatien in Form der obskuren, einflußlosen Gesellschaft ״Narodni Rad“ (Volksarbeit, die in der Bekämpfung der ״entnaiionalisierenden Tätigkeit“ der Zionisten bestehen soll) begegnen, finden wir in Serbien nur in verschwindender Anzahl. Die ״Serben mosaischer Konfession“ blieben aufrechte Menschen und auf ihre Ab- Stammung und Religion stolze Juden. Ob dieser Stolz den Nachfahren der spanischen Ritter als Erbe zufiel, bleibt mir allerdings zweifelhaft. Vielmehr sehe ich die Erklärung darin, daß in ihrer Umwelt die konfessionell organisierte Religion bis in die neueste Zeit eine das Leben regelnde und bestimmende Macht blieb, die eben deshalb eine genügende Grundlage für die Existenz eines jüdischen Gemeinschaftsgcfiihls abgeben konnte. Konfession und Volkstum blieben dort bis in unsere Tage ungeschieden, die durch sie gebildeten Gemeinschaften ordneten sich dem Staatsleben unter, ohne deshalb ihre Eigenart aufgeben zu müssen. So wird es auch verständlich, daß die. ״Serben mosaischer Konfession“ die Schekelzahlung nicht verweigern und sich zum Zionismus bekennen, ohne überhaupt den Gegensatz, der in diesen beiden Begriffen liegt, bewußt zu empfinden. Die Einheit von Volkstum und Religion liegt noch offener in Südserbien (Mazedonien) und Bosnien zutage. Die Juden haben hier ihr eigenartiges Leben, das sie seit ihrer Vertreibung aus Spanien führen, treu bewahren können, weil im völkisch-religiösen Mosaik des türkischen Reiches für alle Eigenarten Raum war, sofern sie sich nur dem Staate und seinen Interessen fügten. In Südserbien haben sich die Verhältnisse bis heute kaum merklich geändert. Die verarmten, zu einem Teile sogar lumpenproletarischen Juden der größeren und kleineren Orte dieser zurückgebliebenen Provinz sind (abgesehen von wenigen und unbedeutenden chassidischen Gemeinden der Vojvodina und den an Anzahl und Einfluß ebenso geringen Splittern der Orthodoxie) die einzigen Juden in Jugoslavien, deren Judentum ursprünglich, ohne jede neuzeitliche assimilatorische Verbildung, geblieben ist. In der rückständigen, durch die lange Türkenherrschaft verlotterte Umgebung vermochten sie allerdings ihr Judentum nicht gänzlich vor Verkümmerung zu bewahren und beginnen erst heute eine aktivere Tätigkeit zu entwickeln, mit deren Fortschritt ihre wirtschaftliche und kulturelle Lage sich heben, ihr Judentum aber unbedingt an Kraft verlieren wird. In Bosnien setzte mit der Okkupation durch Oesterreich-Ungarn eine Wandlung ein, die zur Annäherung der von früher eingesessenen Scphardim, aber auch der meistens ostjüdischen, in das neue österreich-ungarische Gebiet eindringenden Aschkenasim an die jugoslavische Umgebung dieser Provinz führte. Es kann nicht wundernehmen, daß gerade in Sarajevo, dem Hauptsitz der bosnischen Judenheit, die Losung einer ״sephardischen Bewegung“ ausgegeben wurde. Die bosnischen Sephardim sind weit fortgeschrittener als die mazedonischen, ohne derart assimiliert zu sein wie die serbischen Juden. Das verlieh ihnen die Führerrolle innerhalb der jugoslavischen Sephardim, die mit etwa 25 000 Seelen anzuschlagen sind, wie auch eine hervorragende Stellung Im sephardischen Judentum überhaupt, das sich bekanntlich anläßlich des XIV. Zionistenkongresses in Wien zu einer ״Sephardischen Weltföderation“ zusammenschloß, um für die Zionisierung der sephardischen Massen, für Ihre wirtschaftliche und geistige Hebung in den Wohnländern, sowie für Stärkung des sephardischen Einflusses im Weltzionismus und in Palästina zu kämpfen. * Aus vorstehender kurzer Uebersicht über die Zusammensetzung der jugoslavischen Judenheit sind die spezifischen *Schwierigkeiten des Zusammenschlusses dieser verschiedenartigen Einheiten klar ersichtlich. Daß zu ihnen Hindernisse allgemeiner Art hinzukommen, braucht ja gar nicht erst gesagt zu werden. Nach dem Umsturz jedoch, der zur Gründung des S. H. S.-Staates führte, setzte man sich über alle diese Fragen mit Leichtigkeit hinweg, wie man sich ja in jenen Tagen über so manches hinwegsetzte. Es sei auf die Tatsache hingewiesen, daß in jenen Honigmonaten des jugoslavischen Staates in allen seinen Lebensäußerungen die zentripetalen Kräfte bei weitem überwogen. Wie im allgemeinen die Ent- Wicklung in Jugoslavien die Hoffnungen auf eine völlige Verschmelzung aller bisher geschiedenen Gebiete und ihrer oft feindlichen Einstellungen zuschanden machte, so verflog nur zu bald auch der Traum von einem einheitlichen jugoslavischen Judentum. Die Beziehungen der verschiedenen Gruppen verloren an Wärme, und gelegentlich erhitzten sich sogar die Gemüter durch Reibung und rücksichtslosen Kampf und machten sich dann in schlimmsten Ausfällen Luft. Die Beziehungen wurden jedoch nie ganz abgebrochen, immer wußte man auf irgendeinem Gebiet Berührungspunkte zu finden, vor allem auch im Landesgemeindebund. Einerseits wurde, unbeschadet aller Kämpfe innerhalb der Gruppen und zeitweiliger Resistenz der Zionistischen Landesorganisation gegenüber, das zionistische Bekenntnis immer und überall festgehaiten; andererseits aber ist der günstige Einfluß der Staatsregierung zu verzeichnen, die mit aller Macht die zentralcn jüdischen Institut: anen fördert und unterstützt. Die Vereinheitlichung der jugoslavischen Juden bietet ja die beste Gewähr für die Entfernung der einzelnen Gruppen von ihrem einstigen, min vielleicht dem Königreich S. H.S. feindlichen Kulturkreis. ln der allerletzten Zeit ist es zu einem allgemeinen Frieden im jugoslavischen Judentum gekommen. Diese friedliehe Arbeit kann den konkreten Resultaten der zionistischen Bewegung nur dienlich sein. Ls ist aber doch festzustellen, daß dieser Friede eher ein Ergebnis der Müdigkeit infolge Ucberspannung der verfügbaicn Kräfte als ein Beweis gemeinsamen Arbeitswillens ist. Nicht der liinigungswiHe aus Ueberzeugung, sondern die Sinnlosigkeit des Kampfes führten zum Frieden, nachdem das jugoslavische Judentum jahrelang gespalten war. immerhin ist auch dieser Friede zu begrüßen, da durch ihn manchen häßlichen Erscheinungen Grenzen gesetzt werden. Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes. Früher erklang in diesen Tagen ״das Ellul-Hörnchcn“ allenthalben und bereitete auf den kommenden Tischri vor; jetzt haben die allmählich sich einsteilcnden jüdischen Kalender diese Rolle übernommen. Unter den ersten erscheint der Kalender des Jüdischen Frauenblindes, dem in diesem Jahre eine besondere Bedeutung zufiel. Blickt doch der Frauenbund im kommenden Jahre auf das erste Vierteijahrhundert seines Bestehens zurück. Was diese 25 Jahre den Mitarbeitern des Bundes bedeutet haben, welche Wünsche und Aufgaben sie und andere Freunde des Bundes für seine Zukunft ins Auge fassen, das ist in den Textsprüchen dieses Kalenders zum Teil durch eine Auswahl von Kemworten aus dem alten oder neuen jüdischen Schrifttum —- von Bibel bis Buber, wie cs im Lexikonstil heißen würde - zusammengetragen worden, zum Teil aucli von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in eigene Form gebracht worden. So entstand in glücklicher Zusammenfügung ein doppeltes Bild: die Weite des Ideenkreises der Bundesaufgaben tat sich auf, und der menschliehe Reichtum einzelner Frauenpersönlichkeiten im Wirken und Empfangen wurde dargestellt. Der Bilderteil verfolgt auch in diesem Jahre das gleiche dankenswerte Ziel wie in den vergangenen Jahren: die neuesten Schöpfungen jüdischer Künstler unserer Tage sollen die jüdische Familie durch das Jahr begleiten. Vielfachen Wünschen folgend erscheint in diesem Jahre der Kalender als Umlegekalender, so daß es ermöglicht wird, die Kunstblätter die ganze Woche über vor Augen zu haben und sie am Ende des Jahres gesammelt zu besitzen. Wie wir hören, w׳erdcn gleichzeitig von einer Reihe besonders zur Wiedergabe geeigneter Kunstblätter Ansichtskarten erscheinen, welche die alten, meist geschmacklosen Neujahrsglückwunschkarten in glücklich gewählter Form ersetzen könnten. — Der Jüdische Frauenbund bietet mit beidem dem jüdischen Hause eine wertvolle Gabe, die —- zumal da auch der Preis maßvoll ist (2,75 M., für Mitglieder 2,50 M.) — gewiß manchem eine rechte Jomtow-Freude bereiten und zu einem guten Weggenossen durchs neue Jahr werden kann. Bertha Badt-Strauss. Vor kurzem wurde in Kaschau die hervorragend* Tragödin Marie Barkanyi zu Grabe getragen. Es war ihr letzter Wunsch, in Kaschau, wo ihre Familie lebt und wo sie 1877 zum ersten Male aufgetreten ist, begraben zu werden. Die tschechische Presse erinnert bei dieser Gelegenheit daran, daß Kaschau dem internationalen Theater zw'ei weitere jüdische Schauspielergrößen geschenkt hat: Ethel Gcrster (mit ihrem Künstlernamen Adelina Patti) und den berühmten englischen Sänger Moritz Neville, der mit seinem bürgerlichen Namen Moritz Schwarz hieß. Jerusalem, 25. August. (j.T. A.) Die Konferenz des Verbandes der hebräischen Lehrer in Palästina hat ein neues Zentralkomitee gewählt, das sich aus den Frauen Feinsud-Sukenik, Dr. Enge!, Rivlin, Hayoth und den Herren Yellin, Ehrlich und Kimchi zusammensetzt. ln der Chanukkah-Woche dieses Jahres (Dezember 1928) begeht der Verband das 25 jährige Jubiläum seines Bestandes durch eine große festliche Veranstalhmg. _ 1111 Verkehr zwischen Deutschland und Palästina ist von jetzt an auch die Eilzustellung für gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen zugelassen. (Ziko.) Zeitsehriftenschaa Lnlcr dem Titel ,.M i s r;1 111 11 ׳ m a a 1׳ a w" (Ost und Wesl) hat Ahraliam A l rn a 1 i a 111 ׳ in Jerusalem eine Moiiatschrifl herauszugeben begonnen, welche man als einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Oesehichle de!■ orientalischen Judenheil begrüßen kann. Almaliach hak Lereiis kurz nach dem Kriege einen Jahrgang dieser Zeitschritt herausgebrai’lit, aber das Erscheinen mußte nach dem ersten Band am Mangel an Miileln eingeslelll werden. Nunmehr erseheinl die Zeitschrift neu in \ ergrößertrin Umfang als .Monalsehrift und ihr Erscheinen ist, wie der Herausgeber niiUeili. durch sepliardische Organisalionen gesichert. Die Zeitschrift will das religiöse, gesellschaltliehe, literarische Lehen der orientalischen Judenheil erforschen, wäll Beiträge zur Kll1no)ogio und zum Folklore liefern, zugleich aber auch Aufsätze über Beschichte und Lehen der verschiedenen Palästina und die Nächbargebiete bewohnenden Völker veröffentlichen. Die beiden ersten Hefte, die bis jetzt erschienen sind, zeigen, daß es dem Herausgelier gelungen ist, eine große Zahl jüdischer und nichtjüdischer Autoren zur Mitarbeit zu gewinnen. Die beiden ersten Hella enthalten archäologische Aufsätze '011 Pore Dhonne und F. M. Abel, Aulsätze über die Anfänge der aschhenasischcn Gemeinden in Palästina von Rabbiner Fischmanii, M. 1). Gaon, Beiträge zur Münzenkunde Palästinas von Narkis, eine größere Arbeit de* Herausgebers über die Spaltung der tunesischen Juden in zwei Gemeinden. Hans Cohn schreibt über politische Ereignisse im Orient. Aus dem Nachlasse von Abraham Damm wird ein größeres Fragment eines hchrüisrhcn Gedichtes veröffentlicht, welches lilijahu Begi zum Verfasser hat und die Geschichte der r!ogiuruug des Sultans Achmed l und Osman II darstellt. Der Herausgeber teilt einen (von ihm der Jüdischen Nationalhihliolhek geschenkten') Brief mit, welchen die tunesische Judengemeinde im Jahre 1S6.T än die Alliance Israclile Universelle gerichtet hat «1ml welcher die traurige Lago der tunesischen Juden zu ihw Zeit darstelil. Am Schlusses jedes Heftes findet sich eine Rundschau über jüdische Ereignisse in der ganzen Welt und eine Rundschau über die politischen Ereignisse im nahen Osten. Abonriemeritspreis der Zeitschrift 8 Dollar jährlich.

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